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Engagement gegen Neonazis

Letzte Aktualisierung: 18. August 2011

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Das Gräfenberger Sportbündnis ist mit dem zweiten Preis beim Julius-Hirsch-Preis 2011 ausgezeichnet worden.

Das Gräfenberger Sportbündnis ist mit dem zweiten Preis beim Julius-Hirsch-Preis 2011 ausgezeichnet worden, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit 2005 an Personen, Initiativen und Vereine verleiht, die sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus engagieren. Der Zusammenschluss von acht Vereinen im Bezirk Mittelfranken des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen, dass heute keine Neonazis mehr in der Kleinstadt aufmarschieren. Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein "Wallfahrtsort" rechtsextremistischer Gruppierungen und immer wieder Schauplatz rechtsextremer Kundgebungen, bis kreative und gewaltfreie Gegendemonstrationen zur Einstellung der Aufmärsche führten.

"Es macht mich sehr stolz, dass unsere erfolgreiche Arbeit auch vom DFB honoriert worden ist. Das hilft uns auf unserem Weg sicher weiter und macht deutlich, was wir bislang schon alles erreicht haben", freute sich der Initiator des Bündnisses, Ludwig Haas.

Richtiger Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen
Unter dem Motto "Die Welt ist bunt - der Sport auch!" setzen sich die acht Fußballvereine auf Initiative des Bürgerforums Gräfenberg seit zwei Jahren gemeinsam für mehr Fairness, Respekt und Toleranz im Sport ein. Im Rahmen des Projekts bieten der SC Egloffstein, SV Ermreuth, ASV Forth, TSV 09 Gräfenberg, SV Hiltpoltstein, FC Stöckach, FC Thuisbrunn und die SpVgg Weißenohe Schulungen und Workshops an, in denen Trainer, Funktionäre und Sportler den  richtigen Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen lernen. Die Initiative greift dabei auch auf Angebote des Bayerischen Fußball-Verbandes zurück. Alle acht Klubs haben die BFV-Kurzschulungen "Fit für Kids", "Bleib im Spiel" und "Gemeinsam sind wir stark" durchgeführt. In einer "freiwilligen Selbstverpflichtung" geben die Vereine ein klares Bekenntnis zur Achtung und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Einhaltung von Fairness- und Toleranzregeln ab.

BFV-Präsident Koch unterzeichnet freiwillige Selbstverpflichtung
"Der BFV hat uns bislang bei unserer Arbeit ausgezeichnet unterstützt und so werden wir uns auch in Zukunft gemeinsam gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus einsetzen", erklärte Ludwig Haas. Bei einem Treffen in der Bezirksgeschäftsstelle Mittelfranken unterschrieben im Mai auch BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch, BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Mittelfrankens Bezirksvorsitzender Uwe Kunstmann die Erklärung. "Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt eine Null-Toleranz-Politik. Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus haben im Fußball keinen Platz. Unsere Sportart steht für Fairplay, das Akzeptieren von Regeln, die Achtung des sportlichen Gegners, Gewaltfreiheit und Toleranz. Mit der Selbstverpflichtungserklärung werden genau diese positiven Werte des Fußballs offensiv eingefordert", lobte Koch die Vereinsinitiative und gratulierte im Namen des BFV zum zweiten Preis. Zugleich verwies er in diesem Zusammenhang auch auf die Anti-Rassismus-Kampagne und die Fairplay-Regeln des Bayerischen Fußball-Verbandes.

Preisverleihung am 11. Oktober in Düsseldorf
Bereits zum siebten Mal verleiht der DFB in diesem Jahr den Julius-Hirsch-Preis und erinnert damit an den 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordeten deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens. Den ersten Platz belegt die Wiesbadener Jugendinitiative "Spiegelbild" des "Aktiven Museums Spiegelgasse", die sich dafür einsetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden zu bewahren. Das Fanprojekt "DoppelPass - SVW-Fans gegen Gewalt und Rassismus" vom SV Waldhof Mannheim wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Insgesamt 61 Projekte wurden beim DFB eingereicht, aus denen die Jury drei Sieger ausgewählt hat. Die Preise werden im Rahmen des Länderspiels Deutschland - Belgien am 11. Oktober in Düsseldorf verliehen.

 
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