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Haching-Coach Schromm: "Voraussetzungen für Aufstieg da"

Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2019

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HAching-Coach Claus Schromm: Schromm: "Wenn wir den Weg weitergehen, lässt sich der Aufstieg nicht verhindern." Foto: Getty

Cheftrainer Claus Schromm kennt beim Drittligisten SpVgg Unterhaching nahezu jeden Stein. Seit Sommer 2012 ist der 49-Jährige ununterbrochen für den ehemaligen Bundesligisten tätig - die meiste Zeit als Trainer, einige Zeit aber auch als Sportlicher Leiter. Außerdem hatte Schromm von 1999 bis 2003 die Hachinger U19 trainiert. Mit seiner aktuellen Mannschaft belegt er zur Winterpause Rang fünf in der 3. Liga, lediglich zwei Zähler hinter Relegationsplatz drei. Im Interview spricht Claus Schromm über die Bestmarke von 42 Toren, den Drittligarekord von sieben Unentschieden hintereinander und den möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Wie froh sind Sie, Ihre Spieler nach der kurzen Weihnachtspause wieder um sich zu haben, Herr Schromm?

Claus Schromm: Die Pause tat gut, aber jetzt ist es auch wieder schön, auf dem Trainingsplatz zu stehen. Zu Beginn mussten wir zwar gleich improvisieren und wegen des Schnees in die Soccerhalle ausweichen. Alle Spieler sind aber dabei, und in der kommenden Woche geht es ja ins Trainingslager nach Andalusien.

Wie wichtig war es, durch das 4:0 gegen den KFC Uerdingen mit einem guten Gefühl in die Pause zu gehen?

Schromm: Das war eminent wichtig. Wir wussten, dass wir einen schwachen Auftritt über Wochen nicht hätten korrigieren können. Unsere Mannschaft hat aber ein klasse Spiel abgeliefert und einen Sieg eingefahren, den ich in dieser Höhe kaum erwartet hätte.

Nur noch zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den Tabellendritten aus Uerdingen. Was haben Sie sich für die Rückrunde vorgenommen?

Schromm: Wir befinden uns in einer sehr guten Position. Das war jedoch auch schon in der Vorsaison der Fall. Damals hatten wir nach 20 Spieltagen nur einen Punkt weniger auf dem Konto. Allerdings haben wir dann aus den ersten fünf Partien nach der Winterpause nur zwei Zähler geholt - damit waren wir früh aus dem Rennen. Jetzt wollen wir erst mal bis Fasching, also Anfang März, die erste Etappe hinter uns bringen und die nötigen Punkte einfahren, damit wir mit den unteren Tabellenregionen definitiv nichts mehr zu tun bekommen können. Gelingt uns das, machen wir uns neue Gedanken.

Unterhaching stellt mit 42 Toren die mit Abstand beste Offensive der Liga. Zufall?

Schromm: Keineswegs. Wenn wir unser Spiel auf den Platz bringen, bekommen wir in der Offensive immer unsere Möglichkeiten. An unserer Spielweise haben wir im Vergleich zur Vorsaison gar nicht viel verändert. Verbessert hat sich aber die Effektivität vor dem Tor. Da ist die positive Entwicklung erkennbar.

Eine noch bessere Ausgangsposition wäre möglich gewesen. Wie haben Sie die Rekordserie von sieben Unentschieden erlebt?

Schromm: Es gibt zwei Sichtweisen: Unsere Ausgangsposition hätte in der Tat etwas besser sein können, hätten wir einige dieser Spiele gewonnen. Andererseits - und das ist auch meine Sichtweise - stehen wir nicht zuletzt gerade wegen dieser sieben Unentschieden auf Rang fünf.

Ein Höhepunkt in Sachen Tore war das 5:4 beim FC Carl Zeiss Jena. War das für einen Trainer ein Spiel, in dem er graue Haare bekommt?

Schromm: Bei dem Spiel weniger. Unsere Leistung war gut, und wir waren während der gesamten Partie sicher, immer wieder nachlegen zu können. Graue Haare bekomme ich, wenn wir nicht wir sind - wenn wir also nicht das auf den Platz bringen, was wir können. Ich erinnere mich da zum Beispiel an das 0:0 gegen den VfR Aalen oder das 1:1 gegen Tabellenführer VfL Osnabrück.

Was muss Ihre Mannschaft in der Rückrunde besser machen?

Schromm: Vor allem an zwei Stellschrauben wollen wir drehen: In der Defensive geht es darum, die Spieleröffnung des Gegners noch eher und konsequenter zu stören. Offensiv wollen wir dahinkommen, den Moment für unsere eigene Spieleröffnung zu verlängern, wenn der Gegner presst. Damit hatten wir unter anderem gegen Osnabrück einige Probleme. Der VfL hat das Zeitfenster für einen guten Pass stets klein gehalten.

Mit Stephan Hain haben Sie den erfolgreichsten Torjäger in ihren Reihen, mit Sascha Bigalke den erfolgreichsten Vorbereiter. Was passiert, wenn einer oder sogar beide wegbrechen?

Schromm: Bis jetzt ist das noch nicht vorgekommen, und wir alle hoffen, dass das so bleibt. Allerdings sind wir mittlerweile so breit aufgestellt, dass ein Ausfall für uns kein größeres Problem darstellt. Nicht nur Stefan Schimmer und Luca Marseiler haben schon gezeigt, dass auch sie torgefährlich sind.

Wie würden Sie das Klima im Verein beschreiben?

Schromm: Wir alle wissen, was wir aneinander haben, und freuen uns auch meistens aufeinander. Bei uns herrscht ein offener und ehrlicher Umgang. Ab und zu gibt es mal Blitz und Donner. Die Gewitter verziehen sich in der Regel schnell, jedoch sind wir keine Wohlfühloase.

Erster Gegner nach der Winterpause ist der abstiegsbedrohte VfR Aalen. Das bereits angesprochene Hinspiel endete 0:0. Was wollen Sie sehen?

Schromm: Irgendwie liegt uns der VfR nicht sonderlich. In der Vorsaison hatten wir sogar beide Duelle verloren. Jetzt haben wir immerhin schon mal einen Zähler und wollen die Bilanz ausbauen. Entscheidend ist, dass wir - anders als im Hinspiel - unser Leistungsvermögen auf den Platz bringen. Die Tabellensituation täuscht uns nicht darüber hinweg, dass Aalen mit etwas mehr Glück auch deutlich besser dastehen könnte.

Die angestrebte Rückkehr in die 2. Bundesliga hat Haching schon vor einiger Zeit in den Fokus genommen. Wie lange geben Sie sich Zeit, den Sprung zu schaffen?

Schromm: Ich hoffe, dass wir so lange Zeit bekommen, bis wir es tatsächlich geschafft haben. Die Voraussetzungen dafür haben wir in den vergangenen Jahren geschaffen. Wenn wir unseren Weg wie bisher weitergehen, dann lässt sich der Aufstieg früher oder später nicht verhindern.

Quelle: mspw

 

 
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