
"Sport als sozialer Kitt oder mit der Tendenz zur sozialen Geschlossenheit?" Mit dieser Frage endete die Impulsrede von Prof. Dr. Giess-Stüber. Sie war der Auftakt zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Sport und Integration" vor rund 120 Gästen im Münchner Westin Arabella Hotel.
Dr. Vural Ünlü, Vorstandssprecher der türkischen Gemeinden in Bayern, moderierte die Runde mit den prominenten Gästen wie Integrationsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, dem Chef der Deutschen Sporthilfe Werner Klatten und Integrationsbotschafterin des DOSB Ebru Shikh Ahmad. Die Podiumsdiskussion soll die sozial-integrative Wirkung des Sports aus der Perspektive von Wissenschaft und Politik sowie von Sportinstitutionen und Spitzensportlern beleuchten.
Dass der Sport eine integrative Kraft besitzt, war man sich auf dem Podium einig. Durch die vielfältigen sozialen Kontakte entsteht Dialog und Begegnung. Staatsministerin Bömer erinnerte an die Erlebnisse bei dem Europameisterschaftspiel Deutschland gegen Türkei. "Das war ein riesen Gewinn für die Integration und die Freundschaft", erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Integration.
Die 3-fache Europameisterin in Karate, Shikh Ahmad, betonte wie wichtig es sei auch die Eltern der Kinder in den Sportverein zu integrieren. Dies konnte auch Böhmer nur unterstützen und wies auf die Unterrepräsentanz der Mädchen mit Migrationshintergrund in Sportvereinen hin. "Die Mädchen müssen am Sport teilhaben können."
In der anschließenden Diskussionsrunde applaudierte das Publikum Horst Winkler vom Bayerischen Fußball-Verband. Der Bezirksvorsitzende Oberbayerns wies auf die Projekte "Team 2011" bei denen Schule und Fußball insbesondere für Mädchen näher zusammenrücken sollen, sowie die Aktion "Mitspielen kickt! - Die Welt auf 1000 Mini-Spielfeldern" bei der in nur zehn Wochen bayernweit 94 Veranstaltungen zum Thema Integration stattfanden, hin.
Unter den Gästen waren neben dem türkischen Generalkonsul Ali Rifat Köksal, dem Bayerischen Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer auch die Präsidentin des Zentralrates der Juden, Dr. Charlotte Knobloch.