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Urteile 2014/15

Aktenzeichen:        00001-14/15-VSG

Sitzung vom            09.08.2014

Besetzung:             Riedmeyer, Preißinger, Frey

 

 

 

 

Bayernliga-Spiel SV Y gegen SpVgg X II vom 30.07.2014

Wiederaufnahmeantrag der SpVgg X hinsichtlich des Spielers N. N.

Urteil:

I.     Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des Sportgerichts vom 03.08.2014) gegen den Spieler N. N. wird wieder aufgenommen.

II.    Ziffer II wird dahingehend abgeändert, dass die Sperre für alle anderen Verbandsspiele seines Vereins mit einschließlich 05.08.2014 begrenzt wird.

III.   Die Gebühr des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von € 50,00 trägt die SpVgg X. 

 

Gründe:

Mit Urteil des Sportgerichts vom 03.08.2014 wurde der Spieler N. N. für zwei Verbandsspiele der Bayernliga Mannschaft seines Vereins SpVgg X gesperrt. Die Sperre gilt nach Ziffer II des Urteils darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf von zwei Spielen der Bayernliga Mannschaft der SpVgg X.

Der Spieler N. N. zählt zum Kader der 3. Liga-Mannschaft der SpVgg X. Zum Zeitpunkt des Erlasses des Urteils war vorgesehen, dass sowohl die Bayernliga-Mannschaft, als auch die Drittligamannschaft jeweils am Wochenende und unter der Woche ein Spiel haben, so dass der Spieler ab dem 06.08.2014 wieder eingesetzt hätte werden können. Das Bayernligaspiel am 03.08.2014 fiel jedoch aus. Da ausgefallene Spiele bei der Zählung der Verbandsspiele nicht mitwirken, würde die Sperre für alle Verbandsspiele dazu führen, dass der Spieler Bichler in der 3. Liga für mindestens drei Spiele aussetzen müsste, obwohl er in der Bayernliga Mannschaft nur für zwei Spiele gesperrt wurde. Im Hinblick auf die Bedeutung der 3. Liga erscheint dies unbillig.

Nach ständiger Rechtsprechung des VSG (z.B. Fall 00086-12/13 VSG) kann die Sperre nach Ziffer II begrenzt werden, wenn durch diese zusätzliche Sperre der Strafzweck nach Ziffer I überschritten wird. Nach der Rechtsprechung des VSG stellt die Sperre nach Ziffer II keinen Automatismus da, sondern muss vom Sportgericht zusätzlich festgelegt werden. Ein Automatismus würde zwangsläufig dazu führen, dass durch die unterschiedliche Gestaltung der Spielzeiten (insbesondere beim Beginn der Spielzeiten und in der Winterpause) tatsächliche Sperrzeiten wirksam würden, die weit über das an sich gewollte Strafmaß hinausgehen. Insbesondere an der Schnittstelle zwischen Amateurfußball und Ligen mit üblicherweise bezahlten Spielern wäre dies ein nicht rechtfertigender Eingriff in die Berufsausübung.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze der VSG-Rechtsprechung, der Tatsache, dass der Spieler bereits in zwei Spielen der 3. Liga nicht eingesetzt werden konnte, sowie der Rechtsfolge, dass die Sperre nach Ziffer I bestehen bleibt, er also ggfs. ein weiteres Bayernligaspiel noch aussetzen müsste, erscheint es gerechtfertigt, die Sperre für alle anderen Verbandsspiele auf den Tag einschließlich zu begrenzen, an dem das zweite Spiel der 3.-Liga-Mannschaft stattgefunden hat.

Urteile 2013/14

 

 

Aktenzeichen: 00111-13/14-VSG
Sitzung vom: 14.08.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause


Revision des SC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.07.2014


Urteil:

I. Die Revision des SC X gegen das Urteil des BSG vom 09.07.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der SC Mainsondheim trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 

 


Gründe:

1. Mit Urteil vom 12.06.2014 sperrte das KSG den Spieler N. N. des Revisionsführers für 2 Verbandsspiele der Kreisklasse-Mannschaft seines Vereins (Ziffer I) sowie für alle anderen Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Speere gemäß Ziffer I, weil er im Kreisklassenspiel der SC X gegen FC Y am 25.05.2014 ein unsportliches Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter zeigte. Das Urteil wurde im ZIMBRA Postfach des BFV für den SC X am 12.06.2014 zugestellt. Mit E-Mail vom 19.06.2014 legte der Revisionsführer Berufung zum BSG Unterfranken ein. Allerdings benutzte der Revisionsführer nicht die Antwortfunktion des BFV-Postfaches, sondern seine eigene E-Mail-Adresse. Der Verein war durch die dem Urteil angehängte Rechtsmittelbelehrung darüber informiert worden, dass gegen das Urteil schriftlich ein Rechtsmittel eingelegt werden kann und die Schriftform nur durch die Antwortfunktion des BFV-Postfaches ersetzt werden kann.

Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 09.07.2014 als unzulässig zurück. Dieses Urteil wurde am 09.07.2014 wiederum im BFV-Postfach des Revisionsführers zugestellt. Mittels der Antwortfunktion des BFV-Postfachs legte der Revisionsführer am 10.07.2014 Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass die per E-Mail eingelegte Berufung zulässig sein müsse, weil sie der Einlegung mittels des BFV-Postfaches vergleichbar sei.

Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Zwar wird die nach Ansicht des Revisionsführers verletzte Vorschrift nicht explizit genannt, aus der Begründung lässt sich aber zweifelsfrei erkennen, welche Vorschrift gemeint ist (§ 44 RVO), und wodurch sie verletzt wurde. Dies reicht nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus (VSG zuletzt Fall Nr. 12 12/13).

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG folgte mit seiner Entscheidung der ständigen Rechtsprechung des VSG, wonach eine einfache E-Mail die Schriftform nicht wahrt (Fälle Nr. 14/05/06, Nr. 49/06/07 und Nr. 38/09/10).

Der Grund liegt darin, dass die Schriftform verlangt, dass das Schriftstück durch Briefkopf und Unterschrift den Aussteller erkennen lässt. Nur dann ist die Verantwortlichkeit eindeutig zugewiesen. Nach dem derzeitigen technischen Standard sind diese Voraussetzungen beim allgemeinen E-Mail-Verkehr nicht gegeben, deshalb wahrt eine einfache E-Mail nicht die Schriftform. Als einzige Alternative zur Schriftform kann die Antwortfunktion des ZIMBRA BFV-Postfachs benutzt werden. Es handelt sich hier um ein Postfach in einem abgeschlossenen System. Dieses Postfach wird vom BFV nur dem Mitgliedsverein zur Verfügung gestellt. Erklärungen, die über dieses Postfach abgegeben werden, können zumindest nach den Grundsätzen der Duldungs- und Anscheinsvollmacht immer dem Verein zugerechnet werden, weil nur derjenige dieses Postfach nutzen kann, dem der Verein die Kennung zugänglich gemacht hat. Völlig anders liegt der Fall bei der allgemeinen E-Mail, bei der der Empfänger mit einem vernünftigen Aufwand nicht prüfen kann, ob die Absenderadresse tatsächlich dem Verein zugeordnet werden kann oder nicht. Der Revisionsführer weist in seiner Begründung selbst darauf hin, dass eine Überprüfung der Absenderangaben durch einen Laien nicht möglich ist, vielmehr ein technisch komplizierter Prozess durch ein hierauf spezialisiertes Unternehmen vorgenommen werden muss. Dies widerspricht aber gerade dem Schriftformerfordernis, welches der Rechtsklarheit dadurch dienen soll, dass ohne weitere, umfangreiche Ermittlungen festgestellt werden kann, wer der Aussteller ist.

Auch die Ansicht des Revisionsführers, es werden von mehreren E-Mail-Adressen nur eine anerkannt, ist unzutreffend. Die Zulassung der Antwortfunktion des ZIMBRA Postfaches stellt keine besondere E-Mail-Adresse dar, sondern es handelt sich um ein geschlossenes System des BFV, das dieser zu seinen Amtsträgern und Mitgliedsvereinen unterhält und das auf legale Weise für außenstehende Dritte nicht zugänglich ist.

Das Urteil des BSG entspricht daher der Rechtslage. Die Revision war daher zurückzuwiesen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00099-13/14-VSG
Sitzung vom 16.07.2014
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Wiederaufnahmeantrag von TSV X vom 09.07.2014 hinsichtlich seines Spielers N. N.


Beschluss:


I. Aufgrund des Wiederaufnahmeantrages des TSV X vom 09.07.2014 wird das Urteil des KSG vom 27.05.2014 hinsichtlich der Ziffer II aufgehoben.

II. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 € trägt der/die Spieler/in N. N. unter Mithaftung TSV X.


Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 27.05.2014 wurde der Spieler N. wegen unsportlichen Verhaltens für 2 Verbandsspiel/e (§ 51 Abs. 5 RVO) der A-Klasse-Mannschaft des Vereins TSV X gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf der vorstehenden Sperre.

Der Spieler N. wurde am 18.05.14 mit Roter Karte vom Platz gestellt und durch das KSG mit der Sperre von 2Verbandsspielen der A-Klasse-Mannschaft belegt. Der Spieler N. zählt nunmehr zum Kader der Bayernligamannschaft des TSV X. Da die Bayernligasaison bereits begonnen hat und regelmäßig Spiele stattfinden, wäre der Spieler bis zum ersten Spiel der Kreisligamannschaft für insgesamt 10 Spiele gesperrt. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.

Die vom TSV X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO i. V. m. § 11 I. Nr. 11. F

Aktenzeichen: 00094-13/14-VSG
Sitzung vom: 01.07.2014
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Schreckenbauer

Beschwerde des TSV X gegen den Beschwerde-Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 05.06.2014

Urteil:

I. Die Beschwerde des TSV X gegen den Beschwerde-Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 05.06.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 €, sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 60,00 € trägt der TSV X.


Gründe:

1. Am 25.04.2014 hat die JFG Y beantragt, nach Auflösung der JFG die U-13 Mannschaft, nunmehr des TSV X als eines Stammvereins, in der Kreisklasse einzuteilen. Mit Bescheid vom 21.05.2014 hat der zuständige Bezirks-Jugendausschuss den Antrag abgelehnt. Die dagegen eingelegte Beschwerde der JFG Y wurde vom Verbands-Jugendausschuss mit Entscheid vom 05.06.2014 zurückgewiesen. Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde zum Verbands-Präsidium, die vom TSV X fristgerecht eingelegt wurde. Der Verbands-Präsident hat mit Schreiben vom 24.06.2014 wegen Eilbedürftigkeit das Verfahren dem VSG zur Entscheidung vorgelegt. Der Verbandsanwalt hat mit Schreiben vom 24.06.2014 die Zurückweisung der Beschwerde beantragt.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde des TSV X ist nicht zulässig, er ist nicht beschwerdeberechtigt. Beschwerderecht hat nur derjenige Betroffene, gegen den die angegriffene Entscheidung ergangen ist. Dies ist hier die JFG Y als selbständig eingetragener Verein. Soweit der TSV X geltend macht, er habe als Rechtsnachfolger das Verfahren der JFG übernommen, kann dem nicht gefolgt werden. Nach Auflösung ist die JFG erloschen, die (ehemaligen) Stammvereine sind nicht Rechtsnachfolger. Die Übernahme eines laufenden Verfahrens durch einen anderen Verein ist in der RVO nicht vorgesehen.


Die Beschwerde des TSV X war damit als unzulässig zurückzuweisen.
Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass eine Auslegung der Beschwerde des TSV X als Antrag nach § 12 Abs. 8 JO schon deshalb keinen Erfolg bringen kann, weil die Frist (15. Mai) bereits verstrichen ist. Im Übrigen liegt der von § 12 Abs. 8 JO verlangte besonders gelagerte Härtefall nicht vor. Es handelt sich um die normale, gesetzlich in § 15 a Abs. 9 RVO vorgeschriebene Einteilung in die Normalgruppe bei Auflösung einer JFG, bei der auch subjektive Härten im Rahmen der Gleichbehandlung der Vereine hinzunehmen sind.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. II Nr. 6, 14 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbands-Präsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr festgesetzt, die dem Stand des Beschwerdeverfahrens entspricht (hier Beschwerde zum Verbands-Präsidium) und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht.

Aktenzeichen: 00092-13/14-VSG
Sitzung vom: 23.06.2014
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Krause

 

Revision des 1. FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 04.06.2014, Az.: 00217-13/14


Urteil:

I. Die Revision des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 04.06.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der 1. FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

Gründe:

1. Beim D-Juniorinnen Bezirksoberligaspiel SG Y gegen 1. FC X am 11.05.2014 wurde die Spielerin N. N. (1. FC X) eingewechselt, obwohl laut SR-Meldung für diese kein Pass vorgelegt werden konnte. Das JSG belegte den Verein wegen unzulässigen Spielereinsatzes mit Urteil vom 23.05.2014 mit einer Geldstrafe in Höhe von 40 € und nahm eine Spielwertung zugunsten des SG Y mit 2:0 vor. Gegen dieses Urteil legte der 1. FC X form- und fristgerecht Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 04.06.2014 als unbegründet zurückgewiesen. Über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs legte der 1. FC X am 10.06.2014 "Berufung" ein und rügt unter anderem das fehlende rechtliche Gehör, da der Verein wegen des ESB erst im Sportgerichtsverfahren die Information von der SR-Meldung wegen des fehlenden Passes bekommen hätte.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig; das als "Berufung" betitelte Rechtsmittel war in eine Revision umzudeuten.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Zu Recht haben sowohl das JSG in erster Instanz wie auch das BSG als Berufungsgericht § 18 Abs. 3 JO in nicht zu beanstandender Weise angewendet, nach § 77 RVO verurteilt und - als zwingende Folge - die Spielwertung zulasten des Revisionsführers vorgenommen.
Das VSG hat im Revisionsverfahren die Berufungsentscheidung ausschließlich hinsichtlich Rechtsfehler zu überprüfen, solche sind jedoch nicht ersichtlich. Die vom BSG festgestellten Tatsachen sind für das VSG bindend und müssen entsprechend übernommen werden. Hiernach fehlte der Pass der fraglichen E-Juniorinnenspielerin und es lag eine Bestätigung der Trainerin vor, dass diese Spielerin spielberechtigt ist. Der Pass dieser Spielerin wurde jedoch erst nach Ablauf der 3-Tagesfrist des § 18 Abs. 3 JO dem JSG vorgelegt.

Entgegen der Rechtsauffassung des Revisionsführers geht allein aus dem elektronischen Spielbericht nicht das vorhandene Spielrecht hervor. Durch den ESB wird die Passkotrolle auch nicht entbehrlich. Der Revisionsführer verkennt, dass nach § 18 Abs. 1 JO bei allen Spielen Passzwang besteht. Jeder Verbandsverein muss eigenverantwortlich sicherstellen, dass zum Spiel sämtliche Pässe der einzusetzenden Spieler vorgelegt werden. Fehlen Pässe, wovon der Verein selbst zwangsnotwendig positive Kenntnis hat, kann er entsprechend der Regelung des § 18 Abs. 3 JO den Nachweis antreten. Der Revisionsführer war somit nicht schuldlos an der Einhaltung dieser Frist gehindert, denn er wusste selbst, dass für die E-Juniorinnenspielerin kein Pass vorgelegt werden konnte.

Ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör ist nicht ersichtlich. Dem Revisionsführer wurde vom JSG mit der Verfahrenseinleitung mitgeteilt, dass nach der SR-Meldung der Pass der E-Juniorinnenspielerin fehlte. Der in der Revision neue Vortrag, dass die Trainerin das Spielrecht gar nicht bestätigt hätte, würde auch zu keinem anderen Ergebnis führen, denn auch hiernach handelt es sich um einen unzulässigen Spielereinssatz.

Bei Fehlen eines Passes ist gemäß § 18 Abs. 3 JO innerhalb von 3 Tagen die Spielberechtigung dem zuständigen JSG nachzuweisen ist. Es kommt nicht darauf an, dass der Verein die entsprechende Meldung des SR über den ESB nicht einsehen konnte, denn auch beim herkömmlichen Spielberichtsbogen, ist der SR gehalten, eine Meldung oder die handschriftlich auf dem Spielberichtsbogen zu dokumentierenden Vorkommnisse innerhalb von 2 Werktagen an den Spielgruppenleiter einzusenden bzw. die Meldung an die Vereine zu schicken. Für einen Verein ist es somit risikoreich oder gar unmöglich, abzuwarten, bis die Meldung des SR eingeht und dann erst zu handeln. Vielmehr fordert die kurze Frist des § 18 Abs. 3 JO - egal ob mit oder ohne ESB - ein eigenständiges und unverzügliches Handeln des Vereins ungeachtet eines Hinweises durch den SR oder gar einer Aufforderung durch das Sportgericht.

Der Pass der fraglichen E-Juniorinnenspielerin, der erst nach Ablauf der 3-Tagesfrist des § 18 Abs. 3 JO vorgelegt wurde, führt zu einer Bestrafung nach § 77 RVO und damit zwingend zur Spielwertung. Die Revision war daher als unbegründet zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 c) und 9 FO

Aktenzeichen: 00091-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

Berufung TSV X

Urteil:


I. Auf die Berufung des TSV X wird das Urteil des BSG vom 27.5.2014 (Az: 00215-13/14) in Ziffer II aufgehoben. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Infolge eines Platzverweises beim Spiel der Senioren A FSV Y gegen TSV X am 17.5.2014 wurde mit Urteil des BSG vom 27.5.2014 (00215-13/14) in Ziffer I der Spieler N. N. für zwei Spiele der Senioren A Bezirksliga-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Nach Ziffer II des Urteils gilt die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I des Urteils. Gegen die Ziffer II des Urteils richtet sich die Berufung des TSV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.2 RVO eingelegt. Ein Ausschluss nach § 44 Abs.4 RVO liegt nicht vor, weil sich die vom Berufungsführer vorgebrachte Unverhältnismäßigkeit im Strafmaß erst aus Ziffer II des Urteils ergeben konnte. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Ziffer II des angegriffenen Urteils führt dazu, dass die Sperrstrafe für den Spieler N. N. sich unverhältnismäßig zur begangenen Tat auswirkt. Wie vom TSV X vorgetragen, finden Spiele der A Senioren Bezirksliga-Mannschaft erst ab Juli 2014 wieder statt. Die Anbindung der Sperre nach Ziffer II des Urteils an den Ablauf von zwei Verbandsspielen dieser Mannschaft hat zur Folge, dass die Sperre für andere Verbandsspiele sich über einen langen Zeitraum zieht und damit unverhältnismäßig ist. Ziffer II des Urteils war damit aufzuheben.

Der TSV X wird darauf hingewiesen, dass Ziffer I des Urteils vom 27.5.2014 bestehen bleibt. In einem Senioren A Bezirksliga-Verbandsspiel darf der Spieler erst wieder eingesetzt werden, wenn die Sperre nach Ziffer I des Ersturteils abgelaufen ist.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00090-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Krause

Berufung des ESV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 20.05.2014, Aktenzeichen: 00707-13/14


Urteil:

I. Die Berufung des ESV X gegen das Urteil des SG vom 20.05.2014 wird verworfen.

II. Der ESV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 80,00.


Gründe:

1. Mit Urteil vom 20.05.2014 wurde der ESV X vom SG wegen Verletzung der Platzdisziplin seiner A-Juniorenmannschaft als Zuschauer bei dem B-Juniorinnen-Landesligaspiel SV A gegen SV B am 13.04.2014 mit einer Geldstrafe von 150 € belegt. Das Urteil wurde am 20.05.2014 über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt. Hiergegen wurde über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 01.06.2014 Einspruch eingelegt.

2. Das VSG hat den "Einspruch" in eine Berufung umgedeutet. Diese ist jedoch unzulässig. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die Berufung ist zu verwerfen. Das Urteil nebst Rechtsmittelbelehrung wurde am 20.05.2014 zugestellt. Gemäß § 44 Abs. 3 RVO ist die Berufung schriftlich mit Begründung und Angabe der Beweismittel innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe einzulegen. Die Frist endete damit nach § 26 Abs. 1 RVO mit Ablauf des 27.05.2014. Das erst am 01.06.2014 eingelegte Rechtsmittel ist somit nicht fristwahrend, die Berufung mithin unzulässig.


3. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 c) und 7 c) FO.

Aktenzeichen: 00089-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein


Anzeige gegen GSO der SRG X, Hr. N. N.


Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen GSO N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Mit Schreiben vom 18.05.2014 hat der JSGL A. A. Anzeige gegen den GSO N. N. u. a. aufgrund nachstehenden Sachverhalts erstattet:

Der Anzeigeerstatter hatte in einem anderweitigen Verfahren wegen Nichteinsendung eines Spielberichtsbogens einen SR beim SG zur Anzeige gebracht. In diesem Verfahren hat der GSO N. N. ebenfalls eine Stellungnahme beim zuständigen JSG abgegeben und soll hier insbesondere ausgeführt hat: "Für ein Verschulden der Post, die die Briefsendung nicht weitergeleitet hat (was die letzten Monate schon mehrmals vorgekommen ist) bzw. von einem JSGL, der den Bogen falsch abgeheftet oder im Schreibtisch-Urwald versenkt hat, .". Der Anzeigeerstatter fühlt sich dadurch in seiner Ehre verletzt. Er will diesen Vorgang nicht tolerieren und brachte diesen deswegen zur Anzeige. Mit weiterem Schreiben vom 02.06.2014 teilte er dann mit, dass er mit dem GSO die Sache ausführlich besprochen habe und deswegen die Anzeige zurücknimmt.

2. Das Verfahren war einzustellen.

Das VSG ist zuständig. Der betroffene GSO ist Funktionär.

Es kann im vorliegenden Fall dahinstehen, ob der Anzeigeerstatter und JSGL gemeint war oder ob es sich um eine allgemeine Formulierung zur Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hat. Nachdem der Anzeigeerstatter kein

Verfolgungsinteresse mehr hat, in dem er seine Anzeige zurückgenommen hat, war das Verfahren einzustellen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00088-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Beierlein

 

Urteil:


I. Der Schiedsrichter N. N., SV X wird aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV X.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 12.4.2014 anlässlich des Bundesliga -Spiels FC Bayern München gegen Borussia Dortmund eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 200 Euro verkauft zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere der Mitteilung des Zeugen Y. Der Betroffene hat sich zum Sachverhalt geäußert und eine Stellungnahme abgegeben. Die vom Betroffenen erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.

Die Stellungnahme des Betroffenen vom 27.5.2014, wonach er seine erworbene Schiedsrichterkarte mit einem Begleiter eines anderen Schiedsrichters aus Dortmund getauscht habe, stellt nach Überzeugung des VSG eine Schutzbehauptung dar.

Es ist für das VSG nicht nachvollziehbar und lebensfremd, dass eine Fan von Borussia Dortmund, der nach der Schilderung des Betroffenen bereits eine Karte für den Gästeblock hat, diese tauscht, um angeblich neben seinem Freund zu sitzen und sodann die getauschte Karte zu einem Preis von 200 Euro an eine Chinesin verkauft. Es wäre z.B. ohne weiteres möglich gewesen, seine vorhandene Karte sofort zu verkaufen. Zum anderen erscheint es nicht nachvollziehbar, dass diese Person die weite Anreise auf sich nimmt, um dann ohne das Spiel zu sehen wieder nach Hause zu fahren. Unabhängig davon ergibt sich aus den Unterlagen, dass die erworbene Karte nicht übertragbar ist, um jeden Missbrauch zu unterbinden.

Im Übrigen wurde auch eine weitere Karte für einen daneben liegenden Sitzplatz ebenfalls verkauft, was eindeutig gegen die Angaben des Betroffenen spricht, da es sich bei dem Verkäufer nicht um den von ihm genannten Schiedsrichter aus Dortmund handelt.

Das Verhalten des Betroffenen stellt daher eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er sich zum Sachverhalt geäußert hat und bislang nicht in Erscheinung getreten ist.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass er bei dem Kaufpreis einen sehr hohen Gewinn erzielt hat und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Karten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden.
Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Der Betroffene war nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus dem Verband auszuschließen, mildere Ahndungen kamen nicht in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

 

 

 

Aktenzeichen: 00087-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Beierlein

Verfahren gegen SGL N. N.


Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen SGL N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Der Verbandsanwalt erstattete mit Schreiben vom 17.03.2014 gegen den als Spielgruppenleiter tätigen Funktionär N. N. Anzeige beim Verbandssportgericht. Inhalt der Anzeige ist, dass der Betroffene in vier Fällen mit den Spielkennungen XXX, XXX, XXX und XXX mehrfache Veränderungen am ESB vorgenommen habe.

Der Betroffene hatte Gelegenheit Stellung zu nehmen. Er wies in seiner E-Mail vom 27.03.2014 darauf hin, dass ihm nicht bekannt gewesen sei, dass er Änderungen entsprechend zu dokumentieren habe. Für ihn seien es u.a. einfache Änderungen gewesen. Eine weitere Stellungnahme wollte er nicht abgeben.

2. Das VSG ist zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.

Das Verfahren gegen den Betroffenen ist einzustellen.

Das VSG hat sowohl vom Verbandsanwalt als auch vom VFMA, vom VJA sowie vom VSpA Stellungnahmen eingeholt. Hierin kommt übereinstimmend zum Ausdruck, dass es bislang keine festgelegte Anweisung bzw. Vorgehensweise bei Abänderungen des ESB an die Spielleiter gab Im Übrigen ist dem VSG auch aus anderen Verfahren bekannt, dass die Spielberichte in der Anfangszeit zum Teil von den SR zu schnell freigegeben wurden und sich diese dann anschließend an die Spielleiter wandten, um entsprechende Korrekturen zu veranlassen, welche diese dann vornahmen. Erst auf der Mitarbeitertagung Mitte März 2014 wurde bekannt, dass jede Korrektur mit einer angehängten E-Mail des SR an den ESB zu dokumentieren ist.
Eine strafwürdige Pflichtverletzung des Betroffenen war daher mangels einer Regelung zum Tatzeitpunkt nicht ersichtlich, so dass das Verfahren gegen ihn einzustellen war.

3. Für die zukünftige Handhabung weist jedoch das VSG auf folgendes hin:

a) Jede Änderung im ESB nach der Freigabe durch den Schiedsrichter kann ausschließlich durch einen entsprechenden Antrag des amtierenden SR, mit dessen Einverständnis erfolgen bzw. jede Änderung des ESB auf Antrag eines Vereines kann nur mit Einverständnis des Schiedsrichters erfolgen. Sämtliche Änderungen müssen in Schriftform erfolgen und als Anhang im ESB dokumentiert werden. Die Schriftform kann erfüllt werden als Fax, Email oder Brief.

b) Sollte die Änderung die Rubrik "Besondere Vorkommnisse" betreffen, so muss zusätzlich im Fließtext kenntlich gemacht werden, dass es sich um eine Änderung handelt.

c) Änderungen ohne Beachtung dieser Vorgaben sind unzulässig.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00086-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Verfahren gegen SGL N. N.


Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen SGL N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Der Verbandsanwalt erstattete mit Schreiben vom 17.03.2014 gegen den als Spielgruppenleiter tätigen Funktionär N. N. Anzeige beim Verbandssportgericht. Angezeigt wurde, dass der Betroffene bei 10 verschiedenen Spielen im Zeitraum September bis November 2013 mehrfach nachträgliche Veränderungen am ESB vorgenommen habe.

Der Betroffene nahm zu diesem Vorwurf im email vom 28.03.2013 Stellung und führt unter anderem an, dass es in der Anfangszeit wegen der Neueinführung des ESB zu einigen Unstimmigkeiten gekommen ist. An die einzelnen Begebenheiten der aufgeführten Fälle könne er sich nicht mehr erinnern. Zur damaligen Anfangszeit des ESB wurden die Spielberichte zum Teil von den SR zu schnell freigegeben. Diese wandten sich dann anschließend an die Spielleiter, um Korrekturen zu veranlassen, welche dies dann vornahmen. Erst auf der Mitarbeitertagung Mitte März 2014 wurde bekannt gegeben, dass jede Korrektur mit einer angehängten email des SR an den ESB dokumentiert werden muss.

2. Das VSG ist gemäß § 20 I b RVO für die Entscheidung zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.


3. Das Verfahren gegen den Betroffenen ist einzustellen. Das VSG hat sowohl vom Verbandsanwalt als auch vom VFMA, dem VJA sowie vom VSpA Stellungnahmen eingeholt. Hierin kommt übereinstimmend zum Ausdruck, dass es bislang keine festgelegte Anweisung bzw. Vorgehensweise bei Abänderungen des ESB an die Spielleiter gibt. Eine strafwürdige Pflichtverletzung des Betroffenen war daher mangels Regelung nicht ersichtlich, so dass das Verfahren gegen ihn mangels Verschulden einzustellen war.

4. Für die zukünftige Handhabung weist jedoch das VSG auf folgendes hin:

a) Jede Änderung im ESB nach der Freigabe durch den Schiedsrichter kann ausschließlich durch einen entsprechenden Antrag des amtierenden SR, mit dessen Einverständnis erfolgen bzw. jede Änderung des ESB auf Antrag eines Vereines kann nur mit Einverständnis des Schiedsrichters erfolgen. Sämtliche Änderungen müssen in Schriftform erfolgen und als Anhang im ESB dokumentiert werden. Die Schriftform kann erfüllt werden als Fax, Email oder Brief.

b) Sollte die Änderung die Rubrik "Besondere Vorkommnisse" betreffen, so muss zusätzlich im Fließtext kenntlich gemacht werden, dass es sich um eine Änderung handelt.

c) Änderungen ohne Beachtung dieser Vorgaben sind unzulässig.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00085-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey


Verfahren gegen SGL N. N.

Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen SGL N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Der Verbandsanwalt erstattete mit Schreiben vom 17.03.2014 gegen den als Spielgruppenleiter tätigen Funktionär N. N. Anzeige beim Verbandssportgericht. Angezeigt wurde, dass der Betroffene bei 13 verschiedenen Spielen im Zeitraum August bis November 2013 mehrfach nachträgliche Veränderungen am ESB vorgenommen habe.

2. Der Betroffene nahm zu diesem Vorwurf Stellung und führte unter anderem an, dass es in der Anfangszeit wegen der Neueinführung des ESB zu einigen Unstimmigkeiten gekommen ist, die richtige Handhabung wurde erst später nochmals erörtert und abschließend festgelegt.

3. Auf Veranlassung des VSG hat der Verbandsanwalt nochmals eine umfangreiche Stellungnahme vom 17.04.14, die zum Gegenstand der Verhandlung gemacht wird, erstellt.
Ebenfalls haben in diesem Verfahren der VFMA, der VJA sowie der VSpA Stellungnahmen am 06.05.14 eingereicht. Auf den dortigen Inhalt kann ebenfalls verwiesen werden.

4. Der Verbandsanwalt selbst teilte mit Telefonat vom 07.05.14 mit, dass er keinen Strafantrag stellen wird.

5. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 RVO für die Entscheidung zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.


6. Das Verfahren gegen den Betroffenen war deshalb mangels Verschulden einzustellen. Die vom VSG von den genannten Personen eingeholten Stellungnahmen bringen übereinstimmend zum Ausdruck, dass es bislang keine festgelegte Anweisung bzw. Vorgehensweise bei Abänderungen des ESB an die Spielleiter gibt. Eine strafwürdige Pflichtverletzung des Betroffenen war daher mangels Regelung nicht ersichtlich, sodass das Verfahren gegen ihn einzustellen war.

Für die zukünftige Handhabung weist jedoch das VSG auf folgendes hin:

a) Jede Änderung im ESB nach der Freigabe durch den Schiedsrichter kann ausschließlich durch einen entsprechenden Antrag des amtierenden SR, mit dessen Einverständnis erfolgen bzw. jede Änderung des ESB auf Antrag eines Vereines kann nur mit Einverständnis des Schiedsrichters erfolgen. Sämtliche Änderungen müssen in Schriftform erfolgen und als Anhang im ESB dokumentiert werden. Die Schriftform kann erfüllt werden als Fax, E-Mail oder Brief.

b) Sollte die Änderung die Rubrik "Besondere Vorkommnisse" betreffen, so muss zusätzlich im Fließtext kenntlich gemacht werden, dass es sich um eine Änderung handelt.

c) Änderungen ohne Beachtung dieser Vorgaben sind unzulässig.


7. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00084-13/14-VSG
Sitzung vom: 30.05.2014
Besetzung: Beierlein als Einzelrichter


Antrag auf einstweilige Verfügung im Berufungsverfahren der SpVgg X gegen des Urteil des SG vom 28.05.2014, Az.: 00741-13/14

Beschluss:

I. Der Antrag der SpVgg X vom 30.05.2014 auf Erlass einer einstweiligen Verfügung im Berufungsverfahren gegen das Urteil des SG vom 28.05.2014, Az.: 00741-13/14 auf Absetzung des Relegationsspieles zwischen dem TSV B und dem 1. FC A am 30.05.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt die SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

Die SpVgg X hat mit Schreiben vom 30.05.14 Berufung gegen das Urteil des SG, Az.: 00741-13/14 vom 28.05.2014 eingelegt und darüber hinaus eine einstweilige Verfügung dahingehend beantragt, dass das vorgenannte Relegationsspiel am 30.05.2014 abzusetzen ist. Es kann zunächst dahinstehen, ob der Antrag zulässig ist.
Der Antrag ist in der Sache jedoch unbegründet.
Nach dem bisherigen Sachvortrag und den vorliegenden Unterlagen, insbesondere dem Abschlussbericht des Verbandsanwaltes, den Berichten des Schiedsrichters sowie der Sportradar GmbH sowie den Stellungnahmen der beteiligten Vereine bestehen keinerlei Anhaltspunkte und Nachweise dahingehend, dass das Spiel 1. FC A gegen SV C am 24.05.2014 in der vom Antragsteller behaupteten Weise manipuliert worden wäre.
Darüber hinaus würde nach § 15 Abs. 6 SpO im Falle einer erfolgreichen nachträglichen anderweitigen Entscheidung zugunsten der SpVgg X diese an die Stelle vom 1. FC A treten.
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung war daher zurückzuweisen.
Kosten § 11 Nr. 13 d FO.

Aktenzeichen: 00083-13/14-VSG
Sitzung vom: 30.05.2014
Besetzung: Beierlein als Einzelrichter


Beschwerde der SpVgg X - Spielansetzung der Relegationsspiele 1. FC A - TSV B

Beschluss:

I. Der Antrag der SpVgg X vom 28.05.2014 auf Erlass einer einstweiligen Verfügung im Beschwerdeverfahren auf Absetzung des Relegationsspieles zwischen dem TSV B und dem 1. FC A am 30.05.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt die SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

Die SpVgg X hat mit Schreiben vom 28.05.2014 Beschwerde gegen die Ansetzung des Relegationsspieles TSV B gegen 1. FC A am 30.05.14 eingelegt, welche dem VSG zur Entscheidung vorliegt. Mit Schriftsatz vom 30.05.14 hat die SpVgg X darüber hinaus eine einstweilige Verfügung dahingehend beantragt, dass das vorgenannte Relegationsspiel am 30.05.2014 abzusetzen ist.
Der Antrag ist zulässig, in der Sache jedoch unbegründet.
Nach dem bisherigen Sachvortrag und den vorliegenden Unterlagen, insbesondere dem Abschlussbericht des Verbandsanwaltes, den Berichten des Schiedsrichters sowie der Sportradar GmbH sowie den Stellungnahmen der beteiligten Vereine bestehen keinerlei Anhaltspunkte und Nachweise dahingehend, dass das Spiel 1. FC A gegen SV C am 24.05.2014 in der vom Antragsteller behaupteten Weise manipuliert worden wäre.
Darüber hinaus würde nach § 15 Abs. 6 SpO im Falle einer erfolgreichen nachträglichen anderweitigen Entscheidung zugunsten der SpVgg X diese an die Stelle vom 1. FC A treten.
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung war daher zurückzuweisen.
Kosten § 11 Nr. 13 d FO.

Aktenzeichen: 00081-13/14-VSG
Sitzung vom 28.05.2014
Besetzung: Beierlein, Krause, Preißinger

Beschwerde der SpVgg X gegen die vorgenommene Einteilung der regionalen Relegations-Gruppen zur Bayernliga am 25.05.2014


Urteil:

I. Die Beschwerde der SpVgg X gegen die vorgenommene Einteilung des Verbands-Spielausschusses zu den regionalen Relegations-Gruppen zur Bayernliga am 25.05.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 €, sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 150,00 € trägt die SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Mit Entscheidung vom 25.5.2014 legte der Verbands-Spielausschuss die Zusammensetzung der Gruppen für die Auslosung zur Relegation zur Bayernliga fest. Hierbei wurde die SpVgg X in eine Vierergruppe mit einem weiteren Verein aus der Bayernliga und zwei Landesligisten eingeteilt. Dagegen legte der Verein per Fax und Mail am 26.05. bzw. 27.05.2014 Beschwerde zum Verbandspräsidenten ein. Mit Schreiben vom 27.05.2014 legte der Verbandsanwalt die Beschwerde dem VSG vor und beantragt deren Zurückweisung.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der Relegation zur Bayernliga betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen die Entscheidung des Verbands-Spielausschusses ist zulässig, aber unbegründet.

Dies ergibt sich aus folgenden Erwägungen:

Die Einteilung der Vereine gemäß §§ 10 Abs. 2, 18 Abs. 5, 19 Abs. 5 SpO obliegt dem Ermessen des für den Spielbetrieb zuständigen Organs, das hierbei nach geografischen, spieltechnischen und verkehrstechnischen Gesichtspunkten vorzugehen hat.
Das VSG kann daher nach ständiger Rechtsprechung, insbesondere Az.: 00071-12-13-VSG nur prüfen, ob das Ermessen ausgeübt wurde und dabei kein Ermessensfehler unterlaufen ist, also insbesondere eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen wurde, die den vorgegebenen Parametern folgt und nicht willkürlich ist. Regelmäßig werden sich dabei mehrere Möglichkeiten der Einteilung der Ligen ergeben und Grenzfälle auftreten, wobei die Entscheidung solcher Fälle dann das obengenannte Organ autonom zu treffen hat. Ein Anspruch eines Vereins darauf, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen eine bestimmte getroffen wird, besteht nicht. Auch kann nicht gefordert und dementsprechend überprüft werden, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen die "optimalste Lösung" herangezogen wird. Zum einen lässt sich diese optimalste Lösung meist nicht objektiv feststellen, sondern besteht nur aus dem Blickwinkel eines oder mehrere Vereine, zum anderen steht dem Organ nur ein kurzes Zeitfenster zwischen dem Abschluss der Vorsaison und dem Beginn der Relegation zu, so dass die dafür notwendige Zeit, die objektiv beste Lösung zu ermitteln, nicht zur Verfügung steht. Die rechtzeitige Sicherheit über die Zusammensetzung der Ligen ist aber unter dem Aspekt des Wettbewerbs ebenfalls ein zu berücksichtigender Gesichtspunkt.

Unter Beachtung dieser Grundsätze ist die Einteilung durch den Verbands-Spielausschuss nicht zu beanstanden.

Ein Ermessensfehler ist nicht ersichtlich.

Aus der vorliegenden Stellungnahme des Verbands-Spielausschusses vom 28.5.2014 ergibt sich, dass zum einen sportliche bzw. spieltechnische Gründe dahingehend berücksichtigt wurden, dass in keine Gruppe mehr als 2 Vereine aus der Bayern- bzw. Landesliga eingeteilt werden sollten. Auch geografische und regionale Gesichtspunkte der künftigen Aufteilung der Bayernliga mit Teilnehmern aus dem nördlichen und südlichen Bereich flossen in die Entscheidung der Einteilung der Gruppen ein.

Hinsichtlich der Frage der Entfernungen, die die Vereine jeweils zurücklegen müssen, ist festzustellen, dass theoretisch naturgemäß auch andere Einteilungen möglich gewesen wären, die für einzelne Vereine zu weniger Kilometern geführt hätten. Dies führt jedoch entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht zu einem Anspruch auf Einteilung in eine andere Gruppe. So wäre z.B. bei Vorschlag 3 eine Gruppe mit 3 Bayernligisten zu bilden gewesen, was wiederum aus sportlichen Gründen vermieden werden sollte. Zudem ist die Entfernung bzw. die anfallenden Kilometer nur eines von mehrere gleichrangigen Kriterien für die Einteilung.

Auch der seitens der SpVgg X gemachte Vorschlag der Einteilung wäre denkbar, jedoch nicht zwingend gewesen. Die Gesamtfahrtstrecke dieses Vorschlages hätte 3316 km betragen, die des letztlich angenommenen Vorschlages 1 3442 km. Ein Ermessensfehler dahingehend, zwingend eine andere Einteilung der Gruppen, wie vorgetragen, vorzunehmen, ist nicht erkennbar.
Die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach dem besten Tabellenfünfzehnten der Bayernliga zwingend ein Freilos zusteht, geht fehl, dies ist vielmehr nur bei Einteilung in eine Dreiergruppe der Fall.

Soweit ein Regelverstoß durch das Freilos für die DJK Y vorgetragen wird, ist festzustellen, dass diesbezüglich keine Beschwerdeberechtigung besteht, da die Beschwerdeführerin von den Spielen in Gruppe B in keinem Fall betroffen sein kann. Darüber hinaus, ist die Entscheidung, das Freilos durch Losentscheid festzulegen nicht zu beanstanden, da dem FC Z als schlechter plaziertem Bayernligisten gerade kein Freilos zusteht.

Die Entscheidung des Verbands-Spielausschusses zur Einteilung der Gruppen ist daher nicht ermessensfehlerhaft, so dass die Beschwerde zurückzuweisen war.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

Aktenzeichen: 00077-13/14-VSG
Sitzung vom 20.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Schreckenbauer


Wiederaufnahmeantrag des FC X zum Urteil des JSG vom 18.11.2013, Az.: 00202-13/14


Urteil:

I. Der Wiederaufnahmeantrag des FC X zum Urteil des JSG vom 18.11.2013 wird als unzulässig zurückgewiesen.

II. Kosten werden keine erhoben. Außergerichtliche Kosten werden keine erstattet.

 
Gründe:

1. Mit Urteil vom 18.11.2013 wurde ein Sportgerichtsverfahren gegen den SC Y eingestellt, welches durch eine Anzeige des FC X initiiert worden war.

Der FC X legte nunmehr weitere Beweismittel vor, die nach seiner Ansicht den Sachverhalt nachweisen würden. Auf Anfrage des BFV, ob das Schreiben als Wiederaufnahmeantrag zu werten sei, antwortete der FC X, dass dies so gewollt sei.


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 g) RVO zuständig.

Der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ist unzulässig. Ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens kann nur von demjenigen gestellt werden, der im Ausgangsverfahren auch ein Rechtsmittel hätte einlegen können. Dritte Personen, die nicht rechtsmittelbefugt sind, können auch keine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen, weil sie durch das Urteil rechtlich nicht beschwert sind. Dabei kommt es auf eine direkte Beschwer an. Eine nur indirekte Beeinträchtigung reicht nicht aus. Der Anzeigeerstatter ist aus diesen Gründen regelmäßig nicht zum Rechtsmittel befugt. Er ist kein Verfahrensbeteiligter.

Der Ausgang des Verfahrens gegen den SC Y hätte für den FC X keine direkte rechtliche Wirkung, weil Gegenstand des Verfahrens nur die Bestrafung des SC Y sein kann. Die daraus möglicherweise abzuleitende Folge für das ebenfalls rechtskräftige Verfahren gegen den FC X wäre allenfalls von indirekter Art und kann daher keine rechtliche Beschwer begründen.

3. Es wurde davon abgesehen, dem FC X die Kosen des erfolglosen Wiederaufnahmeantrags aufzuerlegen, weil der FC X durch eine missverständliche Rückfrage dazu gebracht wurde, die Mitteilung als Wiederaufnahmeantrag zu bezeichnen, der das Verfahren gegen den SC Y betrifft und der aus den obigen Gründen jedoch unzulässig ist (§ 33 Abs. 3 RVO).

Aktenzeichen: 00075-13/14-VSG
Sitzung vom: 16.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

 

SV Y gegen TSV X vom 04.05.2014

 

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der Verein TSV X.


Gründe:

1. Beim Verbandsspiel SV Y - TSV X am 04.05.2014 wurde der betroffene Spieler Wagner mit Rot des Feldes verwiesen, da er nach Meldung des SR von der Seite mit hoher Geschwindigkeit auf den Ball für einen Gegenspieler zulief, der mit dem Ball am Fuß in Richtung Tor lief. Beim Versuch den Ball zu spielen, traf dann der Betroffene bei einer Grätsche das Bein seines Gegenspielers. Er wurde deswegen durch das BSG gemäß § 66 I für 2 Verbandsspiele gesperrt. Hiergegen wendete sich der Betroffene, legte durch seinen Verein Berufung zum VSG ein und beantragte eine sofortige Aufhebung der Sperre. Zum Beweis wurde ein entsprechendes Video vorgelegt, welches vom VSG in Augenschein genommen wurde.

Die zulässige Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

2. Das als Einspruch bezeichnete Rechtsmittel war in eine Berufung umzudeuten. Diese ist form- und fristgerecht eingelegt.

Das BSG hat hier zu Recht ein rohes Spiel angenommen. Nichts anderes ergibt sich aus den in Augenschein genommenen Videoaufnahmen. Der Betroffene rannte von der Seite auf den ballführenden Spieler zu, setzte mit hohem Tempo eine entsprechende seitliche Grätsche an und traf dabei den Gegenspieler. Er kam einen Bruchteil einer Sekunde zu spät. Hierbei handelt sich um ein rohes Spiel, welches mit der Mindeststrafe von zwei Verbandsspielen zu ahnden war. Dabei hat das Erstgericht bereits die zugunsten des Betroffenen abgegebene Stellungnahme des SR berücksichtigt, dass das Foul abgesehen von der Schnelligkeit nicht weiter schlimm gewesen sei. Die Mindestsperrfrist kann nicht unterschritten werden. Aufgrund all dieser Umstände war daher das Urteil des BSG nicht zu beanstanden und die Berufung daher zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00074-13/14-VSG
Sitzung vom 06.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Schreckenbauer


Verfahren gegen Schiedsrichter N. N.


Urteil:

I. Schiedsrichter N. N. wird wegen Verletzung der Prüfungspflicht gemäß § 82 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 10,00 € unter Mithaftung seines Vereins TSV X belegt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € unter Mithaftung seines Vereins TSV X.


Gründe:

1. Der Betroffene war am 26.12.2013 als Schiedsrichter bei einem privaten Hallenturnier eingeteilt. Der Betroffene versäumte es aus Nachlässigkeit bei der Passkontrolle bei einer Mannschaft die notwendige Ausnahme-genehmigung zu prüfen.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 b RVO. Aus Sinn und Zweck der Vorschrift ergibt sich, dass die besondere Zuständigkeit des VSG sowohl für Personen gilt, die zum Zeitpunkt des Vergehens Funktionäre sind, als auch für Personen, deren Amtszeit erst nach der Tat beginnt, aber bei der Entscheidung schon Funktionäre sind. Durch die besondere Zuweisung zum VSG soll die höchstmögliche Neutralität des Sportgerichts sichergestellt sein, weshalb nicht die Sportgerichte entscheiden, mit denen der Funktionär regelmäßig zusammenarbeitet.

3. SR N. hat die vorgeschriebene Prüfung der Spielerpässe nicht vorgenommen und dadurch gegen § 82 RVO verstoßen. Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Einlassungen des Betroffenen in seinem Schreiben vom 24.4.2014. Bei der Strafzumessung ist sein Eingeständnis strafmildernd zu berücksichtigen. Nach Überzeugung des VSG ist die Mindeststrafe von 10.- Euro angemessen.


4. Die Kosten des Verfahrens trägt der Betroffene gemäß §§ 32, 33 RVO unter Mithaftung seines Vereins. Die für eine Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem BSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seine Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall erscheint es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 II 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 II 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit der Betroffenen steht.

Aktenzeichen: 00073-13/14-VSG
Sitzung vom 06.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil des BSG vom 22.04.2014, Az.: 00179-13/14

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil des BSG vom 22.04.2014 wird das Urteil aufgehoben und das Verfahren an das BSG zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen.

II. Die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Mit Schreiben vom 13.04.2014 zeigte der zuständige Spielleiter dem BSG an, dass der SSV X das Spiel vom 11.04.2014 gegen SV Y wegen Spielermangels abgesagt hat. Das BSG verurteilte daraufhin am 22.04.2014 den SSV X wegen Verursachens eines Spielausfalls mit 50 €, wertete jedoch das Spiel gemäß § 40 SpO für den SSV X mit 2:0 als gewonnen und für den SV Y als verloren. Gegen dieses Urteil legte der Verbandsanwalt fristgerecht am 28.04.2014 per Telefax Berufung ein und verwies auf den offensichtlichen Fehler.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig und begründet. Es handelt sich um einen offensichtlichen Fehler, da einem Verein, welcher wegen eines Spielausfalls verurteilt wird, keine Spielwertung zu seinen Gunsten zu Teil werden kann.
Das Urteil war daher aufzuheben und zur erneuten Entscheidung an das BSG zurückzugeben.

3. Kosten § 32, 33 RVO

 

Aktenzeichen: 00072-13/14-VSG
Sitzung vom 06.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Preißinger

Revision des Vereins SVN X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 08.04.2014, Az.: 00248-13/14

Urteil:

I. Die Revision des SVN X gegen das Urteil des BSG vom 08.04.2014 wird verworfen.

II. Der SVN X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00


Gründe:

1. Am 17.11.2013 brach der amtierende Schiedsrichter das Spiel SVN X gegen SV Y in der 70. Spielminute ab, weil es auf dem Spielfeld zu gegenseitigen Tätlichkeiten der Spieler untereinander sowie mit Zuschauern gekommen war. Mit Urteil vom 21.03.2014 verurteilte das KSG den Betroffenen nach durchgeführter mündlicher Verhandlung wegen Verschuldens eines Spielabbruchs zu einer Geldstrafe von € 500,00 und wegen ungenügenden Ordnungsdienstes zu einer weiteren Geldstrafe von € 300,00. Außerdem wertete das KSG das Spiel mit 0:2 für den SVN X als verloren. Gegen dieses Urteil legte der Betroffene form- und fristgerecht Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 08.04.2014 als unbegründet zurückgewiesen, nachdem zuvor beide Verfahren durch Beschluss miteinander verbunden worden waren. Das Urteil wurde am 08.04.2014 in das BFV-Postfach des Vereins eingestellt und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen.

Gegen das Urteil legte der Betroffene am 14.04.2014 schriftlich Revision ein. Die Revision wurde wie folgt begründet: "Grundlage für den Einspruch sind die bereits aufgeführten Begründungen beim Sportgerichtsverfahren KSG und bei der Berufungsverhandlung beim BSG, siehe o.g. Aktenzeichen, Unterlagen liegen Ihnen vor."


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die Revision ist unzulässig.

Gemäß § 45 Abs. 2 RVO ist die Revision binnen einer Frist von zwei Wochen nach Veröffentlichung des Urteils oder Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Sie muss die verletzte Vorschrift bezeichnen und darlegen, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus.

Der Betroffene hat hier keine ausreichende Begründung gegeben. Weder wurde eine Vorschrift explizit genannt, noch lässt sich der Begründung entnehmen, gegen welche Vorschrift das BSG verstoßen haben soll. Der Betroffene hat lediglich pauschal auf seinen bisherigen Sachvortrag vor dem KSG und dem BSG verwiesen und darum gebeten, ein drittes Mal über den Sachverhalt zu entscheiden. Eine Revision ist jedoch keine weitere Tatsacheninstanz, bei der der Vorgang, über den bereits das KSG und das BSG entschieden haben, nochmals zur Überprüfung gestellt werden kann.

Das VSG hat im Revisionsverfahren nur zu prüfen, ob das BSG bei der Entscheidung einen Rechtsfehler begangen hat, also ein Verfahrensfehler vorliegt. Dabei ist Voraussetzung für die Prüfung, dass eine wirksame Revisionsschrift vorgelegt wird. Es muss zumindest ein Rechtsfehler erkennbar gerügt werden. Das VSG kann dann das gesamte Urteil überprüfen. Wenn der Revisionsführer jedoch überhaupt kein Hinweis gibt, welchen Verfahrensfehler das Berufungsgericht seiner Ansicht nach begangen hat, ist dem VSG eine Prüfung von Amts wegen verwehrt.

Als Folge davon ist die Revision als unzulässig zurückzuweisen.


4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00071-13/14-VSG
Sitzung vom 06.05.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Preißinger


Verfahren gegen Schiedsrichter N. N.

Urteil:

I. Der Schiedsrichter N. N., SV DJK X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Schiedsrichterausweis Nummer XXXXXXX wird eingezogen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV DJK X.


Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 01.03.2014 anlässlich des Bundesliga-Spiels FC Bayern München gegen Schalke 04 eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 150 Euro verkauft zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere der Mitteilung des Sicherheitsdienstes der Allianz Arena.

Der Betroffene hat sich zum Sachverhalt inhaltlich geäußert. Die vom Betroffenen erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.


Die Angaben des Betroffenen, er habe die Karte nach Erhalt verloren, stellen nach Überzeugung des VSG eine reine Schutzbehauptung dar. Der Betroffene hat ausweislich der Unterlagen und seiner eigenen Stellungnahme den Verlust der Karte nicht gemeldet und den Sachverhalt auch am 11.03.2014, wo er erneut eine SR-Karte erwerben wollte, nicht offen gelegt. Weiter erscheint es lebensfremd, dass der Finder der Karte diese dann sogleich veräußert.

Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Zugunsten des Betroffenen konnten keine Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass er bei dem Kaufpreis einen sehr hohen Gewinn erzielt hat und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Schiedsrichterkarten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden.

Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Der Betroffene war daher nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus dem Verband auszuschließen, mildere Ahndungen kamen nicht in Betracht.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00070-13/14-VSG
Sitzung vom 25.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Krause


Berufung der DJK X gegen das Urteil des BSG vom 22.04.2014

Urteil:


I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.
II. Die Kosten der Berufung in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt die DJK X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Beim Verbandsspiel der Frauen Bezirksliga zwischen DJK X gegen TSV Y am 12.04.2014 verhängte der SR gegen die X Spielerin N. N. einen Feldverweis auf Dauer. Er fügte an den Online-Spielbericht eine Meldung dahingehend an, dass ein Torschuss von der Y Torhüterin abgewehrt wurde und der Ball seitlich nach vorne abprallte. Sowohl Torhüterin als auch die Spielerin N. setzten nach. Die Torhüterin hielt den Ball sicher, als die Spielerin N. noch voll durchzog und die Torhüterin mit guter Wucht am Kopfbereich bzw. Oberkörperbereich traf. Eine Durchschrift an den Verein sendete der SR ausweislich des Onlinespielberichtsbogens nicht ab.
Das BSG verhängte mit Urteil vom 22.04.2014 gegen die Spielerin N. nach § 66 I RVO eine Sperre von zwei Verbandsspielen und verurteilte sie zu den Kosten des Verfahrens unter Mithaftung des Vereins.

2. Mit Telefaxschreiben vom 23.04.2014 legte die DJK X gegen dieses Urteil Berufung beim BSG ein und begründete dies u. a. damit, dass die Meldung des SR dem Verein nicht zugeleitet wurde und dass deshalb vom Verein keine Stellungnahme hätte abgegeben werden können. Ferner sei die rote Karte an sich völlig überzogen, da die Torhüterin den Ball lediglich knapp vor der eigenen Spielerin erreichte, welche auch noch über die Torhüterin sprang. Ein Videomitschnitt der Szene sei auf der Homepage des Vereins eingestellt und würde diesen Vortrag bestätigen.

3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht am 23.04.2014 per Telefax eingereicht, das Verbands-Sportgericht ist auch gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Grundsätzlich ist nach § 36 Abs. 1 RVO der SR verpflichtet dem Verein eine Abschrift seiner erstatteten Meldung zukommen zu lassen. Dies wurde im vorliegenden Fall unterlassen, da der SR an den elektronischen Spielberichtsbogen die Meldung anfügte, jedoch hierdurch der Verein keine Kenntnis erlangen konnte. § 36 Abs. 3 RVO weist darauf hin, dass dem Verein die Möglichkeit gegeben wird, den Wortlaut des SR-Berichts über das zuständige Sportgericht einzuholen, wenn die Zusendung der Meldung durch den SR unterblieben ist. Die Meldung hätte vom SR spätestens am 15.04.2014 weggeschickt werden müssen und wäre daher bei üblicher Postlaufzeit von 3 Tagen wegen der Osterfeiertage spätestens am 19.04.2014 eingegangen. Trotz des Nichteingangs einer Meldung hat es der Berufungsführer unterlassen, diese beim Sportgericht anzufordern oder ohne Kenntnis der Meldung eine Stellungnahme abzugeben. Nach § 39 Abs. 3 RVO kann von einer Mitteilung über die Einleitung des Verfahrens bei einem Feldverweis auf Dauer abgesehen werden. Das BSG konnte daher am 22.04.2014 sein Urteil fällen.

5. Letztendlich kann jedoch dieser formelle Einwand dahingestellt bleiben, da die Stellungnahme des Vereins in der Berufungsinstanz in vollem Umfang berücksichtigt und das rechtliche Gehör somit gewahrt wurde, aber nach Überzeugung des Verbands-Sportgerichtes dies zu keinem anderen Ergebnis geführt hätte, wie beim Erstgericht. Das zum Beweis angeführte Video wurde vom VSG in Augenschein genommen. Hierauf ist ersichtlich, dass der Ball von der Torhüterin bereits sicher mit beiden Händen umgriffen und damit festgehalten wurde, als die Spielerin N. trotzdem noch versuchte den Ball zu spielen. Ein willentliches Darüberspringen der Spielerin N., wie vorgetragen, konnte nicht erkannt werden. Vielmehr trat diese gegen den von der Torhüterin umgriffenen Ball, traf hierbei klar mit ihrem rechten Bein die Torhüterin im Kopf-Oberkörperbereich, blieb hierdurch an ihr hängen, stolperte über diese und kam zu Fall. Dies erfüllt den Tatbestand des rohen Spiels, zumal die Torhüterin behandelt werden musste, also nicht nur gefährdet, sondern auch verletzt wurde.
Das Verbands-Sportgericht sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom Erstgericht ausgesprochenen Sperre vorzunehmen, welche bereits die Mindeststrafe nach § 66 RVO darstellte. Die Strafe erscheint als durchaus angemessen, aber auch ausreichend, so dass die Berufung mit der entsprechenden Kostenfolge zurückzuweisen war.

 

Aktenzeichen: 00069-13/14-VSG
Sitzung vom 22.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger, Krause, Frey, Schreckenbauer


Antrag des Verbandsanwalts auf Auslegung des § 16 Spielordnung

 

Urteil:

 

I. § 16 der Spielordnung ist dahingehend auszulegen, dass einem Verein, der auf einem Relegationsplatz um den Abstieg steht, kein Recht zum Verzicht auf die Relegationsspiele zusteht.

II. Tritt ein Verein bei einem Relegationsspiel um den Abstieg nicht an, ist dieses wie ein Nichtantreten zu einem Verbandsspiel zu bewerten. Verzichtet ein Verein von vorneherein auf die Teilnahme an Relegationsspielen ist dies wie ein Einstellen des Spielbetriebs während der Saison zu werten, mit der Folge, dass die Mannschaft in der untersten Spielklasse des Kreises neu eingeteilt wird.


Gründe:

 

1. Mit Schreiben vom 13.03.2014 beantragte der Verbandsanwalt die Auslegung von § 16 Abs. 4 und Abs. 5 Spielordnung zu folgender Fragestellung:

Ein Verein aus der Landesliga XX möchte auf die ihm möglicherweise bevorstehenden Relegationsspiele um den Abstieg in die Bezirksliga verzichten. Ist dieser Verzicht zulässig und welche Folgen würde ein Verzicht auslösen.


2. Das VSG ist für die Auslegung der Vorschrift zuständig. Gemäß § 20 Abs. 2 RVO kann der Verbandsanwalt die Auslegung einer Vorschrift beantragen. § 20 Abs. 2 RVO lautet:
Das Verbands-Sportgericht hat auf Antrag des Verbands-Präsidenten oder des Verbandsanwalts die Bestimmungen der Satzung und der Ordnungen auszulegen.

Ein besonderes rechtliches Interesse wird in der Vorschrift nicht verlangt.

Die Auslegung von Vorschriften der Satzung oder der Verbandsordnungen zählt zu den grundsätzlichen Angelegenheiten. Gemäß § 8 Abs. 4 RVO war daher mit einem Vorsitzenden und mindestens vier Beisitzern zu entscheiden.

3. § 16 Abs. 4 der Spielordnung (SpO) lautet:
(4) Der unwiderrufliche Verzicht auf das direkte Aufstiegsrecht und das Recht zur Teilnahme an Relegationsspielen ist vor dem letzten Spieltag der betroffenen Ligen durch ein zeichnungsberechtigtes Vorstandsmitglied schriftlich zu erklären. Bei einer nachträglichen Verzichterklärung wird die jeweilige Mannschaft in die unterste Spielklasse eingegliedert.

§ 16 Abs. 5 der Spielordnung (SpO) lautet:
(5) Macht ein aufstiegsberechtigter Verein von seinem Recht keinen Gebrauch, so rückt an seine Stelle der jeweils nächste aufstiegsberechtigte Verein bis zum vierten Tabellenplatz. Weitere bestplatzierte Mannschaften bis zum vierten Tabellenplatz können aufsteigen, wenn auf andere Weise die Sollzahl von Mannschaften der nächsthöheren Spielklasse nicht erreicht wird. Der Mindestabstieg wird von dieser Vorschrift nicht berührt.

§ 41 Abs. 2 der SpO lautet:
Ein Verein, der unbeschadet des von ihm erreichten Tabellenplatzes nach
Abschluss der Verbandsspielrunde, aber noch vor Beginn der
Entscheidungsspiele den Spielbetrieb einstellt, vermindert die Zahl der
festgelegten Absteiger. Hatte der Verein Aufstiegsberechtigung nach § 16, tritt
der nächstplatzierte Verein an dessen Stelle. Dies gilt auch für einen Verein,
der auf einem Relegationsplatz um den Verbleib in seiner Spielklasse steht.

§ 41 Abs. 3 der SpO lautet:
Stellt ein Verein während der Durchführung seiner Entscheidungsspiele den
Spielbetrieb ein, so ist das von ihm zuletzt durchgeführte Entscheidungsspiel
für den Gegner als gewonnen zu werten. Die festgelegte Auf- und
Abstiegsregelung wird hierdurch nicht berührt.

§ 41 Abs. 4 der SpO lautet:
Ein Verein, der unbeschadet des von ihm erreichten Tabellenplatzes nach
Abschluss der Entscheidungsspiele den Spielbetrieb einstellt, vermindert den
festgelegten Abstieg nicht. Frei werdende Plätze können durch vermehrten
Aufstieg aufgefüllt werden. Dies ist bei Festlegung der Auf- und
Abstiegsregelung zu berücksichtigen.

§ 41 Abs. 5 der SpO lautet:
Ein Verein, der sich nach Durchführung der Entscheidungsspiele für den
Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse qualifiziert hat und dann den
Spielbetrieb einstellt, wird durch den Gegner seines letzten
Entscheidungsspieles ersetzt.

§ 41 Abs. 6 der SpO lautet:
Die Einstellung des Spielbetriebes ist dem zuständigen Spielleiter
unverzüglich mitzuteilen. Der Verein kann auf Antrag in dem darauf folgenden
Spieljahr in die unterste Spielklasse eingereiht werden

Das VSG hat die im Antrag des Verbandsanwalts aufgeworfene Frage noch nicht entschieden. Jedoch wurde im Urteil vom 14.03.1999 (Fall 45/1998/1999, Bayernsport Nr. 26 vom 14.03.1999) die rechtliche Qualität des §41 SpO bereits behandelt. Das VSG führte hierzu aus:

Der SV L. hat mit seiner Kreisligamannschaft während der Verbandsspielrunde den Spielbetrieb eingestellt. Die vom SV L. oder dessen bisherigen Gegners erzielten Punkte sind gemäß § 41 Abs. 1 der Spielordnung zu streichen. Der festgelegte Abstieg verringert sich in der laufenden Verbandsspielrunde entsprechend § 41 Abs. 1 Satz 2 der Spielordnung um einen Verein. Die Bestimmungen des § 41 Abs. 1 der Spielordnung sind zwingend und können auch nicht durch eine Entscheidung des Präsidiums nach § 10 Abs. 1 Satz 3 der Spielordnung außer Kraft gesetzt werden.

Unter Würdigung dieser Bestimmungen und Grundsätze ergibt sich folgendes:

Dem Wortlaut nach beziehen sich § 16 Abs. 4 und Abs. 5 SpO ausschließlich auf Relegationsspiele, in denen ein Aufsteiger ermittelt werden soll. Relegationsspiele, die der Ermittlung eines Absteigers dienen, sind davon nicht betroffen. Das Recht, auf die Teilnahme an Relegationsspielen zu verzichten, wird nur einem aufstiegsberechtigten Verein eingeräumt. Dieser kann durch den Verzicht sicherstellen, dass er auch in der nächsten Saison in der Liga spielt, in der er sich am Ende der Spielrunde befindet.

Die Vorschrift lässt sich über ihren Wortlaut hinaus nicht verallgemeinern. Insbesondere lässt eine Auslegung unter Beachtung des Regelungszusammenhangs und dem Sinn und Zweck der Vorschrift keine Ausdehnung auf einen Verein zu, der nicht um den Aufstieg, sondern gegen den Abstieg spielt. § 41 SpO, der nach der Rechtsprechung des VSG eine zwingende Vorschrift darstellt, lässt es nicht zu, dass ein Verein die Liga, in der er mitspielen möchte, frei bestimmt. § 16 SpO stellt damit eine eng umgrenzte Ausnahme dar. Diese Ausnahme lässt nur zu, dass der Verein in der Leistungsklasse bleibt, in der er sich bereits befindet. Eine Veränderung in eine andere Leistungsklasse sieht auch § 16 SpO nicht vor. Ein freiwilliger Rücktritt in eine niedrigere Spielklasse oberhalb der untersten Spielklasse ist nicht möglich. Diese Regelung dient der Klarheit, aber auch dem Wettbewerbscharakter. Könnte sich ein Verein vor Beginn aussuchen, in welcher Leistungsklasse er spielen möchte, würde dies die Einteilung der Ligen erheblich erschweren. Ein geordnetes Ligengefüge könnte aus der Ordnung geraten, wenn zu viele Vereine von einem Wahlrecht Gebrauch machen und dieselbe Leistungsklasse wählen würden. Zwar würde eine solche flexible Gestaltung der Leistungsklassen nicht schlichtweg gegen den Wettbewerbscharakter verstoßen. Es müsste aber ausdrücklich in der SpO vorgesehen werden. Dies ist nicht der Fall. Vielmehr stellt § 41 SpO in der gültigen Fassung ausdrücklich klar, dass ein freiwilliges Verlassen der Liga mit dem Ziel, in einer niedrigeren Leistungsklasse zu spielen, nur möglich ist, wenn ein Spielen in der untersten Leistungsklasse gewünscht wird.

Da § 16 SpO insoweit eine Ausnahmeregelung vom Grundsatz des § 41 SpO darstellt, ist eine analoge Anwendung schon aus diesem Grund nicht möglich. Es besteht aber auch keine Regelungslücke, die durch eine analoge Anwendung zu schließen wäre. § 41 SpO regelt ausdrücklich auch den Fall, dass ein Verein vor oder während der Relegationsspiele den Spielbetrieb einstellt. Nachdem zwischen der Aufstiegsregelung und der Abstiegsregelung somit ein wesentlicher Unterschied besteht, ist eine analoge Anwendung nicht möglich.

Dementsprechend ist ein Verzicht auf die Teilnahme an der Abstiegsrelegation nicht möglich. Der Verein kann nur seine Mannschaft zurückziehen mit der Folge, die sich aus § 41 SpO ergibt. Andernfalls würde er zu einem Spiel nicht antreten, was neben der Spielwertung eine Bestrafung des Vereins nach sich ziehen kann.

 

 

Aktenzeichen: 00064-13/14 - VSG
Sitzung vom 08.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

 

Selbstanzeige Schiedsrichterin N. N.


Urteil:

I. Schiedsrichterin N. N. wird wegen Verletzung der Prüfungspflicht gemäß § 82 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 10,00 € unter Mithaftung VfL X belegt.

II. Die Betroffen trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € unter Mithaftung Ihres Vereins VfL X.

 

Gründe:

1. Die Betroffene war am 26.12.2013 als Schiedsrichterin bei einem privaten Hallenturnier eingeteilt. Die Betroffene versäumte es aus Nachlässigkeit bei der Passkontrolle bei einer Mannschaft die notwendige Ausnahme-genehmigung zu prüfen.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Selbstanzeige der Betroffenen vom 01.04.2014.

Es liegt ein Verstoß gegen § 82 RVO vor. Bei der Strafzumessung konnte die Selbstanzeige zu Gunsten der Betroffenen berücksichtigt werden, sodass die Mindeststrafe als ausreichend erscheint.

2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Betroffene gemäß §§ 32, 33 RVO unter Mithaftung ihres Vereins. Die für eine Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem BSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seiner Funktion


treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall erscheint es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 II 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 II 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit der Betroffenen steht.

 

 

Aktenzeichen: 00063-13/14 - VSG
Sitzung vom 08.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein


Kreisturnier A-Junioren-Spiel JFG X - JFG Y vom 05.01.2014


Urteil:

I. Der Betroffene N. N., JFG Y, erhält gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe in Höhe von € 30,00 unter Vereinshaftung.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € trägt der betroffene N. N. unter Vereinshaftung.


Gründe:

1. Beim Kreisturnier A-Junioren-Spiel JFG X - JFG Y am 05.01.2014 meldete der SR, dass der Betroffene nach einer Entscheidung den A. A., "der von der Turnierleitung zum Geschehen eilte und dies zu schlichten versuchte, mit beiden Handballen heftig gegen den Brustkorb gestoßen" habe. Hierzu hat der Betroffene mit Schreiben vom 17.01.2014 Stellung genommen, den Sachverhalt insgesamt bestritten und sich dahingehend zur Sache eingelassen, dass, nachdem ein Tor durch den SR nicht anerkannt wurde, er sich mit seinen Spielern über dies kurz heftig aufgeregt habe. Der JSGL habe sich bei der Spielleitung befunden, soll dann den Coachingbereich betreten und die Spieler beschimpft haben. Als er diesen aufforderte, diesen Bereich zu verlassen und dieser Aufforderung nicht nachkam, habe er ihm seine Hand auf die Schulter gelegt, ihn nach hinten gedrückt und ihn aufgefordert, diesen Bereich zu verlassen. Daraufhin habe der JSGL ihn mit beiden Armen gegen den Oberkörper gestoßen. Im Übrigen wurde eine Videoaufnahme von dem Vorgang vorgelegt, welche das VSG in Augenschein genommen hat.

2. Der Trainer N. N. ist aufgrund dieses Vorfalls mit einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 gemäß §§ 47, 48 RVO zu belegen.


Das VSG ist aufgrund Sachzusammenhangs zuständig. Der Betroffene hat gegen den JSGL Anzeige erstattet. Dies ist Gegenstand des anderweitigen Verfahrens beim VSG 00062-13/14 VSG.

Der Sachverhalt kann insgesamt nur einheitlich entschieden werden.

Aufgrund des ausgewerteten Videomaterials ergibt sich, dass der Betroffene den sich in der Coachingzone aufhaltenden JSGL mit der Hand am Oberkörper anfasste und ihn durch Zeichen aufforderte, diese zu verlassen. Daraufhin schubste der anderweitig Verfolgte JSGL den hier Betroffenen. Für den hier Betroffenen bestand keinerlei Veranlassung, den JSGL körperlich entsprechend zu attackieren. Dadurch wurde eine entsprechende weitere Aktion ausgelöst. Zugunsten des Betroffenen war zu berücksichtigen, dass der JSGL sich unberechtigt in der Coachingzone aufhielt und sich jedenfalls nicht sofort wieder entfernte und dort versuchte, auf die Spieler einzuwirken. Strafbeschwerend war zu berücksichtigen, dass keine Notwendigkeit für den Betroffenen bestand, den JSGL körperlich zu attackieren. Verbale Beleidigungen konnten nicht mit einer für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden.

Unter Abwägung aller Gesichtspunkte war der Betroffene hier mit einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 zu bestrafen, die tat- und schuldangemessen ist.

3. Die Kosten des Verfahrens trägt der Betroffene gemäß §§ 32, 33 RVO unter Mithaftung seines Vereins.

 

Aktenzeichen: 00062-13/14 -VSG
Sitzung vom 08.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Beierlein


Kreisturnier A-Junioren-Spiel JFG X - JFG Y vom 05.01.2014


Urteil:

I. N. N. erhält gemäß §§ 47, 48 RVO eine Geldstrafe in Höhe von € 30,00.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € trägt N. N.


Gründe:

1. Mit Schreiben vom 17.01.2014 erstattete Herr A. A., Trainer der
A-Junioren der JFG Y Anzeige gegen den N. N., da dieser beim A-Junioren-Spiel JFG X - JFG Y am 05.01.2014 nach einem nicht gegebenen Tor und einer Aufregung seinerseits dieser in den Coachingbereich gekommen ist und seine Spieler lautstark beschimpft habe. Daraufhin habe er selbst seine rechte Hand auf die Schulter gelegt, ihn nach hinten gedrückt und ihn aufgefordert, zur Turnierleitung zurückzukehren. Es habe dann Beleidigungen gegeben und einen tätlichen Angriff der Gestalt, dass dieser ihn mit beiden Armen gegen den Oberkörper stieß. Der Betroffene hat hier mit Schreiben vom 18.03.2014 ausführlich Stellung genommen und die Vorwürfe im Wesentlichen zurückgewiesen. Das VSG hat das zur Verfügung gestellte Video in Augenschein genommen. Der Betroffene ist wegen unsportlichen Verhaltens gemäß §§ 47, 48 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 zu belegen.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.

Aufgrund der Inaugenscheinnahme des Videobandes steht fest, dass der Betroffene sich von seinem Platz bei der Spielleitung entfernt hat und sich in den Coachingbereich der JSG Y bewegt hat, um dort zunächst mit den Spielern zu reden. Der Inhalt steht nicht fest. Die Angaben der Beteiligten sind hierzu widersprüchlich. Jedenfalls kam es dann so tatsächlich zu einem "Wegschieben" des N. N. durch den anderweitig verfolgten Anzeigeerstatter A. Hierauf reagierte der Betroffene mit einem leichten Schubs mit beiden Händen gegenüber dem Anzeigeerstatter.

Der Betroffene hat sich unberechtigterweise von seinem Platz bei der Spielleitung in die Coachingzone bewegt, um dort nach eigenem Vortrag zu einem der Spieler zu sagen: "Sei du jetzt still und setz dich hin, ansonsten gehst du in die Kabine!" Eine solche Kompetenz stand dem Betroffenen nicht zu. Das SR-Gespann hat hierzu keinerlei Meldung gemacht und insbesondere den Spieler nicht des Feldes verwiesen. Zugunsten des Betroffenen ist zu werten, dass er hier eine mögliche Eskalation schlichten bzw. im Keim ersticken wollte. Zu seinen Lasten ist zu werten, dass er durch das Einschreiten in der Coachingzone gerade diesen Vorfall mit zu verantworten hat. Das Schubsen war an der untersten Grenze. Dabei ist des Weiteren zu berücksichtigen, dass er zunächst von dem anderweitigen Verfolgten Anzeigeerstatter A. zuerst körperlich angegangen und nach hinten gedrückt wurde. Die verbalen Beleidigungen konnten nicht mit einer für die Verurteilung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden.

Unter Abwägung all dieser Gesichtspunkte hält das VSG eine Geldstrafe in Höhe von € 30,00 für schuld- und tatangemessen.

3. Als Verurteilter hat er auch die entsprechenden Kosten gemäß §§ 32, 33, 50 RVO zu tragen.

 

Aktenzeichen: 00061-13/14 - VSG
Sitzung vom: 08.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer


Anzeige gegen SR N. N.

 

Urteil:


I. Das Verfahren wird eingestellt.
II. Die Kosten trägt der BFV.

 

Gründe:


1. Mit Schreiben vom 4.2.2014 wurde von Rechtsanwalt A. A. in Vertretung des Mandanten B. B. gegen SR N. N. Anzeige erstattet wegen vorsätzlich falscher Berichterstattung und wegen Falschaussage im Sportgerichtsverfahren, §§ 83 Abs.2 RVO, § 89 Abs.3 RVO. Dem SR wird insbesondere vorgeworfen, er habe sowohl in seiner Meldung vom 21.10.2013 als auch in seiner Zeugenaussage vom 31.1.2014 vor dem KSG bewusst wahrheitswidrig behauptet, dass B. B. habe dem am Boden liegenden SR-Assistenten einen Faustschlag versetzt (Urteil des KSG vom 4.2.2014 Az: 00189-13/14; auf das Urteil wird Bezug genommen). Die Beweisaufnahme habe aber eindeutig ergeben, dass der SR den Vorgang nicht sehen konnte.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 b RVO, weil SR N. Verbandsfunktionär im Sinne dieser Norm ist.

3. In der Sache kann die Anzeige aber keinen Erfolg haben. Ein Verstoß gegen die §§ 83 Abs.2, 89 Abs.3 RVO durch SR N. liegt nach Überzeugung des VSG nicht vor.


a. § 83 Abs.2 RVO setzt vorsätzlich falsche Berichterstattung voraus. In seiner Meldung vom 21.10.2013 hat der SR den Vorfall, der zu einer erheblichen Verletzung des SR-Assistenten führte, aus seiner Sicht geschildert. Entgegen der Anzeige ergibt sich aus dem Urteil des KSG keineswegs eindeutig, dass die Meldung des SR nicht dem entspricht, was der SR aus seiner Sicht


wahrgenommen und nach seiner eigenen Erinnerung wiedergegeben hat. In der Anzeigeschrift wird zugestanden, dass dem SR "spätestens..bei seiner Zeugenaussage vom 31.1.2014 Zweifel über die Richtigkeit seiner Wahrnehmung" hätten kommen müssen; dies impliziert, dass solche Zweifel bei Abfassung der Meldung noch nicht zwingend gegeben sein mussten. Auch wenn die Meldung nach Überzeugung des Erstgerichtes nicht in allen Punkten mit den tatsächlichen Vorgängen übereinstimmt, trägt dies noch nicht den Vorwurf, es wäre vorsätzlich Falsches berichtet worden. Es kann hier offen bleiben, ob sich der SR in Teilen seiner Meldung geirrt hat, es zeigen sich jedoch keine Hinweise, dass der SR mit indirektem oder gar direktem Vorsatz wider besseres Wissen unrichtig gemeldet hätte. Ein Verstoß gegen § 83 Abs.2 RVO scheidet deshalb aus.

b. Der zur Anzeige gebrachte Verstoß gegen § 89 Abs.3 RVO setzt voraus, dass SR N. als Zeuge in der Verhandlung vom 31.1.2014 vorsätzlich falsch ausgesagt hat. Es gibt jedoch nach Ansicht des VSG keinen über-zeugenden Hinweis auf ein vorsätzliches Abweichen des SR in seiner Aussage von seiner subjektiven Wahrnehmung. Auch wenn man davon ausgeht, dass die subjektive Wahrnehmung nicht vollständig den objektiv als gegeben angenommenen Fakten entspricht, kann dies den Vorwurf einer schuldhaften Falschaussage nicht tragen. So wichen nach der Urteilsbegründung des KSG die Aussagen der Zeugen des FC Y zum Teil ebenfalls von den Einlassungen des Betroffenen B. ab, was das KSG als Irrtum der Zeugen wertete, ohne den Vorwurf der Falschaussage zu erheben. Die weiteren in der Anzeige angeführten Punkte können die Annahme einer Falschaussage ebenfalls nicht tragen. Seine Aussage zur "Kurzschlussreaktion" hat der SR gegen über dem Kreisspielleiter Herrn C.l gemacht und nicht, wie in der Verhandlung gefragt, gegenüber den SR-Gremien. Seine Verneinung entspricht also den Tatsachen. Die Angabe des SR, er habe sich um den Verletzten gekümmert ist - laut Urteilsbegründung - nicht eindeutig widerlegt: die Fotos besitzen, so der Begründungstext, nur "begrenzte Aussagekraft".

Das Verfahren war einzustellen.


4. Kosten: §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00059-13/14 - VSG
Sitzung vom 08.04.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Preißinger

Verfahren gegen SR N. N.

Urteil:


I. Der Schiedsrichter N. N., TSV X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Schiedsrichterausweis Nummer XXXXXXXX wird eingezogen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des TSV X.


Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 1.3.2014 anlässlich des Bundesliga - Spiels FC Bayern München gegen Schalke 04 eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 90 Euro verkauft zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere der Mitteilung des Sicherheitsdienstes der Allianz Arena.

Der Betroffene hat sich zum Sachverhalt geäußert und sein Fehlverhalten eingeräumt. Die vom Betroffenen erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.

Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Zugunsten des Betroffenen konnte sein Geständnis berücksichtigt werden.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass er bei dem Kaufpreis einen sehr hohen Gewinn erzielt hat und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Schiedsrichterkarten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden.

Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Der Betroffene war daher nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus dem Verband auszuschließen, mildere Ahndungen kamen nicht in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

Aktenzeichen: 00056-13/14-VSG
Sitzung vom: 13.03.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein


Revision gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 27.01.2014, AZ.: 00157-13/14


Urteil:

I. Die Revision des SR N. N. gegen das Urteil des BSG vom 27.01.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der SR N. N. trägt die Kosten der Revision in Höhe von € 25,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00 unter Mithaftung seines Vereins FC X, im Übrigen verbleibt es bei der Kostenentscheidung des BSG.


Gründe:

1. Beim Spiel der D-Junioren SVG Y gegen FC X am 06.09.2013 nahm der Betroffene, der selbst Schiedsrichter ist, als Zuschauer teil. Geleitet wurde das Spiel von dem SR A. A. Es handelte sich um dessen zweites Spiel als Spielleiter. Er wurde deshalb von seinem Vater, der ebenfalls aktiver Schiedsrichter ist, begleitet. In der 22. Spielminute rief der Betroffene in das Spielfeld: "Pfeif halt endlich mal selbst." Um den Betroffenen von weiteren Zurufen an den SR abzuhalten, begab sich der Vater des SR A. zum Betroffenen, dabei kam es zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Personen, dessen Einzelheiten nicht festgestellt werden konnten, bei dem aber für die übrigen Beteiligten erkennbar war, dass es einen Streit zwischen den beiden Personen gab.

Das JSG verurteilte den Betroffenen daraufhin gemäß §§ 47, 48 RVO zu einer Geldstrafe von € 60,00. Dagegen legte der Betroffene Berufung ein. Das BSG änderte die Strafe mit Urteil vom 27.01.2014 in einen Verweis ab. Mit Telefax vom 31.01.2014 legte der Betroffene gegen das Urteil Revision ein. Er rügte die falsche Rechtsanwendung. Sein Ausspruch stelle keine Unsportlichkeit dar.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Die Revision rügt nicht den vom BSG zugrunde gelegten Sachverhalt, sondern die darauf angewendete Rechtsfolge. Es wird daher ein Verstoß gegen § 47 RVO behauptet. Dies kann Gegenstand der Revision sein.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Das BSG hat zutreffend das Verhalten des Betroffenen als unsportlich gewertet. Der Betroffene hat von außen Einfluss auf den amtierenden SR genommen, obwohl ihm aufgrund seiner eigenen Tätigkeit als erfahrener SR, aber auch aufgrund der besonderen Umstände (Begleitung durch den Vater des Jung-SR) bewusst sein musste, dass er den SR-Neuling durch seine Zurufe als verunsichern würde. Gerade als aktiver SR konnte daher von ihm besondere Zurückhaltung erwartet werden. Spätestens als ihn der Vater des Jung-SR - möglicherweise überzogen - dazu aufforderte, weitere Zurufe einzustellen, hätte der Betroffene sein Fehlverhalten einsehen müssen und durch eine deutliche Entschuldigung gegenüber dem SR die Situation entschärfen können und so auch gegenüber den übrigen Zuschauern ein deutliches Zeichen des sportlichen Verständnisses für die schwierige Aufgabe des jungen Schiedsrichters setzen können. Stattdessen trat er in einen deutlich sichtbaren Streit mit dem Vater des Jung-SR ein, was nach den Aussagen aller Beteiligten dem unerfahrenen Jung-SR die weitere Spielleitung unnötig noch weiter erschwerte.

Da das BSG die vom Erstgericht ausgesprochene Strafe auf einen Verweis reduzierte und damit zum Ausdruck brachte, dass keine gravierende Unsportlichkeit vorlag, ist auch das Strafmaß nicht zu beanstanden. Die Revision war daher zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO

 

 

Aktenzeichen:        00055-13/14-VSG

Sitzung vom            13.03.2014

Besetzung:              Riedmeyer, Frey, Preißinger

Anzeige gegen SR N. N. wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber Ehren-KSO A. A.

 

 

Urteil:

 

 

      I.        Der Betroffene N. N. wird wegen unsportlichen Verhaltens nach §§ 47,48 RVO von der Schiedsrichterliste gestrichen.

     II.        Der Schiedsrichterausweis Nummer XXXXXXX ist einzuziehen.

    III.        Kosten für das Verfahren werden nicht erhoben § 33 Abs. 3 RVO

 

Gründe:

 

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 7.12.2013 mit einem nicht mehr gültigen Schiedsrichterausweis versucht zu haben, eine Karte für das Spiel 1860 München gegen Union Berlin zu erhalten. Nachdem er vom Zeugen A. auf die Tatsache hingewiesen worden war, dass sein Schiedsrichterausweis mangels Verlängerungsvermerkes  für das Spieljahr 2013/2014 ungültig  geworden ist und dementsprechend keine Freikarte zugeteilt werden kann, beschimpfte er den Zeugen A. mit den Worten:

"Du Missgeburt, ich scheiß auf dich, Motherfucker", wobei die Worte mehrmals wiederholt wurden.

Einer Aufforderung, die Schiedsrichterkasse zu verlassen, kam der Betroffene längere Zeit nicht nach, erst die herbeigerufene Polizei konnte ihn letztlich zum Verlassen des Bereichs bewegen.

Die Zuständigkeit des Verbands -Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO. Mit Beschluss des KSG wurde das Verfahren an das VSG verwiesen, da nach Ansicht des KSG ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der schriftlichen Stellungnahme des Zeugen A. vom 10.12.2013, der Betroffene hat sich trotz entsprechender Gelegenheit nicht zum Sachverhalt geäußert. Eine Stellungnahme des Vereins liegt vor.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ohne Zweifel ein massives unsportliches Verhalten im Sinne des § 47 RVO dar. Aufgrund der fehlenden Verlängerungsmarke auf dem Schiedsrichterausweis kam die Ausgabe einer Freikarte nicht in Betracht, da diese nur an aktive Schiedsrichter ausgegeben werden kann.

Das VSG konnte im vorliegenden Fall nichts zugunsten des Betroffenen berücksichtigen, dieser hat den Sachverhalt weder eingeräumt, noch sich z.B. bei Herrn A. für sein unangemessenes Verhalten entschuldigt.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich um ganz massive Beleidigungen ohne jeden Anlass handelt, die mehrfach wiederholt und auch von weiteren Personen an der Schiedsrichterkasse gehört wurden. Auch das uneinsichtige Verhalten nach der Aufforderung, den Bereich zu verlassen, musste Berücksichtigung finden.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände  kam das VSG zu dem Ergebnis, dass ein Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband noch nicht erforderlich erscheint.

Der Betroffene war jedoch gemäß §§ 47,48 Abs.1 j), 59 RVO von der Schiedsrichterliste zu streichen, da er dem Ansehen der Schiedsrichter massiv geschadet hat.

Von der Auferlegung von Kosten hat das VSG nach § 33 Abs. 3 RVO ausnahmsweise abgesehen, da davon auszugehen ist, dass diese letztlich den Verein DJK SV X und nicht den Betroffenen selbst treffen würden, was aus Billigkeitsgründen für den Verein, der sich für Resozialisierungsprojekte von Strafgefangenen einsetzt, zu vermeiden war.

 

 

Aktenzeichen:        00054-13/14-VSG

Sitzung vom            13.03.2014

Besetzung:              Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger

Vorfall nach dem B-Junioren Gruppen-Spiel DJK X gegen (SG) Y vom 02.11.2013, Spielnummer: XXXXXXX

 

 

Urteil:

 

      I.        Der Spieler N. N. wird gemäß § 67 Abs. 1 RVO wegen Tätlichkeit für den Zeitraum vom 15.11.2013 bis 14.11.2014 gesperrt.

    II.        Der Spieler N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € und der mündlichen Verhandlung vom 22.02.2014. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

 

 

Dem Betroffenen  liegt zur Last nach dem Spiel der B-Junioren DJK X gegen (SG) Y am 2.11.2013 den Spieler A. DJK X zunächst ohne Grund zwei Mal angespuckt, ihn dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen und anschließend am Boden liegend getreten zu haben. Der Geschädigte A. erlitt dadurch nicht unerhebliche Verletzungen im Gesichtsbereich u.a. eine Orbitawandfraktur links, Prellungen und nicht unerhebliche Schmerzen.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Das VSG hat am 22.2.2014 eine mündliche Verhandlung durchgeführt und Beweis erhoben durch Einvernahme von insgesamt 10 Zeugen. Der Betroffene wurde angehört, die vorliegenden ärztlichen Atteste verlesen.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichts fest aufgrund der Angaben des Betroffenen selbst, soweit diesen gefolgt werden konnte, sowie den insoweit überzeugenden Schilderungen der nachgenannten Zeugen.

Der Betroffen hat eingeräumt, aus Frust über das mit 1:6 verlorene Spiel ohne näheren Anlass zwei Mal in Richtung des Spielers A. gespuckt zu haben, ohne diesen jedoch zu treffen. Danach sei er von A. geschubst worden und habe einmal zugeschlagen, wobei er ihn mit der Faust am Kinn und nicht im Bereich der Nase getroffen habe. Tritte, insbesondere in den Gesichtsbereich bestritt der Betroffene. Er gab ferner an, er habe nach dem Vorfall versucht, sich in der Kabine bei A. A. zu entschuldigen, was dieser jedoch abgelehnt habe.

Das VSG folgt im vorliegenden Fall den glaubhaften und ohne Belastungseifer vorgetragenen Angaben der Zeugen A. A., B. B., C. C. und D. D.

A. A. schilderte ruhig und sachlich, dass er vom Betroffenen ohne Grund zweimal angespuckt und auch jeweils am Trikot getroffen wurde, er habe den Betroffenen dann zur Seite geschoben und  sodann einen Faustschlag in den Bereich des Auges erhalten. Er sei dann zu Boden gezogen worden und habe weitere Tritte in den Gesichtsbereich erhalten, wobei der Zeuge seine Hände schützend vor sein Gesicht hielt. Wer diese Tritte ausgeführt hat, konnte der Zeuge A. nicht angeben, was gerade für seine Glaubwürdigkeit und gegen vorhandenen Belastungseifer spricht.

Die Zeugen B. und C. schilderten ebenfalls übereinstimmend  und für das VSG glaubhaft mindestens zwei Tritte des Betroffenen gegen den am Boden liegenden Spieler A. Auch der Mitspieler des Geschädigten, der Zeuge D. D. bestätigte ruhig und sachlich die Angaben, wonach der Betroffene zunächst gespuckt und auch getroffen, dann geschlagen und danach getreten hat, wobei nach den Schilderungen des Zeugen D. sogar noch ein weiterer Spieler getreten hat. Der Zeuge D. war keinesfalls bemüht, den Betroffenen zu belasten, er gab sogar an, es seien weitere Spieler neben dem Betroffenen beteiligt gewesen, was gerade für die Glaubwürdigkeit des Zeugen spricht. Er bestätigte im Übrigen ebenso wie der Zeuge A. den Versuch des Betroffenen, sich zu entschuldigen.

Die darüber hinaus vernommenen Zeugen konnten zur Erforschung des Sachverhaltes wenig beitragen, auch die Aussage des Zeugen E. E. wurde aufgrund der emotionalen Nähe zu seinem Sohn nicht zum Nachteil des Betroffenen verwertet.

Der Betroffene war daher wegen einer Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs.1  RVO zu bestrafen, wobei das Verhalten des Betroffenen als eine Tat gewertet wurde.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass er den Sachverhalt zumindest teilweise eingeräumt hat (Spucken in Richtung A., Schlag ins Gesicht) und versucht hat, sich nach dem Vorfall in der Kabine zu entschuldigen. In seinem Schlusswort hat der Betroffene eine gewisse Einsicht in sein Fehlverhalten gezeigt. Weiter wurde berücksichtigt, dass er zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alt war und die Verletzungen des Geschädigten nicht direkt beabsichtigt, jedoch billigend in Kauf genommen hat.

Zu seinen Lasten war allerdings zu sehen, dass es keinerlei Anlass für die Tat gab, beim Zeugen A: handelte es sich um ein Zufallsopfer des frustrierten Betroffenen. Der Betroffene hat mehrfach durch Spucken, Schlagen und Treten auf den Geschädigten eingewirkt und ihn dabei nicht unerheblich verletzt. Nach den glaubhaften Angaben des Zeugen A. hat dieser zum Teil noch immer Beschwerden. Auch die potentielle Gefährlichkeit von Tritten in den Kopf- oder Gesichtsbereich musste deutlich zu Lasten des Betroffenen Berücksichtigung finden. Darüber hinaus gilt, dass ein derartiges Verhalten im Bereich des Fußballs keinerlei Toleranz finden darf.

Unter Abwägung sämtlicher Umstände kam das VSG zu dem Ergebnis, dass ein Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband angesichts des jugendlichen Alters des Betroffenen gerade noch vermieden werden konnte, dem Betroffenen muss jedoch klar vor Augen geführt werden, dass sein Verhalten unter keinen Umständen akzeptiert werden kann und im Erwachsenenbereich sicher einen Ausschluss zur Folge gehabt hätte.

Gegen den Betroffenen war daher die im Jugendbereich höchstmögliche Sperrstrafe von einem Jahr gemäß § 67 Abs.1 RVO zu verhängen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen: 00050-13/14-VSG
Sitzung vom  11.02.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause

 

Revision des Vereins FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 30.12.2013, Az: 00210-13/14-BSG

 

Urteil:

 

I. Die Revision des Vereins FC X gegen das Urteil des BSG vom 30.12.2013 wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass die Berufung unzulässig ist. 

II. Der FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 

 

Gründe:

 

1. Mit den Urteilen vom 19.11.2013 wurde der Revisionsführer vom KSG gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von € 100,00 belegt. Das B-Klassen-Verbandsspiel am 20.10.2013 SV Y gegen FC X wurde gemäß § 40 SpO für SV Y mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet. Der Verantwortliche des Revisionsführers, N. N., wurde gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Geldstrafe in Höhe von 50,00 unter Mithaftung des Revisionsführers belegt. Das KSG ging davon aus, dass der Revisionsführer bei dem B-Klassen Verbandsspiel seiner 2. Mannschaft die Spieler A. A., B. B., C. C. und D. D. eingesetzt hatte, die bereits im Kreisklassen-Verbandsspiel am 19.10.2013, SC Z gegen FC X, von Beginn an bzw. in der ersten Halbzeit zum Einsatz gekommen waren.

Gegen die am 19.11.2013 durch Einstellen in das Postfach des Revisionsführers zugestellten und jeweils mit ordnungsgemäßer Rechtsmittelbelehrung versehenen Urteile legte ein Herr N. N. über einen privaten E-Mail Account am 27.11.2013 Einspruch ein, der als Berufung auszulegen war.

Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 30.12.2013 im Tenor als unbegründet zurück. Begründet wurde dies damit, dass die Form- und die Frist der Berufung nicht eingehalten worden waren und die Berufung damit unzulässig war.

Hiergegen richtet sich die über die Antwortfunktion des EPostfach-System ZIMBRA eingelegte Revision des Revisionsführers vom 04.01.2014. Begründet wurde diese damit, dass dem Verein erst am 04.12.2013 der Zugang zum EPostfach-System möglich war, weil die Stelle des Schriftführers, der auch den Eingang des Postfachs zu überwachen hatte, seit Mitte des Jahres vakant gewesen sei. Der Verein sei erst über eine dritte Person darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein Sportgerichtsverfahren gegen ihn laufe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Sie ist jedoch unbegründet.

Gemäß § 44 Abs. 3 RVO ist die Berufung schriftlich mit Begründung und Angabe der Beweismittel innerhalb von einer Woche nach Bekanntgabe des Urteils bei dem Sportgericht einzulegen, dessen Urteil angefochten wird. Nur die Antwortfunktion des Postfachs ersetzt dabei die Schriftform. Die Frist gilt auch dann als gewahrt, wenn die Berufungsschrift innerhalb der Frist beim Berufungsgericht eingeht.

Auf diese Möglichkeit sowie auf die geltenden Form- und Fristvorschriften wurde der Revisionsführer in den beiden Urteilen des KSG ausdrücklich in der Rechtsmittelbelehrung hingewiesen.

Der Revisionsführer war auch nicht schuldlos an der Einhaltung der Frist gehindert. Jeder Verbandsverein muss sicherstellen, dass ein Vereinsmitarbeiter das EPostfach des Vereins in so kurzen Zeitabständen kontrolliert, dass die in den Vorschriften des BFV vorgesehenen Fristen eingehalten werden können. Dies gilt auch, wenn die an sich dafür zuständige Position im Verein unbesetzt ist. In diesem Falle muss der Vorstand des Vereins eine andere Person mit der Überwachung des EPostfachs beauftragen. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand konnte daher nicht gewährt werden, so dass es auf die Frage, ob eines der eingereichten Schriftstücke als Antrag auf Wiedereinsetzung ausgelegt werden kann, nicht ankommt.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen:  00049-13/14-VSG
Sitzung vom:  11.02.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger

 

Liga-Spiel FC Y gegen DJK SV X  vom 16.11.2013
Berufung gegen das Urteil des BSG vom 08.01.14, Az.: 00080-13/14-BSG

Urteil:


I. Die Berufung des Betroffenen sowie der DJK SV X gegen das Urteil des BSG vom 08.01.2014 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 60 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100 trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins DJK SV X.  Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 08.01.2014 wurde der Betroffene  nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung wegen unsportlichen Verhaltens vom 10.01. bis einschließlich 09.06.2014 gesperrt. Gegen dieses Urteil legten der Betroffene sowie sein Verein am 13.01.2014 Berufung ein.

Dem Betroffenen liegt zur Last am 16.11.2013 in der 52. Minute des Auswärtsspiels seines Vereins beim Lokalrivalen FC Y nach einem von ihm erzielten Tor vor der Zuschauertribüne sein Trikot hochgezogen und ein T-Shirt mit folgendem Aufdruck gezeigt zu haben:

" Das einzige was an Verein X geil ist, ist ..Frau".

Bei der genannten Frau N. handelt es sich um die Ehefrau des 1. Vorstandes des FC Y, was dem Betroffenen auch bekannt war. Das T-Shirt wurde nach dem Spiel über dem Geländer der Sportanlage hängend aufgefunden, der Betroffene gibt hierzu an, dies sei ohne sein Zutun erfolgt, er habe das Shirt in der Kabine zurückgelassen.

2. Die zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte Berufung hat in der Sache keinen Erfolg.

Der Betroffene hat den Sachverhalt in der mündlichen Verhandlung vom 21.12.2013 im Wesentlichen eingeräumt und angegeben, er habe die Aktion bewusst geplant, um den Nachbarverein sportlich zu provozieren. Die Verwendung des Begriffes "geil" sei jedoch keine sexistische Beleidigung der Ehefrau des Vorstandes, sondern für seine Generation ein alltäglicher Begriff.
Der Sachverhalt wurde im Übrigen auch durch die vernommenen Zeugen sowie die Lichtbilder bestätigt.

Soweit die Berufung vorbringt, eine nachträgliche Ahndung des Vorfalls sei nicht mehr möglich, da eine Tatsachenentscheidung der amtierenden Schiedsrichterin vorliegt, geht dies fehl.

Sowohl die Schiedsrichterin als auch ihr Assistent gaben im Rahmen ihrer Vernehmungen an, sie hätten den Aufdruck auf dem T-Shirt nicht registriert und dementsprechend auch nicht geahndet. Eine Tatsachenentscheidung liegt daher gerade nicht vor, eine unterlassene Nachfrage nach dem Inhalt des Aufdrucks stellt gerade keine Würdigung des Sachverhalts dar. Nachdem der Spieler mit dem Rücken zur Schiedsrichterin stand, war es ihr auch gar nicht möglich, überhaupt zu erkennen, dass er unter dem Trikot ein T-Shirt mit einem Aufdruck trug, gleiches gilt für den Assistenten. Alleine das Hochziehen stellte noch keine Unsportlichkeit dar, so dass auch insoweit keine Tatsachenentscheidung zu treffen war.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ohne Zweifel ein krass sportwidriges Verhalten dar.

Aufgrund der bestehenden Rivalität der Vereine war dem Betroffenen bekannt, dass Frau N. nicht seiner Generation angehört und die Verwendung des Begriffs "geil" vor der Zuschauertribüne des Heimvereins geeignet ist, Frau N. in ihrem Ansehen herabzuwürdigen. Dies hat der Betroffene zumindest billigend in Kauf genommen, auch wenn die Verwendung des Begriffes  bei ihm üblich sein mag. Ihm war auch bewusst, dass durch seine bewusste Aktion vor der Tribüne ein größerer Personenkreis Kenntnis davon erhalten sollte.

Die Angaben, er habe mit dem Aufhängen des T-Shirts nach dem Spiel nichts zu tun, erweisen sich nach Überzeugung des VSG als Schutzbehauptung.
Der Betroffene hat die Aktion bewusst geplant und eigens das T-Shirt bedrucken lassen, es ist absolut fernliegend eine derartige "Trophäe" dann achtlos in der Kabine liegen zu lassen. Ob er selbst oder ein Mitspieler das Shirt aufgehängt haben, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, selbiges erfolgte jedenfalls nach Überzeugung des VSG mit Billigung des Betroffenen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG berücksichtigt, dass der Betroffene den äußeren Sachverhalt zumindest teilweise eingeräumt hat. Eine von Einsicht und Reue getragene Entschuldigung vermag das VSG ausweislich des Protokolls der mündlichen Verhandlung jedoch nicht zu erkennen. Auch mag das verwendete Wort in seiner Generation eine weniger beleidigende Bedeutung haben.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich um eine ganz bewusste und keinesfalls spontane Aktion gehandelt hat, die den Nachbarverein  provozieren sollte. Der Betroffene hat zumindest auch zugelassen, dass das T-Shirt nach dem Spiel auch noch an das Geländer gehängt wurde. Frau N., die selbst im Verein unterstützend tätig ist, war über längere Zeit Gesprächsthema in einem kleineren Ort, auch ihr Sohn spielt in dem Verein. Auch das bewusste Zeigen vor der Tribüne und damit vor einem größeren Personenkreis musste berücksichtigt werden. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft spielt im Rahmen der Strafzumessung keine Rolle.

Unter Abwägung aller Umstände erachtet das VSG daher eine Sperre gegen den Betroffenen bis 09.06.2014 als tat- und schuldangemessen. Eine Verkürzung kam vorliegend nicht in Betracht, zumal auch bis zur Entscheidung des VSG keine weiteren Milderungsgründe vorgebracht wurden.


3. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§ 32, 33 RVO, 11 FO.

 

 

Aktenzeichen:  00044-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.01.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Beierlein

 

Bezirksliga-Spiel TSV Y gegen SpVgg X vom 30.11.2013
Berufung der SpVgg X gegen das Urteil mit Az.: 00087-13/14-BSG


Urteil:

 

1. Die Berufung der SpVgg X vom 18.12.2013 gegen das Urteil des BSG vom 08.12.2013, Az: 00087-13/14-BSG wird verworfen.

2. Die SpVgg X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €.

 

Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 08.12.2013 wurde der Trainer N. N. gemäß §§ 47, 48 I b RVO wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 unter Mithaftung des Berufungsführers belegt. Das Urteil wurde am selben Tag dem Berufungsführer zugestellt. Gegen dieses Urteil wurde per Zimbra-Antwortfunktion vom 18.12.2013 Berufung eingelegt.

2. Die Berufung ist als unzulässig zu verwerfen.
Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

Die Berufung ist unzulässig. Das Urteil wurde dem Berufungsführer am 08.12.2013 über das Postfach des BFV mit Rechtsmittelbelehrung zugestellt. Gemäß § 44 III RVO ist die Berufung innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe einzulegen. Dies mit Begründung und Angabe der Beweismittel. Die Frist ist dementsprechend am 15.12.2013 abgelaufen. Die Berufung wurde erst nach Fristablauf am 18.12.2013 eingelegt und ist damit verspätet.

3. Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Aktenzeichen:  00043-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.01.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey

 

VfR Y gegen FV X vom 16.11.2013
Berufung FV X gegen das Urteil des BSG vom 02.12.2013, Az.: 00079-13/14-BSG


Urteil:

I. Die Berufung des FV X gegen das Urteil des BSG vom 02.12.2013 wird zurückgewiesen.

II. Der FV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00.


Gründe:

 

1. Mit Schreiben vom 17.11.2013 erstattete die FSL Anzeige beim BSG, dass der FV X das Spiel am 16.11.2013 beim VfR Y abgesagt habe. Das BSG leitete daraufhin ein Sportgerichtsverfahren ein und der FV X nahm mit Schreiben vom 21.11.2013 umfassend zum Vorgang Stellung.

Es wurde dargestellt, dass der ursprüngliche Termin vom 09.11.2013 durch den VfR Y abgesagt wurde und von der FSL daraufhin neuer Termin auf den 16.11.2013 bestimmt wurde. Von Seiten des betroffenen Vereins habe man jedoch diesen Termin nicht wahrnehmen können, da der überwiegende Teil der Spielerinnen beruflich eingespannt ist und deshalb das Spiel des FV X wegen Spielermangels abgesagt worden ist.

2. Mit Urteil vom 02.12.2013 verurteilte das BSG den FV X gemäß § 78 I RVO zu einer Geldstrafe von € 140,00 und legte dem Verein die Kosten auf. Darüber hinaus wurde das Spiel gemäß § 40 SpO für VFR Y mit 2:0 als gewonnen und für FV X mit 0:2 als verloren gewertet.

3. Mit Schreiben vom 09.12.2013 legte der FV X gegen dieses Urteil Berufung ein und wies in der Begründung nochmals darauf hin, dass der Spielausfall durch den FV X nicht verschuldet gewesen sei. Darüber hinaus wurden weitere Beweismittel, nämlich Zeugen, die bisher in der 1. Instanz nicht benannt wurden, nun vorgetragen.

4. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig.

5. Die Berufung ist fristgerecht eingereicht, damit zulässig, erweist sich jedoch in der Sache als unbegründet.

Das VSG kommt zur Überzeugung, dass das Urteil des BSG nicht zu beanstanden ist, somit keine Gründe vorlagen, dieses Urteil aufzuheben.

Das BSG hat seine Entscheidung u. a. dahingehend begründet, dass der Verein den Nachweis schuldig blieb, dass er weniger als sieben Spielerinnen (siehe § 30 SpO) zur Verfügung hatte. Nach Auffassung des BSG wäre es auch dem FV X zumutbar gewesen, auch mit weniger als 11 Spielerinnen anzutreten. Aus diesen Gründen sei der Spielausfall verschuldet.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass sich die Berufungsbegründung insbesondere mit dem hier nicht streitgegenständlichen Spielausfall vom 09.11.2013 befasst, jedoch nicht dezidiert und substantiiert mit den Gründen und Hinweisen aus dem Urteil des BSG befasst.

Unter Berücksichtigung des vom Gesetz her gegebenen Strafrahmens befindet sich die Geldstrafe am unteren Bereich. Auch die Verurteilung nach § 74 SpO ist von Seiten des VSG nicht zu beanstanden.

Die Berufung war deshalb insgesamt als unbegründet zurückzuweisen.

6. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Aktenzeichen:  00042-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.01.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey

 

Berufung SV X gegen das Urteil des Bezirkssportgerichts vom 26.11.2013, Az.: 00186-13/14 BSG

 

Urteil:

 

I. Die Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 26.11.2013, Az.: 00186-13/14 wird zurückgewiesen.

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00.

 


Gründe:


1. Beim Bezirksligaspiel SV X II gegen Y  II am 10.11.2013 teilte der amtierende SR mit, dass er in der 93. Spielminute den Spieler H. wegen einer Tätlichkeit mit FaD vom Platz stellen wollte. Es kam daraufhin zu einer Rudelbildung mit mehreren Spielern beider Mannschaften. Nachdem sich die Rudelbildung aufgelöst hat, kam ein Zuschauer herein, schimpfte auf den gegnerischen Spieler und forderte den SR auf ihn des Feldes zu verweisen. Daraufhin wurde der Spieler H. tatsächlich mit FaD des Feldes verwiesen.

Im Rahmen des Verfahrens teilte der Verein mit Schreiben vom 18.11.2013 mit, dass der Betroffene N. N. der Zuschauer war, der das Spielfeld betreten hatte.  Daraufhin leitete das BSG mit Schreiben vom 19.11.2013 das Verfahren gegen den Betroffenen ein und gewährte eine Frist zur Stellungnahme bis 25.11.2013. Mit Schreiben vom 21.11.2013 verwies der Verein auf seine Stellungnahme vom 18.11.2013 hin. Hierbei wurde von Seiten des Vereins sich dahingehend eingelassen, dass zum Zeitpunkt der gemeldeten Vorkommnisse der Leiter des Ordnungsdienstes auf der Toilette war und der Betroffene bereits vorher den Platz betreten habe, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Man ist dort der Auffassung, dass der Betroffene lediglich seiner Pflicht nach § 28 Nr. 3 SpO nachkam und deshalb ein ordnungsgemäßes Verhalten nicht zu einer Bestrafung führen kann.

 

 


2. Das BSG hat daraufhin mit Urteil vom 26.11.2013 den Betroffenen zu einer Geldstrafe von € 200,00 sowie der Kosten unter Mithaftung seines Vereins verurteilt.

In den Gründen hat das BSG ausgeführt, dass der Betroffene zur Tatzeit nicht als Mitglied des Ordnungsdienstes gekennzeichnet war und demzufolge auch keine Berechtigung hatte, das Spielfeld zu betreten. Straferschwerend sei auch eine Vorverurteilung zu berücksichtigen.

3. Mit Schreiben vom 28.11.2013 hat der SV X gegen dieses Urteil Berufung eingelegt und nochmals in der Begründung auf § 28 Abs. 3 SpO hingewiesen.

4. Das VSG ist gem. § 20 I RVO zuständig.

5. Die Berufung ist fristgerecht eingereicht, damit zulässig, erweist sich jedoch in der Sache als unbegründet. Der Verein ist schon wegen der Kostentragungspflicht berechtigt, Berufung einzulegen.

Das VSG kommt zur Überzeugung, dass das Urteil des BSG nicht zu beanstanden ist, somit keine Gründe vorlagen, dieses Urteil aufzuheben.
Der Berufungsführer irrt in der rechtlichen Auffassung/Auslegung des § 28 III SpO.

Allein eine Rudelbildung führt noch nicht zum Tatbestand der drohenden Ausschreitungen. Drohende Ausschreitungen können z. B. sein wenn auf dem Spielfeld eine völlig unübersichtliche Lage herrscht, Zuschauer oder sonstige Leute auf dem Spielfeld sind und mit einer Fortsetzung des Spiels überhaupt nicht mehr gerechnet werden kann. Eine Rudelbildung nach oder vor einer roten Karte ist darin nicht zu sehen. Dies bedeutet weiterhin, dass eine Rudelbildung in keinster Weise den Betroffenen das Recht gibt, den Platz zu betreten, darüber hinaus er auch nicht Leiter des Ordnungsdienstes war, so dass es keine sachlichen Gründe gab, hier  einzuschreiten. § 28 Abs. 3 SpO bekommt seine Bedeutung erst dann, wenn der eingesetzte Ordnungsdienst nicht mehr in der Lage war, die Situation zu beherrschen.

Das VSG ist der Auffassung, dass der Betroffene hier nicht, wie von  ihm vorgetragen zur Deeskalation beigetragen hat.

Unter Berücksichtigung des vom Gesetz her gegebenen Strafrahmens befindet sich die Geldstrafe mit € 200,00 am unteren Bereich.

Soweit der Berufungsführer rügt, dass Voreintragungen straferschwerend berücksichtigt wurden, ist darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um einen allgemeinen Rechtsgrundsatz handelt, der auch in der ordentlichen Gerichtsbarkeit gilt. Die Miteinbeziehung der Verurteilung vom 01. Oktober 2013 war deshalb vom BSG nicht fehlerhaft.

Die Berufung war deshalb insgesamt als unbegründet zurückzuweisen.

6. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Aktenzeichen:  00041-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.01.2014
Besetzung:   Riedmeyer, Frey, Krause


Revision des gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 19.11.2013, Az: 00112-13/14-BSG

 


Urteil:

 

 

I. Die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG vom 19.11.2013 wird zurückgewiesen. 

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 


Gründe:

 

1. Beim Spiel der Kreisklasse 1. FC Y gegen SV X am 06.10.2013 schoss ein Spieler des FC Y in der zweiten Spielminute einen Strafstoß gegen den Pfosten. Den zurückprallenden Ball beförderte der Elfmeter-Schütze aus einem Pulk von mehreren Spielern heraus ins Tor, ohne dass er zuvor von einem anderen Spieler oder dem Torwart berührt worden wäre. Der amtierende Schiedsrichter hatte nicht genau gesehen, wer den Ball ins Tor geschossen hatte und entschied auf Tor, weil er damit auch keine Regelwidrigkeit erkannt hatte. Den Protest der Spieler des SV X ließ er zunächst unbeachtet. In der Halbzeitpause wurde der Schiedsrichter vom Spielführer des SV X darüber informiert, das auch die Spieler des 1. FC Y der Meinung waren, dass der Elfmeterschütze den abprallenden Ball ins Tor geschossen habe. Dies gab der Schiedsrichter in seiner Stellungnahme gegenüber dem KSG an.  

 Der SV X  legte gegen die Spielwertung mit Schreiben vom 07.10.2013 Protest ein. Es wurde ein Regelverstoß geltend gemacht. Das KSG wertete den Protest als Einspruch und setzte das Verbandsspiel neu an. Gegen das am 25.10.2013 zugestellte Urteil legte der 1. FC Y am 31.10.2013 per Zimbra-Antwort-Funktion Berufung ein. Diese wurde damit begründet, dass der Torwart des SV X den Ball vor dem Torschuss berührt habe. Das BSG hob mit Urteil vom 19.11.2013 das Urteil des KSG auf und wertete das Spiel nach Ausgang. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der Schiedsrichter in einer zusätzlichen Stellungnahme glaubhaft erläutert habe, dass er in dieser Situation von einem regulär erzielten Tor ausgegangen sei und er dies auch so wahrgenommen habe. Aus diesem Grunde habe er bewusst zum Torerfolg für 1. FC Y und zum Anstoß für den SV X gepfiffen. Es handele sich somit um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Gegen das am 25.11.2013 zugestellte Urteil legte der SV X am 29.11.2013 per Zimbra-Antwort-Funktion Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass ein Regelverstoß und keine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters vorgelegen habe, weil der Schiedsrichter  in seiner Stellungnahme gegenüber dem KSG eingeräumt habe, dass der Elfmeterschütze auch den abprallenden Ball ins Tor befördert habe und er dies nur irrtümlich nicht erkannt habe. Zudem sei der 1. FC Y nicht beschwert gewesen, weil die Spielwertung keine Strafe darstelle.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

 Der 1. FC Y war durch das Urteil des KSG beschwert. Zwar ist zutreffend, dass eine Spielwertung oder die Neuansetzung keine Strafe darstellt, sondern eine notwendige Folgeentscheidung, um eine festgestellte objektive Unregelmäßigkeit im Wettbewerb zu bereinigen. Die Beschwer im Sinne des § 44 RVO setzt jedoch keine formelle Beschwer im Sinne einer Strafe voraus, vielmehr reicht es aus, dass der Betroffene beachtliche nachteilige Auswirkungen in seiner Wettbewerbssituation erleidet. Dies ist der Fall, wenn einem Verein bereits erzielte Punkte durch die Neuansetzung eines Spiels aberkannt werden.

 Die Entscheidung des BSG ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Zwar wurde - soweit ersichtlich - dem SV X im Berufungsverfahren zur ergänzenden Stellungnahme des Schiedsrichters kein rechtliches Gehör gewährt. Der SV X machte jedoch in der Revisionsbegründung hierzu umfassende Ausführungen, so dass dieser Verstoß geheilt wurde. Das BSG hätte auch unter Beachtung dieser Ausführungen zu keiner anderen Entscheidung gelangen können.

 Für die Abgrenzung der Tatsachenentscheidung vom Regelverstoß kommt es darauf an, was der Schiedsrichter in der konkreten Situation erkannte und daher seiner Entscheidung zugrunde legte. Spätere Erkenntnisse, die der Schiedsrichter erst nach der Spielfortsetzung erlangte, haben keine Bedeutung. Hier hatte der Schiedsrichter bereits in seiner schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem KSG angedeutet, dass er vor der Spielfortsetzung nicht erkannt hatte, dass der Strafstoßschütze den Ball ins Tor befördert hatte. Dies stellte er in der ergänzenden Stellungnahme vor dem BSG ausdrücklich klar. Er hatte nicht gesehen, welcher Spieler konkret den Ball ins Tor schoss. In diesem Fall hat der Schiedsrichter keinen Regelverstoß begangen. Er hat entsprechend seiner Feststellungen entschieden, wonach der Ball ins Tor geschossen wurde und er vor der Torerzielung keine Regelwidrigkeit erkannt hatte. Auch ein unmittelbares zweites Berühren des Balls nach einem Strafstoß zählt zu diesen Regelwidrigkeiten, die der Schiedsrichter festzustellen hat, jedoch im ungünstigen Fall auch versehentlich übersehen kann. Die Situation war demnach genauso, wie sie gewesen wäre, wenn ein anderer Spieler den Ball mit der Hand über die Linie befördert hätte und der Schiedsrichter auch dies nicht wahrgenommen hätte. Der Schiedsrichter hat mit der Torentscheidung genau die von der Regel vorgesehene Entscheidung getroffen, die seinem Kenntnisstand zu diesem Zeitpunkt entsprach. Damit liegt eine Tatsachenentscheidung vor. Es kommt daher nicht darauf an, ob möglicherweise eine von den Feststellungen des Schiedsrichters abweichende tatsächliche Situation vorgelegen hat. Zu Recht musste daher nicht mehr aufgeklärt werden, welche der beiden Sachverhaltsschilderungen der Wahrheit entspricht, ob also der Torwart den Ball vorher noch berührt hatte oder nicht.

Da bei einer Tatsachenentscheidung das Spiel nach Ausgang zu werten ist, musste die Revision gegen das Urteil zurückgewiesen werden.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

Aktenzeichen:  00037-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Beierlein

 

Revision des 1. FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 19.11.2013

 

Urteil:

 

I. Die Revision des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 19.11.2013 wird zurückgewiesen. 


II. Der 1. FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 

Gründe:

 

1. Beim Spiel der A-Klasse KC 2 am 22.09.2013 SV Y gegen 1. FC X brach der amtierende Schiedsrichter N. das Spiel in der 91. Minute ab, nachdem er zunächst eine Nachspielzeit von drei Minuten angeordnet hatte. Grund des Spielabbruchs war, dass sich circa 40 Personen auf dem Platz befanden und es innerhalb dieser Personen untereinander zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kam. Vorausgegangen war eine Tätlichkeit eines Spielers der Heimmannschaft gegen einen Spieler des 1. FC X, die zu einer roten Karte führte. Daraufhin lief eine Zuschauerin aus dem Gästeblock auf das Spielfeld, um einen Spieler der Heimmannschaft anzugreifen. Währenddessen wurde ein Ordner der Heimmannschaft gegen den Trainer der Gästemannschaft tätlich. Danach liefen Anhänger beider Mannschaften auf das Spielfeld und es kam zu den bereits erwähnten Handgreiflichkeiten. Der Schiedsrichter sah keine Möglichkeit das Spiel fortzusetzen und brach daher die Partie beim Stand vom 2 : 1 für den SV Y ab,

 Das KSG nahm eine Spielwertung zu Lasten beider Vereine vor und belegte beide Vereine mit einer Geldstrafe in Höhe von je € 150,00.

Gegen dieses Urteil legte der 1. FC X Berufung ein. Die Berufung wurde vom BSG mit Urteil vom 19.11.2013 zurückgewiesen.

 Gegen dieses Urteil richtet sich die über die Antwortfunktion des Vereinspostfachs am 25.11.2013 eingelegte Revision des 1. FC X. Diese wurde mit einem Verstoß gegen die Gleichbehandlung begründet, weil das KSG bei einem früheren Urteil beim Verschulden beider Vereine eine Neuansetzung vorgenommen habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das Urteil des BSG lässt keinen Rechtsfehler erkennen.

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das BSG an eine Entscheidung des KSG in einem anderen Fall nicht gebunden ist, so dass es auf die Einzelheiten des vom Revisionsführer herangezogenen Falls nicht ankommt. Das BSG hat sich an die Rechtslage zu halten, wie sie sich aus der RVO und der SpO ergibt. Dies ist erfolgt.

Das BSG hat festgestellt, dass Anhänger und Beteiligte beider Mannschaften das Spielfeld gestürmt hatten und dort handgreiflich wurden. Dabei ließ sich nicht eindeutig feststellen, von wem die Handgreiflichkeiten zunächst ausgingen. Allerdings steht fest, dass sich die Anhänger beider Mannschaften an der Fortsetzung der Tätlichkeiten beteiligten und so schließlich die Unmöglichkeit der Spielfortsetzung herbei führten. Damit ist die Bewertung durch das BSG, dass beide Vereine, die sich das Verschulden ihrer Anhänger zurechnen lassen müssen, den Spielabbruch mitverschuldeten, nicht rechtsfehlerhaft. Diese Tatsachenbewertung wird mit der Revisionsbegründung auch nicht mehr angegriffen.

Wenn aber beide Vereine den Spielabbruch verschulden, ist gemäß § 40 Abs. 1 SpO eine Spielwertung zu Lasten beider Vereine vorzunehmen. Zwar sieht § 40 Abs. 1 Satz 3 SpO die Spielwertung zu Lasten beider Vereine wörtlich nur für das Nichtantreten an. Es handelt sich hier aber um einen allgemeinen Grundsatz, der auch für ein beiderseitiges Verschulden eines Spielabbruchs heranzuziehen ist. Ob jedes geringe Mitverschulden zu einer Spielwertung führen muss, wenn das Verschulden des anderen Vereins weit überwiegt, muss hier nicht entschieden werden, weil nach den Feststellungen des BSG das Verschulden der Anhänger und Beteiligten beider Vereine, die die Handgreiflichkeiten auf dem Spielfeld fortsetzten, bis ein Weiterspielen unmöglich wurde, im Wesentlichen gleich zu gewichten ist.

Die Revision war daher zurückzuweisen.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO


 

 

 

Aktenzeichen:  00036-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

 

Berufung des SC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 12.11.2013


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten in Höhe von 60,00 €, sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der SC X.


Gründe:

1. Beim Bezirksliga-Spiel SC X gegen TSV Y am 03.11.2013 trat laut Meldung des SR der Spieler N. N., SC X, seinem Gegenspieler gezielt in die Beine. Das zuständige BSG belegte den Spieler N .N. mit einer Sperre von vier Spielen und einer Geldstrafe von 100,00 Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SC X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie ist form- und fristgerecht gemäß § 44 Abs. 3 RVO eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 Abs. 1 d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Zu Recht ist das BSG von einem leichten Fall einer Tätlichkeit ausgegangen und hat den Spieler N. nach § 67 Abs. 2 RVO i. V. m. § 48 Abs. 1 b, Abs. 3 RVO verurteilt. Auch im Strafmaß ist das Urteil nicht zu beanstanden. Laut Meldung des SR hat der Spieler, während das Spiel wegen eines von ihm selbst begangenen Fouls unterbrochen war, dem über ihm liegenden Spieler einmal gezielt in die Beine getreten. Der SR befand sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens, er hat den Vorgang schlüssig und glaubwürdig dargestellt, so dass das Erstgericht rechtsfehlerfrei die vorgetragenen Fakten seinem Urteil zugrunde legen konnte. Der gemeldete Tritt rechtfertigt voll die Sperre von vier Spielen und die Geldstrafe von 100,00 Euro. Schon die absolute Mindeststrafe nach § 67 Abs. 2 RVO liegt, da eine Provokation nicht ersichtlich ist, bei einer Sperre von drei Spielen.

Der SC X hat seine Stellungnahme, in der er  - entgegen der Meldung des SR - das Foulspiel als Grund für den Platzverweis annimmt, nach § 36 Abs. 2 RVO verspätet eingereicht und dies auch zugestanden. Sie konnte vom Erstgericht nicht mehr berücksichtigt werden. Nach § 44 Abs. 4 RVO ist ihre Berücksichtigung auch im Berufungsverfahren ausgeschlossen.

Die Berufung war daher als unbegründet zurückzuweisen.

4.  Kosten § 32, 33 RVO i. V. m. § 11 I 8 b, 13 d FO.

 

Aktenzeichen:  00034-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Frey, Schreckenbauer

 

Bezirksliga-Spiel 1. FC X gegen SV Y vom 15.09.2013
Berufung N. N., 1. FC X

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 Euro sowie die Verfahrensgebühr in Höhe von 60,00 Euro trägt Herr N. N. unter Mithaftung seines Vereins 1.FC X.

Gründe:

1. Beim Bezirksliga-Verbandsspiel FC X gegen SV Y am 15.9.2013 beleidigte laut Meldung des SR nach Spielschluss der Zuschauer des FC X, N. N., den SR und seinen Assistenten mit den Worten "arrogant" und "Pfeife"; sodann schlug er dem SRA  2 von vorne mit der Faust an die Schulter. Das zuständige BSG belegte Herrn N. mit Urteil vom 21.10.2013 mit einer Geldstrafe von 500,00 Euro und mit einem Platzverbot. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des Herrn N. N.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO über die Antwortfunktion des Postfachs des 1. FC X eingelegt, in welches das Ersturteil eingestellt worden war. Aus der Email  vom 25.10.2013 ergibt sich zwar, dass Berufungsführer Herr N. ist. Die Möglichkeit, über die Antwortfunktion des Postfaches formwahrend eine Berufung einzulegen greift jedoch auch dann, wenn nicht der Verein als Inhaber des Postfaches Berufungsführer ist, sondern das in der Vorinstanz verurteilte Mitglied des Vereins. Es steht im Ermessen des Vereins, die Antwortfunktion seines Postfachs dem Mitglied zur Verfügung zu stellen und ihm so  diese Möglichkeit der Rechtsmitteleinlegung zu eröffnen. Tut der Verein dies nicht, so ist nach § 44 Abs. 3 RVO Schriftform erforderlich.

Erfolgt die Einlegung der Berufung aber - wie hier - über das Postfach, so ist davon auszugehen, dass der Verein als "Hilfsperson" des Berufungsführers eingeschaltet war. Es kommt nicht darauf an, ob der Verein als Vertreter des Betroffenen für ihn die Berufung einlegte, oder ob er als Bote die Berufungserklärung des Betroffenen lediglich übermittelte. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet.
Das BSG hat  zu Recht eine Strafe nach §§ 47, 48 b, 52 RVO gegen Herrn N. N. ausgesprochen. Auch im Strafmaß ist das Ersturteil fehlerfrei. Ein Schlag gegen die Schulter des SRA in Verbindung mit den gemeldeten Beleidigungen ist gravierend sportwidrig. Die Stellungnahme vom 18.09.2013, in der das Geschehen weitgehend zugestanden wurde, ist vom Erstgericht berücksichtigt worden. Sie kann in Bezug auf das Schlagen mit der Faust nicht entlasten. Es ist nicht erkennbar, ob der Verfasser der Stellungnahme den Vorgang selbst beobachtet hat, überdies haben SR und SRA mit Schreiben vom 27.09.2013 nochmals ausdrücklich und glaubhaft bestätigt, dass der Schlag nicht mit dem Handrücken, sondern mit der Faust erfolgte. Von Herrn N. persönlich liegt keine  Aussage vor.
Auch im Strafmaß ist das Urteil nicht zu beanstanden. Der Strafrahmen für Geldstrafen reicht gemäß § 48 RVO bis 1.500 Euro gegen Mitglieder. Bei der hier gegebenen groben Unsportlichkeit ist eine  Strafe in Höhe von 500 Euro tat- und schuldangemessen.
Die Berufungsschrift enthält keinerlei weitere Angaben zum Tatvorgang und keine Aussage zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Betroffenen, sodass eine andere Beurteilung durch das Berufungsgericht nicht veranlasst ist.
Die Berufung war damit als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kosten ergeben sich aus §§ 32,33 RVO in Verbindung mit § 11 I 8 b), 13 d) RVO.

 

Aktenzeichen:  00033-13/14-VSG
Sitzung vom:  02.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Frey, Beierlein

 

Wiederaufnahmeantrag von FC X vom 25.11.2013 hinsichtlich seines Spielers/in N. N., FC X

Urteil:


I. Auf den Wiederaufnahmeantrag des FC X wird das Urteil des KSG vom 24.10.2013 in Ziffer II dahingehend abgeändert, dass die Sperre für alle weiteren Verbandsspiele mit 31.12.2013 endet.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Wiederaufnahmegebühr in Höhe von € 50,00 trägt der Verein FC X.

 

Gründe:


Infolge der witterungsbedingten Ausfälle der Spiele der A-Klassen-Mannschaft führt Ziffer II des Urteils zu einer ungerechtfertigten Verlängerung der Sperre für die anderen Mannschaften des Vereins. Da die witterungsbedingten Ausfälle nicht vorhersehbar waren, konnte der Verein diesen Umstand im Ausgangsverfahren nicht vorbringen.

 


Aktenzeichen:  00032-13/14-VSG
Sitzung vom:  02.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Frey

 

Bezirksliga-Spiel FC X gegen Y vom 26.10.2013
Berufung FC X gegen das Urteil des BSG vom 05.11.2013


Urteil:

I. Die Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 05.11.2013 wird zu-rückgewiesen. .

II. Der FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Be-rufungsgebühr in Höhe von € 100,00.


Gründe:

1. Beim Herrenbezirksliga-Spiel FC X gegen Y am 26.10.2013 meldete der amtierende SR, dass er nach einem Foulspiel des Spielers von Y (FaD) das Spiel fortsetzen woll-te. Er wurde jedoch von einem Verantwortlichen des FC X angesprochen, dass man das Spiel abbrechen wolle. Daraufhin kam der Spielführer zum SR und forderte ihn auf das Spiel wegen angedrohter Vergehen gegen die Gesundheit der Spieler abzu-brechen. Der amtierende SR fragte insoweit 3 x nach, dies wurde ihm 3 x bejaht. Da-raufhin brach er das Spiel ab.

2. Das BSG hat mit Urteil vom 05.11.2013 daraufhin den FC X mit einer Geldstrafe von € 250,00 gem. § 74 RVO belegt, hat das Spiel gem. § 40 SpO dem Ausgang nach gewertet und die Kosten des Verfahren dem FC X auferlegt.

3. Mit Schreiben vom 07.11.2013 legte der FC X gegen das Urteil des BSG Berufung ein und beschränkte die Berufung insoweit ausschließlich auf die Höhe der Geldstrafe. Es wurde darauf hingewiesen, dass das BSG versäumt hätte, die genannten Zeugen zum Vorfall zu befragen und man der Auffassung sei, dass die Situation derart angespannt war, dass man die Drohungen ernst nehmen musste, deshalb der FC X zum Schutz seiner Spieler den Spielabbruch durchführen musste.

4. Das VSG ist gem. § 20 I RVO zuständig. Die Berufung ist form- und fristgerecht ein-gereicht, somit zulässig, erweist sich jedoch in der Sache als nicht begründet.

Nach Auffassung des VSG reichen die vom Berufungsführer vorgebrachten Gründe nicht aus, um zulässigerweise einen Spielabbruch zu fordern. Es ergab sich kein An-haltspunkt dafür, dass der Schiedsrichter nicht in der Lage gewesen wäre, Unsport-lichkeiten durch persönliche Strafen zu unterbinden. Die Voraussetzungen des § 39 I SpO liegen nicht vor. Die Entscheidung des BSG, dass damit ein verschuldeter Spielabbruch des FC X vorlag, ist deshalb nicht zu beanstanden.

Bei der Geldbuße war der hier vorliegende Strafrahmen des § 74 RVO von € 50,00 bis € 5.000,00 zu berücksichtigen. Eine Geldbuße in Höhe von € 250,00, die sich am unteren Strafrahmen bewegt, sieht deshalb das VSG, auch in Übereinstimmung mit dem BSG, als durchaus angemessen bei einem Bezirksliga-Verein an.

Die Berufung war deshalb kostenpflichtig zurückzuweisen.

5. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.


Aktenzeichen:  00031-13/14-VSG
Sitzung vom:  02.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

Versuchter Erwerb einer SR-Freikarte beim 2. Bundesliga-Spiel 1.FC X gegen 1. FC Y am 04.11.2013 des SR N. N.

Urteil:


I. Das Verfahren gegen den betroffenen N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV

Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last Anfang November 2013 mit einem abgelaufenen Schiedsrichterausweis versucht zu haben, einen Karte für ein Spiel des 1.FC X zu erhalten.
Ein strafwürdiges Verhalten des Betroffenen liegt nicht vor. Der Betroffene hat keinerlei Täuschungshandlungen o.Ä. begangen, sondern offensichtlich lediglich den Schiedsrichterausweis vorgezeigt. Er ist zwar Schiedsrichter, jedoch fehlte der entsprechende Aufkleber für die Saison 2013/2014, was dazu führte, dass er keine Karte erhalten hat.
Nachdem eine Aushändigung der Karte auch nicht erfolgt ist, war das Verfahren mit entsprechender Kostenfolge einzustellen.


 

Aktenzeichen:  00030-13/14-VSG
Sitzung vom:  02.12.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger


Kreisliga-Spiel FC X II gegen SpVgg Y vom 18.08.2013, Spielnummer:

Beschluss:


Der Antrag des FC X auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der Revisionsbegründungsfrist des § 45 Abs. 2 Satz 3 RVO wird zurückgewiesen.

Gründe:


Mit E-Mail vom 31.10.2013 legte der FC X gegen das Urteil des BSG vom 25.10.2013, zugestellt am gleichen Tag Revision ein, die Revisionsbegründung sollte ausweislich der Mail so schnell wie möglich nachgereicht werden, zumal bereits ein erstes Gespräch mit einem Rechtsanwalt stattgefunden habe.
Mit Schreiben vom 22.11.2013, eingegangen am 25.11.2013 beantragte der FC X Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.
Der Antrag ist zulässig, in der Sache jedoch unbegründet, da ein Verschulden des Vereins an der Fristversäumnis vorliegt und zudem die Gründe für eine Wiedereinsetzung nicht glaubhaft gemacht sind § 28 Abs. 3 Satz 3 RVO. Der Zeitpunkt des Wegfalls des Hindernisses gemäß § 28 Abs. 3 RVO ist nicht mitgeteilt.
Ausweislich der Einlegung der Revision vom 31.10.2013 durch den Verein hatte bereits vorher ein Gespräch des Vereins mit einem Rechtsanwalt stattgefunden, so dass eine Revisionsbegründung, die den Anforderungen des § 45 Abs. 2 Satz 3 RVO genügt, bis spätestens 4.11.2013 hätte eingehen müssen und ohne weiteres auch können. Soweit der anwaltliche Vertreter es versäumt, sich über die Formalien der Einlegung und Begründung einer Revision zu informieren, ist ein etwaiges Verschulden dem Verein zuzurechnen, zumal hierfür ohne weiteres eine Woche Zeit genügt hätte. Die RVO ist frei zugänglich, sodass die formalen Anforderungen des als Muss-Vorschrift ausgestalteten § 45 Abs.2 Satz 3 RVO unschwer zu erkennen gewesen wären.
Aus der verwendeten Rechtsmittelbelehrung ergibt sich zudem eindeutig, dass eine Verletzung von Satzungs- und Ordnungsbestimmungen geltend gemacht werden muss, andernfalls kann die Revision nicht eingelegt werden. Die Rechtsmittelbelehrung in der vorgelegten Form begegnet nach Überzeugung des VSG keinen rechtlichen Bedenken.
Die Gründe für eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sind darüber hinaus auch nicht glaubhaft gemacht. Es kann vorliegend nicht einmal geprüft werden, ob der Antrag fristgerecht gestellt wurde, da nicht erkennbar ist, wann die Frist des § 28 Abs.3 Satz 1 RVO begonnen hat. Eine anwaltliche Versicherung der behaupteten tatsächlichen Umstände, die zu einer unverschuldeten Säumnis des FC Unterföhring geführt haben sollen, reichen für eine Glaubhaftmachung nicht aus, zumal nicht erkennbar ist, inwieweit der anwaltliche Vertreter überhaupt eigene Kenntnis von den Vorgängen hat.
Es entspricht im Übrigen ständiger Rechtsprechung des VSG, dass eine Revision, die keine der angeblich verletzten Vorschriften benennt, als unzulässig zurückzuweisen ist.
Lediglich am Rande sei erwähnt, dass der Wiedereinsetzungsantrag gemäß § 28 Abs. 3 Satz 1 RVO beim BSG zu stellen gewesen wäre.
Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand war daher zurückzuweisen.

 

Aktenzeichen:  00027-13/14-VSG
Sitzung vom:  20.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Frey, Krause

 

Berufung X SV gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 15.10.2013


Urteil:


I. Die Berufung des X SV gegen das Urteil des BSG vom 15.10.2011 wird zurückgewiesen. 

II. Der X SV trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00.


Gründe:


1. Das Frauen-Verbandspokalspiel SpVgg Y gegen X SV wurde am 04.09.2013 auf den 03.10.2013 um 11.00 Uhr in Z angesetzt. Der SR meldete, dass der Gastverein zum Spielbeginn nicht anwesend war. Eine zwischenzeitliche Nachfrage beim zuständigen Spielleiter ergab keine Absage. Er wartete bis etwa 11.40 Uhr und reiste dann ab.

Das BSG verurteilte den X SV zu einer Geldstrafe in Höhe von 75 € wegen Verursachen eines Spielausfalls und nahm eine Spielwertung zugunsten der SpVgg Y vor.

Mit Einschreiben vom 20.10.2013 legte der X SV "Einspruch" gegen das Urteil beim BSG ein und begründete diesen unter anderem damit, dass man auf dem Weg gewesen wäre, den Heimverein telefonisch über die Verspätung informiert hätte und hierbei aufgefordert worden sei umzudrehen.  

2. Das VSG hat den "Einspruch" in eine Berufung umgedeutet. Diese Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Der Berufungsführer hatte sowohl in der Berufung als auch in der ergänzenden Stellungnahme vom 02.11.2013 rechtliches Gehör. Nach eigenem Vortrag informierte er erstmals ca. eine halbe Stunde nach dem geplanten Spielbeginn den Heimverein, dass man aufgrund der fehlerhaften Annahme, dass das Spiel erst um 13.00 Uhr beginne, unterwegs sei und sich weiter verspäten würde. Es liegen demnach keine Gründe für eine Verspätung vor, wie beispielsweise unvorhersehbare verkehrsbedingte Behinderung, Fahrzeugpanne, Verkehrsunfall oder ähnliches, welche nach § 30 Abs. 3 SpO das Verschulden an der Säumnis entfallen lassen könnte. Die ordnungsgemäße Kenntnisnahme der festgelegten Anstoßzeit und die hiernach auszurichtende Planung der Anreise liegt allein im Verantwortungsbereich des Berufungsführers.
Dieser wurde nach glaubhaftem Vortrag des Heimvereins von diesem bei einem Telefonat gegen 11.30 Uhr lediglich darüber informiert, dass man bis 11.45 Uhr warten müsse und danach nicht mehr spielen werde. Dies steht im vorliegenden Fall auch im Einklang mit der Regelung des § 30 Abs. 1 SpO. Es kann dahingestellt bleiben, weshalb der Heimverein nach 11.45 Uhr nicht mehr spielen wollte, sei es weil einige Spielerinnen zur Arbeit mussten, sei es weil das geplante Spielfeld nicht so lange frei oder ein anderes Spielfeld nicht abgestreut war. Der Heimverein konnte rechtmäßigerweise einen späteren Spielbeginn nach § 30 Abs. 1 Satz 3 SpO verweigern. Die Entscheidung des Berufungsführers die Anreise nicht fortzusetzen und somit überhaupt nicht anzutreten ist daher diesem selbst zuzurechnen. Er hat daher einen Spielausfall verschuldet und ist auch nach Auffassung des VSG gemäß § 78 RVO zu verurteilen. Das VSG sah aufgrund dieses eingeräumten Sachverhalts keinen Anlass eine Reduzierung der vom BSG ausgesprochenen Strafe vorzunehmen, so dass die Berufung zurückzuweisen war.


4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen:  00025-13/14-VSG
Sitzung vom:  20.11.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey

 

 

Beschwerde TSV X gegen den Präsidiumsbescheid vom 23.09.2013

 

Urteil:


I. Die Beschwerde des TSV X gegen den Bescheid des Präsidiums vom 23.09.2013 wird zurückgewiesen.


II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 €, sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 90,00 € trägt der TSV X.

 

Gründe:

 

1. Der TSV X meldete am 24.06.2013 für das Spieljahr 2013/2014 eine A-Juniorenmannschaft an. Mit Schreiben vom 22.07.2013 zog er jedoch die Mannschaft noch vor Beginn der Spielrunde wieder zurück. Am 09.07.2013 wurde für die A-Junioren des älteren Jahrgangs A. A., B. B. und C. C. das Spielrecht für den TSV X erteilt. Die drei Spieler hatten vorher den Verein RSV Y gespielt. Der Spieler A wurde auf die Spielerliste der 1. Herrenmannschaft, die Spieler B und C auf die Spielerliste der 2. Herrenmannschaft gesetzt. Der Spieler A wurde in der 1. Herrenmannschaft einmal in einem Pflichtspiel und einmal in einem Privatspiel eingesetzt. Der Spieler B wurde in der 2. Herrenmannschaft zweimal bei einem Pflichtspiel und einmal bei einem Freundschaftsspiel eingesetzt.


Mit Bescheid des VJA vom 17.08.2013 entzog der Verbandsjugendausschuss (VJA) auf Antrag des Bezirksjugendausschusses (BJA) den drei Spielern die Herrenspielberechtigung. Zur Begründung wurde angeführt, dass der Ablauf der Ereignisse darauf hindeute, dass die Meldung der A-Juniorenmannschaft nur erfolgte, um den drei Spielern das indirekte Spielrecht in den Herrenmannschaften zu beschaffen, und somit eine Umgehung von § 25 Abs. 2 JO vorliege.
Gegen den Bescheid legte der TSV X Beschwerde zum Verbandspräsidium ein. Mit Bescheid vom 23.09.2013, zugestellt am 30.09.2013 wies das Verbandspräsidium die Beschwerde zurück. Zur Begründung verwies das Präsidium, dass die Voraussetzungen gemäß § 27 Abs. 7 JO vorliegen, weil der Verein seine A-Juniorenmannschaft zurückgezogen habe. Ein Ausnahmefall gemäß § 25 Abs. 2 JO liege nicht vor, weil die geschilderten Umstände die engen Voraussetzungen dieser Vorschrift nicht erfüllen.


Mit Schreiben vom 05.10.2013 legte der TSV X Beschwerde gegen den Bescheid des Verbandspräsidiums ein. Zur Begründung wurde vorgetragen, die Entscheidung verstoße gegen § 25 Abs.5c JO.


2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des Verbandspräsidiums ist zulässig. Es wird ein Verstoß gegen eine Vorschrift der JO gerügt. Sie ist jedoch nicht begründet.


3. Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.
Durch § 27 Abs. 1 JO wird die allgemeine Regel aufgestellt, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.
Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.
Das VSG hat sich im Fall 59/2011/2012 mit der Auslegung von § 27 Abs. 7 JO befasst und dabei folgende Grundsätze herausgearbeitet, die nach wie vor gelten:
Es liegt keine zwingende Regelung vor, die zum Entzug des Spielrechts führen muss. Der Verbandsjugendausschuss muss im Einzelfall eine Ermessensentscheidung treffen.
Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In manchen Vereinen, die ihre A-Juniorenmannschaft wegen Unterschreitens einer Mindestanzahl von Spielern zurückziehen müssen, wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.
Es reicht daher nicht aus, dass die objektiven Voraussetzungen des § 27 Abs. 7 JO vorliegen. Allerdings ist dies Grundvoraussetzung, dass ein Einschreiten des VJA möglich ist. Die Voraussetzungen liegen hier vor, weil die A-Juniorenmannschaft zurückgezogen wurde. Der VJA hatte daher im Rahmen einer Ermessensentscheidung zu prüfen, ob das Sonderspielrecht entzogen wird. Ein Automatismus ist aus den vorgenannten Gründen nicht gegeben.


Diese besonderen Gründe haben das Verbands-Präsidium und der VJA in dem Umstand gesehen, dass die A-Juniorenmannschaft bereits vor dem Beginn der Spielrunde zurückgezogen wurde, und zwei der drei Spieler sofort in den Herrenmannschaften eingesetzt wurden. dies deute darauf hin, dass die Mannschaft nur zur Umgehung des § 25 Abs. 2 JO angemeldet und daher vor Beginn der Spielrunde wieder zurückgezogen worden sei.


Der VJA hat eine umfassende Ermessensabwägung vorgenommen und dabei insbesondere darauf hingewiesen, dass der Sinn und Zweck des Sonderspielrechts nicht darin liegt, dass Jugendliche ständig in Herrenmannschaften spielen, sondern die Vorschrift soll ermöglichen, Jugendliche schrittweise an den Einsatz in Herrenmannschaften zu gewöhnen. Wenn ein Verein keine Jugendmannschaft unterhält, folgt zwangsläufig ein dauernder Einsatz im Kader der Herrenmannschaft. Deshalb kann ein A-Juniorenspieler nur in Ausnahmefällen zu einem Verein wechseln, der keine eigene A-Junioren-Mannschaft unterhält.


Diese Erwägungen im Rahmen der Ermessenentscheidung halten einer Überprüfung durch das Verbands-Sportgericht Stand. Nach ständiger Rechtsprechung (vgl. Fall 4/2009/2010, Fall 73/2008/2009, Fall 57/2008/2009) sind Gegenstand der Überprüfung einer Verwaltungsentscheidung durch das VSG nur das Verfahren als solches und die Frage des Ermessensfehlgebrauchs durch das Verwaltungsorgan. Das VSG ist wegen des Prinzips der Gewaltenteilung, das Grundlage des Aufbaus der Verwaltung des BFV ist, nicht berechtigt, eine eigene Ermessensentscheidung anstelle derjenigen eines Verwaltungsorgans zu treffen. Die Abwägung des VJA und ihm folgend des Verbands-Präsidiums hält sich im Rahmen des Ermessensspielraums. Insbesondere erscheint es sachgerecht, die Grundsätze einer verwandten Vorschrift heranzuziehen, wie sie § 25 Abs. 2 JO vorsieht. Ein Ermessensfehler liegt nicht vor.


Ein Verstoß gegen § 25 Abs. 5 c JO liegt nicht vor. Diese Vorschrift betrifft nur die Wartezeit beim Vereinswechsel. Um diese Frage geht es hier nicht. Im Rahmen der Ermessensentscheidung musste sich der VJA nicht auf die Grundsätze dieser Regelung stützen.


Damit musste die Beschwerde zurückgewiesen werden.

 

4. Kostenentscheidung: §§ 32, 33 RVO


 

Aktenzeichen:  00024-13/14-VSG
Sitzung vom:  20.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Frey, Krause

 


Frauen Bayernliga-Spiel FFC X gegen SpVgg Y vom 22.09.2013, Spielnummer:

 

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts wird das Urteil des Sportgerichts vom 15.10.2013 aufgehoben.

II. Das Verfahren gegen den SR N. N. (SC Z) wird eingestellt.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV.


Gründe:

1. Mit Urteil des Sportgerichts vom 15.10.2013 wurde der SR N. N. wegen eines Verstoßes gegen § 3 III der BFV-Richtlinien für den elektronischen Spielberichtsbogen, wonach dieser unmittelbar nach Spielschluss vervollständigt und abgeschlossen sein muss, verurteilt. Der elektronische Spielberichtsbogen wurde unstreitig nicht unmittelbar nach Spielende versandt. Deswegen wurde er mit einer Geldstrafe gemäß §§ 47, 48 RVO in Höhe von € 30,00 und den Kosten des Verfahrens belegt.

Hiergegen hat der Verbandsanwalt mit Schreiben vom 22.10.2013 Berufung eingelegt mit dem Antrag, das Urteil aufzuheben und das Verfahren einzustellen, da aufgrund einer Fehlermeldung und Nichterreichbarkeit des BFV- und des DFB-Internetportals eine Vervollständigung des ESB nicht möglich war.

2. Die Berufung ist zulässig und begründet.

Das Urteil des Sportgerichts ist aufzuheben und das Verfahren einzustellen.
Dem Betroffenen kann hier nicht schuldhaft angelastet werden, den ESB nicht vervollständigt zu haben.

Der Betroffene hat sich dahingehend eingelassen, dass der DFB-Server am 22.09.2013 zwischen 14:00 und 16:00 Uhr abgestürzt sei und ein Zugriff nicht möglich gewesen wäre und er dementsprechend nach Spielschluss um 14:30 Uhr den ESB nicht vervollständigen konnte. Tatsächlich lag, wie die DFB-Medien auf weitere Nachfrage am 21.10.2013 nunmehr mitteilten, am 22.09.2013 im fraglichen Zeitraum zwischen 12:30 und 15:15 Uhr eine Nichterreichbarkeit oder eine sehr langsame Erreichbarkeit des Spielplusprogrammes vor. Aufgrund dieser Störung war es dem Betroffenen nicht möglich, den ESB zu vervollständigen. Zunächst wurde auf Anfrage dem Sportgericht mitgeteilt, dass es im fraglichen Zeitraum keinerlei Systemstörungen gegeben habe. Aufgrund der erneuten Informationen und der Einlassung des Betroffenen, wonach er die Vervollständigung versucht habe, es aber entsprechend der technischen Störung es nicht gelungen sei, ist daher das Urteil aufzuheben und das Verfahren einzustellen.

Die Kosten trägt der BFV entsprechend §§ 32, 33 RVO.


 

 

Aktenzeichen:  00021-13/14-VSG
Sitzung vom:  08.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger

 

Bezirksliga-Spiel SV X gegen TSV Y vom 14.08.2013,
Berufung des Vereins SV X gegen das Urteil vom 03.09.2013

 

Urteil:

 

I. Auf die Berufung des SV X wird das Urteil des BSG vom 03.09.2013, in Ziffer I dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N., SV X, gemäß § 67 II RVO wegen einer Tätlichkeit für 4 Verbandsspiele im Sinne des § 51 V RVO der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins SV X gesperrt wird, wovon 3 Verbandsspiele bereits verbüßt sind. Ändert sich die Spielklasse, tritt die neue Spielklasse anstelle der bisherigen.
II. Darüber hinaus wird der Spieler N. N. für alle anderen Spiele mit einschließlich 10.11.2013 gesperrt.
III. Ziffer V des Urteils vom 03.09.2013 des BSG wird dahingehend abgeändert, dass die Geldstrafe 100,00 € unter Vereinshaftung beträgt.
IV. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Kosten der Berufung in Höhe von 100,00 € trägt der Verein SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.
V. Hinsichtlich der Ziffern II und IV sowie hinsichtlich der Kostenentscheidung des Ersturteils Ziffer VI verbleibt es beim Urteil vom 03.09.2013 des BSG.

 

 

Gründe:

Mit Urteil des BSG vom 3.9.2013 wurde der Betroffene wegen einer Tätlichkeit für 5 Verbandsspiele gesperrt, darüber hinaus wurde eine Geldstrafe von € 150 gegen ihn verhängt.

Gegen dieses Urteil legte der SV X form- und fristgerecht Berufung ein.
Dem Betroffenen lag zur Last, am 14.8.2013 beim Bezirksliga -Spiel SV X gegen TSV Y seinen Gegenspieler A im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung in die Nase gebissen zu haben. Dieser versetzte dem Betroffenen daraufhin einen Schlag ins Gesicht und wurde des Feldes verwiesen.
Das VSG hat mündlich verhandelt, im Zuge der mündlichen Verhandlung hat der Berufungsführer die Berufung wirksam auf die Rechtsfolgen beschränkt.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe war zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er durch die Beschränkung der Berufung den zugrunde liegenden Sachverhalt letztlich eingeräumt hat und beim Geschädigten keine schwerwiegenden Verletzungen festzustellen waren. Der Betroffene hat sich am Ende der mündlichen Verhandlung auch entschuldigt und zeigte Einsicht und Reue.
Zu seinem Nachteil war andererseits zu berücksichtigen, dass er letztlich auch nach seiner eigenen Schilderung Auslöser der zunächst verbal geführten Auseinandersetzung war und den Geschädigten durch sein Verhalten zu einem Faustschlag provozierte hat, der wiederum eine Sperre nach sich zog.
Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände sowie der Tatsache, dass bereits eine Sperre von 3 Spielen abgelaufen war, erachtete das VSG eine Gesamtsperre von 4 Spielen als tat- und schuldangemessen.
Entsprechend den persönlichen Verhältnissen des Betroffenen sowie der gezeigten Einsicht und Reue konnte die Geldstrafe auf 100 € reduziert werden.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO, 11 FO.

 

 

Aktenzeichen: 00020-13/14-VSG
Sitzung vom:  05.11.2013
Besetzung:  Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger

 


B-Klassen-Spiel TSV Y gegen Y vom 08.09.2013


Urteil:

I. Der  Betroffene N. N. wird aus dem Bayerischen Fussball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen, Passnummer:, ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung von X.


Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last, am 8.9.2013 in der Halbzeitpause des B-Klassen-Spiels TSV Y gegen X den amtierenden Schiedsrichter im Kabinengang mit dem Knie gegen den linken Oberschenkel geschlagen zu haben, woraufhin dieser das Spiel abbrach.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a)  RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der Meldung des Schiedsrichters, der telefonischen Anhörung durch den Vorsitzenden des KSG, der Stellungnahme des Betroffenen und seines Vereins sowie der vom VSG ergänzend eingeholten Stellungnahme des SR zur Darstellung des Betroffenen. Der amtierende SR hat den Sachverhalt dahingehend bestätigt, dass es kein unabsichtlicher Kontakt, sondern ein-wenn auch eher leichter - Stoß des Betroffenen mit dessen Knie gegen den Oberschenkel war, Spieler oder Gegenstände seien dabei nicht in der Nähe gewesen.

Das VSG hat vorliegend keinerlei Zweifel an dieser Darstellung zumal der Betroffene bereits vorher auf dem Spielfeld heftig reklamiert hatte und deswegen für die zweite Halbzeit aus dem Innenraum verwiesen worden war.

Der Betroffene war daher wegen unsportlichen Verhaltens gemäß § 47  RVO zu bestrafen.


Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass der Betroffene zumindest eine Berührung eingeräumt hat und emotional erregt war. Nach den Angaben des SR handelte es sich um einen eher leichten Schlag ohne Folgen.

Zu seinen Lasten war allerdings zu sehen, dass der Betroffene als Trainer einen Schiedsrichter körperlich attackiert hat und er in der Vergangenheit bereits mehrfach durch ähnliche Vergehen aufgefallen ist.

Mit Urteil des VSG vom 31.10.2006 wurde der Betroffene wegen einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter aus dem Verband ausgeschlossen, dem vorangegangen waren ebenfalls mehrere Vergehen zum Nachteil von Schiedsrichtern. Zum 1.1.2009 wurde der Betroffene begnadigt, hat jedoch durch sein Verhalten gezeigt, dass er das in ihn gesetzte Vertrauen nicht erfüllt hat.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände kam im vorliegenden Fall nur der erneute Ausschluss aus dem Verband in Betracht, angesichts der einschlägigen Vorahndungen konnte auch eine befristete Sperre nicht mehr ausreichen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

Aktenzeichen:  00019-13/14-VSG
Sitzung vom:  05.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Krause

 

Berufung des FFC X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 15.10.2013, Az 0026813/14


Urteil:

I. Auf die Berufung des FFC X gegen das Urteil des SG vom 15.10.2013, Az.: 00268-13/14 wird das Urteil aufgehoben.

II. Das Verfahren wird eingestellt.

III. Die Kosten trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Beim Pokalspiel SC Y gegen FFC X am 03.10.2013 konnten die Spielerpässe der beiden Spielerinnen A. A. und B. B. (beide FFC X) bis zum Ende des Spiels nicht vorgelegt werden. Beide Spielerinnen wiesen sich gegenüber der SRin durch Lichtbildausweis aus. Die SRin wies die Verantwortlichen darauf hin, dass die Pässe innerhalb von drei Tagen nachgereicht werden müssen. Am 07.10.2013 um 16.29 Uhr gingen die beiden Pässe eingescannt per email beim Spielgruppenleiter ein, welcher diese email am gleichen Tag um 18.41 Uhr an das Sportgericht weiterleitete.
Das Sportgericht verurteilte am 15.10.2013 den Verantwortlichen des FFC X N. N. wegen unzulässigem Spielereinsatz nach § 77 Abs. 2 RVO zu einer Geldstrafe von 50 €.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht am 18.10.2013 gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO über die Antwortfunktion des Postfachfunktion eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Gemäß § 45 Abs. 1 SpO sind vor Spielbeginn die Spielerpässe vorzulegen. Diese Voraussetzung konnte der Berufungsführer für die beiden Spielerinnen A. und B. nicht erfüllen. Die Spielerinnen konnten sich jedoch gemäß § 45 Abs. 1 b) SpO ausweisen, so dass gemäß § 45 Abs. 2 SpO die Verpflichtung bestand die Spielberechtigung innerhalb von 3 Tagen beim zuständigen Sportgericht nachzuweisen. Ausweislich der Akten gingen die erforderlichen Nachweise am 07.10.2013 zwar um 16.29 Uhr beim Spielleiter, also dem unzuständigen Organ ein, wurden von dort jedoch um 18.41 Uhr an das zuständige Sportgericht weitergeleitet. Die Berechnung der Dreitagesfrist ist nach § 69 SpO vorzunehmen. Sie begann mithin am 04.10.2013 zu laufen und endete eigentlich mit Ablauf des 06.10.2013. Da es sich hierbei jedoch um einen Sonntag handelte, endete die Frist nach § 69 Abs. 2 SpO erst mit dem Ablauf des darauf folgenden Werktags, also dem 07.10.2013. Der Eingang bei Sportgericht war daher fristgerecht, so dass lediglich eine Bestrafung gemäß § 45 Abs. 3 SpO nach § 79 RVO vorzunehmen ist. Bei Fehlen eines Spielerpasses ist jedoch im Unterschied zu § 77 RVO lediglich die Bestrafung des Vereins und nicht des handelnden Vereinsverantwortlichen vorzunehmen. Das Urteil gegen N. N. ist mithin aufzuheben, da kein unzulässiger Spielereinsatz vorlag.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO


Aktenzeichen:  00018-13/14-VSG
Sitzung vom:  05.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Krause,

 

Berufung des FFC X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 15.10.2013, Az 00267-13/14


Urteil:

I. Auf die Berufung des FFC X gegen das Urteil des SG vom 15.10.2013, Az.: 00267-13/14 wird das Urteil mit der Maßgabe aufgehoben, dass der FFC X gemäß § 79 RVO mit einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von 30 € belegt wird. Das Spiel ist nach Ausgang zu werten.

II. Die Kosten der 1. Instanz in Höhe von 25 € trägt der Berufungsführer, die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Beim Pokalspiel SC Y gegen FFC X am 03.10.2013 konnten die Spielerpässe der beiden Spielerinnen A. A. und B. B. (beide FFC X) bis zum Ende des Spiels nicht vorgelegt werden. Beide Spielerinnen wiesen sich gegenüber der SRin durch Lichtbildausweis aus. Die SRin wies die Verantwortlichen darauf hin, dass die Pässe innerhalb von drei Tagen nachgereicht werden müssen. Am 07.10.2013 um 16.29 Uhr gingen die beiden Pässe eingescannt per email beim Spielgruppenleiter ein, welcher diese email am gleichen Tag um 18.41 Uhr an das Sportgericht weiterleitete.
Das Sportgericht verurteilte am 15.10.2013 den FFC X wegen unzulässigem Spielereinsatz nach § 77 Abs. 1 RVO zu einer Gesamtgeldstrafe von 100 € und nahm eine Spielwertung zugunsten des SC Regensburg vor.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht am 18.10.2013 eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Gemäß § 45 Abs. 1 SpO sind vor Spielbeginn die Spielerpässe vorzulegen. Diese Voraussetzung konnte der Berufungsführer für die beiden Spielerinnen A und B nicht erfüllen. Die Spielerinnen konnten sich jedoch gemäß § 45 Abs. 1 b) SpO ausweisen, so dass gemäß § 45 Abs. 2 SpO die Verpflichtung bestand die Spielberechtigung innerhalb von 3 Tagen beim zuständigen Sportgericht nachzuweisen. Ausweislich der Akten gingen die erforderlichen Nachweise am 07.10.2013 zwar um 16.29 Uhr beim Spielleiter, also dem unzuständigen Organ ein, wurden von dort jedoch um 18.41 Uhr an das zuständige Sportgericht weitergeleitet. Die Berechnung der Dreitagesfrist ist nach § 69 SpO vorzunehmen. Sie begann mithin am 04.10.2013 zu laufen und endete eigentlich mit Ablauf des 06.10.2013. Da es sich hierbei jedoch um einen Sonntag handelte, endete die Frist nach § 69 Abs. 2 SpO erst mit dem Ablauf des darauf folgenden Werktags, also dem 07.10.2013. Der Eingang bei Sportgericht war daher fristgerecht, so dass lediglich eine Bestrafung gemäß § 45 Abs. 3 SpO nach § 79 RVO vorzunehmen ist und kein unzulässiger Spielereinsatz vorlag.
Da es sich um zwei nachgereichte Pässe handelt ist eine Gesamtstrafe zu bilden. Aufgrund des einfach gelagerten Falls ist die Verhängung einer leicht erhöhten  Mindeststrafe angemessen.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00017-13/14-VSG
Sitzung vom: 05.11.2013
Besetzung:  Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger

 


Bezirksliga-Spiel DJK Y gegen DJK X vom 03.10.2013
Berufung DJK X

Urteil:


I. Die Berufung der DJK X gegen das Urteil des BSG vom 9.10.2013, Az.: 00041-13/14 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 60 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100 trägt die DJK X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 9.10.2013 wurde die Neuansetzung des Verbandsspiels DJK Y gegen DJK X angeordnet.

Der amtierende SR hatte das Spiel der beiden Mannschaften am 3.10.2013 aufgrund einer schweren Verletzung eines Spielers der Heimmannschaft abgebrochen. Ausweislich der vorliegenden Meldung  hatte dieser auf Bitten der Heimmannschaft den Spielführer des Gegners hinsichtlich eines Spielabbruchs befragt, woraufhin dieser der Heimmannschaft die Entscheidung überlassen hat.

2. Die Berufung ist zulässig, insbesondere durch Einlegung per Antwortfunktion form- und fristgerecht. Soweit das Rechtsmittel als Revision bezeichnet ist, ist dies unschädlich.

3. Die Berufung hat in der Sache keinen Erfolg, da ein verschuldeter Spielabbruch im Sinne des § 74 RVO, 40 SpO nach der Rechtsprechung des VSG zu diesen Fällen nicht gegeben ist.


Der Abbruch des Spiels ist im vorliegenden Fall durch den amtierenden SR erfolgt, die Bitte des Heimvereins führt jedoch nicht zu einem Verschulden desselben, da die Entscheidung verantwortlich durch den SR getroffen wurde.

Es ist nicht ersichtlich, dass sich die Spieler des Heimvereins beispielsweise geweigert hätten, ohne einen Abbruch weiter zu spielen, ob der Spielabbruch in der Sache zu recht erfolgt ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle  ( vgl. Urteil des VSG vom 18.5.2010).

Die Anordnung der Neuansetzung durch das BSG ist daher nicht zu beanstanden.

Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§ 32, 33 RVO, 11 FO

 

Aktenzeichen:  00015-13/14-VSG
Sitzung vom:  05.11.2013
Besetzung:   Beierlein, Preißinger, Frey

 

Bezirksliga-Spiel TB/ASV X gegen FC Y vom 20.10.2013, Spielnummer:


Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwaltes vom 04.11.2013 wird das Urteil des BSG vom 30.10.2013 in Ziffer I wie folgt abgeändert:

Der Spieler N. N., TB /ASV X, wird gemäß § 65 Abs. 1 RVO wegen unsportlichen Verhaltens ab 20.10.2013 für 2 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins TB/ASV X gesperrt. Ändert sich diese Spielklasse, tritt die neue Spielklasse an Stelle der bisherigen.

II. Hinsichtlich der Ziffern II und III verbleibt es beim Urteil vom 30.10.2013 des BSG Oberpfalz.

III. Die Kosten der ersten Instanz in Höhe von 25,00 € trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung des TB/ASV X. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Beim Spiel der Herrenmannschaften zwischen TB/ASV X und FC Y am 20.10.2013 stellte der amtierende SR in der 75. Min. den Spielertrainer N. N. mit roter Karte vom Platz. Der Spieler verließ das Spielfeld.

Mit Urteil vom 30.10.2013 verurteilte das BSG den Spieler nach § 65 I RVO für die Zeit von 05.11.2013 für zwei Verbandsspiele.

Mit Schreiben vom 04.11.2013 legte der Verbandsanwalt gegen das obige Urteil Berufung ein und wies darauf hin, dass keine "von bis Sperre" auszusprechen sei, da es sich um eine rote Karte mit FaD gehandelt habe. Er beantragt die Aufhebung des Urteils.

2. Das Verbandssportgericht ist gem. § 20 I RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist sowohl zulässig und erweist sich auch in der Sache als begründet.


3. Nach einer roten Karte, also einem Feldverweis auf Dauer beginnt eine automatische Sperre, so dass im vorliegenden Fall eine sog. "von bis Sperre" nicht zulässig war. Das Urteil war deshalb insoweit aufzuheben und der Spieler mit einer Sperre von zwei Verbandsspielen zu belegen.


4. Kosten §§ 32,33 RVO .

 

 

Aktenzeichen:  00013-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.10.2013
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger

 

 

Bezirksliga-Spiel TSV X gegen TSV Y II vom 22.09.2013
Berufung des TSV X gegen das Urteil des BSG, Az.: 00046-13/14


Urteil:


I. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 27.09.2013 wird als unbegründet zurückgewiesen. 

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der TSV X.


Gründe:

Mit Urteil des BSG vom 27.9.2013 wurde der Spieler N. N. wegen rohen Spiels im Bezirksliga-Spiel TSV X gegen TSV Y vom 22.9.2013 für 3 Verbandsspiele gesperrt. Gegen dieses Urteil legte der TSV X am 1.10.2013 Berufung ein mit der Begründung, es habe sich bei den Vergehen lediglich um einen Pressschlag gehandelt.

Die Berufung ist zulässig, insbesondere form- und fristgerecht eingelegt. Das VSG ist  für die Entscheidung zuständig § 20 Abs. 1 d).

Die Berufung hat in der Sache keinen Erfolg, da ausweislich der Aktenlage sowie der ergänzenden Stellungnahmen der Schiedsrichter rohes Spiel des Spielers N. N. angenommen werden muss. Durch das VSG wurden die beteiligten Schiedsrichter ergänzend angehört, eine Stellungnahme des Vereins hierzu lag vor.

Der Hauptschiedsrichter A bestätigte per Mail auch in Übereinstimmung mit seinem Assistenten, dass es keine Äußerung  seitens eines Linienrichters gegeben habe, wonach es sich bei dem Vergehen des Spielers N um einen Pressschlag gehandelt hätte und bestätigte im Übrigen seine Meldung.

Das VSG hat  an verschiedenen Tagen mehrfach versucht, den vom TSV X angebotenen Zeugen B (Assistenztrainer des Gegners) telefonisch zu erreichen, was jedoch nicht gelungen ist. Die Vernehmung von Zuschauern kam vorliegend nicht in Betracht.

 In diesem Zusammenhang ist für das VSG auch kein Nachweis geführt, dass der Schiedsrichterassistent angegeben habe, es sei lediglich einen Pressschlag gewesen. Eine entsprechende Nachfrage ergab, dass dies nicht der Fall war, im Übrigen wäre auch in diesem Fall zu berücksichtigen, dass es letztlich der Entscheidung des Hauptschiedsrichters obliegt, den Sachverhalt zu bewerten und eine entsprechende Entscheidung zu treffen.

Die vom BSG vorgenommene Würdigung sowie die Verhängung einer Sperre von 3 Verbandsspielen erscheint tat-und schuldangemessen, zumal die Mindestsperre nach § 66 RVO bei zwei Wochen liegt.

Die Berufung war daher zurückzuweisen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens waren dem Berufungsführer aufzuerlegen, §§  32,33 RVO, 11 FO.

 

Aktenzeichen: 00012-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.10.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

 

Bezirksliga-Spiel SC Y gegen FT X vom 22.09.2013
Berufung des FT X gegen das Urteil mit Aktenzeichen 00095-13/14


Urteil:


I. Auf die Berufung des FT X vom 03.10.2013 wird das Urteil des BSG, Az.: 00095-13/14 vom 30.09.2013 aufgehoben und das Verfahren an das BSG zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet. Über die Kosten der ersten Instanz hat das BSG erneut zu entscheiden.

Gründe:

Es liegt ein Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs vor. Mit Schreiben vom 29.09.2013 wurde dem FT X eine Frist zur Stellungnahme bis 06.10.2013 gesetzt. Das Urteil des BSG erging am 30.09.2013, also vor Ablauf der gesetzten Frist. Eine Stellungnahme des Vereins, zum Vorwurf hinsichtlich des unzulässigen Einsatzes des Spieler N. N., war bis zum Zeitpunkt des Urteils beim BSG nicht eingegangen. Mit der Berufungsschrift, die am 03.10.2013 einging, und die somit noch innerhalb der vom BSG gesetzten Stellungnahmefrist lag, macht der FT X den entscheidungserheblichen Einwand geltend, dass der Spielerpass des Spielers N. N. in der Pause dem SR in Anwesenheit der beiden Assistenten übergeben wurde. Der Sachverhalt bedarf der Aufklärung.

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00011-13/14-VSG
Sitzung vom:  14.10.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Beierlein

Bezirksliga-Spiel FC X II - SpVgg Y vom 15.08.2013
Berufung des Vereins FC X gegen das Urteil mit Aktenzeichen 00035-13/14


Urteil:

I. Die Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 16.09.2013, Az: 00035-13/14 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens  in Höhe von 60,00 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €  trägt der FC X.
.


Gründe:

1. Am 16.08.2013 ging beim BSG die Email des Berufungsführers ein, mit welcher er mitteilte, dass ihm erst jetzt aufgefallen sei, dass der Spieler N am 15.08.2013 beim Spiel der 2. Mannschaft gegen Y eingesetzt wurde, obwohl er bereits am Vortag in der Partie der Regionalliga-Mannschaft der X gegen Z zum Einsatz kam. Somit läge also ein Verstoß gegen § 44 VI SpO vor. Das BSG entschied daraufhin mit Urteil vom 16.09.2013, dass der Berufungsführer gemäß § 77 I RVO wegen unzulässigem Spielereinsatzes mit einem Punktabzug von 3 Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00 zu belegen ist. Ebenfalls erfolgte eine Spielwertung gemäß § 40 SpO. Die mit Schreiben vom 19.09.2013 eingelegte Berufung stützt sich insbesondere darauf, dass der Spieler nicht vorsätzlich, sondern nur irrtümlich eingesetzt wurde und auf einer fahrlässig unterlassenen Prüfung der Mannschaftsverantwortlichen und der daraus resultierenden irrigen Annahme, dass der Spieler am nächsten Tag spielberechtigt wäre. Dementsprechend würde ein leichter Fall nach Ansicht des Berufungsführers vorliegen, insbesondere auch, da hier eine entsprechende Selbstanzeige erfolgte.

2. Die Berufung ist zurückzuweisen.
Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

Der unzulässige Spielereinsatz des Spielers N ist unstreitig. Es geht dem Berufungsführer letztlich darum, den Vorgang als leichten Fall zu werten.

Dies ist nach Ansicht des VSG nicht der Fall. Bei einer entsprechenden Prüfung durch die Verantwortlichen hätte diesen auffallen müssen, dass ein Spielrecht des betroffenen Spielers nicht vorgelegen hat.

Auch liegt kein Fall der Selbstanzeige vor. Seitens des BSL N wurde der Berufungsführer nach dem Spiel der betroffenen Mannschaft auf den Fehler beim Einsatz aufmerksam gemacht. Erst daraufhin erfolgte die entsprechende "Selbstanzeige".

Der Fall war daher letztlich bereits entdeckt.

Eine strafbefreiende Selbstanzeige kennt im Übrigen die RVO nicht.

Es kann im vorliegenden Fall dahinstehen, ob eine Selbstanzeige überhaupt den Vorgang als leichten Fall zu bewerten lässt.

Gründe hierzu liegen jedenfalls nach Ansicht des VSG nicht vor, so dass die Berufung mit der Maßgabe der Kostenfolge gemäß §§ 32, 33 RVO zurückzuweisen war.

 

Aktenzeichen: 00010-13/14-VSG
Sitzung vom   14.10.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Beierlein

 

Herren-Kreisliga-Spiel DJK X - TSV Y vom 01.09.2013

Urteil:

1. Das Verfahren gegen JGSL N. N. wird eingestellt.

2. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV.


Gründe:

1. Beim Kreisliga-Spiel DJK X - TSV Y am 01.09.2013 wurde vom SR gemeldet, dass der Mannschaftsverantwortliche N. N. ihn nach dem Spiel vor der Kabine dahingehend anmotzte "So was kann man sich auch nur erlauben, wenn man Bezirksliga pfeifft." Der Betroffene hat hierzu mit Schreiben vom 02.09.2013 dahingehend Stellung genommen, dass er zum SR gesagt habe, dass dieser sicher anders gepfiffen hätte, wenn er beobachtet worden wäre und nicht, wie in der Kreisliga, ohne Beobachtung.

2. Das Verfahren gegen den Betroffenen wird eingestellt. Das VSG ist zuständig. Der Betroffene ist als Jugendgruppenspielleiter Funktionär.

Nach Ansicht des VSG kann es dahinstehen, ob der Betroffene die Worte, wie in der Anzeige gebrauchte, oder wie er diese selbst darstellt.

Beides stellt nach Ansicht des VSG eine Meinungsäußerung dar, die die Grenze zur Unsportlichkeit gegenüber dem SR noch nicht überschritten hat. Die Ausführungen stellen eine nur leise Kritik dar, die vom SR im vorliegenden Fall hinzunehmen war. Nachdem eine Unsportlichkeit nicht vorliegt, ist das Verfahren einzustellen.

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00007-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.09.2013
Besetzung:  Beierlein, Krause, Frey
 

Verfahren gegen SR'in N. N.

Urteil:


I. Das Verfahren gegen Bezirks-Frauen-Schiedsrichterbeauftragte N. N. wird gem. § 24 III RVO eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Die Betroffene leitete am 19.07.2013 das Frauenprivatspiel ETSV X - TSV Y. Am 20.07.2013 erstattete sie eine Meldung dahingehend, dass bzgl. der Spielerin A. A. (ETSV X) nur eine gültige Onlinespielberechtigung vorgelegen habe, sie habe den Verein darauf aufmerksam gemacht, dass man einen amtlichen Lichtbildausweis be-nötige, der jedoch nicht bis zum Spielende vorgelegt wurde.

Daraufhin hat das KSG mit Schreiben vom 01.08.2013 gegen die Betroffene ein Ver-fahren eingeleitet, dies unter Hinweis auf § 43 VII SPO. Die Betroffene gab im An-schluss hieran, ohne Datum nochmals eine ausführliche Stellungnahme ab, auf die verwiesen wird.

2. Mit Beschluss vom 20.08.2013 hat das KSG das Verfahren an das VSG abgegeben, da die Betroffene Funktionär ist.

3. Das Verfahren gegen die Bezirks-Frauen-Schiedsrichterbeauftragte war aus tatsäch-lichen Gründen einzustellen.

Die Betroffene war verpflichtet das Spiel anzupfeifen, so dass ein sportwidriges Ver-halten nicht vorliegt. Dies ergibt sich insbesondere aus § 45 Abs. 5, Sätze 4-6 SpO. Soweit sich der Spieler bei einer Onlinespielberechtigung nicht durch einen amtlichen Lichtbildausweis legitimieren kann, sieht § 45 Abs. 5 Satz 5 SpO eine Bestrafung vor.
Eine gleichlautende Stellungnahme des Landeslehrwartes des BFV lag hierzu vor.

Das Verfahren war deshalb aus tatsächlichen Gründen einzustellen.


4. Die Kostenentscheidung beruht auf  §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00006-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.09.2013
Besetzung:  Beierlein, Preißinger, Krause


Bezirksliga-Spiel 1. FC Y gegen SV X  vom 26.07.2013
Berufung SV X gegen das Urteil des BSG vom 5.8.2013 (Az:00011-13/14)

Urteil:


I. Auf die Berufung des SV X wird das Urteil des BSG vom 05.08.2013 aufgehoben.

II. Das Verfahren gegen den SV X wird eingestellt.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV.

Gründe:

 


1. Beim Bezirksliga-Spiel 1. FC Y gegen SV X am 26.07.2013 wurde vom SR gemeldet, dass seitens des SV X der Name des Spielers N. N. (laut Reisepass) im Spielerpass falsch geschrieben sei (N. N.). Das BSG belegte mit Urteil vom 05.08.2013 (Az: 00011-13/14) den SV X nach § 79 RVO mit einer Geldstrafe von 25.- Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 Lit d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Nach § 79 RVO ist ein Verein zu bestrafen, wenn er, bei bestehendem Spielrecht, einen nicht ordnungsgemäßen Spielerpass vorlegt, um seiner Verpflichtung aus § 45 Abs.1 SpO nachzukommen. Dieser Tatbestand ist hier nicht erfüllt. Der Nachweis der Spielberechtigung des Spielers N. N. erfolgte ausweislich der Meldung des SR mittels Ausdruck der Detail-Spielberechtigung aus Pass-Online, was sich im Übrigen auch aus der Einsichtnahme des SR in den Reisepass des Spielers ergibt. Die fehlerhafte Namensschreibweise im Online-Ausdruck ist dem SV X nicht anzulasten. Zum Einen bezieht sich die Verantwortlichkeit des Vereins für die Richtigkeit von Angaben nach § 43 Abs.10 SpO wörtlich nur auf den Spielerpass. Zum Anderen ist weder die Fehlerhaftigkeit des Ausdrucks noch die Tatsache, dass der Fehler nicht bemerkt wurde, auf schuldhaftes Verhalten des Vereins zurückzuführen. Im Passantrag war der Name richtig angegeben und die Sorgfaltspflichten bei Fertigstellung eines Spielerpasses mit Bildbefestigung, Unterschriftsleistung durch den Spieler sowie Signatur durch den Vereinsstempel sind nicht auf die Online-Berechtigung übertragbar.

Die Berufung ist damit begründet, das Urteil des BSG war aufzuheben und das Verfahren einzustellen.

4. Kosten: §§ 32,33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00005-13/14-VSG
Sitzung vom:  17.09.2013
Besetzung:  Beierlein, Frey, Krause


Frauen 2. Bundesliga-Spiel FC X gegen FFC Y vom 27.08.2013,
Berufung des Vereins FC X gegen das Urteil vom 03.09.2013 mit Aktenzeichen: 00053-13/14

Auf die Berufung der FC X vom 05.09.2013 wird das Urteil des BSG vom 03.09.2013 insgesamt wie folgt neu gefasst:


Urteil:

I. Die Spielerin N. N. wird gemäß § 68 Abs. 1 RVO ab dem 27.08.2013 für 5 Wochen gesperrt.

II. Weiterhin erhält die Spielerin N. N. gemäß § 48 Abs. 1 RVO i. V. m. § 48 Abs. 3 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 200,00 € unter Vereinshaftung.

III. Die Kosten des Verfahrens erster Instanz in Höhe von 25,00 € sowie die Kosten der Berufungsinstanz in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt die Spielerin N. N. unter Mithaftung der FC X.


Gründe:


 
1.  Bei dem Privatspiel der Frauenmannschaften des FC X gegen den FC Y am 27.08.2013 entschied in einer Zweikampfsituation im Strafraum des Gastvereins die Schiedsrichterin auf Weiterspielen. Die Spielerin N. N. war jedoch der Auffassung, dass sie gefoult wurde, nahm daher den Ball mit den Händen auf und warf diesen aus Empörung über die anderslautende Entscheidung aus kurzer Entfernung Richtung Schiedsrichterin, wobei diese vom Ball am Schienbein getroffen wurde. Ferner belegte sie die Schiedsrichterin mit der Frage "Schiri, willst Du mich verarschen?" Eine Stellungnahme zum Feldverweis ging beim Sportgericht nicht ein.

Das BSG verurteilte die Spielerin N. N. mit Urteil vom 03.09.2013 mit einer Sperre für 5 Verbandsspiele der Frauen 2. Bundesliga, für alle weiteren Verbandsspiele bis zum Ablauf dieser Sperre sowie für alle anderen Spiele bis 01.10.2013, ferner mit einer Geldstrafe von 200 €. Der FC X legte über die Antwortfunktion des Postfachs am 05.09.2013 Berufung gegen das Urteil ein und begründete diese unter anderem damit, dass man auf ein offizielles Schreiben des BFV mit Fristsetzung zur Stellungnahme gewartet habe, dass bei einem Privatspiel eine andere Bestrafung zu treffen und dass es tatsächlich ein Foul an der Spielerin N gewesen sei. Ferner wurde vorgetragen, dass keine Absicht der Spielerin vorlag die Schiedsrichterin zu treffen, sondern der Ball nur emotionsgeladen im Vorwärtsgehen von sich geworfen wurde.

2.  Das VSG ist gemäß § 20 I d RVO für die Entscheidung zuständig.

3.  Die Berufung ist weitestgehend unbegründet. Gemäß § 39 Abs. 3 RVO ist eine Mitteilung an den Verein im Falle eines Feldverweises auf Dauer zur Wahrung des rechtlichen Gehörs nicht erforderlich. Vielmehr hat der betroffene Verein nach § 36 Abs. 2 RVO binnen drei Tagen nach Eingang des Schiedsrichterberichts eine Darstellung des Vorfalls einzusenden. Eine solche Stellungnahme unterblieb jedoch, so dass der Berufungsführer mit dem erst im Berufungsverfahren erfolgten Vortrag gemäß § 44 Abs. 4 RVO präkludiert ist. Hiernach kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, welche bereits in 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Ungeachtet dessen ist nach Auffassung des VSG der Berufungsführer mit der Entscheidung des BSG im Hinblick auf das Strafmaß sowie die Verurteilung nach § 68 Abs. 1 RVO keineswegs nachteilig bewertet worden. Bei dem festgestellten Sachverhalt wäre durchaus eine Bestrafung nach § 68 Abs. 2 RVO, welcher selbst in leichteren Fällen eine Mindeststrafe von 8 Wochen umfasst, diskutabel gewesen. Das Urteil des BSG war lediglich im Hinblick auf § 51 Abs. 5 Satz 7 RVO abzuändern, da in allen Spielen die keine Verbandsspiele im Sinne dieser Vorschrift sind, die Strafen nach Wochen und nicht nach Spieltagen zu bemessen sind. Da es sich um ein Privatspiel handelt, ist mithin die Sperre von 5 Spieltagen auf 5 Wochen abzuändern. Die neben der Sperrstrafe verhängte Geldstrafe ist aufgrund der Art und Weise der Verfehlung der Spielerin nicht zu beanstanden und aus Sicht des VSG mindestens straf- und schuldangemessen. Somit ist ein Erfolg der Berufung im Sinne der Strafreduzierung nicht gegeben, so dass die Kosten beider Instanzen der Berufungsführer zu tragen hat.

Kosten §§ 32, 33 RVO

 


Aktenzeichen: 00004-13/14-VSG
Sitzung vom:  03.09.2013
Besetzung:  Beierlein, Krause, Schreckenbauer

 

Bezirksliga-Spiel TSV Y gegen TSV X vom 09.08.2013, Berufung des Vereins TSV X gegen das Urteil des BSG vom 20.8.2013 (Az: 00038-13/14)


Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.
II. Die Verfahrensgebühr in Höhe von 60.- Euro sowie die Berufungsgebühr über 100.- Euro trägt der Verein TSV X

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel TSV Y gegen TSV X am 9.8.2013 wurde der Spieler N. N., TSV X, mit Roter Karte vom Platz gestellt. Laut Meldung des SR hatte seinem Gegenspieler ohne Chance auf den Ball mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen, der mit stark blutender Platzwunde ausgewechselt werden musste. Das BSG belegte mit Urteil vom 20.8.2013 (Az:00038-13/14) den Täter mit einer Spielsperre von fünf Spielen. Gegen das in diesem Urteil festgelegte Strafmaß richtet sich die Berufung des TSV X.
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.
3. Die Berufung ist nicht begründet. Der in der Meldung des SR klar geschilderte Sachverhalt stellt zweifelsfrei rohes Spiel im Sinne des § 66 Abs.1 RVO dar. Auch im Strafmaß ist das Urteil des BSG nicht zu beanstanden. Der im § 66 Abs.1 RVO vorgegebene Strafrahmen reicht von zwei Spielen bis zu einem halben Jahr Sperrzeit. Der in der Meldung des SR vorgetragene Ellenbogenschlag rechtfertigt insbesondere auch im Hinblick auf die Verletzung des getroffenen Spielers eine Sperrzeit von fünf Spielen voll.
Die in der Berufungsschrift von Verein und Spieler vorgetragenen Milderungsgründe können keine Berücksichtigung finden. Nach § 44 Abs.4 RVO sind in der Berufung Beweismittel ausgeschlossen, die bereits in der ersten Instanz gebracht werden konnten. Zur ersten Instanz war weder eine Stellungnahme des Spielers noch des Vereins fristgerecht nach § 36 Abs.2 RVO eingegangen.
4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 I Nr.8 b, 13 d RVO

 

Aktenzeichen: 00001-13/14-VSG
Sitzung:  vom 30.07.2013
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Krause

 

Beschwerde des SSV X vom 11.07.213 gegen die Einteilung in die Gruppe 2

Urteil:

I. Die Beschwerde des SSV X gegen den Bescheid des Bezirks-Spielausschusses vom 26.07.2013 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 €, sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 80,00 € trägt der SSV X.


Gründe:

1. Der SSV X legte mit Schreiben vom 28.06.2013 Beschwerde ein gegen die Klasseneinteilung der zweiten Mannschaft in die Gruppe 2 durch die Kreisspielleitung des Kreises 1. Die Beschwerde wurde mit Bescheid vom 07.07.2013 vom Bezirks-Spielausschuss zurückgewiesen. Hiergegen legte der SSV X mit Schreiben vom 11.07.2013 Beschwerde zum Verbands-Spielausschuss ein. Der Verbands-Spielausschuss regte eine einvernehmliche Regelung mit den Vereinen an. Trotz einer gemeinsamen Aussprache der Vereine am 23.07.2013 kam diese nicht zustande. Mit Bescheid vom 26.07.2013 wurde die Beschwerde des SSV X erneut vom Bezirks-Spielausschuss zurückgewiesen. Dieser Beschluss ist als Nichtabhilfebescheid zu werten, so dass die Entscheidung des Verbands-Spielausschusses zu treffen wäre. Der Verbandsanwalt legte im Namen des Verbands-Präsidenten wegen der Eilbedürftigkeit das Verfahren mit Schreiben vom 29.07.2013 dem VSG zur Entscheidung vor. Der Verbandsanwalt beantragte die Zurückweisung der Beschwerde.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Bezirks-Spielausschusses ist zulässig aber unbegründet. 

 Das VSG hat sich mit der Frage der Überprüfung der Einteilung der Mannschaften in bestimmte Ligen bereits in mehreren Entscheidungen befasst (Fall 2-2003/2004 und

Fall 38-2003/2004, Fall 67-2012/2013). Danach gelten folgende Grundsätze, die auch nach erneuter Überprüfung aufrechterhalten und wie folgt ergänzt werden:

Beschwerdeberechtigt ist nur ein Verein, der durch die Einteilung einer seiner Mannschaften in eine bestimmte Liga benachteiligt ist und deshalb die Aufnahme in eine andere Liga begehrt. Keine Benachteiligung liegt vor, wenn der Verein sich nicht gegen die Einteilung in eine bestimmte Liga wehrt, sondern mit der Beschwerde geltend macht, dass bestimmte Mannschaften in seiner Liga spielen oder dort gerade nicht eingeteilt werden. Ein Recht, die Zusammensetzung der Ligen zu bestimmen, in denen die Mannschaften eines Vereins spielen, besteht nicht. Eine solche Gestaltung würde nämlich in vielen Fällen dazu führen, dass die Einteilung der Mannschaften nicht mehr vorgenommen werden könnte, weil naturgemäß bei einer Vielzahl von Vereinen unterschiedliche Prioritäten bei der Zusammensetzung der Ligen bestehen (Entfernung, Tradition, Spielstärke, etc.).

Der Beschwerdeführer rügt hier die Einteilung in die Klasse 2 und begehrt die Einteilung in die Klasse 5. Die Beschwerde ist daher zulässig.

Die Beschwerde ist jedoch unbegründet, was sich aus folgenden Erwägungen ergibt:

Die Einteilung der Vereine gemäß §§ 10 Abs. 2, 18 Abs. 5, 19 Abs. 5 SpO obliegt dem Ermessen des für den Spielbetrieb zuständigen Organs, das hierbei nach geografischen, spieltechnischen und verkehrstechnischen Gesichtspunkten vorzugehen hat. Das VSG kann daher nur prüfen, ob das Ermessen ausgeübt wurde und dabei kein Ermessensfehler unterlaufen ist, also insbesondere eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen wurde, die den vorgegebenen Parametern folgt und nicht willkürlich ist. Regelmäßig werden sich dabei mehrere Möglichkeiten der Einteilung der Ligen ergeben und Grenzfälle auftreten, wobei die Entscheidung solcher Fälle dann das obengenannte Organ autonom zu treffen hat. Ein Anspruch eines Vereins darauf, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen eine bestimmte getroffen wird, besteht nicht. Auch kann nicht gefordert und dementsprechend überprüft werden, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen die "optimalste Lösung" herangezogen wird. Zum einen lässt sich diese optimalste Lösung meist nicht objektiv feststellen, sondern besteht nur aus dem Blickwinkel eines oder mehrere Vereine, zum anderen steht dem Organ nur ein kurzes Zeitfenster zwischen dem Abschluss der Vorsaison und dem Neubeginn der Folgesaison zu, so dass die dafür notwendige Zeit, die objektiv beste Lösung zu ermitteln, nicht zur Verfügung steht. Die rechtzeitige Sicherheit über die Zusammensetzung der Ligen ist aber unter dem Aspekt des Wettbewerbs ebenfalls ein zu berücksichtigender Gesichtspunkt.

Unter Beachtung dieser Grundsätze ist die Einteilung durch die Kreisspielleitung nicht zu beanstanden. Ein Ermessensfehler ist nicht ersichtlich. Jede Liga führt die Normzahl von 16 Vereinen. Die von allen Vereinen zu fahrende Gesamtkilometerleistung wurde bei der Gestaltung berücksichtigt. Dabei stellt die Fahrleistung nur einen von mehreren Gesichtspunkten dar. Ein Ermessensfehler könnte nur dann vorliegen, wenn ein grobes Missverhältnis bestünde.


Ein solches liegt bei den knappen Unterschieden, die der SSV X aufzeigt, nicht vor. Die Bildung einer Gruppe mit 15 Mannschaften und einer solchen mit 17 Mannschaften kann jedenfalls ohne allgemeine Zustimmung der Vereine nicht vorgenommen werden. Gruppen mit einer ungeraden Anzahl von Mannschaften sollen schon wegen des Wettbewerb-Charakters die Ausnahme bleiben. Die Notwendigkeit, dass jeweils ein Verein pro Spieltag spielfrei bleibt, führt zu einem permanenten Missverhältnis in der Tabelle, weil die Vereine auch bei termingenauem Verlauf der Runde immer eine unterschiedliche Anzahl von Spielen haben. Damit begründet die Ablehnung von zwei solchen Gruppen auch keinen Ermessenfehler.

Die Beteiligung der Vereine hat spätestens in der Aussprache am 23.07.2013 stattgefunden, so dass insoweit nicht mehr zu bewerten ist, ob die fehlende Beteiligung der Vereine einen Ermessensfehler darstellen könnte.

Weitere Gründe, die eine fehlerhafte Ermessenausübung begründen könnten, zeigt der SSV X nicht auf und sind auch nicht ersichtlich.

 Aus diesen Gründen ist die Beschwerde zurückzuweisen.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbands-Präsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr festgesetzt, die dem Stand des Beschwerdeverfahrens entspricht (hier Beschwerde zum Verbands-Spielausschuss) und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht.

Urteile 2012/13

 

Aktenzeichen: 00093-12/13-VSG
Sitzung vom:  01.10.2013
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger

Bezirksliga-Spiel FC X gegen FC Y vom 20.04.2013,
Berufung FC X gegen das Urteil des BSG vom 07.05.2013 
                                                                

Urteil:


I. Auf die Berufung des FC X wird das Urteil des BSG vom 07.05.2013 dahingehend abgeändert, dass gegen den betroffenen Verein wegen Verletzung der Platzdisziplin in 2 Fällen eine Gesamtgeldstrafe von 1000 € verhängt wird.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 114,38 €, die Berufungsgebühr in Höhe von 100 € und die Kosten der mündlichen Verhandlung tragen je zur Hälfte der FC X und der BFV. Bezüglich der Kosten des Erstgerichts verbleibt es bei der dort getroffenen Entscheidung.

 

 

 

 

 

 

 

Gründe:


Mit Urteil des BSG vom 07.05.2013 wurde der betroffene Verein wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe von 2500 € belegt. Gegen dieses Urteil legte der Verein mit E-Mail vom 13.05.2013 form- und fristgerechte Berufung ein.
Die Berufung ist zulässig, jedoch nur teilweise begründet.
Dem betroffenen Verein liegt zur Last, den amtierenden Schiedsrichter anlässlich eines Spieles gegen den FC  Y am 20.04.2013 in Y nicht durch einen erkennbaren und ausreichenden Ordnungsdienst gegen Spieler und Zuschauer des FC X geschützt zu haben. Sowohl der Schiedsrichter als auch seine Assistenten sind nach dem Schlusspfiff beleidigt und bedroht worden. Darüber hinaus wurde der PKW VW des Schiedsrichters N. durch einen Anhänger des FC X zerkratzt, wobei ein Sachschaden in Höhe von insgesamt 1405,78 € entstand.
Das VSG hat mündlich verhandelt und Beweis erhoben durch Vernehmung der Zeugen A, B, C und N. Die vorhandenen Unterlagen wurden ausgewertet. Der Verein hat auf die Einvernahme weiterer Zeugen verzichtet.
Seitens des Betroffenen Vereins wurde eingeräumt, dass am fraglichen Tag kein nach außen erkennbarer Ordnungsdienst vorhanden gewesen sei und dass es nach Abpfiff des Spiels auch zu Beleidigungen gegenüber den Schiedsrichtern durch Anhänger des Vereins gekommen sei. Die Sicherheit der Schiedsrichter sei jedoch jederzeit gewährleistet gewesen. Die Zeugen B und C konnten Äußerungen hinsichtlich einer Beschädigung des PKW des Schiedsrichters N nicht bestätigen, bestätigten jedoch zahlreiche beleidigende Äußerungen der Anhänger des FC X sowie die Tatsache, dass sich mehrere aufgebrachte Personen dem Schiedsrichtergespann im Mittelkreis nähern wollten.
Die ebenfalls vernommenen Zeugen A und N, beide Schiedsrichter am 20.04.2013 gaben übereinstimmend an, dass sich sowohl Spieler als auch vereinzelte Zuschauer auf dem Spielfeld befunden  und die Schiedsrichter massiv verbal attackiert hätten, beide Zeugen bekundeten zudem übereinstimmend in diesem Zusammenhang  auch Äußerungen dahingehend gehört zu haben, die auf eine Beschädigung des PKWs der Schiedsrichter hindeuteten.
Insbesondere Schiedsrichter N schilderte den Sachverhalt im Rahmen seiner Vernehmung vom 11.09.2013 ruhig, sachlich und ohne jeden Belastungseifer. Seine Angaben waren insbesondere in sich stimmig. Der Zeuge war sich auch sicher, seitens der Zuschauer des FC X entsprechende Äußerungen im Hinblick auf mögliche Beschädigungen seines Fahrzeuges gehört zu haben. Er gab jedoch für das VSG nachvollziehbar an, diese Äußerungen nicht richtig eingeschätzt zu haben. Er berichtete darüber hinaus, sein PKW sei am fraglichen Tag vorher nicht beschädigt gewesen, er habe diesen vielmehr am Morgen des 20.04.2013 noch gewaschen und dabei sicher bereits vorhandene Schäden entdeckt. Aufgrund der Tatsache, dass er ein Autokennzeichen aus Regen habe, sei auch davon auszugehen, dass sein PKW in X bekannt sei.
Die Zeugen B und N schilderten auch übereinstimmend und nachvollziehbar, dass der weitere Assistent D zunächst versucht hatte, in der Kabine der Schiedsrichter zu  duschen. Nachdem das Wasser dort zunächst kalt gewesen sei, habe es sich Herr D entschlossen, in der Kabine des FC Y zu duschen. Im weiteren Verlauf sei das Wasser jedoch auch in der Kabine der Schiedsrichter warm geworden. Für das VSG bestehen in diesem Zusammenhang keinerlei Anhaltspunkte dahingehend, dass diese Angaben nicht der Wahrheit entsprechen. Die Angaben der Schiedsrichter sind auch durchaus in Einklang mit den Angaben der Zeugen des FC X zu bringen und schließen diese nicht aus.
Der betroffene Verein war daher im vorliegenden Fall wegen zweier Fälle der Verletzung der Platzdisziplin nach § 73 Abs. 1 und 2 RVO zu bestrafen.
Zum einen bestand entgegen § 73 Abs. 1 RVO kein ausreichender Schutz des Schiedsrichtergespanns vor Spielern und Zuschauer nach dem Abpfiff, zum anderen haftet der Verein gemäß § 73 Abs. 2 RVO für Zwischenfälle jeglicher Art seiner Anhänger und Zuschauer.
Auf Grund der Gesamtumstände unter Berücksichtigung der Angaben der Zeugen sowie der Tatsache, dass der amtierende Schiedsrichter kurz vor Ende des Spiels in der Nachspielzeit auf Strafstoß für den FC Y entschieden hat, der zum Ausgleich führte, kommt das VSG zu dem Ergebnis, dass der PKW des Schiedsrichters N durch einen Anhänger des FC X beschädigt wurde.
Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zu Gunsten des betroffenen Vereins zu berücksichtigen, dass dieser den Sachverhalt hinsichtlich des unzureichend gekennzeichneten Ordnungsdiensts einräumte und die Vorfälle insgesamt bedauerte. Bezüglich der Beschädigung des PKWs des Schiedsrichters liegt vorsätzliches Handeln eines Anhängers des Vereins vor, was den Verein jedoch nicht von einer Haftung entbindet, da diese auch unabhängig von einem eigenen Verschulden des Vereins gegeben ist § 73 Abs. 2 RVO. Eine entsprechende verschuldensunabhängige Zurechnung des Verhaltens von Anhängern des Vereins hat zuletzt auch das ständige Schiedsgericht des DFB in seinem Urteil vom 14.5.2013 (Ausschluss Dynamo Dresden von der Teilnahme am DFB-Pokal wegen Ausschreitungen seiner Fans) vollumfänglich bestätigt.
Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich im vorliegenden Fall um zwei gravierende Verstöße gegen die Platzdisziplin handelt. Auch die Tatsache, dass ein ganz erheblicher Schaden am PKW entstanden ist, musste Berücksichtigung finden. In diesem Zusammenhang ist unerheblich, dass der Schaden am PKW zum Teil durch den BFV ausgeglichen  bzw. von der Schiedsrichtergruppe vorgestreckt wurde.
Unter Abwägung aller für und gegen den betroffenen Verein sprechenden Umstände erachtete das VSG im vorliegenden Fall für die Verletzung der Platzdisziplin hinsichtlich des fehlenden Ordnungsdienstes eine Geldstrafe von 400 € und für die Beschädigung des PKW des Zeugen N durch einen Anhänger des betroffenen Vereins eine Geldstrafe von 800 € als tat- und schuldangemessen.
Hieraus war unter erneuter Abwägung eine Gesamtgeldstrafe von 1000 € zu bilden. In diesem Zusammenhang wurde auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des FC X berücksichtigt.
Nachdem die Berufung des betroffenen Vereins teilweise erfolgreich war, waren die Kosten des Berufungsverfahrens, der Akteneinsicht in die polizeiliche Ermittlungsakte und der mündlichen Verhandlung wie ausgesprochen aufzuteilen.

Aktenzeichen: 00092-12/13-VSG
Sitzung vom:  20.08.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause


Berufung der SpVgg X gegen das Urteil des BSG vom 21.7.2013 (Az: 00349-12/13- BSG)

Urteil:

I. Auf die Berufung wird das Urteil mit der Maßgabe aufgehoben, dass die Geldstrafe auf 100.-Euro herabgesetzt wird.

II. Kosten werden in diesem Verfahren nicht erhoben.

 

Gründe:

1. Beim Qualifikationsspiel zur Bezirksliga am 8.6.2013 zwischen der SpVgg Y und der SpVgg X auf dem Sportgelände in Z wurde von Personen, die eindeutig der SpVgg X zuzuordnen waren, Pyrotechnik gezündet. Die Personen wurden namentlich festgestellt. Das BSG verurteilte die SpVgg X mit Urteil vom 21.7.2013 (Az: 00349-12/13-BSG) wegen Verletzung der Platzdisziplin durch die Person N. N. mit einer Geldstrafe von 200.- Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SpVgg X, mit dem Ziel, die Geldstrafe auf 100.-Euro zu reduzieren.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Auf die in der Sache bereits ergangene Entscheidung des VSG vom 20.08.2013 (Az: 91-12/13-VSG) wird verwiesen. Der in diesem Urteil geahndete Vorgang und das hier gegenständliche Fehlverhalten stellen sich als einheitliche Tat, begangen von mehreren Personen, dar.  Damit war aus zwei Einzelstrafen eine einheitliche Strafe für das Gesamtgeschehen zu bilden und in der Folge die Gesamtstrafe  zu reduzieren. Unter Einbezug des Urteils Az: 91-12/13-VSG ist nach Überzeugung des VSG die SpVgg X  insgesamt mit einer Geldstrafe von 300.- Euro zu belegen. Die Berufung ist deshalb im vorliegenden Verfahren in Höhe von 100.- Euro begründet.

 

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO. Bei der Kostenentscheidung war zu berücksichtigen, dass es sich zusammen mit dem Verfahren 00348-12/13- BSG um einen Sachverhalt handelt. Die Kostenentscheidung  ist daher in diesem Verfahren zu treffen. Im vorliegenden Verfahren werden keine Kosten erhoben.


 

Aktenzeichen: 00091-12/13-VSG
Sitzung vom:  20.08.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer


Berufung der SpVgg X gegen das Urteil des BSG vom 21.7.2013 (Aktenzeichen: 00348-12/13- BSG )

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten der ersten Instanz trägt die SpVgg X. Die Kosten der zweiten Instanz tragen der BFV und die SpVgg je zur Hälfte.


Gründe:

1. Beim Qualifikationsspiel zur Bezirksliga am 8.6.2013 zwischen der SpVgg Y und der SpVgg X auf dem Sportgelände in Z wurde von Personen, die eindeutig der SpVgg X zuzuordnen waren, Pyrotechnik gezündet. Die Personen wurden namentlich festgestellt. Das BSG verurteilte die SpVgg X mit Urteil vom 21.7.2013 (Az: 00348-12/13-BSG) wegen Verletzung der Platzdisziplin durch die Person N. N. zu einer Geldstrafe von 200.- Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SpVgg X mit dem Ziel, die Geldstrafe auf maximal 100.- Euro zu reduzieren.
 
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Gemäß § 73 Abs.1 Satz 2 RVO in Verbindung mit § 73 Abs.2 RVO haftet auch der Gastverein  für das Verhalten von Zuschauern, die ihm zuzuordnen sind. Auch wenn zugunsten der SpVgg X davon ausgegangen werden kann, dass aufgrund der durch die Fotos belegten räumlichen Entfernung von den übrigen Zuschauern keine konkrete Gefährdung gegeben war, so bleibt doch die Feststellung, dass Pyrotechnik generell hoch-gefährlich und folglich jeder Missbrauch mit spürbaren Strafen zu ahnden ist. Das Strafmaß von 200.-Euro bezogen auf das von der Person N. begangene Fehlverhalten ist deshalb für sich gesehen nicht zu beanstanden, es liegt bei Berücksichtigung aller Umstände sogar im untersten Bereich. Ergänzend wird auf das weitere Urteil des VSG in dieser Sache verwiesen (Urteil vom  22.08.2013  Az: 00092-12/13-VSG).

4. Kostenentscheidung:  §§ 32,33 RVO in Verbindung mit § 11 I Lit.8 b, 13 d FO. Die Aufteilung rechtfertigt sich aus der Zusammenschau mit dem Urteil des VSG vom 22.08.2013 (Az: 00092-12/13-VSG), auf das verwiesen wird. Die Berufung hatte die Herabsetzung der Strafe um 200.- Euro zum Ziel, sie hatte nur zur Hälfte Erfolg.

 


Aktenzeichen: 00090-12/13-VSG
Sitzung vom  06.08.2013
Besetzung:  Beierlein, Krause, Schreckenbauer

 

Bezirksliga-Spiel FC X gegen SSV Y vom 12.05.2013, Spielnummer:
Berufung FSV Z  gegen das Urteil des BSG vom 2.7.2013

Urteil:


 

I.  Auf die Berufung des FSV Z wird das Urteil des BSG vom 02.07.2013 aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das BSG zurückverwiesen.


II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten

 

Gründe:

 

1. Im Verbandsspiel FC X gegen SSV Yam 12.5.2013 wurde der Spieler N. N., FC X, mit Roter Karte vom Platz gestellt. Mit Schreiben vom 20.5.2013 kündigte das BSG gegenüber dem FC X an, dass eine Sperre von mehr als acht Wochen beabsichtigt sei und wies auf die Möglichkeit hin, eine mündliche Verhandlung zu beantragen. Eine Antwort ging weder vom FC X noch vom Spieler ein. Mit Urteil vom 2.7.2013 bestrafte das BSG den Spieler mit einer Sperre bis einschließlich 12.11.2014. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des FSV Z, zu dem der Spieler gewechselt ist.
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt. Fristbeginn war gemäß § 26 Abs.1 RVO der 3.7.2013 um 0.00 Uhr, Fristende am 9.7.2013 um 24.00 Uhr. Das der Email vom 9.7.2013 um 18.05 Uhr angefügte und unterzeichnete Berufungsschreiben kann einem Telefax gleichgestellt werden und entspricht daher der geforderten Schriftform.
 

Der FSV Z als derzeitiger Verein des gesperrten Spielers ist betroffen und deshalb berufungsberechtigt.  Die Auslegung des Berufungsschreibens ergibt, dass nur der FSV Z und nicht der Spieler N. N. Berufungsführer ist: vom Spieler persönlich liegt keinerlei Erklärung vor.
Die Zulässigkeit der Berufung ist auch nicht ausgeschlossen durch § 44 Abs.5 RVO. Die dort vorausgesetzte Ankündigung im Sinne des § 41 Abs.3 Satz 1 RVO verlangt zwingend, dass durch das Sportgericht  die Dauer der beabsichtigten Sperre konkret angegeben wird. Es reicht nicht aus, lediglich mitzuteilen, dass eine Sperre von "mehr als acht Wochen"  beabsichtigt sei, weil diese Absicht nur zur Anwendbarkeit des § 41 Abs.3 RVO führt. Damit lag eine wirksame Ankündigung im Sinne des § 41 Abs.3 RVO nicht vor und folglich auch kein Ausschluss der Zulässigkeit einer Berufung nach § 44 Abs.5 RVO.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.
3. Die Berufung ist begründet.  Das BSG hat entschieden, ohne vorher eine Ankündigung nach § 41 Abs.3 RVO inhaltlich vollständig vorzunehmen. Die Ankündigung der konkret beabsichtigten Sperrzeit gehört zum zwingenden Inhalt der Ankündigung. Das Urteil war damit aufzuheben und der Fall zur erneuten Behandlung an das Erstgericht zurückzuweisen.
4. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

 

Aktenzeichen: 00086-12/13-VSG
Sitzung vom:  22.07.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Schreckenbauer


Kreisklasse- Spiel FC X gegen FC Y vom 05.06.2013, Spielnummer:
Wiederaufnahmeantrag des FC X hinsichtlich des Spielers N. N.

Urteil:

I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 11.06.2013 gegen Spieler/in N. N. wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer II wird dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N.  bis einschließlich 22.07.2013 für alle anderen Verbandsspiele (§ 51 Abs.5 RVO) seines Vereins gesperrt ist.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50.- Euro trägt der FC X.


Gründe:

Mit Urteil des KSG  vom 11.06.2013 wurde der Spieler N. N. für drei Verbandsspiele der Kreisklassen-Mannschaft seines Vereins FC X gesperrt. Die Sperre gilt nach Ziffer II des Urteils darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf von drei Spielen der  Kreisklassen-Mannschaft des FC X.

Der Spieler N. N. wurde am 05.06.2013 mit roter Karte vom Platz gestellt und durch das KSG mit einer Sperre von drei Spielen belegt. Die Kreisklassen-Mannschaft bestreitet am 04.08.2013 ihr erstes Verbandsspiel. Die Bezirksliga-Mannschaft des FC X hat laut Spielplan aber bereits am 20.07.2013 mit dem Spielbetrieb begonnen, sodass der Spieler Johann bis zum Ablauf der Sperre sechs Spieltage pausieren müsste. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.
Die vom FC X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs.4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteils vom 11.06.2013 zu Ziffer II des Ausspruchs, weil sie zum Zeitpunkt der Abfassung des Ersturteils wegen des noch nicht veröffentlichen Spielplans noch nicht vorgebracht werden konnte.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO in Verbindung mit § 11 I Nr.11 FO.


 

 

Aktenzeichen: 00082-12/13-VSG
Sitzung vom:  17.07.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Schreckenbauer


Kreisklasse-Spiel TSV Y gegen SpVgg X II vom 30.05.2013, Spielnummer
Wiederaufnahmeantrag SpVgg X hinsichtlich des Spielers N. N.


Urteil:


I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil vom 04.06.2013 des KSG, Az.: 00568-12/13) gegen den Spieler N. N. wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer II wird dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N. bis einschließlich 23.07.2013 für alle anderen Verbandsspiele (§ 51  Abs. V RVO) seines Vereins gesperrt ist.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 Euro trägt die SpVgg X.

 

 

Gründe:


Mit Urteil des KSG vom 4.6.2013 (Az: 00568-12/13) wurde der Spieler N. für vier Verbandsspiele der Kreisklassen-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf von vier Verbandsspielen der Kreisklassen-Mannschaft der SpVgg X.

Der Spieler N. wurde am 30.5.2013 mit Roter Karte vom Platz gestellt und durch das KSG mit der Strafe von vier Spielen belegt. Drei Spiele Sperre wurden am 05.06., 15.06. und 07.07.13 abgegolten, so dass noch ein Spiel in der Kreisklasse aussteht. Die Kreisklassen-Mannschaft bestreitet am 11.08.2013 ihr erstes Verbandsspiel in der neuen Saison, in dem N. noch aussetzen muss. Die Bezirksliga-Mannschaft des Vereins wird laut Spielplan aber bereits am 21.07.2013 mit dem Spielbetrieb beginnen, sodass der Spieler N. bis zum Ablauf der Sperre am 11.08.2013 acht Spiele pausieren müsste. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.

Die von der SpVgg X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs.4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteils vom 4.6.2013 zu Ziffer II des Ausspruchs.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 I Nr.11 FO.

 

 

Aktenzeichen: 00081-12/13-VSG
Sitzung vom:  09.07.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger


Anzeige der Schiedsrichtervereinigung München
Versuchter Verkauf einer Schiedsrichterfreikarte durch Herrn N. N. beim Champions League Spiel FC Bayern gegen Juventus Turin am 02.04.2013

Urteil:


I. Das Verfahren wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 2.4.2013  anlässlich des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Juventus Turin eine zuvor von dem  Schiedsrichter A erworbene Karte für Euro 100 gekauft  zu haben. Aufgrund einer Kontrolle des Betroffenen durch Zivilfahnder der Polizei kam es letztlich nicht zu dem vom Betroffenen beabsichtigten Weiterverkauf.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Betroffene gab im Rahmen der durchgeführten mündlichen Verhandlung  an, er habe die Karte zum Preis von Euro 100 von einem Unbekannten gekauft, wobei weder er noch der vernommene Zeuge A jeweils bestätigen konnten, dass der Verkauf zwischen ihnen stattgefunden hat. Nach Angaben des Schiedsrichters A hat dieser vielmehr die Karte wegen gesundheitlicher  Probleme verschenkt.

Aufgrund der vorliegenden Unterlagen sowie der Aussagen war nach Überzeugung des VSG ein ausreichender Tatnachweis für einen  Ankauf der Schiedsrichterkarte in Kenntnis der Tatsache, dass eine Übertragung nicht zulässig ist, nicht mit der erforderlichen Sicherheit zu führen. Der Betroffene gab an, er habe die Karte für Euro 100 gekauft und dann aufgrund der Absage eines Freundes versucht, diese für Euro 50 wieder zu verkaufen.

Das Verfahren war daher einzustellen.


Dem Betroffenen sollte aber bewusst  sein, dass er andernfalls mit einer längeren Sperre als Spieler hätte rechnen müssen, da auch der Ankauf von Schiedsrichterkarten in Kenntnis der Umstände sportrechtlich streng verfolgt und für Verbandsmitglieder geahndet wird.

Aufgrund der Einstellung des Verfahrens waren die Kosten dem BFV aufzuerlegen.


 

Aktenzeichen: 00080-12/13-VSG
Sitzung vom:  09.07.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger


Anzeige der Schiedsrichtervereinigung München
Missbrauch einer Schiedsrichterfreikarte durch Schiedsrichter N. N. beim Champions League Spiel FC Bayern gegen Juventus Turin am 02.04.2013

Urteil:


I. Der Schiedsrichter N. N. wird vom 15.07.2013 bis 28.02.2014 als Schiedsrichter gesperrt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der betroffene Schiedsrichter N. N. unter Mithaftung seines Vereins TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 2.4.2013  anlässlich des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Juventus Turin eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte unbefugt weitergegeben zu haben. Aufgrund einer Kontrolle des Zeugen A durch Zivilfahnder der Polizei kam es letztlich nicht zu einem Verkauf.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses des Betroffenen, dem vorliegenden Bericht des Zivilfahnders und den Angaben des Zeugen A. Die vom Betroffenen zu einem Preis von 30 Cent erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.

Er gab an, aufgrund gesundheitlicher Probleme nach Erhalt der Karte diese auf dem Weg zur U-Bahn an einen Unbekannten verschenkt zu  haben. Der Betroffene hat insoweit auch den Zeugen A nicht sicher als Empfänger der Karte identifizieren können.

Nach den Angaben des in der mündlichen Verhandlung vernommenen Zeugen A konnte dieser nicht mit der erforderlichen Sicherheit bestätigen, dass er die Karte vom Betroffenen zu einem Preis von Euro 100 gekauft hat. Der ebenfalls vernommen Zeuge B konnte zur Sachverhaltsaufklärung nichts beitragen.

Das VSG geht nach Würdigung sämtlicher Unterlagen und Aussagen davon aus, dass ein zur Verurteilung ausreichender Nachweis eines Verkaufs der Karte an den Zeugen A nicht geführt werden konnte, der Betroffene aber die Karte unbefugt verschenkt hat, anstatt diese an der Schiedsrichterkasse zurückzugeben.

Das Verhalten des Betroffenen stellt dennoch eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welche im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband geführt hätte.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er den Sachverhalt eingeräumt und sich entschuldigt hat. Auch die gesundheitlichen Probleme wurden berücksichtigt.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Karten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden. Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Unter Abwägung sämtlicher Umstände erachtete das VSG daher eine Sperre als Schiedsrichter bis 28.2.2014 als erforderlich, aber auch ausreichend, von einem Ausschluss konnte aufgrund der Besonderheiten des Einzelfalls abgesehen werden.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00079-12/13-VSG 
Sitzung vom 09.07.2013
Besetzung:  Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger

 

 

Bezirksliga-Spiel TSV X gegen TSV Y vom 04.06.2013, Spielnummer

Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 12.06.2013, Az.: 00175-12/13

Urteil:


I. Die Berufung des TSV X  gegen das Urteil des BSG vom 12.6.2013 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100 trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 12.6.2013 wurde gegen den Spieler N. N. des TSV X wegen einer Tätlichkeit eine Sperre von 6 Spielen gemäß §§ 67 Abs.1, 51 Abs.5 RVO verhängt. Dem Betroffenen lag zur Last beim Spiel am 4.6.2013 gegen den TSV Y seinem Gegenspieler in der 90. Spielminute einen Kopfstoß versetzt zu haben.
Gegen dieses Urteil legte der Verein des betroffenen Spielers am 17.6.2013 Berufung ein.

2. Die zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte Berufung hat in der Sache keinen Erfolg.

Unabhängig von der Frage, ob der Verein die Meldung des amtierenden Schiedsrichters erhalten hat und dementsprechend gehindert war, dem BSG gegenüber eine Stellungnahme abzugeben, entspricht die vom BSG ausgeworfene Strafe der Sach- und Rechtslage.


Die Mindeststrafe für eine Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler beträgt nach § 67 Abs.1 RVO sechs Wochen, Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Falles nach § 67 Abs.2 RVO ergeben sich angesichts der Meldung des SR nicht. Der amtierende SR hat vielmehr klargestellt, dass er in dem vorangegangenen Zweikampf kein Foulspiel erkannt hat.

Auch aus der Stellungnahme des TSV Y ist zu entnehmen, dass es sich um einen von beiden Seiten hart geführten Luftzweikampf gehandelt hat. Die Verhängung der Mindeststrafe ist daher auch unter Berücksichtigung der erfolgten Entschuldigung des Spielers nicht zu beanstanden. Hier ist insbesondere zu sehen, dass es sich um einen Kopfstoß in den Gesichtsbereich des Gegenspielers handelt, welcher zu ganz erheblichen Verletzungen führen kann und mit einem Fall der Schiedsrichterbeleidigung bei einem Hallenturnier sicher nicht vergleichbar ist.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§ 32,33 RVO, 11 FO

 

Aktenzeichen: 00078-12/13-VSG
Sitzung vom  09.07.2013
Besetzung:  Beierlein, Preißinger, Schreckenbauer

 

 

Revision des FC X gegen das Urteil des Bezirkssportgericht vom 04.07.2013 mit Aktenzeichen: 00325-12/13


Urteil:

I. Die Revision des FC gegen das Urteil des BSG, Az.: 00325-12/13 vom 04.07.2013 wird zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Das auf den 9.3.2013 um 13.30 Uhr angesetzte C-Junioren Kreisliga-Spiel SpVgg Y gegen FC X war auf Antrag der SpVgg Y am 9.3.2013 um 01.44 Uhr vom KJL in der Ligaverwaltung abgesetzt worden. Der FC X erlangte davon nicht mehr rechtzeitig Kenntnis und erfuhr erst nach Anreise zum Spielort von der Absetzung. Das JSG verurteilte die SpVgg Y wegen Verursachen eines Spielausfalles zu einer Geldstrafe und nahm eine Spielwertung zu Lasten der Verurteilten vor (Az: 00664-12/13). Der Berufung der SpVgg Y wurde vom BSG vom 1.7.2013 (Az: 00325-12/13) stattgegeben und auf Neuansetzung entschieden. Gegen dieses Urteil wendet sich die Revision des FC X.

2. Die Revision ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 45 Abs.2 RVO eingelegt, es wird schlüssig die fehlerhafte Anwendung der §§ 78 RVO, 40 SpO gerügt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.f RVO.

3. Die Revision ist nicht begründet. Zweifelsfrei hat der Spielleiter gemäß § 26 Abs.1 SpO das Spiel durch entsprechende Eingabe in die Ligaverwaltung abgesetzt. Damit entfällt für die beteiligten Vereine die Plicht, das Spiel zu diesem Termin auszutragen. Dies gilt nach ständiger Rechtsprechung des VSG unabhängig davon, ob die Absetzung zu Recht erfolgte und ob die Unterrichtung von gegnerischem Verein oder SR ordnungsgemäß geschah. Entscheidungserheblich für die Neuansetzung des Spiels ist allein, dass der zuständige KJL das Spiel abgesetzt hatte. Der Spielausfall am 9.3.2013 war der SpVgg Y deshalb nicht zuzurechnen, sodass eine Bestrafung nach § 78 RVO in Verbindung mit § 40 SpO nicht gerechtfertigt war.
Soweit in der Revision vorgetragen wird, dass der Platz in Wahrheit bespielbar gewesen wäre, dass die Anzeige der (angeblichen) Unbespielbarkeit an den KJL nicht fristgerecht erfolgt sei, kann dies auf die Entscheidung keinen Einfluss haben. Auch die von der SpVgg Y letztlich zugestandene Tatsache, dass man sich zu wenig bemüht habe, den Gegner noch telefonisch zu erreichen, führt nicht zum Verschulden des Spielausfalles durch die SpVgg Y.
Die Berufungsentscheidung, auf deren Urteilsgründe im Übrigen Bezug genommen wird, ist damit nicht zu beanstanden. Die Revision war als unbegründet zurückzuweisen.
4. Die Kosten ergeben sich aus §§ 32,33 RVO in Verbindung mit § 11 Zif.II 6 c, 9 FO.

 

Aktenzeichen: 00075-12/13-VSG
Sitzung vom  02.07.2013
Besetzung:  Beierlein, Preißinger, Schreckenbauer

 

 

B-Klasse-Spiel FC X III gegen TV Y II vom 30.05.2013, Spielnummer
Revision FC X gegen das Urteil des Bezirkssportgericht vom 17.06.2013, Az.: 00311-12/13


Urteil:

I. Die Revision des FC X gegen das Urteil des BSG vom 17.06.2013, Aktenzeichen: 00311-12/13 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00 trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Relegationsspiel des FC X III gegen TV Y II am 30.5.2013 hatte der FC X laut Anzeige drei Spieler eingesetzt, die unter die Einsatzsperre des § 44 Abs.1 Lit. b SpO fielen. Das KSG verurteilte am 5.6.2013 den FC X gemäß § 77 RVO zu einer Geldstrafe und nahm eine Spielwertung zu Lasten des FC X vor (Az: 00614-12/13).Die Berufung des FC X, in der vorgetragen wurde, der Einsatz sei  gemäß § 44 Abs.2 Lit. b SpO zulässig gewesen, wurde vom BSG mit Urteil vom 17.6.2013 (Az: 00311-12/13) als unbegründet zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des FC X.

2. Die Revision ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 45 Abs.2 RVO eingelegt, gerügt wird die fehlerhafte Behandlung des § 44 Abs.2 Lit b SpO. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.f RVO.

3. Die Revision ist nicht begründet.  Zu Recht haben sowohl das KSG in erster Instanz wie auch das BSG als Berufungsgericht die Anwendbarkeit des § 44 Abs.2 Lit.b SpO im vorliegenden Fall verneint, den FC X nach § 77 RVO verurteilt und - als zwingende Folge -  die Spielwertung zu Lasten des FC X vorgenommen (auf die Urteile mit  Begründungen wird verwiesen).


§ 44 Abs.2 Lit.b SpO verlangt, dass die 1.Mannschaft des Vereins nicht höher als in der Kreisliga spielt; diese Voraussetzung erfüllt der FC X zweifelsfrei. Die Vorschrift setzt aber weiter voraus, dass "deren untere Herrenmannschaft(en) ausschließlich in den untersten beiden Spielklassen im Kreis eingereiht ist (sind)".  Der Wortlaut ist eindeutig. Wie sich aus den in Klammern gesetzten Pluralformen und dem Wort "ausschließlich" zweifelsfrei ergibt, sind diejenigen Fälle erfasst, bei denen - wie hier - mehrere "untere" Mannschaften im Spielbetrieb sind. Untere Mannschaften sind alle Mannschaften, die in Spielklassen unterhalb der 1.Mannschaft eingegliedert sind. Bezogen auf den FC X sind die zweite und die dritte Mannschaft "untere" Mannschaften im Sinne des § 44 Abs.2 Lit.b SpO. Die untersten beiden Spielklassen im Kreis sind die B- und die C-Klasse. Der FC X II ist in die A-Klasse eingereiht. Damit erfüllt der FC X die Voraussetzungen des § 44 Abs.2 Lit.b SpO nicht, sodass es bei § 44 Abs.1 Lit.b SpO bleibt und der Spielereinsatz unzulässig war.
Die in der Revision dargestellten Überlegungen zur Auslegung des § 44 Abs.2 Lit.b SpO nach Sinn und Zweck können schon deshalb nicht greifen, weil die Vorschrift vom Wortlaut her keine Zweifel  zulässt. Eine vom Wortlaut abweichende Auslegung einer Vorschrift ist nicht zulässig, wenn der Wortlaut - wie hier - eindeutig und zweifelsfrei ist. Im Übrigen erfassen die aufgeführten Urteile des VSG nicht den Fall von zwei unteren Mannschaften, sie sind deshalb mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar.
Soweit in der Revision vorgetragen wird, dass der Spieler A nach der Begründung des Berufungsurteils einsatzberechtigt gewesen sei und sich somit die Urteile des KSG und des BSG "völlig gegensätzlich" verhielten, kann dem nicht gefolgt werden. Wie sich aus Punkt 3 a der Berufungsbegründung und auch aus der Bezugnahme auf das Urteil des KSG, dem "uneingeschränkt gefolgt" wird, zweifelsfrei ergibt, unterscheidet sich die Rechtsauffassung des Berufungsgerichtes auch hinsichtlich des Spielers A nicht von derjenigen des KSG, auch wenn der Spieler dann nicht mehr ausdrücklich genannt wird.
Die Revision war damit als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kosten ergeben sich aus §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 Abs.1 Lit.9,13 d FO.

 

Aktenzeichen: 00074-12/13-VSG
Sitzung vom  02.07.2013
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger

 

C-Klasse-Spiel FC DJK X III gegen SpVgg Y II am 28.04.2013
Ausschluss Spieler N. N., DJK X

 

Urteil:

I. Der  Betroffene N. N.,  DJK X wird wegen Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen, Passnummer, ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,00 trägt der Betroffene unter Mithaftung der DJK X.

 

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 28.4.2013 nach Abpfiff des Spiels der C-Klasse DJK X gegen SpVgg Y den Spieler A. A. mit dem Fuß ins Gesicht getreten und dadurch erheblich verletzt zu haben.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a)  RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt ergibt aus der Aktenlage, insbesondere der Meldung und Stellungnahme des amtierenden Schiedsrichters. Dem Betroffenen wurde rechtliches Gehör gewährt, eine Stellungnahme ist nicht eingegangen. Der Schiedsrichter hat in Übereinstimmung mit weiteren Zeugen geschildert, dass der Betroffene zunächst mehrmals den Spieler A geschlagen hatte und deswegen des Feldes verwiesen wurde. Anschließend sei er erneut auf A zugelaufen und habe diesen ins Gesicht getreten. Der Spieler A erlitt durch den Tritt ins Gesicht erhebliche Verletzung, wie mehrere Brüche und musste operiert werden. Nach Überzeugung des VSG kann es im vorliegenden Fall dahinstehen, ob vor den Schlägen bzw. dem Tritt ins Gesicht ein gegenseitiges Bespucken, wie zum Teil von den Zeugen geschildert stattgefunden hat, zumal auch hier der Betroffene nach Aktenlage der Auslöser war und selbst bei einem Spucken durch den Spieler A ein Tritt ins Gesicht in keinem Fall durch Notwehr o.Ä. gerechtfertigt wäre. Nach der Meldung des SR saß A zum Zeitpunkt des Tritts am Boden.

Der Betroffene war daher wegen § 67 Abs.1 Satz 2 RVO zu bestrafen, es liegt aufgrund der Vorgehensweise und angesichts der Verletzungen ein besonders schwerer Fall der Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler vor.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe konnte das VSG zugunsten des Betroffenen keine entlastenden Gesichtspunkte berücksichtigen, lediglich Vertreter seines Vereins haben Kontakt mit dem Verletzten aufgenommen und sich entschuldigt.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass der Betroffene ohne rechtfertigenden Grund unvermittelt mit massiver Gewalt gegen einen Gegenspieler, der bereits am Boden saß, vorgegangen ist und diesen ganz erheblich im Gesichtsbereich verletzt hat. Er ist zudem seiner Vorbildfunktion als Kapitän der Mannschaft am fraglichen Tag in keinster Weise gerecht geworden und hat dem Ansehen des Fußballs massiv geschadet. Auch generalpräventive Gründe der Verhinderung derartiger Gewaltausbrüche auf dem Spielfeld waren zu berücksichtigen.

Nach § 67 Abs.1 Satz 2 RVO ist mögliche Folge eines derartigen Verstoßes der Ausschluss aus dem Verband. Gewichtige Gründe davon abzuweichen sind angesichts der Gesamtumstände und der Folgen nicht gegeben.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO


 

Aktenzeichen: 00067-12/13-VSG 
Sitzung vom 28.06.2013
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger

 


Beschwerde der SpVgg X vom 24.06.2013 gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses vom 20.06.2013


Urteil:

 

I. Die Beschwerde der SpVgg X gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses vom 20.06.2013 wird  als unzulässig verworfen.
II. Die SpVgg X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Beschwerdegebühr in Höhe von 150,00 €.


Gründe:

1. Mit Bescheid vom 20.06.2013 legte der Verbands-Spielausschuss die Zusammensetzung der Landesligen für die Saison 2013/2014 fest. Der Bescheid wurde per Zustellung in die Postfächer der beteiligten Vereine am selben Tag bekannt gegeben. Dagegen legte der Verein mit Schreiben Faxschreiben vom 24.06.2013 Beschwerde zum Verbandspräsidenten ein. Mit Schreiben vom 05.06.2013 legte der Verbandsanwalt die Beschwerde dem VSG vor. Er beantragte Zurückweisung der Beschwerde.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses ist unzulässig.

Das VSG hat sich mit der Frage der Überprüfung der Einteilung der Mannschaften in bestimmte Ligen bereits in zwei Entscheidungen befasst (Fall 2-2003/2004 und Fall 38-2003/2004). Danach gelten folgende Grundsätze:

 Beschwerdeberechtigt kann nur ein Verein sein, der durch die Einteilung einer seiner Mannschaften in eine bestimmte Liga benachteiligt ist und deshalb die Aufnahme in eine andere Liga begehrt. Keine Benachteiligung liegt vor, wenn der Verein sich nicht gegen die Einteilung in eine bestimmte Liga wehrt, sondern mit der Beschwerde geltend macht, dass bestimmte Mannschaften in seiner Liga spielen oder dort gerade nicht eingeteilt werden. Ein Recht, die Zusammensetzung der Ligen zu bestimmen, in denen die Mannschaften eines Vereins spielen, besteht nicht. Eine solche Gestaltung würde nämlich in vielen Fällen dazu führen, dass die Einteilung der Mannschaften nicht mehr vorgenommen werden könnte, weil naturgemäß bei einer Vielzahl von Vereinen unterschiedliche Prioritäten bei der Zusammensetzung der Ligen bestehen (Entfernung, Tradition, Spielstärke, etc.).

 Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben ist die Beschwerde unzulässig, weil der Beschwerdeführer sich nicht gegen seine Einteilung in Landesliga Nordost beschwert, sondern begehrt, dass die Begegnungen gegen die Vereine SV A und SV B sowie gegen die SpVgg C und die DJK D entfallen. Die Beschwerde richtet sich daher nicht gegen die eigene Einteilung, sondern. Nichtzuteilung bestimmter Vereine in die
 Zugeteilte Landesliga. Damit fehlt es an der Beschwerdeberechtigung.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

 

 

Aktenzeichen: 00063-12/13-VSG
Sitzung vom   18.06.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

 


Revision der SG X gegen das Urteil vom 22.05.2013, Az.: 00125-12/13-BSG


Urteil:

I. Auf die Revision der SG X wird das Urteil des BSG vom 22.05.2013 mit den zugrundeliegenden Feststellungen aufgehoben und das Verfahren zur erneuten Entscheidung an das BSG zurückverwiesen.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

 

Gründe:

1. Mit Urteil vom 21.02.2013 belegte das KSG den Betroffenen mit einem Punktabzug von 3 Punkten und einer Geldstrafe von € 75,00 wegen des unzulässigen Einsatzes eines Spielers und nahm eine Spielwertung für das Spiel vom 24.11.2012, SV Y II / SG X vor. Das KSG ging davon aus, dass nicht der im Spielbericht eingetragene Spieler A. A., sondern der zu diesem Zeitpunkt gesperrte Spieler B. B. an dem Spiel teilgenommen habe.

 Gegen dieses Urteil legte der Verein am 27.02.2013 Berufung ein, wobei im Wesentlichen die Beweiswürdigung gerügt wurde. Das BSG wies die Berufung am 22.05.2013 zurück. Das BSG begründete dies damit, dass die Beweiswürdigung nicht zu beanstanden sei und der Spieler A auf Befragen durch das BSG eingeräumt habe, dass er an diesem Tag nicht gespielt habe. Der Betroffene erfuhr von diesem Telefonat erst durch die Urteilsgründe.

 Mit Telefax vom 29.05.2013 legte der Betroffene Revision ein. Er rügte einen Verstoß gegen das rechtliche Gehör gemäß § 39 RVO. Der Verein habe keine Möglichkeit gehabt, eine Gegendarstellung zum Gespräch mit dem Zeugen A abzugeben.
 

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Insbesondere konnte sie nach ständiger Rechtsprechung des VSG per Telefax eingelegt werden.

3. Die Revision ist auch begründet.

 Gemäß § 39 Abs. 1 RVO ist vor jeder Entscheidung dem Betroffenen Gelegenheit zu geben, sich zu äußern. Dies bedeutet, dass der Betroffene über alle Erkenntnisse und Ermittlungsergebnisse des Sportgerichts vor der Entscheidung informiert werden muss, damit er hierzu Stellung nehmen kann. Von dem Gespräch zwischen einem Mitglied des BSG und dem Spieler A wurde der Betroffene erst durch die Urteilsgründe informiert. Er hatte daher keine Möglichkeit vor dem Urteil dazu Stellung zu nehmen. Das Verfahren musste daher zurückverwiesen werden, damit das BSG dem Betroffenen den Inhalt des Gespräches mitteilen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gewähren kann. Danach wird das BSG erneut über die Berufung entscheiden müssen.

4.  Die Kostenentscheidung bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.

 

Aktenzeichen:  00061-12/13-VSG
Sitzung vom:  18.06.2013
Besetzung:   Beierlein, Preißinger, Krause

 

Frauen Bezirksliga-Spiel FC X gegen SV Y vom 09.05.2013, Spielnummer:
Berufung N. N. gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 20.05.2013, Az 00213-12/13-BSG

Urteil:


I. Die Berufung des N. N. (SV Y) gegen das Urteil des BSG vom 20.05.2013 wird verworfen. 

II. N. N. trägt unter Mithaftung des SV Ydie Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00.


Gründe:


1. Beim Frauen-Verbandsspiel FC X - SV Y der Bezirksliga am 09.05.2013 erstattete der SR Meldung dahingehend, dass Trainer N. N. (richtig N) bereits während des Spiels mehrfach in unsportlicher Weise Schiedsrichterentscheidungen kommentierte und hierfür vom SR ermahnt wurde. Nach dem Ausgleichtreffer gegen seine Mannschaft in der Nachspielzeit schimpfte er weiter lautstark und rief seinen Spielerinnen "Da könnt ihr euch beim Schiri bedanken" zu. Eine Stellungnahme des Vereins ging trotz Aufforderung des BSG per email vom 09.05.2013 nicht ein.
 
Das BSG verurteilte den Trainer mit Urteil vom 20.05.2013 nach §§ 47, 48 RVO zu einer Geldstrafe von 50 € unter Mithaftung des Vereins und den Kosten des Verfahrens.

Ausschließlich mit email vom 23.05.2013 legte der Betroffene Trainer N. N. der SV Yvon der privaten email-Adresse "Einspruch" gegen das Urteil des BSG ein. Diese email richtete er an die private email-Adresse des beteiligten Sportrichters A. A.


2. Das VSG hat den "Einspruch" in eine Berufung umgedeutet. Diese Berufung ist jedoch unzulässig, da sie nicht formgerecht erhoben wurde. Gemäß § 44 Abs. 3 Satz 1 RVO ist eine Berufung schriftlich bei dem Sportgericht einzulegen, dessen Urteil angefochten wird. Dies unterblieb, obwohl ausdrücklich in der Rechtsmittelbelehrung darauf hingewiesen wurde, dass die Berufung schriftlich oder in Textform über das EPostfach-System des BFV eingelegt werden kann. Da der Berufungsführer jedoch von einem privaten email-Account aus an die private email-Adresse des Sportrichters schrieb, wurde die mit § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO eingeräumte Möglichkeit die Schriftform durch die Antwortfunktion des BFV-Postfaches zu ersetzen nicht wahrgenommen. Die Berufung ist daher ohne weitere Überprüfung der Begründetheit als unzulässig zu verwerfen.

Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.


3. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.


 

 

Aktenzeichen: 00060-12/13-VSG
Sitzung vom   11.06.2013
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger


Revision des TSV X gegen das Urteil vom 04.06.2013 mit Aktenzeichen: 00291-12/13-BSG


Urteil:

I. Die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 04.06.2013, Az.: 00291-12/13-BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von 150,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


                                                               
Gründe:


1. Beim Verbandsspiel Y SV III gegen TSV X II am 19.5.2013(Endergebnis: 3:3) konnte der Spielerpass von N.N., TSV X, nicht bis Spielschluss vorgelegt werden. Das zuständige KSG belegte mit Urteil vom 26.5.2013 (Az: 00841-12/13-KSG) den TSV X mit einer Geldstrafe von 120 Euro und wertete das Spiel für den Y SV III mit 2:0 gewonnen und für den TSV X III mit 0:2 als verloren. Die Berufung des TSV X vom 31.5.2013 wurde vom BSG mit Urteil vom 4.6.2013 als unbegründet zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des TSV X.

2. Die Revision ist zulässig. Sie ist frist- und formgerecht nach § 45 Abs.2 RVO eingelegt, als verletzte Vorschrift wird § 45 Abs.4 SpO bezeichnet und dessen fehlerhafte Auslegung gerügt. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.f RVO.

3. Die Revision ist nicht begründet. Der TSV X wurde zu Recht nach § 45 Abs.4 SpO in Verbindung mit § 77 I RVO in Strafe genommen, die Spielwertung zu Lasten des TSV X II ist nicht zu beanstanden. Auf die ausführlichen und zutreffenden Urteilsbegründungen sowohl des Erstgerichts wie auch des Berufungsgerichts wird Bezug genommen.


 § 45 Abs.4 RVO wurde durch die Vorgerichte fehlerfrei und zutreffend behandelt. Soweit der Revisionsführer vorträgt, die Vorschrift erfasse nur diejenigen Fälle, bei denen der Verein gar nicht in der Lage ist, den Nachweis der Spielberechtigung fristgerecht zu führen und er erfasse nicht diejenigen Fälle, in denen der Verein zwar in der Lage ist, den Nachweis aber tatsächlich nicht führt, kann dem in keiner Weise gefolgt werden. Der Wortlaut des § 45 Abs.4 SpO ("Kann der Verein .... nicht nachweisen") stellt ganz eindeutig darauf ab, dass der Verein den Erfolg, nämlich den Nachweis des Spielrechts, nicht fristgerecht herbeiführen kann. Es ist nach dem zweifelsfreien Wortlaut des § 45 Abs.4 SpO ohne Belang, ob die Möglichkeit, den Nachweis fristgerecht zu führen gegeben war, oder ob der Verein diese Möglichkeit gar nicht hatte. Entscheidend ist allein, dass ihm der Nachweis  gegenüber dem zuständigen Sportgericht nicht fristgerecht gelungen ist.
Der eindeutige Wortlaut des § 45 Abs.4 SpO wird im Übrigen gestützt durch  die Systematik des § 45 Abs.2,3,4 SpO. Es wäre absolut systemwidrig, wenn der Verein, der den Nachweis tatsächlich fristgerecht erbringt, bestraft würde (Abs.3) und derjenige, der den Nachweis unterlässt, nicht unter Abs.4 fiele und damit straffrei ausginge.
Nach Überzeugung des VSG war für den Revisionsführer auch unschwer erkennbar, dass der Wortlaut des § 45 Abs.4 SpO den Fall der nicht fristgerechten Vorlage, unabhängig von der Möglichkeit hierzu, voll erfasst, und dass auch die Systematik des § 45 SpO ein anderes Verständnis der Norm nicht tragen kann.

Die Revision war damit als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kosten richten sich nach §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 Zif. 9, 13 d FO.

 

 

Aktenzeichen: 00059-12/13-VSG 
Sitzung vom  04.06.2013
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger

 

 

Beschwerde DJK TSV X gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses vom 24.05.2013


Urteil:

 

I. Die Beschwerde des DJK TSV X gegen den Entscheid des Verbandsspiel-Ausschusses vom 24.05.2013 wird zurückgewiesen.
II. Die Beschwerdegebühr in Höhe von 150,00 € trägt die DJK TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. In der Kreisliga hatte der SV Y am 12.05.2013 - Anstoß 16:00 Uhr - ein Verbandsspiel gegen die DJK TSV X zu bestreiten. Aufgrund der witterungsbedingten Unbespielbarkeit des Spielfeldes wurde die Begegnung unstreitig form- und fristgerecht um 10:30 Uhr durch den SV Y. abgesagt. Der zuständige Spielleiter N. N. hat das ausgefallene Verbandsspiel dann für den 15.05.2013 angesetzt. Beide Vereine haben den Termin akzeptiert, so dass dieses Verbandsspiel ausgetragen wurde und mit folgendem Ergebnis endete: SV Y - DJK TSV X 3:2. Gegen die witterungsbedingte Spielabsage hat die DJK TSV X mit Einschreiben vom 14.05.2013 Einspruch eingelegt. Dieser wurde mit Bescheid des Bezirks-Spielausschusses vom 17.05.2013 zurückgewiesen. Hiergegen hat die Beschwerdeführerin Beschwerde zum Verbands-Spielausschuss mit Schreiben vom 21.05.2013 eingelegt. Der Bezirks-Spielausschuss hat diesen Einspruch mit Entscheid vom 24.05.2013 zurückgewiesen. Hiergegen richtet sich der Einspruch der Beschwerdeführerin, welchen der Präsident mit Schreiben vom 28.05.2013 aufgrund der Eilbedürftigkeit dem VSG vorgelegt hat. Die Beschwerdeführerin wurde hiervon unterrichtet und hat mit Schreiben vom 03.06.2013 weiterhin Stellung genommen.

Die Beschwerde wird im Wesentlichen darauf gestützt, dass laut Prioritätenregelung das E-Jugend-Spiel nicht hätte ausgetragen werden dürfen, da diese Regel die Mannschaft schützen soll, die den weiteren Anfahrtsweg habe. Dieses Spiel sei aber durchgeführt worden.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 II RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbandspräsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung in die Tabellenrangliste eingreifen kann, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die fristgerecht eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses ist zulässig, jedoch unbegründet.

Die Beschwerde ist unbegründet. Unstreitig ist, dass das Spiel form- und fristgerecht gemäß § 26 SpO um 10:30 Uhr durch den SV Aicha v. W. abgesagt wurde. Das E-Junioren-Spiel war bereits für 10:00 Uhr auf dem Kleinfeld angesetzt. Das ausgefallene Herrenspiel hätte dagegen erst nachmittags um 16:00 Uhr begonnen. Ein Einfluss auf die Spielabsage liegt daher nicht vor.

Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin keinerlei Rechtschutzbedürfnis für die eingelegte Beschwerde, da sie das fristgerecht gemäß § 24 IV SpO für den 15.05.2013 angesetzte Verbandsspiel nicht mit Rechtsmitteln angefochten hat.

Die Beschwerdeführerin hat dieses Spiel durchgeführt. Damit hat nach dem verlorenen Spiel die Beschwerdeführerin keine Rechtsmittel.

Die Beschwerde ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO, 11 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde neben der angefallenen Verfahrensgebühr nur die Beschwerdegebühr zum Verbandspräsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.


 

 

 

Aktenzeichen: 0058-12/13-VSG
Sitzung vom:  04.06.2013
Besetzung:   Beierlein, Preißinger, Krause


Berufung TSV X gegen Urteil BSG vom 24.05.2013, Az 00234-12/13-BSG 


 
Urteil: 

I. Das Urteil des BSG vom 24.05.2013, Az 00234-12/13-BSG . wird aufgehoben.
II. Der Einspruch wird zurückgewiesen.
III. Das Verbandsspiel TSV X gegen VfB Y vom 11.05.2013 ist dem Ausgang nach zu werten.
IV. Die Kosten des Einspruchsverfahrens in Höhe von 40 € sowie die Verfahrenskosten erster Instanz in Höhe von 25 € trägt der VfB Y. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


                                                                                                                                                                     Gründe:
 

1. Das Verbandsspiel zwischen dem TSV X und dem VfB Y am 11.05.2013 der Kreisklasse Ost konnte seitens der zuständigen SR-Organe nicht mit einem SR besetzt werden. Der SR-Einteiler informierte am Spieltag den Heimverein hierüber und ein SR des Heimvereins übernahm die Spielleitung. Die Spielführerin N. N. des VfB Y vermerkte in Kenntnis dessen nach dem Spiel auf dem Spielberichtsbogen "Schiri vom Verein (ohne Schiripass) hat gepfiffen, ohne Gegner zu fragen. Bitte um Spielwiederholung!" und unterzeichnete. Der Heimverein reichte den Spielberichtsbogen mit dem Hinweis an den FSL ein, dass er von Seiten der SR-Einteilers A. A. telefonisch über die Nichteinteilung eines SR informiert wurde mit der Bitte die Leitung verantwortlich durch den TSV X durchzuführen.

Die Trainerin des VfB Y legte mit email vom 21.05.2013 zum BSG Einspruch gegen das Spiel ein und begründete diesen damit, dass der Heimverein den Gastverein vor Spielbeginn nicht über den Vereins-SR informiert und dieser einen ungerechtfertigten Elfmeter sowie ein unzutreffendes Abseits gepfiffen habe.

 

Das BSG sah den Einspruch als begründet an und entschied mit Urteil vom 24.05.2013 das Verbandsspiel neu anzusetzen. Hiergegen wendet sich der TSV X mit seiner am 31.05.2013 über das BFV-Postfach eingelegten Berufung und begründet diese unter anderem damit, dass er durch den SR-Einteiler mit der Durchführung der Spielleitung beauftragt wurde und der Gastverein nur mit elf Spielerinnen ohne weitere Betreuer, Trainer oder Zuschauer eintraf, so dass niemand  seitens der Gäste das Spiel hätte leiten können.
 
2. Das VSG ist gemäß § 20 I d RVO für die Entscheidung zuständig. Die Berufung ist form- und fristgerecht erhoben, damit zulässig.


3. Die Berufung ist auch begründet. Nach ständiger Rechtsprechung des VSG kann nach Durchführung des Spiels ein Einspruch nicht auf Gründe gestützt werden, die den Einspruchsführern bereits von Beginn des Spiels bekannt waren. Ein "spielen unter Protest" ist nicht zulässig. Unabhängig davon hat die Überprüfung des VSG anhand der Delegationshistorie des betreffenden Spiels ergeben, dass tatsächlich das streitige Verbandsspiel seitens der SR-Organe nicht besetzt werden konnte.

Entgegen der Auffassung des Einspruchsführers ist in einem derartigen Fall - im Gegenteil zu der Konstellation, dass der eingeteilte SR nicht erscheint (§ 38 SpO) - keine Einigung zwischen den Vereinen auf einen SR notwendig. § 34 Abs. 10 Satz 1 SpO regelt hierzu, dass bei Spielen, die nicht mit geprüften Schiedsrichtern besetzt werden, der Schiedsrichter vom Platzverein zu stellen ist. Eine Einigung auf den Schiedsrichter ist in diesen Fällen nicht erforderlich gemäß § 34 Abs. 10 Satz 2 SpO.

Damit war die Vorgehensweise des Heimvereins, den SR ohne Beteiligung des Gastvereins zu stellen, regelkonform und ist nicht zu beanstanden. Ein Einspruchsgrund im Sinne des § 38 RVO lag mithin nicht vor. Das Urteil des BSG ist daher aufzuheben, der Einspruch kostenpflichtig zurückzuweisen und das Spiel seinem Ausgang nach zu werten.
 

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00057-12/13-VSG 
Sitzung vom  04.06.2013
Besetzung:  Beierlein, Frey, Krause

 

 

Beschwerde SV X


Urteil:

 

I. Die Beschwerde des SV X gegen den Entscheid des Bezirks-Ausschusses Y vom 21.05.2013 wird zurückgewiesen.

II. Die Beschwerdegebühr in Höhe von 150,00 € trägt der SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Der SV X steigt in der Saison 2012/2013 mit seiner 1. Herren-Mannschaft aus der Bezirksliga Ost ab und wird damit in die Kreisliga Z eingruppiert. Gegen diese Eingruppierung wendet sich der Beschwerdeführer und stellte mit Schreiben vom 06.05.2013 Antrag auf Eingruppierung in die Kreisklasse Gruppe1 Z. Der Bezirks-Ausschuss Y hat mit Entscheid vom 21.05.2013 den Antrag abgelehnt. Hiergegen hat der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 27.05.2013 Einspruch gegen die Entscheidung zum Verbandspräsidenten eingelegt. Dieser hat mit Schreiben vom 28.05.2013 wegen Dringlichkeit dem VSG die Beschwerde zur Entscheidung vorlegt. Der Verbandsanwalt hat mit Schreiben vom 29.05.2013 Stellung genommen und beantragt, die Beschwerde zurückzuweisen und ebenfalls die Beschwerde dem VSG zur Entscheidung vorgelegt. Ergänzend wird auf den Bescheid, die Beschwerdebegründung und die Stellungnahme des Verbandsanwalts Bezug genommen.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 II RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbandspräsidenten und dem Verbandsanwalt dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Die Entscheidung des VSG konnte beantragt werden.

3. Die fristgerecht eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des Bezirksausschusses ist zulässig, jedoch unbegründet.

Der Entscheid des Bezirks-Ausschusses vom 21.05.2013 ist nicht zu beanstanden. Er entspricht der Sach- und Rechtslage unter Beachtung der Satzungen und Ordnungen des BFV. Gemäß § 10 I SpO werden Mannschaften in die Spielklasse eingeteilt, die Ihnen aufgrund der letzten Verbandsrunde zusteht. Dies ist im vorliegenden Fall die Eingruppierung aufgrund des Abstiegs in die Kreisliga Z. Für die Eingruppierung in die Kreisklasse Gruppe 1 Z liegen keine Gründe vor. Eine Ausnahmeregelung ist im vorliegenden Fall nicht vorgesehen. Ein Wahlrecht der Vereine hinsichtlich der Klasseneingruppierung würde die Auf- und Abstiegsregelung aller Vereine beeinflussen und somit einem geordneten Spielbetrieb mit verlässlichen Bedingungen entgegenstehen.

Die Beschwerde war daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO, 11 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde neben der angefallenen Verfahrensgebühr nur die Beschwerdegebühr zum Verbandspräsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

Aktenzeichen: 00056-12/13-VSG 
Sitzung vom  03.06.2013
Besetzung:  Riedmeyer, Frey, Preißinger

 

Verfahren gegen N. N.


Urteil:

 

I. Der Betroffene N. N. wird gemäß § 89 Abs. 2 Satz 2 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 500,00 € sowie einer Sperrstrafe als Funktionär (§ 48 Abs. 1 f RVO) bis 30.06.2014 belegt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € unter Mithaftung seines Vereins SC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last, den am 21.6.1993 geborenen Spieler T. K. unter dem falschen Namen T. K. geb. XX.XX.1993 gemeldet und in diesem Zusammenhang auch einen Passantrag im März 2012 beim BFV vorgelegt zu haben, der nicht von dem insoweit auch nicht existierenden Spieler K. unterschrieben war.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a)  RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Das VSG hat mündlich verhandelt und den Betroffenen angehört. Dieser hat, wie bereits vorher schriftlich, eingeräumt, dass der auf dem auch vom Betroffenen unterschriebenen Passantrag vom März (Blatt 20 der Akte) genannte Spieler K. T. tatsächlich nicht existiert und seine Stellungnahme vom 4.5.2012 gegenüber dem JSG (Blatt 18) frei erfunden war.

Ausgehend von den Schilderungen des Betroffenen sowie der Aktenlage, insbesondere den Angaben des Zeugen T. K. im Rahmen seiner Anhörung vom 19.7.2012 (Blatt 41/42) geht das VSG davon aus, dass es der


Betroffene bei der Einreichung des Passes im März 2012 zumindest billigend in Kauf genommen hat, dass es sich bei der Unterschrift auf dem Pass nicht um die des Spielers T. K. handelte.

Nach den Angaben des Spielers war diesem nicht bekannt, dass sein vorheriger Verein keine Freigabe erteilt hatte, sodass ein Motiv für falsche Angaben des Spielers nicht erkennbar ist. Zudem ist bereits aus dem Vergleich der Angaben im Passantrag (Blatt 20) nach Überzeugung des VSG leicht zu erkennen, dass die Unterschrift von den Personalien abweicht. Auch das veränderte Geburtsdatum sowie die Angaben zum Wohnort (X-X-Straße  = Vereinssitz SC X) sprechen deutlich dafür, dass der Betroffene falsche Angaben in Kauf genommen hat. Die Erklärung des Betroffenen, er habe bei der Straße gedacht, hier sei die Vereinsadresse einzutragen, wertet das VSG als Schutzbehauptung, aus dem Kontext ist eindeutig zu erkennen, dass hier die Personalien des Spielers einzutragen sind.

Der Betroffene war daher wegen falscher Angaben nach § 89 Abs.2 RVO zu bestrafen. Angesichts der Einlassung des Betroffenen im Rahmen der Verständigung und seiner Kooperationsbereitschaft im Verfahren selbst war gerade noch von einem leichten Fall im Sinne von § 89 Abs.2 Satz 2 RVO auszugehen, andernfalls wäre die zwingende Rechtsfolge der Ausschluss aus dem Verband gewesen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt im Rahmen des Verfahrens letztlich eingeräumt und dadurch eine weitere umfangreiche Beweisaufnahme erspart hat.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um ein ganz massives Vorgehen mit weitreichenden Folgen für den Spieler und den Verein handelt, welches im Regelfall mit Ausschluss zu ahnden ist.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtete das VSG daher die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von Euro 500 sowie daneben einer begrenzten zeitlichen Aberkennung des Rechts, eine Vereinsfunktion wahrzunehmen (§ 48 Abs.1 Buchstabe f ) als tat- und schuldangemessen, aber auch erforderlich. Von einem Ausschluss konnte angesichts des Geständnisses gerade noch abgesehen werden.

Das VSG weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass sich die Aberkennung auf jegliche Vereinsfunktion auch außerhalb bestehender offizieller Vereinsgremien bezieht, insbesondere auch auf faktisch beim Betroffenen verbliebene Tätigkeiten.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen: 00055-12/13-VSG
Sitzung vom:  21.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger


Urteil:

I. Der Betroffene N. N. wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen N. N., Passnummer: Y ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV X.

 

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 23.4.2013  anlässlich des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen FC Barcelona eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 400 Euro verkauft zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere der Mitteilung des Sicherheitsdienstes der Allianz Arena. Der Betroffene hat sich zum Sachverhalt trotz entsprechender Gelegenheit nicht inhaltlich geäußert. Die vom Betroffenen erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.

Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.


Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er den Sachverhalt letztlich nicht bestritten hat.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass er bei dem Kaufpreis einen sehr hohen Gewinn erzielt hat und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Karten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden.

Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Der Betroffene war nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus dem Verband auszuschließen, mildere Ahndungen kamen nicht in Betracht.

 

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

 

Aktenzeichen: 00054-12/13-VSG
Sitzung vom:  21.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey

 


Verfahren gegen KSG Vorsitzenden N. N.

Urteil:

I. Das Verfahren gegen den KSG Vorsitzenden N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Mit Email vom 17.04.2013 erstattete der SR X. X. Anzeige  gegen den Betroffenen wegen dessen Entscheidung in einem Sportgerichtsverfahren. Er wandte sich dabei dagegen, dass ein von ihm mitgebrachter Rechtsanwalt nicht beim KSG als sein Zeugenbeistand zugelassen wurde.


2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig. Das Verfahren gegen den KSG Vorsit-zenden N. N. ist einzustellen.

Einen Zeugenbeistand, wie ihn der Anzeigeerstatter fordert, sieht die RVO  nicht vor. Vielmehr ist in § 30 II RVO ausdrücklich festgelegt, dass sich auch die Vereine und die persönlich Betroffenen grundsätzlich  nicht durch Rechtsanwälte vertreten lassen dürfen. Wenn schon der Betroffene keinen Anwalt mitbringen darf, dann darf dies erst recht nicht der Zeuge. Der Betroffene hat sich entsprechend der RVO und damit nicht pflichtwidrig verhalten. Das Verfahren war deshalb aus tatsächlichen Gründen einzu-stellen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf  §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00053-12/13-VSG
Sitzung vom:  21.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey


Verfahren gegen GSO N.N.


Urteil:

I. Das Verfahren gegen GSO N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Mit Schreiben vom 19.03.2013 hat SR X. X. den  Betroffenen beim VSG angezeigt. In seiner Anzeige nimmt er insbesondere Bezug auf das Verhalten und die Äußerungen, der Betroffene seit dem 07.03.2013 gegenüber dem Anzeigeerstatter an den Tag legt, er fühle sich als Schiedsrichter "gemobbt".

In der weiteren Anzeige verweist er darauf, dass ihm der Betroffene in seiner Eigen-schaft als GSO die Durchführung von Regelschulungen und Informationsveranstal-tungen untersagt habe. Er rügt ebenfalls Äußerungen des Betroffenen am Pflichtlehr-abend am 07.03.2013. Weiterhin wendet er sich gegen eine aus seiner Sicht erfolgte Herabstufung in seiner Qualifikation als Schiedsrichter und ist schlussendlich der Auf-fassung, dass der Betroffene sein Amt erheblich verletzt habe, sich weiterhin in Aus-übung seines Amtes unsportlich verhalten habe und sich einer besonders schwer-wiegenden Pflichtverletzung in seiner Funktion schuldig gemacht habe und er deshalb um Einleitung eines Verfahren gegen den Betroffenen nach § 87 RVO bittet.

Der Betroffene hat sich zur Anzeige im Schreiben vom 28.03.2013 geäußert und in-soweit die Anschuldigungen zurückgewiesen. Hierbei ist der Betroffene dezidiert auf jeden einzelnen Vorwurf eingegangen. Bzgl. der Infoveranstaltung bat er den  Anzei-geerstatter dies zukünftig mit ihm abzustimmen. Die Äußerungen am Lehrabend hät-ten sich gegen alle Schiedsrichter gerichtet, nicht explizit an den Anzeigeerstatter.


Im Hinblick auf die Rückstufung hat der Betroffene Stellung genommen und vorgetra-gen, dass es sich hierbei um eine Entscheidung des GSA handelt, die mit den Quali-fikationsrichtlinien des BSA in Übereinstimmung stehen.


2. Das VSG ist zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.

3. Das Verfahren gegen GSO N. N. war aus tatsächlichen Gründen einzustellen. Die vom Anzeigeerstatter behaupteten Pflichtverletzungen liegen nach Überzeugung des VSG nicht vor. Der Betroffene hat Tätigkeiten und Äußerungen vorgenommen, zu denen er kraft seines Amtes als GSO berechtigt war, die ja auch darüber hinaus we-der beleidigend, noch ehrverletzend waren. Die gerügte Nichteinteilung entspricht ebenfalls den sogenannten Qualifikations-Richtlinien.

Das Verfahren war deshalb aus tatsächlichen Gründen einzustellen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf  §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00052-12/13-VSG
Sitzung vom:  21.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer


  

Berufung TuS X  gegen das Urteil des BSG vom 16.04.2013


Urteil:

I. Die Berufung wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass der Spieler nicht nach § 68 Abs. 2 RVO, sondern wegen Unsportlichkeit nach § 65 Abs. 1 RVO i. V. m. § 48 Abs. 3 RVO verurteilt wird.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00 sowie die Kosten des Ver-fahrens in Höhe von € 60,00 trägt die TuS X.

 

Gründe:

1. Beim Spiel TuS X gegen TSV Y am 06.04.2013 erhielt der Spieler N. N., TuS X, kurz nach Abpfiff vom SR die rote Karte. Er hatte laut Meldung des SR ihn von hinten am Handgelenk gefasst, den Arm leicht nach hinten gezogen, auf die Armbanduhr des SR gesehen und sich lautstark über den seiner Ansicht nach zu frühen Abpfiff beschwert. Das BSG verurteilte den Spieler zu einer Sperre von vier Spielen nach § 68 Abs. 2 RVO und zu einer Geldstrafe von 100,00 €. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des TuS X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Nach der Meldung des Schiedsrichters steht zur Überzeugung des VSG fest, dass der Spieler den SR am Handgelenk gefasst und den Arm leicht nach hinten gezogen hat. Dies wird in der Berufungsschrift auch nicht bestritten. Für das VSG steht auch fest, dass sich der Spieler lautstark beschwert hat. Dies entspricht der geschilderten Situation und der allgemeinen Lebenserfahrung. Der Berufung wird insoweit gefolgt, dass der Kontakt mit dem SR nicht sehr intensiv war und die verbalen Äußerungen des Spielers keine persönlichen Beleidigungen enthielten. Das Verhalten des Spielers stellt deshalb keine Tätlichkeit gegen den SR dar. § 68 Abs. 2 RVO der im Übrigen eine Mindeststrafe von acht Spielen vorsieht, kommt deshalb, entgegen der Meinung der Vorinstanz nicht zur Anwendung.

Das Verhalten des Spielers beinhaltet jedoch eine Unsportlichkeit nach § 65 RVO, die mit einer Sperre von bis zu acht Spielen und gemäß § 48 Abs. 3 RVO zusätzlich mit Geldstrafe geahndet werden kann. Das vom Bezirks-Sportgericht ausgesprochene Strafmaß ist nicht zu beanstanden. Der Schiedsrichter ist besonders schutzwürdig, ein körperlicher Kontakt stellt eine erhebliche Unsportlichkeit dar, die über rein verbale Angriffe hinausgeht. Auch bei Berücksichtigung des positiven Nachtatverhaltens des Spielers bleibt eine Sperre von vier Spielen und eine Geldstrafe von 100,00 € tat- und schuldangemessen.

Die Berufung war deshalb zurückzuweisen.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Abs. 1 8 b, 13 d FO.


 

 

Aktenzeichen: 00051-12/13-VSG
Sitzung vom:  21.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey


  

Berufung des TSV X  gegen das Urteil des BSG vom 17.04.2013

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00 sowie die Kosten des Ver-fahrens in Höhe von € 60,00 trägt der TSV X.

III. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Zum Bezirksliga-Spiel TSV X gegen FC Y am 23.03.2013 sind beide Vereine nicht angetreten.

Mit Schreiben vom 24.03.2013 hat der zuständige Bezirk-Spielleiter diesbezügliche Anzeige wegen Nichtantreten beim BSG gestellt. Ebenfalls mit Meldung vom 23.03.2013 hat der amtierende Schiedsrichter mitgeteilt, dass er zu diesem Spiel ein-geteilt war und auch rechtzeitig am Sportplatz in X anwesend war. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass das Spiel bereits einen Tag vorher abgesagt worden sei. Das SR-Team ist daraufhin wieder abgereist. Mit Schreiben ohne Datum, beim BSG einge-gangen am 28.03.2013, hat der TSV X hierzu umfassend Stellung genommen. Hierbei wurde eingeräumt, dass der TSV X die rechtzeitige und ordnungsgemäße Absage des Spiels beim Spielgruppenleiter versäumt habe wegen eines Kommunikationsproblems zwischen den beiden Abteilungsleitern versehentlich Kontakt mit dem Pressevertreter gesucht habe.

Ergänzend kann auf die weiteren Ausführungen in der Stellungnahme des TSV X verwiesen werden. Auch der weitere beteiligte Verein FC Y hat nach Aufforderung des BSG eine Stellungnahme abgegeben. Dort wurde der Sachverhalt aus der dortigen Sicht geschildert, man gehe jedoch seitens des FC Y davon aus, dass man unschuldig sei, man hoffe auf ein faires Urteil.

Mit weiterem Schreiben ohne Datum, beim BSG am 15.04.2013 hat der TSV X eine "2. Stellungnahme" abgegeben und hierbei nochmals versucht, darzustellen, wie es zu den "Kommunikationsproblemen" gekommen ist.


Ebenso ging beim BSG ein Email des Abteilungsleiters des TSV X vom 16.04.2013 ein, in dem er nochmals eine "persönliche Einschätzung" des Vorgangs einreichte.

2. Das BSG hat daraufhin mit Urteil vom 17.04.2013 den TSV X wegen Verursachen eines Spielausfalls zu einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 verurteilt, das Spiel gem. § 40 SPO für den FC Y als 2:0 gewonnen und für den TSV X mit 0:2 als verloren gewertet und die Kosten dem TSV X auferlegt.

Gegen dieses Urteil wendet sich die Berufung.

3. Das Verbandsportgericht ist gem. § 20 I d RVO zuständig. Die form- und fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.

Das BSG hat in seinen Gründen ausgeführt, dass die Spielabsetzung vom zuständigen Spielleiter nicht genehmigt worden ist, da zwar der Gastverein davon in Kenntnis gesetzt wurde, nicht jedoch der zuständige Spielleiter. Ebenso wenig wurde der Schiedsrichter von der Absage informiert.

Das BSG war der Auffassung, dass somit ein Nichtantreten gem. § 78 I RVO mit der zwingenden Folge einer Spielwertung und einer Geldstrafe vorliegt, so dass entspre-chende Bestrafung erfolgt ist.

Das Ersturteil ist weder in sachlicher, noch rechtlicher Hinsicht zu beanstanden, es entspricht der Gesetzeslage. Daraus ergibt sich zwingend, dass der zuständige Spiel-leiter nicht nur vorab von dem Wunsch der Spielabsetzung in Kenntnis zu setzen ist, sondern diese auch zu genehmigen hat.

Darüber hinaus ergeben sich aus der Berufungsbegründung des TSV X keine weiteren Gründe, die es rechtfertigen würden, das Ersturteil aufzuheben. Die Berufungs-begründung begnügt sich vielmehr damit, dass das Berufungsgericht um nochmaliger Überprüfung in rechtlicher und sachlicher Hinsicht gebeten wird, des Weiteren wird auf die erstinstanzliche Stellungnahme verwiesen.

Die Berufung war somit als unbegründet zurückzuweisen.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.


 

 

Aktenzeichen: 00050-12/13-VSG
Sitzung vom   14.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Frey

 

Spiel SV X - FC X am 02.09.2012
Revision des N. N. gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 02.03.2013

Urteil:

I. Die Revision des Spielers N. N. gegen das Urteil des BSG vom 02.03.2013 wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass der Spieler N. ab dem 17.05.2013 für weitere drei Verbandsspiele gesperrt ist und für alle anderen Spiele vom 17.05.2013 mit einschließlich 09.06.2013 gesperrt ist.

II. Der Spieler N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revi-sionsgebühr in Höhe von € 150,00 unter Mithaftung seines Vereins SV Y.


Gründe:

1. Der Betroffene beleidigte nach den Feststellungen des BSG beim B-Klassen-Spiel SV Y gegen FC X am 02.09.2012 den amtierenden Schiedsrichter A. in der 40. Spielmi-nute massiv mit den Worten: Du bist doch die letzte Pfeife, der letzte Dreck. In der Halbzeitpause, auf dem Weg zum Spielfeld, stellte sich der des Spielfeldes bereits verwiesene Betroffene dem Schiedsrichter in den Weg und beleidigte ihn erneut massiv mit den Worten: Das was du machst ist Betrug, du bist ein Betrüger. Auch bei der Abholung seiner Spesen wurde der Schiedsrichter verbal durch den Betroffenen angegangen und es kam erneut zu unsportlichen Äußerungen des Betroffenen ge-genüber dem Schiedsrichter.
 
Das KSG sperrte den Betroffenen mit Urteil vom 25.09.2013 gemäß § 68 I RVO für ein Verbandsspiel und zeitlich befristet mit einschließlich 09.09.2012. Dem  Verband-sanwalt wurde das Urteil nicht zugestellt. Er erhielt erstmals am 12.11.2012 durch E-Mail Kenntnis und legte mit Schreiben vom 19.11.2012 am 20.11.2012 Berufung ein. Nach durchgeführter mündlicher Verhandlung, in der die Betroffenen N. N., B. B., C. C., D. D. angehört sowie die Zeugen E., F. F., G., H., I., J., K., L., M. M., O. und P. vernommen wurden, änderte das BSG das Urteil ab und sprach eine Verlängerung der Sperre um 3 Verbandsspiele und eine weitere zeitliche Sperre vom 07.03.2013 bis 27.03.2013 aus. Gegen das BSG Urteil vom 02.03.2013 legte der Betroffene mit Anwaltsschriftsatz vom 07.03.2013 Revision mit Begründung ein, die mit einem weite-ren Anwaltsschriftsatz vom 25.03.2013 ergänzt wurde. Der Betroffene rügt einen Ver-stoß gegen die Zuständigkeitsvorschriften, er macht geltend, dass das Rechtsmittel des Verbandsanwalts verfristet war und rügt die Beweiswürdigung und erhebt die Aufklärungsrüge, weil das BSG die Aussage des Zeugen P. für glaubhafter hielt, als die Angaben der Betroffenen, und der Zeuge F. F. nicht vernommen worden sei. Schließlich wird die Unvollständigkeit des Sitzungsprotokolls gerügt.

Mit Beschluss vom 12.03.2013 wurde die Vollstreckung des Urteils gemäß § 31 Abs. 2 RVO vorläufig ausgesetzt.
.
2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Eine Vertretung durch Rechtsanwälte ist beim VSG gemäß § 30 Abs. 3 RVO zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Der Betroffene rügt, dass die vom Verbandsanwalt eingelegte Berufung verfristet war.

Dies trifft nicht zu. Zum Zeitpunkt des Erlasses des Urteils sah die RVO keine zeitliche Befristung vor, innerhalb derer das Urteil unabhängig von der Bekanntgabe für den Verbandsanwalt unangreifbar wird. § 44 Abs. 3 S. 5 RVO, der vorsieht, dass der Verbandsanwalt unabhängig von der Bekanntgabe an ihn nur innerhalb von drei Wo-chen ab der letzten Bekanntgabe an einen der Beteiligten Berufung einlegen kann, wurde erst durch Vorstandsbeschluss vom 19.12.2012 in die RVO eingefügt. Zum Zeitpunkt des Erlasses des Urteils und zum Zeitpunkt der Einlegung des Rechtsmittels durch den Verbandsanwalt galt nur die in § 44 Abs. 3 S. 1 RVO enthaltene Frist von einer Woche nach Bekanntgabe an den Rechtsmittelberechtigten. Nachdem das Urteil dem Verbandsanwalt nicht bekannt gegeben wurde, lief zum damaligen Zeitpunkt keine Rechtsmittelfrist. Die Einlegung des Rechtsmittels am 20.11.2012 war daher nicht verfristet. Der Zeitraum zwischen dem Urteil am 25.09.2012 und der Einlegung des Rechtsmittels am 20.11.2012 war mit 1 Monat und 26 Tagen auch nicht so lange, dass wegen des Grundsatzes von Treu und Glauben oder wegen der Be-rücksichtigung der Belange des Spielbetriebs das Rechtsmittel zeitlich unzulässig gewesen wäre. Auch die Zeitspanne zwischen - zufälliger - Kenntnisnahme und der Einlegung des Rechtsmittels war mit 8 Tagen nicht so lange, als dass von Verwirkung ausgegangen werden könnte. Die kurze Rechtsmittelfrist von 1 Woche nach der förm-lichen Bekanntgabe des Urteils kann hier nicht herangezogen werden, weil bei der zufälligen Kenntnisnahme von der Tatsache eines Urteils zunächst der vollständige Urteilstext beschafft werden muss.

Der Betroffene rügt weiter, dass mit dem BSG nicht das im Instanzenzug vorgesehe-ne Berufungsgericht für das KSG entschieden hat, welches das BSG gewesen wäre.

Auch diese Rüge greift nicht durch. Nachdem sich zwei der drei Richter des BSG für befangen erklärt haben, hat das VSG mit Beschluss vom 30.01.2013 das Verfahren dem BSG übertragen. Dieser Beschluss beruhte auf § 20 Abs. 1 h) i.V.m. § 20 Abs. 3 RVO. Nach der letztgenannten Vorschrift kann das Verbands-Sportgericht abwei-chend von den allgemeinen Zuständigkeitsbestimmungen in besonders begründeten Ausnahmefällen auf Antrag oder von Amts wegen ein anderes Sportgericht mit der Durchführung des Verfahrens beauftragen. Dies ist hier geschehen. Der Vorsitzende des BSG und der stellvertretende Vorsitzende haben sich sehr intensiv mit den Folgen der öffentlichen Herabwürdigung des Schiedsrichters befasst und dabei einen engeren persönlichen Kontakt zum Schiedsrichter aufgebaut. Ihre Befürchtung, dem Fall aus diesen Gründen - zu Lasten des Betroffenen - nicht mehr objektiv entscheiden zu können, war nachvollziehbar. Da das BSG nur aus vier Sportrichtern besteht und sowohl der Vorsitzende, als auch der stellvertretende Vorsitzende ausfielen, erschien es sachgerecht, ein mit schwierigen Verfahrensfragen belastetes Verfahren nicht durch einen hinzugezogen Ersatzbeisitzer entscheiden zu lassen, sondern ein mit der Sache nicht vorbefasstes, erfahrenes Sportgericht damit zu beauftragen. Ein Verstoß gegen den Grundsatz des gesetzlichen Richters, wie ihn der Betroffene einwendet, liegt darin nicht. Abgesehen davon, dass dieser Grundsatz nur bei der öffentlichen Gerichtsbarkeit gilt, wäre er auch gewahrt geblieben. Das VSG hat ein ausdrücklich in der RVO vorgesehenes Recht angewendet, in besonders gelagerten Ausnahmefällen ein anderes Sportgericht mit dem Verfahren zu betrauen. Somit wurde das BSG nicht willkürlich eingeschaltet, sondern es wurde ein in der RVO vorgesehenes Verfahren angewendet. Dass das den Fall entscheidende Gericht nicht in jedem Falle vorher feststehen muss, sondern dass die Bestimmung dieses Gerichts einem anderen Gericht übertragen werden kann, zeigt § 36 ZPO, der vorsieht, dass ein höherrangiges Gericht in besonderen Fällen ein zuständiges Gericht bestimmen kann, das dann ausnahmsweise zuständig wird. Dass § 36 ZPO gegen den Grundsatz des gesetzlichen Richters verstoßen würde, wird in Rechtsprechung und Literatur nicht geltend gemacht. Damit sind auch die vom Betroffenen geäußerten Zweifel an der Zulässigkeit von § 20 Abs. 3 RVO nicht stichhaltig.

Dass dieser Fall wegen der Problematik der möglichen Verfristung oder Verwirkung und der Befangenheit des Vorsitzenden und seines Stellvertreters mit der Folge der Notwendigkeit der Hinzuziehung einer geeigneten Person als Ersatzmitglied einen besonders gelagerten Ausnahmefall darstellt, liegt auf der Hand. Da - anders als bei der ordentlichen Gerichtsbarkeit - die Zahl der ehrenamtlichen Sportrichter je Gericht gemäß § 8 RVO eng begrenzt ist, kann die Ablehnung mehrerer Richter eines Sport-gerichts einen solchen Ausnahmefall begründen. 

Auch die weiteren in der Revisionsbegründung aufgeführten Gründe rechtfertigen die Aufhebung des Urteils des BSG nicht.

Soweit die Beweiswürdigung angriffen wird, stellt der Betroffene seine Beweiswürdi-gung an die Stelle des Gerichts. Die Fragen der Glaubwürdigkeit von Zeugen und die Glaubhaftigkeit der Aussagen fallen jedoch nach ständiger Rechtsprechung des VSG in die Kompetenz des Tatgerichts und sind mit der Revision nur im Hinblick auf Ver-fahrensfehler anzugreifen.

Die Aufklärungsrüge greift nicht durch, weil der Zeuge F. F. im Telefonat mit den Richtern des KSG nur mitteilte, dass er die Ausdrücke der Betroffenen nicht gehört habe. Dies bedeutet aber nicht, dass diese nicht gefallen wären. Die Anhörung des Zeugen wurde von den Betroffenen und dem Vereinsvertreter am Schluss der münd-lichen Verhandlung nicht beantragt. Es wurde auch nicht vorgetragen, dass der Zeuge F. F. die Beleidigungen hätte hören müssen, wenn sie gefallen wären, so dass aus dem bloßen Nichthören keineswegs der Schluss gezogen werden musste, dass die Beleidigungen nicht erfolgt waren. Der Zeuge bestätigte andererseits im Telefonat eindringlich, dass die Betroffenen mit der Leistung des Schiedsrichters nicht zufrieden waren, was die Beleidigungen plausibel macht, jedoch sportrechtlich keine Rechtfer-tigung, auch nicht im Hinblick auf ein geringeres Strafmaß bedeutet. Insoweit steht die Beweiswürdigung, die sich auf die - für das BSG - glaubhaften Aussagen des Schiedsrichters stützt, gerade nicht in Gegensatz zur telefonischen Äußerung des Zeugen F. F. Einer persönlichen Anhörung des unentschuldigt ferngebliebenen Zeu-gen bedurfte es ohne eines ausdrücklichen Antrags des Betroffenen nicht.

Die Protokollrüge läuft ebenso ins Leere. Gemäß § 43 RVO werden keine Sitzungs-protokolle geführt. Über eine mündliche Verhandlung ist nur ein Kurzprotokoll, jedoch kein vollständiges Wortlautprotokoll zu erstellen. Das vom BSG erstellte Protokoll er-füllt nach Ansicht des VSG die Anforderungen an ein Kurzprotokoll.

Der Spielberichtsbogen enthält die Meldung des Schiedsrichters (ggfs. in der Anlage dazu). Er ist Grundlage des Verfahrens und kann daher nicht von der Präklusionswir-kung des § 44 Abs. 4 RVO erfasst werden.

Im Hinblick auf die vorläufige Aussetzung der Sperrstrafe ist der Zeitpunkt des Be-ginns der Strafe neu festzulegen. Dabei musste trotz der roten Karte eine zeitige Sperre festgesetzt werden, weil nur so nach dem Ablauf der automatischen Sperre der roten Karte die Strafe vollstreckt werden kann. Es handelt sich insoweit auch um keine Doppelbestrafung, weil infolge des zeitlichen Ablaufs die Strafe in zwei Teilen zu vollstrecken ist, jedoch insgesamt nur eine Strafe bleibt.


4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO


 

Aktenzeichen:  00047-12/13-VSG
Sitzung vom  03.05.2013
Besetzung:  Beierlein, Krause, Schreckenbauer


Anzeige des Kreisspielleiters N. N. gegen SR X. X.

                                                                   Urteil:

 

I. Schiedsrichter X. X.,  TSV Y, wird wegen eines Verstoßes gegen § 83 Abs.1 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 50,00 Euro unter Mithaftung des TSV Y belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 20,00 Euro trägt Schiedsrichter X. X. unter Mithaftung des TSV Y.

                                                                Gründe:

1. Am 17.3.2013 erstattete der Kreisspielleiter beim KSG Anzeige gegen SR X, weil der Spielbericht der Begegnung VFR A gegen TSV B II vom 10.3.2013 noch nicht zugegangen war. Das KSG hat am 19.3. gegen den Betroffenen ein Verfahren eingeleitet und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme bis 23.3.2013 eingeräumt. Eine Stellungnahme ging nicht ein. Am 24.3.2013 teilte der Kreisspielleiter dem KSG mit, dass der Spielbericht immer noch nicht eingegangen sei.  Am 24.3 wurde das Verfahren vom KSG an das Verbandssportgericht abgegeben. Die vom VSG gegebene Gelegenheit, bis 15.4. Stellung zu nehmen, wurde vom Betroffenen nicht genutzt.

2. Die Anzeige ist ordnungsgemäß nach § 35 RVO erstattet. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 Lit.b RVO, weil der Betroffene  bei der Schiedsrichter-Gruppe eine Funktionärstätigkeit ausübt.

3. SR X war nach § 83 Abs.1 RVO zu bestrafen. Nach der Anzeige steht zur Überzeugung des VSG fest, dass er den Spielbericht über das Spiel vom 10.3. nicht rechtzeitig im Sinne des § 36 SpO dem Spielleiter zukommen ließ. Von der zweifach gegebenen Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen, hat SR X keinen Gebrauch gemacht, sodass das Gericht davon ausgehen muss, dass der Tatbestand vorsätzlich verwirklicht wurde und Entschuldungsgründe nicht vorliegen.

Das VSG hält die in § 83 Abs.1 RVO vorgegebene Höchststrafe in Höhe von 50.00 Euro für angemessen. Gerechtfertigt ist dies zum Einen, weil SR X bereits mit Urteilen vom 10.10.2012 jeweils wegen Verstoßes gegen § 83 Abs.1 RVO verurteilt worden ist, also ein Wiederholungsfall vorliegt. Zum Anderen war zu berücksichtigen, dass SR X als Funktionär einer SR-Gruppe eine besondere Vorbildfunktion hat und eigentlich beispielgebend für andere Schiedsrichter sein sollte.  Ein schwerer Fall im Sinne des § 83 Abs.2 RVO liegt nicht vor. Die bloße Nichteinsendung eines Spielberichtes ist vom Unrechtsgehalt her den im Absatz 2 genannten Beispielsfällen im vorliegenden Fall nicht gleichzusetzen. 
Damit war eine Geldstrafe in Höhe von 50,00 Euro auszusprechen.

4. Die Verfahrenskosten ergeben sich aus §§32, 33 RVO in Verbindung mit  §11  Ziffer 13 a FO. Nach ständiger Rechtsprechung des VSG werden nur diejenigen Kosten erhoben, die vor dem KSG anfallen würden, weil der Betroffene aus seiner Funktionärstätigkeit, die zur Zuständigkeit des VSG führt, kostenrechtliche Nachteile nicht haben soll.        

 

Aktenzeichen: 00046-12/13-VSG
Sitzung vom   04.05.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

 

 

Bezirksliga-Spiel SG X gegen TSV Y vom 21.04.2013, Berufung des SG X gegen das Urteil

 

                                                                                                                                                                        Urteil:

 

I. Die Berufung gegen das Urteil des BSG vom 29.04.2013 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt die SG X.

 

Gründe:

 

1. Laut Meldung vom 22.4.2013 wurde das Verbandsspiel SG X gegen
TSV Y am 21.4.2013 beim Stande von 2:1 für den TSV Y vom SR in der 23.Minute abgebrochen. Grund war eine schwere Verletzung des Y Torwarts, der sich die Kniescheibe gebrochen hatte, welche auch erkennbar aus dem Gelenk gerutscht war, der vom Notarzt versorgt und mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste. Das Spiel war für 25 Minuten unterbrochen, der Abbruch erfolgte auf Bitte des Y Spielführers, der Spielführer der SG X hat nicht zugestimmt. Mit Urteil vom 29.4.2013 hat das BSG eine Neuansetzung des Spiels angeordnet. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SG X.


2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt, das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Gemäß § 74 Abs.1,3 RVO ist eine Spielwertung nach §40 RVO vorzunehmen, wenn der Spielabbruch schuldhaft von einem Verein oder ihm zuzurechnenden Personen verursacht worden ist. Schuldhaftes Verhalten im Sinne des § 74 Abs.1 RVO ist hier nicht erkennbar. Insbesondere kann die Mitteilung des Y Spielführers an den SR, dass seine Mannschaft das Spiel nicht fortsetzen werde, nicht als schuldhafte Verursachung eines Spielabbruchs gewertet werden. Wie bereits im Ersturteil, auf das Bezug genommen wird, ausführlich dargelegt, standen die Spieler des TSV Y ersichtlich unter dem Eindruck der schweren Verletzung ihres Mannschaftskameraden. Zur Überzeugung des VSG steht unter Einbezug der Begleitumstände (Hubschraubereinsatz, Notarzt) fest, dass ihnen eine Fortsetzung des Spiels nicht mehr zugemutet werden konnte. Der Entschluss, das Spiel nicht mehr fortzusetzen, war damit nicht pflichtwidrig, sondern gerechtfertigt.

Der Spielabbruch durch den SR nach Ankündigung des Spielführers der Gastmannschaft war gerechtfertigt. Nach § 39 Abs.1 SpO kann der SR ein Spiel abbrechen, wenn die Durchführung wegen einer ernsthaften Störung nicht mehr gewährleistet ist. Eine solche ernsthafte Störung ist der durch die schwere Verletzung des Gästetorwarts und die Begleitumstände verursachte mentale Zustand der Mannschaft des TSV Y. Zur Überzeugung des VSG steht fest, dass die Verletzung weit über dem Maß der beim Fußball öfter vorkommenden Verletzungen lag. Es ist nachvollziehbar, dass den Spielern des TSV Y ein geordnetes Fortsetzen der Begegnung nicht möglich war. Damit war der Abbruch gerechtfertigt. Es ist im Übrigen unerheblich, dass keine der im §39 Abs.1 Lit.a bis d SpO beschriebenen Fallgestaltungen vorlag, es handelt sich hier nur um Tatbestände, die einen Abbruch immer rechtfertigen können.

Die im Berufungsschreiben ergänzend zur Stellungnahme der SG X vom 26.4.2013 vorgetragenen Argumente können im Berufungsverfahren gemäß § 44 Abs.4 RVO nicht mehr berücksichtigt werden, weil sie bereits in erster Instanz gebracht werden konnten. Die Berufung war damit als unbegründet zurückzuweisen.

   4. Kostenentscheidung: §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 I 8 b, 13 d FO

.

 

 

Aktenzeichen: 00042-12/13-VSG
Sitzung vom   05.03.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

Wiederaufnahmeantrag SpVgg X hinsichtlich seines Spielers N. N.

Urteil:


I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 28.11.2012) gegen den Spieler N. N. wird wieder aufgenommen.
II. Ziffer II wird dahin abgeändert, dass der Spieler N. bis einschließlich 24.3.2013 für alle anderen Verbandsspiele (§ 51 Abs.5 RVO) seines Vereins gesperrt ist.
III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 Euro trägt die SpVgg X.

 

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 28.11.2012 wurde der Spieler N. N. wegen Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter für vier Spiele der Kreisklassenmannschaft seines Vereins gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus nach Ziffer II des Urteils für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf von vier Verbandsspielen der Kreisklassenmannschaft der SpVgg X.
Der Spieler N. wurde am 18.11.2012 mit Roter Karte vom Platz gestellt und vom zuständigen KSG mit einer Sperre von vier Spielen belegt. Die Kreisklassenmannschaft bestreitet nach Terminplan am 7.4.2013 ihr viertes Spiel, bei welchem der Spieler N. noch aussetzen muss. Die Landesliga-Mannschaft der SpVgg X hat am 6.4. 2013 bereits ihr siebtes Spiel, sodass der Spieler N. für insgesamt sieben Spiele in der Landesliga nicht einsatzberechtigt ist. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.
Die von der SpVgg X vorgetragenen neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs.4 RVO und als Folgeentscheidung die erfolgte Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 33,34 RVO i.V.m. § 11 I Nr.11 FO.

 

 

Aktenzeichen: 00040-12/13-VSG
Sitzung vom  05.03.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Preißinger

 

Bezirksliga-Spiel TSV X gegen ASV Y vom 10.11.2012

Urteil:


I. Gegen den ASV Y wird wegen Verschulden eines Spielabbruchs gemäß § 74 Abs.1 Satz 1 RVO eine Geldstrafe von € 100 verhängt.

II. Gemäß §§ 74 Abs.1 Satz 2 RVO, 40 Abs.1 SpO wird das Bezirksliga-Spiel TSV X gegen ASV Y vom 10.11.2012 für den ASV Y mit 0:2 als verloren, für den TSV X mit 2:0 als gewonnen gewertet.

III. Kosten werden nicht erhoben

Gründe:

Im Rahmen des genannten Spiels am 10.11.2012 kam es in der Halbzeitpause zu einer Tätlichkeit des Spielers des ASV Y Herrn N. N. gegen den Trainer des TSV X Herrn A. A. Dieser wurde durch den Spieler N mit der Faust ins Gesicht geschlagen und erheblich verletzt, er erlitt u.a. einen stark blutenden Nasenbeinbruch, ein Hämatom sowie eine Rippenprellung und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der amtierende Schiedsrichter brach sodann nach Rücksprache mit beiden Spielführern die Partie ab.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, es besteht Sachzusammenhang mit dem Verfahren gegen den Spieler N.
Der Sachverhalt steht fest aufgrund der durchgeführten mündlichen Verhandlung vor dem VSG vom 21.2.2013, insoweit wird auf die Urteilsgründe verwiesen. Der Spieler N hat den zugrunde liegenden Sachverhalt eingeräumt.

Es liegt gemäß § 74 Abs. 1 Satz 2 RVO ein durch den Spieler N. verschuldeter Spielabbruch vor, der ASV Y haftet insoweit für seinen Spieler. Aufgrund der Heftigkeit des Vorfalls verbunden mit starkem Blutverlust des Geschädigten A. war den Spielern des TSV X eine Fortsetzung der Begegnung nicht zumutbar.
Nach § 74 Abs.3 RVO, 40 Abs.1 SpO war daher im vorliegenden Fall zwingend eine Spielwertung mit 2:0 zugunsten des TSV X vorzunehmen. Daneben war nach § 74 Abs.1 Satz 1 RVO eine  Geldstrafe von € 100 zu verhängen.
Von der Auferlegung von Kosten wurde abgesehen.

 

 

Aktenzeichen: 00036-12/13-VSG
Sitzung vom   19.02.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey

 

Bezirksliga-Spiel FC X gegen SV Y vom 02.11.2012

                                                                                                                                                                     Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt der SV Y.


Gründe:


1. Beim Verbandsspiel der Herren FC X gegen SV Y am 02.11.2012 meldete der amtierende SR folgenden Sachverhalt:

Der Trainer des SV Y sei in der 90. + 4. Minute aus dem Innenraum verwiesen worden. Bereits in der 1. Halbzeit sei er durch lautstarke Reklamationen aufgefallen, wie z. B. "das ist doch lächerlich, das war niemals ein Elfer und immer wird gegen uns gepfiffen, das ist so lächerlich wie in Dinkelscherben".

Obwohl der SR versucht habe, über den Spielführer beruhigend auf ihn einzuwirken, konnte sich der Trainer nicht beruhigen. In der 90. + 4. Minute habe der Trainer die technische Zone ca. fünf bis zehn Meter verlassen, um bei einer Rudelbildung "mitzumischen". Nach einer roten Karte gegen seinen Spieler habe der Trainer seinen ausgestreckten Zeigefinger in Richtung SR gezeigt und lautstark die Worte "das ist doch Schiebung", "das ist doch lächerlich" benutzt.

Darüber hinaus habe der Trainer nach dem Schlusspfiff erneut das Spielfeld betreten und sei in Richtung SR gegangen. Hierbei habe er zu seinen Spielern gesagt "gebt denen ja nicht die Hände".  Bevor für die SR der Weg in die Kabine frei war,  habe  der Trainer im Kabinengang auf sie gewartet. Als er in gleicher Höhe mit dem SR war, habe er ihn an der Schulter gefasst, um ihn zur Rede zu stellen und mit ihm eine Diskussion zu beginnen. Der Trainer sei jedoch durch mehrere Ordner "isoliert" worden, das Gespann konnte in die Kabine gehen.

Die Stellungnahme des SV Y vom 14.11.2012 wurde aus einem persönlichen E-Mail-Programm an die Postfachadresse XX versandt. Da in das E-Postfachsystem des BFV keine normalen E-Mails aus fremden Programmen verschickt werden können, ging die Stellungnahme dem Erstgericht nicht vor dem Urteilsausspruch zu.

Das BSG hat seiner Entscheidung deshalb nur die Meldung des SR zugrunde gelegt und die Stellungnahme nicht berücksichtigt. Es verurteilte den Trainer zu einer Geldstrafe von 500.- Euro (Urteil vom 28.11.2012; auf das Urteil wird Bezug genommen).

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SV Y.

2. Die gemäß §44 Abs.3 RVO form- und fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig. Das Verbands-Sportgericht ist gem. § 20 Abs. 1 d RVO zuständig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet.

Das VSG hat in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass nach  § 44 Abs. 4 RVO die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden kann, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Die in der Stellungnahme des Vereins enthaltenen Ausführungen gingen dem Erstgericht nicht rechtzeitig zu. Dies hat der Berufungsführer auch zu verantworten. Es steht fest, dass der Berufungsführer eine Fehlermeldung hätte bekommen müssen. Aus Sicht des VSG wäre es also erforderlich gewesen, sich darum zu kümmern, dass die Stellungnahme ordnungsgemäß dem entscheidenden Gericht zugeht. Der Berufungsführer ist insoweit beweisverpflichtet.

Soweit sich die Berufung also darauf stützt, dass die Angaben in der Stellungnahme durch das Erstgericht nicht berücksichtigt worden sind, kann dem nicht gefolgt werden. Die Stellungnahme lag nicht fristgerecht vor.

Infolge des § 44 Abs. 4 RVO ist es auch dem VSG verwehrt, die in der Stellungnahme enthaltenen Angaben in die Entscheidung einzubeziehen. Ausgehend von den in der Meldung des SR vorgetragenen Tatsachen liegt zweifelsfrei unsportliches Verhalten nach § 47 RVO vor, das Strafmaß liegt bei der Zusammenschau aller Vorgänge eher im unteren Bereich und ist nicht zu beanstanden.

Die Berufung ist deshalb als unbegründet zurückzuweisen.

Auch wenn man zugunsten des SV Y davon ausginge, dass die Stellungnahme zu berücksichtigen ist, wäre die Berufung ebenfalls als unbegründet zurückzuweisen.

Zum einen werden in der Stellungnahme die im ersten Absatz der Schiedsrichtermeldung beschriebenen Vergehen des Trainers zugestanden.

Zum anderen können die vom SV Y vorgebrachten Angaben zur Überzeugung des VSG weder den Strafvorwurf noch das Strafmaß ändern.

Soweit im Schreiben die Täterschaft des Trainers bestritten wurde, hat der amtierende SR in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2.1.2013 zum Schreiben des SV Y seine Erstmeldung und die Täterschaft des gemeldeten Trainers N. N. nochmals bestätigt und eine Verwechslung ausgeschlossen. Dies haben auch die beiden SRA bestätigt.

Die weitere Stellungnahme des SV Y vom 24.1.2013, in dem die Höhe der Geldstrafe moniert wird, sowie die ohne Datum auf das ergänzende Schreiben des SR abgegebene Stellungnahme des betroffenen Trainers sieht das VSG als unsubstantiiertes Bestreiten ohne Beweisangebote an, so dass es schlussendlich für das VSG keinerlei Anlass gab an der nochmals bestätigten Meldung des SR Zweifel zu hegen.

Soweit der SV Y selbst in seiner Stellungnahme vergleichsweise den Fall des Trainers A. A. vom FC A. heranzieht, ist dieser Fall mit dem vorliegenden nicht vergleichbar. Der SV Y teilt selbst mit, ohne dass letztendlich auf den genauen Sachverhalt hinzuweisen oder das Urteil beizugeben, dass der Trainer A .A. wegen mehrfachen Verlassens der Coaching-Zone bestraft wurde. Bereits der umfassenden Meldung des SR vom 03.11.2012 ist zu entnehmen, dass es sich um eine Vielzahl von Vergehen des Trainers handelte, also Unsportlichkeiten mehrfacher Art bereits während des Spiels, und auch nach dem Spiel, insbesondere als der SR in die Kabine ging. Das VSG gelangt deshalb zu der Überzeugung, dass die vom BSG in Ansatz gebrachte Geldstrafe für das insgesamt zu würdigende Verhalten des Trainers auch unter Einbezug der Angaben des Vereins angemessen ist.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.


 

 

Aktenzeichen: 00034-12/13-VSG

Sitzung vom: 17.01.2013

Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

 

Revision des TSV X gegen das Urteil vom 22.11.2012

                                                                                                                                                                     Beschluss:

 

Der TSV X trägt die anteilige Revisionsgebühr in Höhe von € 75,00, sowie die anteiligen Verfahrenskosten in Höhe von € 12,50.


 

Gründe:

1. Die am 29.11.2012 eingelegte Revision wurde vom TSV X mit Schreiben vom 15.01.2013 zurückgenommen.
2. Die gemäß §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit §§ 11 Ziffer II 6 c, 9 FO anfallenden Kosten wurden gemäß § 33 Abs. 2 RVO auf die Hälfte reduziert.

 

 

 

Aktenzeichen: 00033-12/13-VSG
Sitzung vom   15.01.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Frey, Beierlein

 


Bayernliga-Spiel 1. FC X gegen SC Y vom 03.11.2012

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 200,00, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt der 1. FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Beim Verbandsspiel der Herren am 03.11.2012 zwischen dem 1. FC X und dem SC Y meldete der amtierende SR, dass der betroffene Spieler etwa in der 18. Spielminute seinen Gegenspieler N. N. den rechten Ellenbogen mit hoher Intensität in den Unterleib stieß. Beide Spieler bewegten sich in Erwartung eines Eckstoßes im 5-Meter-Raum. Kurz vor Ausführung des Eckstoßes ereignete sich der Vorfall. Der getroffene Spieler fiel daraufhin zu Boden und musste sich behandeln lassen. Der SR stand ca. 10 m vom Tatort entfernt und hatte direkte Sicht auf die Situation.

Aufgrund dieses Sachverhalts stellte der Verbandsanwalt mit Schreiben vom 05.11.2012 einen Strafantrag gegenüber dem Sportgericht. Aufgrund der eingegangenen Stellungnahme des Berufungsführers, in welcher im Wesentlichen angegeben wurde, dass der betroffene Spieler seinen Gegenspieler am Brustkorb getroffen und nicht in den Unterleib geschlagen habe sowie keine minutenlange Behandlung durchgeführt worden sei, hat das Sportgericht eine ergänzende Stellungnahme des SR angefordert. Dieser blieb mit seinem weiteren Schreiben vom 07.11.2012 bei seiner ursprünglichen Meldung. Diese wurde dann dem Berufungsführer zugeleitet. Die Stellungnahme zu den weiteren Ausführungen des SR datieren vom 06.11.2012, wurde aber mit Email vom 09.11.2012 gesendet. Der Verbandsanwalt blieb bei seinem Antrag. Mit Urteil vom 13.11.2012 wurde dann der betroffene Spieler wegen Tätlichkeit gemäß § 67 I RVO für 6 Verbandsspiele u. a. gesperrt. Gegen diese Entscheidung legte der Berufungsführer Einspruch ein.

Auf den Einspruch hin wurde seitens des verletzten Spielers eine Stellungnahme angefordert. Diese ging am 25.11.2012 ein. In dieser wurde ausdrücklich erklärt, dass der Spieler N. N. den Vorfall, wie in der SR-Meldung beschrieben, bestätigt. Dies wurde durch das Sportgericht dem Berufungsführer mitgeteilt. Mit Entscheidung vom 27.11.2012 wurde dann durch das Sportgericht der Einspruch als unbegründet zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil wurde mit Schreiben vom 04.12.2012 Berufung eingelegt.

2. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Das VSG ist aufgrund des vorliegenden Berichts und der ergänzenden Stellungnahme des amtierenden SR sowie des verletzten Spielers der Überzeugung, dass der betroffene Spieler den Spieler N. N. mit hoher Intensität den Ellenbogen in den Unterleib gestoßen hat. Dies ist als Tätlichkeit zu ahnden.

Der Berufungsführer hat in seiner 1. Stellungnahme vorgetragen, dass der Bericht des SR nicht akzeptabel sei, da dieser nicht den Tatsachen entspreche.
Es wurde eingeräumt, dass der eigene Spieler den Gegenspieler am Brustkorb getroffen und nicht in den Unterleib geschlagen hat. Dabei wurde nicht in Abrede gestellt, dass der Schlag heftig ausgeführt wurde. Auch dieser Vorgang ist als Tätlichkeit gemäß § 67 I RVO zu werten. Sowohl der SR, als auch der verletzte Spieler N. N. blieben bei ihrer dem Sportgericht gegenüber abgegebenen Darstellung, dass der Unterleib betroffen war. Im Übrigen kommt es letztlich hierauf nicht an. Selbst der Berufungsführer räumt aufgrund seiner Stellungnahme vom 06.11.2012 die entsprechende Tätlichkeit durch das Schlagen ein.

Die Tätlichkeit ist gemäß § 67 I 1 RVO mit einer Sperre von 6 Wochen bis zu 2 Jahren zu ahnden. Nur im Falle, dass unmittelbar vor dem Vergehen eine sportwidrige Handlung begangen worden war oder ein leichterer Fall der Tätlichkeit vorliegt, ist die Sperre auf ein Mindestmaß von 3 bzw. bei Vorliegen beider Milderungsgründe auf mindestens 2 Wochen zu reduzieren. Der Berufungsführer hat keinen Milderungsgrund vorgetragen. Solche sind auch nicht ersichtlich. Es wurde weder eine vorgegangene sportwidrige Handlung vorgetragen, noch ein leichterer Fall einer Tätlichkeit. Es wird vielmehr eingeräumt, dass der Schlag gegen den Brustkorb erfolgt sei. Selbst dies stellt den Normalfall einer Tätlichkeit dar. Ein Unterschreiten der Mindestsperre war dem Sportgericht damit untersagt.

Das heftige Schlagen mit dem Ellenbogen in den Unterleib oder auch gegen den Brustkorb stellt in jedem Fall eine Tätlichkeit i. S. des § 67 I RVO dar.


Die Berufung war daher aus Rechtsgründen zurückzuweisen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO

 

 

Aktenzeichen: 00031-12/13-VSG
Sitzung vom  15.01.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause


Bezirksliga-Spiel VfL X gegen SV Y vom 30.09.2012


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen. 

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt der SV Y.


Gründe:

1. Beim Bezirksliga-Spiel VfL X gegen SV Y am 30.09.2012 meldete die SRin, dass für den Spieler A (SV Y) vor und nach dem Spiel kein Spielerpass vorgelegt werden konnte. Der Spieler wies sich durch Personalausweis aus, so dass er zum Spiel zugelassen  und auch eingesetzt wurde. Innerhalb der 3-Tagesfrist wurde weder der betreffende Spielerpass noch eine Online-Spielberechtigung dem BSG zugeleitet. Das BSG nahm in seinem Urteil daher eine Spielwertung vor und verhängte gegen den SV Y eine Geldstrafe in Höhe von 100 € wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichteren Fall. Gegen die Spielwertung und die Geldstrafe richtet sich die Berufung.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.
Die form- und fristgerecht am 15.11.2012 eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Der Sachverhalt steht aufgrund der Einlassung des Berufungsführers fest. Der SV Y räumt ein, dass weder Pass noch Onlinespielberechtigung fristgerecht nachgereicht wurden. Der  Berufungsführer begründete dies damit, dass der neue Pass des betreffenden Spielers (Statuswechsel vom Amateur zum Vertragsspieler) am 10.10.2012 noch nicht dem Verein vorlag und daher nicht nachgereicht werden konnte. Nach Überprüfung des BSG über die Passstelle des BFV steht fest, dass der neue Pass am 24.09.2012 gedruckt und am 25.09.2012 an den Verein versendet wurde. Der Vortrag des Berufungsführers, wonach sich das Postfach des Vereins in einer Poststelle in privater Hand befindet und es schon öfter vorgekommen ist, dass Post nicht innerhalb des üblichen Dreitageszeitraums zugeht, ist für die Entscheidung unerheblich. Unterstellt man, dass der am 25.09.2012 vom BFV versendete Pass nicht bis zum 03.10.2012 beim Berufungsführer eingegangen wäre, so hätte jedoch bereits seit 24.09.2012 die Möglichkeit für den Berufungsführer bestanden, durch einen Ausdruck der Detail-Spielberechtigung das Spielrecht dem BSG fristgerecht hierdurch nachzuweisen. Unbeachtlich ist auch die vom Berufungsführer vorgetragene Unkenntnis hinsichtlich der Nachweismöglichkeit der Spielberechtigung über die Detail-Spielberechtigung (§ 45 Abs. 5 SpO). Die Pflicht des Nachreichens eines Nachweises der Spielberechtigung bei fehlendem Pass am Spieltag ist in § 45 Abs. 2 Satz 2 SpO klar geregelt und mithin als bekannt vorauszusetzen. Jedem Verein ist zuzumuten, sich in der Spielordnung zu informieren, wie der geforderte Nachweis der Spielberechtigung erfolgen kann, wenn am Spieltag ein Pass fehlte.  Dieser Nachweis ist nicht fristgerecht erbracht worden, so dass das Urteil des BSG zutreffend ist und auch im Hinblick auf die verhängte Strafe unter Berücksichtigung der erst kurzen Zugehörigkeit des Berufungsführers zum BFV nicht zu beanstanden ist.
Die vom BSG Unterfranken verhängte Spielwertung ist gemäß § 77 Abs. 1 Satz 2 RVO iVm § 45 Abs. 4 SpO zwingende Folge des unzulässigen Spielereinsatzes. Die Berufung war damit als unbegründet zurückzuweisen.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00030-12/13-VSG
Sitzung vom   15.01.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger


Urteil:

 

I. Der Betroffene N. N. wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens von der Schiedsrichterliste gestrichen. Der Schiedsrichterausweis ist einzuziehen.

 

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 Euro trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins.

Gründe:

 

Dem Betroffenen liegt zur Last am 14.9.2012 anlässlich des Bundesliga-Spiels FC Augsburg gegen VfL Wolfsburg eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte weitergegeben zu haben. Nach den Angaben des Vaters des Betroffenen, denen das VSG insoweit folgt, war zunächst geplant, dass der Onkel des Betroffenen das Spiel ebenfalls besucht und dabei die Dauerkarte des Betroffenen nutzt. Nachdem sein Onkel  nicht erschien, überlies der Betroffenen daraufhin die Schiedsrichterkarte seinem Vater, der diese wiederum an einen Interessenten für den Preis von 20 Euro verkaufte. Aufgrund einer Kontrolle beim Einlass wurde der Sachverhalt bekannt, der Käufer der Karte wurde lediglich aus Kulanz ins Stadion gelassen. Dem Betroffenen war als Schiedsrichter bekannt, dass die Karten nicht übertrag- oder veräußerbar sind, was im Übrigen auch auf den Karten selbst aufgedruckt ist.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

 

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen und Stellungnahmen des Vaters des Betroffenen sowie des Käufers der Karte.

 

Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

 

Dem Betroffenen war bei Überlassung der Karte an seinen Vater bewusst, dass diese nicht übertragbar ist, nach der ursprünglichen Planung wäre die Karte an den Onkel des Betroffenen überlassen worden, wäre dieser noch erschienen. Auch dies würde eine Unsportlichkeit darstellen. Die Tatsache, dass es letztlich zu einem Verkauf der Karte durch den Vater des Betroffenen, möglicherweise ohne dessen Wissen, kam, entbindet den Betroffenen nicht von seiner Verantwortung die Karte nicht weiterzugeben. Er hätte in jedem Fall dafür sorgen müssen, dass die Karte am fraglichen Tag nicht benutzt wird, da er selbst seine Jahreskarte in Anspruch nahm.

 

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er zum Zeitpunkt der Tat noch Jugendlicher war und den Sachverhalt über seinen Vater eingeräumt. 

 

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass durch den Verkauf der Karte letztlich ein Gewinn erzielt wurde und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig durch die Vereine keine extrem günstigen Karten mehr zur Verfügung gestellt werden. Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

 

Aufgrund der zugunsten des Betroffenen sprechenden Gesichtspunkte, insbesondere seines jugendlichen Alters konnte im vorliegenden Fall gerade noch von einem Ausschluss aus dem Verband abgesehen werden, andererseits war eine empfindliche Strafe wie ausgesprochen zu verhängen. 
 

 

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO


 

Aktenzeichen: 00029-12/13-VSG
Sitzung vom   15.01.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

 

Urteil:

I. Der Betroffene N. N. wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens von der Schiedsrichterliste gestrichen. Der Schiedsrichterausweis ist einzuziehen.

II. Der Betroffene wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens als Spieler vom 16.01.13 mit einschließlich 30.06.2013 gesperrt.

III. Der Sperrzeitraum wird gemäß § 48 a Abs. 1 RVO ab dem 16.04.2013 zur Bewährung ausgesetzt.

IV. Die Bewährungszeit wird gemäß § 48 a Abs. 3 RVO bis einschließlich 30.06.2014 festgelegt.

V. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 Euro trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins.

Gründe:

 

Dem Betroffenen liegt zur Last am 19.9.2012 anlässlich des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Valencia eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 120 Euro zum Verkauf angeboten zu haben. Aufgrund einer Kontrolle durch Zivilfahnder der Polizei kam es letztlich nicht zu einem Verkauf.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses des Betroffenen sowie dem vorliegenden Bericht des Zivilfahnders. Die vom Betroffenen zu einem Preis von 30 Cent erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.


Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er zum Zeitpunkt der Tat 16 Jahre alt war, den Sachverhalt eingeräumt und sich entschuldigt hat.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass der Betroffene bei dem verlangten Kaufpreis einen hohen Gewinn erzielt hätte und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Karten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden. Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehe n sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Aufgrund der zugunsten des Betroffenen sprechenden Gesichtspunkte, insbesondere seines jugendlichen Alters konnte im vorliegenden Fall gerade noch von einem Ausschluss aus dem Verband abgesehen werden, andererseits war eine empfindliche Strafe wie ausgesprochen zu verhängen.
Nachdem der Betroffene auch Spieler ist, war auch eine Sperre zu verhängen, die ab 16.4.2013 zur Bewährung ausgesetzt werden konnte, da davon auszugehen ist, dass die verhängte Strafe ausreicht, um den Betroffenen von der Begehung weiterer, insbesondere ähnlicher Taten abzuhalten.

Die Bewährungszeit war gemäß § 48a Abs.3 RVO auf 1 Jahr ab Ablauf der Sperre, d.h. bis 30.6.2014 festzusetzen.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00028-12/13-VSG
Sitzung vom   15.01.2013
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger


Urteil:

I. Der Betroffene N. N. gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens von der Schiedsrichterliste gestrichen. Der Schiedsrichterausweis ist einzuziehen.

II. Der Betroffene wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens als Spieler vom 16.01.13 mit einschließlich 30.06.2013 gesperrt.

III. Der Sperrzeitraum wird gemäß § 48 a Abs. 1 RVO ab dem 16.04.2013 zur Bewährung ausgesetzt.

IV. Die Bewährungszeit wird gemäß § 48 a Abs. 3 RVO bis einschließlich 30.06.2014 festgelegt.

V. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 Euro trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 19.9.2012 anlässlich des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Valencia eine zuvor von ihm als Schiedsrichter erworbene Karte zu einem Preis von 120 Euro zum Verkauf angeboten zu haben. Aufgrund einer Kontrolle durch Zivilfahnder der Polizei kam es letztlich nicht zu einem Verkauf.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses des Betroffenen sowie dem vorliegenden Bericht des Zivilfahnders. Die vom Betroffenen zu einem Preis von 30 Cent erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.


Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des VSG zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er zum Zeitpunkt der Tat 16 Jahre alt war, den Sachverhalt eingeräumt und sich entschuldigt hat.
Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass der Betroffene bei dem verlangten Kaufpreis einen hohen Gewinn erzielt hätte und durch derartige Vorgänge die Gefahr besteht, dass künftig keine extrem günstigen Karten, insbesondere für hochklassige Spiele mehr zur Verfügung gestellt werden. Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Aufgrund der zugunsten des Betroffenen sprechenden Gesichtspunkte, insbesondere seines jugendlichen Alters konnte im vorliegenden Fall gerade noch von einem Ausschluss aus dem Verband abgesehen werden, andererseits war eine empfindliche Strafe wie ausgesprochen zu verhängen.
Nachdem der Betroffene auch Spieler ist, war auch eine Sperre zu verhängen, die ab 16.4.2013 zur Bewährung ausgesetzt werden konnte, da davon auszugehen ist, dass die verhängte Strafe ausreicht, um den Betroffenen von der Begehung weiterer, insbesondere ähnlicher Taten abzuhalten.


Die Bewährungszeit war gemäß § 48a Abs.3 RVO auf 1 Jahr ab Ablauf der Sperre, d.h. bis 30.6.2014 festzusetzen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO


 

Aktenzeichen: 00026-12/13-VSG
Sitzung vom    17.12.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

 

Revision TSV X gegen das Urteil des BSG vom 14.11.2012

 

Urteil:

I. Die Revision wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von 150,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € trägt der TSV X.

 

Gründe:

1. Beim A-Junioren-Verbandsspiel BSK Y gegen TSV X am 11.10.2012 wurde vom TSV X der Spieler N. N. eingesetzt. Auf der Rückseite des Spielerpasses war der 14.07.2012 als Abmeldedatum eingetragen, die Eintragung war durchgestrichen und darunter handschriftlich vermerkt: "keine Abmeldung!!". An der im Pass vorgesehenen Stelle befand sich die Vereinsunterschrift unter dem Datum 14.07. sowie der Vereinsstempel. Der SR erklärte dem Betreuer, dass das Spielrecht zweifelhaft sei und er nicht sagen könne, ob der Pass gültig oder ungültig sei. Aufgrund der Meldung des SR verurteilte das JSG mit Urteil vom 24.10.2012 (Az.: 00149-12/13-JSG) den Verein zu einer Geldstrafe von 30,00 € und nahm eine Spielwertung zu Lasten des TSV X vor. Die Berufung des TSV X wurde vom BSG mit Urteil vom 14.11.2012 (Az.: 00074-12/13-BSG - auf die Gründe wird Bezug genommen) als unbegründet zurückgewiesen. Gegen die in dieser Entscheidung enthaltende Spielwertung richtet sich die Revision des TSV X.

2. Die Revision ist zulässig, der als "Berufung" bezeichnete Rechtsbehelf war als die statthafte Revision auszulegen. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt (§ 45 Abs. 2 RVO), gerügt wurde schlüssig eine fehlerhafte Beweiswürdigung bei der Anwendung des § 48 Abs. 6 Satz 1 SpO.

3. Die Revision ist nicht begründet. Als reine Rechtsinstanz kann die Revision die Beweiswürdigung durch das Berufungsgericht nur dann beanstanden, wenn das Berufungsgericht hierbei gegen die allgemeinen Denkgesetze verstoßen hat. Die angegriffene Entscheidung enthält solche Denkfehler nicht. Nachvollziehbar ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass zunächst eine Abmeldung erfolgt ist, die entsprechende Eintragung auf dem Spielerpass stellt hierfür ein wesentliches Indiz dar.

Der Verein hat, nach zulässiger Beweiswürdigung durch das Berufungsgericht, den Nachweis, dass die Abmeldung von Anfang an nicht erfolgt war, nicht geführt. Damit war das Spielrecht gem. § 48 Abs. 6 Satz 1 SpO erloschen. Ein nach erfolgter Abmeldung erklärter Widerruf der Abmeldung ändert daran nichts. Das Spielrecht für seinen (alten) Verein muss durch den BFV neu erteilt werden. Dies war nicht geschehen.

Der Spieler hat damit im Sinne des § 77 RVO unzulässig gespielt. Die Spielwertung nach § 77 Abs. 1 Satz 2 RVO i.V.m. § 40 SpO ist eine notwendige Folge, unabhängig vom Verschulden des betroffenen Vereins.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 II 6 c, 9 FO.

 

 

Aktenzeichen: 00025-12/13-VSG
Sitzung vom:  17.12.2012  
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger

 

Verfahren gegen N. N., FT X

Urteil:


I. Der  Betroffene N. N., FT X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen N. N., Passnummer XXX ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 €  trägt der Betroffene N. N. unter Mithaftung seines Vereins FT X.

 

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, anlässlich eines U19 Junioren Spiels am 19.10.2012 den Spieler A trotz bestehender Sperre unter Verwendung eines Passes des Spielers B eingesetzt zu haben, wobei in den Pass des Spielers B das Passbild des Spielers A eingeklebt war.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Betroffene und der Verein haben den Sachverhalt im Wesentlichen eingeräumt und sich entschuldigt. Im Übrigen steht der Sachverhalt fest aufgrund der vorliegenden Meldung des SR C vom 5.11.2012, dem gegenüber der Betroffene ebenfalls geständig war.
Das VSG hat daher keine Zweifel, dass in den Pass des Spielers B das Bild des gesperrten Spielers A eingeklebt war, was im strafrechtlichen Sinn als Urkundenfälschung zu qualifizieren ist. Ob der Betroffene selbst das Bild ausgewechselt hat oder den so manipulierten Pass in Kenntnis dessen vorgelegt hat, ist ohne Belang.

Der Betroffene war daher wegen falscher Angaben nach § 89 Abs.2 Satz 1 RVO zu bestrafen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt bereits gegenüber dem Schiedsrichter und auch in der Folge eingeräumt und sich entschuldigt hat.


Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um eine erhebliche Straftat handelt, die auch den eingesetzten Spieler gemäß § 71 RVO sowie den Verein gemäß § 77 RVO zusätzlich belastet.

Nach § 89 Abs.2 Satz 1 RVO ist zwingende Folge eines derartigen Verstoßes der Ausschluss aus dem Verband. Anhaltspunkte für einen leichten Fall sind trotz des Geständnisses angesichts der Gesamtumstände und der Folgen nicht gegeben.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO


 

Aktenzeichen: 00021-12/13-VSG
Datum der Sitzung: 20.11.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer


Berufung der SpVgg I gegen das Urteil vom 02.10.2012

 

                                                                                                                                                                      Beschluss:


 

 

SpVgg I trägt die anteilige Berufungsgebühr in Höhe von € 40,00, sowie die anteiligen
Verfahrenskosten in Höhe von € 12,50.

Gründe:

 

1. Die am 09.10.2012 eingelegte Berufung wurde von der SpVgg I mit Schreiben vom 06.11.2012 zurückgenommen.

2. Die gemäß §§ 32, 33 RVO in Verbindung mit §§ 11 Ziffer II 6 c, 7 c FO anfallenden Kosten wurden gemäß § 33 Abs. 2 RVO auf die Hälfte reduziert.

 

Aktenzeichen:  00019-12/13-VSG
Sitzung vom   06.11.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger

 

 

Spiel FC D gegen ESV B vom 03.10.2012

 


Urteil:

I. FC D wird gemäß § 73 Abs. 1 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe in Höhe von 500,00 € belegt.
II.  Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60.- trägt der FC D.

 

Gründe:

Am 3.10.2012 wurde  in der 94. Spielminute der Begegnung FC D gegen ESV B der Schiedsrichter X durch den Spieler Y (FC D) durch zwei Faustschläge ins Gesicht massiv verletzt. Durch das Verhalten des Spielers  wurde der Schiedsrichter ganz massiv im Bereich der Zähne verletzt. Aus der anwaltlichen Stellungnahme ergibt sich ergänzend, dass er darüber  hinaus auch einen Bruch des rechten Kiefergelenks erlitten hat. Weiter ist nach wie vor die Sehkraft des linken Auges stark beeinträchtigt.
Das Verhalten des Spielers stellt  neben der vorliegenden vorsätzlichen Körperverletzung auch eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter in einem besonders schweren Fall gemäß § 68 Abs.2 RVO dar.
Darüber hinaus hat der weitere Spieler des FC D, W  nach Spielschluss der Begegnung den Trainer V des ESV B durch einen gezielten Tritt in den Brust- und Bauchbereich nicht unerheblich verletzt. Durch das Verhalten des Betroffenen erlitt der Geschädigte eine Rippenprellung, eine Bauchmuskelverletzung sowie eine Nierenverletzungen. Er war vom 4.10. bis 12.10.2012 arbeitsunfähig.

Das Verhalten des Spielers stellt  neben der ebenfalls vorliegenden vorsätzlichen Körperverletzung auch eine Tätlichkeit  in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs.1 RVO dar.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, es besteht ein Sachzusammenhang mit den Verfahren gegen die Spieler Y und W, die durch Urteile des VSG jeweils aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen wurden.
Der Sachverhalt steht fest aufgrund des Berichts des Schiedsrichters X, der ergänzenden Stellungnahme seines anwaltlichen Vertreters sowie der vorgelegten Atteste der Betroffenen. Sowohl der Verein als auch der Spieler W haben den Sachverhalt eingeräumt und sich entschuldigt.

Eine Verletzung der Platzdisziplin ist vorliegend zu bejahen, da der Heimverein FC D seinen Pflichten zum Schutz des Schiedsrichters und auch des gegnerischen Trainers nach § 73 Abs. 1 und 2 RVO nicht ausreichend nachgekommen ist. Hieran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Vorfälle unmittelbar nach Spielschluss ereignet haben, zumal sich aus den Unterlagen ergibt, dass sich offenbar auch Zuschauer auf dem Spielfeld aufgehalten haben. Nach 73 RVO haftet der Verein für das Verhalten seiner Spieler.
Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Vereins berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt eingeräumt und sich beim Geschädigten schriftlich entschuldigt hat. Die Spieler wurden jeweils durch Vorstandsbeschluss  aus dem Verein ausgeschlossen, wobei festzustellen ist, dass entsprechend der Satzung dies nur durch eine Mitgliederversammlung erfolgen kann. Auch der Besuch von Vorstandsmitgliedern bei dem verletzten Schiedsrichter war deutlich positiv zu bewerten.
Zu Lasten mussten andererseits die ganz erheblichen Verletzungen, insbesondere bei Schiedsrichter X mit derzeit noch andauernden Folgen sowie die Tatsache, dass es sich um zwei Vorfälle von Spielern des FC D mit erheblichen Tätlichkeiten sowohl gegen einen Schiedsrichter als auch gegen den gegnerischen Trainer gehandelt hat, berücksichtigt werden.
Unter Abwägung aller Umstände erschien dem VSG im vorliegenden Fall die Verhängung einer Geldstrafe von € 500.- erforderlich, aber auch ausreichend. Von der zusätzlichen Verhängung eines Punktabzuges konnte aufgrund des positiven und einsichtigen Verhaltens des Vereins nach dem Vorfall gerade noch abgesehen werden.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen: 00018-12/13-VSG
Sitzung vom:  06.11.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Beierlein

 

Spiel TSV S gegen SpVgg T vom 19.10.2012.
Berufung der SpVgg T gegen das Urteil

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 200,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt SpVgg T.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel zwischen dem TSV S und der SpVgg T sprang nach Meldung des SR der Spieler A (SpVgg T) von hinten mit dem Fuß gegen die Beine seines Gegenspielers, wobei dieser bereits den Ball zu einem Mitspieler abgespielt hatte. Der Gegenspieler wurde leicht am Fuß getroffen und kam dadurch zu Fall. Gegen den Spieler A wurde durch Urteil des SG, Einzelrichter am 23.10.2012 eine Spielsperre gemäß § 66 I RVO für drei Verbandsspiele verhängt aufgrund des vorliegenden Strafantrags des Verbandsanwalts vom 22.10.2012. Eine Stellungnahme lag nicht vor. Hiergegen hat der Berufungsführer fristgerecht Einspruch eingelegt und beantragt, das Urteil aufzuheben. Zur Begründung wurde u. a. auch angeführt, dass der betroffene Spieler versucht habe, durch Grätschen an der Mittellinie den Ball seinem Gegenspieler wegzuspielen. Dieser hatte sich u. a. den Ball beim Lauf in Richtung der Spielhälfte von T etwas weit vorgelegt.


Das SG hat auf diesen Einspruch hin dann mit Entscheidung vom 31.10.2012 das Urteil im Strafausspruch dahingehend abgeändert, dass der betroffene Spieler wegen rohen Spiels für zwei Verbandsspiele der Mannschaft gesperrt wird. Hiergegen richtet sich die Berufung vom 05.11.2012. Die Berufung wird u. a. damit begründet, dass der betroffene Spieler nicht von hinten mit dem Fuß gegen die Beine seines Gegenspielers gesprungen sei, sondern eindeutig von der Seite kam und der Vorgang nur als Foul und nicht als rohes Spiel zu werten sei. Im Übrigen wird auf die Berufungsbegründung verwiesen sowie auf das zu Beweiszwecken vorgelegte Video von der entsprechenden Spielsituation, welches vom VSG in Augenschein genommen wurde.

2. Das VSG ist zur Entscheidung zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, in der Sache aber nicht begründet.

Wie sich aufgrund des vorgelegten Videos ergibt, hat der betroffene Spieler versucht, den Ball zu spielen. Dieser grätschte von der Seite hinein. Der Ball war bereits, wie vom Berufungsführer eingewandt, einige Meter entfernt. Er traf dabei den Gegenspieler am Fuß, welcher zu Sturz kam. Der Vorgang ist deswegen als rohes Spiel zu werten. Die verhängte Spielsperre von zwei Spielen für die Mannschaft ist im vorliegenden Fall nicht zu beanstanden. Die Berufung war daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen:  00017-12/13-VSG
Sitzung vom   30.10.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger


 

Spiel FC Q gegen ESV P am 03.10.2012
Ausschluss Spieler A, FC Q


                                                                                                                                                                   Urteil:

 

I. Der Betroffene A, FC Q wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.
II. Der Spielerpass des Betroffenen ist unverzüglich an den BFV einzusenden.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins FC Q.


Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 3.10.2012 in der 94. Spielminute der Begegnung FC Q gegen ESV P den Schiedsrichter F durch zwei Faustschläge ins Gesicht massiv verletzt zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Stellungnahme des Schiedsrichters im Spielbericht, der Stellungname des Vereins sowie der ergänzenden Stellungnahme des anwaltlichen Vertreters des Geschädigten unter Vorlage eines ärztlichen Attestes. Der Betroffene hat selbst über seinen anwaltlichen Vertreter eine Stellungnahme zum Sachverhalt abgegeben und dort vortragen lassen, er habe den Schiedsrichter lediglich mit der flachen Hand zurückgestoßen, wobei " seine Fingerspitzen auf dem Kinn des Schiedsrichters lagen", vorsätzliche Faustschläge ins Gesicht hat der Betroffene bestritten.
Das VSG hat vorliegend keinerlei Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung des geschädigten Schiedsrichters, dem auch die Stellungnahme des anwaltlichen Vertreters des Betroffenen zugeleitet wurde.
Sowohl im Spielbericht als auch in der anwaltlichen Stellungname wurden zwei gezielte und massive Faustschläge des Betroffenen ins Gesicht des Schiedsrichters geschildert, der dadurch im Bereich des linken Auges sowie der Zähne schwer verletzt wurde und sich in stationäre ärztliche Behandlung begeben musste. Das vom Betroffenen geschilderte Schubsen ist keinesfalls mit den auch ärztlich  dokumentierten Verletzungen des Schiedsrichters in Einklang zu bringen. Sowohl im Spielbericht als auch in seiner anwaltlichen Stellungnahme war sich der Schiedsrichter sicher, dass er Faustschläge vom Betroffenen erhalten hat. Durch das Verhalten des Betroffenen wurde der Schiedsrichter ganz massiv im Bereich der Zähne verletzt. Aus der anwaltlichen Stellungnahme ergibt sich ergänzend, dass er darüber  hinaus auch einen Bruch des rechten Kiefergelenks erlitten hat. Weiter ist nach wie vor die Sehkraft des linken Auges stark beeinträchtigt.
Das Verhalten des Betroffenen stellt  neben der vorliegenden vorsätzlichen Körperverletzung auch eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter in einem besonders schweren Fall gemäß § 68 Abs.2 RVO dar.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser zumindest eine Beteiligung am Vorfall eingeräumt hat. Die Stellungnahme seines anwaltlichen Vertreters vom 15.10.2012 stellt jedoch eindeutig eine Verharmlosung des Geschehens und eine Schutzbehauptung dar.
Seitens des Vereins des Betroffenen  erfolgte eine Entschuldigung sowie eine Kontaktaufnahme mit dem Geschädigte. Der Betroffene wurde durch Beschluss des Vorstandes aus dem Verein ausgeschlossen, wobei festzustellen ist, dass hierzu nur eine Mitgliederversammlung befugt wäre (§ 5 der Satzung des FC Q).  Ein persönlicher Kontakt des Betroffenen mit dem Geschädigten ist hingegen nicht ersichtlich.
Zum Nachteil des Betroffenen musste andererseits Berücksichtigung finden, dass dieser ganz massiv durch zwei gezielte Faustschläge in den Gesichtsbereich des Schiedsrichters auf diesen eingewirkt hat. Insbesondere die massiven Verletzungen des Geschädigten im Bereich der Zähne, des Kiefergelenkes sowie insbesondere die weiterhin bestehende Einschränkung der Sehfähigkeit des linken Auges mussten ganz deutlich zu Lasten des Betroffenen Berücksichtigung finden. Der Schiedsrichter ist seit dem Vorfall arbeitsunfähig.
Unter Abwägung sämtlicher Umstände kam aufgrund der Schwere der Tat im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 48 Abs.1 Buchstabe i) RVO in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen:  00016-12/13-VSG
Sitzung vom   30.10.2012
Besetzung:  Beierlein, Schreckenbauer, Preißinger

 

Spiel FC Z gegen ESV X am 03.10.2012
Ausschluss Spieler C. C., FC Z


 

Urteil:

I. Der Betroffene C. C., FC Z wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.
II. Der Spielerpass des Betroffenen ist unverzüglich an den BFV einzusenden.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins FC Z.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 3.10.2012 als Spieler nach Spielschluss der Begegnung FC Z gegen ESV X den Trainer E des ESV X durch einen gezielten Tritt in den Brust- und Bauchbereich verletzt zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Betroffene hat den Sachverhalt eingeräumt und sich mit Schreiben vom 13.10.2012 auch beim Geschädigten persönlich entschuldigt. Darüber hinaus liegt eine Stellungnahme des Geschädigten Trainers E vor, der auch ein ärztliches Attest vorgelegt hat. Durch das Verhalten des Betroffenen erlitt der Geschädigte eine Rippenprellung, eine Bauchmuskelverletzung sowie eine Nierenverletzungen. Er war vom 4.10. bis 12.10.2012 arbeitsunfähig.


Das Verhalten des Betroffenen stellt  neben der vorliegenden vorsätzlichen Körperverletzung auch eine Tätlichkeit  in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs.1 RVO dar.
Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt eingeräumt und sich beim Geschädigten schriftlich entschuldigt hat. Der Betroffene wurde durch Vorstandsbeschluss aus seinem Verein ausgeschlossen, wobei festzustellen ist, dass entsprechend der Satzung dies nur durch eine Mitgliederversammlung erfolgen kann.
Zu Lasten war zu sehen, dass der geschädigte Trainer des ESV X keinerlei Anlass zu einer derartigen Tat geboten hat. Der Geschädigte wurde durch den Vorfall erheblich verletzt und war längere Zeit arbeitsunfähig.
Unter Abwägung sämtlicher Umstände kam aufgrund der Schwere der Tat im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 48 Abs.1 Buchstabe i) RVO in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Aktenzeichen:  00014-12/13-VSG
Sitzung vom:  30.10.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Krause

 

Frauen Spiel FV Z gegen VfB X vom 15.09.2012.
Berufung des B. B. gegen das Urteil des Sportgerichts vom 25.09.2012

 

Urteil:

I. Die Berufung des B. B. gegen das Urteil des SG vom 25.09.2012 wird als unbegründet zurückgewiesen. 
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 200,00 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt Herr B. B. unter Mithaftung des FV Z.

Gründe:

1. Nach dem Spiel FV Z gegen VfB X am 15.09.2012 zeigte der VfB X am 17.09.2012 beim SG an, dass die Spielerin E am 01.09.2012 im Heimspiel gegen den FC Y die rote Karte sah und vom SG mit Urteil am 04.09.2012 für ein Spiel gesperrt wurde. Nach Angabe des Anzeigenerstatters wurde das nächste Verbandsspiel des FV Z gegen den FC W auf den 03.10.2012 verlegt, so dass die betreffende Spielerin gegen den Anzeigeerstatter am 15.09.2012 nicht spielberechtigt gewesen sein kann. 
Das SG überprüfte den Sachverhalt, welcher sich als zutreffend erwies und verurteilte den Berufungsführer als Verantwortlichen des FV Z mit Urteil vom 25.09.2012 nach § 77 Abs. 2 RVO zu einer Geldstrafe von 75 €.

Mit Schreiben vom 27.09.2012 legte B. B. Berufung gegen das Urteil beim SG ein und begründete diese damit, dass laut dem EDV-System (PLUSBFV) die Spielerin nicht gesperrt war und das Urteil mit der Formulierung "Darüber hinaus wird die Spielerin E für alle anderen Spiele mit einschließlich 09.09.2012 gesperrt" den Verein in die Irre geführt und ihn dazu bewegt hat zu glauben, dass die Spielerin bereits ab 10.09.2012 spielberechtigt sei.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.


3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Im Urteil des SG vom 01.09.2012 wurde klar und deutlich unter Ziffer I. entschieden, dass die Spielerin E für ein Spiel gesperrt ist. Diese Formulierung ist eindeutig und nicht auslegungsbedürftig. Die weitere Ziffer, wonach die Spielerin "darüber hinaus für alle anderen Spiele mit einschließlich 09.09.2012 gesperrt" wird, erstreckt sich gerade auf alle anderen Spiele, also nicht die Verbandsspiele, für welche ja die erste Ziffer des Urteils einschlägig ist.
Bei einem Feldverweis auf Dauer ist der Spieler gemäß § 40 Abs. 3 RVO bis zur Entscheidung der zuständigen Instanz gesperrt. Das zuständige SG hat diese Entscheidung, nämlich dass ein Verbandsspiel Sperre ausreichend ist, am 04.09.2012 getroffen. Dieses Urteil ist zwischenzeitlich auch rechtskräftig. Nach § 51 Abs. 5 Satz 1 RVO kann bei einem FaD auf Sperre für eine bestimmte Anzahl von Verbandsspielen des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, erkannt werden. Eine Sperrstrafe erstreckt sich somit immer auf das nächste stattfindende Verbandsspiel der entsprechenden Mannschaft. Wie in § 51 Abs. 5 Satz 3 RVO klar geregelt, sind Verbandsspiele in diesem Sinne unter anderem Meisterschaftsspiele mit Aufstiegsberechtigung. Nach § 51 Abs. 5 Satz 4 RVO zählen auch nur diese Spiele zur Verbüßung der Strafe mit. Demzufolge war die Spielerin E nach dem Urteil des SG vom 04.09.2012 für das nächste Verbandsspiel des FV Z gesperrt.
Hieran ändert auch die Spielverlegung des "eigentlich" nächsten Spiels nichts. Das nächste Verbandsspiel nach dem Spiel, in welchem die rote Karte verhängt wurde, war das Spiel gegen den Anzeigeerstatter. Das SG hat mithin zu Recht entschieden, dass die Spielerin E am 15.09.2012 unzulässig gespielt hat und der Berufungsführer als Verantwortlicher des Vereins in Strafe zu nehmen war.
Auch der Vortrag des Berufungsführers, dass im elektronischen System die Spielerin als "nicht gesperrt" vermerkt war, vermag keine andere Beurteilung zu rechtfertigen. Im elektronischen Spielberichtsbogen wird ausdrücklich bei der Eingabe der Mannschaftsaufstellung am unteren Bildrand hervorgehoben auf folgendes hingewiesen: "Bitte beachten Sie: Die Anzeige der Sperren ist evt. nicht vollständig, wegen unbekannter Sperren aus anderen Ligen, nicht freigegebenen Spielberichten oder aus technischen Gründen. Die Vereine sind für die Einhaltung der Sperren selbst verantwortlich." Dem Berufungsführer muss nach Kenntnis des Urteils des SG Bayern vom 04.09.2012 klar gewesen sein, dass die Spielerin im nächsten Verbandsspiel gesperrt ist.
"Auch wenn der elektronische Spielberichtsbogen in vielerlei Hinsicht Vorzüge bietet, können technikbedingt unrichtige Spielerdaten enthalten sein, wobei jeder Verein weiterhin selbst allein verantwortlich ist nur tatsächlich spielberechtigte Spieler einzusetzen. Nach der unmissverständlich auf ein Verbandsspiel verhängten Sperrstrafe, musste der Berufungsführer unter Beachtung der erforderlichen Sorgfalt Kenntnis von der fehlenden Spielberechtigung der Spielerin E am 15.09.2012 haben und kann sich dieser Tatsache nicht unter Verweis auf den ESB verschließen. Er kann sich nach Auffassung des VSG nicht auf die aus technischen Gründen möglicherweise unrichtige Einsatzfähigkeit der Spielerin laut ESB berufen.

  Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom SG ausgesprochenen Strafe vorzunehmen. Nach Auffassung des VSG ist unter Berücksichtigung des Vortrags des Berufungsführers eine Bestrafung nach § 77 Abs. 2 RVO geboten und die Höhe der verhängten Geldstrafe oberhalb der Mindeststrafe durchaus tat- und schuldangemessen, zumal das SG Bayern bereits einen noch leichten Fall angenommen und damit von einem im Normalfall zu verhängende Funktionsverbot Abstand genommen hat. Die Berufung war somit zurückzuweisen.


4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

 

Aktenzeichen:  00013-12/13-VSG
Sitzung vom  30.10.2012
Besetzung:  Beierlein, Schreckenbauer, Krause

 

Spiel FV Q - VfB P am 15.09.2012
Berufung des FV Q gegen das Urteil des Sportgerichts vom 25.09.2012


 

Urteil:


I. Die Berufung des FV Q gegen das Urteil des SG vom 25.09.2012 wird als unbegründet zurückgewiesen. 
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 200,00 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der FV Q.

Gründe:


1. Nach dem Frauen-Bayernligaspiel FV Q gegen VfB P am 15.09.2012 zeigte der VfB P am 17.09.2012 beim SG an, dass die Spielerin A am 01.09.2012 im Heimspiel gegen den FC R die rote Karte sah und vom SG mit Urteil am 04.09.2012 für ein Spiel gesperrt wurde. Nach Angabe des Anzeigenerstatters wurde das nächste Verbandsspiel des Berufungsführers gegen den FC O auf den 03.10.2012 verlegt, so dass die betreffende Spielerin gegen den Anzeigeerstatter am 15.09.2012 nicht spielberechtigt gewesen sein kann. 
Das SG überprüfte den Sachverhalt, welcher sich als zutreffend erwies und verurteilte den FV Q mit Urteil vom 25.09.2012 nach § 77 Abs. 1 RVO zu einer Geldstrafe von 150 € und nahm eine Spielwertung vor.

Mit Schreiben vom 28.09.2012 legte der FV Q Berufung gegen das Urteil beim SG ein und begründete diese damit, dass laut dem EDV-System (PLUSBFV) die Spielerin nicht gesperrt war und das Urteil mit der Formulierung "Darüber hinaus wird die Spielerin A für alle anderen Spiele mit einschließlich 09.09.2012 gesperrt" den Verein in die Irre geführt und dazu bewegt hat zu glauben, dass die Spielerin bereits ab 10.09.2012 spielberechtigt sei.
2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.


3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Im Urteil des SG vom 01.09.2012 wurde klar und deutlich unter Ziffer I. entschieden, dass die Spielerin A für ein Verbandsspiel der Bayernliga gesperrt ist. Diese Formulierung ist eindeutig und nicht auslegungsbedürftig. Die weitere Ziffer, wonach die Spielerin "darüber hinaus für alle anderen Spiele mit einschließlich 09.09.2012 gesperrt" wird, erstreckt sich gerade auf alle anderen Spiele, also nicht die Verbandsspiele, für welche ja die erste Ziffer des Urteils einschlägig ist.
Bei einem Feldverweis auf Dauer ist der Spieler gemäß § 40 Abs. 3 RVO bis zur Entscheidung der zuständigen Instanz gesperrt. Das zuständige SG hat diese Entscheidung, nämlich dass ein Verbandsspiel Sperre ausreichend ist, am 04.09.2012 getroffen. Dieses Urteil ist zwischenzeitlich auch rechtskräftig. Nach § 51 Abs. 5 Satz 1 RVO kann bei einem FaD auf Sperre für eine bestimmte Anzahl von Verbandsspielen des Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, erkannt werden. Eine Sperrstrafe erstreckt sich somit immer auf das nächste stattfindende Verbandsspiel der entsprechenden Mannschaft. Wie in § 51 Abs. 5 Satz 3 RVO klar geregelt, sind Verbandsspiele in diesem Sinne unter anderem Meisterschaftsspiele mit Aufstiegsberechtigung. Nach § 51 Abs. 5 Satz 4 RVO zählen auch nur diese Spiele zur Verbüßung der Strafe mit. Demzufolge war die Spielerin A nach dem Urteil des SG vom 04.09.2012 für das nächste Verbandsspiel des FV Q gesperrt.
Hieran ändert auch die Spielverlegung des "eigentlich" nächsten Spiels nichts. Das nächste Verbandsspiel nach dem Spiel, in welchem die rote Karte verhängt wurde, war das Spiel gegen den Anzeigeerstatter. Das SG hat mithin zu Recht entschieden, dass die Spielerin A am 15.09.2012 unzulässig gespielt hat und der Berufungsführer in Strafe zu nehmen war.
Auch der Vortrag des Berufungsführers, dass im elektronischen System die Spielerin als "nicht gesperrt" vermerkt war, vermag keine andere Beurteilung zu rechtfertigen. Im elektronischen Spielberichtsbogen wird ausdrücklich bei der Eingabe der Mannschaftsaufstellung am unteren Bildrand hervorgehoben auf folgendes hingewiesen: "Bitte beachten Sie: Die Anzeige der Sperren ist evt. nicht vollständig, wegen unbekannter Sperren aus anderen Ligen, nicht freigegebenen Spielberichten oder aus technischen Gründen. Die Vereine sind für die Einhaltung der Sperren selbst verantwortlich." Dem Berufungsführer muss nach Kenntnis des Urteils des SG vom 04.09.2012 klar gewesen sein, dass die Spielerin im nächsten Verbandsspiel gesperrt ist. Auch wenn der elektronische Spielberichtsbogen in vielerlei Hinsicht Vorzüge bietet, können technikbedingt unrichtige Spielerdaten enthalten sein, wobei jeder Verein weiterhin selbst allein verantwortlich ist nur tatsächlich spielberechtigte Spieler einzusetzen. Nach der unmissverständlich auf ein Verbandsspiel verhängten Sperrstrafe, musste der Berufungsführer unter Beachtung der erforderlichen Sorgfalt Kenntnis von der fehlenden Spielberechtigung der Spielerin A am 15.09.2012 haben und kann sich dieser Tatsache nicht unter Verweis auf den ESB verschließen. Er kann sich nach Auffassung des VSG nicht auf die aus technischen Gründen möglicherweise unrichtige Einsatzfähigkeit der Spielerin laut ESB berufen.Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom SG ausgesprochenen Strafe vorzunehmen. Nach Auffassung des VSG ist zwingend eine Bestrafung nach § 77 RVO mit Spielwertung geboten und die Höhe der verhängten Geldstrafe für die Spielklasse Bayernliga durchaus tat- und schuldangemessen, zumal das SG Bayern bereits einen gerade noch leichten Fall angenommen und damit auf den im Normalfall zu verhängenden Punktabzug verzichtet hat. Die Berufung war somit zurückzuweisen.


4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

 

Aktenzeichen:  00012-12/13-VSG
Sitzung vom  30.10.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey

 

Revision des VfL R gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 25.09.2012


 

Urteil:

 

I. Die Revision des VfL R gegen das Urteil des BSG vom 25.09.2012 wird als unbegründet zurückgewiesen. 
II. Die Revisionsgebühr in Höhe von 150,00 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der VfL R.


Gründe:

1. Beim Spiel der Kreisliga VfL R gegen SV P am 18.08.2012 verwies der Schiedsrichter in der 80. Spielminute den Spieler des VfL R A mit gelbroter Karte vom Platz. Der Schiedsrichter war der Meinung, er hätte den Spieler zuvor verwarnt, seine beiden Assistenten hatten jeweils keine Verwarnung notiert. Das Spiel stand zu diesem Zeitpunkt 3:2 für den SV P. Es endete schließlich 4:2 für den SV P.

 Der VfL R legte mit Schreiben vom 19.08.2012, eingegangen am 21.08.2012 Einspruch gegen die Spielwertung ein und begründete dies mit einem Regelverstoß des Schiedsrichters, weil dieser den Spieler zuvor nicht verwarnt habe. Das KSG wies den Einspruch zurück, weil schon kein Regelverstoß nachgewiesen sei und zudem keine hohe Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang anzunehmen war.

 Gegen das Urteil des KSG vom 12.09.2012 legte der anwaltliche Vertreter des VfL R mit Telefax vom 13.09.2012 Berufung ein. Der anwaltliche Vertreter ist auch Mitglied des VfL R. Das BSG wies die Berufung zurück, wobei es zwar das Vorliegen eines Regelverstoßes bejahte, jedoch ebenfalls eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang ablehnte.

 Gegen dieses Urteil vom 25.09.2012 legte der VfL R - wiederum anwaltlich vertreten - mit Telefax vom 28.09.2012 Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass das Urteil widersprüchlich sei, weil einerseits angenommen wurde, dass oftmals Mannschaften die Schwächung durch eine Hinausstellung durch verstärkten Einsatz wettmachten, andererseits hier aber der Gegner noch ein Tor erzielt habe.
 

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Gemäß § 30 Abs. 2 RVO können sich Vereine in allen Instanzen von Rechtsanwälten vertreten lassen, die bei diesem Verein Mitglied sind. Auch die Einlegung eines Rechtsmittels per Telefax ist zulässig.

Zwar wird in der Revisionsbegründung keine verletzte Vorschrift genannt, nach der ständigen Rechtsprechung des VSG ist das Erfordernis des § 45 Abs. 2 S. 3 RVO aber bereits erfüllt, wenn die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt wird, aus der Begründung sich aber zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, wobei reine Tatsachenbewertungen nicht ausreichen. (VSG-Urteile 05/06-14, 06/07-49 und 09/10-38). Der Begründung lässt sich entnehmen, dass die Auslegung des Begriffs hohe Wahrscheinlichkeit gerügt werden sollte.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Es kann dahinstehen, ob ein Regelverstoß vorliegt. Da der Schiedsrichter der festen Überzeugung war, dass er den Spieler bereits mit der gelben Karte verwarnt hatte, könnte darin auch eine nicht angreifbare Tatsachenentscheidung gesehen werden. Letztlich braucht diese Frage jedoch hier nicht entschieden werden, weil jedenfalls die Wertung des BSG, das eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang verneinte, nicht zu beanstanden ist.

Nach der Rechtsprechung des VSG (Urteile 04/05-42 und 09/10-48) ist die Bewertung der hohen Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang grundsätzlich Tatrichterfrage, der dies am Einzelfall zu entscheiden hat und dabei einen weiten Ermessensspielraum besitzt; mit der Revision kann nur eine Ermessensüberschreitung geprüft werden

Eine solche Ermessenüberschreitung liegt jedoch unter Berücksichtigung der VSG-Rechtsprechung nicht vor. So wurde es als keine Ermessensüberschreitung angesehen, wenn die hohe Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang verneint wurde, bei einem C-Junioren-Spiel, bei dem in der 54. Minute ein Spieler durch gelb-rote Karte vom Platz gestellt wurde und sich der Spielstand von 0:2 anschließend nicht mehr änderte (Urteil 04/05-42) oder wenn ein direktes Tor nach einem indirekten Freistoß in der 66. Minute gegeben wurde, das zum 1:0 führte, und in der 82. Spielminute ein Spieler vom Platz gestellt wurde, wobei dann das 2:0 fiel (Urteil 10/11-24). Innerhalb dieses Rahmens liegen die Erwägungen des BSG, das auf die Erkenntnis abstellte, dass der Verlust eines Spielers oftmals keine Schwächung bedeutet, weil gerade dann, wenn nur noch eine kurze Spielzeit verbleibt, dieser Verlust durch einen verstärkten Einsatz der übrigen Spieler wettgemacht wird.  Anhaltspunkte dafür, dass die Mannschaft des Revisionsführers den Ausgleich noch erzielt hätte, wenn der Spieler weitergespielt hätte, wurden nicht vorgetragen.  Insoweit ist das Urteil des BSG auch nicht widersprüchlich. Das BSG brachte nämlich nur zum Ausdruck, dass alleine aus der Reduzierung um einen Spieler nicht der Schluss gezogen werden kann, deshalb sei der Ausgleich nicht mehr erzielt worden, nachdem die Mannschaft bei gleicher Spielerzahl in Rückstand geraten war und dies bis zum Platzverweis auch nicht ausgleichen hatte können.

 

Aktenzeichen: 00010-12/13-VSG
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
vom:   16.10.2012

Spiel TSC X gegen FC Z vom 18.08.2012.
Berufung des FC Z gegen das Urteil


 

Urteil:

I.  Die Berufung wird zurückgewiesen.
II.  Die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt FC Z u. Umgebung.

Gründe:

1. Im Verbandsspiel der Bezirksliga  TSC X gegen FC Z am 18.8.2012 wurde seitens des FC Z der Spieler A eingesetzt. Ein Spielerpass wurde nicht vorgelegt, auch kein Ausdruck der Detail-Spielberechtigung aus Pass- Online. Der Nachweis der Spielberechtigung wurde erst am 24.8.2012 gegenüber dem zuständigen Sportgericht erbracht. Das BSG bestrafte den FC Z mit Urteil vom 12.9.2012 (Az:00043-12/13-BSG) wegen unzulässigen Spielereinsatzes und nahm eine Spielwertung zu Lasten des FC Z vor. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des FC Z.
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.2 RVO eingelegt, das VSG ist zur Entscheidung zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.
 

3. Die Berufung ist nicht begründet. Wie sich aus § 45 Abs.2 Satz 2 RVO eindeutig ergibt, muss der Verein bei nicht spätestens nach Spielschluss nachgewiesener Spielberechtigung den Nachweis innerhalb von drei Tagen nach dem Spiel, und nicht, wie in der Berufungsschrift angeführt, nach Erhalt des Spielberichts, gegenüber dem zuständigen Sportgericht führen. Zu Recht hat deshalb das Erstgericht seinem Urteil zugrunde gelegt, dass der Nachweis erst sechs Tage nach dem Spiel und damit verspätet erfolgt ist. Wie sich aus § 45 Abs.4 RVO ergibt, muss - bei nicht rechtzeitigem Nachweis - zwingend eine Bestrafung nach § 77 RVO und eine Spielwertung nach § 40 RVO erfolgen.
Die in der Berufungsschrift gemachten Angaben, nämlich dass der Spieler seit 2008 spielberechtigt sei, der Pass verloren ging und ein Duplikat bereits beantragt war, können daran nichts ändern. Sie wurden vom Erstgericht offensichtlich insoweit berücksichtigt, als lediglich die Mindeststrafe verhängt wurde.
Das Urteil des BSG Oberfranken ist nicht zu beanstanden, die Berufung war damit zurückzuweisen.
4. Kosten: §32, 33 RVO in Verbindung mit § 11 Zif.8 b, 13 d FO.

 

 

Aktenzeichen:  00009-12/13-VSG
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Krause
Sitzung vom:   02.10.2012

 

Kreisklasse-Spiel TV Y gegen TSV X vom 02.09.2012 

 

Urteil:

 I. Trainer B. B. wird gemäß § 47, 48 RVO mit einer Geldstrafe von € 20,00 belegt.
II. Trainer B. B. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 20,00.
III. Der Verein des Betroffenen TSV X haftet jeweils für Geldstrafe und Kosten mit.


Gründe: 

1. Beim Verbandsspiel der zweiten Herrenmannschaft TV Y gegen TSV X am 02.09.2012 meldete der SR, dass der Trainer des TSV X B. B. sich mehrmals laut-stark beschwerte, dass seine Mannschaft klar benachteiligt werde. Ferner forderte er mehrfach eine Verwarnung für gegnerische Spieler. Nachdem der SR den Betroffe-nen des Innenraums verwies, bezeichnete dieser die gegen ihn verhängte Maßnahme als lächerlich. Das KSG leitete gegen den Betroffenen ein Verfahren ein und gab dieses an das VSG ab.
 
2. Das VSG ist gemäß § 20 I b RVO für die Entscheidung zuständig, da der Betroffe-nen als Jugendspielleiter Funktionär des BFV ist.
 
3. Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Stellungnahme des Betroffenen vom 11.09.2012. Dieser räumte ein, dass er zweimal "Gelbe Karten" für Gegenspieler for-derte, da der SR nicht ausreichend gegen die überharte und unfaire Spielweise des TV Y eingriff und er deshalb die Gesundheit seiner Spieler als gefährdet ansah. Er räumte auch ein, dass er über die seiner Meinung nach überzogene Ahndung seiner "Vergehen" überrascht war und er der Aufforderung das Stadion zu verlassen nur "Zähne knirschend" nachkam.
 
4. Der Betroffene hat gegen § 47 RVO verstoßen. Die Aufforderung gegenüber dem SR eine Verwarnung gegen gegnerische Spieler zu verhängen, stellt eine Unsport-lichkeit dar. Auch die lautstarke Unterstellung, dass man durch klare Fehlentschei-dungen benachteiligt werde, stellt sportwidriges Verhalten dar.

Bei der Strafzumessung war zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er seit Jahren verdienstvolle und tadellose Ehrenamtsarbeit innerhalb des BFV ausübt und dass er lediglich um die Gesundheit seiner Spieler besorgt war und mit keinerlei beleidigenden Äußerungen seinem Verlangen Nachdruck gab. Zu Lasten des Betroffenen musste bewertet werden, dass insbesondere von einem Trainer eine gewisse Vorbildfunktion wahrgenommen und erwartet werden muss. Unter Abwägung dieser Strafzumessungsgründe erscheint daher die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von € 20 als ausreichend und angemessen.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 Abs. 3 RVO. Die bei der Verhand-lung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war auf den Betrag zu ermäßigen, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem KSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seine Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall scheint es sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamts mit höheren Kosten zu belegen (ständige Rechtssprechung des VSG, Fall 62/2005/2006, Fall 10/2006/2007). Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 Abs. 2 Satz 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Be-troffenen steht.

 

Aktenzeichen:  00008-12/13-VSG
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Sitzung vom:   02.10.2012

 

Bezirksliga-Spiel FC X gegen SpVgg Y vom 02.09.2012. Berufung des SpVgg Y gegen das Urteil

 

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt die SpVgg Y.

Gründe:


1. Beim Verbandsspiel der Bezirksliga FC X gegen SpVgg Y am 02.09.2012 erhielt der Spieler A "Rot", weil er laut Meldung des SR vom 03.09.2012 seinen Gegenspieler bei einem Laufduell mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen habe. Das zuständige BSG verurteilte den Spieler zu einer Spielsperre von vier Spielen (Urteil vom 18.09.2012, Az.: 00056-12/13-BSG.). Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SpVgg Y vom 18.09.2012.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Zu Recht ist das BSG von einem rohen Spiel nach § 66 RVO ausgegangen, weil das Vergehen noch im Kampf um den Ball geschah, obwohl das Spiel bereits unterbrochen war. Auch im Strafmaß ist das Urteil nicht zu beanstanden.

Der Strafrahmen des § 66 Abs. 1 RVO reicht von zwei Wochen bis sechs Monaten. Das BSG  musste mangels Stellungnahme von Spieler oder Verein davon ausgehen, dass die Meldung des SR in allen Punkten den Tatsachen entspricht, also seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen hat. Eine Provokation ging unstreitig nicht voraus. Eine Sperre von vier Spielen ist damit gerechtfertigt unter Einbezug des positiven Nachverhaltens des Spielers, das bereits in der Meldung des SR geschildert war.

Die erst im Berufungsverfahren vorgetragene Behauptung des Vereins, der Gegenspieler sei nicht mit dem Ellenbogen, sondern nur mit dem Arm getroffen worden, darf gemäß § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr berücksichtigt werden.

4. Kostenentscheidung nach §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I 8 a, 13 d FO

 

 

Aktenzeichen:  00007-12/13-VSG
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Krause
Sitzung vom:   02.10.2012

Frauen Spiel ETSV Z gegen FFC Y vom 02.09.2012, Berufung des FFC Y gegen das Urteil

 

Urteil:

 


Die Berufung des FFC Y gegen das Urteil des BSG vom 11.09.2012 wird zurückgewiesen. 
Der FFC Y trägt die  Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00.

Gründe:


 Beim Frauen-Spiel ETSV Z gegen FFC Y am 02.09.2012 erstattete der SR Meldung dahingehend, dass in der 81. Minute, ca. 4 Meter in der gegnerischen Hälfte, die Spielerin A von hinten ohne Chance auf den Ball in die gegnerische Spielerin mit der Nr. 3 hineingrätschte. Die Gefoulte konnte nach einer kurzen Behandlung das Spiel fortsetzen. Der SR erteilte A Feldverweis auf Dauer und vermerkte auf dem Spielberichtsbogen, dass eine Abschrift der Meldung an den betroffenen Verein versandt wurde.
 
Das BSG Unterfranken verurteilte die Spielerin A mit Urteil vom 11.09.2012 nach § 66 RVO zu einer Sperre von 3 Verbandsspielen und den Kosten des Verfahrens.

Mit Email vom 16.09.2012 legte der FFC Y "Einspruch" gegen das Urteil beim BSG ein und begründete dies damit, dass die Meldung des SR nicht beim Verein einging und dass deshalb keine Stellungnahme abgegeben werden konnte. Einlassungen zum fraglichen Foul fehlten jedoch vollumfänglich. Das VSG hat den "Einspruch" in eine Berufung umgedeutet. Diese Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die Berufung ist jedoch unbegründet. Es kann dahinstehen, ob der SR die Meldung tatsächlich nicht an den Verein gesendet hat. Nach Meinung des VSG kommt es hierauf im vorliegenden Fall nicht an, da die Spielerin Reichert unstrittig mit einer roten Karte des Feldes verwiesen wurde, so dass auf § 39 III RVO zu verweisen ist. Geht in einem solchen Fall innerhalb von 7 Tagen nach dem Spiel keine Stellungnahme des Vereins oder des Spielers beim Sportgericht ein, so ist zu vermuten, dass eine solche nicht abgegeben wird. Nachdem der FaD dem Berufungsführer bereits am 02.09.2012 bekannt war, hätte eine Stellungnahme - auch ohne Erhalt der Meldung des SR - vor dem Urteil des BSG abgegeben werden können, was aber unterblieb.

Letztendlich kann jedoch auch dies dahingestellt bleiben, da auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme des FFC Y in der Berufungsinstanz nach Überzeugung des VSG diese zu keinem anderen Ergebnis führt. Der Berufungsführer trägt nämlich nichts zum genauen Geschehensablauf  des fraglichen Fouls oder zu einer vorangegangenen Provokation der Gegenspielerin oder ähnliches vor. Eine genauere Darstellung des Sachverhalts unterbleibt vollständig, genauso wie Beweisangebote hierzu.

Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom BSG ausgesprochenen Sperre vorzunehmen. Nach Auffassung des VSG unter Berücksichtigung der vom Berufungsführer nicht widerlegten Tatschilderung des SR ist zwingend eine Bestrafung nach § 66 RVO geboten und die Verhängung einer Strafe im unteren Bereich des Strafrahmens angemessen. Die Berufung war somit zurückzuweisen.

Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO

 

Aktenzeichen

00003-12/13-VSG

Datum der Sitzung: 18.09.2012, Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Krause

 

 

Bayernliga-Spiel SSV R gegen FC P vom 25.07.2012,

Berufung des Verbandsanwalt gegen das Urteil vom 07.08.2012

Urteil:

 

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts wird das Urteil des SG vom 07.08.2012  in Ziffer II dahingehend abgeändert, dass das Spiel gemäß § 40 SpO für den SSV R mit 0:2 als verloren und für den FC P mit 2:0 als gewonnen gewertet wird. Im Übrigen verbleibt es beim Ersturteil.

II. Die Kosten des erufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

 

Beim Verbandsspiel am 25.07.2012 SSV R gegen FC P setzte der SSV R die vier Spieler A, B, C und D ein, die am Spieltag nicht mehr zu den U23 Spielern zählten. Auf Anzeige des Spielleiters vom 30.07.2012 nahm das Sportgericht eine Spielwertung dergestalt vor, dass das Spiel mit 2 : 0 für SSV R als verloren gewertet wurde. Hinsichtlich des SV P beließ es das Sportgericht Bayern beim eingetretenen Ergebnis. Gegen das am 07.08.2012 im Postfach zugestellte Urteil legte der Verbandsanwalt mit Fax-Schreiben vom 13.08.2012, eingegangen am selben Tag Berufung ein. Die Berufung wurde darauf beschränkt, dass die Spielwertung zugunsten des SV P vorzunehmen war.

Die form- und fristgerecht eingelegte Berufung des Verbandsanwalts ist zulässig.

 

Sie ist auch begründet. Die Spielwertung ist nicht nur zu Lasten des SSV R, sondern

auch zugunsten des FC P vorzunehmen. Das Sportgericht ging davon aus, dass aufgrund des Wortlauts des § 44 a Abs. 9 RVO nur eine Spielwertung zugunsten des SSV R vorzunehmen war. § 44 a Abs.14 lautet:

Rechtsfolgen bei Verstößen gegen die Bestimmungen der vorhergehenden Absätze

a) Verstöße gegen die Bestimmungen der Absätze 7 b, 9 a und 10 werden als unsportliches Verhalten geahndet.

b) Falls das Spiel gewonnen wurde oder unentschieden endete, wird es mit 0 Punkten und 0:2 Toren gegen den Verein, der den Verstoß begangen hat, gewertet. Ist das tatsächliche Spielergebnis für ihn ungünstiger, verbleibt es bei diesem. Für den gegnerischen Verein mit Ausnahme der DFB-Pokalspiele bleibt die Spielwertung unberührt. Der vom SSV R begangene Verstoß des SSV R betraf § 44 a Abs. 7a SpO. Die Rechtsfolgenbestimmung in § 44 a Abs. 14 lit. a) RVO erwähnt Abs. 7 a nicht. Fraglich ist daher, ob die in Abs. 14 lit. b) SpO vorgesehene einseitige Spielwertung auch bei den Verstößen vorzunehmen ist, die zwar in § 44 a SpO aufgezählt sind, die jedoch nicht in der Rechtsfolgenbestimmung des § 44 a Abs. 14 lit. a) SpO ausdrücklich genannt wurden. Diese Frage hängt damit zusammen, ob die Rechtsfolgenbestimmung in § 44 a Abs. 14 a) SpO abschließend

ist oder ob es sich um eine Ergänzungsregelung zu den allgemeinen Rechtsfolgen

beim unzulässigen Einsatz von Spielern handelt. Im letzteren Fall wäre nur für die konkret aufgezählten Fälle die besondere Rechtsfolge der einseitigen Spielwertung anzuwenden, ansonsten verbliebe es bei der allseitigen Spielwertung. Im ersteren Fall würde für alle Verstöße gegen Vorschriften des § 44a SpO die einseitige Spielwertung gelten. Das Sportgericht ging davon aus, dass § 44a Abs. 14 für alle Verstöße gegen § 44a SpO die Rechtsfolgen regelt. Dabei orientierte sich das Sportgericht Bayern am Wortlaut der Vorschrift. Dem kann jedoch aus folgenden Gründen nicht gefolgt werden:

Wie bereits dargelegt lässt der Wortlaut der Vorschrift beide Auslegungen zu.

Nachdem die Auslegung nach dem Wortlaut kein eindeutiges Ergebnis bringt, muss auf Sinn

und Zweck der Vorschrift sowie hier auch auf die Entstehungsgeschichte der Vorschrift angestellt werden. Letztere spielt zwar bei der Auslegung von Vorschriften des Vereins- oder Verbandsrechts regelmäßig keine Rolle. Dies ist hier jedoch ausnahmsweise anders, weil die Vorschrift aus dem allgemeinverbindlichen Teil der DFB-Spielordnung übernommen wurde. Die DFB SpO sieht in der Präambel zum Teil A vor §1 vor, dass die §§ 1 bis 39 DFB-SpO für die Mitgliedsverbände allgemeinverbindlich sind. Die Einsatzvorschriften für 2. Mannschaften der Lizenzvereine in den angeschlossenen Landesverbänden ist in § 12 SpO geregelt. Der BFV ist daran aufgrund § 2 Abs. 2 der Satzung hieran gebunden. Damit können die Vorschriften der DFB-SpO, die hier übernommen wurden herangezogen werden, um im Sinne von § 2 Abs. 2 der Satzung den Gleichlauf der Vorschriften des DFB mit denen des BFV-Spielrechts sicherzustellen. Nach Auskunft der Rechtsabteilung des DFB beschränkt die Rechtsprechung des DFB § 12b DFB-SpO, der die Rechtsfolge der einseitigen Spielwertung vorsieht auf die Fälle, bei denen der Spieler nicht eingesetzt wurde, sondern lediglich im Spielbericht entsprechende fehlerhafte Eintragungen stattfinden. Beim Einsatz des Spielers wird eine allgemeine Spielwertung vorgenommen. Dies wird damit begründet, dass nur die Verstöße gegen die Eintragungspflichten in § 12b mit der Folge der einseitigen Spielwertung genannt sind, während die Verstöße, bei denen der Spieler auch eingesetzt wird, in § 12b bei der Zuweisung der einseitigen Spielwertung nicht genannt wird.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze kann § 44a Abs. 14 SpO dahingehend ausgelegt werden, dass darin die Rechtsfolgen der Verstöße gegen die Einzelbestimmungen des § 44a SpO nicht abschließend geregelt sind, sondern dass es sich um eine Ausnahmevorschrift handelt, die für bestimmte Verstöße bestimmte Rechtsfolgen vorsieht, die übrigen Verstöße jedoch den allgemeinen Rechtsfolgen unterstellt. Dieses Ergebnis wird auch durch die Berücksichtigung von Sinn und Zweck der Rechtsfolgenvorschrift gestützt. Die einseitige Spielwertung ist bei dieser Auslegung immer dann vorgesehen, wenn der Spielgegner durch den Verstoß keinen Nachteil erleiden kann. Dies ist dann der Fall, wenn der Spieler nur auf dem Spielbericht erscheint, aber nicht eingesetzt wird. Eine Stärkung der Mannschaft, die gegen die Vorschrift verstößt, ist dann nicht gegeben. Eine einseitige Spielwertung

nur zu Lasten der falsch eintragenden Mannschaft ist mit dem Wettbewerbscharakter

der SpO vereinbar. Wird der Spieler dagegen eingesetzt, ist der Gegner davon betroffen und eine Benachteiligung der gegnerischen Mannschaft ist zumindest abstrakt gegeben, was bei vergleichbaren Fällen stets zu einer allseitigen Spielwertung führt, welche mit dem unzulässigen Eingriff in den Wettbewerb gerechtfertigt wird. Somit ist es sachgerecht und folgerichtig, auch beim unzulässigen Einsatz von Ü23-Spielern die für vergleichbare Fälle vorgesehene allseitige Spielwertung vorzunehmen. Damit war gemäß § 40 Abs. 4 SpO die bereits zu Lasten des SSV R vorgenommene Spielwertung dahingehend auszuweiten, dass auch zugunsten des FC P eine Spielwertung vorzunehmen ist. Das Ersturteil war insoweit teilweise aufzuheben und neu zu fassen. Bei der Kostenentscheidung war zu berücksichtigen, dass das Urteil aufgrund der Berufung des Verbandsanwalts erfolgte, wobei der SSV R im Berufungsverfahren keinen Antrag stellte und durch die Entscheidung des VSG nicht direkt beschwert wird. Bei dieser Ausnahmegestaltung

war die übliche Kostenfolge, wonach die unterlegene Partei die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen hat, nicht angemessen.

 

 

Aktenzeichen 00002-12/13-VSG
Datum der Sitzung: 17.09.2012,
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Krause

Spiel A-Sen.-Bezirksligaspiel FC Z - SV Y am 26.05.2012
Berufung des 1. FC Z gegen das Urtei

Urteil:

I. Auf die Berufung des 1. FC Z wird das Urteil mit Aktenzeichen 00010-12/13-BSG bzw. Protokoll 31, Fall 237 vom 29.06.2012 aufgehoben und das Verbandsspiel der Senioren A Bezirksliga
1. FC Z gegen SV Y neu angesetzt.
II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Das Verbandsspiel der Senioren A-Bezirksliga 1. FC Z gegen SV Y war auf den 26.05.2012 angesetzt. Der 1. FC Z beantragte beim zuständigen BSSL N.  per email vom 15.05.2012 dieses A-Senioren-Spiel wegen des am selben Tag stattfindenden
Relegationsspiel der ersten Mannschaft zu verlegen. Hieraufhin wurde am 17.05.2012
vom BSSL das Spiel abgesetzt. Der BSSL stellte im Nachgang fest, dass der SV Y keine Zustimmung zu einer Spielverlegung erteilt hatte und zeigte beim BSG einen Spielausfall durch den 1. FC Z an. Das BSG verurteilte den 1. FC Z wegen Verursachens eines
Spielausfalls zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 € und nahm eine x : 0 Spielwertung zu Lasten des 1. FC Z und zu Gunsten des SV Y vor. Der 1. FC Z legte hiergegen am 03.07.2012 Berufung ein. 2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Das Senioren A-Bezirksligaspiel 1. FC Z gegen
SV Y war auf den 26.05.2012 angesetzt, wurde jedoch tatsächlich vom BSSL
am 17.05.2012 abgesetzt. In seiner im Berufungsverfahren eingeholten Stellungnahme vom
06.07.2012 gab der BSSL N. an, dass eine Verlegung des Spiels vom Berufungsführer
nicht mit dem SV Y einvernehmlich abgesprochen war und er sich durch die Vorgehensweise zur Absetzung getäuscht sah. Er stellte aber auch eindeutig klar, dass er das Spiel zu keinem Zeitpunkt neu angesetzt hatte, es also bei der Absetzung verblieb. Somit kann dem 1. FC Z auch nicht der Vorwurf des Verursachens eines Spielausfalls gemacht werden, denn nur ein angesetztes Spiel kann auch ausfallen, nicht jedoch ein - warum auch immer - abgesetztes Spiel. Der 1. FC Z war daher nicht in Strafe zu nehmen, das Urteil somit aufzuheben
und das Spiel neu anzusetzen.
4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen
00001-12/13-VSG
Datum der Sitzung: 04.09.2012, Besetzung: Beierlein, Preißinger, Krause

Landesliga-Spiel TuS H gegen SpVgg  I vom 04.08.2012,

Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts wird das Urteil aufgehoben.
II. Das Verfahren wird eingestellt.
III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Am 09.08.2012 legte die SpVgg I "Einspruch über Spielwertung" des am 04.08.2012 ausgetragenen Landesligaspiels TuS H gegen SpVgg I ein und begründete diesen mit einem Einsatz des wegen einer Sperre angeblich nicht spielberechtigten Spielers B. B.. Das Sportgericht überprüfte den Sachverhalt, stellte fest, dass dem genannten Spieler zwar eine "von - bis" Sperre vom KSG auferlegt wurde, diese jedoch erst am 06.08.2012 begann, so dass der Spieler am 04.08.2012 gegen den Einspruchsführer berechtigt gespielt hatte. Es wies daher den Einspruch mit Urteil vom 14.08.2012 als verfristet und unbegründet zurück und belegte die TuS H mit den Einspruchsgebühren. Hiergegen legte der Verbandsanwalt mit Schreiben vom 17.08.2012 Berufung ein.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.
Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Der mit "Einspruch über Spielwertung" betitelte Rechtsbehelf ist nach der vorzunehmenden Auslegung bzw. Umdeutung nicht als Einspruch im Sinne des § 38 RVO anzusehen, da § 38 Abs. 7 RVO explizit festlegt, dass die Mitwirkung eines nicht spielberechtigten Spielers keinen Einspruchsgrund darstellt. Dementsprechend hätte der Rechtsbehelf als Anzeige nach § 35 RVO behandelt werden müssen, für welche nicht die kurze Frist des § 38 Abs. 2 RVO maßgeblich ist, sondern die vierwöchige Frist des § 35 Abs. 2 RVO. Die Anzeige war mithin fristgerecht eingelegt, aber in der Sache nicht erfolgreich, da der betreffende Spieler, wie zutreffend vom Sportgericht festgestellt, am 04.08.2012 spielberechtigt war. Da keine Kostenerstattungspflicht des Anzeigeerstatters (SpVgg I) für eine ungerechtfertigte Anzeige gesetzlich festgelegt ist und das Erstgericht irrtümlicherweise dem TuS H die Kosten auferlegt hat und die Entscheidung insgesamt aufgehoben wird, sind die Kosten dem BFV aufzuerlegen. Rechtliches Gehör wurde gewährt. Kostenentscheid gemäß §§ 32,33 RVO i.V.m. § 11 FO.

 

 

Protokoll   01 vom 20.11.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Beschwerdefall-Nr.: 01

 

Beschwerde der JFG TaF Z gegen den Entscheid des BFV-Präsidiums vom 22.08.2012:


Urteil:

I. Die Beschwerde der JFG TaF Z gegen den Entscheid des BFV-Präsidiums vom 22.08.2012 wird zurückgewiesen.

II. Die Beschwerdegebühr in Höhe von € 90,00 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 trägt die JFG TaF Z.


Gründe:


1. Mit Bescheid vom 28.11.2011 teilte der Kreisjugendleiter des Kreises mit, dass die U-11 Junioren der Beschwerdeführerin nicht an U-11-Junioren-Turnieren, wie z.B. den Merkur Cup teilnehmen können. Dies ergebe sich aus § 15a Abs. 4 JO, wonach Kleinfeldmannschaften in einer JFG nicht zugelassen sind. U-11-Junioren seien jedoch gemäß § 9 Abs. 2 JO Kleinfeldmannschaften.

Gegen diesen Bescheid legte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 04.12.2011 Beschwerde zum Bezirks-Jugendausschuss ein. Die Beschwerde wurde insbesondere damit begründet, dass die Gleichbehandlung mit Großvereinen es gebiete, auch U-11-Mannschaften von JFG's am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen.

Mit Entscheid vom 29.12.2011 wies der Bezirks-Jugendausschuss die Beschwerde zurück und legte zur Begründung nochmals dar, dass § 15a Abs. 4 JO vom Wortlaut her eindeutig sei. Da es sich bei den JFG um eine Sonderform handele, die sich von den anderen Mitgliedsvereinen unterscheide, würde nicht gegen die Gleichbehandlung verstoßen. Auch die großen Vereine können nur mit den übrigen Vereinen verglichen werden, die eigene Jugendmannschaften spielen lassen. Insoweit bestehen die gleichen Ausgangsvoraussetzungen. Eine JFG habe andere Voraussetzungen und könne deshalb auch anders behandelt werden.

Gegen diesen Entscheid des Bezirks-Jugendausschusses vom 29.12.2011, zugestellt am 07.01.2012, legte die Beschwerdeführerin mit Schriftsatz vom 09.01.2012 Beschwerde zum Verbands-Jugendausschuss ein. Diese wurde damit begründet, dass § 15a Abs. 4 JO zulasse, dass eine JFG mit einer Kleinfeldmannschaft am Spielbetrieb teilnehme.

Mit Entscheid vom 05.06.2012 wies der Verbands-Jugendausschuss die Beschwerde gegen den Entscheid des Bezirks-Jugendausschuss zurück. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Ausnahmegenehmigung des Verbands-Jugendausschusses nicht vorliege. Die vom früheren Verbandsjugendleiter möglicherweise erteilte Ausnahmegenehmigung habe nicht in die Zukunft gewirkt. Ein Vergleich mit den Großvereinen im Raum sei nicht zulässig, weil es sich bei den JFG um besondere Vereine handelte, für die dementsprechend auch Sonderregelungen gelten, die sich von den übrigen Vereinen unterscheiden. Eine unterschiedliche Behandlung sei daher sachgerecht. Mit dem Wechsel eines Vereinsspielers zu einer JFG verliert der Spieler seine Teilnahmeberechtigung an Mannschaften, die einer JFG nicht zugänglich sind.

Gegen den Bescheid des Verbands-Jugendausschusses legte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 29.07.2012 Beschwerde zum Präsidium ein. Die Beschwerdeführerin machte darin weiter geltend, dass eine Ungleichbehandlung zwischen den originären Mitgliedsvereinen und den JFG's stattfinde. Die Regelung des § 15a BFV-JO gehe über die Erfordernisse des § 7c der DFB-JO hinaus.

Mit Entscheidung vom 22.08.2012 wies das Präsidium die Beschwerde zurück. Es wurde nochmals auf den eindeutigen Wortlaut des § 15a Abs. 4 JO hingewiesen.
Gegen den am 01.09.2012 zugestellten Bescheid legte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 05.09.2012 Beschwerde zum VSG ein.
Die über den Verbandsanwalt zugeleitete Beschwerde wurde mit einem Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot, mit einem Verstoß gegen § 7 BFV-JO und § 5 DFB JO sowie mit einem Verstoß gegen § 6.5 DFB-Satzung begründet.

Der Verbandsanwalt beantragte die Zurückweisung der Beschwerde.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 1 RVO.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO zum Verbandsanwalt eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des Präsidiums ist zulässig. Sie ist jedoch unbegründet.

Gegenstand der Überprüfung durch das VSG können nur das Verfahren als solches und die Frage des Ermessensfehlgebrauchs durch das Präsidium sein. Das VSG ist wegen des Prinzips der Gewaltenteilung, das Grundlage des Aufbaus der Verwaltung des BFV ist, nicht berechtigt, eine eigene Ermessensentscheidung anstelle eines Verwaltungsorgans zu setzen (ständige Rechtsprechung des VSG vgl. Fall 85/07/08 und Fall 04/09/10).

Ein solcher Ermessensfehlgebrauch liegt nicht vor.

Der Wortlaut des § 15a Abs. 4 BFV-JO ist eindeutig. Er lautet: Nicht zugelassen sind in einer Junioren-Förder-Gemeinschaft Kleinfeldmannschaften der Altersklasse D- bis G-Junioren (ausgenommen zweite oder weitere D-Juniorenmannschaften), Spielgemeinschaften sowie Herren-, Frauen- und Seniorenmannschaften. Abweichungen können in Einzelfällen nur vom Verbands-Jugendausschuss genehmigt werden.

Auf diesen Wortlaut stützt sich das Präsidium bei seiner Entscheidung, wonach die Teilnahme an der Runde oder Turnieren der E-Jugend unzulässig ist. Da somit der Wortlaut der Bestimmung die Entscheidung trägt, ist insoweit kein Ermessenfehlgebrauch erkennbar.

Gründe, die eine vom Wortlaut abweichende Auslegung erfordern würden, sind nicht ersichtlich, so dass auch insoweit kein Ermessensfehler vorliegt.
Die Entscheidung führt zu keiner unzulässigen Ungleichbehandlung. JFG's sind in § 15a BFV-JO zum Zwecke der Talentförderung zugelassene eigenständige Vereine, die durch den auf bestimmte Juniorenmannschaften begrenzten Zusammenschluss mehrerer Mitgliedsvereine beruhen (§ 15a Abs. 1 BFV-JO). Sie haben damit Sondercharakter, was sich auch darin zeigt, dass die Sonderspielrechte für Herrenmannschaften (§ 15a Abs. 6) und für E-Junioren (§ 15a Abs. 7 BFV-JO) nur für die jeweiligen Stammvereine wahrgenommen werden können. Damit wird deutlich, dass JFG's, anders wie ihre Stammvereine oder sonstige Mitgliedsvereine nur ein begrenztes Einsatzfeld haben, nämlich zwischen den D-Junioren und den A-Junioren. Aus diesem Grund ist es sachgerecht, dass Vereine, die ein umfassendes Angebot über alle Juniorenmannschaften haben, an den Nahtstellen zu den E-Junioren und zu den Herrenmannschaften umfassendere Einsatzmöglichkeiten haben, als eine JFG. Auch den Stammvereinen der Beschwerdeführerin stünde es frei, mit den jeweiligen E-Junioren am Wettbewerb teilzunehmen. Von einer Diskriminierung der Kinder kann daher nicht ansatzweise gesprochen werden. Unzulässig ist lediglich die Teilnahme von Mannschaften der JFG's an E-Junioren-Wettbewerben. Eine Diskriminierung kommt daher nicht hinsichtlich der Kinder, sondern allenfalls hinsichtlich der JFG in Betracht. Da es sich hier jedoch um eine Sonderform handelt, die Stammvereine ihre Rechte als Mitgliedsvereine nicht verlieren und den Stammvereinen, die sich an einer JFG beteiligen, von Anfang an bekannt ist, dass diese von den Altersstufen her nur ein begrenzte Einsatzfeld bietet, liegt eine unzulässige Diskriminierung nicht vor. Es handelt es sich um eine sachgerechte Ungleichbehandlung, die sich aus dem Zweck der Talentförderung ergibt. Die unterschiedlichen Einsatzgebiete sind vereinsrechtlich zulässig, weil nur der Art nach gleiche Mitgliedvereine ein Anrecht auf gleiche Behandlung haben. Es ist auch durchaus sachgerecht, Kinder unterhalb der D-Junioren noch nicht systematisch dem Leistungsdruck der Talentförderung auszusetzen, sondern einfach die kindliche Freude am Spiel in den Vordergrund zu rücken, wie dies im gewohnten Umfeld des Stammvereins regelmäßig besser erfolgen kann. Führt demnach die vom Verbandstag eingeführte Begrenzung auf bestimmte Altersstufen nicht zur unzulässigen Ungleichbehandlung kann sie grundsätzlich nur von diesem aufgehoben werden. Jedenfalls ergibt sich keine Verpflichtung, die JFG's durch Entscheid der Junioren-Spielleitung für Junioren im Kleinfeldbereich zu öffnen.

Es trifft daher nicht zu, dass die Beschränkung der Altersklassen zu einem "kinderdiskriminierenden Effekt" führen würde, wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht. Wie bereits dargelegt, können die Kinder ihr E-Junioren Spielrecht beim Stammverein wahrnehmen, so dass sie vom E-Junioren-Spielbetrieb nicht ausgeschlossen sind. Die Kinder sollen nur nicht zu frühzeitig dem Leistungsdruck einer JFG ausgesetzt werden, der regelmäßig nicht im Interesse der Kinder liegt. Mögen dies auch Betreuer oder einige sehr leistungsorientierte Eltern anders sehen, ist es jedenfalls nicht ermessensfehlerhaft, wenn der Verbandsjugendausschuss und das Präsidium das Wohl der Kinder und die nachhaltige kindliche Freude am Fußballsport höher bewerten, als den kurzfristigen Erfolg durch die Teilnahme an "sportlich anspruchsvollen" Turnieren.

Auch aus § 7c Nr. 1 JO-DFB, der für den BFV verbindlich ist, ergibt sich nichts anderes. Dort ist im Gegenteil ausdrücklich festgelegt, dass jüngere Altersklassen als D-Junioren in einer JFG allgemein nicht zugelassen werden dürfen.

Der Bescheid des Präsidiums ist daher rechtlich nicht zu beanstanden. Er steht in allen Punkten in Einklang mit den geltenden Bestimmungen der BFV-JO, der DFB-JO und dem allgemeinen Vereinsrecht. Die Beschwerde ist zurückzuweisen.

4.Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

Urteile 2011/2012

Protokoll  52 vom 17.12.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Beierlein
Fall-Nr.: 113

 

 

Berufung der SpVgg X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 24.04.2012, Protokoll 36, Fall  419

Urteil:

I. Die Berufung der SpVgg X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 200,00 sowie die Kosten der mündlichen Verhandlung trägt die SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

 

 

 

 

 

 

Gründe:

1. Das Sportgericht hat mit Urteil vom 24.04.2012, Protokoll 36, Fall 419 die SpVgg X wegen unsportlichen Verhaltens der Zuschauer gemäß § 73 I und III RVO mit einer Geldstrafe von € 500,00 belegt. Aufgrund der Meldung des amtierenden SR wurde in einer Spielunterbrechung in der 59. Spielminute aus dem Block der Berufungsführerin ein bengalisches Feuer auf der Tribüne entzündet, welches etwa 30 Sekunden gebrannt hat. Daraufhin ist eine Stadiondurchsage erfolgt. Aufgrund einer weiteren Meldung des SR, wonach während einer anderen Spielunterbrechung in der 82. Spielminute ein mindestens teilweise gefüllter Becher von der Tribüne aus dem Block der Berufungsführerin auf das Spielfeld geworfen wurde. Es handelte sich um eine Spielunterbrechung direkt an der Außenlinie aufgrund eines groben Foulspiels eines Y Spielers an einem X Spieler. Der SR lief zu dem Y Spieler, den er mit einer gelben Karte ahnden wollte. Dabei wurde zwischen ihm und seinem Assistenten ein Becher hindurch geworfen. Der Becher war mindestens teilweise gefüllt. Nach Ansicht des SR kam der Becher direkt aus der Richtung der X Zuschauer. Der Becher landete etwa 5 m innerhalb des Spielfeldes, hat den SR aber um etwa 2 m verfehlt.

Auch hiernach wurde eine Lautsprecherdurchsage veranlasst. Die Berufungsführerin hat bereits in der I. Instanz unter Vorlage von Lichtbildern ausführlich zu beiden Vorfällen Stellung genommen und hat im Wesentlichen ausgeführt, dass ein auf einigen Bildern sichtbarer Mann mit grüner Jacke und schwarzer Schirmmütze für den Becherwurf verantwortlich sei und möglicherweise auch für das Entzünden des bengalischen Feuers, bei dem es sich lediglich um ein sog. "Blink-Bengalo" mit sehr kurzer Brenndauer gehandelt habe. Diese Person, die sich mitten unter den Anhängern der Berufungsführerin aufgehalten habe, sei aber weder Mitglied, noch Fan des Vereins und darüber hinaus keiner der befragten Personen bekannt. Feststellungen zur Person habe man nicht treffen können, da sich der Mann unmittelbar nach dem Becherwurf entfernt hat. Der SpVgg X sei er jedenfalls nicht zuzuordnen. Der Zeuge A erklärte  vor dem VSG hierzu u. a., dass alle so schockiert gewesen seien und deswegen nicht mehr handeln konnten. Man habe immer schon befürchtet, dass so etwas passiere.

Das Sportgericht hat hier eine Haftung gemäß § 73 I und III RVO aufgrund der Zwischenfälle, die von den der Berufungsführerin zuzurechnenden Zuschauern verursacht wurden, festgestellt und dementsprechend eine Verurteilung mit einer Geldstrafe von € 500,00 ausgesprochen.

Hiergegen hat die SpVgg X mit Schriftsatz vom 08.05.2012 Berufung eingelegt mit dem Antrag, das Urteil aufzuheben und über die Sache neu zu entscheiden. Im Wesentlichen wird in der Berufung letztlich eingeräumt, dass der Becherwurf durch einen Zuschauer in grüner Jacke erfolgt sei, dieser Becherwerfer aber der Berufungsführerin in keinster Weise zuzurechnen wäre. Dementsprechend scheide eine Haftung aus.

Da nicht feststünde, wer das "Blink-Bengalo" geworfen habe, die Brenndauer eher 10 Sekunden gewesen sei sowie Ordner des Heimvereins in unmittelbarer Nähe gestanden hätten und von dort nichts festgestellt worden sei, könne auch hier eine Haftung der Berufungsführerin nicht begründet werden. Im Übrigen wird auf die ausführliche Berufungsschrift sowie die weiteren Schriftsätze verwiesen.

Das VSG hat am 22.07.2012 mündlich verhandelt und hier die benannten Zeugen, den SR B sowie den Assistenten C und D, außerdem A, E und F einvernommen sowie die von der Berufungsführerin vorgelegten Lichtbilder in Augenschein genommen.

Im Folgenden kam die Berufungsführerin der Aufforderung durch das VSG nach, weitere Lichtbilder von der Tribüne während des Spiels vorzulegen. Im Folgenden wurde dann seitens der Berufungsführerin auf eine weitere mündliche Verhandlung verzichtet unter der Voraussetzung, dass keine neuen Beweise eingeführt oder verwertet werden. Nachdem dies nicht der Fall ist, konnte unter Verzicht auf eine weitere mündliche Verhandlung schriftlich entschieden werden.

2. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Aufgrund der einvernommenen Zeugen und der beim Erstgericht sowie beim VSG vorgelegten Lichtbilder ist das VSG davon überzeugt, dass ein "Blink-Bengalo" in unmittelbarer Nähe der X Fans gezündet wurde. Dieses Bengalo brannte unstreitig unmittelbar direkt am Rande der X Fangruppe ab. Es ist weiterhin zutreffend, dass in dieser X Fangruppe ein Zuschauer mit grüner Jacke stand.

Nachdem das "Blink-Bengalo" in unmittelbarer Nähe ca. 1 m am Rande des X Blocks am Boden liegend brannte und daneben ein Freiraum bis zu den Ordern war, ist das VSG davon überzeugt, dass das Bengalo aus dem X Block abgefeuert wurde. Dabei kann es dahin stehen, ob das Bengalo 20 oder 30 Sekunden gebrannt hat. Nach Ansicht des SR brannte dieses mindestens 20 Sekunden.

Des Weiteren ist das VSG davon überzeugt, dass der Becherwurf aus der X Fangruppe erfolgte. Wie aus den Aussagen und den Lichtbildern ersichtlich ist, ereignete sich die Spielunterbrechung unmittelbar vor dem X Zuschauerblock an der Außenlinie. Ein Y Spieler foulte einen X Spieler. Der SR pfiff das Foul. Unstrittig ist, dass dann ein Becher geworfen wurde. Der Mann mit der grünen Jacke, der der Berufungsführerin nicht bekannt ist, hat sich fast das gesamte Spiel, soweit Bilder vorgelegt wurden, am Rande und mitten im X Zuschauerblock aufgehalten. Er hat, wie aus Lichtbildern ersichtlich ist, der X Mannschaft zugejubelt wie auch andere X Fans dies getan haben.

Das grobe Foul gegen einen X Spieler ereignete sich unmittelbar an der Außenlinie vor dem X Fanblock. In diesem Bereich war dann auch die Spielunterbrechung. Im diesem Bereich der X Fans stand der Mann mit der grünen Jacke im unteren Bereich. Deswegen kann unterstellt werden, dass der Becher von dem Mann mit der grünen Jacke geworfen wurde, wie im Übrigen auch von den Zeugen der Berufungsführerin bestätigt wurde.

Nachdem sich dieser Mann aber das gesamte Spiel im X Fanbereich aufgehalten hat und der Mannschaft zujubelte, ist davon auszugehen, dass dies ein Anhänger der Berufungsführerin ist. Der Vortrag, dass dieser Mann sich unmittelbar nach dem Becherwurf entfernt habe, kann die Berufungsführerin nicht entlasten. Die Berufungsführerin, die nach eigenen Angaben Vorkehrungen durch Fanbeauftragte etc. getroffen hat, weiß um die Problematik eines solchen Becherwurfs. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, dass man einen solcher Zuschauer mitten aus dem X Fanblock, der beobachtet worden ist, dass er einen Becher auf das Spielfeld geworfen hat, einfach gehen lässt. Darüber hinaus ist die Aussage des Zeugen A, wonach die umstehenden Zuschauer in eine Art von "Schockstarre" gefallen seien und sozusagen handlungsunfähig gewesen wären, nicht nachvollziehbar. Insbesondere deswegen nicht, da der Zuschauer sich zwar schnell, aber nicht übermäßig schnell entfernt hat. Darüber hinaus hat er während dieser Zeit auch telefoniert, wie ebenfalls der Zeuge A bestätigt. Außerdem ereignete sich das Foul gegen einen X Spieler an der Außenlinie unmittelbar vor dem X Fanblock. Letztlich flog der Becher zwischen dem SR und dessen Assistenten D hindurch auf das Spielfeld und fiel etwa 5 m von diesen entfernt zu Boden.

Aus all diesen Gründen ist das Verhalten der Zuschauer im Fall Bengalo und im Fall des Becherwurfs durch den Mann mit der grünen Jacke der Berufungsführerin gemäß § 73 I und III RVO zuzurechnen. Danach haftet der Verein für alle Zwischenfälle, u. a. seiner Anhänger. Das VSG ist, wie ausgeführt, davon überzeugt, dass es sich um einen Anhänger der Berufungsführerin handelt. Wie die Fans der Berufungsführerin als Zeugen angegeben haben, kennen sich diese alle untereinander, zumindest mit Spitznamen. Es ist für das VSG nicht nachvollziehbar, dass ein Fremder, auch wenn er mit einer grünen Jacke gekleidet ist, sich unter die X Fans mischt und hier nur evtl. "Unruhe" stiften will, keine erhöhte Aufmerksamkeit der entsprechenden Sicherheitsbeauftragten hervorruft, gerade nachdem der Bereich der X Fans überschaubar und kontrollierbar war, auch bei einem Auswärtsspiel.

Dies führt zu einer grundsätzlichen Haftung der Berufungsführerin.

Bei der Höhe der Geldstrafe ist zu berücksichtigen, dass es sich hier nur um ein "Blink-Bengalo" mit kurzer Brenndauer handelte und der Becher den SR bzw. Assistenten nicht getroffen hat. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Berufungsführerin in der Vergangenheit erhebliche Anstrengungen unternommen hat, gerade solche Vorfälle zu vermeiden.

Unter Abwägung all dieser Umstände erscheint dem VSG die verhängte Geldstrafe von € 500,00 ebenfalls tat- und schuldangemessen.

3. Die Berufungsführerin trägt die Kosten des Verfahrens gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Protokoll Nr.: 51 vom 12.10.2012
Besetzung: Beierlein, Preisinger, Krause
Fall:   112

Berufung des  N. N. gegen das Urteil des Sportgerichts vom 12.06.2012, Protokoll 42, Fall 506 und Berufung des X. X. gegen das Urteil des Sportgerichts vom 12.06.2012, Protokoll 42, Fall 507

Urteil:

 

I. Die Berufung des N. N. gegen das Urteil des Sportgerichts, Protokoll 42, Fall 506 vom 12.06.2012 wird zurückgewiesen.

II. Auf die Berufung des X. X. wird das Urteil des Sportgerichts Protokoll 42, Fall 507 vom 12.06.2012 aufgehoben und das Verfahren eingestellt. 

III. Die Kosten des Verfahrens trägt Herr N. N. mit Ausnahme der Kosten der mündlichen Verhandlungen vor dem Sportgericht und dem Verbandssportgericht. Diese tragen Herr N. N. zu 2/3 und zu 1/3 der BFV. Soweit Herr N. N. Kosten zu tragen hat, sind diese unter Mithaftung des FV Y zu tragen. Außergerichtliche Kosten sind nicht zu erstatten.

 

Gründe:

 

1. Nach Abpfiff des Frauen-Bayernligaspiels FV Y gegen SpVgg Z am 21.04.2012 begab sich der amtierende SR zu seinen Begleitern in die Nähe einer Bank am Rande des Spielfelds. Auf einem in einigen Metern vorbeiführenden Weg liefen Zuschauer des Heimvereins, blieben auf Höhe des SR stehen und gingen den SR zunächst verbal an. Der Pulk der schimpfenden Zuschauer vermehrte sich innerhalb kurzer Zeit auf ca. 10-15 Personen und der SR wurde mit Worten wie unter anderem "Betrüger", "Bescheißer", "Drecksau" betitelt und geäußert "hoffentlich fahre er gegen einen Baum". Der Berufungsführer X. X., Vater des SR, versuchte die aufgebrachten Zuschauer zur Vernunft zu bewegen und hielt sie an weiter zu gehen und den SR in Ruhe zu lassen, aber erfolglos. Teile der Zuschauergruppe verließen den Weg und näherten sich dem SR immer mehr. Der Berufungsführer N. N., der sich am Rande dieser Gruppe befand, ging auf den SR zu und schlug ihn mit der rechten Hand in die linke Seite, worauf dieser zu Boden ging. Der Vater des SR schubste unmittelbar daraufhin den Berufungsführer N. N. mit beiden flachen Händen zurück, so dass dieser rückwärts hinfiel.

Das Sportgericht verurteilte am 12.06.2012 nach mündlicher Verhandlung Herrn N. N. zu einer Geldstrafe von 300 € sowie Herrn X. X. zu einer Geldstrafe von 150 €. Jeweils mit anwaltlichen Schreiben vom 25.06.2012 vorab per Telefax legten beide Betroffenen Berufung gegen das jeweilige Urteil beim Sportgericht ein. Herr N. N. begründete diese damit, dass erstinstanzlich die Zeugenaussagen falsch gewertet wurden und widersprüchliche Zeugenaussagen unbeachtet blieben. Er rügte ferner formale Fehler, wie die Besetzung des Gerichts, die Strafgewalt gegenüber einem einfachen Mitglied und die angewendete Strafvorschrift. Herr X. X. berief sich in seiner Berufung auf Nothilfe, die im Falle des Angriffs auf den eigenen Sohn geboten und angemessen war.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegten Berufungen sind zulässig.

3. Die Berufung des N. N. ist jedoch unbegründet, dagegen die Berufung des X. X. begründet.

Das VSG zog die staatsanwaltliche Ermittlungsakte des Verfahrens gegen Herrn N. N. bei und verband die beiden Berufungen aufgrund des Sachzusammenhangs.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der beiden mündlichen Verhandlungen vom 31.08.2012 sowie 12.10.2012 vor dem VSG in München, bei welchen insgesamt alle elf angebotenen Zeugen vernommen wurden. Die Zeugen A. und B. X schilderten ohne jeglichen Belastungseifer die Situation nach dem Spiel in nachvollziehbarer und glaubwürdiger Art und Weise. Hiernach wurde der SR von den Zuschauern des FV Y mit gravierenden Beleidigungen belegt. Diese Schilderung waren auch in Übereinstimmung zu den Angaben der Zeugen C und D, welche die angeheizte Stimmung und das Hochschaukeln der Situation wahrnahmen und die Beleidigungen gegenüber dem SR klar bestätigten. Auch die Zeugen E und F gaben Beleidigungen der Gruppe gegenüber dem SR an, wenn auch in beschönigender Weise. Zeugin D konnte zwar den Schlag gegen den SR nicht sehen, aber dessen Zusammensacken und das unmittelbare Eingreifen des Berufungsführers X. X. angeben. Die Zeugen G  und H bestätigte ebenfalls das Niedergehen des SR. Der Zeuge C gab widerspruchsfrei zu den Zeugenaussagen der Xs den deutlich wahrgenommenen leichten Hieb gegen den SR wieder. Der Zeuge A. X. konnte zweifelsfrei den verspürten Schlag dem Berufungsführer N. zuordnen und auch die in unmittelbarer Nähe befindliche Zeugin B. X. bestätigte glaubwürdig, dass Berufungsführer N. ihren Sohn mit der Hand angelangt hat. Die Einlassungen des N. N. waren in sich unschlüssig und nicht glaubhaft. Es konnte durch mehrere Zeugen des FV Y (E, G, I)  widerlegt werden, dass ein Durchkommen auf dem Weg möglich gewesen wäre ohne direkt auf den SR zuzugehen. Auch die Angaben des Zeugen E standen im Widerspruch zur eigenen Einlassung des Herrn N. in Bezug auf Zeit und Örtlichkeit. Die Zeugen H. und J. konnten weder eigene Wahrnehmungen zum Schlag des Herrn N. noch zum Stossen des Herrn X. X. wiedergeben, da sie sich zu weit entfernt vom Tatort befanden. Nach Auffassung des VSG waren die Zeugenaussagen I, F. und K. klar von der Intention geprägt, N. N. zu entlasten. Sie waren weder glaubhaft noch glaubwürdig, da lediglich eine sehr einseitige Schilderung der Geschehnisse erfolgte und der Eindruck beim VSG entstand, dass Teile ihrer Wahrnehmungen absichtlich nicht geschildert wurden. Nach Meinung des VSG ist nicht X. X. mehrere Meter auf Herrn N. zugelaufen, sondern dieser hat den Weg verlassen und ist zu dem um den SR stehenden schimpfenden und beleidigenden Pulk hinzugetreten. Er hat dann unvermittelt dem SR einen nicht besonders erheblich festen Schlag in die linke Seite versetzt und wurde daraufhin von dem unmittelbar handelnden X. X. weggestoßen. N. N. hat sich durch diesen Hieb gegen den SR eines unsportlichen Verhaltens schuldig gemacht, so dass er gemäß § 47 RVO in Strafe zu nehmen war. Bei § 47 RVO handelt es sich entgegen der Berufungsbegründung um einen eigenständigen Auffangtatbestand. Die Berufung verkennt ferner, dass nach § 13  Abs. 5 Satzung Mitglieder von Vereinen innerhalb des BFV verpflichtet sind die Satzungen und Ordnungen des BFV anzuerkennen. Gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 RVO unterliegen nämlich alle Mitglieder, soweit sie zur Zeit der Tat und der Entscheidung durch das Sportgericht dem Verband oder einem seiner Vereine angehören der Rechtssprechung der Sportgerichte. Das vom ordnungsgemäß besetzten Sportgericht (§ 8 Abs. 2 Satz 1 RVO) verhängte Strafmaß von 300 € bewegt sich nach Auffassung des VSG am unteren Rahmen und ist nicht zu beanstanden. Bei der Strafzumessung war zu Gunsten des Herrn N. zu berücksichtigen, dass der Schlag gegen den SR nicht von großer Intensität war. Dagegen ist zu seinen Lasten anzuführen, dass der Angriff unter dem Schutz der zahlenmäßig überlegenen Zuschauergruppe unvermittelt erfolgt ist und der SR hierzu keinerlei berechtigten Anlass gegeben hat. Die Höhe der Strafe ist unter Berücksichtigung aller Umstände daher mindestens tat- und schuldangemessen. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 Satz 1 RVO.

Sämtliche Zeugen, welche das Stossen des X. X. wahrgenommen haben, konnten bestätigen, dass es nicht von großer Intensität war. Das VSG geht daher davon aus, dass keinerlei Verletzungs- sondern lediglich Verteidigungsabsicht vorlag. Vielmehr handelte X. X. nach Meinung des VSG tatsächlich in Nothilfe. Es bestand aufgrund der aufgeheizten Stimmung und dem Gegenüberstehen eines sich immer weiter echauffierenden Pulks von mehr als zehn Personen eine durchaus bedrohliche Lage für die Familie X. In dieser Situation, in welcher der Sohn des Berufungsführers X. tätlich, wenn auch nicht erheblich, angegriffen wurde, durfte eine Nothilfehandlung ausgeführt werden. Bei dem Zurückstoßen des Herrn N. durch X. X. handelt es sich nach Auffassung des VSG um eine unmittelbare und angemessene Hilfehandlung, die sowohl geeignet als auch erforderlich war. X. X. hatte zuvor mehrfach und eindringlich versucht, die Situation zu beruhigen und die Zuschauer zum weitergehen zu bewegen, aber erfolglos. Dies gab er selbst an und es wurde auch von den Zeugen X, D und C bestätigt. Aufgrund des tätlichen Angriffs gegenüber der körperlichen Unversehrtheit seines Sohnes hat sich die Situation jedoch erneut verschärft und eine andere Dimension erreicht, so dass das leichte Zurückstoßen als mildestes Mittel gerechtfertigt und daher das Verfahren gegen ihn einzustellen war.

4.  Bei der Kostenentscheidung nach §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO war zu berücksichtigen, dass aufgrund des Erfolgs der Berufung X. in zweiter Instanz die Kosten aller drei mündlicher Verhandlungen gequotelt werden müssen und der BFV daher mit 1/3 an den Kosten zu beteiligen war. Aufgrund der erst- und zweitinstanzlichen Verurteilung des Herrn N. hält das VSG eine Kostentragung von 2/3 zu seinen Lasten somit für zutreffend. 
 

 

 

Protokoll-Nr.: 49  vom 28.08.2012
Besetzung:  Beierlein
Fall:  110

Berufungen des 1. FC X und des Betroffenen N. N. gegen das Urteil des SG vom 05.06.2012 betreffend das Landesliga-Spiel 1. FC X - Y Nürnberg am 12.05.2012

 


Beschluss:

 

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,00 und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 trägt der 1. FC X  und der Betroffene N. N.  unter Mithaftung seines Vereins 1. FC X zu je ½.

                                                                                                                                  


 

Gründe:

Die am 22.06.2012 eingelegte Berufung gegen das Urteil des SG vom 05.06.2012, Protokoll 41, Fall 495 wurde mit E-Mail vom 28.08.2012 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 3 RVO.

 

 

Protokoll-Nr.: 48 vom 21.08.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:  109

Selbstanzeige KJL N. N., FC X

Urteil:

I. KJL N. N. erhält gemäß § 47 RVO eine Geldstrafe von 100.- Euro.
II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 20,-- Euro trägt KJL N. N. unter Mithaftung des FC X.

 

 

Gründe:


Am 3.7.2012 hat KJL N. N. Selbstanzeige erstattet, weil er in Unkenntnis der Regelungen über das Zusatzspielrecht als Betreuer der U-15 Juniorinnen mehrfach mehr als die zugelassenen zwei Spielerinnen mit Zusatzspielrecht eingesetzt habe. Erst am 1.7.2012 sei er darauf hingewiesen worden, dass auf dem Spielbericht zu viel Spielerinnen mit Zusatzspielrecht vermerkt sind, worauf er seine Mannschaft unverzüglich aus der Wertung des Turniers nehmen ließ.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.b RVO.
Das Verhalten des KJL N. N. erfüllt den Tatbestand der Unsportlichkeit nach § 47 RVO. In seiner Eigenschaft als KJL und als Betreuer einer Juniorinnenmannschaft war er verpflichtet, sich über die Einsatzbestimmungen im Zusammenhang mit dem Zusatzspielrecht zu informieren. Dies hat er schuldhaft unterlassen und sich damit gegenüber den konkurrierenden Mannschaften unsportlich verhalten.
In Anbetracht der Einsicht des Betroffenen in sein Fehlverhalten und der gezeigten Reue ist nach Überzeugung des VSG eine Geldstrafe von 100 Euro tat- und schuldangemessen.

Ein Strafausspruch wegen unzulässigen Spielereinsatzes nach § 77 RVO scheitert an der Fünf-Tages-Frist des § 35 Abs.2 Satz 2 RVO.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 33 Abs. 3 RVO. Die bei der Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem JSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seiner Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Falle erscheint es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen (ständige Rechtsprechung des VSG, Fall 62/2005/2006, Fall 10/2006/2007).
Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 Satz 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 Abs. 2 Satz 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Betroffenen steht.


 

Protokoll Nr.: 48 vom 21.08.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger
Fall:   108

 

Revision des Herrn N. N. (FC X) gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 25.05.2012, Protokoll 29, Fall 228


Urteil:

I. Die Revision des Herrn N. N. gegen das Urteil des BSG vom 24.05.2012 wird zurückgewiesen. 

II. Der Betroffene N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00 unter Mithaftung seines Vereins FC X.


Gründe:

1. Das KSG verurteilte den Vorstand des Betroffenen, Herrn N. N. mit Urteil vom 12.04.2012 gemäß § 47 und 48 RVO zu einer Geldstrafe von € 300, sowie zu einem Platzverbot für sämtliche Spiele des Vereins FC X vom 17.04.12 mit einschließlich 12.06.12. Herr N. N. hatte bei der Begegnung zwischen FC X und SV Y am 27.11.2011 ein Vereinsmitglied des SV Y am Hals gepackt, ohne dass dieser einen Ton zu ihm gesagt hatte. Er bedrohte das Vereinsmitglied mit den Worten: 'Ich schneid dir die Kehle durch!'.

Gegen dieses Urteil legte der Betroffene mit Schreiben vom 19.04.2012 Berufung ein. Die Berufung wurde damit begründet, dass das Sportgericht nur die Zeugen des Anzeigeerstatters vernommen habe, bei der Polizei aber auch seine Zeugen benannt wurden, welche jedoch namentlich nicht angegeben wurden.

Mit Urteil vom 24.05.2012 wies das BSG die Berufung zurück und begründete dies damit, dass dem BSG keine Namen und Anschriften der Zeugen benannt worden waren, es wurde auch keine Begründung dafür angegeben, weshalb die Zeugen entgegen des Wortlauts des § 44 Abs. 4 RVO nicht in der 1. Instanz benannt worden waren, nachdem diese Vorschrift vorsieht, dass eine Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden kann, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können; dem Betroffenen wäre unabhängig von dem jetzt erst gestellten Strafantrag jederzeit möglich und zumutbar gewesen, dem KSG seine Zeugen zu benennen, die ihn entlasten sollen. Das KSG habe dem Berufungsführer mit Schreiben vom 08.12.2012 rechtliches Gehör gewährt, welches der Berufungsführer mit Stellungnahme vom 13.12.2011 auch wahrgenommen habe. Warum der Berufungsführer bei dieser Gelegenheit nicht 'seine' Zeugen benannt habe, die seine Version hätten stützen können, sei nicht nachvollziehbar. Im Übrigen befänden sich in der beigezogenen Strafakte keine Aussagen von Zeugen, die die Version des Betroffenen stützen würden, sehr wohl aber fünf Zeugenaussagen, die den Anzeigeerstatter bestätigten, so dass das BSG an der Richtigkeit des bereits vom KSG festgestellten Sachverhalts keinen Zweifel hatte.

Gegen dieses Urteil legte der Betroffene mit Schreiben vom 04.06.2012 Revision zum VSG ein. Auch in der Revisionsschrift wurden die Zeugen nicht benannt. Sinngemäß wurde ein Verstoß gegen § 29 RVO gerügt.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (zuletzt 23/2010/2011) muss die verletzte Vorschrift nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus. Hier war zumindest nach der Erläuterung durch den anwaltlichen Vertreter des Betroffenen nachvollziehbar, welche Vorschrift betroffen sein soll.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Revision keine Tatsacheninstanz mehr darstellt. Eine eigenständige Überprüfung des Sachverhalts durch das Revisionsgericht findet nicht statt. Die Prüfung beschränkt sich auf die Frage, ob im Verlauf des Verfahrens Rechtsfehler gemacht wurden, die eine Aufhebung des Urteils notwendig machen. Dies ist nicht der Fall. Das BSG hat gemäß § 44 Abs. 4 RVO die Berufung schon deshalb zu Recht zurückgewiesen, weil in der 1. Instanz keine Zeugen benannt worden waren. Nach der Rechtsprechung des VSG dient die Vorschrift der umfassenden Entscheidung in der 1. Instanz, damit im Interesse des geordneten Spielbetriebs eine möglichst unverzügliche Entscheidung der Sportgerichtsfälle erfolgen kann. Die Berücksichtigung des erstmaligen Vorbringens in der 2. Instanz steht nicht im Ermessen des Berufungsgerichts. Ohne ausreichende Entschuldigung darf das verspätete Beweismittel nicht mehr berücksichtigt werden ((VSG 29/2011/2012, 42/2006/2007, 42/2005/2006)

Der Betroffene hat in der Berufungsschrift weder eine Erklärung für die Nichtangabe in der 1. Instanz gegeben, noch zumindest die Zeugen benannt. Das BSG hat die amtliche Ermittlungsakte beigezogen. Dort befinden sich keine Hinweise auf Zeugen, die der Betroffene benannt hätte. Es wird vielmehr im Abschlussvermerk ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Betroffene keine Entlastungszeugen benannt habe. Bei dieser Sachlage wäre das BSG unabhängig von § 44 Abs. 4 RVO nicht verpflichtet gewesen, von selbst Ermittlungen aufzunehmen, in welchem Verfahrensstadium bei welcher Stelle (Polizei, Staatsanwaltschaft oder Amtsgericht) Zeugen benannt wurden, die sich im ersten Abschlussbericht nicht wiederfinden. Zumal es für den Betroffenen ohne weiteres möglich gewesen wäre, diese Zeugen mit Namen und Anschrift zu benennen, damit sie bereits das KSG hätte vernehmen können.

Da somit das Urteil des BSG keinen Rechtsfehler enthält, ist die Revision zurückzuweisen.

 

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Protokoll Nr.:   47 vom 20.08.2012
Besetzung:    Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:     107


Revision SB/DJK X gegen das Urteil des BSG vom 24.07.2012, Protokoll 64, Fall 309

 

Beschluss:


Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,00 und die Hälfte der Revisionsgebühr in Höhe von 75,00 trägt die SB/DJK X.


Gründe:

Die am 29.07.2012 eingelegte Revision gegen das Urteil des BSG vom 24.07.2012, Protokoll 64, Fall 309 wurde mit Schreiben vom 08.08.2012 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 3 RVO.
 


 

Protokoll-Nr.: 46 vom 07.08.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:  106

Revision X SC gegen das Urteil des BSG, Protokoll 40, Fall 176 vom 18.07.2012

Urteil:

 

I. Auf die Revision des X SC werden die Urteile des JSG , Protokoll 23, Fall 600 und 601 vom 26.06.2012 und des BSG, Protokoll 40, Fall 176 vom 18.07.2012 aufgehoben und das Spiel der C 2 Junioren vom 08.06.2012 des X SC gegen den FC Y seinem Ausgang nach gewertet.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Am 17.6.2012 wurde durch den TSV Y angezeigt, dass der X SC beim Verbandsspiel seiner C-2 Junioren gegen die C-Junioren des FC Z mehrere Spieler eingesetzt habe, die infolge eines vorgängigen Einsatzes in den C-1 Junioren nicht spielberechtigt gewesen wären. Mit Urteil vom 26.6.2012 verurteilte das JSG den X SC und den verantwortlichen Betreuer nach § 77 RVO jeweils zu einer Geldstrafe und nahm eine Spielwertung zu Lasten der C-2 Junioren des X SC vor.  Die gegen dieses Urteil gerichtete Berufung des X SC vom 2.7.2012 wurde vom BSG mit Urteil vom 18.7.2012 (Prot.40 Fall 176) zurückgewiesen. Gegen das Urteil des BSG richtet sich die Revision des X SC.

2. Die Revision ist zulässig. Sie wurde frist- und formgerecht nach § 45 RVO durch den vertretungsberechtigten Rechtsanwalt (§ 30 Abs.2 RVO) eingelegt; die nach Ansicht der Revision verletzten Bestimmungen sind genannt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. F RVO. 3. Die Revision ist begründet. Wie sich aus den vorliegenden Unterlagen zweifelsfrei ergibt, haben nach dem Einsatz der benannten Spieler in den C-1 Junioren des X SC am 19.5.2012 und vor deren Einsatz in den C-2 Junioren gegen den FC Z am 8.6.2012 zwei Spiele der C-2 Junioren stattgefunden: am 20.5.2012, also am selben Wochenende, das Spiel gegen den TSV A und als nächstes Spiel am 23.5 2012 die Begegnung gegen die JFG B Land. Ein Verstoß gegen § 19 JO  war deshalb nicht gegeben. Die Prüfung, ob der in der Anzeige behauptete Verstoß gegen § 19 Abs.2 JO begründet ist, gehört nach § 29 Abs.1 RVO zu den Aufgaben des in erster Instanz entscheidenden JSG, unabhängig davon, ob der betroffene Verein von der Möglichkeit einer Stellungnahme Gebrauch macht. Dementsprechend muss auch das Berufungsgericht als Tatsacheninstanz diese Prüfung vornehmen, auch wenn eine Stellungnahme des betroffenen Vereins überhaupt nicht oder verspätet eingeht. Die Anwendung des § 44 Abs.4 RVO ist hier nicht möglich, weil die Frage, ob ausreichend "Zwischenspiele" im Sinne des § 19 Abs.2 JO stattgefunden haben, zu den nach § 29 Abs.1 RVO originär vom Gericht zu prüfenden Voraussetzungen eines Verstoßes gegen § 19 JO gehört, die nicht von Beweisangeboten des betroffenen Vereins abhängig sind. Damit hat das Berufungsgericht gegen § 29 RVO verstoßen, das Urteil des BSG vom 18.7.2012 war aufzuheben. Auf die in der Revision weiter gerügte kurze Fristsetzung kommt es nicht mehr an. Aufzuheben war auch das Urteil des JSG vom 26.6.2012, weil ein Verstoß gegen § 19 JO nicht ersichtlich ist. 4. Kosten: §§32, 33 RVO

 

Protokoll Nr.: 46 vom 07.08.2012
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Preißinger 
Fall:   105


Verfahren gegen N. N., SV X wegen unsportlichen Verhaltens


Urteil:

1. Der Betroffene N. N., SV X wird wegen unsportlichen Verhaltens gemäß §§ 47, 47a, 54 RVO mit einer Geldstrafe von Euro 250,00 belegt.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,00 trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV X.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, nach einer SMS-Nachricht des anderweitig Betroffenen A vom 19.5.2012  gegenüber dem Abteilungsleiter Fußball der SG Y, welche  einen Betrag von Euro 700.- für eine Niederlage der SG im Spiel vom 20.5.2012 angeboten hatte, dieses Angebot am 20.5.2012 gegenüber Spielern wiederholt zu haben.
Der Betroffene soll dabei in der Halbzeitpause des Spiels am 20.5.2012 in die Kabine der SG Y gegangen sein und dabei geäußert haben:" Es gilt immer noch und er habe das Geld dabei".  Die Verantwortlichen der SG hatten  dieses Ansinnen bereits gegenüber Herrn A unverzüglich zurückgewiesen, auch die Spieler kamen der Aufforderung nicht nach.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt. Nach  entsprechendem Beschluss des KSG wurde das Verfahren durch das VSG übernommen.

Der Betroffene hat zwar ein kurzes Gespräch mit Spielern des Gegners von außerhalb der Kabine eingeräumt, die ihm vorgeworfenen Äußerungen jedoch bestritten.

Der Sachverhalt steht jedoch zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der Angaben des Betroffenen, soweit ihnen gefolgt werden konnte sowie der vorliegenden schriftlichen Stellungnahme der Zeugen B, C, D und E, die in der Kabine waren und den Ausspruch wie geschildert vernommen haben. Die Durchführung einer mündlichen Verhandlung wurde nicht beantragt und war auch nicht veranlasst.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ein Unsportlichkeit nach §§ 47a, 47 RVO dar, für die unter anderem auch ein Ausschluss aus dem Verband in Betracht kommt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser nicht Urheber der SMS vom 19.5.2012, die Hintergrund des Angebotes war, aber offensichtlich Kenntnis davon hatte. Das Ansinnen blieb ohne Erfolg und wäre zumindest angesichts des Halbzeitstandes zugunsten von X auch unnötig gewesen. Ein Geständnis konnte nicht positiv gewertet werden.

Zu seinen Lasten waren generalpräventive Gründe der Verhinderung derartiger Spielmanipulationen zu sehen.

Das VSG erachtete daher unter Abwägung aller Umstände die Verhängung einer empfindlichen Geldstrafe von Euro 250.- als tat- und schuldangemessen, aber auch ausreichend. Ein Ausschluss aus dem Verband war vorliegend nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Protokoll Nr.: 46 vom 07.08.2012
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein
Fall:   104

 

Revision des SV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 22.05.2012


Urteil:

 

I. Die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG vom 22.05.2012 wird verworfen. 

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 50,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

Gründe:

1. Mit Urteil vom 25.04.2012 wurde der Trainer N. N. des Vereines SV X gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens beim Kreisklasse-Spiel SV X - SC Y am 01.04.12 mit einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € belegt. Der Verein SV X wurde gemäß § 73 Abs. i.V.m. Abs. 3 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe in Höhe von 125,00 € belegt. Dagegen legte der Verein Berufung zum BSG ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 22.05.2012 zurück. Hiergegen richtet sich die mit Schreiben vom 29.05.2012 beim BSG eigelegte Revision. Diese enthält keine Begründung. 

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die Revision ist unzulässig.
Gemäß § 45 Abs. 2 RVO ist die Revision binnen einer Frist von zwei Wochen nach Veröffentlichung des Urteils oder Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Sie muss die verletzte Vorschrift bezeichnen und darlegen, wodurch die Bestimmung verletzt wurde.  Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des
 
VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus. Da die Vorschrift des § 45 RVO vom Wortlaut her eindeutig ist, bedurfte es keines Hinweises an den Revisionsführer, dass eine Begründung einzureichen ist.

4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Protokoll-Nr.: 46 vom 07.08.2012 
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer  
Fall:  103 


Berufung FC X gegen das Urteil des BSG vom 17.6.2012 (Prot.28 Fall 173)

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60.- Euro sowie die Berufungsgebühr  in Höhe von 100.- Euro trägt der FC X.

Gründe:

1. Laut Meldung des SR hat Trainer N. N., FC X, nach dem Relegationsspiel seiner Mannschaft gegen den SV Y am 25.5.2012 vor der SR-Kabine deutlich hörbar geschrien: " Ich will jetzt zum Schiri! Wenn der rauskommt bringe ich ihn um. Dieser Hosenscheißer steigt in die Landesliga auf!"  In der Stellungnahme vom 14.6.2012 bestritt der FC X den Vorwurf im Wesentlichen damit, dass der SR aufgrund der Umstände eine solche Äußerung gar nicht zuordnen konnte. Mit Urteil vom 17.6.2012 (Prot.28 Fall 173) belegte das BSG den Trainer mit einer Geldstrafe von 200.- Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des FC X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt, das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.
 

3. Die Berufung ist nicht begründet. Die angegriffene Entscheidung ist weder im Straftatbestand noch im Strafmaß zu beanstanden. Glaubhaft hat der SR in seiner Meldung, ergänzt mit Schreiben vom 5.7.2012, vorgetragen, die genannten Äußerungen gehört zu haben und sie auch zweifelsfrei dem Beschuldigten zuordnen zu können. Damit ist der Tatbestand des unsportlichen Verhaltens nach § 47 RVO erfüllt. Die in den Stellungnahmen des FC X und im Berufungsschreiben vom 22.6.2012 vorgebrachten Argumente sind nicht geeignet, die Glaubwürdigkeit der vom SR getätigten Angaben zu erschüttern. Sie enthalten pauschale Mutmaßungen und Anschuldigungen durch den Vorsitzenden des FC X, aber keinen Hinweis, dass er sich selbst vor dem Kabinentrakt befand und unmittelbar die Geschehnisse beobachten konnte. Eine Aussage durch den unmittelbar betroffenen Trainer N. N. wurde nicht beigebracht. Rechtsfehlerfrei hat deshalb das BSG die Meldung des SR seiner Überzeugungsbildung zugrunde gelegt.
Im Strafmaß liegt das angegriffene Urteil an der unteren Grenze. Dies auch dann, wenn zugunsten des Betroffenen davon ausgegangen wird, dass die Äußerungen nicht unmittelbar gegenüber dem SR, sondern vor der Kabine hörbar getätigt wurden.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Abs.1 Nr.8 b, 13 d FO.

 

Protokoll-Nr.: 46 vom 07.08.2012 
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter  
Fall:  102 

Anzeige  des FC X gegen den Vorsitzenden des BSG, Herrn N. N.

Beschluss:

I. Ein Verfahren wird nicht eröffnet.

II. Die Kosten trägt der BFV.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 22.6.2012 hat der FC X "beantragt" den Vorsitzenden des BSG, Herrn N. N., wegen unsportlichen Verhaltens zu bestrafen. Der Antrag war als Anzeige gemäß § 35 RVO auszulegen.
2. Die gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe sind nicht schlüssig. Sie beinhalten fehlende Höflichkeit und - nach Ansicht des Anzeigenden - fehlerhafte Amtsführung. Den Vorwurf sportstrafrechtlich relevanter Unsportlichkeit nach § 47 RVO können sie auch dann nicht tragen,  wenn ihre Wahrheit unterstellt werden könnte. Damit war ein Verfahren nicht zu eröffnen.
3.  Kosten: §§ 32, 33 RVO.

 

Protokoll Nr.:   45 vom 24.07.2012 
Besetzung:      Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:       101


Wiederaufnahmeantrag SB/DJK X hinsichtlich seines Spielers N. N.

 

Urteil:


I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil vom 15.05.12, Protokoll 50, Fall 256) gegen den Spieler N. N. wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer II wird dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N. bis einschließlich 24.07.12 für alle anderen Verbandsspiele (§ 51 Abs. 5 RVO) seines Vereins gesperrt ist.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 € trägt der SB DJK X.
 

Gründe:


Mit Urteil des BSG vom 15.05.12, Protokoll 50, Fall 256 wurde der Spieler N. N. wegen Unsportlichkeit für 3 Verbandsspiele der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins SB / DJK X gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf von 3 Verbandsspielen der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins SB / DJK X. 

Der Spieler N. N. wurde am 05.05.12 mit Roter Karte vom Platz gestellt und durch das BSG mit einer Sperre von 3 Spieltagen belegt. Die Bezirksliga-Mannschaft bestreitet am 27.07.2012 ihr 3. Spiel, in welchem der Spieler N. N. noch aussetzen muss. Die Regionalliga-Mannschaft des Vereins hat aber bereits am 18.07.2012 mit dem Spielbetrieb begonnen, sodass bis zum Ablauf der Sperre der Spieler N. N. 3. Spieltage in der Regionalliga pausieren müsste. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.

Die von SB / DJK X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II. vom 15.05.2012.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO i. V. m. § 11 I. Nr. 11. FO.

 

 

Protokoll Nr.: 44 vom 20.07.2012
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause
Fall:   100 

Verfahren gegen N. N. , FSV X


Urteil:

 I. Trainer N. N. wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe von € 50,00 belegt.

II. Trainer N. N. trägt die Kosten des Verfahrens mit Ausnahme der Anreisekosten des VSG für den Termin am 08.07.2012, diese trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

III. Der Verein des Betroffenen FSV X haftet jeweils für Geldstrafe und Kosten mit.
 

Gründe:


1. Die Betreuerinnen des SC Y zeigten mit Schreiben vom 24.01.2012 gegenüber dem JSG an, dass Trainer N. N. während des Hallenturniers am 07.01.2012 der U17 Juniorinnen Hallenkreismeisterschaft die Umkleidekabine der U 17 Juniorinnenmannschaft des SC Y betrat und durch diese durchlief, obwohl sich darin zwei unbekleidete Spielerinnen sowie eine teilbekleidete Spielerin befunden haben und diese nachdrücklich das Verlassen der Kabine forderten.
 

2. Das VSG hat mit Beschluss vom 20.03.2012 das Verfahren aufgrund des erheblichen Vorwurfs in Zusammenhang mit minderjährigen Spielerinnen an sich gezogen und ist daher gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO für die Entscheidung zuständig.
 
3. Der Sachverhalt steht fest aufgrund der beiden mündlichen Verhandlungen vom 04.05.2012 sowie 08.07.2012 vor dem VSG in Nürnberg. Die drei Zeuginnen des SC Y welche sich in der Umkleidekabine befunden haben, bestätigten das Kerngeschehen in der Kabine klar und widerspruchsfrei. Sie schilderten ohne jeglichen Belastungseifer, dass der Betroffene ohne anzuklopfen die Kabine öffnete und er trotz des Protests der bekleideten Zeugin A die Kabine betrat und diese durchlief. Alle drei Zeuginnen gaben übereinstimmend an, dass Taschen und Jacken in der Kabine hingen und die unbekleideten Zeuginnen B und C sich im hinteren Teil der Kabine befanden. Das VSG geht zugunsten des Betroffenen daher davon aus, dass dieser beim Betreten der Kabine nicht damit rechnete, dass auch unbekleidete Spielerinnen sich darin befanden.
Der Betroffene hingegen gab zunächst an, dass die Kabine ausschließlich seiner Mannschaft zugeteilt war und keine andere Mannschaft sich darin befand, was sowohl seine eigenen Zeuginnen D, E, F und G als auch der schriftlich befragte Ausrichter ASV Z klar widerlegten. Der Betroffene schilderte ferner, dass er nach dem Umziehen seiner Mannschaft von einer Spielerin in die Kabine zur Besprechung geholt wurde und diese dann dort abhielt. Hingegen gaben die Zeuginnen D, E und F an, dass die Besprechung auf dem Gang stattfand, da nach Angabe der Zeugin F sich noch eine Mädchenmannschaft in der Kabine befand. Die Einlassung des Betroffenen war mithin widersprüchlich und insgesamt nicht glaubwürdig. Sämtliche Zeugen des FSV X konnten nicht ausschließen, dass sich der Betroffene für wenige Augenblicke nicht in ihrem Sichtfeld befand, demnach konnten sie auch die stimmig von den Zeuginnen des SC Y geschilderte Situation in der Kabine nicht entkräften.
 
4. Der Betroffene hat gegen § 47 RVO verstoßen. Das Betreten und Gehen durch die Umkleidekabine, in welcher sich zwei unbekleidete Spielerinnen und eine teilbekleidete minderjährige Spielerin befunden haben, stellt ohne Zweifel ein unsportliches Verhalten dar.

Bei der Strafzumessung war zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er nach Dafürhalten des VSG beim Betreten der Kabine zunächst nicht die unbekleideten Spielerinnen sehen konnte und er die Kabine rasch durchlief. Ferner wurde bewertet, dass diese Kabine auch seiner Damenmannschaft zugeteilt war und er zu seiner Mannschaft in den Gang durch die Kabine abkürzen wollte. Zu Lasten des Betroffenen musste angenommen werden, dass er als Trainer Vorbildcharakter besitzt und sich dementsprechend tadellos insbesondere gegenüber Minderjährigen zu benehmen hat. Unter Abwägung dieser Strafzumessungsgründe erscheint daher die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von € 50 als ausreichend und angemessen.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf § 33 Abs. 1 RVO. Die bei der Verhandlung vor dem VSG am 08.07.2012 angefallenen Anreisekosten trägt der BFV, da dem Betroffenen aufgrund der Ladung zum Termin am 04.05.2012 nicht ausreichend klar wurde, dass er zu diesem Termin seine Zeugen mitbringen kann.

Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 Satz 1 RVO.


 


Protokoll Nr.: 42 vom 03.07.2012
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Schreckenbauer
Fall:   98

Anzeige der Schiedsrichter-Vereinigung München gegen den SR N.N

Urteil:


I. SR N.N, TSV X, wird bis einschließlich 30.4.2013 als Schiedsrichter gesperrt.

II. SR N.N wird mit einer Geldstrafe von 200,-- Euro belegt, unter Mithaftung seines Vereins TSV X.


III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60.- Euro trägt SR N.N unter Mithaftung seines Vereins TSV X.



Gründe:


1. Mit Schreiben der SR-Vereinigung München vom 24.4.2012 wird dem Betroffenen vorgeworfen, unter Missbrauch seines Schiedsrichterausweises für das Spiel FC Bayern München gegen FSV Mainz 05 am 14.4.2012 eine zweite Eintrittskarte erschlichen zu haben. Nach Eröffnung des Verfahrens vor dem VSG hat der Betroffene in seiner Stellungnahme zugestanden, seinen Schiedsrichterausweis einem "Kumpel" zur Verfügung gestellt zu haben.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.3 RVO, weil dem Verfahren wegen des Tatvorwurfes besondere Bedeutung zukommt.

3. SR N.N war gemäß § 47  RVO i.V.m. § 48 Abs.1 Lit. b, j RVO mit einer Sperre als Schiedsrichter bis einschließlich 30.4.2013 sowie mit einer Geldstrafe von 200.- Euro zu belegen. Sein Verhalten ist als grob unsportlich nach § 47 RVO zu werten. Dies gilt auch dann, wenn er, wie in der Stellungnahme wenig glaubwürdig vorgetragen, nicht wusste, dass der Andere sich auf diesem Weg eine Karte erschleichen werde. Mit der Weitergabe des Schiedsrichterausweises hat er zumindest billigend in Kauf genommen, dass ein Nichtberechtigter sich unter Täuschung der Vergabestelle betrügerisch eine Eintrittskarte für das Bundesligaspiel verschaffte. Grob unsportlich ist dieses Verhalten insbesondere deswegen, weil es die Gemeinschaft der Schiedsrichter schädigt, auf deren Mitglieder die Möglichkeit, privilegierten Eintritt zu den Spielen des FC Bayern München zu bekommen, beschränkt sein soll. Des Weiteren ist dieses Verhalten auch grob unsportlich gegenüber dem FC Bayern München, der diese Vergünstigung gezielt nur den Schiedsrichtern gewährt.

Vom Ausschluss aus dem Bayerischen-Fußball-Verband, der nach dem Tatvorwurf in Betracht kam, kann nach Wertung der Gesamtumstände abgesehen werden. Zwar ist davon auszugehen, dass die Gemeinschaft der Schiedsrichter faktisch geschädigt wurde, weil das Spiel ausverkauft war. Zu Gunsten des Betroffenen ist jedoch zu werten, dass - anders als in vom VSG bereits entschiedenen Fällen -  eine konkrete Gewinnerzielungsabsicht durch Verkauf der Karte nach Überzeugung des VSG  nicht gegeben war. Auch war SR N.N bezüglich der Weitergabe seines SR-Ausweises sofort geständig.
Bei der Geldstrafe von 200.- Euro ist berücksichtigt, dass der Betroffene noch nicht im Berufsleben steht. Sie liegt deshalb, gemessen am Tatvorwurf, im untersten Bereich.

4. Die Kosten des Verfahrens ergeben sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Ziffer 13 d RVO.
 

 

Protokoll Nr.: 42 vom 03.07.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer 
Fall:   97

Berufung SV X gegen das Urteil des BSG , Protokoll 54, Fall 281 vom 29.05.2012

Urteil:


I. Die Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 29.5.2012 (Prot.54 Fall 281) wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60.- Euro sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 100.- Euro trägt der SV X.

Gründe:


1. Laut Meldung des SR hat der Spieler N.N, SV X, nach Ende des Spiels SV Y gegen SV X am 19.5.2012 dem SR und seinen Assistenten vorgeworfen, sie seien vom Gegner bestochen worden. Das BSG verurteilte den Spieler zu einer Sperre von zwei Spielen und zu einer Geldstrafe von 75.- Euro (Urteil vom 29.5.2012Prot.54 Fall 281). Gegen diese Urteil richtet sich die Berufung des SV X 1947 vom 8.6.2012.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach §44 Abs.3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Entgegen der Ansicht des Berufungsführers ist die vom Erstgericht ausgesprochene Strafe auch dann voll gerechtfertigt, wenn der Vorwurf der Bestechlichkeit nicht unmittelbar gegenüber den Schiedsrichtern, sondern gegenüber dritten Personen vernehmbar geäußert und vom SR-Assistenten, wie in der Berufungsschrift vorgetragen, nur "aufgeschnappt" wurde. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei der angegriffenen Entscheidung dieser Sachverhalt zugrunde gelegt worden ist: ein Bestechungsvorwurf unmittelbar gegenüber dem SR hätte eine deutlich höhere Strafe ausgelöst. Das VSG sieht keinen Anlass, am Wahrheitsgehalt der Meldung des SR zu zweifeln. Die in der Berufungsschrift enthaltenen Angaben sind nicht geeignet, solche Zweifel zu wecken; insbesondere ist nicht erheblich, wie lange sich der Spieler auf dem Platz befand: die rote Karte kann dann nicht mehr gegeben werden, wenn der SR den Platz verlassen hat. Die in der Berufungsschrift genannten Zeugen können gemäß § 44 Abs.4 RVO nicht mehr berücksichtigt werden, weil sie in der 1.Instanz nicht angeboten wurden.

Die Berufung war deshalb als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Verfahrens ergeben sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Nr. 8 b, 13 d FO.

 

 

Protokoll Nr.: 42 vom 03.07.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger 
Fall:   95

Verfahren gegen N.N, 1. Vorstand des SV X wegen unsportlichen Verhaltens

Urteil:


I. Dem Betroffenen N.N  SV X wird wegen unsportlichen Verhaltens gemäß §§ 47, 47a, 54 RVO bis 30.6.2013 untersagt, eine Verbands- oder Vereinsfunktion auszuüben. Daneben wird der Betroffene mit einer Geldstrafe von Euro 700.- belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,-- trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV X.

Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last, in einer SMS-Nachricht vom 19.5.2012  gegenüber dem Abteilungsleiter Fußball der SG Y einen Betrag von Euro 700.- für eine Niederlage der SG Y im Spiel vom 20.5.2012 angeboten zu haben. Die Verantwortlichen der SG Y haben  dieses Ansinnen unverzüglich zurückgewiesen.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt. Nach  entsprechendem Beschluss des KSG wurde das Verfahren durch das VSG übernommen.

Der Betroffene hat den Sachverhalt im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme vollumfänglich eingeräumt und sich für sein Verhalten entschuldigt. Er stellt sein Fehlverhalten als Kurzschlussreaktion in leicht alkoholisiertem Zustand nach dem Finale der Champions-League dar.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ein Unsportlichkeit nach §§ 47a, 47 RVO dar, für die auch ein Ausschluss aus dem Verband in Betracht kommt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe war deutlich zugunsten des Betroffenen zu werten, dass dieser den Sachverhalt sofort und ohne Umschweife eingeräumt, sich entschuldigt und Reue gezeigt hat. Mittlerweile ist er aus dem Vorstand des SV X ausgeschieden. Ohne ein entsprechendes Geständnis wäre durchaus der Ausschluss aus dem Verband in Betracht gekommen.

Zu seinen Lasten waren generalpräventive Gründe der Verhinderung derartiger Spielmanipulationen sowie die Vorbildfunktion des Betroffenen als 1.Vorstand des Vereins, der der Betroffene nicht gerecht wurde, zu sehen.

Das VSG erachtete daher unter Abwägung aller Umstände eine zeitlich bis zum 30.6.2013 befristete Aberkennung einer Verbands- oder Vereinsfunktion gemäß § 54 RVO verbunden mit einer empfindlichen Geldstrafe von Euro 700.- als tat- und schuldangemessen, aber auch ausreichend.

 

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 


Protokoll Nr.: 41 vom 25.06.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:   94

Anzeige der Schiedsrichter-Vereinigung München gegen Schiedsrichter N.N
Vorfall vom 06.05.2012

Urteil:

I. SR N.N, SV X, wird bis einschließlich 30.09.2012 als Schiedsrichter gesperrt.
II. SR N.N wird mit einer Geldstrafe von 200,-- Euro belegt, unter Mithaftung seines Vereins SV X.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,-- Euro trägt SR N.N unter Mithaftung seines Vereins SV X.

Gründe:

1. Mit Schreiben der SR-Vereinigung München vom 7.5.2012 wird dem Betroffenen vorgeworfen, unter Missbrauch seines SR-Ausweises versucht zu haben, eine zweite Karte für das Spiel 1860 München gegen Alemania Aachen am 6.5.2012 zu erhalten. Mit Beschluss vom 22.5.2012 hat das VSG ein Verfahren gegen SR N.N eingeleitet (Prot. 36 Fall 80) und den Betroffenen in Kenntnis gesetzt.
 
2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 3 RVO, weil dem Verfahren wegen des Tatvorwurfes besondere Bedeutung zukommt.

3. SR N.N war gemäß § 47 RVO i.V.m. §§ 48 Abs. 1 Lit.b,j RVO mit einer Sperre als
Schiedsrichter bis zum 30.9.2012 sowie mit einer Geldstrafe von 200,-- Euro zu belegen. Sein Verhalten ist als grob unsportlich nach § 47 RVO zu werten. Wie in der Stellungnahme vom 29.5.2012 zugestanden, hat SR N.N durch zweimaliges Anstellen an der Vergabestelle versucht, eine zweite Karte zur Weitergabe an seinen "Kumpel" zu erlangen, damit sie sich das Spiel im selben Block ansehen konnten.

Grob unsportlich ist dieses Verhalten insbesondere deswegen, weil es die Gemeinschaft der Schiedsrichter schädigt, auf deren Mitglieder die Möglichkeit, privilegierten Eintritt in Bundesligaspielen zu bekommen, beschränkt sein soll. Darüber hinaus ist dieses Verhalten auch unsportlich gegenüber den Vereinen, die diese Vergünstigungen gezielt nur den Schiedsrichtern gewähren.

Zugunsten des Betroffenen ist zu werten, dass er sofort geständig war und Einsicht in sein Fehlverhalten zeigte. Zu berücksichtigen ist auch, dass er, anders als in vom VSG bereits entschiedenen Fällen, mit seinem Verhalten keinerlei Gewinnabsichten verfolgte; seine entsprechende Angabe in der Stellungnahme ist zur Überzeugung des VSG glaubhaft. Eine konkrete Schädigung der Schiedsrichtergemeinschaft oder des TSV 1860 München war schon deshalb nicht zu erwarten, weil das Spiel bei weitem nicht ausverkauft war. Im übrigen ist es dank der Aufmerksamkeit des Kartenvergebers beim Versuch geblieben.

Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände ist eine zeitliche Sperre als Schiedsrichter bis zum 30.9.2012 und eine Geldstrafe von 200,-- Euro tat- und schuldangemessen.

4.  Die Kosten des Verfahrens ergeben sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Ziffer 13 d FO.


 

Protokoll Nr.: 41 vom 25.06.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:    93

  
Verfahren gegen Gruppen-Lehrwart N.N

Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen den Gruppen-Lehrwart N.N wird eingestellt.
II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV, außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


 
1. Dem Betroffenen lag zur Last, auf Facebook einen Eintrag unter dem Titel "Adolf is back" und einen Kommentar zu einer Moderatorin aus dem Radio veröffentlicht zu haben.
 
Der Anzeigeerstatter N.N erstattete mit Schreiben vom 09.05.2012 Anzeige beim Sportgericht.
 
2. Das VSG ist gemäß § 20 I b RVO für die Entscheidung  zuständig.
 
3. Das Verfahren gegen den Betroffenen war aus Rechtsgründen einzustellen.
 
Bei dem Eintrag "Adolf is back" handelt es sich um eine Kommentierung von Vorgängen in einer SR-Gruppe unter Verwendung eines Spitznamens ohne rechtsradikalen Bezug. Dieser Eintrag ist jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, sondern war nur für eine begrenzte Anzahl direkter Adressaten einsehbar. Er wurde dem Anzeigeerstatter von einer dieser Personen zugespielt. Diese Kommentierung von Vorgängen innerhalb der SR-

Gruppe, die innerhalb des eng abgegrenzten Empfängerkreises einer
persönlich bekannten, überschaubaren Facebook-Gruppe abgesetzt wurde, stellt kein unsportliches Verhalten dar, sondern wird von der Meinungsfreiheit noch umfasst. Auch die Verwendung des Namens "Adolf" sollte nach den unwiderlegten Angaben des Betroffenen nicht eine Beleidigung der so titulierten Person darstellen, sondern es handelt sich um die Verwendung eines Spitznamens, der auch von anderen Personen benutzt wird.

Die Kommentierung einer Radiosendung fällt in den Privatbereich des Betroffenen und hat mit dessen Betätigung beim BFV keinen Zusammenhang.


4. Kosten: §§ 32, 33 RVO. 

 


Protokoll Nr.: 40 vom 19.06.2012
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:   92

 

Revision des gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 22.05.2012, Protokoll 52, Fall 272


Urteil:

I. Auf die Revision des TSV X  gegen das Urteil des BSG wird das Urteil teilweise aufgehoben.
II. Das A-Klassen-Spiel Verein A gegen Verein B wird gemäß § 40 Abs.  1, 4 SpO für Verein A mit 0:0 als verloren und für Verein B mit 2:0 als gewonnen gewertet wird.
III. Der Verein A wird mit einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 belegt.
IV. Im Übrigen wird das Urteil des KSG aufgehoben und das Verfahren eingestellt.
V. Die Kosten der 1. Instanz und der Revision trägt der Verein A. Die Kosten der Berufung tragen der Verein A und der BFV jeweils zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Beim Spiel der A-Klasse Verein A - Verein B am 29.04.12 setzte der Verein A den Spieler N.N. ein. Der Spielerpass dieses Spielers war auf der Rückseite wie folgt ausgefüllt: Rubrik Erklärung des Vereins zum Vereinswechsel: "Zustimmung ja" angekreuzt und mit zwei handschriftlichen Daten 25.10.04 und 25.9.04 unterzeichnet sowie mit Vereinsstempel "Verein A Jugendabteilung" versehen. Rubrik Letztes Spiel am: Handschriftlich eingetragen 25.9.04. Mit diesem Datum auch unterschrieben. Der amtierende Schiedsrichter stellte diese Mängel am Spielerpass N.N fest und machte eine entsprechende Meldung.
 
Das KSG nahm eine Spielwertung zugunsten der Verein B  vor, verurteilte die Verein A zu einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 und den Verantwortlichen der Verein A zu einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00. Dagegen richtete sich die Berufung der Verein A, die dazu führte, dass das BSG das Ersturteil aufhob und das Spiel nach Ausgang wertete. Die Geldstrafe gegen den Verantwortlichen wurden aufgehoben und das Verfahren insoweit eingestellt. Gegen die Verein A wurde eine Geldstrafe gemäß § 79 in Höhe von € 30,00 ausgesprochen. Gegen das am 22.05.2012 ergangene Urteil legte der TSV X am 31.05.2012 Revision ein. Diese wurde mit einem Verstoß gegen § 77 Abs. 1 RVO begründet. Der Revisionsführer beruft sich darauf, dass bei einer Spielwertung seine II. Mannschaft statt der Verein A aufgestiegen wäre.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Dem Revisionsführer steht aufgrund der Tabellensituation in der A-Klasse München 3 die Aufstiegsmöglichkeit des Zweitplatzierten zu, wenn es zu einer Spielwertung kommt. Damit hat er ein berechtigtes Interesse an der Entscheidung im Sinne des §§ 45 Abs. 3, 44 Abs. 2 RVO. Allerdings kann der Revisionsführer nur insoweit Revision einlegen, als er selbst betroffen ist. Die Revision bezieht sich daher ausschließlich auf die Spielwertung. Hinsichtlich der Bestrafung des Vereins und der Verantwortlichen hat es mit dem Urteil des BSG sein Bewenden. Insoweit konnte auch die Geldstrafe nicht zum Nachteil der Verein A abgeändert werden. Das Verfahren gegen den Verantwortlichen blieb mangels Rechtsmittel eingestellt, wie dies vom BSG entschieden wurde.

3. Die Revision ist im zulässigen Umfang auch begründet.

Gemäß § 48 SpO muss sich ein Spieler von seinem Verein abmelden, wenn er zu einem anderen Verein wechseln will. Der Tag der Abmeldung ist dabei entscheidend für die Berechnung der Wartefrist. Das VSG hat sich bereits mehrfach mit den Voraussetzungen und Folgen der Abmeldung befasst (siehe Urteile Fall 53 99/00, Fall 98 07/08, Fall 105 07/08, Fall 51 10/11). Dabei wurden folgende Grundsätze herausgearbeitet, die auch im vorliegenden Fall Anwendung finden:

Abmeldung bedeutet die endgültige und abschließende Aufgabe des Spielrechts für den abgebenden Verein. Der Tag der Abmeldung kann von den Beteiligten nicht einvernehmlich rückwirkend festgelegt werden. Die Eintragung auf dem Spielerpass hat daher keinen abschließenden Charakter. Vielmehr muss das Sportgericht bei Zweifeln aufklären, ob der eingetragene Tag der Abmeldung auch der tatsächlichen Abmeldung entspricht. Wenn der Spieler für den abgebenden Verein nach dem Tag der behaupteten Abmeldung nochmals spielt, ist ein wichtiges Indiz dafür gegeben, dass die angebliche Abmeldung nicht ernstlich und endgültig gemeint war. Gelangt das Sportgericht allerdings zu dem Ergebnis, dass die Abmeldung tatsächlich am angegebenen Tag erfolgt ist und vom Spieler ernstlich und abschließend gemeint war sowie vom Erklärungsempfänger des abgebenden Vereins auch so verstanden wurde, ist das Spielrecht erloschen. Weitere Spiele für den abgebenden Verein können dann die Abmeldung nicht mehr rückwirkend beseitigen. Vielmehr spielt der Spieler nunmehr unzulässig für den abgebenden Verein. Das auf Grundlage des vorherigen Abmeldedatums erteilte neue Spielrecht wird davon jedoch nicht berührt.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ergibt sich folgendes:

Der vom Verein vorgelegte Spielerpass enthält unterschriebene und mit dem Vereinsstempel versehene Erklärungen, die zum Erlöschen des Spielrechts für den Verein A führten, § 48 Abs. 6, Zeile 1 SpO. Nach dem Erlöschen des Spielrechts durfte der Spieler für den Verein A nicht mehr eingesetzt werden. Wenn sich der Spieler nach dem Erlöschen seines Spielrechts mit dem Verein auf einen Verbleib geeinigt hatte, hätte der Verein A einen neuen Spielerpass beantragen müssen.

Die Feststellungen des BSG tragen eine gegenteilige Entscheidung nicht. Das BSG stellte nur darauf ab, dass der Spieler später wieder eingesetzt wurde und ging daher davon aus, dass die Abmeldung nicht ernstlich gemeint war. Dieser Sachverhalt wurde aber hier weder von dem Verein A vorgetragen, noch vom BSG so festgestellt. Grundsätzlich haben Eintragungen auf einer Urkunde die Vermutung der Richtigkeit. Es muss daher ein Sachverhalt vorgetragen oder ermittelt werden, der die Richtigkeit dieser Eintragungen erschüttert. Es wurde aber nicht dargelegt, dass sich der Spieler nicht abgemeldet hätte. Vorgetragen wurde lediglich, dass er für keinen anderen Verein gespielt habe. Hierauf kommt es aber nicht an, weil das Spielrecht mit der Abmeldung erloschen war, unabhängig davon, ob der Spieler sich einem anderen Verein anschloss oder nicht. Ohne weitere Erläuterung reicht auch der Ansatz des BSG nicht aus, durch das spätere Spielen sei der Mangel der Ernsthaftigkeit der Erklärung nachgewiesen. Das spätere Spielen kann nämlich auch die Folge eines nachträglichen Sinneswandels sein. Notwendig ist aber die Erkenntnis, dass die schriftlich dokumentierte Abmeldung tatsächlich überhaupt nicht stattgefunden hatte oder zum Zeitpunkt der Dokumentation nicht ernstlich gemeint war.

Damit wurde der Spieler N.N unzulässig eingesetzt, weil sein Spielrecht durch die Abmeldung erloschen war. Als Folge davon ist eine Spielwertung gemäß § 40 Abs. 1, 4 vorzunehmen. Die Spielwertung ist nach ständiger Rechtsprechung des VSG vom Verschulden unabhängig. Auf eine Falschauskunft kann sich der Verein A nicht berufen. Der Hinweis der Passabteilung ist nicht eindeutig. Es wird vielmehr auf eine problematische Situation verwiesen. Dies reicht nicht aus, um einen Ausnahmefall zu begründen, der eine eindeutige Auskunft eines hierzu kompetenten Verbandsfunktionärs verlangt.

Aufgrund der insoweit eingetretenen Rechtskraft konnte die Höhe der Geldstrafe, die unterhalb der in § 77 Abs. 1 RVO vorgesehenen Mindeststrafe liegt, nicht abgeändert werden. Aus den gleichen Gründen konnte das Verfahren gegen den Verantwortlichen nicht erneut aufgenommen werden


4.  Der Verein A trägt die Kosten der 1. Instanz und des Revisionsverfahrens, weil er in diesen Instanzen unterlegen ist. Die Kosten der Berufung waren zu teilen, weil die Berufung hinsichtlich der Bestrafungen teilweise erfolgreich war. §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO.

 

Protokoll Nr.: 39  vom 05.06.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   91

Verfahren gegen SR N. N., Verein X wegen unsportlichen Verhaltens


Beschluss:

Es wird ein Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N., Verein X, vor dem Verbands-Sportgericht wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens eröffnet. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.

Protokoll Nr.:  39 vom 05.06.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:     90

 


Berufung des Präsidenten gegen das Urteil des BSG, Protokoll 48, Fall-Nr.: 246 vom 08.05.2012 bezüglich des Verfahrens gegen Herrn N. N., SV X


Urteil:


I. Auf die Berufung des Verbandspräsidenten wird das Urteil des BSG vom 08.05.2012 aufgehoben.

II. Betreuer und Spieler N. N., SV X, wird gemäß §§ 69, 65 RVO wegen unsportlichen Verhaltens vom 01.05.2012 bis einschließlich 29.05.2012 gesperrt.

III. Betreuer und Spieler N. N. erhält gemäß §§ 47, 48 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 150,00 € unter Vereinshaftung.

IV. Die Kosten des Verfahrens in erster Instanz trägt Herr N. N. unter Mithaftung des SV X. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Mit Meldung vom 22.4.2012 hat der SR dem Betreuer N. N., SV X, vorgeworfen, er habe den SR-Assistenten mehrfach verbal beleidigt, ihn durch Verstellen der die Coachingzone kennzeichnenden Hütchen in seiner Tätigkeit behindert und auch ein Hütchen in Richtung SR-Assistent geworfen. In der Meldung ist auch angegeben, dass es sich bei N. N. um einen Spieler des SV X  handelt, der an diesem Tag laut Spielbericht nur als Betreuer fungierte. Das

BSG  hat mit Urteil vom 1.5.2012 (Prot.46 Fall 236) den Spieler N. N. vorläufig gesperrt. Mit Urteil vom 8.5.2012 wurde der Betroffene mit einem Verweis belegt (Prot.48 Fall 246); gegen diese Urteil hat der Verbands-Präsident am 8.5.2012 Berufung eingelegt.

2. Die Berufung ist zulässig. Der Verbands-Präsident ist berufungsberechtigt nach § 44 Abs.2 RVO. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist auch begründet. Das angegriffene Ersturteil beruht auf einem Fehler des erstinstanzlichen Gerichtes, das unverzüglich mitteilte, bei der Urteilsformulierung einen falschen Textbaustein verwendet zu haben.  Das Ersturteil war somit aufzuheben. Betreuer und Spieler N. N. war gemäß §§ 69, 65 RVO mit einer Sperre bis 29.5.2012 zu belegen, zusätzlich war gemäß §§ 47, 48 RVO eine Geldstrafe von 150.- Euro auszusprechen. Auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme des SV X vom 3.5.2012 stellt sich das Verhalten des Betroffenen als unsportlich dar, ständige "Kritik" des SRA durch den Betroffenen und "Hütchenspiel" wurden zugestanden. Zugunsten des Betroffenen geht das VSG davon aus, dass ein gezielter  Wurf eines Hütchens gegen den SRA nicht erfolgt ist. Im Übrigen konnte die Stellungnahme des SV X nicht entlasten. Die Unsportlichkeit war mit einer Geldstrafe zu ahnden, nach § 69 RVO war gegen N. N. auch eine Sperrstrafe auszusprechen. Das Strafmaß ist nach Überzeugung des VSG tat- und schuldangemessen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.  


 

 

Protokoll Nr.: 39  vom 05.06.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   89

 

Verfahren gegen N. N, SV X


Beschluss:

Es wird ein Verfahren gegen den Spieler N. N., SV X, vor dem Verbands-Sportgericht wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens eröffnet. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.


 

Protokoll Nr.:  38 vom 01.06.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:   88

 

Revision des TSV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 28.05.2012, Protokoll 30, Fall 229

 

Urteil:

I. Die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 28.05.20012 wird zurückgewiesen. 

II. Der TSV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

Gründe:


1. Beim Verbandsspiel TSV Y gegen TSV X II am 20.05.2012 wurde auf Seiten des TSV X der Spieler N. N. eingesetzt. Auf Anzeige des TSV Y vom 21.05.2012 verurteilte das zuständige KSG den TSV X wegen unzulässigen Spielereinsatzes zu einer Geldstrafe und zu einem Punktabzug von drei Punkten. Überdies wurde eine Spielwertung vorgenommen (Prot. 34 Fall 613). Die vom TSV X am 24.05.2012 gegen den Punktabzug eingelegte Berufung wurde vom BSG mit Urteil vom 28.05.2012 (Prot. 30 Fall 229: auf die Gründe wird verwiesen) als unbegründet zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des TSV X vom 30.05.2012.

2. Die Revision ist zulässig. Sie wurde unter Beachtung des § 44 Abs. 3 RVO eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 Abs. 1 Lit. f RVO.

3. Die Revision ist jedoch nicht begründet. Es ist kein Verstoß gegen Vorschriften der RVO oder der SpO durch das Berufungsgericht ersichtlich.

Als Revisionsinstanz hat das VSG nur zu prüfen, ob das angegriffene Berufungsurteil auf Rechtsfehler beruht. Die Anwendungen des § 77 I RVO ist im gegenständlichen Fall nicht zu beanstanden. Es ist auch nicht rechtsfehlerhaft, dass das Berufungsgericht nicht von einem leichten Fall des unzulässigen Spielereinsatzes ausging. Insbesondere führt ein nur auf Fahrlässigkeit zurückzuführender unzulässiger Spielereinsatz nicht notwendig zur Annahme eines leichten Falls. Das vom Revisionsführer hierfür angeführte Urteil des VSG beruht auf anderen Fakten und ist mit dem gegebenen Fall nicht zu vergleichen.

Der Einwand des Revisionsführers, das Urteil beruhe auf einer Verletzung des rechtlichen Gehörs, geht ins Leere. Es spielt letztlich keine Rolle, ob die Worte "gut, dass du mir das noch gesagt hast" vom Erklärungsempfänger so geäußert wurden oder nicht. Dem Erklärungsempfänger war jedenfalls bewusst, dass er wegen der Spielberechtigung kontaktiert worden war. Er war verpflichtet, bei möglichen Unklarheiten sich durch Nachfragen oder Rückruf abzusichern. Im Übrigen enthält § 44 Abs. 2 Lit. b SpO insoweit eine eindeutige Regelung.

 Die Revision war damit als unbegründet zurückzuweisen.
4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO


 

Protokoll Nr.: 37 vom 30.05.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall:   87

 

Revision des SV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 14.05.2012, Protokoll 49, Fall 248


Urteil:

I. Die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG vom 14.05.20012 wird zurückgewiesen. 

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.


Gründe:

1. Beim Spiel der Kreisklasse München SV Y gegen SV X II am 22.04.2012 setzte der Revisionsführer den Spieler N. N. von Beginn an ein. Der am 19.05.1983 geborene Spieler N. N. hatte am 20.04.2012 beim Spiel der Bayernliga FSV Z gegen SV X I ab der 72. Spielminute mitgewirkt.

Mit Schreiben vom 23.04.2012 legte der SV Y gegen die Spielwertung Einspruch wegen des unzulässigen Einsatzes des Spielers ein, der in eine Anzeige umzudeuten war. Das KSG sprach mit Urteil vom 03.05.2012 gegen den Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall eine Geldstrafe in Höhe von € 140,00 aus. Das Kreisklasse-Spiel wurde gemäß § 40 Abs. 1, 4 SpO für den Revisionsführer mit 0:0 als verloren und für SV Y mit 2:0 als gewonnen gewertet. Gegen den Verantwortlichen N. N. des Revisionsführers wurde gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall eine Geldstrafe in Höhe von € 60,00 ausgesprochen.

Mit Schreiben vom 10.05.20112 legte der Revisionsführers beim BSG Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 14.05.2012 zurück. Hiergegen richtet sich die mit Schreiben vom 21.05.2012 per Fax am 29.05.2012 eingelegte Revision des Revisionsführers. Zur Begründung wird die Verletzung von § 44 SpO genannt. Es wird gerügt, dass der Wortlaut der Bestimmung des § 44 Abs. 4 d) SpO unklar sei, weil nicht genannt sei, ob sich der Einsatz auf das gesamte Spiel oder nur eine der beiden Halbzeiten beziehe. Eine Auslegung unter Heranziehung von § 11 a) DFB-SpO sei unzulässig. Infolge der Unklarheit bestehe ein Verstoß gegen Art. 20 Abs. 3, 103 Abs. 2 Grundgesetz.


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht per Fax eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Wie das VSG bereits im Urteil vom 06.06.2006 (Fall 64/2005/2006) entschieden hat, dürfen Spieler nach einem Einsatz in einem Verbandsspiel der Bayernliga-Mannschaft gemäß § 44 Abs. 4 a) SpO erst nach Ablauf einer Schutzfrist von zwei Tagen in einem Verbandsspiel der zweiten aufstiegsberechtigten Mannschaft eingesetzt werden. Das VSG hält auch nach nochmaliger Überprüfung der Rechtslage und unter Berücksichtigung der Argumente des Revisionsführers an dieser Rechtsprechung fest. Der Wortlaut des § 44 Abs. 4 SpO ist eindeutig. Eine zeitliche Eingrenzung des Einsatzes eines Spielers ist in Abs. 4  a) nicht enthalten. Damit ist unzweideutig, dass jeder Einsatz eines Spielers, unabhängig von dessen zeitlicher Ausdehnung oder dem Zeitpunkt des Einsatzes gemeint ist. Zudem wird die zeitliche Einschränkung des maßgeblichen Einsatzes in § 44 Abs. 1 b) SpO schon vom Wortlaut dieser Bestimmung her ausdrücklich nur auf die Bestimmungen des Abs. 2 a) bis b) bezogen. Dies wird bekräftigt durch Abs. 4 d) der explizit die Regelungen der Abs. 1 und 2 für unbeachtlich erklärt, soweit sie von Abs. 4 abweichen. Die vom Revisionsführer gerügte Unklarheit lässt sich daher aus dem Wortlaut der Bestimmung nicht herleiten. Damit liegt auch kein Verstoß gegen Art. 20 Abs. 3, 103 Abs. 2 GG vor. Die Unklarheit kann nur dann entstehen, wenn der Wortlaut der Vorschriften nicht exakt zur Kenntnis genommen wird und ohne Beachtung der konkreten Regelung aus verwandten Regelungen ein Rückschluss gezogen wird. Für eine solche Auslegung gegen den Wortlaut besteht aber kein Anlass. Die unterschiedliche Regelung für Spitzenvereine ist gerechtfertigt, weil der Einsatz von Spielern dieser hohen Spielklassen in niedrigeren Klassen dem Verein regelmäßig einen spieltechnischen Vorteil bringt. Es erscheint daher aus dem Gedanken der sportlichen Fairness grundsätzlich sinnvoll, wenn Spieler der höchsten Klassen nicht in unmittelbarer zeitlicher Folge sowohl in der höchsten Leistungsklasse, als auch in niedrigeren Spielklassen eingesetzt werden können. Wie eine solche Regelung gestaltet wird, ob der Einsatz an eine Mindestdauer oder einen bestimmten Zeitpunkt gekoppelt wird, ist eine sportpolitische Entscheidung, die nicht durch die Verbandsrechtsprechung mittels einer Auslegung gegen den klaren Wortlaut abgeändert werden kann. Zumal eine solche Auslegung gegen den Wortlaut auch gegen § 11 a) Nr. 1 DFB-SpO verstoßen würde. Zwar ist dem Revisionsführer zuzustimmen, dass diese Regelung für die Vereine keine direkte Wirkung zeigt. Sie ist aber vom VSG zu berücksichtigen, wenn die vom Revisionsführer vorgestellte Auslegung entgegen dem Wortlaut des § 44 Abs. 4 SpO geprüft werden soll.

Die zitierte Rechtsprechung des VSG wurde auch von den Instanzgerichten akzeptiert und befolgt (BSG Oberbayern Fall 269/2011/2012), so dass auch unter diesem Gesichtspunkt kein Anlass für eine Aufgabe der Rechtsprechung besteht.

Die Annahme eines leichteren Falles begegnet ebenfalls keinen Bedenken. Soweit sich der Revisionsführer erstmals in der Revisionsschrift darauf beruft, er hätte eine falsche Auskunft vom Vorsitzenden des Bayernliga-Sportgerichts erhalten, kann dies nicht mehr berücksichtigt werden. Es handelt sich um neuen Sachvortrag, der weder in der 1. Instanz, noch im Berufungsverfahren vorgetragen oder auch nur angedeutet wurde. Die Revisionsinstanz stellt jedoch keine neue Tatsacheninstanz dar. Für die Spielwertung bliebe der Sachvortrag ohnehin unerheblich, weil es sich um keine Bestrafung handelt und ein Fall der Falschauskunft des in dieser Sache zuständigen Verbandsmitarbeiters nicht vorliegt. Beanstandet wird nicht der Einsatz eines Spielers in der Bayernligamannschaft, sondern in der Mannschaft der Kreisklasse. Ob diese Behauptung - ihre Richtigkeit unterstellt - Einfluss auf die Bestrafung gehabt hätte, kann aus vorstehenden Gründen dahingestellt bleiben.


4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   86

Beschwerde des VfL X gegen den Zulassungsbescheid zur Regionalliga vom 26.04.2012

Beschluss:


I. Auf die Beschwerde des VfL X wird der Zulassungsbescheid vom 26.04.2012 in Ziffer I.2. hinsichtlich der Errichtung eines Gästeblocks dahingehend abgeändert, dass die Frist zur Erfüllung der Auflage auf den 16.07.2012 festgesetzt wird.

Begründung:


Aufgrund der Beschwerde des VfL X gegen den Zulassungsbescheid vom 26.04.2012 wird dieser dahingehend abgeändert, dass die Frist zur Errichtung eines Gästeblocks gemäß §§ A 1 und A 2 der Sicherheitsrichtlinie auf den 16.07.2012 festgesetzt wird. Für die übrigen im Zulassungsbescheid genannten Auflagen gilt die Frist bis 01.07.2012.

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   85

 

Beschwerde des SC X gegen den Zulassungsbescheid zur Regionalliga vom 26.04.2012

 

Beschluss:


I. Auf die Beschwerde des SC X wird der Zulassungsbescheid vom 26.04.2012 in Ziffer I.2.1. dahingehend abgeändert, dass in der Saison 2012/2013 auf die Errichtung einer überdachten Sitzplatztribüne mit 100 Sitzplätzen abgesehen wird.


II. Die Kosten trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Begründung:


Mit Schreiben vom 07.05.2012 hat der SC X gegen den Zulassungsbescheid der Zulassungskommission form- und fristgerecht Beschwerde eingelegt. Das Verbands-Sportgericht ist für die Beschwerde sachlich zuständig. Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen sachlichen Einwendungen rechtfertigen eine Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für die Saison 2012/2013.

Nachdem der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde Erfolg hatte, sind die Kosten dem BFV aufzuerlegen.


 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   84

 

Beschwerde des X FV gegen den Zulassungsbescheid zur Regionalliga vom 26.04.2012

 

Beschluss:


I. Auf die Beschwerde des X FV wird der Zulassungsbescheid vom 26.04.2012 in Ziffer I.2. dahingehend abgeändert, dass die Frist zur Erfüllung der Auflagen auf den 16.07.2012 festgesetzt wird.


II. Die Kosten trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Begründung:


Mit Schreiben vom 04.05.2012 hat der X FV e. V. gegen den Zulassungsbescheid der Zulassungskommission form- und fristgerecht Beschwerde eingelegt. Das Verbands-Sportgericht ist für die Beschwerde sachlich zuständig. Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen sachlichen Einwendungen rechtfertigen eine Abänderung der Frist bis zum 16.07.2012.

Nachdem der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde Erfolg hatte, sind die Kosten dem BFV aufzuerlegen.

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   83

Verfahren gegen N. N., SV X


Beschluss:

 

Es wird ein Verfahren gegen N. N., SV X, vor dem Verbands-Sportgericht wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens eröffnet. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.

 

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   82

Berufung SpVgg X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 24.04.2012, Protokoll 36, Fall-Nr.: 419

Beschluss:

Der Beisitzer Helmut Schreckenbauer wird gemäß § 41 Abs. 6 RVO mit der Einvernahme des Fanbeauftragten und des Sicherheitsbeauftragten der SpVgg X und des Leiters des Ordnungsdienstes des VfL Y beauftragt.

 

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   81

Berufung des Präsidenten gegen die Urteile des Sportgerichts vom 10.04.2012, Protokoll 34, Fall-Nr.: 400 und 401

 

Beschluss:


Der BFV trägt die Kosten des Verfahrens. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

Die am 30.04.2012 eingelegte Berufung gegen die Urteile des Sportgerichts vom 10.04.2012, Protokoll 34, Fall-Nr.: 400 und 401 wurde mit Schreiben vom 10.05.2012 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 RVO.

 

Protokoll Nr.: 36  vom 22.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   80

Verfahren gegen SR N. N.
Missbrauch einer SR-Freikarte beim Bundesligaspiel TSV 1860 München gegen Aachen vom 06.05.2012

 

Beschluss:


Es wird ein Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. vor dem Verbands-Sportgericht wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens eröffnet.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.


 

Protokoll Nr.:    36 vom 22.05.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:     79

Verbandsspiel FC X gegen FSV Y vom 22.08.2010
Spieler N. N., FSV Y

Urteil:

 

I. Der Spieler N. N., FSV Y, wird auf die Dauer von zwei Jahren, bis einschließlich 30.09.2012 gesperrt.
II. Die Kosten des Verfahrens trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung des FSV Y.

Gründe:

 

1) Beim Kreisklassenspiel FC X gegen FSV Y am 22.8.2010 kam es nach dem Abpfiff zu einer heftigen Schlägerei zwischen den Spielern beider Mannschaften und Zuschauern, die zu einem Polizeieinsatz führte. Dem Spieler N. N. wurde im Schreiben des FC X vorgeworfen, einen am Boden liegenden Spieler der gegnerischen Mannschaft auf brutale Weise mit den Füßen getreten zu haben. Mit Urteil vom 30.9.2010 hat das KSG den Spieler im Wege der einstweiligen Verfügung vorläufig gesperrt (Prot.10 Fall 222). Nach durchgeführter mündlicher Verhandlung am 7.3.2011 hat das KSG mit Beschluss vom 31.3.2011 unter anderem das Verfahren gegen N. N. an das VSG abgegeben, weil ein Ausschluss aus dem Verband als Strafe in Betracht kam.
2) Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.a RVO.
3) Nach erneuter mündlicher Verhandlung am 14.9.2011 und umfangreicher Beweisaufnahme steht für das VSG fest, dass N. N. mit dem beschuhten Fuß auf den am Boden liegenden Gegenspieler eingetreten hat. Er hat dabei  Verletzungen des Gegenspielers zumindest in Kauf genommen. Damit liegt ein besonders schwerer Fall einer Tätlichkeit nach § 67 Abs.1 RVO vor, der grundsätzlich mit Ausschluss aus dem Verband bestraft werden kann. Zugunsten des Betroffenen geht das VSG aber davon aus, dass N. N. nicht der Haupttäter war und seine Tritte nicht ursächlich für die Verletzung des Opfers gewesen sind (vgl Urteil des VSG vom 18.5.2011 Prot.28 Fall 65). Weiter war zu berücksichtigen, dass N. N., nach vielen Auslandsaufenthalten in den letzten beiden Jahren, sich nunmehr beruflich und privat gefestigt hat. Die von der anwaltschaftlichen Vertretung insoweit gemachten Angaben sind glaubhaft.
Nach Würdigung aller Umstände kann nach Ansicht des VSG gerade noch auf den Ausschluss aus dem Verband verzichtet werden. Eine zeitliche Sperre von zwei Jahren ist tat- und schuldangemessen.
4) Kosten: §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 50 Abs.2 RVO.

 

 

Protokoll Nr.: 36 vom 22.05.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall:  78

 

Berufung der SV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 12.04.2012, Protokoll 23, Fall 184


Urteil:


I. Die Berufung der SV X gegen das Urteil des BSG vom 12.04.2012 wird zurückgewiesen. 

II. Die SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 200,00.


Gründe:


1. Beim A-Senioren-Verbandsspiel TV Y - SV X der Bezirksliga am 31.03.2012 erstattete der SR Meldung dahingehend, dass in der 87. Minute, auf Höhe der Mittellinie, der Spieler N. N. wegen eines angeblichen Foul lautstark reklamierte. Nachdem der SR weiterspielen ließ, nahm N. N. ca. 5 m Anlauf und gab dem gegnerischen Spieler, der sich Ball führend in vollem Lauf befand einen heftigen Bodycheck, ohne die Möglichkeit den Ball zu spielen. Der gegnerische Spieler ging hierdurch zu Boden und musste wegen Atemnot kurz behandelt werden, konnte jedoch weiterspielen. Der SR erteilte N. N. FaD und vermerkte auf dem Spielberichtsbogen, dass eine Abschrift der Meldung an den SV X versandt wurde.
 
Das BSG verurteilte den Spieler N. N. mit Urteil vom 12.04.2012 nach § 65 RVO zu einer Sperre von 3 Verbandsspielen und den Kosten des Verfahrens. Mit Telefax vom 24.04.2012 legte der SV X "Einspruch" gegen das Urteil beim BSG ein und begründete dies damit, dass die Meldung nicht an die Adresse des sportlichen Leiters, sondern an die Adresse des 1. Vorstandes des Vereins versandt wurde, welcher sich derzeit im Urlaub befand und dass deshalb keine Stellungnahme hätte abgegeben werden können. Ferner wurde vorgetragen, dass es zwar ein Foul, jedoch "nie und nimmer" eine rote Karte war.  


2. Das VSG hat den "Einspruch" in eine Berufung umgedeutet. Diese Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.


3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Es ist zutreffend, dass der SR die Meldung nicht an den sportlichen Leiter, sondern an den Vorstand des Vereins gesendet hat. Ob dies ausreichend ist, kann dahinstehen. Nach Meinung des VSG kommt es hierauf im vorliegenden Fall nicht an, da der Spieler N. N. unstrittig mit einer roten Karte des Feldes verwiesen wurde, so dass auf § 39 III RVO zu verweisen ist. Geht in einem solchen Fall innerhalb von 7 Tagen nach dem Spiel keine Stellungnahme des Vereins oder des Spielers beim Sportgericht ein, so ist zu vermuten, dass eine solche nicht abgegeben wird. Nachdem der FaD dem Berufungsführer bereits am 31.03.2012 bekannt war, hätte eine Stellungnahme - auch ohne Erhalt der Meldung des SR - vor dem Urteil des BSG abgegeben werden können, was aber unterblieb.

 Letztendlich kann jedoch auch dies dahingestellt bleiben, da auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme des SV X in der Berufungsinstanz nach Überzeugung des VSG diese zu keinem anderen Ergebnis führt. Der Berufungsführer trägt nämlich nur pauschal vor, dass andere Spieler den FaD als zu hart empfanden und ihrem Unmut Luft machten sowie dass der Gegenspieler es für ein Foul aber keine rote Karte hielt. Eine genauere Darstellung des Sachverhalts unterbleibt jedoch, genauso wie Beweisangebote hierzu.

 Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom BSG ausgesprochenen Sperre vorzunehmen. Vielmehr drängt sich nach Auffassung des VSG unter Berücksichtigung der vom Berufungsführer nicht widerlegten Tatschilderung des SR nicht zwingend eine Bestrafung nach § 65 RVO, sondern unter Umständen nach § 67 RVO auf. Aufgrund der hiernach normierten Mindeststrafe sieht das VSG den Berufungsführer als nicht beschwert an, so dass die Berufung zurückzuweisen war.


3. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.


 

Protokoll Nr.:    34 vom 11.05.2012
Besetzung:   Beierlein, Preißinger, Schreckenbauer
Fall:     76

 


Beschwerde des SR N. N. gegen den Entscheid des Verbands-Schiedsrichterausschusses vom 26.03.2012

Urteil:

I. Auf die Beschwerde des SR N. N. vom 17.04.2012 wird der Verwaltungsentscheid des VSA vom 26.03.2012 aufgehoben.

II. Dem VSA wird aufgegeben unter Berücksichtigung der Rechtsauffassung des VSG über den Einspruch des SR N. N. gegen den Beobachtungsbogen vom 05.11.2011 erneut zu befinden.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Für seine Leistung im Bayernligaspiel FC X gegen FC Y am 5.11.2011 wurde SR N. N. im Beobachtungsbogen mit 7,9 Punkten, also mit "unbefriedigend" bewertet. Zusammenfassend wird im Beobachtungsbogen festgestellt, dass die Leistung von SR N. N. an sich mit "Gut im oberen Bereich" zu bewerten gewesen wäre, sich ein "schwerer Fehler" in der 74.Spielminute aber auf den Gesamteindruck mit der gegebenen Folge ausgewirkt habe. SR N. N. hatte nach einem absichtlichen Handspiel des Heimtorwarts den Vorteil abgepfiffen, obwohl der Ball anschließend von einem Gästespieler Richtung Tor geschoben wurde.
 

Mit Schreiben vom 4.1.2012 hat SR N. N. gegen die Bewertung des Vorganges als "schwerer" Fehler und den sich daraus ergebenden deutlichen Abzug von Punkten im Beobachtungsbogen Beschwerde eingelegt. Mit Verwaltungsentscheid vom 26.3.2012, dem Betroffenen zugestellt am 5.4.2012, hat der zuständige Verbands-Schiedsrichterausschuss (VSA) die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen.
Am 10.4.2012 hat SR N. N. fristgerecht gegen den Entscheid des VSA Beschwerde zum Verbandspräsidium eingelegt, die Begründung wurde nach Fristverlängerung am 17.4.2012 nachgereicht.
Gemäß § 4 Abs.2 RVO hat der Verbandspräsident am 12.4.2012 aus Zeitgründen die unmittelbare Entscheidung des Verbandssportgerichtes beantragt.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 4 Abs.2 RVO i.V.m. § 20 Abs.1 Lit.e RVO.

3. Die Beschwerde gegen den Verwaltungsentscheid des VSA vom 26.3.2012 ist begründet. Die Wertung des Vorganges in der 74.Minute des Bayernligaspiels als "schwerer Fehler" des SR und der daraus abgeleitete hohe Punktabzug mit der Folge des Abfalls der Bewertung von "Gut im oberen Bereich" zu "unbefriedigend" hält der rechtlichen Überprüfung nicht stand.
Das VSG verkennt nicht, dass den SR-Organen und ihren Gliederungen bei der Bewertung von Schiedsrichterleistungen ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht, in dessen Rahmen sie sich selbständig und in eigener Verantwortung bewegen können. Nur ganz ausnahmsweise unterliegen solche Bewertungen der gerichtlichen Kontrolle, nämlich in Fällen der Willkür oder wenn der eingeräumte Ermessensspielraum überschritten wurde. Nach Ansicht des VSG liegt im gegebenen Fall eine solche Überschreitung des Ermessensspielraums vor.
Im Beobachtungsbogen und im angegriffenen Verwaltungsentscheid des VSA wird es als "schwerer Fehler" gewertet, dass SR N. N. nach einem absichtlichen Handspiel des Heimtorwarts außerhalb des Strafraums den Vorteil für die Gastmannschaft nicht laufen ließ , obwohl der Ball von einem Gästespieler in Richtung Tor gespielt wurde und - nach erfolgtem Pfiff des SR - die Torlinie knapp neben dem Pfosten auch überquerte. Der dem SR gemachte Vorwurf, die Vorteilsbestimmung nicht richtig angewendet und der Gastmannschaft einen eindeutigen Vorteil genommen zu haben, kann nach Überzeugung des VSG die Einstufung als "schwerer Fehler" mit dem daraus abgeleiteten gravierenden Punktabzug im vorliegenden Fall nicht tragen. Grundsätzlich liegt es im Ermessen des SR Vorteil gelten zu lassen oder abzupfeifen. Entscheidet er sich innerhalb kurzer Zeit für den Abpfiff, kann das nicht schwer fehlerhaft sein.
 

Das VSG stellt nicht in Abrede, dass das Verhalten von SR N. N. in dieser Situation nicht glücklich gewesen ist, ein Abzug von Punkten in der Bewertung ist vom Ermessensspielraum des Beobachters und der Schiedsrichterorgane durchaus gedeckt. Ermessensfehlerhaft ist aber die Einstufung als "schwerer Fehler" und die darauf zurückgeführte erhebliche Minderung der Gesamtbewertung.
Der Entscheid des VSA war damit aufzuheben und zur erneuten Entscheidung zurückzugeben.
Im Übrigen wird darauf hingewiesen, dass der FAD gegen den Torwart eine notwendige Folge der vorausgegangenen Entscheidung war, dem SR also nicht zusätzlich angelastet werden kann.
Des Weiteren wird angemerkt, dass auch die in den Erläuterungen des VSA vom 2.5.2011 für schwere Fehler aufgelisteten Beispiele mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar sind.

4. Kosten: §§ 32,33 RVO.

 

Protokoll Nr.: 33  vom 08.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   75

Verfahren gegen SR N. N.
Missbrauch einer SR-Freikarte beim Bundesligaspiel FC Bayern gegen FSV Mainz vom 14.04.2012

 

Beschluss:


Es wird ein Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. vor dem Verbands-Sportgericht wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens eröffnet.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.


 

Protokoll Nr.: 33  vom 08.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   74

 

Berufung SG X gegen das Urteil des BSG, Protokoll 21, Fall-Nr. 172 vom 26.03.12
Unsportliches Verhalten von Trainer N. N. vom 18.03.2012

 

Beschluss:


Der Berufungsführer trägt die Berufungsgebühr in Höhe von € 50,00 und die Verfahrensgebühr in Höhe von 30,00 €

Begründung:


Mit Schreiben vom 26.04.2012 hat der Berufungsführer für den Fall, dass die Berufung nicht zugelassen wird, diese zurückgenommen. Eine Zulassung kam gemäß Hinweis des Verbands-Sportgerichts vom 19.04.2012 nicht in Betracht. Aufgrund der Berufungsrücknahme waren die Berufungsgebühr sowie die Verfahrenskosten zu halbieren (§ 33 II RVO).

 

Protokoll Nr.: 33  vom 08.05.2012
Besetzung: Herr Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:   73

 

Verfahren gegen SR N. N.

Beschluss:


Es wird ein Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. vor dem Verbands-Sportgericht eröffnet wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts für das Verfahren gegen den Schiedsrichter N. N. ergibt sich aus § 20 Abs. 3 RVO. Das Verfahren hat besondere Bedeutung bezüglich des Tatvorwurfs.

 


Protokoll  31 vom 18.04.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:  71

 

Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 103

 

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung trägt in Höhe von € 50,00 die Berufungsgebühr in Höhe von € 30,00 der SV X, im Übrigen trägt sie der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Nach dem Finalspiel der Futsal-Meisterschaft des SV X gegen die SV Y am 29.01.2012 kam es lt. Meldung des SR nach dem Spiel bei einem Gespräch des SR mit dem Spieler A dazu, dass dem SR aus dem Zuschauerblock des SV X Bier über den Kopf und sein SR-Trikot geschüttet wurde. Für den amtierenden SR war es eindeutig erkennbar, dass das Bier aus dem Zuschauerbereich des SV X kam.

Mit Urteil vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 103, verurteilte das BSG den SV X gem. § 73 I, III RVO zu einer Geldstrafe von € 400,00 und zu den Kosten des Verfahrens.

2. Gegen dieses Urteil hat der SV X mit Schreiben vom 23.02.2012 Berufung eingelegt und in seiner Begründung mitgeteilt, man hätte sehr wohl eine Stellungnahme abgegeben, jedoch nicht gegenüber dem BSG, sondern vielmehr gegenüber dem KSG und man halte die Urteile für zu hart.


3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 l lit. d RVO. 2.


4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.

Das angegriffene Urteil des BSG ist nicht zu beanstanden, die Bestrafung des Vereins SV X nach § 73 I, III RVO ist zu Recht erfolgt.
Das VSG hat bei seiner Urteilsfindung vollumfassend die Stellungnahme des SV X vom 04.02.2012 berücksichtigt. Der Verein, hier vertreten durch den Vorstand N. N., teilt mit, dass er selbst mittendrin im Geschehen war und von dem Vorgang nichts mitbekommen habe. Sollte der Vorgang tatsächlich so passiert sein, kann er nicht aus dem Xer Fanblock gekommen sein, da dieser Fanblock ganz woanders gestanden habe. Der potentielle Werfer hätte ungefähr 40 m entfernt genau werfen müssen.

Das VSG hat im Rahmen der Beweisaufnahme in der 2. Instanz nochmals hierzu ergänzende Stellungnahmen eingeholt. Der anwesende Schiedsrichter/Zeuge B, der SR-Gruppe xx, bestätigt in seiner Stellungnahme vom 27.03.2012 die Meldung des SR dahingehend, dass der SR von den Zuschauerrängen mit Bier beschüttet wurde. Er bestätigt, dass er sich hierbei um einen Fanblock des SV X gehandelt habe.

Weiterhin hat der SR/Zeuge C, der SR-Gruppe xx, in seinem Schreiben vom 28.03.2012 mitgeteilt, dass die Anhänger des SV X deutlich durch Schals und Trikots ihrer Vereinsfarben identifiziert werden konnten und er bestätigt ebenfalls, dass der ihm persönlich bekannte Vorstand N. N. sich inmitten der beschriebenen Zuschauertribüne befand. Der Zeuge C bestätigt die Einschränkungen, dass aus dem beschriebenen Zuschauerblock Bier in Richtung SR D geschüttet wurde, wobei er jedoch den Umfang nicht exakt bestätigen konnte, bekräftigt jedoch am Ende seiner Aussage, dass er sich absolut sicher sei, dass es sich bei dem Zuschauer aus dem Fanblock des SV X gehandelt habe.

Der ebenfalls zu einer Zeugenaussage angefragte weitere SR E, DJK Z, teilte mit, dass er zu dem Vorfall "Bierschütten" nichts sagen könne, da er dies nicht gesehen habe.

Ebenfalls liegt dem VSG vor, eine Stellungnahme des anwesenden KSL F. Er teilt in seiner Aussage mit, dass er die Bierdusche selbst nicht mit eigenen Augen gesehen habe, andererseits er aber auch selbst einige Spritzer abbekommen hatte, er jedoch auf jeden Fall bestätigen könne, dass das Bier ohne Zweifel aus dem Bereich der Xer Zuschauer kam.
Der SV X hat in der 2. Instanz nochmals eine Stellungnahme mit Schreiben vom 23.03.2012 abgegeben. Darin wiederholt er die Ausführungen der ersten Stellungnahme, wonach der Fanblock mind. 40 m vom Ort des Geschehens entfernt war und deshalb bereits aus dieser Sichtweise das Bier nicht aus dem Block des SV X gekommen sein kann. Nach Wertung der dem VSG vorliegenden Zeugenaussagen sowie der Stellungnahme des SV X bestand für das VSG letztendlich kein Zweifel, dass das Bier aus dem Fanblock des SV X kam.

Ob es letztendlich nur einen einzigen Fanblock oder auch mehrere Fanblocks des SV X in der Halle gab, kann für das VSG letztendlich dahingestellt bleiben, entscheidend ist, dass sowohl der amtierende SR, als auch die benannten Zeugen bis auf den SR E eindeutig bestätigen konnten, dass die Bierdusche aus einem Lager des SV X kam, die Leute auch aufgrund ihrer Trikots und Schals eindeutig dem SV X zuzuordnen waren. Es bestand deshalb für das VSG keinerlei Anlass das Urteil im Hinblick auf die Strafe nach unten abzuändern oder gar dem Antrag des SV X auf Freispruch zu folgen. Auf die ständige Rechtsprechung des VSG zu § 73 RVO (Verantwortung des Vereins für Zuschauer) wird hingewiesen.

Darüber hinaus ist das VSG der Auffassung, dass die vom BSG verhängte Geldstrafe schuld- und tatangemessen ist und somit in keinster Weise zu beanstanden war.

Die Berufung war damit als unbegründet kostenfällig zu verwerfen.


5. Kosten
§§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr.. 8 b, 13 d FO.

 

 

Protokoll  31 vom 18.04.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:  70

 


Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 100

 

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung trägt in Höhe von € 50,00 die Berufungsgebühr in Höhe von € 30,00 der SV X, im Übrigen trägt sie der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Nach dem Finalspiel der Futsal-Meisterschaft des SV X gegen SV Y am 29.01.2012 kam es lt. Meldung des SR zu folgendem Vorfall:

Ein Spieler des FC Z stand im Moment der Ballannahme mit dem Gesicht zu seinem Torhüter, der Spieler N. N. kam von hinten, in vollem Lauf aus ca. 2 m Entfernung mit einer Grätsche an den Fuß/Knöchel des Gegenspielers. Daraufhin erteilte der SR ihm FaD.

Mit Urteil vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 100, verurteilte das BSG den Spieler N. N. gem. § 66 I RVO zu einer Sperre bis einschließlich 19.02.2012.

2. Gegen dieses Urteil hat der SV X mit Schreiben vom 23.02.2012 Berufung eingelegt und in seiner Begründung mitgeteilt, man hätte sehr wohl eine Stellungnahme abgegeben, jedoch nicht gegenüber dem BSG, sondern vielmehr gegenüber dem KSG und man halte die Urteile für zu hart.


3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 l lit. d RVO. 2.


4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.

Das angegriffene Urteil des BSG ist nicht zu beanstanden, die Bestrafung des Spieler N. N. gem. § 66 I RVO ist zu Recht erfolgt. Das VSG hat bei seiner Urteilsfindung die vom SV X abgegebene Stellungnahme vom 04.02.2012 vollumfänglich berücksichtigt.
Hierbei ist der SV X der Auffassung, dass das Vergehen des Spielers ein Foulspiel war, nicht mehr und nicht weniger, hierfür die rote Karte zu zeigen, sei eine "Frechheit".
Weiterhin ist man der Auffassung, dass bei so gleicher Regelanwendung mehrere Spieler des Feldes verwiesen werden müssen.
Zur Überzeugung des VSG steht fest, dass es keinen Grund gab, der Meldung des Schiedsrichters keinen Glauben zu schenken. Die Stellungnahme des SV X beschränkt sich lediglich darauf, mitzuteilen, dass es kein Foulspiel gewesen sei, es setzt sich aber weder ernsthaft, noch detailliert, mit der umfassenden und genauen Meldung des amtierenden SR auseinander.
Darüber hinaus bleibt festzustellen, dass das vom BSG hier verhängte Strafmaß auch nach eigener Prüfung durch das VSG in keinster Weise zu beanstanden ist.

Die Berufung war daher als unbegründet kostenfällig zu verwerfen.


5. Kosten
§§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr.. 8 b, 13 d FO.

 

Protokoll Nr.:  31 vom 18.04.2012
Besetzung:   Beierlein, Frey, Preißinger
Fall:     69

 

Verbandsspiel DJK SV Y gegen FC X vom 04.09.2011


Urteil:

I. Gegen den Verein FC X wird wegen Verletzung der Platzdisziplin gemäß § 73 Abs.3 RVO eine Geldstrafe von Euro 150 verhängt.

II. Die Kostenentscheidung bleibt einem gesonderten Beschluss vorbehalten.


Gründe:

Dem Verein lag zur Last anlässlich des Spiels am 4.9.2011 DJK SV Y gegen den FC X die Platzdisziplin durch Ausschreitungen seiner Spieler bzw. Anhänger verletzt zu haben.
Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus dem Sachzusammenhang mit dem gegen den Spieler A des FC X geführten Verfahren, in welchem dieser aus dem Verband ausgeschlossen wurde (§ 20 Abs.1a RVO). Mit Beschluss des KSG vom 3.11.2011  wurde das Verfahren insoweit abgegeben.

Am 4.9.2011 war es zunächst im Spiel der 2. Mannschaften zu einer Tätlichkeit des Spielers A des FC X gekommen, der betroffenen Spieler aus Y musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden.
In der Folge kam es anlässlich des Spiels der 1.Mannschaften zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen der jeweiligen Fans, wobei die Fans des FC X unterhalb einer Terrasse mit Fans der DJK SV Y standen und im Rahmen der Auseinandersetzung durch den Anhänger des FC X Herr B zunächst ein Schuh geworfen und der Werfer dann mit Limonade und Bier bespritzt wurde.
Als aufgrund dessen der Schuhwerfer Herr B wutentbrannt die Terrasse stürmte und einen Stuhl ergriff, um damit auf die Anhänger der DJK SV Y loszugehen, griff der Ordnungsdienst, bestehend aus drei Personen nicht ein. Herr B konnte glücklicherweise durch den Zeugen C überwältigt werden. Zusammen mit Herrn B liefen zudem mindestens zwei Spieler der ersten Mannschaft des FC X auf die Terrasse. Im Zuge der dort geführten Auseinandersetzung verletzte  der Spieler A den Zeugen D außerdem mit mehreren Faustschlägen.
Das Verhalten der Spieler bzw. Anhänger des FC X stellt eine Verletzung der Platzdisziplin gemäß § 73 Abs.3 RVO dar, wonach auch der Gastverein für das Verhalten von Spielern und Anhängern bei Zwischenfällen jeglicher Art haftet.
Der FC X selbst hat sich in dem Verfahren trotz Gelegenheit zu keinem Zeitpunkt geäußert, der Sachverhalt steht jedoch fest aufgrund der durchgeführten mündlichen Verhandlung und des Geständnisses des Betroffenen B in dessen Verfahren.
Unter Abwägung aller Umstände erachtete das VSG die Verhängung einer Geldstrafe von Euro 150 als angemessen, aber auch ausreichend.
Hierbei wurde insbesondere berücksichtigt, dass es sich beim FC X um den Gastverein handelte, der u.U. auch verbalen Entgleisungen ausgesetzt war. Andererseits war das Verhalten der Mitglieder A und B sowie der namentlich nicht bekannten Spieler als massiv zu betrachten.

Die Kostenentscheidung bleibt einem gesonderten Beschluss vorbehalten.

 

 

Protokoll  31 vom 18.04.2012
Besetzung: Beierlein, Frey, Preißinger
Fall:  68

 

Verbandsspiel DJK SV Y gegen FC X vom 04.09.2011


Beschluss:

 

Von den Kosten der mündlichen Verhandlungen vom 18.1. und 25.1.2012 sowie den Kosten des Zeugen A hinsichtlich der mündlichen Verhandlung vom 25.1.2012 tragen die DJK SV Y 7/12, der Betroffene B 3/12 und der FC X 2/12, wobei der FC X auch für den Kostenanteil des Betroffenen B haftet.

 

Gründe:


Gegen die beiden oben genannten Vereine sowie den betroffenen B wurden durch Urteile des Verbandssportgerichts wegen Verletzung der Platzdisziplin bzw. unsportlichen Verhaltens Geldstrafen von Euro 700,00 (Y), 350,00 (B) und 150,00 (X verhängt. Nachdem insoweit, auch aus Kostengründen keine gesonderten Verfahren geführt wurden, waren die Kosten der mündlichen Verhandlungen vom 18. und 25.1.2012 anteilig zu verteilen.

 

Protokoll Nr.:     30 vom  05.04.2012 
Besetzung:       Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause
Fall:         67

 

Berufung des FC X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 15.11.2011, Proto-koll 20, Fall 258


Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 200 € sowie die Kosten der mündlichen Verhandlungen trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Beim Landesligaspiel TuS Y gegen FC X am 22.10.2011 wurde in der 20. Spielminute unmittelbar nach Erzielung des Führungstreffers zum 1: 0 für Y aus abseitsverdächtiger Position, von dem Zeugen N. N. ein zur Hälfte mit Bier gefüllter Pappbecher vorsätzlich in Richtung Seitenauslinie geworfen. Der Zeuge N. N. stand hierbei direkt an der Bande, welche sich max. 1,5m - 2m hinter der Seitenauslinie befindet. Der SR-Assistent wurde hierdurch von einem erheblichen Schwall Bier im Nacken- und Schulterbereich sowie leicht am Hals und Kopf getroffen. Der leere Becher blieb direkt an der Seitenauslinie liegen. Das Trikot des SRA war sichtlich durchnässt. Der geschädigte SR-Assistent rief über Fahnenfunk den SR, erklärte diesem, dass er aus der Fanecke der X Bier abbekommen habe und zeigte auf den am Boden an der Seitenlinie liegenden Pappbecher sowie sein durchnässtes Trikot. Der SR brach hierauf das Spiel ab.

 

2. Das Sportgericht sprach gegen den Berufungsführer aufgrund der Meldung des Schiedsrichters, nach eingeholten Stellungnahmen der beteiligten Vereine und nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung in Nürn-berg mit Urteil vom 15.11.2011, veröffentlicht am selben Tag, eine Geldstrafe von € 200,00 aus und wertete das Spiel mit x : 0 für FC X als verloren und für TuS Y als gewonnen. Mit Telefax vom 29.11.2011 legte der FC X Berufung ein, mit der Maßgabe, dass die Berufung sich allein gegen die Spielwertung richtet.


3. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 20 Abs. (1) lit. d RVO .


4. Die Berufung, die sich ausschließlich gegen die Spielwertung richtet, ist je-doch unbegründet.

Das Verbands-Sportgerichts vernahm in der mündlichen Verhandlungen vom 11.02.2012 in Würzburg die Zeugen SR A, SR-Assistent B, C, D, E, F, G und in der Fortsetzungsverhandlung vom 05.04.2012 in München den Zeugen N. N. Auf die weiter benannten Zeugen wurde allseits verzichtet.

a) Ob ein Spielabbruch gerechtfertigt ist richtet sich nach § 39 SpO. Die Voraussetzungen für einen Spielabbruch sind hierin abschließend geregelt. Der SR kann ein Spiel abbrechen, wenn die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels wegen ernsthafter Störung nicht mehr gewährleistet ist. Eine solche ernsthafte Störung liegt nach § 39 Abs. 1 Lit. c Alt. 1 SpO immer dann vor, wenn der SR, sein Assistent oder Spieler tätlich angegriffen werden.

Zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlungen, der Aktenlage sowie Inaugenscheinnahme der Lichtbilder des Tatorts liegt ein solcher tätlicher Angriff vor. Der Spielabbruch des SR war daher gerechtfertigt.

SR A erläuterte bei seiner Vernehmung klar und geordnet den Geschehensablauf des Spielabbruchs. Er sah unmittelbar nach dem abseitsverdächtigen Torerfolg von Y zu seinem Assistent, dieser gab freie Hand, so dass der Zeuge das Tor gab. Sofort danach wurde er von seinem Assistent über Fahnenfunk verständigt. Die beiden liefen zueinander und der Assistent sagte ihm, dass er von dort am Schulter- und Nackenbereich mit Bier beschüttet wurde und deutete auf den Fanblock der X. Der Zeuge A schilderte weiter, dass das Trikot des Zeugen B deutlich sichtbar und auch riechbar an Schulter und Nacken erheblich mit Bier benässt war. Hierauf entschied er, das Spiel abzubrechen.

Der Zeuge B führte bei seiner Aussage glaubhaft aus, dass der X Fanblock intensiv seine Mannschaft anfeuerte und bereits vor dem Becherwurf einige Male lautstarke Kritik an SR- oder SRA-Entscheidungen geäußert wurde. Er fühlte sich nach seinen Angaben hierdurch aber nicht bedroht oder persönlich beleidigt, was seine Glaubwürdigkeit aus Sicht des VSG unterstrich. Der Zeuge B gab an, dass er nach der Torerzielung direkt vor dem Pulk der Fans der X auf der Seitenlinie, also ca. 1-2m vor der Bande, stehenblieb, um den Torerfolg zu notieren. Dort stehend wurde er von einem großen Schwall Bier an der linken Schulter, Nacken, Hals und etwas am Kopf getroffen. Er war ebenfalls an den Haaren leicht nass, wobei dort nicht der Haupttreffer war. Der Becher blieb nach seinen Angaben neben ihm an der Linie liegen. Der Zeuge B gab ferner an, dass er nicht bespritzt, sondern richtig beschüttet wurde. Das VSG hat insbesondere aufgrund der sachlichen Ausführung ohne Belastungseifer keine Zweifel an den Aussagen des Zeugen.

Der Zeuge N. N. schilderte insoweit glaubhaft, dass er unmittelbar an der Bande stand und den halb vollen Becher aus Verärgerung über die schlechte Mannschaftsleistung und das Gegentor Richtung Seitenauslinie "gepfeffert" hat. Es liegt mithin ein vorsätzliches Werfen des Bechers Richtung Linie vor. Auch hatte der Zeuge N. N. in der mündlichen Verhandlung eingeräumt, sich dabei in Richtung des Spielfelds gedreht zu haben. Dagegen überzeugte die Aussage des Zeugen N. N., dass er den SR-Assistent nicht wahrnahm, das Verbandssportgericht nicht und stellt sich als reine Schutzbehauptung dar. Die Schilderung seines Verhaltens bei und nach dem Becherwurf war in sich unschlüssig, so dass erhebliche Zweifel an der Richtigkeit seiner Angabe dazu führen, dass das VSG davon ausgeht, dass ein vorsätzliches Werfen vorlag. So bekundete er, dass er auch nach dem Wurf nicht bemerkt haben wollte, dass er den SRA getroffen hatte, und sich nicht vorstellen konnte, dass er mit dem weiteren Verlauf der Dinge etwas zu tun hatte.
 
Die Aussage war insoweit unglaubhaft und stand auch in Widerspruch zu den Aussagen der von den X benannten Zeugen C und G, die angaben, sofort Vorwürfe gemacht und nach dem Werfer gesucht zu haben. Da der äußere Geschehensablauf darauf hindeutet, dass das Bier vorsätzlich in Richtung des SRA geschüttet wurde und dabei auch billigend in Kauf genommen wurde, dass der SRA getroffen wird, ist das VSG auch aufgrund des persönlichen Eindrucks, den der Zeuge in seiner Vernehmung machte, der Überzeugung, dass dies auch subjektiv so der Fall war. Insbesondere der enge zeitliche Zusammenhang zu dem Gegentreffer, welcher nach Auffassung vieler Anhänger des Berufungsführers wegen Abseits irregulär gewesen sein soll, unterstützt die Würdigung eines zielgerichteten Werfens des Bechers Richtung Linie und damit in Richtung des SR-Assistenten, der dieses vermeintliche Abseits hätte anzeigen müssen.

b) Hierbei hat der Zeuge N.N. zumindest billigend in Kauf genommen, dass der Assistent, der sich immer an der nur 1,5 - 2 m entfernten Sei-tenlinie zu befinden hat und nach dessen glaubwürdiger Aussage in diesem Moment zum Notieren des Torerfolgs vor der Bande stand, ge-troffen werden konnte.

Auch der Zeuge G schilderte glaubhaft, dass der SR-Assistent auf der Seitenlinie stand und sich nicht im Gehen befand und dass "in einem Zug" nach dem Torerfolg der Becher Richtung SR-Assistent flog.

Die weiteren vernommenen Zeugen E und F konnten lediglich das Fliegen des Bechers, jedoch nicht den Wurfvorgang an sich oder den Werfer beschreiben, so dass hieraus keine anderweitigen Schlüsse zur Zielgerichtetheit des Werfens zu ziehen sind.

Auch die Ausführungen des Zeugen C, der nach seinen Angaben mit dem Zeugen N. N. diskutierte und ein unabsichtliches "aus der Hand gleiten" des Bechers darstellte, stehen im Widerspruch zu den Ausfüh-rungen des Zeugen N. N., der einräumte, den Becher bewusst gewor-fen zu haben, und waren daher hinsichtlich des Becherwurfes und des damit verbundenen Schütten des Bieres unglaubwürdig.

Das VSG kommt daher nach Würdigung sämtlicher Zeugenaussagen und unter Berücksichtigung des einheitlich geschilderten groben Ge-schehensablaufs zur Überzeugung, dass das Werfen des Bierbechers Richtung Seitenauslinie einen tätlichen Angriff auf den SR-Assistent darstellt und gerade nicht ein versehentliches Treffen mit Bier vorlag.  Zudem ist das VSG davon überzeugt, dass es sich um eine nicht uner-hebliche Menge Bier gehandelt hat, die den SRA getroffen hat. Dies ergibt sich insbesondere aus der freimütigen Angabe des den Becher werfenden Zeugen N. N. selbst, der bestätigte, dass der Becher "halb voll" war. Auch der Zeuge B bestätigte glaubwürdig, dass das Trikot er-heblich benässt und nicht nur bespritzt war, was letztlich auch der Zeuge A aufgrund seiner eigenen Wahrnehmung angab. Bei einem halb vollen Becher Bier handelt es sich nach Auffassung des VSG um eine nicht unerhebliche Menge.  

c) Die Entscheidung des SR hinsichtlich des Spielabbruchs hat nach einer objektiven Abwägung zu erfolgen. Abzustellen ist auf die tatsächlichen Verhältnisse, die der SR vorfindet und sofort zu bewerten hat. Im vorliegenden Fall gab der Assistent bei einem Pass auf einen abseitsverdächtig stehenden Spieler "freie Hand", so dass Y den Führungstreffer erzielen konnte. Eine Vielzahl der Anhänger des Berufungsführers beschwerte sich lautstark über dieses "Abseitstor", an welchem nach deren Ansicht der SR-Assistent "Schuld" trug. Unmittelbar hiernach wurde der betreffende Assistent von einer nicht unerheblichen Menge Bier getroffen, die aus einem Becher stammte, welcher aus dem Pulk der Anhänger des Berufungsführers flog. Die Bewertung des SR, dass es sich hier um einen tätlichen Angriff auf seinen Assistenten handelte, ist daher nicht zu beanstanden. Eine weitergehende Überprüfungspflicht oblag dem SR nicht und ist diesem auch nicht zuzumuten.

d) Auch wenn nach der ständigen Rechtsprechung des VSG der Spielabbruch absoluten Ausnahmecharakter haben muss (siehe Urteil vom 09.12.1998, Fall 23, 1998/1999) ist beim Beschütten mit Bier in nicht unerheblicher Menge eine Grenze überschritten, wonach die Rechtfertigung für einen Abbruch vorliegt. Ebenso wie bei einem Anspucken (VSG Fall 71, 1998/1999) liegt auch beim Beschütten mit einer erheblichen Menge Bier ein tätlicher Angriff vor. Ein Beschütten mit Bier hat für jeden SR bzw. SR-Assistenten einen entwürdigenden Charakter und untergräbt in erheblichem Maße die Autorität des SR bzw. SR-Assistenten, die für eine geordnete Spielleitung oder Assistenz zwingend notwendig ist. Im Gegensatz zu dem dem Urteil des VSG vom 17.11.2009 (Fall 22, 2009/2010) zugrundeliegenden Sachverhalt, als der SR lediglich mit einigen Spritzern Bier getroffen wurde, ist im vorliegenden Fall von einer deutlich erheblicheren Menge auszugehen, so dass es dem Gespann nicht zuzumuten war, das Spiel noch zu Ende zu führen.

Ein Verschulden des Spielabbruchs durch den Berufungsführer gemäß § 74 Abs. 1 Satz 1 RVO liegt aufgrund des festgestellten Sachverhalts vor. Der Verein haftet nach § 74 Abs. 1 Satz 3 RVO unter anderem für seine Mitglieder sowie die ihm zuzurechnenden Zuschauer. Der Zeuge N. N., welcher den Becher warf, war zum Tatzeitpunkt sowohl Mitglied, als auch Zuschauer des Berufungsführers. Es handelt sich um eine Zurechnungsvorschrift, die auch in entsprechenden Vorschriften der UEFA (Art 6 Abs. 1 RPO) und des DFB (§ 9a Nr. 2 RVO) enthalten ist. Ein Verschulden des Vereins ist nicht erforderlich. Es reicht aus, dass den Zuschauern bzw. Anhängern dieses Vereins ein Verschulden vorgeworfen werden kann (vgl. VSG Fall 61 2006/2007). Die hiernach zu treffende Spielwertung ist nach § 74 Abs. 3 RVO i. V. m. § 40 SpO zwingende Folge.

Zur Überzeugung des VSG war daher der Spielabbruch gerechtfertigt, dieser war auch vom Berufungsführer verschuldet, so dass die ausge-sprochene Spielwertung nicht zu beanstanden ist und die Berufung zurückzuweisen war.

5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 8 c), Nr. 13 d) FO.


 

Protokoll Nr.: 29 vom 23.03.2012
Besetzung: Beierlein, Krause, Preißinger
Fall:   66

Verfahren gegen Spieler N. N., Verein X wegen Tätlichkeit vom 02.01.2012 bei der Hallenkreismeisterschaft VfB Y gegen Verein X

Urteil:

 

I. Der Spieler N. N., Verein X, wird wegen rohen Spiels und Tätlichkeit in zwei Fällen zu einer Gesamtsperrstrafe bis 02.11.2013 verurteilt.

II. Der Spieler N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Kosten der mündlichen Verhandlung vom 23.03.2012 unter Mithaftung seines Vereins X.

III. Die Kosten des Dolmetschers in Höhe von 70,00 € trägt der Verein X.

IV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


Dem Betroffenen lag zur Last anlässlich des Hallenspiels zwischen dem VfB Y und Verein X am 2.1.2012 in Donauwörth zunächst seinen Gegenspieler A (Nummer 2) gefoult und ihn anschließend am Boden liegend mit dem Fuß in den Unterleib getreten zu haben.

Im Zuge der sich daran anschließenden Auseinandersetzung mit weiteren Y-Spielern versetzte der Betroffene dem Spieler B (Nummer 8) mindestens zwei Ohrfeigen sowie einen Faustschlag an die Stirn, welcher den Spieler glücklicherweise nur streifte.
Für sein Verhalten erhielt der Betroffene im Anschluss die rote Karte.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt. Mit Beschluss des KSG vom 2.2.2012 wurde das Verfahren an das VSG abgegeben.
Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Gerichts fest aufgrund des Geständnisses des Betroffenen, welches dieser im Rahmen der mündlichen Verhandlung vom 23.3.2012 im Rahmen einer Verfahrensabsprache abgegeben hat. Darüber hinaus wurden die Zeugen C, D und E vernommen, die die Vorgänge ebenfalls bestätigten. Zugunsten des Betroffenen geht das Gericht davon aus, dass dieser vor den Tätlichkeiten zum Nachteil des Spielers B beleidigt oder provoziert wurde.
Das Verhalten des Betroffenen war daher zu ahnden als Tätlichkeit in zwei Fällen, wobei im Fall der Tätlichkeit zum Nachteil von B von einem Fall des § 67 Abs.2 RVO ausgegangen wird.
Bei der Findung einer angemessenen Strafe war deutlich zugunsten des Betroffenen sein, wenn auch spätes, Geständnis sowie die Tatsache, dass er sich über seinen Verein um eine Entschuldigung beim Betroffenen A bemüht hat, zu berücksichtigen. Der Betroffen wurde zumindest nicht ausschließbar vor den Tätlichkeiten gegen B beleidigt oder provoziert, wobei festzuhalten ist, dass der Betroffene durch sein rüdes Foul der Auslöser der gesamten Vorgänge war.
Zu seinen Lasten war zu sehen, dass der Betroffene zwei Tätlichkeiten gegen verschiedene Gegenspieler  begangen hat. Insbesondere der Tritt gegen den Spieler A, der bereits aufgrund des rohen Spiels des Betroffenen verletzt am Boden lag, war deutlich zu seinem Nachteil zu werten. Der Spieler wurde in der Folge ins Krankenhaus gebracht.
Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Gesichtspunkte, insbesondere des Geständnisses, konnte nach Ansicht des VSG von einem Ausschluss des Betroffenen noch abgesehen werden. Es war jedoch angesichts der massiven Taten eine empfindliche Sperrstrafe bis 02.11.2013 zu verhängen.

 

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

Protokoll 28 vom 20.03.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall-Nr.: 65

 


Verfahren gegen Trainer N. N.
Vorfall vom 07.01.2012, Hallenkreismeisterschaft der U 17 Juniorinnen in Eschenau

Beschluss:

 

Das Verfahren gegen Trainer N. N. wird vor dem Verbands-Sportgericht durchgeführt.


Begründung:

 

Gemäß § 20 III Satz 2 RVO kann das Verbands-Sportgericht jedes Verfahren an sich ziehen und selbst durchführen, wenn dies unter besonderen Gründen sachgerecht ist. Der Vorwurf rechtfertigt ein solches Vorgehen, weil es sich um minderjährige Spielerinnen handelte.

 


 

Protokoll  28 vom 20.03.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:  64


Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 102


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der I. Instanz sowie die Kosten der Berufung in Höhe von 50,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 30,00 € trägt der SV X. Im Übrigen trägt der BFV die Kosten der Berufung. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Nach dem Finalspiel der Futsal-Meisterschaft des SV X gegen SV Y am 29.01.2012 kam es lt. Meldung des SR zu verbalen Auseinandersetzungen bzgl. des Spielers N. N. Der SR teilte in seiner Meldung u. a. mit, dass dieser Spieler nach dem Spiel auf ihn zukam und ihm den Spielball überreichen wollte. Dabei drückte er mit dem Ball heftig gegen seinen Bauch, so dass der SR einen Schmerz verspürte. Darüber hinaus erfolgte noch eine verbale Beleidigung.
Mit Urteil vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 102, verurteilte das BSG den Spieler N. N.  gem. § 68 RVO wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter zu einer Sperre vom 22.02.2012 bis einschließlich 27.03.2012.

2. Gegen dieses Urteil hat der SV X mit Schreiben vom 23.02.2012 Berufung eingelegt und in seiner Begründung mitgeteilt, man hätte sehr wohl eine Stellungnahme abgegeben, jedoch nicht gegenüber dem BSG, sondern vielmehr gegenüber dem KSG und man halte die Urteile für zu hart.

3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 I lit. d RVO. 2.

4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Das angegriffene Urteil des BSG ist nicht zu beanstanden, die Bestrafung des Spielers N. N. nach § 68 I RVO ist zu Recht erfolgt.

Das Vergehen des Betroffenen erfolgte in Zusammenhang mit einem Futsal-Spiel. Gleichwohl kann der Betroffene nach den allgemeinen Bestimmungen der RVO bestraft werden. Die vom BFV oder seinen Mitgliedsvereinen organisierten Futsal-Spiele sind hinsichtlich des Verhaltens der Spieler und der Zuschauer wie reguläre Fußballspiele zu behandeln. Dies folgt daraus, dass § 4 der Futsal-Richtlinien des BFV vorsehen, dass Futsal-Spiele und Futsal-Turniere nach dem Spielregeln der FIFA sowie der Satzung und den Ordnungen des BFV durchzuführen sind. Die Teilnehmer müssen sich gemäß § 5 der Futsal Richtlinien durch einen Spielerpass ausweisen. Folge davon ist, dass der Spieler wegen einer Verfehlung in einem Futsal-Spiel oder Futsal Turnier nach den allgemeinen Bestimmungen des BFV zu bestrafen ist. Dies hat das BSG beachtet, ohne dies allerdings explizit im Urteil auszusprechen.

In diesem Verfahren keine Rolle spielt die Frage, ob das Spielrecht für einen BFV-Verein ein ausschließlich auf Futsal beschränktes Spielrecht eines anderen Landesverbandes des DFB oder eines anderen Nationalverbandes der FIFA berührt. Diese Frage kann daher offen bleiben.

Die Stellungnahme des SV X, die versehentlich an das KSG abgegeben wurde, lag dem VSG bei der Urteilsfindung vor. Aber auch die Berücksichtigung der Stellungnahme führt zu keinem anderen Ergebnis, als das BSG bereits gelangt ist. Der SV X teilt, jedoch ohne Beweisangebot mit, dass man dort der Auffassung sei, dass die "Geschichte" mit dem Spielball völlig frei erfunden sei und man deshalb bitte von einer Bestrafung absehen möge.

Aufgrund dieses unsubstantiierten Bestreitens gab es für das VSG keinen Grund der Meldung des SR keinen Glauben zu schenken. Insbesondere hat der SR mit erneuter Stellungnahme vom 09.03.12 die Vorgänge nochmals bestätigt, und sogar mitgeteilt, dass die Berührung mit dem Ball so intensiv war, dass er einen deutlichen Schmerz in der Magengegend verspürte und

auch dieses Drücken des Balls in den Magen mehr als 10 Sekunden gedauert hat.

Das hier vom BSG verhängte Strafmaß von fünf Wochen ist auch nach eigener Überprüfung durch das VSG in keinster Weise zu beanstanden.
Die Berufung war damit als unbegründet kostenfällig zu verwerfen.


5. Kosten
§§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr. 8 b 13 d FO.

 

Protokoll  28 vom 20.03.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Krause, Frey
Fall:  63

 

Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 101


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der I. Instanz sowie die Kosten der Berufung in Höhe von 50,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 30,00 € trägt der SV X. Im Übrigen trägt der BFV die Kosten der Berufung. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


 
1. Nach dem Finalspiel der Futsal-Meisterschaft des SV X gegen SV Y am 29.01.2012 kam es lt. Meldung des SR zu verbalen Auseinandersetzungen bzgl. des Spielers N. N. Der SR teilte in seiner Meldung mit, dass dieser Spieler auf ihn zukam und sagte: "Geh nach Hause und hol Dir einen runter".
Mit Urteil vom 15.02.2012, Protokoll-Nr. 15, Fall 101, verurteilte das BSG den Spieler N. N.  gem. § 68 RVO wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter zu einer Sperre vom 22.02.2012 bis einschließlich 13.03.2012.

2. Gegen dieses Urteil hat der SV X mit Schreiben vom 23.02.2012 Berufung eingelegt und in seiner Begründung mitgeteilt, man hätte sehr wohl eine Stellungnahme abgegeben, jedoch nicht gegenüber dem BSG, sondern vielmehr gegenüber dem KSG und man halte die Urteile für zu hart.

3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 I lit. d RVO. 2.


4. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Das angegriffene Urteil des BSG ist nicht zu beanstanden, die Bestrafung des Spielers N. N. nach § 68 I RVO ist zu Recht erfolgt.

Das Vergehen des Betroffenen erfolgte in Zusammenhang mit einem Futsal-Spiel. Gleichwohl kann der Betroffene nach den allgemeinen Bestimmungen der RVO bestraft werden. Die vom BFV oder seinen Mitgliedsvereinen organisierten Futsal-Spiele sind hinsichtlich des Verhaltens der Spieler und der Zuschauer wie reguläre Fußballspiele zu behandeln. Dies folgt daraus, dass § 4 der Futsal-Richtlinien des BFV vorsehen, dass Futsal-Spiele und Futsal-Turniere nach dem Spielregeln der FIFA sowie der Satzung und den Ordnungen des BFV durchzuführen sind. Die Teilnehmer müssen sich gemäß § 5 der Futsal Richtlinien durch einen Spielerpass ausweisen. Folge davon ist, dass der Spieler wegen einer Verfehlung in einem Futsal-Spiel oder Futsal Turnier nach den allgemeinen Bestimmungen des BFV zu bestrafen ist. Dies hat das BSG beachtet, ohne dies allerdings explizit im Urteil auszusprechen.

In diesem Verfahren keine Rolle spielt die Frage, ob das Spielrecht für einen BFV-Verein ein ausschließlich auf Futsal beschränktes Spielrecht eines anderen Landesverbandes des DFB oder eines anderen Nationalverbandes der FIFA berührt. Diese Frage kann daher offen bleiben.

Richtig ist, dass zum Zeitpunkt der Urteilsentscheidung in der ersten Instanz keine Stellungnahme des SV X vorlag, diese wurde versehentlich an das KSG versandt. Diese Stellungnahme wurde nun vollumfassend in der Berufungsinstanz durch das VSG berücksichtigt.

In der genannten Stellungnahme vom 04.02.2012 ist jedoch keinerlei Stellungnahme oder Einlassung zu den Verfehlungen des Spielers N. N. abgegeben worden, so dass die Entscheidung des BSG als richtig anzusehen ist.

Darüber hinaus ist das vom BSG verhängte Strafmaß von drei Wochen auch nach eigener Prüfung durch das VSG in keinster Weise zu beanstanden.

Die Berufung war damit als unbegründet zu verwerfen.

5.  Kosten
§§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr. 8 b 13 d FO.


Protokoll Nr.: 28 vom 20.03.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall:   62

 

Revision des N. N. gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.01.2012, Protokoll 18, Fall 155


Urteil:

I. Die Revision des N. N. gegen das Urteil des BSG vom 09.01.2012 wird zurückgewiesen. 

II. Herr N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 50,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00 unter Mithaftung seines Vereins.


 


Gründe:

1. Der Revisionsführer war am 03.10.2011 amtierender Schiedsrichter im Verbandsspiel TSV X - SV Y. Er war im Laufe seiner 40-jährigen Laufbahn als Schiedsrichter auch Lehrwart seiner SR-Gruppe gewesen. In der 52. Spielminute stellte der Schiedsrichter fest, dass der Verein TSV X, der bereits zuvor den Spieler A. A. eingewechselt hatte, nunmehr auch den Spieler B. A. einwechseln wollte. Beide Spieler sind eineiige Zwillinge und sehen sich dementsprechend zum Verwechseln ähnlich. Der Revisionsführer verbot daraufhin die Einwechselung des Spielers B. A.. In seiner Meldung gegenüber dem Spielleiter rechtfertigte er dies damit, dass er bereits einmal Opfer eines tätlichen Angriffs durch einen Spieler geworden war, der ebenfalls eineiiger Zwilling war und der hinterher vom Verbandssportgericht aufgrund der Tatsache, dass auch sein Zwillingsbruder mitgespielt habe, nicht identifiziert werden konnte. Der TSV X bestand auf die Einwechslung und spielte, nachdem der Revisionsführer dies endgültig verweigerte, nur unter Protest weiter. Der Revisionsführer berichtete weiter, dass der im Spiel verbliebene Zwilling sich hinterher auch unsportlich gegenüber ihm benommen habe, so dass er ihn mit gelb-roter Karte vom Feld verwies. Nach dem Spiel habe ihn einer der beiden Zwillinge beleidigt, wobei aufgrund der Ähnlichkeit der Spieler er wiederum nicht feststellen konnte, welcher der beiden es war. Der Revisionsführer meinte abschließend, dass "der SR sich grundsätzlich auf niemanden verlassen kann und selbst entscheiden muss, was er unternimmt, um ein Spiel im Griff zu behalten, aber auch Sorge für seine eigene Sicherheit zu tragen."
 
Das KSG sperrte den Revisionsführer wegen unsportlichen Verhaltens vom 02.11.2011 mit einschließlich 01.05.2012 als Schiedsrichter. Der Revisionsführer hatte in seiner Stellungnahme vorgetragen, er habe zu keiner Zeit beabsichtigt, bewusst einen Fehler oder sogar Regelverstoß zu begehen. Die Entscheidung sei aufgrund des früheren Vorfalls erfolgt, hätte er gewusst, dass sich unter den Spielern auch geprüfte Schiedsrichter befanden, hätte er davon abgesehen.

Gegen das Urteil legte der Revisionsführer Berufung ein. Er bestritt, dass eine Unsportlichkeit vorlag, diese jedenfalls nicht vorsätzlich begangen worden sei. Das BSG wies die Berufung zurück.

Hiergegen richtet sich die am 20.01.2012 eingegangene und begründete Revision. Der Revisionsführer rügte die Verletzung des § 47 Abs. 2 RVO, weil ihn keine Schuld gemäß i.S.d. § 62 RVO treffe. Wenn er bestraft werden würde, dann müsste jeder Regelverstoß eines Schiedsrichters, der zumeist fahrlässig sei, eine Bestrafung nach sich ziehen. Das Sportgericht müsse den Nachweis der vorsätzlichen Handlung führen, dies sei hier nicht erfolgt. Das Strafmaß sei zu hoch. Seine 40-jährige tadelfreie Tätigkeit als Schiedsrichter sei nicht ausreichend gewürdigt worden.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Revision stellt keine weitere Tatsacheninstanz dar. Mit der Revision kann daher nur geprüft werden, ob das Urteil des BSG auf einem Rechtsfehler beruht oder das Ermessen unrichtig ausgeübt wurde. Eine eigene Bewertung des fehlerfrei festgestellten Sachverhalts, insbesondere eine eigene Ermessensentscheidung anstatt der vertretbaren Entscheidung des Berufungsgerichts steht dem Revisionsgericht nicht zu.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist das Urteil des BSG nicht zu beanstanden.

Der Sachverhalt eines vorsätzlichen Fehlverhaltens wurde fehlerfrei festgestellt. Das KSG und das BSG bezogen sich zum Nachweis, dass es sich nicht um ein Versehen handelte, auf das Schreiben des Revisionsführers vom 03.10.2011 an den Spielleiter. Darin berichtete der Revisionsführer wörtlich: "Ich erklärte dann dem Spielführer, dass ich aus persönlichen Gründen vor allem aber auch aus Gründen der Deeskalation keine eineiigen Zwillinge, die sich nicht unterscheiden lassen, gleichzeitig am Spiel teilnehmen lasse."

Das BSG zog aus der sehr langen Erfahrung des Revisionsführers als Schiedsrichter und aus der Tatsache, dass er während dieser Zeit auch als Lehrwart fungierte, den Schluss, dass der Revisionsführer wusste, dass es nicht in seiner freien Entscheidung steht, wen er zum Spiel zulässt, sondern dass die Zulassungsvoraussetzungen in den Spielordnungen und Spielbestimmungen festgelegt sind. Das BSG ging insbesondere davon aus, dass der Revisionsführer wusste, dass die Tatsache, ob spielberechtigte Spieler Zwillinge sind, für die Zulassung keine Bedeutung haben könne. Der Revisionsführer hat in keiner seiner Stellungnahmen dargelegt, dass er über die amtlichen Zulassungsvoraussetzungen im Zweifel gewesen wäre. Damit ist bei der Sachverhaltsfeststellung kein Fehler zu erkennen.

Auch die Bewertung des festgestellten Sachverhalts durch das Berufungsgericht ist nicht zu beanstanden. Das vorsätzliche Nichtanwenden der Regeln und Spielbestimmungen durch einen Schiedsrichter stellt eine Unsportlichkeit dar. Dagegen wird der fahrlässig begangene Regelverstoß durch den Schiedsrichter im Durchschnittsfall schon begrifflich nicht der Unsportlichkeit zugeordnet. Es liegt ein wesentlicher Unterschied vor, ob ein Schiedsrichter in Unkenntnis des Regelwerks einen Fehler begeht, insbesondere wenn es sich um eine für ihn ungewohnte Fallgestaltung handelt, oder ob ein Schiedsrichter bewusst das ihm bekannte Regelwerk nicht anwendet.

Schließlich ist zu prüfen, ob sich das Strafmaß in dem Rahmen bewegt, der durch die RVO vorgegeben ist und ob das Berufungsgericht dabei sein Ermessen bei der Strafzumessung vollständig ausgeübt hat, insbesondere ob tragende Gesichtspunkte übersehen wurden.

Den Strafrahmen legt § 48 Abs. 1 j) RVO fest, der Sperren gegen Schiedsrichter bis zu zwei Jahren vorsieht. Um den Strafrahmen einzuengen, können vergleichbare Fallgestaltungen herangezogen werden, die durch die RVO mit einer bestimmten Mindeststrafe versehen wurden. Das Fehlverhalten des Revisionsführers kann am nächsten mit der bewussten Nichtmeldung eines Feldverweises verglichen werden, der in § 83 Abs. 2 RVO mit einer Mindestsperre von vier Monaten belegt wird. Auch dort setzt sich der Schiedsrichter über eine zwingende Vorschrift hinweg, die ihm bekannt sein muss. Berücksichtigt man, dass im Unterschied zur Nichtmeldung, die eine Bestrafung verhindert, das vorsätzliche Nichtzulassen eines Spielers auch in den Wettbewerb eingreift, indem es zur Schwächung einer Mannschaft führen kann, ist das Aussprechen einer Sperre von sechs Monaten noch in dem Rahmen, der nicht zu beanstanden ist, ohne dass es darauf ankommt, was das VSG im Einzelfall als angemessen erachten würde.

Bei der Überprüfung der Strafzumessung im Einzelnen ist zu berücksichtigen, dass sich das BSG auf die Gründe bezog, die das KSG bereits berücksichtigt hatte, und diese Argumente im Rahmen der eigenen Prüfung einbezog. Dementsprechend wurden zu Gunsten des Revisionsführers der frühere Vorfall und dessen Nichtaufklärbarkeit verwertet, sowie seine Bereitschaft, weiterhin als Schiedsrichter zu fungieren gewürdigt. Zu Lasten des Revisionsführers wertete das BSG dass der Revisionsführer hier seine eigenen "Sicherheitsmaßnahmen" ergriff und sich dabei bewusst über die Regeln und Ordnungen hinwegsetzte, damit seine eigenen Belange über das von ihm durchzusetzende Regelwerk setzte. Die Gewichtung der einzelnen Gesichtspunkte hatte das Berufungsgericht als letzte Tatsacheninstanz vorzunehmen. Das Ergebnis hält sich im Ermessensrahmen, der dem BSG zusteht.

Somit ergibt die im Rahmen der Revision eingeschränkte Überprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler, der die Aufhebung rechtfertigen würde. Die Revision ist daher zurückzuweisen.


4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO


 

 

Protokoll  27 vom 06.03.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Preißinger
Fall-Nr.: 61  

Verfahren gegen Spieler N. N. wegen Ausschlusses

Urteil:

1. Der Spieler N. N., FC X  wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

2. Ein erteilter Spielerpass ist unverzüglich an den Bayerischen Fußball-Verband einzusenden. 

3. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des FC X.

Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last, während des Spiels zwischen der FT Y und dem FC X II am 1.11.2011 in der 42. Spielminute zunächst den Schiedsrichter A beleidigt und anschließend nach Erhalt der roten Karte mit beiden Händen geschubst zu haben. Nachdem der Schiedsrichter aufgrund des tätlichen Angriffs auf ihn das Spiel abbrach und das Spielfeld verlassen wollte, näherte sich der Betroffene erneut von hinten und trat den Schiedsrichter gegen dessen rechten Oberschenkel, woraufhin dieser zu Boden ging und behandelt werden musste.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt. Das Verfahren wurde mit Beschluss vom 08.12.2011 vom KSG an das VSG abgegeben.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der vorliegenden Meldung sowie dem Spielbericht. Der Betroffene hat sich trotz entsprechender Möglichkeit nicht geäußert. Über seinen Verein wurde der Vorfall eingeräumt. Eine Stellungnahme der FT Y bestätigt ebenfalls den Sachverhalt.

Das Verhalten des Betroffenen stellt neben den begangenen Straftaten der Beleidigung und vorsätzlichen Körperverletzung  eine Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter in einem besonders schweren Fall gemäß § 68 Abs. 2 RVO dar.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt zumindest nicht bestritten hat.

Zu seinen Lasten war allerdings zu sehen, dass der Betroffene im vorliegenden Fall insgesamt drei Vergehen (Beleidigung, tätlicher Angriff durch Schubsen und vorsätzliche Körperverletzung durch den Tritt) gegen einen Schiedsrichter in Ausübung seiner Tätigkeit begangen hat. Der Schiedsrichter A erlitt durch das Verhalten des Betroffenen erhebliche Schmerzen, die auch behandelt werden mussten. Der vom Betroffenen geführte Tritt erfolgte von hinten, so dass der Schiedsrichter keinerlei Abwehrmöglichkeit hatte.

Deutlich zum Nachteil war auch zu sehen, dass gegen den Betroffenen mit Urteil vom 3.6.2011 wegen einer Tätlichkeit bereits eine Sperre von 8 Wochen ausgesprochen werden musste, die ihn offenbar nicht von der Begehung weitere Taten abgehalten hat.

Unter Abwägung sämtlicher Umstände kam aufgrund der Schwere der Taten im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 68 Abs.2 RVO in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

 

Protokoll  27 vom 06.03.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger
Fall-Nr.: 60

 


Verbandsspiel DJK SV X gegen FC Y vom 04.09.2011

 

Urteil:


1. Der Spieler N. N., FC Y wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

2. Ein erteilter Spielerpass ist unverzüglich an den Bayerischen Fußball-Verband einzusenden.

3. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,00 sowie die Kosten der Zeugen A, B, C und D im Rahmen der mündlichen Verhandlung vom 18.01.2012 trägt der Betroffene unter Mithaftung des FC Y.

 

Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last, am 4.9.2011 im Rahmen des Spiels der Reservemannschaften der DJK SV X und des FC Y seinen Gegenspieler B  mit der Faust ins Gesicht geschlagen und hierbei erheblich an der Oberlippe verletzt zu haben.

Weiter soll er während des Spiels der 1. Mannschaften im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung den Zeugen D mehrfach geschlagen und ebenfalls nicht unerheblich verletzt haben.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt. Das Verfahren wurde vom KSG mit Beschluss vom 03.11.2011 an das VSG abgegeben.

Das VSG hat eine mündliche Verhandlung durchgeführt, der Betroffene hat sich schriftlich zu den Vorwürfen geäußert und diese zum Teil eingeräumt. Er gab an, er selbst sei während einer Auseinandersetzung auf dem Spielfeld geschlagen und festgehalten worden, er habe dann selbst auch geschlagen, um sich zu befreien.
Während des Spiels der ersten Mannschaften sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Zuschauern gekommen, in deren Verlauf er zunächst durch den Zeugen D  auf Nase und Ohr geschlagen wurde. Er habe sich dann gewehrt und dem Zeugen D zwei Mal mit dem Knie ins Gesicht getreten.

Die Angaben des Betroffenen wurden im Rahmen der mündlichen Verhandlung durch Einvernahme der Zeugen A, B, C und D eindeutig widerlegt.

Der Zeuge A berichtete, er sei nach einem Zweikampf auf den Betroffenen auf diesen gefallen, woraufhin er zwei Tritte des Betroffenen in die Nieren bekommen habe, die der Schiedsrichter E  jedoch nicht gesehen habe. Er habe den Betroffenen sodann weggeschubst, habe sich etwas vom Geschehen entfernt und später selbst die rote Karte erhalten. Der Betroffene habe ihn dann versucht zu verfolgen, einen Schlag oder Ähnliches habe er selbst nicht gesehen.

Der Zeuge B gab an, der Spieler A habe den Betroffenen zunächst weggeschubst und sei weggegangen, anschließend sei der Betroffene erneut auf A zugegangen. Er selbst habe beschwichtigend eingreifen wollen, habe jedoch sofort einen Faustschlag auf die Oberlippe erhalten. Die Wunde musste im Krankenhaus mit 6 Stichen genäht werden, Herr B war 10 Tage arbeitsunfähig und litt ca. 3 Wochen an Schmerzen. Die Narbe an der Oberlippe war auch im Rahmen der Vernehmung des Zeugen noch sichtbar.

Der ebenfalls als Zeuge vernommenen Schiedsrichter E schilderte den Sachverhalt entsprechend und bestätigte sowohl das Schubsen des Spielers A als auch den Faustschlag des Betroffenen. Schläge oder Ähnliches zum Nachteil des Betroffenen konnte keiner der vernommenen Zeugen bestätigen. Der Betroffene wurde aufgrund des Faustschlages ebenfalls des Feldes verwiesen.

Auch der Zeuge D, Torwart der Reservemannschaft der DJK SV X schilderte den Faustschlag des Betroffenen im Spiel der Reserve und gab ergänzend an, während des Spiels der ersten Mannschaften habe sich ein Streit zwischen den Anhängern der beiden Mannschaften entwickelt, in dessen Verlauf zunächst ein Schuh in Richtung der X  Zuschauer geworfen wurde. Anschließend sei ein Anhänger des FC Y  mit einem Stuhl auf die gegnerischen Zuschauer losgegangen, konnte jedoch gestoppt werden.


Im Zuge dieser Vorfälle, die sich auf der Terrasse des Vereinsgeländes abgespielt haben, habe er sich umgedreht und vom Betroffenen 5-6 Faustschläge, u.a. ins Gesicht erhalten., seine Lippe sei aufgeplatzt, er habe zahlreiche Prellungen und blaue Flecken erlitten und sei vier Wochen arbeitsunfähig gewesen. Der zunächst befürchtete Bruch eines Fingers habe sich nicht bestätigt. Der Zeuge D bestritt auf Vorhalt insbesondere, den Betroffenen zuerst geschlagen zu haben, auch Kniestöße- wie vom Betroffenen selbst geschildert- konnte der Zeuge nicht bestätigen.

Das VSG hat vorliegend keinerlei Zweifel an der Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit der Zeugen und hat dabei auch nicht verkannt, dass es sich durchgängig um Zeugen der DJK SV X handelt. Alle Zeugen zeigten keinen Belastungseifer und schilderten die Vorgänge ruhig und sachlich, bei dem Schiedsrichter E handelt es sich zudem um einen völlig neutralen Beobachter.

Der Betroffene war daher gemäß §§ 47, 48, 67 Abs.1 RVO wegen Tätlichkeit in zwei besonders schweren Fällen zu bestrafen.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG berücksichtigt, dass der Betroffene die Schläge wenigstens zum Teil eingeräumt hat.

Zu seinen Lasten war jedoch zu sehen, dass es sich vorliegend um zwei ganz gravierende Vorfälle mit Tätlichkeiten erheblicher Art gegen einen Spieler und einen Zuschauer und ebensolchen Verletzungen handelt. Der Betroffene hat insbesondere ohne Anlass auf den Zeugen B eingeschlagen und diesen ganz erheblich bis hin zu einer dauerhaft sichtbaren Narbe verletzt.

Auch die Verletzungen des Zeugen D sind erheblich und standen in keinem Zusammenhang mit dem Spiel der Reserve. Angriffe auf den Betroffenen selbst lagen nach Überzeugung des VSG nicht vor.

Aufgrund des Gesamtverhaltens des Betroffenen kam unter Abwägung aller Umstände vorliegend nur der Ausschluss des Betroffenen aus dem Bayerischen Fußball-Verband gem. § 67 Abs. 1 Satz 2 RVO in Betracht, mildere Mittel erschienen nicht ausreichend.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.


 

Protokoll 27 vom 06.03.2012
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall-Nr.: 59

 


Beschwerde der DJK X gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 08.10.2011


Urteil:


I. Auf die Beschwerde der DJK B wird der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 08.10.2011 aufgehoben.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Die JFG X besteht aus den Stammvereinen SV A, DJK B, FC C und DJK D. Der zuvor ebenfalls dieser JFG angehörende SV E ist zum 15.07.2011 ausgeschieden.

Mit Entscheid vom 08.10.2011 (zugestellt am 11.10.2011) entzog der Verbands-Jugendausschuss (VJA) den Spielern des DJK B das automatisch erteilte Sonderspielrecht gemäß § 27 Abs. 1 JO, das für Spieler des Jahrgangs 1993 und des Jahrgangs 1994 zum Einsatz in Herrenmannschaften berechtigt, mit sofortiger Wirkung. Dies wurde damit begründet, dass die JFG X mit Schreiben vom 06.09.2011 ihre U 19 (A) Junioren Mannschaft zurückgezogen habe. Dieser Rückzug sei deshalb erfolgt, weil die U 19 Juniorenspieler in den Herrenmannschaften eingesetzt worden wären. Gemäß der Spielberichtsbögen der Herrenmannschaften der DJK B seien die U-19-Juniorenspieler N. N. und M. M. in der Herrenmannschaft der DJK B eingesetzt worden. Die Ursache des Mannschaftsrückzugs der U 19 Mannschaft der JFG X sei der Einsatz der Spieler in der Herrenmannschaft der Stammvereine gewesen.

 Hiergegen legte die DJK B mit Schreiben vom 14.10.2011(Eingang 18.10.2011) Beschwerde zum Präsidium ein. Dies wurde damit begründet, dass die JFG X keine A-Junioren Mannschaft mehr stellen könne, weil der SV E  ausgeschieden sei. Zwei Spieler hätten weggewechselt und weitere Spieler seien seit längerer Zeit nicht mehr aktiv. Die beiden Spieler hätten zunächst nur bei den Herrenmannschaften mittrainieren sollen, um sie nicht auch zu verlieren. Aufgrund einer positiven Entwicklung seien die Spieler dann in der Herrenmannschaft eingesetzt worden.

 Mit Schreiben vom 26.10.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des VJA von Vizepräsident Baier als Vertreter des im Ausland weilenden Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

 Mit Beschluss vom 03.11.2011 wurde der Entscheid des VJA gegenüber der DJK B bis zur abschließenden Entscheidung des VSG ausgesetzt. Der VJA erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme, die er mit Schriftsatz vom 14.12.2011 wahrnahm.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Teilnahme der Spieler am Spielbetrieb betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des VJA ist zulässig. Sie ist auch begründet.

a) Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.

Dabei stellt § 27 Abs. 1 JO die allgemeine Regel auf, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.

Der in § 27 Abs. 7 JO genannte Abs. 4 bezieht sich auf das Sonderspielrecht bei Jugend-Fördergemeinschaften. Diese Vorschrift lautet: Spieler nach Abs. 1 bei einer Junioren-Förder-Gemeinschaft haben nur für den im Spielerpass eingetragenen Stammverein das Sonder-Spielrecht. Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Junioren-Förder-Gemeinschaft, die beim Stammverein vorliegen muss. Bei einem Verstoß gegen Abs. 7 wird das Sonder-Spielrecht für alle Stammvereine der Junioren-Förder-Gemeinschaft entzogen.

Fraglich ist nunmehr, ob bei der Entziehung des Sonderspielrechts bei einer JFG der VJA ein Ermessen auszuüben hat, oder ob es sich um einen gleichsam automatischen Entzug handelt, sobald der Tatbestand des Abs. 7 festgestellt wird.

Das VSG geht davon aus, dass auch beim Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG eine Ermessensentscheidung zu treffen ist.

Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Demgegenüber ist in Abs. 4 Satz 2 das Wort "wird" enthalten, das für einen automatischen Entzug sprechen würde. Am Wortlaut alleine kann die Auslegung daher kein abschließendes Ergebnis finden.

Die systematische Auslegung spricht für eine Ermessensentscheidung. Abs. 4 stellt keine Spezialvorschrift zu Abs. 7 dar, die Vorrang besitzen würde. Abs. 7 erfasst auch das Sonderspielrecht in einer JFG. Dies zeigt die im Abs. 7 enthaltene Verweisung auf Abs. 4, die ansonsten sinnwidrig wäre, wenn es sich um zwei unabhängige Regelungen handeln würde. Diese Verweisung lässt somit erkennen, dass der Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG nicht gesondert geregelt ist, sondern sich nach den allgemeinen Regeln des Abs. 7 richtet. Abs. 4 Satz 2 kann dabei widerspruchsfrei als Klarstellung dahingehend geregelt werden, dass der Entzug des Sonderspielrechts alle Stammvereine der JFG betrifft, so dass es nicht darauf ankommt, welcher Stammverein durch den Einsatz eines Jugendspielers im Herrenbereich den Spielausfall verursacht hat. Da Abs. 7 eine Ermessensentscheidung fordert, ist diese auch bei der JFG zu treffen.

Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In den  vorliegenden Fällen wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.

Die Bildung einer JFG dient gemäß § 15a JO der Talentförderung. Eine Schlechterstellung der JFG gegenüber der A-Juniorenmannschaft eines Stammvereins, der mit eigener Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist nicht gerechtfertigt. Zwar mag es aufgrund der Tatsache dass die JFG der Talentförderung dienen soll, der Fall sein, dass in einer JFG vermehrt Spieler vorhanden sind, die aufgrund ihrer talentierten Fähigkeiten in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden können. Dies kann im Rahmen einer Ermessensentscheidung berücksichtigt werden. Die demographische Entwicklung zeigt aber in der Praxis, dass eine Vielzahl von JFG nicht mehr wegen der Talentförderung, sondern deshalb gebildet werden, damit Jugendliche aus Stammvereinen, die alleine keine A-Juniorenmannschaft mehr bilden können, entsprechend ihrem Leistungsvermögen Fußball spielen können und somit dem organisierten Fußballsport erhalten bleiben. Somit ist jedenfalls zwischenzeitlich davon auszugehen, dass auch bei einer JFG anzuerkennende Gründe vorliegen können, die einen Stammverein zur Rückziehung einer A-Juniorenmannschaft veranlassen können, nämlich schlichtweg Spielermangel aus Desinteresse der Jugendlichen. Die Gründe für eine Zurückziehung müssen im Rahmen einer Ermessensentscheidung ermittelt und erkennbar berücksichtigt werden. Der Sinn und Zweck der Regelung verlangt zudem, dass sich aus diesen Tatsachen ergeben muss, dass der Einsatz von Jugendspielern in der Herrenmannschaft kausal für das Zurückziehen der Juniorenmannschaft der JFG wurde.


b)
Der Entscheid des VJA vom 09.10.2010 enthält keine nachvollziehbare Ermessensabwägung, ist daher rechtsfehlerhaft und aufzuheben.

Der VJA stützt seine Entscheidung nur pauschal darauf, dass drei U-19-Juniorenspieler der JFG X in den Herrenmannschaften von zwei Stammvereinen eingesetzt worden seien. Alleine der Einsatz in der Herrenmannschaft vor Beginn der Jugendspielrunde reicht jedoch nicht aus, um den Schluss zu ziehen, die Spieler stünden der JFG nicht mehr zur Verfügung. Es hätte konkret dargelegt werden müssen, welche weiteren Tatsachen dafür sprechen, dass Spieler die vor Beginn der Jugend-Spielrunde in der Herrenmannschaft eingesetzt werden, dauerhaft der JFG entzogen wurden und somit die Kausalität des Einsatzes in Herrenmannschaften zur Zurückziehung der U-19-Juniorenmannschaft der JFG gegeben ist.

Erst wenn diese Tatsachen nachvollziehbar festgestellt worden wären, hätte der VJA eine Ermessensentscheidung treffen können. Dabei hätten die Gründe, die für einen Widerruf der Spielberechtigung sprechen, mit dem Argument abgewogen werden müssen, dass der Entzug des Spielrechts für Jugendliche eine äußerst einschneidende Maßnahme darstellt.

4. Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO


 

Protokoll  26 vom 22.02.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger
Fall-Nr.: 58      

 

Verbandsspiel DJK SV X gegen FC Y vom 04.09.2011

 

Urteil:


1. Gegen die DJK SV X wird wegen Verletzung der Platzdisziplin gemäß § 73 Abs1. RVO eine Geldstrafe von Euro 700,00  verhängt. 2. Die Entscheidung über die Kosten wird zurückgestellt. 

Gründe:


Dem Verein lag zur Last anlässlich des Spiels am 4.9.2011 gegen den FC Y die Platzdisziplin durch unzureichenden Einsatz von Platzordnern verletzt zu haben.

Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus dem Sachzusammenhang mit dem gegen einen weiteren Spieler des FC Y geführten Verfahren, in welchem ein Ausschluss des Spielers in Betracht kommt (§ 20 Abs.1a RVO).

Am 4.9.2011 war es zunächst im Spiel der 2. Mannschaften zu einer Tätlichkeit eines Spielers des FC Y gekommen, der betroffenen Spieler aus X musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden.

In der Folge kam es anlässlich des Spiels der 1.Mannschaften zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen der jeweiligen Fans, wobei die Fans des FC Y unterhalb einer Terrasse mit Fans der DJK SV X standen und im Rahmen der Auseinandersetzung zunächst ein Schuh geworfen und der Werfer dann mit Limonade und Bier bespritzt wurde. Das Verfahren wurde vom KSG mit Beschluss vom 03.11.2011 an das VSG abgegeben.
 
Als aufgrund dessen der Schuhwerfer Herr N. N. wutentbrannt die Terrasse stürmte und einen Stuhl ergriff, um damit auf die Anhänger der DJK loszugehen, griff der Ordnungsdienst, bestehend aus drei Personen nicht ein. Herr N. N. konnte glücklicherweise durch den Zeugen A überwältigt werden.

Die Besetzung des von der DJK SV X gestellten Ordnungsdienstes mit drei Personen, von denen sich der Leiter des Ordnungsdienstes, der Zeuge B auch noch am Spielfeldrand befand und offenbar mehr das Spielgeschehen als die Vorgänge hinter ihm beobachtete, war vorliegend angesichts der Vorgänge keineswegs ausreichend.

Die zwei eingesetzten Ordner, die sich zumindest zeitweise unterhalb der Terrasse befanden,  hätten vielmehr zusammen mit dem Zeugen  B  bereits darauf hinwirken müssen, dass sich die Anhänger des FC Y von ihrem Standort unterhalb der Terrasse entfernen und hätten auch das Schütten von Bier und Limonade unterbinden müssen.

Auch die seitens des Vereins eingesetzte Zahl von nur drei Ordnern ist im vorliegenden Fall völlig unzureichend gewesen. Der Zeuge B räumte ein, sich als Leiter des Ordnungsdienstes am Spielfeldrand aufgehalten und die Vorgänge hinter ihm (Werfen des Schuhs durch Herrn N. N., Bespritzen mit Bier) nicht mitbekommen zu haben. Selbst als Spieler des FC Y das Spielfeld verlassen haben, habe er sich nichts dabei gedacht und sei auch Herrn N. N. nicht gefolgt.

Das Gericht weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es die Aufgabe des Leiters des Ordnungsdienstes und damit indirekt auch die Aufgabe des Vereins ist, die Vorgänge außerhalb des Spielfeldes zu beobachten, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und dann angemessen, beispielsweise durch kurzfristige Einteilung weiterer Ordner zu reagieren.

Dieser Verpflichtung  aus § 28 SpO ist die DJK SV X am 4.9.2011 nicht ausreichend nachgekommen.

Bei einem frühzeitigen Einschreiten der Ordner wären nach Überzeugung des VSG die tumultartigen Szenen auf der Terrasse zwischen Anhängern beider Mannschaften, die letztlich auch zu erheblichen Verletzungen des Zeugen C führten, verhindert worden.

Der betroffene Verein hat die Vorwürfe nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung eingeräumt und die Geldstrafe akzeptiert.
 

Unter Abwägung aller Umstände, insbesondere auch der Tatsache, dass die Tätlichkeiten durchweg durch Spieler oder Anhänger des FC Y begangen wurden, erachtet das VSG die Verhängung einer Geldstrafe von Euro 700.- als erforderlich, aber auch ausreichend.

Die Kostenentscheidung bleibt einem gesonderten Beschluss vorbehalten, da der Ausgang des Verfahrens gegen den FC Y abgewartet werden muss.


 

 

Protokoll 26 vom 22.02.2012
Besetzung: Beierlein, Krause, Schreckenbauer
Fall-Nr.: 57    


Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 3.1.2012 (Prot. 31, Fall 186)  

Urteil:


I. Die Berufung wird als unzulässig verworfen.
II. Die Kosten der Berufung in Höhe von 100 Euro sowie die Verfahrensgebühr in Höhe von 60 Euro trägt der SV X.
 

Gründe:

 

1.  Mit Schreiben vom 9.11.2011 hat der SV X Anzeige gegen den SRA N.N.  erstattet, weil dieser Anhänger des SV X beim Spiel in XX am 22.10.2011 durch sein Verhalten beleidigt habe. Das zuständige BSG hat mit Urteil vom 3.1.2012 (Prot.31 Fall 186) der Anzeige keine Folge gegeben und das Verfahren gegen SRA N.N. eingestellt (auf das Urteil wird Bezug genommen). Gegen dieses Urteil richtet sich die durch den SV X eingelegte Berufung mit dem Ziel, das Urteil des BSG aufzuheben und SRA N.N. wegen unsportlichen  Verhaltens zu bestrafen.
 
2.  Die Berufung  ist nicht zulässig. Der SV X, für den die Berufung eingelegt wurde, ist nicht berufungsbefugt. Zwar hat der SV X mit seiner Anzeige gemäß § 35 RVO das Verfahren ordnungsgemäß ausgelöst. Dies gibt ihm aber noch nicht die Befugnis, gegen die ergangene Entscheidung die Berufung einzulegen. Nach § 44 Abs.1 Satz 2 RVO können nur der unmittelbar Betroffene und derjenige, der ein berechtigtes Interesse an der Entscheidung nachweisen kann, Berufung einlegen. Unmittelbar betroffen ist der SV X von der angegriffenen Entscheidung nicht, es erfasst diese Alternative allein denjenigen, gegen den sich das Verfahren richtet. Ein berechtigtes Interesse an der Entscheidung liegt beim SV X ebenfalls nicht vor. Berechtigt ist ein Interesse nur dann, wenn die Entscheidung Einfluss hat auf die Situation des Vereins, wenn also z.B. eine Spielwertung sich in der Tabelle zu Lasten eines nicht unmittelbar beteiligten Vereins auswirkt. Das persönliche Interesse des SV X sowie seiner Anhänger am Ausgang des ausgelösten Verfahrens kann die Berufungsbefugnis nicht begründen.  Das Verfahren nach der Rechts- und Verfahrensordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes ist insoweit dem Strafprozess der ordentlichen Gerichtsbarkeit vergleichbar, der demjenigen, der eine Straftat anzeigt, eine Berufungsbefugnis ebenfalls nicht gibt, grundsätzlich auch dann nicht, wenn durch die angezeigte Tat der Anzeigende betroffen war. Die Berufung des SV X war damit als unzulässig zu verwerfen.
3.  Kostenentscheidung: §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Zif. I Nr. 8 b, 13 d FO

 

 

Protokoll 25 vom 07.02.2012
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Preißinger
Fall-Nr.: 56

 

Beschwerde des SV X gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011

 

Urteil:

I. Auf die Beschwerde des SV X wird der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 aufgehoben.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Die JFG Y besteht aus den Stammvereinen SV A, 1. FC B, SV X, SC C. und TSV D.

Mit Entscheid vom 09.10.2011 (zugestellt am 11.10.2011) entzog der Verbands-Jugendausschuss (VJA) den Spielern des SV X das automatisch erteilte Sonderspielrecht gemäß § 27 Abs. 1 JO, das für Spieler des Jahrgangs 1993 und des Jahrgangs 1994 zum Einsatz in Herrenmannschaften berechtigt, mit sofortiger Wirkung. Dies wurde damit begründet, dass die JFG Y mit Schreiben vom 19.09.2011 ihre U 19 (A) Junioren Mannschaft zurückgezogen habe. Gemäß der Spielberichtsbögen der Herrenmannschaften der Stammvereine durch den Kreis-Jugendausschuss wurden die U-19-Juniorenspieler der Stammvereine in den Herrenmannschaften eingesetzt und der JFG nicht mehr zur Verfügung gestellt. Die Ursache des Mannschaftsrückzugs der U 19 Mannschaft der JFG Y sei der Einsatz der Spieler in der Herrenmannschaft der Stammvereine gewesen.

 Hiergegen legte der SV X mit Schreiben vom 13.10.2011 (eingegangen am 18.10.2011) Beschwerde zum Präsidium ein. Dies wurde damit begründet, dass keine Ermessensentscheidung getroffen wurde. Die in der Meldung des Kreisjugendleiters genannten U-19-Juniorenspieler der SV X seien der JFG zur Verfügung gestellt worden. Es wären nur drei Spieler nach der Zurückziehung der Mannschaft bei den Senioren eingesetzt worden, um ihnen weiterhin das Spielen im organisierten Fußball zu ermöglichen. Der Spielbetrieb der A-Junioren der JFG sei aufgrund des Desinteresses der weiteren Spieler nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Zudem habe es einen vergleichbaren Fall im Kreis gegeben, bei dem das Spielrecht nicht entzogen worden sei.

 Mit Schreiben vom 26.10.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des VJA von Vizepräsident Baier als Vertreter des im Ausland weilenden Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

 Mit Beschluss vom 03.11.2011 wurde der Entscheid des VJA gegenüber der SV X bis zur abschließenden Entscheidung des VSG ausgesetzt. Der VJA erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme, die er mit Schriftsatz vom 14.12.2011 wahrnahm.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Teilnahme der Spieler am Spielbetrieb betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des VJA ist zulässig. Sie ist auch begründet.

a) Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.

Dabei stellt § 27 Abs. 1 JO die allgemeine Regel auf, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.

Der in § 27 Abs. 7 JO genannte Abs. 4 bezieht sich auf das Sonderspielrecht bei Jugend-Fördergemeinschaften. Diese Vorschrift lautet: Spieler nach Abs. 1 bei einer Junioren-Förder-Gemeinschaft haben nur für den im Spielerpass eingetragenen Stammverein das Sonder-Spielrecht. Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Junioren-Förder-Gemeinschaft, die beim Stammverein vorliegen muss. Bei einem Verstoß gegen Abs. 7 wird das Sonder-Spielrecht für alle Stammvereine der Junioren-Förder-Gemeinschaft entzogen.

Fraglich ist nunmehr, ob bei der Entziehung des Sonderspielrechts bei einer JFG der VJA ein Ermessen auszuüben hat, oder ob es sich um einen gleichsam automatischen Entzug handelt, sobald der Tatbestand des Abs. 7 festgestellt wird.

Das VSG geht davon aus, dass auch beim Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG eine Ermessensentscheidung zu treffen ist.

Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Demgegenüber ist in Abs. 4 Satz 2 das Wort "wird" enthalten, das für einen automatischen Entzug sprechen würde. Am Wortlaut alleine kann die Auslegung daher kein abschließendes Ergebnis finden.

Die systematische Auslegung spricht für eine Ermessensentscheidung. Abs. 4 stellt keine Spezialvorschrift zu Abs. 7 dar, die Vorrang besitzen würde. Abs. 7 erfasst auch das Sonderspielrecht in einer JFG. Dies zeigt die im Abs. 7 enthaltene Verweisung auf Abs. 4, die ansonsten sinnwidrig wäre, wenn es sich um zwei unabhängige Regelungen handeln würde. Diese Verweisung lässt somit erkennen, dass der Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG nicht gesondert geregelt ist, sondern sich nach den allgemeinen Regeln des Abs. 7 richtet. Abs. 4 Satz 2 kann dabei widerspruchsfrei als Klarstellung dahingehend geregelt werden, dass der Entzug des Sonderspielrechts alle Stammvereine der JFG betrifft, so dass es nicht darauf ankommt, welcher Stammverein durch den Einsatz eines Jugendspielers im Herrenbereich den Spielausfall verursacht hat. Da Abs. 7 eine Ermessensentscheidung fordert, ist diese auch bei der JFG zu treffen.

Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In den  vorliegenden Fällen wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.

Die Bildung einer JFG dient gemäß § 15a JO der Talentförderung. Eine Schlechterstellung der JFG gegenüber der A-Juniorenmannschaft eines Stammvereins, der mit eigener Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist nicht gerechtfertigt. Zwar mag es aufgrund der Tatsache dass die JFG der Talentförderung dienen soll, der Fall sein, dass in einer JFG vermehrt Spieler vorhanden sind, die aufgrund ihrer talentierten Fähigkeiten in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden können. Dies kann im Rahmen einer Ermessensentscheidung berücksichtigt werden. Die demographische Entwicklung zeigt aber in der Praxis, dass eine Vielzahl von JFG nicht mehr wegen der Talentförderung, sondern deshalb gebildet werden, damit Jugendliche aus Stammvereinen, die alleine keine A-Juniorenmannschaft mehr bilden können, entsprechend ihrem Leistungsvermögen Fußball spielen können und somit dem organisierten Fußballsport erhalten bleiben. Somit ist jedenfalls zwischenzeitlich davon auszugehen, dass auch bei einer JFG anzuerkennende Gründe vorliegen können, die einen Stammverein zur Rückziehung einer A-Juniorenmannschaft veranlassen können, nämlich schlichtweg Spielermangel aus Desinteresse der Jugendlichen. Die Gründe für eine Zurückziehung müssen im Rahmen einer Ermessensentscheidung ermittelt und erkennbar berücksichtigt werden. Der Sinn und Zweck der Regelung verlangt zudem, dass sich aus diesen Tatsachen ergeben muss, dass der Einsatz von Jugendspielern in der Herrenmannschaft kausal für das Zurückziehen der Juniorenmannschaft der JFG wurde.


b)
Der Entscheid des VJA vom 09.10.2010 enthält keine nachvollziehbare Ermessensabwägung, ist daher rechtsfehlerhaft und aufzuheben.

Der VJA stützt seine Entscheidung nur pauschal darauf, dass die U-19-Juniorenspieler der JFG Y in den Herrenmannschaften der Stammvereine eingesetzt werden würden. Von den vom Kreisjugendleiter genannten 7 Spieler der JFG Y wurden jedoch laut der vorgelegten Spielberichte vor der Abmeldung der Mannschaft der JFG nur der Spieler N. N. in Spielen der Herrenmannschaft des SV Y eingesetzt. Alleine der Einsatz in der Herrenmannschaft vor Beginn der Jugendspielrunde reicht jedoch nicht aus, um den Schluss zu ziehen, die Spieler stünden der JFG nicht mehr zur Verfügung. Es hätte konkret dargelegt werden müssen, welche weiteren Tatsachen dafür sprechen, dass Spieler die vor Beginn der Jugend-Spielrunde in der Herrenmannschaft eingesetzt werden, dauerhaft der JFG entzogen wurden und somit die Kausalität des Einsatzes in Herrenmannschaften zur Zurückziehung der U-19-Juniorenmannschaft der JFG gegeben ist.

Erst wenn diese Tatsachen nachvollziehbar festgestellt worden wären, hätte der VJA eine Ermessensentscheidung treffen können. Dabei hätten die Gründe, die für einen Widerruf der Spielberechtigung sprechen, mit dem Argument abgewogen werden müssen, dass der Entzug des Spielrechts für Jugendliche eine äußerst einschneidende Maßnahme darstellt.

4. Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO


 

Protokoll 25 vom 07.02.2012
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Preißinger
Fall-Nr.: 55

 


Beschwerde des TSV X gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011


Urteil:

I. Auf die Beschwerde des TSV X wird der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 aufgehoben.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:


1. Die JFG Y besteht aus den Stammvereinen SV A, 1. FC B, SV C, SC D. und TSV X.

Mit Entscheid vom 09.10.2011 entzog der Verbands-Jugendausschuss (VJA) den Spielern des TSV X das automatisch erteilte Sonderspielrecht gemäß § 27 Abs. 1 JO, das für Spieler des Jahrgangs 1993 und des Jahrgangs 1994 zum Einsatz in Herrenmannschaften berechtigt, mit sofortiger Wirkung. Dies wurde damit begründet, dass die JFG Y mit Schreiben vom 19.09.2011 ihre U 19 (A) Junioren Mannschaft zurückgezogen habe. Gemäß der Spielberichtsbögen der Herrenmannschaften der Stammvereine durch den Kreis-Jugendausschuss wurden die U-19-Juniorenspieler der Stammvereine in den Herrenmannschaften eingesetzt und der JFG nicht mehr zur Verfügung gestellt. Die Ursache des Mannschaftsrückzugs der U 19 Mannschaft der JFG Y sei der Einsatz der Spieler in der Herrenmannschaft der Stammvereine gewesen.

 Hiergegen legte der TSV X mit Schreiben vom 14.10.2011 Beschwerde zum Präsidium ein. Dies wurde damit begründet, dass keine Ermessensentscheidung getroffen wurde. Die in der Meldung des Kreisjugendleiters genannten U-19-Juniorenspieler der TSV X seien der JFG zur Verfügung gestellt worden, hätten jedoch aus Desinteresse, sowie wegen Verletzungen und wegen beruflicher Verhinderung nicht mehr spielen können. Ein einziger Spieler sei nach der Zurückziehung des Mannschaft bei den Senioren eingesetzt worden, um ihm weiterhin das Spielen im organisierten Fußball zu ermöglichen. Der Spielbetrieb der A-Junioren der JFG sei aufgrund des Desinteresses der weiteren Spieler nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Zudem habe es einen vergleichbaren Fall im Kreis gegeben, bei dem das Spielrecht nicht entzogen worden sei.

 Mit Schreiben vom 26.10.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des VJA von Vizepräsident Baier als Vertreter des im Ausland weilenden Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

 Mit Beschluss vom 03.11.2011 wurde der Entscheid des VJA gegenüber dem TSV X bis zur abschließenden Entscheidung des VSG ausgesetzt. Der VJA erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme, die er mit Schriftsatz vom 14.12.2011 wahrnahm.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Teilnahme der Spieler am Spielbetrieb betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des VJA ist zulässig. Sie ist auch begründet.

a) Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.

Dabei stellt § 27 Abs. 1 JO die allgemeine Regel auf, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.

Der in § 27 Abs. 7 JO genannte Abs. 4 bezieht sich auf das Sonderspielrecht bei Jugend-Fördergemeinschaften. Diese Vorschrift lautet: Spieler nach Abs. 1 bei einer Junioren-Förder-Gemeinschaft haben nur für den im Spielerpass eingetragenen Stammverein das Sonder-Spielrecht. Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Junioren-Förder-Gemeinschaft, die beim Stammverein vorliegen muss. Bei einem Verstoß gegen Abs. 7 wird das Sonder-Spielrecht für alle Stammvereine der Junioren-Förder-Gemeinschaft entzogen.

Fraglich ist nunmehr, ob bei der Entziehung des Sonderspielrechts bei einer JFG der VJA ein Ermessen auszuüben hat, oder ob es sich um einen gleichsam automatischen Entzug handelt, sobald der Tatbestand des Abs. 7 festgestellt wird.

Das VSG geht davon aus, dass auch beim Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG eine Ermessensentscheidung zu treffen ist.

Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Demgegenüber ist in Abs. 4 Satz 2 das Wort "wird" enthalten, das für einen automatischen Entzug sprechen würde. Am Wortlaut alleine kann die Auslegung daher kein abschließendes Ergebnis finden.

Die systematische Auslegung spricht für eine Ermessensentscheidung. Abs. 4 stellt keine Spezialvorschrift zu Abs. 7 dar, die Vorrang besitzen würde. Abs. 7 erfasst auch das Sonderspielrecht in einer JFG. Dies zeigt die im Abs. 7 enthaltene Verweisung auf Abs. 4, die ansonsten sinnwidrig wäre, wenn es sich um zwei unabhängige Regelungen handeln würde. Diese Verweisung lässt somit erkennen, dass der Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG nicht gesondert geregelt ist, sondern sich nach den allgemeinen Regeln des Abs. 7 richtet. Abs. 4 Satz 2 kann dabei widerspruchsfrei als Klarstellung dahingehend geregelt werden, dass der Entzug des Sonderspielrechts alle Stammvereine der JFG betrifft, so dass es nicht darauf ankommt, welcher Stammverein durch den Einsatz eines Jugendspielers im Herrenbereich den Spielausfall verursacht hat. Da Abs. 7 eine Ermessensentscheidung fordert, ist diese auch bei der JFG zu treffen.

Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In den  vorliegenden Fällen wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.

Die Bildung einer JFG dient gemäß § 15a JO der Talentförderung. Eine Schlechterstellung der JFG gegenüber der A-Juniorenmannschaft eines Stammvereins, der mit eigener Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist nicht gerechtfertigt. Zwar mag es aufgrund der Tatsache dass die JFG der Talentförderung dienen soll, der Fall sein, dass in einer JFG vermehrt Spieler vorhanden sind, die aufgrund ihrer talentierten Fähigkeiten in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden können. Dies kann im Rahmen einer Ermessensentscheidung berücksichtigt werden. Die demographische Entwicklung zeigt aber in der Praxis, dass eine Vielzahl von JFG nicht mehr wegen der Talentförderung, sondern deshalb gebildet werden, damit Jugendliche aus Stammvereinen, die alleine keine A-Juniorenmannschaft mehr bilden können, entsprechend ihrem Leistungsvermögen Fußball spielen können und somit dem organisierten Fußballsport erhalten bleiben. Somit ist jedenfalls zwischenzeitlich davon auszugehen, dass auch bei einer JFG anzuerkennende Gründe vorliegen können, die einen Stammverein zur Rückziehung einer A-Juniorenmannschaft veranlassen können, nämlich schlichtweg Spielermangel aus Desinteresse der Jugendlichen. Die Gründe für eine Zurückziehung müssen im Rahmen einer Ermessensentscheidung ermittelt und erkennbar berücksichtigt werden. Der Sinn und Zweck der Regelung verlangt zudem, dass sich aus diesen Tatsachen ergeben muss, dass der Einsatz von Jugendspielern in der Herrenmannschaft kausal für das Zurückziehen der Juniorenmannschaft der JFG wurde.


b)
Der Entscheid des VJA vom 09.10.2010 enthält keine nachvollziehbare Ermessensabwägung, ist daher rechtsfehlerhaft und aufzuheben.

Der VJA stützt seine Entscheidung nur pauschal darauf, dass die U-19-Juniorenspieler der JFG Y in den Herrenmannschaften der Stammvereine eingesetzt werden würden. Von den vom Kreisjugendleiter genannten 7 Spieler der JFG Y wurden jedoch laut der vorgelegten Spielberichte vor der Abmeldung der Mannschaft der JFG nur der Spieler N. N. in Spielen der Herrenmannschaft des TSV X eingesetzt. Hinsichtlich des ebenfalls genannten Spieler A. A., der ebenfalls verschiedentlich eingesetzt wurde, hat der TSV X bestritten, dass er noch in der JFG hätte eingesetzt werden können. Alleine der Einsatz in der Herrenmannschaft vor Beginn der Jugendspielrunde reicht jedoch nicht aus, um den Schluss zu ziehen, die Spieler stünden der JFG nicht mehr zur Verfügung. Es hätte konkret dargelegt werden müssen, welche weiteren Tatsachen dafür sprechen, dass Spieler die vor Beginn der Jugend-Spielrunde in der Herrenmannschaft eingesetzt werden, dauerhaft der JFG entzogen wurden und somit die Kausalität des Einsatzes in Herrenmannschaften zur Zurückziehung der U-19-Juniorenmannschaft der JFG gegeben ist.

Erst wenn diese Tatsachen nachvollziehbar festgestellt worden wären, hätte der VJA eine Ermessensentscheidung treffen können. Dabei hätten die Gründe, die für einen Widerruf der Spielberechtigung sprechen, mit dem Argument abgewogen werden müssen, dass der Entzug des Spielrechts für Jugendliche eine äußerst einschneidende Maßnahme darstellt.

4. Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

 

Protokoll  25 vom 07.02.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Preißinger
Fall-Nr.: 54

 

Beschwerde des 1. FC X gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011


Urteil:

I. Auf die Beschwerde des 1. FC X wird der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 aufgehoben.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

 

1. Die JFG Y besteht aus den Stammvereinen SV A, 1. FC X, SV B, SC C und TSV D.

Mit Entscheid vom 09.10.2011 (zugestellt am 11.10.2011) entzog der Verbands-Jugendausschuss (VJA) den Spielern des 1. FC X das automatisch erteilte Sonderspielrecht gemäß § 27 Abs. 1 JO, das für Spieler des Jahrgangs 1993 und des Jahrgangs 1994 zum Einsatz in Herrenmannschaften berechtigt, mit sofortiger Wirkung. Dies wurde damit begründet, dass die JFG Y mit Schreiben vom 19.09.2011 ihre U 19 (A) Junioren Mannschaft zurückgezogen habe. Gemäß der Spielberichtsbögen der Herrenmannschaften der Stammvereine durch den Kreis-Jugendausschuss wurden die U-19-Juniorenspieler der Stammvereine in den Herrenmannschaften eingesetzt und der JFG nicht mehr zur Verfügung gestellt. Die Ursache des Mannschaftsrückzugs der U 19 Mannschaft der JFG Y sei der Einsatz der Spieler in der Herrenmannschaft der Stammvereine gewesen.

Hiergegen legte der 1. FC X mit Schreiben vom 13.10.2011 (eingegangen am 17.10.2011) Beschwerde zum Präsidium ein. Dies wurde damit begründet, dass keine Ermessensentscheidung getroffen wurde. Die in der Meldung des Kreisjugendleiters genannten U-19-Juniorenspieler des 1. FC X seien der JFG zur Verfügung gestellt worden. Es wären die Juniorenspieler bei den Senioren eingesetzt worden, um ihnen weiterhin das Spielen im organisierten Fußball zu ermöglichen. Der Spielbetrieb der A-Junioren der JFG sei aufgrund des Desinteresses der weiteren Spieler nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Zudem habe es einen vergleichbaren Fall im Kreis gegeben, bei dem das Spielrecht nicht entzogen worden sei.

 Mit Schreiben vom 26.10.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des VJA von Vizepräsident Baier als Vertreter des im Ausland weilenden Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

 Mit Beschluss vom 03.11.2011 wurde der Entscheid des VJA gegenüber dem 1. FC X bis zur abschließenden Entscheidung des VSG ausgesetzt. Der VJA erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme, die er mit Schriftsatz vom 14.12.2011 wahrnahm.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Teilnahme der Spieler am Spielbetrieb betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des VJA ist zulässig. Sie ist auch begründet.

a) Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.

Dabei stellt § 27 Abs. 1 JO die allgemeine Regel auf, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren- bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.

Der in § 27 Abs. 7 JO genannte Abs. 4 bezieht sich auf das Sonderspielrecht bei Jugend-Fördergemeinschaften. Diese Vorschrift lautet: Spieler nach Abs. 1 bei einer Junioren-Förder-Gemeinschaft haben nur für den im Spielerpass eingetragenen Stammverein das Sonder-Spielrecht. Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Junioren-Förder-Gemeinschaft, die beim Stammverein vorliegen muss. Bei einem Verstoß gegen Abs. 7 wird das Sonder-Spielrecht für alle Stammvereine der Junioren-Förder-Gemeinschaft entzogen.

Fraglich ist nunmehr, ob bei der Entziehung des Sonderspielrechts bei einer JFG der VJA ein Ermessen auszuüben hat, oder ob es sich um einen gleichsam automatischen Entzug handelt, sobald der Tatbestand des Abs. 7 festgestellt wird.

Das VSG geht davon aus, dass auch beim Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG eine Ermessensentscheidung zu treffen ist.

Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Demgegenüber ist in Abs. 4 Satz 2 das Wort "wird" enthalten, das für einen automatischen Entzug sprechen würde. Am Wortlaut alleine kann die Auslegung daher kein abschließendes Ergebnis finden.

Die systematische Auslegung spricht für eine Ermessensentscheidung. Abs. 4 stellt keine Spezialvorschrift zu Abs. 7 dar, die Vorrang besitzen würde. Abs. 7 erfasst auch das Sonderspielrecht in einer JFG. Dies zeigt die im Abs. 7 enthaltene Verweisung auf Abs. 4, die ansonsten sinnwidrig wäre, wenn es sich um zwei unabhängige Regelungen handeln würde. Diese Verweisung lässt somit erkennen, dass der Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG nicht gesondert geregelt ist, sondern sich nach den allgemeinen Regeln des Abs. 7 richtet. Abs. 4 Satz 2 kann dabei widerspruchsfrei als Klarstellung dahingehend geregelt werden, dass der Entzug des Sonderspielrechts alle Stammvereine der JFG betrifft, so dass es nicht darauf ankommt, welcher Stammverein durch den Einsatz eines Jugendspielers im Herrenbereich den Spielausfall verursacht hat. Da Abs. 7 eine Ermessensentscheidung fordert, ist diese auch bei der JFG zu treffen.

Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In den  vorliegenden Fällen wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.

Die Bildung einer JFG dient gemäß § 15a JO der Talentförderung. Eine Schlechterstellung der JFG gegenüber der A-Juniorenmannschaft eines Stammvereins, der mit eigener Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist nicht gerechtfertigt. Zwar mag es aufgrund der Tatsache dass die JFG der Talentförderung dienen soll, der Fall sein, dass in einer JFG vermehrt Spieler vorhanden sind, die aufgrund ihrer talentierten Fähigkeiten in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden können. Dies kann im Rahmen einer Ermessensentscheidung berücksichtigt werden. Die demographische Entwicklung zeigt aber in der Praxis, dass eine Vielzahl von JFG nicht mehr wegen der Talentförderung, sondern deshalb gebildet werden, damit Jugendliche aus Stammvereinen, die alleine keine A-Juniorenmannschaft mehr bilden können, entsprechend ihrem Leistungsvermögen Fußball spielen können und somit dem organisierten Fußballsport erhalten bleiben. Somit ist jedenfalls zwischenzeitlich davon auszugehen, dass auch bei einer JFG anzuerkennende Gründe vorliegen können, die einen Stammverein zur Rückziehung einer A-Juniorenmannschaft veranlassen können, nämlich schlichtweg Spielermangel aus Desinteresse der Jugendlichen. Die Gründe für eine Zurückziehung müssen im Rahmen einer Ermessensentscheidung ermittelt und erkennbar berücksichtigt werden. Der Sinn und Zweck der Regelung verlangt zudem, dass sich aus diesen Tatsachen ergeben muss, dass der Einsatz von Jugendspielern in der Herrenmannschaft kausal für das Zurückziehen der Juniorenmannschaft der JFG wurde.


b)
Der Entscheid des VJA vom 09.10.2010 enthält keine nachvollziehbare Ermessensabwägung, ist daher rechtsfehlerhaft und aufzuheben.

 

Der VJA stützt seine Entscheidung nur pauschal darauf, dass die U-19-Juniorenspieler der JFG Y in den Herrenmannschaften der Stammvereine eingesetzt werden würden. Von den vom Kreisjugendleiter genannten 7 Spieler der JFG Y wurden jedoch laut der vorgelegten Spielberichte vor der Abmeldung der Mannschaft der JFG nur der Spieler N. N. regelmäßig in Spielen der Herrenmannschaft des 1. FC X eingesetzt. Alleine der Einsatz in der Herrenmannschaft vor Beginn der Jugendspielrunde reicht jedoch nicht aus, um den Schluss zu ziehen, die Spieler stünden der JFG nicht mehr zur Verfügung. Es hätte konkret dargelegt werden müssen, welche weiteren Tatsachen dafür sprechen, dass Spieler die vor Beginn der Jugend-Spielrunde in der Herrenmannschaft eingesetzt werden, dauerhaft der JFG entzogen wurden und somit die Kausalität des Einsatzes in Herrenmannschaften zur Zurückziehung der U-19-Juniorenmannschaft der JFG gegeben ist.

 

Erst wenn diese Tatsachen nachvollziehbar festgestellt worden wären, hätte der VJA eine Ermessensentscheidung treffen können. Dabei hätten die Gründe, die für einen Widerruf der Spielberechtigung sprechen, mit dem Argument abgewogen werden müssen, dass der Entzug des Spielrechts für Jugendliche eine äußerst einschneidende Maßnahme darstellt.

 

4. Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

Protokoll Nr.:  24 vom 26.01.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:    53

 

Berufung SpVgg X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 08.11.2011 (Protokoll 19, Fall 253)

 

Urteil:

 

I. Der Berufung wird stattgegeben. Das Urteil des Sportgerichts vom 08.11.2011 (Protokoll 19, Fall 253) wird aufgehoben; das Spiel ist nach Ausgang zu werten.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV.

 

Gründe:


1. Beim Verbandsspiel der A-Junioren TSV Y gegen SpVgg X wurde laut Meldung des Schiedsrichters für den Spieler N. N., SpVgg X, ein nicht gültiger Hardcopy-Ausdruck zum Nachweis des Spielrechts vorgelegt. Das Sportgericht verurteilte die SpVgg X sowie den verantwortlichen Betreuer wegen unzulässigem Spielereinsatz zu einer Geldstrafe und nahm eine Spielwertung vor (Urteil vom 08.11.2011, Protokoll 19, Fall 253; auf das Urteil wird Bezug genommen). Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SpVgg X.
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt, das Verbands-Sportgericht ist zuständig gem. § 20 Abs. 1 Lit. d. RVO.
3. Die Berufung ist begründet. Ein unzulässiger Spielereinsatz nach § 77 RVO     i. V. m. § 18 Abs. 5 und 6 JO ist nicht gegeben. Der Nachweis des Spielrechtes kann gemäß § 18 Abs. 7 JO durch Vorlage eines Ausdrucks aus Pass-Online geführt werden. Nach § 18 Abs. 6 JO muss dieser Pass-Online-Ausdruck die Spielberechtigung ausweisen und mit dem BFV-Logo versehen sein. Der von der SpVgg X vor dem Spiel für den Spieler N. N. vorgelegte Online-Ausdruck erfüllt diese Voraussetzungen. Es spielt keine Rolle, dass der Online-Ausdruck nicht in der vom BFV angebotenen speziellen Form, sondern als sogenannter "Screenshot" erstellt war. Die für den Nachweis des Spielrechts nach § 18 Abs. 6 JO vorgeschriebenen Angaben sind im für die Spielberechtigung vorgesehenen Feld des "Screenshot" lückenlos enthalten, ebenso das BFV-Logo. Der vorgelegte Ausdruck aus BFV-Online war damit nicht zu beanstanden.
Ein Verstoß gegen die weiteren Voraussetzungen des § 18 Abs. 6 JO ist nicht ersichtlich und auch nicht vorgetragen.
 Das Spielrecht des Spielers war folglich ordnungsgemäß nachgewiesen, sein Einsatz war zulässig.
Der Berufung war damit stattzugeben.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO.


 

Protokoll  23 vom 25.01.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger
Fall:  52

 

Verbandsspiel DJK X gegen FC Y vom 04.09.2011

Urteil:

I. Vereinsmitglied N. N. erhält gemäß §§ 47, 48 RVO eine Geldstrafe von 350,00 € unter Mithaftung seines Vereins FC Y, zahlbar in zwei monatlichen Raten á 175,00 €, fällig erstmals zum 29.02.2012 und die zweite Rate am 31.03.2012.

II. Die Entscheidung über die Kosten wird zurückgestellt.

Gründe:

Dem Betroffenen lag zur Last am 4.9.2011 während des Spiels der 1. Mannschaften der DJK X gegen den FC Y im Rahmen einer zunächst verbal geführten Auseinandersetzung mit Zuschauern von X einen Schuh in Richtung dieser Zuschauer geworfen und anschließend mit einem Stuhl auf Anhänger der DJK losgegangen zu sein. Das Verfahren wurde vom KSG mit Beschluss vom 03.11.2011 an das VSG abgegeben.

Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus dem Sachzusammenhang mit dem gegen einen weiteren Spieler des FC Y geführten Verfahren, in welchem ein Ausschluss des Spielers in Betracht kommt (§ 20 Abs.1a RVO).
Das VSG hat eine mündliche Verhandlung durchgeführt, in welcher sich der Sachverhalt bestätigt hat. Der Betroffene hat diesen im Rahmen des Verfahrens auch eingeräumt.
Er gab an, im Laufe des Spiels der 1. Mannschaften hätte sich zunächst ein verbaler Streit zwischen Anhängern beider Mannschaften entwickelt, in dessen Verlauf auch beleidigende Äußerungen hinsichtlich  Nationalität und Religion der Spieler des FC Y gefallen seien. Er habe dann aus Wut einen Schuh ausgezogen und diesen in Richtung der Anhänger der DJK X geworfen, anschließend sei er mit Limonade und Bier bespritzt worden. Die Zuschauer der DJK seinen dabei auf einer Terrasse über den Anhängern von Y gestanden.
Aufgrund des Bespritzens mit Bier sei der Betroffene sodann noch mehr in Rage geraten, auf die Terrasse gelaufen und habe dort einen Holzstuhl ergriffen und wollte damit auf die X Zuschauer losgehen. Aufgrund des Eingreifens des Zeugen A sei es dazu nicht mehr gekommen.
Im Rahmen der mündlichen Verhandlung entschuldigte sich der Betroffenen und zeigte Einsicht und Reue, der Sachverhalt wurde im Übrigen auch durch den vernommenen Zeugen A bestätigt.
Der Betroffenen war daher wegen unsportlichen Verhaltens nach §§ 47,  48 RVO zu bestrafen.
Das VSG hat im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt eingeräumt und sich für sein Verhalten entschuldigt hat. Aufgrund der vorangegangenen Provokationen und des Bespritzens mit Bier war er vorliegend stark emotional betroffen.
Zu seinen Lasten war allerdings zu sehen, dass er zwei unsportliche Handlungen begangen hat und die Vollendung einer gewichtigen Straftat der gefährlichen Körperverletzung durch Zuschlagen mit einem Stuhl nur durch das beherzte Eingreifen des Zeugen Hirtreiter  verhindert wurde.
Das VSG erachtete daher unter Abwägung aller Umstände auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation des Betroffenen die Verhängung einer Geldstrafe von Euro 350,00 als angemessen, aber auch erforderlich.

Die Kostenentscheidung, auch hinsichtlich der Kosten der mündlichen Verhandlung bleibt bis zum Abschluss des Gesamtkomplexes vorbehalten und wird durch Beschluss des VSG nachgeholt werden.

 

 

Protokoll  22 vom 18.01.2012
Besetzung:  Beierlein, Frey, Preißinger
Fall:  51

 

Verbandsspiel DJK  X  gegen FC Y vom 04.09.2011

Urteil:

I. Der Spieler N. N., jetzt TSV A, wird gemäß § 67 Abs. 1 RVO gesperrt vom 23.01.2012 bis einschließlich 22.06.2012.

II. Die Kosten des Verfahrens und der mündlichen Verhandlung vom 11.01.2012 und 18.01.2012 trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung seines Vereins FC Y. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

Dem Betroffenen lag zur Last am 4.9.2011 in der zweiten Halbzeit des Spiels DJK X gegen FC Y seinen Gegenspieler A. A. angespuckt zu haben.

Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus dem Sachzusammenhang mit dem gegen einen weiteren Spieler des FC X geführten Verfahren, in welchem ein Ausschluss des Spielers in Betracht kommt (§ 20 Abs.1a RVO). Mit Beschluss des KSG vom 03.11.2012 wurde dieses Verfahren dem VSG zur Übernahme vorgelegt.
Das VSG hat eine mündliche Verhandlung durchgeführt, in welcher sich der Sachverhalt bestätigt hat. Der Betroffene hat diesen im Rahmen des Verfahrens auch schriftlich, wenn auch beschönigend, eingeräumt.
Die insoweit vernommenen Zeugen B. B. und A. A. sowie C. C. haben ausgeführt, der Betroffene habe A. A. nach einem Zweikampf angespuckt und am Trikot im Halsbereich getroffen. Der Schiedsrichter sei zwar von den Spielern auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden, habe aber geäußert, er habe diesen nicht gesehen und könne dementsprechend nicht einschreiten. Auch aus der vorliegenden Stellungnahme des Schiedsrichters ergibt sich insoweit kein Hinweis.
Ausgehend von den Angaben der Zeugen, an deren Wahrheitsgehalt  das VSG keinerlei Zweifel hegt sowie der Stellungnahme des Betroffenen liegt ein krass sportwidriges Verhalten des Betroffenen durch Anspucken eines Gegenspielers (Tätlichkeit im Sinne des § 67 RVO) vor.
Die Tatsache, dass der Schiedsrichter den Vorfall weder gesehen, noch geahndet hat, ändert hieran nichts § 35 Abs.3 RVO.
Das VSG hat im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser letztlich, wenn auch etwas beschönigend, den Sachverhalt eingeräumt und sich für sein Verhalten entschuldigt hat.
Andererseits war zu seinen Lasten zu sehen, dass Anspucken eines Gegenspielers im Bereich des Halses eine besonders grobe Missachtung eines Sportkameraden darstellt, zumal dabei auch die Gefahr bestand, den Gegenspieler im Gesicht zu treffen.
Unter Abwägung aller Umstände erschien dem VSG daher gemäß § 67 Abs.1 Satz1 RVO eine Sperre von 5 Monaten als angemessen, aber auch erforderlich.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Protokoll  22 vom 18.01.2012
Besetzung:  Beierlein als Einzelrichter
Fall:  50

 

Verbandsspiel DJK X gegen FC Y vom 04.09.2011


Beschluss:

Das Verfahren gegen N. N. wird abgetrennt.

 


 

Protokoll Nr.:  21 vom 17.01.2012
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:     49

 

Beschwerde des SC A gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011

 Urteil:


 

I. Auf die Beschwerde des SC A wird der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.20111 aufgehoben.

 

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Die JFG Y besteht aus den Stammvereinen SV B, 1. FC C, SV D, SC A. und TSV E.

Mit Entscheid vom 09.10.2011 entzog der Verbands-Jugendausschuss (VJA) den Spielern des SC A das automatisch erteilte Sonderspielrecht gemäß § 27 Abs. 1 JO, das Spieler des Jahrgangs 1993 und des Jahrgangs 1994 zum Einsatz in Herrenmannschaften berechtigt, mit sofortiger Wirkung. Dies wurde damit begründet, dass die JFG Y mit Schreiben vom 19.09.2011 ihre U 19 (A) Junioren Mannschaft zurückgezogen habe.

Gemäß Überprüfung der Spielberichtsbögen der Herrenmannschaften der Stammvereine durch den Kreis-Jugendausschuss Coburg/Kronach seien die U-19-Juniorenspieler der Stammvereine in den Herrenmannschaften eingesetzt und der JFG nicht mehr zur Verfügung gestellt worden. Die Ursache des Mannschaftsrückzugs der U 19 Mannschaft der JFG Y sei der Einsatz der Spieler in der Herrenmannschaft der Stammvereine gewesen.

Hiergegen legte der SC A mit Schreiben vom 13.10.2011 Beschwerde zum Präsidium ein. Dies wurde damit begründet, dass keine Ermessensentscheidung getroffen wurde. Die in der Meldung des Kreisjugendleiters genannten U-19-Juniorenspieler des SC A seien der JFG zur Verfügung gestellt worden. Dort sei der Spielbetrieb aufgrund des Desinteresses der weiteren Spieler nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Daher seien die U-19-Juniorenspieler in der Herrenmannschaft eingesetzt worden, um ihnen ein weiteres Spielen im organisierten Spielbetrieb zu ermöglichen. Zudem habe es einen vergleichbaren Fall im Kreis gegeben, bei dem das Spielrecht nicht entzogen worden sei.

 Mit Schreiben vom 26.10.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des VJA von Vizepräsident Baier als Vertreter des im Ausland weilenden Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

 Mit Beschluss vom 03.11.2011 wurde der Entscheid des VJA gegenüber dem SC A bis zur abschließenden Entscheidung des VSG ausgesetzt. Der VJA erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme, die er mit Schriftsatz vom 14.12.2011 wahrnahm.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Teilnahme der Spieler am Spielbetrieb betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die binnen der Wochenfrist des § 3 Abs. 3 RVO eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des VJA ist zulässig. Sie ist auch begründet.

a) Die Frage des Entzugs des Sonderspielrechts ist in § 27 JO geregelt.

Dabei stellt § 27 Abs. 1 JO die allgemeine Regel auf, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs (unabhängig vom Alter) sowie Junioren des jüngeren Jahrgangs mit vollendetem 18. Lebensjahr und B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs ab 1. Juli des laufenden Spieljahres in allen Herren- bzw. Frauenmannschaften eingesetzt werden können. Sie verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die A-Junioren/B-Juniorinnen ihres Vereins. Bei minderjährigen Spielern sind ein ärztliches Attest und die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Eine Einschränkung von dieser Grundregel enthält § 27 Abs. 7 JO, der lautet: Wird ein Junioren-Verbandsspiel nicht ausgetragen oder die Juniorenmannschaft sogar zurückgezogen, kann das Sonder-Spielrecht nach Absatz 1, 2 und 4 vom Verbands-Jugendausschuss/Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss widerrufen werden.

Der in § 27 Abs. 7 JO genannte Abs. 4 bezieht sich auf das Sonderspielrecht bei Jugend-Fördergemeinschaften. Diese Vorschrift lautet: Spieler nach Abs. 1 bei einer Junioren-Förder-Gemeinschaft haben nur für den im Spielerpass eingetragenen Stammverein das Sonder-Spielrecht. Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Junioren-Förder-Gemeinschaft, die beim Stammverein vorliegen muss. Bei einem Verstoß gegen Abs. 7 wird das Sonder-Spielrecht für alle Stammvereine der Junioren-Förder-Gemeinschaft entzogen.

Fraglich ist nunmehr, ob bei der Entziehung des Sonderspielrechts bei einer JFG der VJA ein Ermessen auszuüben hat, oder ob es sich um einen gleichsam automatischen Entzug handelt, sobald der Tatbestand des Abs. 7 festgestellt wird.

Das VSG geht davon aus, dass auch beim Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG eine Ermessensentscheidung zu treffen ist.

Der Wortlaut des Abs. 7 begründet durch das Wort "kann" die Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung. Demgegenüber ist in Abs. 4 Satz 2 das Wort "wird" enthalten, das für einen automatischen Entzug sprechen würde. Am Wortlaut alleine kann die Auslegung daher kein abschließendes Ergebnis finden.

Die systematische Auslegung spricht für eine Ermessensentscheidung. Abs. 4 stellt keine Spezialvorschrift zu Abs. 7 dar, die Vorrang besitzen würde. Abs. 7 erfasst auch das Sonderspielrecht in einer JFG. Dies zeigt die im Abs. 7 enthaltene Verweisung auf Abs. 4, die ansonsten sinnwidrig wäre, wenn es sich um zwei unabhängige Regelungen handeln würde. Diese Verweisung lässt somit erkennen, dass der Entzug des Sonderspielrechts bei einer JFG nicht gesondert geregelt ist, sondern sich nach den allgemeinen Regeln des Abs. 7 richtet. Abs. 4 Satz 2 kann dabei widerspruchsfrei als Klarstellung dahingehend verstanden werden, dass der Entzug des Sonderspielrechts alle Stammvereine der JFG betrifft, so dass es nicht darauf ankommt, welcher Stammverein durch den Einsatz eines Jugendspielers im Herrenbereich den Spielausfall verursacht hat. Da Abs. 7 eine Ermessensentscheidung fordert, ist diese auch bei der JFG zu treffen.

Auch der Gesetzeszweck rechtfertigt die Annahme einer Ermessensentscheidung. Der Entzug eines Spielrechts bedeutet eine äußerst einschneidende Maßnahme. In den  vorliegenden Fällen wird eine Vielzahl von Spielern keine Möglichkeit mehr haben, bis zum Erreichen des Herren-Alters am Spielbetrieb teilzunehmen. Ein derartiger Eingriff muss Ausnahmecharakter haben, weil Sinn und Zweck der Jugendordnung die Organisation des Spielbetriebs und nicht die Verhinderung desselben darstellt. Ausnahmevorschriften sind jedoch eng auszulegen. Ergeben sich Zweifel am Umfang der Eingriffsberechtigung, ist der geringere Eingriff zu wählen. Eine Ermessensentscheidung, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, ist einem automatischen Eingriff vorzuziehen.

Die Bildung einer JFG dient gemäß § 15a JO der Talentförderung. Eine Schlechterstellung der JFG gegenüber der A-Juniorenmannschaft eines Stammvereins, der mit eigener Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist nicht gerechtfertigt. Zwar mag aufgrund der Tatsache, dass in einer JFG nach deren Zweck vermehrt Spieler vorhanden sein, die aufgrund ihrer talentierten Fähigkeiten in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden können.

Dies kann aber im Rahmen einer Ermessensentscheidung berücksichtigt werden. Die demographische Entwicklung zeigt aber in der Praxis, dass eine Vielzahl von JFG nicht mehr wegen der Talentförderung, sondern deshalb gebildet werden, damit Jugendliche aus Stammvereinen, die alleine keine A-Juniorenmannschaft mehr bilden können, entsprechend ihrem Leistungsvermögen Fußball spielen können und somit dem organisierten Fußballsport erhalten bleiben.

Somit ist jedenfalls zwischenzeitlich davon auszugehen, dass auch bei einer JFG akzeptable Gründe vorliegen können, die einen Stammverein zur Rückziehung einer A-Juniorenmannschaft veranlassen können, nämlich schlichtweg Spielermangel aus Desinteresse der Jugendlichen. Die Gründe für eine Zurückziehung müssen im Rahmen einer Ermessensentscheidung ermittelt und erkennbar berücksichtigt werden. Der Sinn und Zweck der Regelung verlangt zudem, dass sich aus diesen Tatsachen ergeben muss, dass der Einsatz von Jugendspielern in der Herrenmannschaft kausal für das Zurückziehen der Juniorenmannschaft der JFG wurde.

b)
Der Entscheid des VJA vom 09.10.2011 enthält keine nachvollziehbare Ermessensabwägung, ist daher rechtsfehlerhaft und aufzuheben.

Der VJA stützt seine Entscheidung nur pauschal darauf, dass die U-19-Juniorenspieler der JFG Y in den Herrenmannschaften der Stammvereine eingesetzt werden würden. Die vom Kreisjugendleiter genannten 7 Spieler der SC A wurden jedoch laut der vorgelegten Spielberichte vor der Abmeldung der Mannschaft der JFG in keinen Spiel der Herrenmannschaft des SC A eingesetzt. Es hätte daher konkret dargelegt werden müssen, welche Spieler der JFG entzogen wurden. Dabei hätte auch dargelegt werden müssen, woraus der Schluss gezogen wird, dass Spieler die vor Beginn der Jugend-Spielrunde in der Herrenmannschaft eingesetzt werden, dauerhaft der JFG entzogen wurden und somit die Kausalität des Einsatzes in Herrenmannschaften zur Zurückziehung der U-19-Juniorenmannschaft der JFG gegeben ist.

Erst wenn diese Tatsachen nachvollziehbar festgestellt worden wären, hätte der VJA eine Ermessensentscheidung treffen können. Dabei hätten die Gründe, die für einen Widerruf der Spielberechtigung sprechen, mit dem Argument abgewogen werden müssen, dass der Entzug des Spielrechts nicht nur für den Verein, sondern insbesondere für die Jugendlichen persönlich eine äußerst einschneidende Maßnahme darstellt.

4. Kostenentscheidung: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

 


Protokoll Nr.: 20 vom 03.01.2012
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:   48


Anzeige gegen BSO N. N.

 

Beschluss:


I. Das gegen BSO N. N. eingeleitete Verfahren aufgrund der Anzeige vom 30.11.2011 wird eingestellt.

II. Die Kosten trägt der BFV.

Begründung:

 

Das Verfahren war einzustellen, weil eine sportwidrige Handlung nicht erkennbar war und zudem der Anzeigeerstatter mit Schreiben vom 28.12.2011 seine Anzeige zurückgezogen hat.

 

 

Protokoll Nr.:  20 vom 03.01.2012
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Preißinger 
Fall:   47


Verfahren gegen A-Lizenz-Trainer N. N.

Beschluss:

I. Das Verfahren wird gemäß §§ 20 Abs.1 Buchstabe i RVO, 31 Nr.4 Satz 2 DFB-Ausbildungsordnung an das DFB-Sportgericht verwiesen.

II. Kosten werden nicht erhoben.

Gründe:

Der Betroffene N. N. ist Inhaber einer bis zum 31.12.2012 gültigen Trainer-A-Lizenz des DFB und war Trainer des SC X.
Ihm liegt zur Last, anlässlich eines Verbandsspieles der A-Jugend zwischen der SG Y und dem SC X am 27.11.2011 im Zusammenhang mit einem Feldverweis auf Zeit für einen seiner Spieler folgendes in Richtung des Schiedsrichters A geäußert zu haben:
"Schneide dir nach dem Spiel bloß nicht die Pulsadern auf"
sowie nach dem daraufhin erfolgten Verweis aus der technischen Zone bzw. dem Innenraum
"Du brauchst dir nicht die Pulsadern aufschneiden, du hast doch Depressionen".

Die entsprechende Meldung des Schiedsrichters liegt vor, der Betroffene wurde angehört, hat den Sachverhalt im Wesentlichen eingeräumt und  sich entschuldigt, im Rahmen seiner Stellungnahme vom 10.12.2011 wurden jedoch angeblich zweifelhafte oder falsche Entscheidungen des SR als Auslöser für das Verhalten angeführt.
Bereits mit Urteil des Sportgerichts vom 31.10.2011 wurde gegen den Betroffenen wegen unsportlichen Verhaltens  in Form von Schiedsrichterbeleidigung  anlässlich eines Spiels am 16.10.2011 eine Geldstrafe von Euro 150 verhängt.
Angesichts der Schwere des Vergehens, insbesondere vor dem Hintergrund des nur einige Tage zurückliegenden Selbstmordversuches des Bundesligaschiedsrichters Rafati und der Tatsache, dass der Betroffene erst wenige Wochen vor der Tat ebenfalls wegen Schiedsrichterbeleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, kommt vorliegend eine Sperre von deutlich über drei Monaten bzw. eine Entziehung der Trainer-Lizenz in Betracht.
Das Verfahren war daher nach §§ 20 Abs.1 Buchstabe i RVO, 31 Nr.4 Satz 2 DFB-Ausbildungsordnung an das DFB-Sportgericht zu verweisen.


 

 

Das Sportgericht des DFB hat in diesem abgegeben Fall folgendes Urteil gesprochen:

Der A-Lizenztrainer N.N. wird wegen unsportlichen Verhaltens gemäߧ 30 Nr. 1., 2. a) der Ausbildungsordnung des DFB i.V.m. § 1 Nr. 4 der RVO des DFB für die Dauer von sechs Monaten mit einem verbot zur Ausübung der Trainertätigkeit gemäß § 30 Nr. 3. d) der Ausbildungsordnung des DFB belegt. Die Sperre erstreckt sich vom 27.11.2011 bis zum 26.05.2012.

 

Protokoll-Nr. 20 vom 03.01.2012 
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Beierlein
Fall:  46

 

Berufung des VfB X gegen das Urteil des SG vom 29.11.2011 betreffend das Spiel VfB X - FC Y am 20.11.2011


Urteil:

I. Die Berufung gegen das Urteil des SG, Fall 239, Protokoll 22 vom 29.11.2011 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und des Berufungsverfahrens in Höhe von € 200,00 trägt der VfB X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. In der 67. Minute des Spiels VfB X - FC Y am 20.11.2011 beim Spielstand von 0:2 wurde der Torwart des VfB X, N. N. nach einem Zweikampf verletzt. N. N. erlitt dabei eine Tibia- und Fibulaschaftfraktur rechts. Die Spielunterbrechung dauerte ungefähr 20 Minuten. Bei der erlittenen Verletzung handelt es sich nicht um eine offene Fraktur. Bereits nach Eintreffen des Rettungswagens kam der Trainer des VfB X auf den SR zu und informierte ihn, dass seine Spieler nicht mehr in der Lage seien, das Spiel fortzusetzen. Letztlich wurde dann das Spiel auf Veranlassung des VfB X abgebrochen. Der SR hat gegenüber dem SG eine ergänzende Stellungnahme abgegeben, dass aus Sicht des Gespannes ein Spielabbruch nicht zwingend erforderlich gewesen wäre. Das SG hat daraufhin in der zitierten Entscheidung den VfB X wegen Verschuldens eines Spielabbruchs mit einer Geldstrafe in Höhe von 50,00 € belegt und das Spiel gemäß § 74 III RVO i. V. m. § 40 I SpO mit x:0 für den VfB X als verloren und für den FC Y als gewonnen gewertet sowie den VfB X mit den Kosten des Verfahrens belegt.

Hiergegen hat der VfB X mit Schreiben vom 05.12.2011 Berufung eingelegt und u. a. hierzu folgendes vorgetragen:
Der Spielabbruch sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt. Auch habe der SR selbst erkannt, dass die Spieler des Berufungsführers nicht im Stande waren, die Partie zu Ende zu spielen.

2. Die Berufung ist zurückzuweisen.

Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

Die Berufung ist zulässig und insbesondere form- und fristgerecht eingelegt.

Der VfB X hat einen Spielabbruch verschuldet. Das Spiel ist demgemäß mit x:0 für den VfB X als verloren und für den FC Y als gewonnen zu werten.

Der VfB X hat das Spiel abgebrochen, da seine Spieler nicht mehr in der Lage waren weiterzuspielen.

Die Rechtfertigung eines Spielabbruchs bei einer derartigen Verletzung ist dabei an objektiven Maßstäben zu orientieren. U. a. sind selbstverständlich die Schwere und das Erscheinungsbild der Verletzung sowie die Dauer der verletzungsbedingten Behandlung auf dem Feld zu berücksichtigen. Dabei ist ein strenger Maßstab anzulegen. Im vorliegenden Fall war die bedauernswerte Verletzung des Spielers N. N. für ihn persönlich äußerst erheblich. Die verletzungsbedingte Unterbrechung lag bei etwa 20 Minuten. Es lag kein offener Bruch, insbesondere keine erheblichen Blutungen oder dergleichen vor. Es kann offen bleiben, warum der Spieler auf dem Feld nach der Verletzung verblieb, da aufgrund der vorgenannten objektiven Gesichtspunkte ein derart einschneidendes Maß, was einen Spielabbruch rechtfertigen würde, nach ständiger Rechtsprechung des VSG nicht erreicht wurde. Der Spielabbruch stellt eine ultima ratio dar und ist nur in äußerst engen Grenzen anzunehmen. Nachdem diese nicht überschritten wurden, liegt aus objektiven Gesichtspunkten kein Grund für die Rechtsfertigung eines Spielabbruchs vor. Somit wurde dieser vom Berufungsführer verschuldet. Dies wird auch insbesondere durch die ergänzende Stellungnahme des amtierenden SR bestätigt, der angibt, dass der Trainer des VfB X bereits während der Spielunterbrechung auf diesen zukam und nach einer Möglichkeit fragte, das Spiel abzubrechen, da die Mitspieler nicht mehr in der Lage wären weiterzuspielen.

Selbstverständlich kann der SR keinen Spieler zum Weiterspielen zwingen. Die Konsequenz ist der Abbruch des Spiels. Dies wurde nach Aussage des SR durch den sportlichen Leiter des VfB X dahingehend erklärt "Ja, den brech ma halt ab." Genau dieser Grund wurde auch auf dem Spielberichtsbogen vermerkt. Dabei ist es nach Ansicht des VSG unerheblich, dass der Gegner in Kenntnis gesetzt wurde und auch der weitere Vermerk vorhanden ist, dass sich der FC Y damit einverstanden zeigte. Dies kann im Kontext nur dahingehend ausgelegt werden, dass der FC Y aufgrund der weiterer Ausführungen auf dem Spielberichtsbogen, wonach sich die Mannschaftskollegen des VfB X nicht mehr in der Lage sahen, das Spiel unter diesen Bedingungen fortzusetzen, der FC Y in Kenntnis gesetzt wurde und sich hiermit einverstanden zeigte. Dadurch steht jedenfalls fest, dass der Spielabbruch durch den VfB X veranlasst worden war. Von einem "einvernehmlichen" Spielabbruch ist nach Ansicht des VSG nicht auszugehen. Dies ergibt sich auch nicht aus den erholten Stellungnahmen des FC Y.

Dementsprechend ist das Vorgehen als verschuldeter Spielabbruch des VfB X zu ahnden. Die Entscheidung des SG ist daher nicht zu beanstanden. Die Konsequenz ist die, dass der VfB X mit einer entsprechenden Geldstrafe zu belegen war, die an der untersten Grenze festgesetzt wurde. Die Spielwertung ergibt sich aus der RVO i. V. m. § 40 SpO.

3. Der VfB X hat auch die Kosten des Verfahrens gemäß §§ 32, 33 RVO zu tragen.

 

Protokoll-Nr.: 20 vom 03.01.2012 
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Beierlein
Fall:  45

 

Verbandsspiel FC X - FC Y am 23.10.2011


Urteil:

I. Das Verfahren gegen den Funktionär N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Der Vorsitzende des FC Y, Herr Z  hat mit Schreiben vom 07.11.2011 Anzeige gegen den Vorsitzenden des BSG, Herrn N. N. erstattet.

Zur Begründung wird folgendes vorgetragen:
Im Verbandsspiel FC X - FC Y. am 23.10.2011 wurde der Spieler A, FC Y mit der roten Karte des Feldes verwiesen. Seitens des FC Y hat die Meinung bestanden, dass hier kein Vergehen vorliege, welches eine Sperre nach sich ziehen könnte. Der Vorsitzende habe daraufhin den Betroffenen N. N. angerufen und in einem längeren Telefonat sei ihm zugesagt worden, dass der Betroffene kurzfristig mit seinen Kollegen ausnahmsweise telefonisch Kontakt aufnehmen werde und dem Anzeigeerstatter dann die Entscheidung am kommenden Freitag bis Mittag telefonisch übermitteln werde. Dieser Anruf sei dann tatsächlich erfolgt mit dem Inhalt, dass der Spieler A für ein Spiel gesperrt werde und eine Unsportlichkeit vorliege. Am Samstag, den 05.11.2011 habe er durch einen Anruf seines Abteilungsleiters erfahren, dass der Spieler A tatsächlich aber für zwei Spiele gesperrt worden sei.

Ein Eintrag ins Internet sei am 05.11.2011 um 13:29 Uhr erfolgt. Daraufhin habe nach seinen Versuchen, ihn zu erreichen, der Betroffenen ihn erneut angerufen und ihm erklärt, dass er ihm nur erklärt habe, dass er sich dafür einsetzen werde, dass der betroffene Spieler für ein Spiel gesperrt würde. Er bezichtigt daher den Betroffenen der Lüge. Er habe sich auf das eine Spiel Sperre bereits verlassen und dementsprechend disponiert.

Der Betroffene hat zu den Vorwürfen dahingehend Stellung genommen, dass ein erstes Gespräch stattgefunden hat, in welchem aber der Anzeigeerstatter einen weiteren Vorfall des betroffenen Spielers beim Verlassen des Spielfeldes nicht erwähnte. Aufgrund des nur teilweise dargestellten Sachverhalts habe er ihm erklärt, dass er sich eine Sperre von einem Spiel aufgrund der Schilderung vorstellen könne, dies aber erst in der Sitzung besprochen werden muss. In der Sitzung wurde aber aufgrund des gesamten Sachverhalts eine Sperre von zwei Spielen ausgesprochen. Eine Zusage über eine Sperre von einem Verbandsspiel sei nicht erfolgt.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig. Der Betroffene ist Funktionär.

3. Das Verfahren gegen den Betroffenen N. N. ist einzustellen.

Das VSG kann aufgrund des angezeigten Sachverhalts und der Einlassung des Betroffenen kein sportrechtlich zu ahnendes Verhalten erkennen. Der Betroffene lässt sich dahingehend ein, dass er aufgrund des nur teilweise dargestellten Sachverhaltes sich eine Sperre von einem Spiel vorstellen könnte, dies aber noch durch das SG zu beraten wäre. Ein weiteres Gespräch, in welchem nach der Sitzung eine Sperre von einem Spiel zugesagt worden sei, habe nicht stattgefunden. Aufgrund der gesamten Umstände liegen für das VSG keine Anhaltspunkte vor, den Betroffenen zu verurteilen. Im Übrigen ist letztlich verbindlich ein vorliegendes schriftliches Urteil oder aber die Veröffentlichung im Internet. Letztlich liegt dies auch darin, dass bei entsprechenden Telefonaten der Sachverhalt auch unabsichtlich unvollständig angegeben wird, da durch den betroffenen Spieler bzw. dessen Verein auch weitere Umstände als nicht relevant erscheinen können, die aber für ein Sportgericht sehr wohl zu berücksichtigen sind.

4. Nachdem das Verfahren einzustellen war, trägt der BFV die Kosten des Verfahrens.


 

Protokoll-Nr.:  20 vom 03.01.2012 
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Frey  
Fall:  44 


Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 29.11.2011 Prot.-Nr. 18, Fall 105


Urteil:

I. Die Berufung des FC X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und des Berufungsverfahrens in Höhe von € 100,00 trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 29.11.2011 wurde der Spieler N. N. gemäß § 65 Abs. 1 RVO wegen eines unsportlichen Verhaltens für drei Verbandsspiele gesperrt.

Gegen dieses Urteil legte der Verein mit Schreiben vom 30.11.2011 Einspruch ein.

2. Der zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte "Einspruch", der als Berufung umzudeuten war, hat in der Sache keinen Erfolg.

3. Nachdem der Verein FC X in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben hat, waren die Einwendungen in der 2. Instanz nach § 44 RVO nicht mehr zu berücksichtigen. Wenn tatsächlich eine so große Provokation seitens des Gegenspielers vorgelegen haben soll, bleibt zu fragen, warum der FC X nicht unverzüglich nach der Meldung des amtierenden SR, der ja von diesem Sachverhalt nichts schreibt, eine entsprechende Stellungnahme, ggf. auch in einer schriftlichen Bestätigung durch den jetzt genannten Zeugen, nicht abgegeben hat.
Da ansonsten auch in der 2. Instanz der vom Schiedsrichter gemeldete Vorfall so vom FC X bestätigt wird, ist es nicht zu beanstanden, dass das Erstgericht ohne Stellungnahme des FC X, das entsprechende Strafmaß ausgesprochen hat.

4. Die verhängte Sperrstrafe von drei Spielen befindet sich darüber hinaus am unteren Bereich des Strafrahmens, wobei das Erstgericht noch zugunsten des FC X von einem unsportlichen Verhalten und nicht von einer ebenfalls in Betracht kommenden Tätlichkeit nach § 67 RVO ausgegangen ist.
 
5. Nach alledem war die Berufung als unbegründet zurückzuweisen.

6. Nachdem das Rechtsmittel erfolglos bliebt, trägt der Berufungsführer auch die Kosten und Gebühren des Berufungsverfahrens (§§ 32, 33 RVO).


 

Protokoll-Nr.:  20 vom 03.01.2012  
Besetzung:  Riedmeyer, Preißinger, Frey 
Fall:  43 

 

Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 29.11.2011 Prot.-Nr. 18, Fall 104


Urteil :

I. Die Berufung des FC X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und des Berufungsverfahrens in Höhe von € 100,00 trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Mit Urteil des BSG vom 29.11.2011 wurde der Spieler N. N. gemäß § 65 Abs. 1 RVO ab 06.12.2011 für zwei Verbandsspiele der Bezirksliga-Mannschaft gesperrt.

Gegen dieses Urteil legte der Verein am 30.11.2011 Einspruch ein.

2. Der zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte "Einspruch", der als Berufung zu behandeln war, hat in der Sache keinen Erfolg.

Aus dem SR-Bericht ergibt sich, dass der Spieler N. N. die gelb/rote Karte erhalten hatte. Trotz mehrmaligen Auffordern, den Platz zu verlassen, kam er dieser Anweisung nur zögerlich nach. Kurz vor Verlassen des Spielfeldes zeigte er dem SR ein Zeichen, nämlich Schlag mit der Faust gegen den Unterarm, was laut Meldung des SR so viel bedeutet wie "fick Dich selbst".

3. Der Verein FC X hat in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben, sodass grundsätzlich die Einwendungen nach § 44 RVO nicht mehr zu berücksichtigen wären. Wenn man aber auch die Stellungnahme des Vereins vom 30.11.2011 berücksichtigt, bleibt festzuhalten, dass sich das Strafmaß an der untersten Grenze befunden hat.
Nach Auffassung und Überzeugung des VSG handelt es sich bei dem Verhalten des Spielers um ein grob unsportliches, beleidigendes Verhalten, sodass die Spielsperre von nur zwei Spielen im untersten Bereich des Strafrahmens liegt. Im Übrigen wurde der Vorfall auch vom FC X eingestanden, man trug nur vor, dass man Verständnis für den Spieler haben müsse, da er der Meinung war, er sei grundlos des Feldes verwiesen worden.

4. Die Berufung war deshalb als unbegründet zurückzuweisen.

5. Nachdem das Rechtsmittel erfolglos bliebt, trägt der Berufungsführer auch die Kosten und Gebühren des Berufungsverfahrens (§§ 32, 33 Abs. 1 RVO)


 

Protokoll Nr.:  19  vom 20.12.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Preißinger, Beierlein
Fall:     42

 

Berufung gegen das Urteil des SG vom 15.11.2011, Protokoll 20, Fall 257

Urteil:


I. Auf die Berufung des Präsidenten vom 21.11.2011 wird das Urteil des SG vom 15.11.2011, Protokoll 20, Fall 257, aufgehoben und der Spieler N. N, FSV X gemäß § 65 I RVO für ein Verbandsspiel (§ 51 V RVO) der Mannschaft des Vereins FSV X gesperrt.

II. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele (§ 51 V RVO) seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer 1.

III. Bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit zählen ab Erteilung des Verbandsspielrechts die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenmannschaft des aufnehmenden Vereins.

IV. Die Kosten des Verfahrens trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung des FSV X.


Gründe:


1. Im Spiel FSV X - SC Y am 12.11.2011 wurde der Spieler N. N. durch den SR mit der roten Karte des Feldes verwiesen. Im Sonderbericht macht der SR hierzu entsprechende Ausführungen. Daraufhin hat das SG das auf BFV-TV ersichtliche Bildmaterial gesichtet und das Verfahren dann mit Urteil vom 15.11.2011, Protokoll 20, Fall 257 eingestellt und die Kosten des Verfahrens dem Spieler N. N. unter Mithaftung seines Vereins auferlegt.

Hiergegen hat der Präsident des BFV mit Schreiben vom 21.11.2011 Berufung eingelegt und diese u. a. damit begründet, dass nach einem Feldverweis gemäß den einschlägigen Bestimmungen ein Spieler grundsätzlich für mindestens 1 Spiel zu sperren ist. Aus der Begründung des Ersturteils sei im Weiteren nicht zu erkennen, ob ein offensichtlicher und zweifelsfreier Irrtum des SR vorgelegen habe und deswegen ein Ausnahmefall anzunehmen ist. Das VSG hat den amtierenden SR um Stellungnahme gebeten, der dieser nachgekommen ist.


2. Die Berufung ist zulässig und das VSG zur Entscheidung zuständig.


3. Die Berufung ist begründet und der Spieler N. N. für ein Meisterschaftsspiel gemäß § 65 I RVO zu sperren.

Der vom amtierenden SR gemeldete Vorfall stellt eine Unsportlichkeit dar. Der Gegenspieler des Betroffenen war nach einem Zweikampf mit diesem aufgestanden und wollte über diesen hinwegsteigen. Der betroffene Spieler hob dabei sein Bein an, so dass der Gegenspieler über ihn stolpern musste und wieder zu Boden fiel. Dies stellt in jedem Fall eine Unsportlichkeit gemäß § 65 RVO dar, die mit einem Spiel Sperre zu belegen ist. Ein solches Strafmaß ist für den Vorfall tat- und schuldangemessen.

Des Weiteren war zu berücksichtigen, ob sich aus dem vorliegenden Bildmaterial etwas anderes ergeben könnte und dann war dazu zwingend eine einzuholende Stellungnahme des SR notwendig.

Bei der Beurteilung eines Falles hat ein SG dabei davon auszugehen, dass im Grundsatz jeder Feldverweis eines Spielers durch den SR eine automatische Sperre von mindestens einem Spiel nach sich zieht. Die Autorität des SR auf und außerhalb des Spielfeldes bedarf besonderen Schutzes, weshalb die Unanfechtbarkeit von Tatsachenentscheidungen des SR ein elementarer Bestandteil des Fußballregelwerks ist und eine Sperre von einem Spiel durch den von einem Feldverweis betroffenen Spieler auch bei einem strittigen Sachverhalt in aller Regel hinzunehmen ist.

Etwas anderes könnte auch nach höchstrichterlicher Verbands-Rechtsprechung nur dann gelten, wenn die Rechtsmäßigkeit eines Feldverweises zwischen den Beteiligten nicht nur "strittig" ist, sondern dieser Feldverweis eindeutig und zweifelsfrei auf einem "offensichtlichen" Irrtum des SR beruht (so auch die Rechtsprechung des Sportgerichts des DFB). Soweit ersichtlich, ist der Begriff des "offensichtlichen" Irrtums aber bislang durch die Sportgerichtsbarkeit noch nicht abschließend geklärt worden.

Ein solcher "offensichtlicher" Irrtum eines SR liegt aber jedenfalls nur dann vor, wenn die Entscheidung eines SR ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig ist und der SR einräumt, dass er sich getäuscht hat. Der Schutz der Tatsachenentscheidung des SR billigt in einem solchen Fall lediglich die Gültigkeit seiner Entscheidung für die Dauer des Spiels und in Bezug auf das Spielergebnis. Es verlangt hingegen nicht zusätzlich einer weitergehenden Sperre des von einem Feldverweis betroffenen Spielers (so auch die Rechtsprechung des DFB).

Das VSG folgt in diesen Fällen der Rechtsprechung des DFB, dessen Entscheidung und die sich hieraus ergebende Rechtslage in Einklang mit den Bestimmungen von FIFA und UEFA stehen. Der DFB verweist hier auf § 13 Nr. 2 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung. Danach kann bei einem offensichtlichen Irrtum des SR im Falle eines Feldverweises eines Spielers das Verfahren auf Antrag des Kontrollausschusses eingestellt werden. Diese Regelung steht in Einklang mit der Verfahrensordnung der FIFA-Disziplinarkommission. Eine solche explizite Regelung fehlt der Rechts- und Verfahrensordnung des BFV. Diese Grundsätze sind aber auch im Bereich der Rechtsprechung des BFV in jedem Fall analog anzuwenden.


4. Das SG hat die Entscheidung allein auf das aus deren Sicht eindeutige Bildmaterial gestützt. Dies ist aber nicht ausreichend. Dem amtierenden SR wurde Gelegenheit zur nochmaligen Stellungnahme unter Beifügung des Bildmaterials gegeben. Dieser hat in einer weiteren Stellungnahme klar und unmissverständlich, auch auf nochmalige telefonische Nachfrage erklärt, dass er das Bildmaterial gesehen habe und bei seiner ursprünglichen Bewertung der Sachlage bleibe.

Danach liegt jedenfalls kein "offensichtlicher" Irrtum des SR vor. Ein täuschendes Verhalten eines anderen Spielers, welches einen Irrtum hervorgerufen haben könnte, ist nicht ersichtlich.

Das VSG hat daher auf die Wahrnehmung des SR abzustellen. Dementsprechend liegt durch den betroffenen Spieler ein unsportliches Verhalten vor. Der betroffene Spieler ist daher mit einem Spiel Sperre zu belegen, die, wie oben ausgeführt, schuld- und tatangemessen erscheint.

Die Entscheidung des SG, welches allein auf das Bildmaterial abgestellt hat, war daher aufzuheben.


5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO; §§ 11 I Nr. 8 c und Nr. 13 d FO.

 

 

Protokoll Nr.:  19  vom 20.12.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Preißinger
Fall:     41

 

Verfahren gegen N. N. wegen Ausschlusses
Abgabe KSG, Protokoll 24 Fall, 234 vom 10.11.2011

 

Urteil:

I. Der Schiedsrichter N.N., FC X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des FC X.

 

Gründe:
Dem Betroffenen liegt zur Last, anlässlich eines Spiels der Reservemannschaften des TSV Y gegen die DJK  Z  vor Beginn des Spieles aus der Mannschaftskabine des TSV Y einen Geldbetrag von insgesamt Euro 225 entwendet zu haben.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der vorliegenden Meldung sowie dem Spielbericht. Der Betroffene hat sich trotz entsprechender Möglichkeit nicht geäußert, den Sachverhalt jedoch vor Ort gegenüber der Polizei in der Halbzeitpause  eingeräumt.

Das Verhalten des Betroffenen stellt neben der begangenen Straftat ein grob unsportliches Verhalten im Sinne der §§ 47, 48 RVO dar.

Im Rahmen der Strafzumessung wurde zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass er den Sachverhalt vor Ort gegenüber der Polizei eingeräumt und in der Folge auch im Rahmen des Verfahrens nicht bestritten hat. Es ist davon auszugehen, dass der entwendete Geldbetrag aufgrund des Erscheinens der Polizei an die Geschädigten zurückgegeben werden konnte.

Zu Lasten war allerdings zu sehen, dass der Betroffene vorliegend einen ganz erheblichen Geldbetrag von Euro 225 entwendet und dabei eine nicht unerhebliche Straftat begangen hat. Das Vertrauen der Spieler in die Integrität und Ehrlichkeit eines Schiedsrichters wurde durch das Verhalten des Betroffenen ganz erheblich enttäuscht. Zudem wurde die Tat zum Nachteil der Spieler begangen, deren Spiel der Betroffene zu leiten hatte.

Unter Abwägung sämtlicher Umstände kam aufgrund der Schwere der Tat im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 48 Abs.1 Buchstabe i) RVO in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Protokoll  17 vom 29.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:  39

 

Verfahren gegen Herrn Y., BSG


Urteil:

I. Das Verfahren wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 31.10.2011 wurde von Herrn A, Verein X angezeigt, dass Herr Y als Vorsitzender des BSG an die Presse unzulässig Informationen über das Urteil des BSG vom 11.10.2011 (Protokoll 9, Fall 82) weitergegeben und sich damit sportwidrig verhalten habe.

2. Das durch die Anzeige gemäß § 35 RVO ausgelöste Verfahren war einzustellen. Die von Herrn Y an die Presse im Rahmen eines telefonischen Gesprächs gegebenen Auskünfte verstoßen in keiner Weise gegen sportrechtliche Grundsätze oder die Bestimmungen des Datenschutzes. Herr Y hat ausweislich des Artikels vom 27.10.2011 in dem genannten Gespräch lediglich Fakten und Inhalt des BSG Urteils kommentiert, beides der Presse bereits bekannt.

Dies ist bei einem abgeschlossenen Verfahren nicht zu beanstanden. Irgendwelche persönlichen Daten der Verfahrensbeteiligten wurden nicht geäußert. Der zur Anzeige gebrachte Sachverhalt lässt somit ein strafwürdiges Verhalten nicht erkennen. Das Verfahren war einzustellen.


3.  Kosten: §§ 32, 33 RVO.

 

 

Protokoll  17 vom 29.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Krause, Preißinger
Fall:  38


Berufung des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 7.10.2011, Protokoll 9 Fall-Nr.: 83

Urteil:

I. Die Berufung des Vereins X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von €  100,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 60,00 trägt der Verein X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit Urteil des BSG vom 7.10.2011 wurde gegen den Trainerassistenten A wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe von € 50 unter Mithaftung des Berufungsführers verhängt.

Gegen dieses Urteil legte der Verein am 12.10.2011 Berufung ein.

2. Die zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte Berufung hat in der Sache keinen Erfolg.

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 02.10.2011 während eines Frauen Kreisklassen-Spiels zwischen dem Verein X und dem Verein Y den Schiedsrichter B mit den Worten "Blödel, Blinder und Depp" beleidigt zu haben. Eine entsprechende Meldung liegt vor.

Im Rahmen der Berufungsbegründung trägt der Verein vor, die genannten Ausdrücke seien nicht gefallen, räumt aber gleichzeitig ein, Herr A habe sich beim Schiedsrichter entschuldigt. Durch die Berufungsbegründung wurde zugleich die Möglichkeit des Vereins zur Stellungnahme nachgeholt.

Das VSG hat vorliegend keinerlei Anhaltspunkte, an der Richtigkeit der Meldung des Schiedsrichters zu zweifeln. Auch aus der Berufungsbegründung ist indirekt zu entnehmen, dass es einen Vorfall zwischen Herrn A und dem Schiedsrichter gegeben haben muss, da andernfalls die vorgetragene Entschuldigung durch den Betroffenen nicht nötig gewesen wäre.

Es ist daher davon auszugehen, dass sich der Vorfall, wie vom Schiedsrichter gemeldet, abgespielt hat.

Das Verhalten von Herrn A stellt ohne Zweifel ein unsportliches Verhalten  nach § 47 RVO dar.

Die verhängte Geldstrafe von € 50 erscheint angesichts der Tatsache, dass Herr A einen Schiedsrichter mit mehreren Ausdrücken beleidigt hat, selbst unter Annahme der vorgetragenen Entschuldigung, als an der untersten Grenze angesetzt. Eine Herabsetzung der Strafe kam daher nicht in Betracht.


3. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§32,33 RVO ,11 FO

 

 

Protokoll  16 vom 07.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  37

 

Berufung SV X gegen das Urteil des BSG vom 29.09.2011, Protokoll 8, Fall 44


Beschluss:

Die Kosten des Verfahrens werden auf insgesamt 75,00 € festgesetzt. Diese Kosten hat der SV X zu tragen.


 

Gründe:

Die am 18.10.2011 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 29.09.2011, Protokoll 8, Fall 44 wurde mit Schreiben vom 04.11.2011 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 3 RVO.

 

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  36


Beschwerde DJK X und Auslegungsantrag JO und JFG-Richtlinien gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011


Beschluss:

Der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 gegenüber dem Verein DJK X wird vorläufig ausgesetzt. Der Widerruf des Sonderspielrechts ist damit bis zur Endentscheidung durch das Verbands-Sportgericht ohne Wirkung.

Gründe:

Gemäß § 3 Abs. 3 i. V. m. § 31 Abs. 2 RVO kann von Amts wegen ein Verwaltungsentscheid bis zur Endentscheidung ausgesetzt werden. Nach vorläufiger Überprüfung bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Entscheides, weswegen die Aussetzung des Entscheides bis zur Endentscheidung geboten erscheint.

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  35

 

Beschwerde 1 FC X und Auslegungsantrag JO und JFG-Richtlinien gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011

 

Beschluss:

Der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 gegenüber dem Verein 1 FC X wird vorläufig ausgesetzt. Der Widerruf des Sonderspielrechts ist damit bis zur Endentscheidung durch das Verbands-Sportgericht ohne Wirkung.

Gründe:

Gemäß § 3 Abs. 3 i. V. m. § 31 Abs. 2 RVO kann von Amts wegen ein Verwaltungsentscheid bis zur Endentscheidung ausgesetzt werden. Nach vorläufiger Überprüfung bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Entscheides, weswegen die Aussetzung des Entscheides bis zur Endentscheidung geboten erscheint.

 

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  34

 

Beschwerde TSV X und Auslegungsantrag JO und JFG-Richtlinien gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011

 

Beschluss:

Der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 gegenüber dem Verein TSV X wird vorläufig ausgesetzt. Der Widerruf des Sonderspielrechts ist damit bis zur Endentscheidung durch das Verbands-Sportgericht ohne Wirkung.

Gründe:

Gemäß § 3 Abs. 3 i. V. m. § 31 Abs. 2 RVO kann von Amts wegen ein Verwaltungsentscheid bis zur Endentscheidung ausgesetzt werden. Nach vorläufiger Überprüfung bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Entscheides, weswegen die Aussetzung des Entscheides bis zur Endentscheidung geboten erscheint.

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  33


Beschwerde SC X und Auslegungsantrag JO und JFG-Richtlinien gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011


Beschluss:

Der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 gegenüber dem Verein SC X wird vorläufig ausgesetzt. Der Widerruf des Sonderspielrechts ist damit bis zur Endentscheidung durch das Verbands-Sportgericht ohne Wirkung.

Gründe:

Gemäß § 3 Abs. 3 i. V. m. § 31 Abs. 2 RVO kann von Amts wegen ein Verwaltungsentscheid bis zur Endentscheidung ausgesetzt werden. Nach vorläufiger Überprüfung bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Entscheides, weswegen die Aussetzung des Entscheides bis zur Endentscheidung geboten erscheint.

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  32

 

Beschwerde SV X und Auslegungsantrag JO und JFG-Richtlinien gegen den Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011


Beschluss:

Der Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 09.10.2011 gegenüber dem Verein SV X wird vorläufig ausgesetzt. Der Widerruf des Sonderspielrechts ist damit bis zur Endentscheidung durch das Verbands-Sportgericht ohne Wirkung.

Gründe:

Gemäß § 3 Abs. 3 i. V. m. § 31 Abs. 2 RVO kann von Amts wegen ein Verwaltungsentscheid bis zur Endentscheidung ausgesetzt werden. Nach vorläufiger Überprüfung bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Entscheides, weswegen die Aussetzung des Entscheides bis zur Endentscheidung geboten erscheint.

 

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall:  31

 

A-Junioren JFG Y e.V. gegen 1. FC X vom 21.09.2011 -
vorläufige Sperre des Spielers A, 1 FC X


Beschluss:

Das Verfahren wird zur vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes, insbesondere zur Anhörung des betroffenen Spielers sowie der weiteren Zeugen (Mannschaftskameraden) an das JSG zurückgegeben. Falls das JSG nach Durchführung sämtlicher Maßnahmen zur Sachverhaltsklärung die Ansicht vertritt, dass das zu verhängende Strafmaß für das JSG nicht ausreichend ist, so wäre ein ordnungsgemäßer Beschluss zur Abgabe des Verfahrens an das VSG erforderlich.

 

 

Protokoll  15 vom 03.11.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:  30
 

 

Antrag des SV X auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den Spieler A, SV X  

Urteil:

  I. Der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens wird zurückgewiesen.
II. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 € und die Kosten des Verfahrens vor dem Verbandssportgericht in Höhe von 60,00 € trägt der SV X.  

Gründe:

  1. Beim Verbandsspiel der Senioren A FC Y gegen SV X am 20.9.2011 wurde der Spieler A, SV X, mit "Rot" vom Platz gestellt. Das zuständige KSG verurteilte ihn zu einer Sperre von drei Spielen, mit Folgesperren nach § 51 Abs.5 RVO (Prot.9 Fall 165 vom 1.10.2011; auf das Urteil wird Bezug genommen). Mit Schreiben vom 13.10.2011 wendet sich der SV X nicht gegen das Urteil als solches, er bittet aber um Begrenzung der Sperre auf Seniorenspiele, weil der Gesperrte auch Spieler der zweiten Mannschaft sei, die infolge der kürzeren Winterpause schon früher mit den Spielen beginne.   2. Das Schreiben des SV X war als Antrag auf Wiederaufnahme nach § 46 Abs.4 Satz 4 RVO auszulegen. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.g RVO.   3. Der Antrag ist nicht begründet. Nach § 46 Abs.4 Satz 4 RVO muss ein Fall vorliegen, der ähnlich gelagert ist, wie die In Abs.4 Satz 1 der Norm beschriebenen Fallgestaltungen.

Zwar stimmt der vorliegende Fall mit dem Tatbestand des § 46 Abs.4 Satz 1 RVO insoweit überein, dass eine Sperrstrafe nach Spielen ausgesprochen wurde und dies, wenn man den früheren Beginn mit der Frühjahrsrunde mit einbezieht, dazu führen kann, dass der Gesperrte über mehrere Spiele der zweiten Mannschaft nicht eingesetzt werden darf. § 46 Abs.1 RVO geht aber von einem Vereinswechsel oder einer Mannschaftszurückziehung aus, beides Vorgänge, die zum Zeitpunkt einer Verurteilung noch nicht absehbar sein mussten. Eine vergleichbare neue Ursache, die dann eine unbilligen Härte auslösen würde, ist im gegebenen Fall nicht gesetzt. Dem SV X war schon vor der Verurteilung bekannt, dass der Spieler auch in der zweiten Mannschaft aktiv war und der Start in die Frühjahrsrunde für diese Mannschaft früher vorgesehen ist. Es hätte dies im Wege einer Stellungnahme beim Erstgericht bereits geltend gemacht werden können. Es liegt folglich keine neue Tatsache  (vgl § 46 Abs.1 RVO) vor, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens rechtfertigen könnte. Der Antrag war damit zurückzuweisen. Im Übrigen ist die vom Antragsteller gewollte Begrenzung auf Verbandsspiele der Senioren aus Rechtsgründen nicht möglich. Wie sich aus § 51 Abs.5 Satz 2 RVO zwingend ergibt, ist der Spieler automatisch so lange für alle Verbandsspiele seines Vereins gesperrt, bis die Sperre nach § 51 Abs.5 Satz 1 RVO ( hier: drei Verbandsspiele der Senioren A) abgelaufen ist.   4. Kosten: §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Ziffer 11, 13 d FO.

 


Protokoll Nr.: 15 vom 03.11.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:   29

 

Berufung des Trainers A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 26.09.2011, Protokoll Nr. 7, Fall 58


Urteil:

I. Die Berufung des Betroffenen gegen das Urteil des BSG vom 26.09.2011 wird zurückgewiesen. 

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00 unter Mithaftung seines Vereins X.


Gründe:

1. Das BSG verurteilte den Betroffenen zu einer Geldstrafe von € 80,00 wegen unsportlichen Verhaltens. Am 04.09.2011 wurde der Betroffene als Trainer beim der Verbandsspiel der Bezirksliga X - Y in der 70. Spielminute wegen lautstarken Reklamierens über den Spielführer aus dem Innenraum verwiesen. Der SR meldete, dass er einen Spieler der Heimmannschaft mit der Gelb/Roten Karte des Feldes verwiesen habe, worüber sich Betroffene aufgeregt und den SR angeschrien habe, was er jetzt wieder für einen Mist pfeife, der Spieler habe noch gar keine gelbe Karte, der SR mache schon wieder einen Regelverstoß. Als der SR-Assistent 1 beruhigend einwirken wollte, habe der Betroffene weiter geschrien: 'Da seid Ihr stark, konzentriert Euch lieber auf's Spiel und lasst mich in Ruhe.'

Das BSG gelangte zu dem Ergebnis nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung und Einvernahme der bis dahin angebotenen Zeugen sowie Verwertung einer schriftlichen Aussage von zwei Zeugen, die der Betroffene vorgelegt hatte.

 Gegen das Urteil wendet sich der Betroffene mit der Berufung, die am 10.10.2011 mit Anwaltsschriftsatz eingelegt wurde.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig. Insbesondere ist gemäß § 30 Abs. 3 RVO im Verfahren vor dem VSG die Vertretung durch Rechtsanwälte zulässig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet.

Soweit der Betroffene in der Berufungsschrift 8 Zeugen benennen lässt, kann diesem Beweisangebot nicht mehr nachgekommen werden. § 44 Abs. 4 RVO lautet:

"Die Berufung kann nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können."

Die Vorschrift dient der umfassenden Entscheidung in der 1. Instanz, damit im Interesse des geordneten Spielbetriebs eine möglichst unverzügliche Entscheidung der Sportgerichtsfälle erfolgen kann. Die Berücksichtigung des erstmaligen Vorbringens in der 2. Instanz steht nicht im Ermessen des Berufungsgerichts. Ohne ausreichende Entschuldigung darf das verspätete Beweismittel nicht mehr berücksichtigt werden (st. Rspr des VSG, Fall 42 2005/2006; Fall 42 2006/2007). Der Betroffene war in der Ladung zur mündlichen Verhandlung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass er noch nicht benannte Zeugen zum Termin mitbringen könne. In seiner Stellungnahme hatte er nur die Familie B ohne Vornamen und Adresse benannt und nur angekündigt, dass er weitere Zeugen benennen könne.

Im Berufungsschriftsatz wird kein entschuldigender Grund genannt, weshalb die Zeugen weder vorab mit Namen und Anschrift benannt, noch zum Termin mitgebracht wurden. Vorstellungen des Betroffenen über den zeitlichen Rahmen, ohne dies vorab mit dem Vorsitzenden abzusprechen, stellen keine Entschuldigung dafür dar, dass überhaupt kein Zeuge mitgebracht wurde oder zumindest schriftliche Aussagen weiterer Zeugen vorgelegt wurden.

Da der Betroffene auf die Möglichkeit, weitere Zeugen mitzubringen, ausdrücklich hingewiesen wurde, liegt weder ein Verstoß gegen die Fürsorgepflicht, noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.

Auch die Beweiswürdigung durch das BSG ist nicht zu beanstanden. Die Ausführungen in der Berufungsbegründung lassen weite Teile der Urteilsbegründung schlicht außer Betracht. Dem Urteil lässt sich detailliert entnehmen, weshalb das Gericht die Ausführungen des SR-Beobachters für glaubhaft hielt, nämlich weil sie aufgrund schriftlicher Aufzeichnungen erfolgte, die während des Spiels gemacht wurden. Das Gericht setzte sich eingehend mit der schriftlichen Aussage des Zeugen Hetzel auseinander, die jedoch deshalb nicht überzeugen konnte, weil sich der Zeitpunkt, ab wann der Betroffene sich bei den Eheleuten aufhielt, nicht sicher festlegen lässt. Schließlich konnte das BSG vom Betroffenen nicht benannte Zeugen auch nicht zur mündlichen Verhandlung laden. 

Die Strafzumessung begegnet ebenfalls keinen Bedenken. Zu Gunsten des Betroffenen konnte berücksichtigt werden, dass es sich zwar um eine unangemessene und damit unsportliche Kritik an der SR-Leistung handelte, der Schiedsrichter aber nicht persönlich beleidigt wurde. Zu Lasten ist zu berücksichtigen, dass der Betroffene die Stimmung der Zuschauer weiter gegen den Schiedsrichter aufheizte, und so die Leitung des Spiels schwieriger machte. Bei Abwägung dieser Gesichtspunkte erscheint die Geldstrafe als ausreichend, aber auch notwendig, um nachhaltig auf den Betroffenen als Bezirksligatrainer einzuwirken.


4.  Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO


 
Protokoll Nr.: 14 vom 17.10.2011
Besetzung: Beierlein, Frey, Schreckenbauer
Fall:   28


FT X - Verletzung § 89 RVO N.N.

Urteil:


I. Herr N.N., FT X, wird aus dem bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Ein erteilter Spielerpass ist unverzüglich an den Bayerischen Fußball-Verband einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60.- Euro trägt Herr N.N. unter Mithaftung seines Vereins FT X.

 

Gründe:


1. Mit Erklärung vom 9.6.2011 hatte sich die Spielerin A, mit Erklärung vom 17.6.2011 der Spieler B und mit Erklärung vom 29.6.2011 der Spieler C jeweils vom 1.FC Y abgemeldet und Vereinswechselanträge zur FT X unterschrieben. Die Freigabe wurde vom 1.FC Y nicht erteilt. Am 10.8.2011 wurde vom 1.FC Y angezeigt, dass die Spieler für den FT X bereits im Einsatz waren. Eine Nachfrage ergab, dass für alle drei Aktiven der Passstelle des BFV Anträge auf Erstausstellung vorgelegt worden waren, in denen die Geburtsdaten der Spieler und der Spielerin verändert waren. In seiner Stellungnahme vom 30.8.2011 hat Herr N.N. eingeräumt, in seiner Funktion als Abteilungsleiter der FT X die Anträge auf Erstausstellung ausgefüllt, die falschen Geburtsdaten eingetragen und die Anträge auch für die Spieler und die Spielerin unterschrieben zu haben, wovon diese keine Kenntnis hatten. Der BFV hatte daraufhin das Spielrecht erteilt.

Mit Beschluss vom 2.9.2011 hat das KSG das Verfahren gegen Herrn N.N. zuständigkeitshalber an das VSG abgegeben.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.a RVO. Die Entscheidung kann im schriftlichen Verfahren getroffen werden. Eine mündliche Verhandlung wurde nicht nach § 41 Abs.3 RVO beantragt, sie ist auch nach Überzeugung des VSG nicht erforderlich, weil der Sachverhalt nicht zweifelhaft ist.

3. Herr N.N. ist gemäß § 89 Abs.2 Satz 1 RVO in Verbindung mit § 57 Abs.2 RVO aus dem Bayerischen Fußball-Verband auszuschließen. Er hat in drei Fällen unechte Urkunden hergestellt, als er die Passanträge mit den falschen Geburtsdaten versehen, als Erstausstellung deklariert und eigenhändig mit den Unterschriften der Spieler versehen hat. Er hat diese unechten Urkunden auch zur Täuschung gebraucht, als er sie der Passstelle des BFV einreichte, die wegen der unrichtigen Geburtsdaten von Erstausstellung ausging und das Spielrecht erteilte. Herr N.N. hat die unechten Urkunden auch bewusst in der Absicht gefertigt und gebraucht, unter Umgehung der Wechselbestimmungen des BFV die Passstelle entsprechend zu täuschen und den Aktiven sofortiges Spielrecht zu beschaffen. Der Sachverhalt steht fest  aufgrund der dem VSG vorliegenden Urkunden, der Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden und der Stellungnahme von Herrn N.N., in der er den Tatvorwurf voll zugesteht.

Von einem leichten Fall im Sinne des § 89 Abs.2 Satz 2 RVO kann nicht ausgegangen werden. Zwar spricht für den Betroffenen, dass er sein Fehlverhalten vollinhaltlich zugestanden hat und auch bereut. Dies rechtfertigt aber nicht die Annahme eines leichten Falles, weil der Tatbestand des § 89 Abs.2 Satz 1 RVO  in drei Fällen, jeweils durch falsche Angaben, durch Unterschriftsfälschung und durch bewusste Vorlage zur Täuschung erfüllt wurde.
Die zwingende Rechtsfolge des § 89 Abs.2 Satz 1 RVO ist der Ausschluss aus dem bayerischen Fußball-Verband.


4. Die Kosten ergeben sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Ziffer 13 d FO. 

 

Protokoll Nr.:  14 vom 17.10.2011
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Krause
Fall:   27

 

Berufung des ATS X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 07.09.2011, Protokoll 5, Fall 43


Urteil:

I. Auf die Berufung des ATS X wird das Urteil des BSG vom 07.09.2011 aufgehoben. 

II. Das Verfahren wird eingestellt.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. SR A leitete das Frauen-Kreisliga-Spiel TSV Y gegen die Spielgemeinschaft SV Z am 27.08.2011. Der BFMA zeigte am 01.09.2011 einen Verstoß des SR gegen seine Prüfungspflicht  aus folgendem Grund an: Der SR muss nach Überprüfung der vom Verein ausgehändigten Spielerliste im Spielberichtsbogen das Datum der vorgelegten Spielerliste vermerken, was nicht geschehen ist.
Das zuständige BSG belegte den SR mit Urteil vom 07.09.2011 (Protokoll 5, Fall 43) mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 € wegen Verstoß gegen die Prüfungspflicht.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO am 14.09.2011 eingelegt. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist begründet. Die Verpflichtung des SR nach Prüfung der Spielerliste deren Datum in den Spielberichtsbogen einzutragen besteht zwar gemäß der Regel Ziffer I. 4. der Richtlinien für die Bildung von Spielgemeinschaften von Junioren und Juniorinnen. Eine gleichlautende Regelung ist jedoch in den Richtlinien für die Bildung von Frauen-Spielgemeinschaften nicht enthalten. Mangels Pflicht des SR in den hier zur Anwendung gelangenden Richtlinien ist dem SR auch kein Verstoß vorzuwerfen, so dass das Urteil des BSG aufzuheben war. Demzufolge war das Verfahren gegen SR A einzustellen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

 

 

Protokoll Nr.: 14 vom 17.10.2011
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Krause
Fall:   26

 

Berufung des FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 07.09.2011, Protokoll 5, Fall 42


Urteil:

I. Auf die Berufung des FC X wird das Urteil des BSG vom 07.09.2011 aufgehoben. 

II. Das Verfahren wird eingestellt.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. SR  A leitete das Frauen-Kreilliga-Spiel VfB Y gegen die Spielgemeinschaft DJK-Z am 27.08.2011. Der BFMA zeigte am 30.08.2011 einen Verstoß des SR gegen seine Prüfungspflicht  aus folgendem Grund an: Der SR muss nach Überprüfung der vom Verein ausgehändigten Spielerliste im Spielberichtsbogen das Datum der vorgelegten Spielerliste vermerken, was nicht geschehen ist.
Das zuständige BSG belegte den SR mit Urteil vom 07.09.2011 (Protokoll 5, Fall 42) mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 € wegen Verstoß gegen die Prüfungspflicht.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO am 14.09.2011 eingelegt. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist begründet. Die Verpflichtung des SR nach Prüfung der Spielerliste deren Datum in den Spielberichtsbogen einzutragen besteht zwar gemäß der Regel Ziffer I. 4. der Richtlinien für die Bildung von Spielgemeinschaften von Junioren und Juniorinnen. Eine gleichlautende Regelung ist jedoch in den Richtlinien für die Bildung von Frauen-Spielgemeinschaften nicht enthalten. Mangels Pflicht des SR in den hier zur Anwendung gelangenden Richtlinien ist dem SR auch kein Verstoß vorzuwerfen, so dass das Urteil des BSG aufzuheben war. Demzufolge war das Verfahren gegen SR A einzustellen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

 

Protokoll  13 vom 04.10.2011
Besetzung:  Beierlein als Einzelrichter
Fall-Nr.:  25


Passangelegenheit X bzw. Y
Abgabe durch das KSG

Beschluss:

 

Das Verfahren wird zur vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes an das KSG zurückgegeben. Sollte sich nach durchgeführter Beweisaufnahme der Sachverhalt bestätigen, so ist das Verfahren erneut durch Abgabebeschluss an das VSG abzugeben.

 

 

Protokoll Nr.:  13 vom 04.10.2011
Besetzung: Beierlein, Krause, Schreckenbauer
Fall:   24

 

B-Junioren Privatspiel FSV X - JFG Y am 26.07.2011


Urteil:

I. Das Privatspiel der B-Junioren FSV X - JFG Y vom 26.07.2011 wird mit x:0 für die JFG Y als gewonnen gewertet.

II. Der FSV X wird gemäß § 77 I RVO wegen unzulässigem Einsatz eines Spielers mit einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 belegt.

III. Der JSL A wird gemäß § 77 II RVO wegen unzulässigem Einsatz eines Spielers mit einer Geldstrafe in Höhe von € 15,00 belegt.

IV. Der JSL A trägt die Kosten des Verfahrens unter Mithaftung des Vereins FSV X, die mit € 20,00 festgesetzt werden.


Gründe:

1. Der Betroffene JSL A war bei dem Privatspiel FSV X - JFG Y am 26.07.2011 verantwortlicher Betreuer des FSV X und Schiedsrichter. In diesem Spiel kam unstreitig der Spieler B zum Einsatz, der zu diesem Zeitpunkt kein Spielrecht besaß. Der vorgenannte Spieler wurde mit Urteil des JSG vom 31.08.2011, Protokoll 1, Fall 7 mit einer Sperre belegt. Der Vorgang wurde durch den 2. Vorsitzenden des ASV Z, Herrn C zur Anzeige gebracht. Der Betroffene hat den Sachverhalt eingeräumt und erklärt, dass sämtliche Passanträge, u. a. der hier streitige an den BFV gesendet werden sollten. Aufgrund des Wechsels in der Jugendleitung wurde ihm dann erklärt, dass er der Meinung war, dass von Seiten der JFG Y der Vorname des Spielers verwechselt worden war. Deswegen wurde der Passantrag nicht versandt. Dies war ihm nicht bekannt. Er ging davon aus, dass jedenfalls eine Online-Spielberechtigung vorlag. Im Übrigen handelt es sich um ein Privatspiel.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig. Der Betroffene war zum Zeitpunkt der Tat Funktionär, so dass das VSG zuständig ist.

3. Der vorstehende Sachverhalt steht fest. Der Irrtum des Betroffenen ist unbeachtlich. Dementsprechend war eine Spielwertung aus § 40 SpO vorzunehmen.

Aufgrund der Gesamtumstände geht das VSG von einem leichten Fall aus. Es handelt sich um ein Privatspiel. Der Betroffene war der Ansicht, dass sämtliche Unterlagen versandt sind und dementsprechend eine Online-Spielberechtigung bestand. Insgesamt war daher eine Geldstrafe im Juniorenbereich von 2 x € 15,00, gesamt € 30,00 zu verhängen.

Des Weiteren war gegen den Verantwortlichen des Vereins, den Betroffenen im Juniorenbereich hier ebenso eine Geldstrafe in Höhe von € 15,00 zu verhängen. Auch hier rechtfertigen die Gesamtumstände des Falles einen leichten Fall. Insbesondere lag ein Privatspiel vor.

Die Tat wurde aber nicht in Zusammenhang mit der Funktionärstätigkeit begangen, sondern in seiner Tätigkeit als Betreuer der Mannschaft.

Die Spielwertung ergibt sich aus § 40 SpO.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 33 III RVO. Die für eine Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem JSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seiner Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall erscheint es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 II 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 II 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Betroffenen steht.

 

Protokoll Nr.:  13 vom 04.10.2011
Besetzung: Beierlein, Krause, Schreckenbauer
Fall:   23

 

Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 14.09.2011, Protokoll 7, Fall 38


Urteil:

1. Das Urteil des BSG vom 14.09.2011, Protokoll 7, Fall 38 wird aufgehoben.

2. Der Spieler A, SV X, erhält eine Geldstrafe in Höhe von 50,00 €.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der Spieler A unter Mithaftung seines Vereins SV X.


Gründe:

 

Beim Verbandsspiel SV X gegen SV Y am 3.9.2011 musste laut Meldung des SR der Spieler A, nachdem er zu Boden gestoßen und getreten worden war, davon abgehalten werden, auf nicht näher spezifizierte Personen loszugehen. Das BSG verurteilte den bereits mit Gelb-Rot belegten Spieler zu einer Sperre von zwei Spielen ab dem 21.9.2011. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SV X. Mit Beschluss vom 22.9.2011 hat der Vorsitzende des VSG gemäß § 32 Abs.2 RVO die Vollstreckung des Urteils bis zum Erlass der Berufungsentscheidung ausgesetzt.

Auf die zulässige Berufung des SV X war die Sperrstrafe in eine Geldstrafe nach §§ 47, 48 Abs.1 Lit.b RVO umzuwandeln. Wie bereits die Meldung des SR ergibt, war der Spieler A unmittelbar vor seiner Handlung in erheblicher Weise tätlich angegangen und damit provoziert worden. Es steht des Weiteren nicht fest, gegen welche Personen er sich wenden wollte und welches Ziel er damit verfolgte. Zur Überzeugung des VSG liegt damit nur ein leichter Fall einer Unsportlichkeit vor, eine Geldstrafe von 50.- Euro ist tat- und schuldangemessen. Auf die vom SV X verspätet im Sinne des § 44 Abs. 4 RVO vorgebrachten Argumente kommt es nicht mehr an.

Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.


 

Protokoll  12 vom 22.09.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall-Nr.:  22

 

Berufung SV X gegen das Urteil des BSG, Protokoll 7, Fall-Nr. 38 vom 14.09.2011

Beschluss:

Gemäß § 31 Abs. 2 RVO wird die Vollstreckung des Urteils des BSG vom 14.09.2011, Protokoll 7, Fall 38 bis zum Erlass der Berufungsentscheidung ausgesetzt.

 

 

Protokoll Nr.: 12 vom 22.09.2011
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer
Fall:   21

 

Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 13.09.2011, Protokoll 10, Fall-Nr. 34


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Spiel der BOL FC Y gegen TSV X am 4.9.2011 erhielt der Spieler A vom SR die rote Karte, weil er - so die Meldung - seinem Gegenspieler von hinten heftig in die Beine trat. Mit Urteil vom 13.9.2011 (Prot.10 Fall 34) belegte das zuständige BSG den Spieler wegen rohen Spiels mit einer Sperre von drei Verbandsspielen. Gegen diese Urteil richtet sich die Berufung des TSV X mit dem Ziel, die Sperrzeit herabzusetzen.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt, das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Das BSG ist zutreffend von einem Fall des § 66 RVO ausgegangen, das Strafmaß ist nicht zu beanstanden. Nach § 66 Abs.2 RVO liegt rohes Spiel vor, wenn der Gegner im Kampf um den Ball rücksichtslos gefährdet wird. Der vom SR gemeldete Sachverhalt erfüllt diesen Tatbestand: wer heftig von hinten in die Beine des Gegners tritt, gefährdet die körperliche Unversehrtheit des Gegenspielers. Für das VSG besteht kein Anlass, an der Darstellung des SR zu zweifeln, der laut Meldung aus etwa zehn Metern freie Sicht zum Geschehen hatte.

Im Übrigen wird auch in der Berufungsbegründung zugestanden, dass es sich um ein "hartes Foul" handelte, auch wenn, wovon auch das VSG ausgeht, keine Verletzungsabsicht bestand. Die Anwendung des § 66 Abs.1 RVO durch das Erstgericht war folglich fehlerfrei.

Der von § 66 Abs.1 RVO eröffnete Strafrahmen reicht von zwei Wochen (Mindestsperre) bis zu sechs Monaten. Das vom BSG verhängte Strafmaß liegt im untersten Bereich dieses Strafrahmens und ist zur Überzeugung des VSG tatangemessen. Eine Reduzierung der Strafe wegen vorausgegangener Provokation des Spielers ist nicht veranlasst. Von einer im Strafmaß zu berücksichtigen Provokation kann nur ausgegangen werden, wenn ein enger zeitlicher Bezug zur Tat vorliegt. Dies ist bei den in der Berufungsschrift genannten regelwidrigen Angriffe gegen A eindeutig nicht gegeben (Geschidertes Foul gegen A in der 5.Minute, Platzverweis in der 50.Minute). Auch die weiteren in der Berufungsschrift vorgetragenen Argumente können eine Verminderung der Strafe nicht rechtfertigen.

Die Berufung war damit als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO iVm § 11 Nrn. 8 b, 13 d FO.


 


Protokoll  11 vom 08.09.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall-Nr.:  20


Berufung des TSV X e. V. gegen das Urteil des BSG, Protokoll 08, Fall-Nr.: 24 vom 06.09.2011

Urteil:

1. Auf die Berufung des TSV X wird das Urteil des BSG mit der Maßgabe in Ziffer I abgeändert, dass der Spieler A für 2 Verbandsspiele (§ 51 Abs. 5 RVO) der Bezirksoberliga Mannschaft des Vereins TSV X gesperrt wird und in Ziffer III abgeändert, dass die Sperre für alle anderen Spiele mit einschließlich 07.09.2011 gilt.

2. Die Kosten der ersten Instanz trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins TSV X. Die Kosten der 2. Instanz trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel der BOL TSV Y - TSV X am 24.08.2011 wurde der Spieler A, TSV X, in der 87. Min. vom SR wegen Beleidigung mit roter Karte vom Platz gestellt. Auf die Meldung des amtierenden SR vom 24.08.2011 kann Bezug genommen werden.

Mit Urteil vom 06.09.2011 belegte das BSG den Spieler mit einer Sperre von drei Spielen wegen Beleidigung und teilte in den Urteilsgründen mit, dass eine Stellungnahme nicht vorlag.

2. Mit Schreiben vom 06.09.2011 legte der TSV X gegen dieses Urteil Berufung ein und begründete dies insbesondere damit, dass sehr wohl mit Schreiben vom 28.08.2011 eine Stellungnahme eingegangen sei.

Diese Tatsache hat auch der Vorsitzende des BSG in einer Stellungnahme vom selben Tag mit Übersendung der Akten an das VSG bestätigt.

3. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt und ist im tenorierten Umfang auch begründet. Das VSG kam zur Überzeugung, dass unter Berücksichtigung der Stellungnahme des TSV X die Gesamtsperre von insgesamt zwei Spielen tat- und schuldangemessen ist, so dass aufgrund der eingelegten Berufung, das Urteil des BSG dahingehend abzuändern war, dass der Spieler A nur zwei Spiele zu sperren war.

Aufgrund des teilweisen Erfolges waren die Kosten der 2. Instanz dem BFV aufzuerlegen.

 

Protokoll-Nr.  10 vom 06.09.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Beierlein
Fall:  19

 

Berufung des SV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 09.08.2011, Protokoll 6, Fall 63


Urteil:

1. Die Berufung des SV X wird als unbegründet zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von €  200,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 60,00  trägt der SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Beim Verbandspiel SV X ./. TSV Y am 23.07.2011 wurden die Spieler A, B, C, D, E und F, die sämtliche auf ihren Pässen den Vermerk "Status: Vertragsspieler bis 30.06.2011" trugen eingesetzt. Hierauf hat der amtierende Schiedsrichter hingewiesen. Unstreitig ist, dass die Verträge für die Spieler F und A bereits am 05.03.2011 bis 30.06.2012 verlängert und dem BFV am 28.03.2011 durch Zusenden einer Vertragsausfertigung angezeigt wurden. Für die weiteren Spieler C sowie B erfolgte dies am 20.05.2011. Hinsichtlich des Spielers E am 25.05.2011 sowie hinsichtlich des Spielers D am 30.05.2011.
Ein erneuter Antrag auf Spielerlaubnis sowie der alte Spielerpass wurden aber ebenso unstreitig nicht eingereicht. Das Sportgericht hat den Berufungsführer gem. § 77 II RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall  mit einer Geldstrafe von € 150,00 belegt und das Spiel mit x : 0 für den SV X als verloren sowie mit x : 0 für den Gegner als gewonnen gewertet.

Darüber hinaus wurde der Verantwortliche des SV X mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 gem. § 77 II RVO belegt. Hiergegen hat der SV X mit Anwaltsschriftsatz vom 22.08.2011 Berufung zum Verbandssportgericht eingelegt und führt im Wesentlichen hierzu aus, dass der Berufungsführer nicht auf die fehlenden Unterlagen hingewiesen worden sei. Im übrigen wird auf die ausführliche Berufungsbegründung verwiesen.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt.  Das VSG ist zuständig.

3. Die Berufung hat in der Sache aber keinen Erfolg.

Die genannten Spieler hatten jeweils in den Spielerpässen den Vermerk: "Status: Vertragsspieler bis 30.06.2011". Damit hatten diese Spieler nach dem 30.06.2011, also in ihrem Einsatz am 23.07.2011, kein Spielrecht. Das Spielrecht ist mit Ablauf der Frist zum 30.06.2011 abgelaufen. Hierauf hat der amtierende Schiedsrichter vor dem Spiel hingewiesen. Soweit der Berufungsführer hierzu vorträgt, dass der Schiedsrichter anderweitige Ausführungen getätigt hat, so ist dies unrichtig. Der SR wurde am 20.08.2011 telefonisch hierzu befragt. Er widersprach der Darstellung, dass er erklärt habe, die Spieler seien spielberechtigt. Er hat nochmals, mit der Aussage des Berufungsführers konfrontiert, erklärt,  dass er den Trainer vor dem Spiel darauf hingewiesen habe, dass diese Spieler kein Spielrecht hätten und er eine Meldung erstatten müsse. Daraufhin sei ihm geantwortet worden, man könne dies nicht verhindern. Der SR musste dabei auf Wunsch des Vereins die Spieler zum Spiel zulassen.  Daneben kommt es hierauf nicht an, da der SR die Spieler zum Spiel hätte ohnehin zulassen müssen. Ein irgendwie geartetes Verschulden des SR ist nicht erkennbar.

Dass die Spieler zum fraglichen Zeitpunkt ohne Spielrecht waren ändert auch daran nichts, dass hier Unterlagen an den Verband eingeschickt wurden. Diese waren in jedem Fall unstreitig nicht vollständig. Es fehlten wesentliche Unterlagen.  Diese Regelungen, die seit Juni 2007 gelten, wurden seitdem, wie auch das Sportgericht ausführt, immer wieder u.a. im "Bayernsport" veröffentlicht. Außerdem wurden die Besonderheiten zum Spielrecht bei Vertragsspielern dem Berufungsführer als Anhang zum Schreiben der Passabteilung des BFV am 16.06.2011 gesondert übermittelt.

Dem SV X muss insgesamt aus den Veröffentlichungen bekannt sein, dass bei der Verlängerung bestehender Verträge das Spielrecht neu beantragt werden muss und dementsprechend dem neuen Vertrag ein Passantrag und der bisherige Spielerpass beizufügen sind. Ebenso ist es offenkundig, dass Vertragsspieler nach dem entsprechenden aufgedruckten Datum nicht mehr spielberechtigt sind.  Nichts anderes ergibt sich aus § 42 II c SpO. Darin ist das Spielrecht grundsätzlich geregelt. Dies setzt aber denknotwendig voraus, dass das Spielrecht erteilt wurde. Dies regelt § 43 SpO.  Gemäß § 43 I SpO ist nur das Vereinsmitglied spielberechtigt, das nach den Vorschriften des BFV eine Spielerlaubnis für seinen Verein erhalten hat. Nach den vorgenannten Regularien des BFV ist eben die Einreichung weiterer Unterlagen, nämlich die Vorlage eines Passantrages und des bisherigen Spielerpasses, erforderlich. Dem kam der Berufungsführer nicht nach. Somit wurde das Spielrecht nicht wirksam beantragt und konnte dementsprechend auch nicht erteilt werden. Der Berufungsführer konnte auch ein Spielrecht nicht gem. § 43 VI SpO nachweisen,

Im Weiteren wird auf die zutreffende Entscheidung des Sportgerichtes verwiesen.

Aufgrund der vorgezeigten Umstände war auch eine Spielwertung unbedingt vorzunehmen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

Protokoll Nr.:  09 vom 30.08.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:   17

 

Berufung des SV X e. V. gegen das Urteil des BSG vom 16.08.2011, Protokoll 6, Fall 13


Urteil:

1. Auf die Berufung des SV X e. V. wird das Urteil des BSG vom 16.08.2011, Protokoll 6, Fall 13 mit der Maßgabe in Ziffer 1 abgeändert, dass der Spieler A für 3 Verbandsspiele der Bezirksoberliga des Vereins SV X e. V. gesperrt wird und in Ziffer 3 für alle anderen Spiele bis einschließlich 30.08.2011 gesperrt wird.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,00 und die hälftige Berufungsgebühr in Höhe von 50,00 € trägt der SV X e. V. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel der BOL TSV Y gegen SV X am 7.8.2011 war der Spieler A, SV X, vom SR mit Rot vom Platz gestellt worden. Das zuständige BSG (Urteil vom 16.8.2011 Prot.6 Fall 13) belegte den Spieler mit einer Sperre von vier Punktspielen der BOL-Mannschaft seines Vereins (Ziffer I), für alle anderen Verbandsspiele bis zum Ablauf dieser Sperre (Ziffer II) und für alle weiteren Spiele bis einschließlich 4.9.2011 (Ziffer III).  Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde am 25.8.2011 form- und fristgerecht eingelegt, §44 Abs.3 RVO. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit d RVO.

3. Die Berufung ist auch begründet. Wie in der Berufungsschrift dargetan hat der SV X nachweislich am 28.8.2011 bereits das sechste Verbandsspiel ab Sperre des Spielers ausgetragen. Dies ergibt sich daraus, dass in diesen Zeitraum neben drei Punktspielen der BOL-Mannschaft auch drei Totopokalspiele ausgetragen worden sind. Damit musste der Spieler bereits sechs Verbandsspiele aussetzen. Wie sich aus dem Urteil des BSG ergibt, hielt das Gericht eine Sperre von vier Spielen als tat- und schuldangemessen. Dies entspricht auch der vom SR gemeldeten Tat und ist auch im Strafmaß nicht zu beanstanden. Das BSG hat aber beim Strafausspruch nicht berücksichtigt, dass der SV X im fraglichen Zeitraum auch im Toto-Pokal mit der BOL-Mannschaft im Einsatz war. Die vom SV X angebotenen Beweise hinsichtlich der ausgetragenen Toto-Pokalspiele sind auch nicht gemäß § 44 Abs.4 RVO ausgeschlossen, weil der SV X bereits in seiner Stellungnahme zum BSG vom 10.8.2011 auf die anstehenden Pokalspiele hingewiesen hatte. Die Sperrstrafe war deshalb entsprechend abzuändern.
 
4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

Protokoll Nr.:  09 vom 30.08.2011
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein
Fall:   16

 

Berufung gegen das Urteil des Sportgerichts vom 26.07.2011, Protokoll 4, Fall 39


Urteil:

1. Die Berufung des Vereins X vom 27.07.2011 gegen das Urteil des Sportgerichts vom 26.07.2011, Protokoll 4, Fall 39, veröffentlicht im Internet am 26.07.2011 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 25,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 80,00 € trägt der Verein X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Beim Privatspiel der U19 zwischen Verein X und dem Verein Y am 14.07.2011 setzte der Berufungsführer die Spieler A, B und C ein, obwohl für diese Spieler keine Spielerpässe vorlagen und auch diese bis Spielende nicht nachgereicht werden konnten. Die Spielberechtigung wurde darüber hinaus innerhalb der verlängerten Frist von 3 Tagen gemäß § 19 RVO ebenfalls nicht nachgereicht. Das Sportgericht hat ein Verfahren eingeleitet und dem Berufungsführer unter Fristsetzung zum 25.07.2011 zur Stellungnahme aufgefordert. Nachdem eine solche Stellungnahme nicht einging, hat das Sportgericht den Berufungsführer mit einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € gemäß § 77 I RVO belegt sowie den Verantwortlichen mit einer solche Geldstrafe von 50,00 €.

Hiergegen hat der Verein X mit Schreiben vom 27.07.2011, eingegangen am 03.08.2011 Berufung eingelegt und die Berufung damit begründet, dass der Trainer am Spieltag insgesamt fünf Online-Spielberechtigungen in der Passmappe gehabt habe.

Die Spieler hätten sich bei der Passkontrolle mit einem gültigen Personalausweis ausgewiesen. U. a. seien auch die Pässe ohne Foto und Stempel in der Passmappe gewesen. Hinsichtlich der weiteren Ausführungen wird auf das Berufungsschreiben verwiesen.

2. Das VSG ist zur Entscheidung zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, in der Sache aber nicht begründet.

Der Berufungsführer hatte gegenüber dem Ausgangsgericht die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Die Meldung des SR war ihm bekannt und auch der Tatvorwurf. Eine Stellungnahme wurde nicht abgegeben.

In der Berufungsinstanz ist der Berufungsführer mit Einwendungen, die er in der I. Instanz bereits hätte vorbringen können, gemäß § 44 IV RVO präkludiert. Sämtlicher Vortrag, den der Berufungsführer nunmehr in der Berufungsinstanz vorträgt, hätten bereits dem Erstgericht vorgetragen werden können. Es ist daher Präklusion eingetreten.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen,

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 II FO.

 

 

Protokoll Nr.: 08 vom 19.08.2011
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Schreckenbauer
Fall:   15


Berufung FC X gegen das Urteil des BSG vom 15.08.2011 (Prot. 04 Fall 18)


Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel FC Y gegen FC X am 6.8.2011 war der Spieler A, FC X, mit der roten Karte vom Platz gestellt worden. Laut Meldung des SR hatte er einem Angreifer ein Bein gestellt, ihn dadurch zu Fall gebracht und eine klare Torchance verhindert. Das zuständige BSG sprach mit Urteil vom 15.8.2011 (Prot.4 Fall 18) eine Sperre von zwei Verbandsspielen wegen rohen Spiels aus. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des FC X, mit dem Ziel, die Sperre auf ein Spiel zu vermindern.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44  Abs.3 RVO eingelegt; der "Einspruch" des FC X vom 18.8.2011 war als Berufung auszulegen. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet, die Sperrstrafe von zwei Verbandsspielen ist nicht zu beanstanden. Wie vom Berufungsführer bereits in der Stellungnahme vom 9.8.2011 zugestanden, war der Platzverweis als solcher " in Ordnung". Es wurde auch nicht bestritten, dass durch die regelwidrige Aktion des Spielers A, der als Torwart handelte, dem Gegner eine klare Torchance genommen wurde. Damit konnte das BSG von einer sogenannten Notbremse ausgehen, die im Regelfall eine Sperre von zwei Spielen nach sich zieht. Die Ausnahme, die dann greift, wenn der anschließende Freistoß zum Torerfolg führt, liegt unstreitig nicht vor. Damit ist eine Sperre für zwei Verbandsspiele angemessen.

Auch wenn man dem Berufungsführer zugesteht, dass kein "rohes Spiel", wie im Ersturteil festgestellt, vorliegt, kann dies im Ergebnis nichts ändern. Die Sperre von zwei Verbandsspielen ist auch auf der Grundlage des § 65 RVO (Unsportliches Verhalten) voll gerechtfertigt, sodass eine Reduzierung der Sperrstrafe nicht in Betracht kam.

4. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8, 13 d FO.

 

 

 

Protokoll Nr.: 07 vom 16.08.2011
Besetzung:  Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:  14

Anzeige der SpVgg X vom 02.07.2011

Urteil:


I. Das Verfahren wird eingestellt.


II. Kosten werden keine erhoben.

 

Gründe:


Dem Betroffenen lag zur Last mit der Einsendung des Spielerpasses eine falsche Erklärung dem BFV gegenüber abgegeben zu haben. Der Spielerpass soll eigenmächtig verändert worden sein. Nachdem der Anzeigeerstatter nunmehr nicht mehr ausschließen konnte, dass die Veränderungen doch vom Aussteller stammen, war das Verfahren einzustellen.

 

 

Protokoll Nr.: 07 vom 16.08.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:  13

 

Verfahren gegen A

                                                        
Urteil:


I.  Herrn A, SV X, wird ab dem 20.8.2011 auf die Dauer von 24 Monaten das Recht aberkannt, eine Verbands- oder Vereinsfunktion auszuüben.
II.  Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25.- Euro trägt Herr A unter Mithaftung des Vereins SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

                                                                                                                                                                        Gründe:


1.  Beim BFV-Pokalspiel der A-Junioren SV X gegen FC Y wurde der Spieler B auf Seiten des SV X eingesetzt, obwohl er noch einen gültigen Spielerpass für den ESV Z hatte. Dem SR war ein auf einen Spieler des SV X (C) ausgestellter Spielerpass vorgelegt worden, in den laut Anzeige ein Bild von B eingeklebt war. Im Spielbericht war unter Nr. 5 der Spieler C eingetragen.
2.  Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. a RVO, weil der Vorwurf der Passfälschung den Ausschluss aus dem BFV zur Folge haben kann. Das Verfahren gegen Herrn A wurde mit Schreiben vom 23.5.2011 eröffnet im Anschluss an den rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gegen Herrn D in der gleichen Angelegenheit; auf das Urteil wird Bezug genommen (Prot. 24 vom  3.5.2011 Fall 57). Der ursprünglich gestellte Antrag auf mündliche Verhandlung wurde von Herrn RA E als Vertreter von Herrn A wieder zurückgenommen.
3.  Herr A war  gemäß § 89 Abs. 2 RVO i.V.m. § 54 RVO zu einer Funktionssperre von 24 Monaten zu verurteilen. Nach der Aktenlage und den Einlassungen des Betroffenen steht zur Überzeugung des VSG fest, dass Herr A vor dem Spiel SV X gegen FC Y einen falschen Spielerpass hergestellt hat, indem er das Bild von B in den Pass von C einklebte. Der Tatbestand des § 89 Abs. 1 RVO ist damit erfüllt, es spielt insoweit keine Rolle, ob auf dem Bild auch ein Vereinsstempel angebracht worden ist. Nach Abwägung der Gesamtumstände kann gerade noch von einem leichten Fall nach § 89 Satz 2 RVO ausgegangen werden.  A  hat zweifelsfrei auf Anweisung des Herrn D gehandelt, der als verantwortlicher Betreuer auf dem Spielbericht eingetragen war. Herr A war lediglich als Gehilfe des hauptverantwortlichen Betreuers tätig, er selber hatte noch keine eigene Erfahrung als Trainer oder Betreuer gesammelt. Die Anweisung, er solle den Pass so präparieren, dass B eingesetzt werden könne, hat er befolgt ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Seine Unerfahrenheit und die Tatsache, dass er nicht auf eigenen Entschluss sondern auf Anweisung gehandelt hat rechtfertigen letztlich noch die Annahme eines leichten Falles und die Bestrafung mit einer Funktionssperre von 24 Monaten.
4.  Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Abs. 2 Nr. 6 c FO.  

 

Protokoll Nr.: 07 vom 16.08.2011
Besetzung:  Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:  12


Wiederaufnahmeantrag SpVgg X hinsichtlich seines Spielers Y.Z.


Urteil:


I.  Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 04.08.2011) gegen den Spieler Y.Z. wird wieder aufgenommen.
II.  Ziffer II wird mit der Maßgabe abgeändert, dass der Spieler Y. Z. nur bis einschließlich  20.8.2011 für alle anderen Verbandsspiele (§ 51 Abs. 5 RVO) seines Vereins gesperrt ist.
III.  Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50.- Euro trägt die SpVgg X.


Gründe:


Mit Urteil des KSG München vom 04.08.2011 wurde der Spieler Y. Z. wegen unsportlichen Verhaltens für zwei  Verbandsspiele der B-Senioren seines Vereins gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf der vorstehenden Sperre.
Der Spieler Y. Z. spielt nach Angabe des Vereins auch in der zweiten Mannschaft der SpVgg X (B-Klasse). Da für diese Mannschaft die Saison bereits begonnen hat und regelmäßig Spiele stattfinden, wäre der Spieler bis zum zweiten Spiel der B-Senioren für sieben Spiele gesperrt. Dies rechtfertigt im vorliegenden Fall die Annahme einer unbilligen Härte.
Die von der SpVgg X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen gemäß § 46 Abs. 4 RVO die Wiederaufnahme des Verfahrens und als Folge die Abänderung des Urteilstenors in Ziffer II.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Abs. 1 I Nr. 11 FO.

 

 

Protokoll Nr.:   06 vom  05.08.2011
Besetzung:      Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:      11

 

Wiederaufnahmeantrag SV X hinsichtlich seines Spielers A

Urteil:

I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 23.06.2011, Protokoll 40, Fall 1087) gegen den Spieler A wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer II wird mit der Maßgabe abgeändert, dass der Spieler A nur bis 04.08.2010 einschließlich für alle anderen Verbandsspiele (§ 51 Abs. 5 RVO) seines Vereins gesperrt ist.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 € trägt der SV X.
 


 

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 23.06.2011, Protokoll 40, Fall 1087 wurde der Spieler A wegen unsportlichen Verhaltens für 1 Verbandsspiel/e (§ 51 Abs. 5 RVO) der Kreisklassen-Mannschaft des Vereins SV X gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf der vorstehenden Sperre. 

Der Spieler A wurde am 08.06.2011 mit Roter Karte vom Platz gestellt und durch das KSG mit der Sperre von 1 Verbandsspiel der Kreisklassen-Mannschaft belegt. Der Spieler A zählt nunmehr zum Kader der Ligamannschaft des SV X. Da die Ligasaison bereits begonnen hat und regelmäßig Spiele stattfinden, wäre der Spieler bis zum ersten Spiel der Kreisligamannschaft für insgesamt 8 Spiel gesperrt. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.

Die vom SV X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO i. V. m. § 11 I. Nr. 11. FO

 

 

Protokoll Nr.:  05  vom 02.08.2011
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter
Fall-Nr.: 10   

Beschwerde des 1 FC X e.V. und des SV Y e.V. gegen die Ablehnung der Anträge auf Spielklasseneinteilung

 

Beschluss:


Der 1 FC X und der SV Y tragen die Hälfte der Beschwerdegebühr in Höhe von € 75,00 und die volle Verfahrensgebühr in Höhe von € 60,00 je zur Hälfte.

 

Gründe:

 

1. Der 1 FC X und der SV Y haben am 12.05.2011 einen Antrag auf Spielklasseneinteilung gestellt.

Der Antrag auf Spielklasseneinteilung wurde mit Schreiben vom 10.06.2011 vom BFV -Passabteilung- abgewiesen. Gegen diesen Bescheid legte der SV Y und der 1 FC X mit Schreiben vom 12.06.2011 Beschwerde zum Präsidium ein. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten am 22.06.2011 dem VSG zugeleitet.

2. 
Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung für die nächste Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Der 1 FC X hat seine Beschwerde mit Schreiben vom 07.07.2011 nach einer gemeinsamen Vorstandssitzung mit dem SV X und dem Z FV zurückgenommen.

4. Gemäß § 33 II RVO war die Beschwerdegebühr aufgrund der Rücknahme auf die Hälfte zu reduzieren, ausgehend von einer Beschwerdegebühr, welche bei einer Beschwerde zum Verbandspräsidium angefallen wäre.

 

 

Protokoll  04 vom 26.07.2011
Besetzung:  Riedmeyer als Einzelrichter
Fall-Nr.:  09


Berichtigungsbeschluss zu Protokoll 2 Fall 7, Beschwerde des FC X im Juniorenbereich gegen den Bescheid vom 03.06.2011

Beschluss:


Das Urteil vom 13.07.2011 wird dahingehend berichtigt, dass Ziffer II lautet:
Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Beschwerdegebühr in Höhe von € 60,00 trägt der FC X.

Begründung:


Es handelt sich um eine bloße Unrichtigkeit bei der Bezifferung der Gebühren. Diese sind § 11 Abs. II Nr. 6, 14 FO zu entnehmen und stehen der Höhe nach somit fest. Da der Beschluss dem Beschwerdeführer ausschließlich einen Vorteil bringt, war eine Anhörung nicht veranlasst.

 

 

Protokoll Nr.:  03  vom 25.07.2011
Besetzung: Beierlein als Einzelrichter
Fall-Nr.: 08   


Beschwerde des SV X e. V. gegen die Ablehnung des Antrags auf Eingruppierung der U 17 (B)-Juniorenmannschaft in die Kreisklasse


Beschluss:

Der SV X e. V. trägt die Beschwerdegebühr in Höhe von € 75,00.

Gründe:

1. Der SV X hat am 14.05.2011 einen Antrag gemäß § 12 Abs. 8 JO auf Einteilung seiner U 17 - Junioren in die Kreisklasse gestellt. In der abgelaufenen Saison hatte der Antragsteller seine B-Junioren-Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen.

Dem Antrag wurde mit Bescheid der Kommission zum Sonderaufstieg vom 28.05.2011 nicht stattgegeben.

Gegen diesen Bescheid legte der SV X mit Schreiben vom 06.06.2011 Beschwerde ein. Diese Beschwerde wurde mit Schreiben vom 21.06.2011 vom Verbands-Jugendausschuss abgewiesen. Gegen diesen Bescheid hat der Verein mit Schreiben vom 30.06.2011 erneut Beschwerde zum Präsidium eingelegt. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Der SV X e. V. hat seine Beschwerde mit Schreiben vom 20.07.2011 zurückgenommen.

4. Gemäß § 33 II RVO war die Beschwerdegebühr aufgrund der Rücknahme auf die Hälfte zu reduzieren, ausgehend von einer Beschwerdegebühr, welche bei einer Beschwerde zum Verbandspräsidium angefallen wäre.

 

Protokoll  02 vom 13.07.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall Nr.:  07

 

Beschwerde des FC X im Juniorenbereich gegen den Bescheid vom 03.06.2011


Urteil:

I. Die Beschwerde des FC X vom 08.06..2011 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 50,00 € und die Beschwerde-gebühr in Höhe von 150,00 € trägt der FC X.


Gründe:


1. Mit Schreiben vom 10.05.2011 stellte der FC Y den Antrag, als beteiligter Verein der Spielgemeinschaft FC Z/FC Y das Aufstiegsrecht des FC Z (Meister) in die Kreisliga übernehmen zu dürfen. Dies wurde von der vom Verbandsjugendaus-schuss nach § 12 Abs. 8 JO eingesetzter Kommission mit Verwaltungsentscheid vom 03.06.2011 genehmigt. Gegen diese Genehmigung legte der Beschwerde-führer Beschwerde zum Verbandsjugendausschuss ein. Die Beschwerde wurde mit Schreiben vom 21.06.2011 mit der Begründung zurückgewiesen, dass der Beschwerdeführer kein Betroffener sei. Mit Schreiben vom 03.07.2011 legte der Beschwerdeführer Beschwerde zum Präsidenten ein.

Mit Schreiben vom 07.07.2011 wurde die Beschwerde gegen den Bescheid des VJA vom Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.
 

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Bezirks-Ausschusses ist unzulässig. Gemäß § 4 RVO kann nur ein Betroffener gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen. Betroffener im Sinne dieser Vorschrift ist jeder, der durch die Entschei-dung in seinen Rechten beeinträchtigt sein kann (VSG Fall 103 2007/2008). Die Entscheidung muss in Rechte eingreifen. Bloße Erwartungen oder Hoffnungen werden nicht geschützt und können keine Betroffenheit begründen.

 Der Beschwerdeführer hat kein Aufstiegsrecht, welches durch die Entscheidung des VJA hätte beeinträchtigt werden können. Hätte die Entscheidung des VJA keinen Bestand, würde das Aufstiegsrecht nicht dem Beschwerdeführer zuwachsen, sondern das Recht bliebe beim FC Z bzw. der Spielgemeinschaft FC Z/FC Y. Der Beschwerdeführer hat nicht vorgetragen und belegt, dass der FC Z oder die Spielgemeinschaft ihr Aufstiegsrecht unter keinen Umständen wahrnehmen würden oder gar bereits rechtsverbindlich darauf verzichtet hätten. Eine Aufhebung des Bescheids des VJA kann daher nur die Hoffnung des Beschwerdeführers begründen, dass der aufstiegsberechtigte FC Z bzw. die Spielgemeinschaft auch dann auf ihr Aufstiegsrecht verzichten würden, wenn das Aufstiegsrecht nicht vom FC Z wahrgenommen werden kann.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. II Nr. 6, 14 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

Protokoll Nr.: 01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:   06

 

Wiederaufnahmeantrag Sportclub A, Spieler X bezüglich Urteil BSG, Protokoll-Nr.: 65, Fall 360 vom 07.06.2011

 

Beschluss:


Die Angelegenheit wird zuständigkeitshalber an das BSG abgegeben.

 

Gründe:


Gemäß § 46 IV RVO ist das Verfahren an das Sportgericht, welches zuletzt über die Sperrstrafe entschieden hat, abzugeben.

 

Protokoll Nr.: 01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:   05

 

Wiederaufnahmeantrag Verein A., Spieler X, bezüglich Urteil BSG, Protokoll-Nr.: 63, Fall 346 vom 24.05.2011

 

Beschluss:


Die Angelegenheit wird zuständigkeitshalber an das BSG abgegeben.

Gründe:


Gemäß § 46 IV RVO ist das Verfahren an das Sportgericht, welches zuletzt über die Sperrstrafe entschieden hat, abzugeben.


 

Protokoll Nr.: 01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:   04

 

Wiederaufnahmeantrag Verein A, Spieler Y, bezüglich Urteil KSG, Protokoll-Nr.: 58, Fall 952 vom 10.06.2011


Beschluss:


Die Angelegenheit wird zuständigkeitshalber an das KSG abgegeben.

Gründe:


Gemäß § 46 IV RVO ist das Verfahren an das Sportgericht, welches zuletzt über die Sperrstrafe entschieden hat, abzugeben.

 

Protokoll Nr.:  01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:   03


Revision des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 08.06.2011, Protokoll Nr. 31, Fall 274

Urteil:

 

I. Auf die Revision des Verein A wird das Urteil des BSG vom 08.06.2011 aufgehoben und das Verfahren zur neuerlichen Verhandlung an das BSG zurückverwiesen.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.


Gründe:


1. Mit Schreiben vom 05.06.2011 erstattete der BJL Anzeige beim BSG, weil der Betroffene beim Verbandsspiel der U 17 BOL Verein B gegen Verein C nicht angetreten war. Das BSG ging davon aus, dass der BJL auch den Betroffenen darüber informierte, unterließ eine förmliche Anhörung des Betroffenen und verurteilte diesen zu einer Geldstrafe.

Mit Schreiben vom 21.06.2011 legte der Verein des Betroffenen Berufung ein. Zur Begründung wurde die Verletzung rechtlichen Gehörs geltend gemacht. Zur Verteidigung wurde vorgetragen: Dem Betroffene sei weder seine Ansetzung als Schiedsrichter mitgeteilt worden, noch sei er über die Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens informiert worden.

2. Die gemäß § 44 RVO form- und fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig .Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist begründet. Es liegt ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör vor (§ 39 Abs. 1 RVO). Es reicht für die Gewährung von rechtlichem Gehör nicht aus, dass der Betroffene vom Anzeigeerstatter informiert wird. Das Sportgericht muss den Betroffenen darüber informieren, dass gegen ihn ein Verfahren eingeleitet wurde. Nur dann kann er sich wirksam verteidigen. Aus der Mitteilung des Anzeigeerstatters kann der Betroffene weder entnehmen, ob die Anzeige tatsächlich eingereicht wurde, noch ob das bezeichnete Sportgericht auch zuständig ist, noch ob das Sportgericht den angezeigten Sachverhalt für sportrechtlich relevant hält. Der Berufungsführer hat dargelegt, was er bei einer Information über die Einleitung eines Verfahrens vorgetragen hätte. Sofern sich dieser Vortrag bewahrheitet, würde eine Strafbarkeit entfallen. Da der Sachverhalt somit weiter aufzuklären sein wird, erfolgte eine Zurückverweisung an das BSG.

4.  Über die Kosten des Berufungsverfahrens wird das BSG im Rahmen der Schlussentscheidung zu urteilen haben, weil die Kostenentscheidung einheitlich ergehen soll.

 

Protokoll Nr.: 01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer
Fall:   02

 

Beschwerde des SV A gegen die Ablehnung des Spielrechts für den Spieler X


Beschluss:


Der SV A trägt die Beschwerdegebühr in Höhe von 75,00 € und die Kosten des Verfahrens in Höhe von 50,00 €.

 

Gründe:


Gemäß § 33 II RVO wurde die Beschwerdegebühr auf die Hälfte reduziert, ausgehend von einer Beschwerdegebühr, welche bei einer Beschwerde zum Verbandspräsidenten angefallen wäre.


 

Protokoll Nr.: 01 vom 05.07.2011
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey
Fall:   01

 

Revision der JFG A gegen das Urteil des BSG vom 27.06.2011, Protokoll Nr. 68, Fall 383


Urteil:

I. Die Revision der JFG A gegen das Urteil des BSG vom 27.06.2011 wird zurückgewiesen. 

II. Die JFG A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00

 

Gründe:

1. Beim C-Junioren-Meisterschafts-Entscheidungsspiel JFG B gegen JFG A am 8.6.2011 kam es bei unentschiedenem Spielstand zum Elfmeterschießen. Unentschieden war der Spielstand auch noch,  nachdem die ersten fünf Elfmeter pro Mannschaft ausgeführt waren. Der amtierende Schiedsrichter ordnete an, dass die gleichen Spieler nochmals schießen müssten. Der Spieler der JFG B verschoss, der Spieler der JFG A verwandelte, worauf der SR das Spiel  mit dem Ergebnis 5:4 für die JFG A beendete.  Auf Einspruch der JFG B  gegen die Spielwertung vom 9.6.2011 entschied das Jugendsportgericht auf Neuansetzung des Spiels (Prot.27 Fall 393 vom 11.6.2011).  Die von der JFG A eingelegte Berufung wurde vom Bezirkssportgericht mit Urteil vom 27.6.2011 als unbegründet  zurückgewiesen (Prot.68 Fall383: auf die  Urteilsgründe wird Bezug genommen). Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der JFG A.

2. Die Revision ist zulässig. Sie ist frist- und formgerecht eingelegt nach § 45 Abs.2 RVO, gerügt wird die fehlerhafte Anwendung des § 38 RVO. Das Verbandssportgericht ist zuständig, § 45 Abs.1 RVO i.V.m. § 20 Abs.1 Lit.f RVO.

3. Die Revision ist nicht begründet. Die Entscheidung auf Neuansetzung des Spiels nach § 38 Abs.4 RVO ist nicht zu beanstanden. Wie schon vom Bezirkssportgericht zutreffend ausgeführt, liegt der von § 38 Abs.1 Lit a RVO vorausgesetzte Regelverstoß des leitenden Schiedsrichters  zweifelsfrei vor: nach DFB-Fußball-Regel 2010/11 darf ein Spieler erst dann ein zweites Mal antreten, wenn alle teilnahmeberechtigten Spieler bereits einen Elfmeter ausgeführt haben. Der Regelverstoß rechtfertigt die Neuansetzung aber nur dann, wenn er mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ausgang des Elfmeterschießens und damit das Spielergebnis beeinflusst hat. Die Revision ist keine Tatsacheninstanz, es kann deshalb nur geprüft werden, ob das Bezirkssportgericht bei der Beurteilung der hohen Wahrscheinlichkeit seine Ermessensspielraum überschritten oder gegen allgemeine Denkgesetze verstoßen hat. Dies ist nicht der Fall. Wie auch vom Revisionsführer zugestanden, liegt die Trefferwahrscheinlichkeit  bei Elfmetern auch im Juniorenbereich bei über 50 %.  Es ist daher nachvollziehbar, wenn das BSG es als hoch wahrscheinlich wertet, dass ein anderer Schütze der JFG B den Elfmeter verwandelt  hätte. Bei der Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Regelverstoß das Spielergebnis  beeinflusst hat, muss auch einbezogen werden, dass ein anderer Schütze der JFG A den sechsten Elfmeter möglicherweise verschossen hätte. Die Bejahung der hohen Wahrscheinlichkeit und die  Anwendung des § 38 Abs.1 Lit.a RVO durch das Bezirkssportgericht sind damit nicht rechtsfehlerhaft.
Im Übrigen wird auf die Urteilsgründe des BSG verwiesen.
Die Revision war als unbegründet zurückzuweisen.

4. Kosten: §§ 32,33, RVO i.V.m. § 11  I Zif.9, II Zif.6, FO.

 

 


Urteile 2010/2011

 

Protokoll Nr.: 36 vom 29.06.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Krause, Frey
Fall:   77

 

 

Beschwerde des Vereins A gegen die Entscheidung des Verband-Spielausschusses vom 03.06.2011


Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 50 sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von € 150 trägt der Verein A.

 

 

Gründe:


1. Die Beschwerdeführerin belegte nach dem Abschluss der Spielrunde der Liga mit 41 Punkten Platz 16. Der Verein B belegte mit ebenfalls 41 Punkten Platz 15. In der Auf- und Abstiegsregelung der Liga für die Saison 2010/2011, die vom BFV am 12.08.2010 wirksam veröffentlicht worden war, ist festgelegt, dass die letzten drei der achtzehn Ver-eine aus der Liga absteigen. Mit Schreiben vom 31.05.2011 beantragte die Beschwerde-führerin, dass der Gewinner des Platzierungsspiels um Platz 15 in der Liga verbleibt und der Verlierer das Relegationsspiel in Weiden bestreitet. Der Verbands-Spielausschuss wies den Antrag mit Bescheid vom 03.06.2011 zurück. Hiergegen richtet sich die mit An-waltsschreiben vom 10.06.2011 eingelegte Beschwerde der Beschwerdeführerin an das Präsidium.   

Mit Schreiben vom 14.06.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des Ver-bands-Spielausschusses vom Verbands-Präsidenten wegen Dringlichkeit dem VSG vor-gelegt. Die Beschwerdeführerin wurde davon unterrichtet und ergänzte ihre Beschwer-debegründung mit Schriftsatz vom 27.06.2011. Ergänzend wird auf den Bescheid und die beiden Schriftsätze zur Beschwerdebegründung Bezug genommen.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklassen-einteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die fristgerecht eingelegte Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschusses ist zulässig. Sie ist jedoch unbegründet.

Der Bescheid des Verbands-Spielausschusses vom 03.06.2011 ist nicht zu beanstanden. Er entspricht der Sach- und Rechtslage unter Beachtung der Satzung und Ordnungen des BFV.

Der Verbands-Spielausschuss war bei der Einteilung der neuen Liga sowohl an die von ihm erlassene Auf- und Abstiegsregelung für die Liga, als auch an die rechtskräftige Ent-scheidung des Verbands-Sportgerichtes im Verfahren gegen den Verein B gebunden.

Die Auslegung von Satzung und Ordnungen ist die Aufgabe der Sportgerichte (§ 2 Abs. 1 RVO). Dementsprechend hat der Verbands-Spielausschuss keine eigene Entschei-dungskompetenz zu der Frage, ob die rechtskräftige Entscheidung des Verbands-Sportgericht vom 27.05.2011 im Verfahren gegen den Verein B zutreffend war. Es kommt alleine darauf an, dass diese Entscheidung beim Erlass des Bescheids verbandsrechtlich rechtskräftig war.

§ 11 SpO sieht vor, dass die Liga mit bis zu 18 Mannschaften gespielt wird. Zur Errei-chung dieser Sollzahl wurde vom Verbands-Spielausschuss vor der Saison festgelegt, dass drei Mannschaften aus der Liga absteigen und der Viertletzte in Relegationsspiele mit den Tabellenzweiten der Ligen tritt, wobei je nach benötigter Anzahl zur Erreichung der Sollstärke ein oder mehrere Vereine aus dieser Relegation aufsteigen bzw. die Liga erhalten.

Diese Regelung entspricht § 17 Abs. 2 Satz 1 SpO, der vorsieht, dass mindestens drei Vereine absteigen müssen.

Nachdem die Beschwerdeführerin während der Spielrunde nicht mehr Punkte erzielte, als der Verein B wurde entsprechend § 14 Abs. 2 SpO ein Platzierungsspiel durchgeführt, welches der Verein B gewann, die sich dadurch auch das Recht erspielte, an der Relegationsrunde teilzunehmen.

Die Einteilung der Beschwerdeführerin in die Liga entspricht damit dem Wortlaut und dem Sinn der Vorschriften des BFV. Eine Rechtsgrundlage, aufgrund derer der Verbands-Spielausschuss verpflichtet wäre, entgegen dem klaren Wortlaut die Beschwerdeführerin als 19. Verein in die Liga einzugliedern, ist nicht gegeben.

§ 17 Abs. 3 SpO ist gegenüber § 17 Abs. 2 Satz 1 SpO nachrangig, was sich daraus er-gibt, dass er erst nach den vollzogenen Auf- und Abstiegsregelungen zur Anwendung ge-langen kann. Er regelt den Fall, dass sich als Folge der Regelungen in den Absätzen 1 und 2 eine geringere oder höhere Zahl als 18 ergibt. Die höhere Zahl kann sich dann ergeben, wenn mehr bayerische Verbandsvereine aus der Regionalliga absteigen, als aufsteigen.

§ 45 Abs. 1 der Satzung lässt eine Entscheidung nach Treu und Glauben nur in den Fällen zu, in denen die Satzung und Ordnungen keine Regelung vorsehen. Hier besteht die oben dargelegte Regelung. § 45 Abs. 2 der Satzung stellt keine Rechtsgrundlage dar, sondern räumt lediglich die Möglichkeit ein, im Allgemeininteresse der geordneten Durchführung des Wettbewerbs auf gebotene Maßnahmen zu verzichten. Ein Recht eines Vereins ergibt sich hieraus nicht.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Recht-sprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde neben der angefallenen Verfahrensgebühr nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

Protokoll    35    vom 27.06.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Krause
Fall:           76

 

Beschwerde des Verein A gegen die Entscheidung der Passabteilung des BFV vom 13.05.2011


Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 50 sowie die Beschwerdegebühr in Hö-he von € 150 trägt der Verein A.

 

Gründe:


1. Bei der Mitgliederversammlung der Fußballabteilung des Verein B am 24.03.2011 wurde einstimmig beschlossen, dass der Spielbetrieb der Herrenmannschaft zum Ende der Sai-son 2010/2011 eingestellt wird. Der überwiegende Teil der Spieler (12 von 14) erklärte, dem Beschwerdeführer beizutreten. Die Spielklasse des Verein B (A-Klasse) sollte erhal-ten bleiben. Der Beitritt zum Beschwerdeführer wurde durch Aufnahme in eine Unter-schriftenliste vollzogen.

 Der Beschwerdeführer, der mit seiner Herrenmannschaft in der Kreisklasse spielt, beant-ragte mit Schreiben vom 24.04.2011, die Übernahme der Spielklasse des Verein B für die 2. Herrenmannschaft des Beschwerdeführers. Es wurde geltend gemacht, der Be-schwerdeführer habe in der Mitgliederversammlung vom 11.03.2011 seinen Vereinsna-men von Verein C in Verein A geändert um damit zum Ausdruck zu bringen, dass ein Zu-sammenschluss mehrerer Vereine geplant sei und die Aufnahme der Spieler des Verein B der erste Schritt hierzu sei.

 Mit Bescheid vom 13.05.2011 lehnte die Passabteilung des BFV die Einteilung der 2. Herrenmannschaft des Beschwerdeführers in die A-Klasse ab. Eine Rechtsbehelfsbeleh-rung enthielt der Bescheid nicht. Hiergegen richtet sich die Beschwerde zum Präsidium, die mit Schreiben vom 05.06.2011 eingelegt wurde.

Mit Schreiben vom 14.06.2011 wurde die Beschwerde gegen den Bescheid der Passab-teilung vom Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklassen-einteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Bezirks-Ausschusses ist zulässig. Zwar war das Beschwerdeschreiben vom 05.06.2011 nicht unterschrieben. Diese Unterschrift wurde jedoch mit Schreiben des Beschwerdeführers vom 14.06.2011 nachgeholt. Die Frist gemäß § 3 Abs. 3 RVO musste nicht eingehalten werden, weil der Bescheid der Passab-teilung keine Rechtsmittelbelehrung enthielt. Diese ist jedoch in § 3 Abs. 6 RVO zwingend vorgeschrieben. Das Fehlen der Belehrung führt dazu, dass die kurze Befristung des § 3 Abs. 3 RVO nicht wirksam wird, insoweit ist der allgemeine Rechtsgedanke aus § 58 VwGO auch auf die RVO zu übernehmen.

Die Beschwerde ist jedoch unbegründet.

 Der Beschwerdeführer hat nach dem klaren Wortlaut des § 10 SpO keinen Anspruch auf Aufnahme seiner zweiten Herrenmannschaft in die A-Klasse.

 § 10 Abs. 1 Satz 3 SpO lautet: Scheidet eine Fußballabteilung aus einem Verein aus und tritt mit der überwiegenden Mehrheit der aktiven Spieler einem neu gegründeten Verein oder einem Verein mit einer neu gegründeten Fußballabteilung bei, entscheidet das Ver-bandspräsidium auf Antrag über die Spielklasseneinteilung dieses Vereins. Das gleiche gilt bei Vereinsfusionen und -zusammenschlüssen unter Beachtung des § 7 Abs. 4.

 Diese Voraussetzungen liegen nicht vor. Die Spieler des Verein B traten keinem neu ge-gründeten Verein oder einer neu gegründeten Fußballabteilung bei. Der Beschwerdefüh-rer besteht bereits seit langer Zeit mit einer Fußballabteilung. Die Namensänderung hat auf die Existenz des Vereins keinen Einfluss. Eine Fusion der beiden Vereine hat nicht stattgefunden

 An dieser Rechtslage ändert auch das Informationsblatt des BFV nichts, auf das sich der Beschwerdeführer hilfsweise beruft. Darin ist nämlich unter Ziffer 6 ausdrücklich ein Fall der vorliegenden Art wie folgt beschrieben:

 Grundsätzlich nicht möglich ist eine Spielklassenübernahme in folgenden Fällen:
a) .
b) Der "neue" Verein nimmt in der /den betreffenden Fußballabteilung/en bereits vorher am Spielbetrieb teil.

 Der Beschwerdeführer hat mit seiner ersten Herrenmannschaft am Spielbetrieb in der Kreisklasse teilgenommen und behält diese Liga auch bei. Damit ist eine Spielklassen-übernahme aber auch nach den Hinweisen in dem Informationsblatt ausgeschlossen.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Recht-sprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

 

Protokoll    34    vom 21.06.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer
Fall:           75


Auf die Berufung des Vereins A gegen das Urteil des BSG vom 3.5.2011 ergeht folgendes

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet verworfen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von 100 Euro und die Kosten des Verfahrens in Höhe von  60.-  Euro trägt der Verein A.


Gründe:

1. Nach dem Bezirksoberligaspiel der Frauen Verein A gegen Verein B am 17.4.2011 kam es laut Meldung des SR zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen ihm und Herrn C, dem Trainer des Verein A. Mit Urteil vom 3.5.2011 belegte das BSG Herrn C mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 Euro. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des Verein A.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO am 6.5.2011 durch den Verein A  eingelegt, der "Einspruch" war als statthafte Berufung auszulegen. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Das angegriffene Urteil des BSG ist nicht zu beanstanden, die Bestrafung des Herrn C wegen unsportlichen Verhaltens nach §§ 47, 48 RVO ist zu Recht erfolgt. Wie der Betroffene in seiner Stellungnahme selbst einräumt, hat er gegenüber dem SR geäußert "und dafür will er auch noch Geld haben", sowie "jede Woche die gleiche Scheiße". Diese Aussagen sind unsportlich und erfüllen den Tatbestand des § 47 Abs.2 RVO. Auch die zugestandene Anweisung an die Spielerinnen, dem SR den Ball nicht zuzuspielen, entspricht nicht dem sportlichen Miteinander, das zwischen dem SR und den am Spiel Beteiligten gegeben sein sollte.


Die vom Berufungsführer vorgetragene, vorausgegangene Provokation durch den SR kann  das Verhalten des Trainers insgesamt nicht  rechtfertigen. Das vom BSG festgelegte Strafmaß liegt mit 75.-Euro am unteren Ende der durch § 48 Abs.1 Lit.b RVO normierten Skala und ist, auch unter Einbezug einer vorausgegangenen Provokation, tat- und schuldangemessen.
Die Berufung war damit als unbegründet zu verwerfen.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO iVm § 11 Nr.8 b, 13 d FO.  

 

 

Protokoll  34 vom 21.06.2011
Besetzung:  Beierlein, Frey, Schreckenbauer
Fall:   74

In dem Verfahren gegen Schiedsrichter A wegen unsportlichen Verhaltens ergeht folgendes

Urteil:

I. Schiedsrichter A, Verein B, wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Jahre bis einschließlich 18.04.2013 als Schiedsrichter gesperrt.

II. Der Schiedsrichter-Ausweis ist einzuziehen.

III. Schiedsrichter A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 Euro sowie die Auslagen der mündlichen Verhandlung vom 13.05.2011 unter Mithaftung seines Vereins B. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Vor dem Spiel der Champions Leage der UEFA FC Bayern München gegen Inter Mailand am 15.03.2011 in der Allianz Arena in München verschaffte sich der Betroffene unter Vorlage seines SR-Ausweises eine Freikarte für das Spiel. Er überließ diese Freikarte in Kenntnis von dessen Weiterveräußerungsabsicht unmittelbar darauf seinem anderweitig verfolgten SR-Kollegen C, der mit ihm gemeinsam angestanden und sich selbst eine Freikarte besorgt hatte.

Nach der Überlassung verließ SR A das Gelände. SR C versuchte beide Karten auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Er wurde dabei von Zivilfahndern der Polizei gestellt. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und auch gegen SR A eingeleitet und den BFV darüber informiert. Am 31.03.2011 erstattete der Präsident des BFV Anzeige beim VSG.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 a RVO, weil das Verfahren einen Ausschluss aus dem Verband zur Folge haben konnte. Mit Beschluss vom 19.04.2011 wurde SR A vom VSG als Schiedsrichter vorläufig gesperrt. Auf Antrag des Betroffenen gemäß § 41 Abs. 3 RVO wurde am 13.05.2011 vor dem VSG eine mündliche Verhandlung durchgeführt, der Betroffene wurde von Rechtsanwalt D anwaltschaftlich vertreten. Im Nachgang zu der mündlichen Verhandlung wurde der Sachverhalt gemäß Ziffer 1 schriftsätzlich eingeräumt.

3. SR A war wegen unsportlichen Verhaltens in einem schweren Fall gemäß § 47 RVO i. V. m. § 48 Abs. 1 Lit j RVO für zwei Jahre als Schiedsrichter zu sperren. Die Übertragung der Freikarte auf den SR-Kollegen ist als schwere Unsportlichkeit zu werten. Der FC Bayern München stellt den Schiedsrichtern auch bei Spielen der UEFA Champions Leage Freikarten zur Verfügung als Anerkennung für ihre Tätigkeit; jedem SR steht nur eine Karte zu, die Übertragung dieser Karten ist nicht zulässig. Mit der verbotswidrigen Übertragung hat der Betroffene nicht nur das Vertrauen des FC Bayern München auf einen erlaubten Gebrauch von der Freikarte getäuscht, sondern auch das Ansehen des Bayerischen Fußball-Verbandes erheblich geschädigt, der sich das Verhalten seines Mitglieds zurechnen lassen muss. Das Verbot der Übertragung musste dem Betroffenen auch bekannt sein. Zum einen wird auf den Tagungen der SR-Organe darauf hingewiesen. Zum anderen wird bei Abholung der Freikarte ein Berechtigungsschein vom Abholenden unterschrieben, mit dem ausdrücklichen Hinweis: "Diese Freikarte ist nicht übertragbar oder veräußerbar. Jeder Missbrauch wird zivilrechtlich und sportrechtlich geahndet."

Das VSG geht davon aus, dass SR A gewusst hat, dass der Empfänger der Karte diese auf dem Schwarzmarkt anbieten werde. Bei der mündlichen Verhandlung hat er vorgebracht, er habe ursprünglich beabsichtigt, das Spiel mit der Freikarte tatsächlich zu besuchen. Erst später habe er sich wegen familiärer Umstände entschieden, die Karte an seinen SR-Kollegen, den er seit langem kenne, zu überlassen. Unabhängig davon musste ihm spätestens bei der Übertragung aber klar gewesen sein, dass der Empfänger die Karte "nutzen", also entgeltlich weitergeben werde, er also letztlich auch ein Schwarzmarktgeschäft ermögliche.
Wer persönlich ein solches Schwarzmarktgeschäft vornimmt, ist nach ständiger Rechtsprechung des VSG vom Verband auszuschließen (vgl. Urteil vom 22.05.2007, Protokoll 21, Fall 50). SR A hat den Schwarzverkauf zwar ermöglicht, bei der Ausführung aber war er persönlich nicht beteiligt. Nach dem Ergebnis der mündlichen Verhandlung kann auch davon ausgegangen werden, dass SR A selbst keine finanziellen Vorteile aus dem Vorgang gezogen, also nicht eigennützig gehandelt hat. Zu seinen Gunsten wurde das vollumfassende Geständnis berücksichtigt.

Unter Abwägung aller Gesichtspunkte kann von einem Ausschluss und auch von einer Streichung von der Schiedsrichterliste gerade noch abgesehen werden. Eine zeitliche Sperre für zwei Jahre als Schiedsrichter ist tat- und schuldangemessen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr. 13 FO.

 


 

Protokoll  34 vom 21.06.2011
Besetzung:  Beierlein, Frey, Schreckenbauer
Fall:   73


In dem Verfahren gegen Schiedsrichter A wegen unsportlichen Verhaltens ergeht folgendes

 

                                                                                                                                                                       Urteil:

I. Schiedsrichter A, Verein B, wird gemäß § 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der  Schiedsrichter-Ausweis wird eingezogen. Ein erteilter Spielerpass ist unverzüglich an den Bayerischen Fußball-Verband einzusenden.

III. Schiedsrichter A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 Euro unter Mithaftung seines Vereins B.

 

Gründe:

1. Vor dem Spiel der Champions Leage der UEFA FC Bayern München gegen Inter Mailand am 15.03.2011 in der Allianz-Arena in München verschaffte sich der Betroffene unter Vorlage seines SR-Ausweises eine Freikarte für das Spiel. Von seinem anderweitig verfolgten SR-Kollegen C erhielt er eine zweite Freikarte, die sich dieser an der SR-Kasse besorgt hatte.

Beide Karten versuchte der Betroffene als Schwarzmarktverkäufer zu einem Preis von je 100,00 Euro zu verkaufen. Er wurde dabei von Zivilfahndern der Polizei gestellt. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und den BFV darüber informiert. Am 31.03.2011 erstattete der Präsident des BFV Anzeige beim VSG.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 Lit. a RVA. Mit Beschluss vom 19.04.2011 wurde SR A vom VSG als Schiedsrichter vorläufig gesperrt. Eine mündliche Verhandlung wurde vom Betroffenen nach Hinweis gemäß § 41 Abs. 3 RVO nicht beantragt.

3. SR A war wegen unsportlichen Verhaltens in einem besonders schweren Fall gemäß § 47 RVO i.V.m. § 48 Abs. 1 Lit i RVO aus dem Verband auszuschließen. Der Verkauf von SR-Freikarten im Schwarzmarkt ist als besonders grobe Unsportlichkeit zu werten. Der FC Bayern München stellt den Schiedsrichtern auch bei Spielen der UEFA Champions Leage ein Kontingent an Freikarten zur Verfügung als Anerkennung für ihre Tätigkeit im Spielbetrieb. Die Veräußerung solcher Freikarten auf dem Schwarzmarkt verstößt in grober Weise gegen die kameradschaftlichen Interessen der Schiedsrichter insgesamt. Denjenigen Schiedsrichtern, die die Spiele besuchen wollen, werden die Freikarten entzogen. Gefährdet wird durch dieses Verhalten überdies das System der Freikartengewährung durch die Bundesligavereine, deren Vertrauen darauf, dass die Freikarten ehrlich genutzt werden, durch den Verkauf schwer missbraucht wird. Geschädigt wird letztlich auch das Ansehen des BFV insgesamt, der sich das schwer fehlerhafte Verhalten eines -durch die Möglichkeit des freien Eintritts privilegierten - Mitglieds zurechnen lassen muss.
Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Feststellungen der Polizei und den in der Stellungnahme vom 11.04.2011 enthaltenen Einlassungen des Betroffenen. Fest steht insbesondere, dass der Betroffene von Anfang an beabsichtigte, die Karten auf dem Schwarzmarkt zu veräußern.
Wer sich aus purem Eigennutz derart grob gegen die Interessen der Gesamtheit der Schiedsrichtergruppen, der ausgebenden Bundesligavereine und des Bayerischen Fußball-Verbandes stellt, ist grundsätzlich aus dem Verband auszuschließen. Besondere Gründe in der Person des Betroffenen, die eine günstigere Wertung ermöglicht hätten, sind nicht ersichtlich und auch nicht vorgetragen.
Unter Abwägung aller entscheidungserheblichen Gesichtspunkte konnte nur auf Ausschluss aus dem Bayerischen Fußball-Verband entschieden werden.
4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 Nr. 13 d FO.
 

Protokoll Nr.:  33 vom 07.06.2011
Besetzung:  Beierlein, Höhne, Schreckenbauer
Fall:   72


Anzeige des SRA X

Urteil:

I. SRA X wird mit einem Verweis belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 20,00 trägt SRA X unter Mithaftung des Vereins A.

 

Gründe:

 

1. Der Verein B hat beim KSG angezeigt, dass SRA X sich anlässlich des Spiels Verein C gegen Verein B am 10.04.2011 gegenüber Zuschauern und Verantwortlichen des Vereins B durch Äußerungen und Auftreten unsportlich verhalten habe. Der Verein C hat sich mit Schreiben vom 25.04.2011 im wesentlichen den Vorwürfen angeschlossen. Das KSG hat am 26.04.2011 das Verfahren zuständigkeitshalber an das VSG abgegeben.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 Lit.b RVO, weil der Betroffene als Funktionär in einer Schiedsrichtergruppe tätig ist.

3. SRA X war gemäß § 47 RVO i. V. m. § 48 Abs. 1 Lit. a RVO wegen unsportlichen Verhaltens in einem leichten Fall mit einem Verweis zu bestrafen. Sowohl von dem Verein B wie auch vom Verein C wurde vorgetragen, der SRA hätte in Richtung Abteilungsleiter des Vereins B geäußert, er solle "die Klappe halten", überdies habe er ihn als "Kasperl" bezeichnet. In seiner Stellungnahme räumt SRA X ein, er habe gesagt sie sollen "den Mund halten" und das "Kasperltheater" beenden. Unabhängig vom genauen Wortlaut der Äußerungen ist damit der Tatbestand des § 47 RVO erfüllt, das Verhalten von SRA X ist als unsprotlich zu werten. Als SRA ist er verpflichtet, besonnen und ruhig aufzutreten und jegliche abfällige Äußerungen zu unterlassen. Zur Überzeugung des VSG ist ein Verweis als Strafe angemessen, weil nur ein leichter Fall der Unsportlichkeit vorliegt. Glaubwürdig hat der Betroffene in seiner Stellungnahme dargelegt, dass er, veranlasst durch Unmutsäußerungen aus Richtung Zuschauer und Auswechselbank des Vereins B, nur das Ziel verfolgt habe, die leitende SRin vor ständiger Kritik zu schützen.

Die weiteren in der Anzeige des Vereins B und im Schreiben des Vereins C geäußerten pauschalen Vorwürfe sind nicht präzisiert und lassen strafwürdiges Verhalten nicht erkennen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 33 Abs. 3 RVO. Die bei der Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem KSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seiner Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Falle erscheint es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen (ständige Rechtsprechung des VSG, Fall 62/2005/2006, Fall 10/2006/2007).
Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 Satz 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 Abs. 2 Satz 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Betroffenen steht.

 

Protokoll-Nr.  33 vom 07.06.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Frey, Beierlein
Fall:  71

 

Verbandsspiel der Kreisklasse Verein A - Verein B vom 03.04.2011

 

Urteil:

1. Das Verfahren gegen den GSL X wird eingestellt.

2. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

 

1. Mit Schreiben vom 05.04.2011, eingegangen am 08.04.2011 wurde durch die aktive Fußballerin der Damenmannschaft des Verein C, Frau Y Anzeige gegen den GSL X erstattet. Die Anzeigeerstatterin war im betreffenden Verbandspiel als Zuschauerin anwesend. Sie trägt in ihrer Anzeige u. a. vor, dass der Betroffene während des oben genannten Verbandspiels durch Zwischenrufe gegen den SR aufgefallen sei. Von ihr wurde insbesondere ein Vorfall in der 75. Spielminute angeführt, in welcher ein Spieler der Heimmannschaft gefoult und zur Behandlung am Boden gelegen sei. Der Betroffene sei von der Haupttribüne zur Außenlinie gerannt und habe mehrfach lautstark den SR gerufen und mit der Aussage gedroht, dass er eine Beschwerde als Funktionär weiterleiten würde. Danach habe sich der Betroffene zu der Anzeigeerstatterin gewandt, sei auf diese zugelaufen und habe ihr u. a. erklärt, dass sie nicht so dreckig lachen solle. Im übrigen wird auf die schriftliche Anzeige verwiesen.


Der Betroffene hat hierzu ausführlich Stellung genommen und die Vorfälle unter Darstellung anderer Geschehensabläufe bestritten.

Der zuständige SR des Spiels wurde zur Stellungnahme aufgefordert. Er wurde telefonisch angehört und gab dann auch eine entsprechende Stellungnahme ab. Eine Meldung des SR war nicht erfolgt.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig. Der Betroffene ist Funktionär.

3. Das Verfahren gegen den GSL X ist einzustellen.

Gemäß § 35 III RVO kann über Vorfälle während des Spiels nur der amtierende SR eine Meldung erstatten. Die von der Anzeigeerstatterin geschilderten Vorfälle haben jeweils während des Spiels stattgefunden. Der amtierende SR hat erklärt, dass er auf dem Spielfeld nur ein paar Wortfetzen mitbekommen habe. Er hat daher grundsätzlich den Vorgang mitbekommen. Er hat ihn aber anscheinend nicht als so wesentlich erachtet, da er ansonsten eine entsprechende Meldung erstattet hätte. Unabhängig davon kann dies aber dahin stehen, da nur im Falle eines krass sportwidrigen Verhaltens, welches der SR nicht wahrgenommen hat, und überhaupt keine Tatsachenentscheidung darüber getroffen hat, eine weitergehende Anzeige erstattet werden. All dies ist hier weder ersichtlich, noch vorgetragen. Die behaupteten Vorfälle sind nicht als krass sportwidrig zu werten. Die abschließende Befugnis, Meldung zu erstatten, liegt daher beim amtierenden SR. Es kann im Weiteren daher auch dahin stehen, welche der beiden Angaben glaubwürdiger oder weniger glaubwürdig sind. Insbesondere musste dem angegebenen Zeugenbeweis des Betroffenen nicht nachgegangen werden.

Das Verfahren war daher einzustellen.

4. Die Kosten des Verfahrens trägt gemäß §§ 32, 33 RVO der BFV.

 

 

Protokoll Nr.:  32 vom 03.06.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Beierlein
Fall:    70
Revision des Vereins A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 24.05.2011, Protokoll 35, Fall 244


Urteil:

I. Auf die Revision des Vereins A vom 29.05.2011 gegen das Urteil des BSG vom 24.05.2011, Protokoll 35, Fall 244 wird das Urteil des BSG aufgehoben und zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das BSG zurückverwiesen.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

1. Beim Spiel der Kreisklasse Verein B - Verein A am 17.04.11 erschien auf aufgrund eines Versehens bei der Spieleinteilung kein Schiedsrichter. Der Schiedsrichter des Vorspiels wäre bereit gewesen, das Spiel zu leiten. Ihm wurde jedoch vom Spielleiter des Verein B mitgeteilt, dass der Verein A damit nicht einverstanden sei, woraufhin er sich vom Sportplatz entfernte.

Das KSG ordnete die Neuansetzung des Spiels an, weil es nicht klären konnte, wer welche Erklärungen abgegeben hatte und somit kein Verschulden eines Spielausfalls feststellen konnte.

Auf die Berufung des Vereins B nahm das BSG eine Spielwertung zugunsten des Vereins B vor.

Der Verein A legte Revision gegen das Urteil des BSG ein und rügte die Verletzung rechtlichen Gehörs, weil der Verein A vom Berufungsverfahren nicht informiert wurde. Der Verein A machte geltend, dass er im Falle des rechtlichen Gehörs vorgetragen hätte, dass kein Verantwortlicher des Vereins gegenüber dem Schiedsrichter oder einem Verantwortlichen des Vereins B abgelehnt hätte, das Spiel unter der Leitung des Schiedsrichters des Vorspiels durchzuführen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig und begründet.

Es liegt ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör vor. Der Verein A hätte vom Berufungsverfahren informiert und angehört werden müssen. Das BSG hätte die Frage ggfs. durch mündliche Verhandlung klären müssen, wer gegenüber wem welche Erklärungen zur Spielbereitschaft abgab. Erst dann hätte über ein Verschulden eines Spielausfalls entschieden werden können.

Da die Revision begründet war, war das Verfahren an das BSG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zurückzugeben.


3. Die Kostenentscheidung ist zusammen mit der Endentscheidung zu treffen.

 

 

 

Protokoll Nr.:  31 vom  01.06.2011
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:   69
Beschwerde des Vereins A gegen die Ansetzung des Entscheidungsspiels um den 15.Tabellenplatz in der Y-liga zwischen Verein A gegen Verein B vom 01.06.2011


Urteil:


I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

II. Die Beschwerdegebühr in Höhe von € 150,00 trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

 

1. Der Verbandsspielleiter C setzte das Entscheidungsspiel um Platz 15 der Y-liga zwischen der Beschwerdeführerin und dem Verein B für den 01.06.2011 in Z an. Beide Vereine hatten die Y-ligasaison 2010/2011 mit 41 Punkten auf Tabellenplatz 15 und 16 beendet. Der Tabellenplatz 15 muss mit den Tabellenzweiten der drei X-ligen Relegationsspiele zur Ermittlung von zwei Mannschaften spielen, die in der nächsten Saison der Y-liga spielen werden. Die Mannschaft auf dem 16. Tabellenplatz ist Absteiger in die X-liga.

Mit Anwaltsschreiben vom 31.05.2011 legte der Verein A Beschwerde gegen die Spielansetzung ein und beantragte die Absetzung des Spiels und die Aufhebung des angeordneten Entscheidungsspiels zur Ermittlung des 15. Tabellenplatzes

Mit Schreiben vom 31.05.2011 wurde die Beschwerde gegen den Entscheid des Verbandsspielleiters vom Verbands-Präsidenten dem VSG vorgelegt.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da das Entscheidungsspiel zur Ermittlung des Teilnehmers der Relegationsspiele notwendig ist und diese wiederum die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betreffen, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbandsspielleiters ist zulässig. Gemäß § 30 Abs. 3 RVO können sich die Vereine vor dem VSG von Rechtsanwälten vertreten lassen. Sie ist jedoch unbegründet.

Der Bescheid ist nicht zu beanstanden. Er entspricht der Sach- und Rechtslage. 

Die Tabellensituation am Ende der Y-ligasaison ergibt sich aus den sportlichen Ergebnissen. Nach der rechtskräftigen Entscheidung des VSG vom 27.05.2010 ist es bei dieser Situation geblieben, weil dem Verein B kein Punkt abgezogen wurde.

Die Entscheidung ist verbandsrechtlich rechtskräftig. Gründe für eine Wiederaufnahme sind nicht vorgetragen. Eine Aufhebung des Urteils wäre nur bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig. Alleine eine andere rechtliche Bewertung, wie sie die Antragstellerin geltend macht, rechtfertigt keine Wiederaufnahme gemäß § 46 RVO. Ein Urteil oder Beschluss eines ordentlichen Gerichts, mit dem das Urteil aufgehoben worden wäre, liegt ebenfalls nicht vor. Das Landgericht hat den Antrag der Beschwerdeführerin auf Erlass einer einstweiligen Verfügung mit Beschluss vom 01.06.2011 zurückgewiesen (AZ 15 O 11638/11). Es gibt daher keine verbandsrechtliche Handhabe das abgeschlossene Verfahren neu aufzurollen.

Somit lagen nach dem Abschluss der Y-ligasaison die beiden Mannschaften Verein A und Verein B mit jeweils 41 Punkten auf Tabellenplatz 15 und 16. Der Verein auf dem 16. Tabellenplatz ist Absteiger in die X-liga. Der Verein auf dem 15. Tabellenplatz muss mit den Tabellenzweiten der drei X-ligen Relegationsspiele zur Ermittlung von zwei Mannschaften spielen, die in der nächsten Saison der Y-liga spielen werden.

Für den Fall, dass nach Abschluss der Verbandsrunde zwei oder mehrere Vereine punktgleich auf einem Platz in der Tabelle stehen, dem besondere Bedeutung zukommt, sieht § 14 Abs. 2 SpO vor, dass dieser Platz durch ein oder mehrere Entscheidungsspiele nach § 15 SpO zu ermitteln ist. § 15 SpO regelt, dass Entscheidungsspiele grundsätzlich noch im laufenden Spieljahr zum frühestmöglichen Termin durchgeführt werden müssen. Sie werden vom zuständigen Spielleiter angesetzt. Sie haben auf einem neutralen Platz stattzufinden. Die Ansetzung des Entscheidungsspiels in Z durch den für die Y-liga zuständigen Verbandsspielleiter C entspricht dem in §§ 14, 15 SpO vorgeschriebenen Verfahren.

Somit ist die Ansetzung des Platzierungsspiels und der Relegationsspiele nicht zu beanstanden.


4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

 

Protokoll Nr.:   31  vom  01.06.2011 
Besetzung:       Oskar Riedmeyer (Einzelrichter)
Fall:       68

Beschluss:


Der Antrag des Vereins A vom 31.01.2011 auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung wird zurückgewiesen.

 

Begründung:

Eine einstweilige Verfügung kann vom Vorsitzenden des zuständigen Sportgericht gemäß § 40 Abs. 1 RVO erlassen werden, wenn und soweit dies zur Aufrechterhaltung von Ordnung, Recht und Fairness im Fußballsport notwendig erscheint.

Mit Antrag vom 31.05.2011 hat die Antragstellerin Beschwerde gegen die Ansetzung des Platzierungsspiels zwischen der Antragstellerin und dem Verein B eingelegt. Daneben wurde beantragt, die Entscheidung des VSG vom 27.05.2011 aufzuheben oder hilfsweise dem Verein B zwei Punkte abzuziehen. Gleichzeitig wurde beantragt, im Wege der einstweiligen Verfügung das für den 01.06.2011 angesetzte Platzierungsspiel abzusetzen.

Ein Verfügungsgrund gemäß § 40 Abs. 1 RVO ist im summarischen Verfahren nicht erkennbar.

Die Antrag der Antragstellerin, das Urteil des VSG vom 27.05.2011 aufzuheben und der Hilfsantrag, dem Verein B zwei Punkte abzuziehen, haben - jedenfalls bei summarischer Prüfung im jetzigen Stadium - keine Aussicht auf Erfolg. Eine Aufhebung des Urteils wäre nur bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig. Einen Grund für die Wiederaufnahme enthält der Antrag nicht. Alleine eine andere rechtliche Bewertung, wie sie die Antragstellerin geltend macht, rechtfertigt keine Wiederaufnahme gemäß § 46 RVO. Ein Urteil oder Beschluss eines ordentlichen Gerichts, mit dem das Urteil aufgehoben worden wäre, liegt ebenfalls nicht vor. Es gibt daher keine verbandsrechtliche Handhabe das abgeschlossene Verfahren neu aufzurollen.

Hinsichtlich der Beschwerde über die Ansetzung des Platzierungsspiels ist im summarischen Verfahren ebenfalls kein Verstoß gegen die Vorschriften des BFV aufgezeigt oder erkennbar.

Die Tabellensituation am Ende der Saison ergibt sich aus den sportlichen Ergebnissen und der rechtskräftigen Entscheidung des VSG vom 27.05.2010, wonach dem Verein B kein Punkt abgezogen wird.
Die Entscheidung ist verbandsrechtlich rechtskräftig. Gründe für eine Wiederaufnahme sind nicht vorgetragen.
Somit lagen nach dem Abschluss der Saison die beiden Mannschaften Verein A und Verein B mit jeweils 41 Punkten auf Tabellenplatz 15 und 16. Der Verein auf dem 16. Tabellenplatz ist Absteiger in die X-liga. Der Verein auf dem 15. Tabellenplatz muss mit den Tabellenzweiten der drei X-ligen Relegationsspiele zur Ermittlung von zwei Mannschaften spielen, die in der nächsten Saison der Y-liga spielen werden.
§ 14 Abs. 2 SpO sieht vor, dass wenn nach Abschluss der Verbandsrunde Vereine punktegleich auf einem Platz in der Tabelle stehen, dem besondere Bedeutung zukommt, dieser Platz durch ein oder mehrere Entscheidungsspiele zu ermitteln ist (§ 15).
§ 15 SpO regelt, dass Entscheidungsspiele grundsätzlich noch im laufenden Spieljahr zum frühestmöglichen Termin durchgeführt werden müssen. Sie werden vom zuständigen Spielleiter angesetzt. Sie haben auf einem neutralen Platz stattzufinden.
Die Ansetzung des Entscheidungsspiels in Z durch den für die Y-liga zuständigen Verbandsspielleiter C entspricht dem in §§ 14, 15 SpO vorgeschriebenen Verfahren.
Somit ist verbandsrechtlich die Ansetzung des Platzierungsspiels und der Relegationsspiele nicht zu beanstanden.
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ist daher zurückzuweisen, weil diese weder zur Aufrechterhaltung der Ordnung, noch des Rechts oder der Fairness notwendig erscheint.

 

Protokoll Nr.:   30  vom  27.05.2011
Besetzung:       Höhne, Krause, Weitl
Fall:       67

Wiederaufnahmeverfahren hinsichtlich des Urteils des Verbands-Sportgerichts vom 11.05.2011, Protokoll 25, Fall 61

Urteil:

I.  Im Wege der Wiederaufnahme des Verfahrens werden auf die Berufung des Vereins A das Urteil des Sportgerichts vom 19.04.2011 und das Urteil des Ver-bands-Sportgerichts vom 11.05.2011, Protokoll Nr.: 25, Fall 61 mit der Maßgabe aufgehoben, dass der Verein A gemäß § 73 Abs. 1 RVO wegen der Verletzung der Platzordnung mit einer Geldstrafe in Höhe von € 1.000,00 belegt wird

II. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 150,00 € trägt der BFV. Die Kosten der ersten Instanz trägt der Verein A. Die Kosten der 2. Instanz und die Berufungsgebühr tragen der Verein A und der BFV jeweils zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet. 

Gründe:

1. Das Sportgericht sprach gegen den Verein A im vorliegenden Fall aufgrund der Meldung des Schiedsrichters und nach eingeholter Stellungnahme des Vereins A mit Urteil vom 19.04.2011, veröffentlicht am selben Tag, eine Geldstrafe von € 1.000,00 aus und  belegte den Verein mit einem Punktabzug von drei Punkten. Mit Telefax vom 02.05.2011 legte der Verein A Berufung ein.

Mit Urteil des Verbands-Sportgerichts vom 11.05.2011, Protokoll Nr.: 25, Fall 61 ver-urteilte das Verbands-Sportgericht den Verein A im Berufungsverfahren in Abände-rung des Urteils des Sportgerichts zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000,00 € und zu einem Punktabzug von 2 Punkten.

Auf Antrag des Vereins A wurde mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts vom 11.05.2011 die Vollziehung des Urteils des VSG vom selben Tage ausgesetzt.

Aufgrund des Beschlusses des Landgerichts hat der Präsident des BFV mit Schreiben vom 24.05.2011 hinsichtlich des oben genannten Verfahrens form- und fristgerecht einen Wiederaufnahmeantrag gestellt, damit das verbandsrechtliche Sportge-richtsverfahren nunmehr wieder fortgesetzt und abgeschlossen werden kann.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 20 Abs. (1) lit. d RVO .

Grundsätzlich führen die Entscheidungen des VSG zur sofortigen Rechtskraft, da es sich beim VSG um die letzte Instanz im Sportgerichtsverfahren handelt. Zur Beseitigung von Fehlentscheidungen lässt § 46 RVO in engen Grenzen die Durchbrechung der Rechtskraft von Sportgerichtsurteilen zu. Diese engen Grenzen sind in § 46 RVO im Einzelnen aufgeführt. Ein Wiederaufnahmegrund im engeren Sinn liegt hier nicht vor.

§ 46 RVO ist hier jedoch analog anzuwenden, da die Rechts- und Verfahrensordnung keine ausdrückliche Regelung enthält, sollten verbandsgerichtliche Entscheidungen durch ordentliche Gerichte beanstandet werden. Diese planwidrige Regelungslücke ist durch die analoge Anwendung von § 46 RVO zu schließen, der Sinn und Zweck dieser Norm ist auf den vorliegenden Fall übertragbar. Nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift soll ein rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren wieder aufgenommen werden, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht werden, die zu einer wesentlich anderen Entscheidung geführt hätten, wenn sie zum Zeitpunkt der Entscheidung dem erkennenden Gericht bekannt gewesen wären. Gleiches muss gelten, wenn ein ordentliches Gericht im Rahmen seiner Befugnis in rechtskräftige Entscheidungen des Verbandssportgerichts eingreift. Eine Wiederaufnahme des Verfah-rens ist die einzig denkbare verfahrensrechtliche Möglichkeit, die die RVO, wenn auch nicht ausdrücklich vorsieht, um Vorgaben ordentlicher Gerichte umzusetzen. Aufgrund der Verbandsautonomie ist das ordentliche Gericht nicht befugt, beispielsweise in eigener Zuständigkeit Strafen selbst auszusprechen oder zu korrigieren.

Die Wiederaufnahme des Verfahrens nach dem Abschluss des regulären Instanzenzugs findet sich auch im Strafverfahrensrecht wieder. So sieht § 79 Abs. (1) BVerfGG die Wiederaufnahme des Strafprozesses vor, wenn ein Strafurteil gegen das Grundgesetz verstößt. Gleiches gilt nach § 359 Nr. 6 ZPO für Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Diese allgemeinen Prozessualen Grundsätze, dass bei einer Rüge durch "übergeordnete" Gerichte eine Wiederaufnahme stattfinden kann und muss, werden verbandsrechtlich durch die analoge Anwendung des § 46 RVO erreicht.

Bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens wird nach allgemein anerkannten Grundsätzen (so etwa § 373 StPO) nicht das frühere Urteil überprüft, sondern über die
Sache ohne Bindung an das vorangegangene Urteil in jeder Hinsicht neu und selbst-ändig verhandelt (im ordentlichen Strafprozess höchstrichterlich anerkannt, BGH NJW 1983, 2398). Daher berücksichtigt das VSG vorliegend sämtliche Umstände, die zum Zeitpunkt der Entscheidung vorlagen.

Das Verbands-Sportgericht hat aus diesen Gründen in Übereinstimmung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BGH das Verfahren zur erneuten Verhandlung und Entscheidung angenommen. Der Wiederaufnahmeantrag stellt kein Rechtsmittel, sondern einen Rechtsbehelf eigener Art dar und führt zur erneuten Durchführung der Berufungsverhandlung. Die Verhandlung erfolgte entsprechend § 46 Abs. (3) RVO und § 140a Abs. (1) GVG analog in anderer personeller Besetzung. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts wurde bei der Entscheidung berücksichtigt.

3. Folgender Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichts aufgrund der Aktenlage sowie wiederholter Inaugenscheinnahme der Videoaufnahmen fest.

Beim Spiel des Vereins A gegen Verein B am 09.04.2011 wurde in der 85. Spielminute unmittelbar nach der Verwarnung eines Spielers des Vereins A aus dem Fanblock des Vereins A ein gefüllter Getränkebecher in Richtung des in der Nähe des Spiel-feldrandes stehenden Schiedsrichters geworfen. Der Becher prallte gegen das obere Drittel des Absperrgitters über der Seitenbande und traf niemanden.

Unmittelbar nach Spielschluss, als sich der Schiedsrichter und seine beiden Assistenten auf dem Spielfeld zum Abmarsch sammelten, wurden sie noch von einem Spieler sowie dem Trainer des Vereins A erkennbar bezüglich ihrer Leistung kritisiert. Um diese Diskussionen zu beenden, gingen die drei Schiedsrichter zügig und ohne Begleitschutz durch den Ordnungsdienst in Richtung des Eingangs zur Spielerkabine unter der Haupttribüne. Ihnen folgte, immer noch diskutierend, der Trainer des Vereins A. Der Leiter des Ordnungsdienstes, der sich in diesem Moment im Spielereingangstrakt befand, versäumte es, obwohl sich zahlreiche wütende Anhänger auf der Tribune ebenfalls in Richtung Eingangstrakt bewegten, für hinreichenden Schutz des SR-Gespanns zu sorgen. Ein Zuschauer schüttete beim Vorbeigehen der Schiedsrichter zweimal hintereinander Bier aus seinem Becher in Richtung der Schiedsrichter, die jedoch nicht getroffen wurden. Schließlich warf der Zuschauer den Becher in Richtung der Schiedsrichter, traf jedoch weder die Schiedsrichter noch den Trainer. Die Schiedsrichter gelangten ohne weitere Zwischenfälle in ihre Kabine.

Der Verein A war in dieser Saison bereits einmal wegen einer Verletzung der Platz-disziplin beim Spiel Verein A - Verein C am 18.09.10 vom Sportgericht mit Urteil vom 05.10.2010 gemäß § 73 Abs. 1 und 3 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von € 400,00 belegt worden, weil im Fanblock des Vereins A eine Rauchbombe gezündet worden war.

Am 30.03.2011 wurde in der 92. Spielminute des Spiels Verein A gegen Verein D, kurz nachdem der Schiedsrichter einen Spieler des Vereins A des Feldes verwiesen hatte, von einem Fan des Vereins A von der Tribüne aus ein voller Bierbecher auf das Spielfeld geworfen, der den Schiedsrichter um einige Meter verfehlte. Wegen dieses Vorfalls wurde der Verein A am 12.04.2011 vom Sportgericht zu einer Geldstrafe von € 700,00 verurteilt. In beiden Urteilen hat das Sportgericht den Verein A eindringlich darauf hingewiesen, dass bei erneuten Zwischenfällen auch härtere Maßnahmen als Geldstrafe in Betracht kommen würden.

Nach dem Urteil des Sportgerichts wurden von der Berufungsführerin bei den nachfolgenden Spielen folgende Maßnahmen ergriffen: Der Bierausschank wurde auf ein kleines abgezäuntes Areal beschränkt, der Werfer des Bierbechers wurde identifiziert und mit einem Stadionverbot belegt, das Ordnungspersonal wurde personell deutlich verstärkt und der Abgang zu den Umkleidekabinen wurde durch Absperrbänder und zusätzliche Ordner weiter abgesichert.

Diese Maßnahmen wurden umgehend umgesetzt und zeigten in den nachfolgenden Spielen hinreichende Wirkung, es kamen keinerlei weitere Vorfälle zur Anzeige.

4. Die Berufung führt in dem im Tenor genannten Umfang zur Aufhebung und Reduzie-rung der Strafe. Die weitergehende Berufung ist jedoch unbegründet.

Eine Verletzung der Platzdisziplin gemäß § 73 Abs. 1 RVO i. V. m. § 28 Abs. 1 SpO liegt aufgrund des festgestellten Sachverhalts vor. Der Verein hat es unterlassen, durch entsprechende organisatorische Maßnahmen für Ruhe und Ordnung insbe-sondere nach dem Spiel zu sorgen und den Schutz des Schiedsrichters und seiner Assistenten sicherzustellen.

Es wurde versäumt, angesichts der sich abzeichnenden potenziellen Gefährdungslage geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen, um das SR-Gespann sicher in die Kabinen zu begleiten. Angesichts der Erfahrungen aus vorangegangenen Spielen, bei denen es bereits zur Verurteilung wegen Verletzung der Platzdisziplin kam, musste der Verein A damit rechnen, dass es in derartigen Situationen zur Störungen durch die Zuschauer bis hin zum Werfen von Gegenständen kommen kann.

Insbesondere auch aufgrund der sich in der 85. Minute bereits abzeichnenden und im weiteren Verlauf sowie nach Spielende konkret zu erwartenden Unmutsbekundungen der Zuschauer wäre ein Geleit durch mindestens zwei Ordner und der Schutz durch Regenschirme angemessen und notwendig gewesen. Dies wurde unterlassen, ebenso fehlte es an einer offensichtlich erforderlichen verstärkten Präsenz von Ordnungs-kräften.

An der Verwirklichung des Tatbestands der Verletzung der Platzdisziplin besteht nach Ansicht des VSG, wie auch schon in der Entscheidung vom 11.05.2011 dargestellt, keinerlei Zweifel.

5. Ein Wiederholungsfall i. S. v. § 73 Abs. (2) RVO liegt dem Grunde nach vor. Dieser ist jedenfalls immer dann anzunehmen, wenn in derselben Saison bereits eine Verurteilung wegen Verletzung der Platzdisziplin erfolgte. Dabei reicht es aus, dass mit der Vorverurteilung der Schutz desselben Rechtsguts bezweckt wurde. Es muss kein gleichartiger Vorfall vorgelegen haben. Hier dienen sowohl das Verhindern von Rauchbomben, als auch das Verhindern von Becherwürfen dem Schutz der körperlichen Integrität der Schiedsrichter und der übrigen Beteiligten. Die Urteile des Sportgerichts vom 05.10.2010 und vom 12.04.2011, mit denen eben diese Becherwürfe und Rauchbomben sanktioniert wurden, führen dazu, dass nunmehr tatbestandlich ein Wiederholungsfall vorliegt und damit ein erhöhter Strafrahmen einschließlich Punktabzug gemäß § 73 Abs. (2) RVO zur Anwendung kommen kann.

Diese Vorschrift geht davon aus, dass ein Wiederholungsfall in der Regel einen schweren Fall der Verletzung der Platzdisziplin begründet mit der Folge eines erhöhten Strafrahmens. Unter Umständen, die nach Ansicht des VSG hier vorliegen, kann trotz eines Wiederholungsfalls im Einzelfall unter besonderen Umständen von einer einfachen Verletzung der Platzdisziplin ausgegangen werden, bei der eine Geldstrafe noch ausreicht. Die besonderen Umstände des Einzelfalls haben sich im Wesentlichen im unmittelbaren Vorfeld dieser Entscheidung manifestiert und konnten bei der vorhergehenden Entscheidung des VSG vom 11.05.2011 aus nachfolgend beschrie-benen Gründen noch nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Bei einer Strafrahmenverschiebung aufgrund eines besonders schweren Falls kommt es darauf an, ob das gesamte Tatbild unter Heranziehung aller Umstände des Einzelfalls es rechtfertigt, dass der erhöhte Strafrahmen geboten erscheint. Das VSG be-rücksichtigt dabei alle Umstände des Einzelfalls zum Zeitpunkt der Verhandlung am 27.05.2011. Insoweit werden nunmehr Umstände berücksichtigt, die im Zeitpunkt der Beratungen über das Urteil vom 11.05.2011 noch keinen oder einen weniger gewich-tigen Niederschlag gefunden haben. Das VSG hält im Wesentlichen an den Erwä-gungen im Urteil vom 11.05.2011 fest, aufgrund zwingend zu berücksichtigender neuerer Erkenntnisse im Nachgang zu diesem Urteil kommt es nunmehr jedoch zu dem abweichenden Ergebnis, dass ein Fall vorliegt, der in der Gesamtschau aller Umstände einen Punktabzug nicht rechtfertigt.

Zu einer veränderten Gewichtung führen insbesondere folgende Umstände: Zum einen wurden die angekündigten Verbesserungen der Schutzmaßnahmen tatsächlich umgesetzt, diese zeigten auch Wirkung. Weiterhin wurde berücksichtigt, dass der Bierbecher niemanden getroffen hat und daher keine konkrete Gefährdung eingetre-ten ist. Schließlich fallen die unmittelbaren Folgen der Anwendung des erhöhten Strafrahmens (zwingender Punktabzug und Zwangsabstieg am "Grünen Tisch"),  nunmehr wesentlich stärker ins Gewicht als bei der Entscheidung vom 11.05.2011.

Im vorliegenden Fall wird zugunsten des Vereins A das Nachtatverhalten im Rahmen der neuerlichen Beratung wesentlich stärker gewichtet. Es hat sich nunmehr heraus-gestellt, dass der Verein tatsächlich unverzüglich Maßnahmen ergriffen hat, um ähnli-che Vorfälle zukünftig zu verhindern, indem der Ausschank und der Genuss von Bier in Bechern auf räumlich abgegrenzte Bereiche außerhalb des Stadions und der Zus-chauertribünen beschränkt wurde. Diese Maßnahme hat auch gegriffen, weitere Vorfälle kamen nicht zur Meldung. Auch wurde die Präsenz von Ordnern spürbar erhöht.

Strafmildernd wurde die Tatsache berücksichtigt, dass niemand getroffen wurde, also eine konkrete Gefährdung durch einen Becherwurf zu verneinen ist. Darüber hinaus geht das Gericht davon aus, dass auch keine oder allenfalls eine sehr geringe ab-strakte Gefährdungslage gegeben war. Die Beschaffenheit des Bechers - es handelt sich um einen Pappbecher - ist kaum geeignet, die körperliche Integrität spürbar zu beeinträchtigen. Das Werfen jedweder Gegenstände ist grundsätzlich zu unterbinden, fehlende zumutbare organisatorische Maßnahmen begründen regelmäßig einen Ver-stoß gegen die Platzdisziplin. Fehlt es allerdings bereits an einer abstrakten Gefährdungslage, kommt also selbst unter ungünstigsten Umständen eine Gefährdung der körperlichen Integrität kaum in Betracht, so ist dies anders zu gewichten, als wenn schwere und/oder scharfkantige Gegenstände geworfen werden. Unter diesen Um-ständen wäre ein Ausnahmefall von § 73 Abs. (2) RVO und ein daraus folgendes Ab-sehen vom erhöhten Strafrahmen keinesfalls denkbar.

Schließlich müssen die unmittelbaren Folgen der Anwendung des erhöhten Strafrahmens bei der Strafzumessung eine wesentlich gewichtigere Rolle spielen, als dies im Rahmen der Beratungen zum Urteil vom 11.05.2011 der Fall war. In diesem konkre-ten Fall führt ein Punktabzug von zwei Punkten oder mehr unmittelbar zum Abstieg des Vereins A. Ein erhöhter Strafrahmen hat also die denkbar gravierendste Konsequenz, nämlich die Versetzung in eine tiefere Spielklasse. Dies war zum Zeitpunkt der Urteilsfindung zum 11.05.2011 nicht der Fall. Die Konsequenz aus einem Punktabzug war zu diesem Zeitpunkt eine schlechtere Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt. Dass die unmittelbaren persönlichen Folgen in die Strafzumessung mit einzubeziehen sind, ist ein unbestrittener Grundsatz, den das VSG in der Strafzumessung nunmehr berücksichtigen muss, anders als dies in der vorhergehenden Urteilsfindung angezeigt war. Das VSG bleibt bei seiner Ansicht, dass grundsätzlich bei der Verhängung eines Punktabzugs die Tabellensituation eines Vereins aufgrund der Gleichbehandlung keine Rolle spielt. Dies gilt jedoch nur, wenn die unmittelbare Folge der Strafe vergleichbar ist. In der Regel bedeutet ein Punktabzug eine Verschlechterung der Ausgangssituation im Kampf um ein bestimmtes Ziel, in diesem Rahmen sind alle Vereine gleich zu behandeln, da jedem Verein die Möglichkeit bleibt, die Sanktion aus eigener Kraft zu mildern. Hat ein Punktabzug jedoch die unmittelbare Folge eines Zwangsabstiegs ohne die Möglichkeit, dies noch korrigieren zu können, so ändert sich der Charakter der Strafe. Der Punktabzug führt unmittelbar zur Versetzung in eine niedrigere Spielklasse. Diese Strafe ist in § 48 Abs. (1) lit. b RVO vorgesehen, nicht aber als Konsequenz einer wiederholten Verletzung der Platzdisziplin nach § 73 Abs. 2 RVO. Diese Veränderung des Charakters der Strafe durch die Erhöhung des Strafrahmens war zum Zeitpunkt der Urteilsfindung zum 11.05.2011 noch nicht gegeben, so dass dieses Abwägungskriterium nunmehr erstmals einbezogen werden kann und muss.

Unter zusammenfassender Würdigung dieser Strafzumessungsgesichtspunkte erscheint es nunmehr aufgrund neu zu berücksichtigender Strafzumessungsgründe, anders als in der Verhandlung des Urteils des VSG vom 11.05.2011, geboten, hier von keinem schweren Fall im Sinne des § 73 Abs. 2 RVO auszugehen. Der Schutzzweck der Normen (§ 28 SpO und § 73 Abs. 1 und 2 RVO), die Sicherstellung des Schutzes von Schiedsrichtern und anderen Beteiligten am Spielbetrieb, wurde durch die nunmehr wesentlich verbesserten Sicherheitsvorkehrungen erreicht.

Das Verbands-Sportgericht weist ausdrücklich darauf hin, dass ohne das Zusammentreffen der aufgeführten Milderungsgründe und der nachträglich getroffenen Maßnahmen, die vom Sportgericht als Erstgericht und vom VSG bei seiner ersten Entscheidung noch nicht berücksichtigt werden konnten, hier durchaus von einem schweren Fall auszugehen gewesen wäre, und zwar unabhängig davon, ob der Becher nun den Schiedsrichter getroffen hätte oder nicht. Es liegen hier besondere Umstände vor, die eine vom Regelfall abweichende Einzelfallentscheidung rechtfertigen.

Die Höhe der Geldstrafe ist auch im Hinblick auf das Urteil des Verbands-Sportgericht vom 15.11.08 Protokoll 12 Fall 24/26 nicht zu beanstanden. Im vorliegenden Fall musste die Häufigkeit der Verletzungen und die Vorverurteilungen berücksichtigt werden.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO

 

Protokoll Nr.:  29 vom 25.05.2011
Besetzung:  Höhne, Krause, Weitl
Fall:   66

 


Wiederaufnahmeantrag gemäß § 46 RVO bezüglich Urteil vom 11.05.2011, Protokoll Nr. 25, Fall 61 Berufung des Vereins A

 

Beschluss:


I. Das Verfahren gegen den Verein A wird wieder aufgenommen und das Verfahren an das Verbands-Sportgericht zur erneuten Verhandlung und Entscheidung verwiesen.

II. Die Kostenentscheidung über das Wiederaufnahmeverfahren bleibt der Endentscheidung vorbehalten.


Gründe:


Mit Urteil des Verbands-Sportgerichts vom 11.05.2011, Protokoll Nr.: 25, Fall 61 hat das Verbands-Sportgericht den Verein A zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000,00 € und zu einem Punktabzug von 2 Punkten verurteilt.

Das Verbands-Sportgericht ist in seiner Entscheidung davon ausgegangen, dass ein Zuschauer einen Becher in Richtung des Schiedsrichters geworfen hat, jedoch nur den hinter dem Schiedsrichter gehenden Trainer des Vereins A getroffen hat. Mit Beschluss des Landgerichts X vom 24.05.2011 hat das Gericht festgestellt,  dass der Becher, welcher nach Spielende geworfen wurde, weder Trainer noch Schiedsrichter getroffen hat.

Diese Feststellung des Gerichts ist somit eine neue Tatsache und es ist davon auszugehen, dass bei Annahme dieser Tatsache das erkennende Gericht eine andere Entscheidung getroffen hätte.

Der Beschluss des Landgerichts X ist dem Bayerischen Fußball-Verband und damit dem Präsidenten Dr. Koch am 24.05.2011 zugestellt worden. Der Präsident hat mit Schreiben vom 24.05.2011 hinsichtlich des oben genannten Verfahrens somit form- und fristgerecht gemäß § 46 III RVO einen Wiederaufnahmeantrag gestellt.

 

 

Protokoll-Nr.     28   vom  18.05.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Beierlein, Höhne
Fall:     65

 

 

Verbandsspiel Verein A gegen Verein B vom 22.08.2010


Urteil:

I. Der Betroffene X  wird mit sofortiger Wirkung aus dem Bayerischen Fussball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen X, Nr.: xxxx ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 50,-- € trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins B.

 

Gründe:


1. Die Zuständigkeit des Verband-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 lit.a RVO.


2. Am 22.08.2010 fand in der Kreisklasse  München das Verbandsspiel zwischen Verein A und Verein B (Endstand 2:2) statt. Der Betroffene  X hatte an diesem Spiel unberechtigt als Spieler teilgenommen, obwohl seine Sperrstrafe wegen Tätlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen war. Nach Spielende, als sich beide Mannschaften auf den Weg in die Kabine machten, kam es zu gegenseitigen Provokationen durch die Spieler beider Mannschaften, in deren Verlauf der Torwart des Platzvereins  durch einen nicht ermittelbaren Spieler der Gastmannschaft zu Boden gerissen wurde.
 
Als der Torhüter Y.Z. wehrlos am Boden lag, trat der Betroffene X in Verletzungsabsicht in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken mit einem bisher nicht identifizierten Mitspieler mehrfach mit dem beschuhten Fuß (Fußballstiefel) auf den Oberkörper und Nacken des Torhüters Y.Z. ein. Als sich nunmehr der Spieler A.A. in die Kabine begeben wollte, wurde auch er von nicht näher ermittelbaren Spielern der Gastmannschaft niedergeschlagen. Nachdem der Betroffene X auf den aufgrund der vorangegangenen Schläge am Boden liegenden Spieler A.A. eine Kühlbox aus Hartschalenkunststoff geworfen, diesen jedoch verfehlt hatte, trat er in der Folgezeit mit seinem beschuhten Fuß auf den Oberkörper des wehrlos am Boden liegenden Spielers A.A. ein. Die tätlichen Auseinandersetzungen konnten erst durch das Einschreiten der herbeigerufenen Polizeibeamten beendet werden. Die Spieler Y.Z. und A.A. mussten notärztlich versorgt und ins Krankenhaus verbracht werden.
Y.Z. erlitt durch die Tritte eine Halswirbel- sowie Schulterprellung, einen Muskelriss im Schulterblatt, einen Bänderriss in der Schulter sowie Prellungen und Hämatome im Bereich des Nackens sowie der Hinterohrregion rechts sowie eine Gehirnerschütterung.
A.A. erlitt durch die Tritte eine Prellung der Brustwirbelsäule auf Höhe des 8. Brustwirbels sowie Abschürfungen und Hämatome im Oberkörperbereich.
Beide Spieler waren mehrwöchig arbeitsunfähig krankgeschrieben.

3. Der Betroffene X hat sich nicht zur Sache geäußert, obwohl ihm hierzu die Gelegenheit gegeben wurde. Der unter Ziff.2 festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus den umfangreichen polizeilichen sowie sportgerichtlichen Akten, insbes. den übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen mehrerer Tatzeugen.

4. Das Verhalten des Betroffenen X ist als Tätlichkeit in besonders schwerem Fall gem. § 67 Abs.1 S.2 RVO zu werten. Unter Berücksichtigung der Einzelumstände insbesondere der brutalen Vorgehensweise sowie der vorsätzlichen Verletzung von zwei Gegenspielern nach Spielende war dieses Verhalten zwingend mit einem Ausschluss aus dem Verband zu ahnden.

5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs.1 RVO.
Die verschuldensunabhängige Mithaftung des Vereins beruht auf § 50 Abs.2 RVO.

 

 

 

Protokoll Nr.:  27 vom 16.05.2011
Besetzung: Beierlein, Frey, Schreckenbauer
Fall:  64


Berufung des Vereins A gegen das Urteil des BSG vom 5.4.2011 (Protokoll 51 Fall 281)


Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II.  Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,00 €  und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,00 € trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel Verein A gegen Verein B am 20.3.2011 hat der Spieler X für den Verein A mitgewirkt. Der Spieler war mit Urteil des BSG vom 23.11.2010 (Protokoll 34 Fall 220; auf das Urteil wird Bezug genommen) für drei Verbandsspiele der Bezirksligamannschaft des Vereins A in der Bezirksliga gesperrt worden. Auf Anzeige des Vereins B, in der vorgetragen wurde, dass die Sperre zum Zeitpunkt des Einsatzes am 20.3.2011 noch nicht abgelaufen gewesen sei, verurteilte das BSG den Spieler X wegen Spielen trotz Sperre gemäß § 71 RVO zu einer Sperre von sechs Verbandsspielen (Urteil vom 5.4.2011 Protokoll 51 Fall 281; auf das Urteil wird Bezug genommen). Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des Vereins A, der sich der Spieler X angeschlossen hat.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, § 44 Abs. 3 RVO. das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Die Voraussetzungen für eine Sperre des Spielers X nach § 71 Abs.1 Satz 1 RVO sind gegeben. Zum Zeitpunkt seines Mitwirkens am Verbandsspiel des Vereins A gegen den Verein B war die Sperrstrafe aus dem Urteil vom 23.11.2010 noch nicht abgelaufen. Nach dem eindeutigen Ausspruch in Ziffer I des Urteils umfasste die Sperre drei Spiele der Bezirksligamannschaft seines Vereins in der Bezirksliga. Infolge der Winterpause waren die drei Spiele am 20.3.2011 unstreitig noch nicht gespielt. Damit war Spieler X noch gesperrt, er hat trotz Sperre an einem Verbandsspiel mitgewirkt. Es spielt insoweit keine Rolle, dass er als Einwechselspieler nur kurzzeitig eingesetzt war.


Der Spieler X hat schuldhaft gehandelt, § 62 Abs.1 RVO. Das VSG geht zwar davon aus, dass dem Spieler, wie in der Berufung vorgetragen, nicht bewusst war, dass er zum Zeitpunkt seiner Einwechslung im Spiel gegen den Verein B noch gesperrt war. Nach § 62 Abs.2 RVO handelt aber auch schuldhaft, wer den Tatbestand einer Strafbestimmung fahrlässig verletzt. Fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Eine solche Verletzung der gebotenen Sorgfaltspflicht ist hier gegeben. Den gesperrten Spieler trifft die Obliegenheit, sich eigenverantwortlich über die Dauer seiner Sperre zu informieren. Diese Eigeninformation war auch zumutbar, weil der Ausspruch in Ziffer I des Urteils eindeutig und zweifelsfrei, die Sperrdauer also unproblematisch erkennbar war. Damit beruht die Unkenntnis des Spielers über den Ablauf der Sperre auf einer Verletzung der gebotenen Sorgfaltspflicht. Seine Mitwirkung am Spiel gegen den Verein B trotz Sperre war schuldhaft.

Im Strafmaß lässt § 71 Abs.1 Satz 1 RVO eine Sperre von weniger als sechs Wochen, der nach § 51 Abs.5 Satz 7 RVO eine Sperre für sechs Spiele entspricht, nicht zu. Sowohl das BSG als auch das VSG sind, auch wenn die Strafe angesichts des kurzen Einsatzes sehr hart erscheint, an die in § 71 Abs.1 Satz 1 RVO festgelegte Mindeststrafe gebunden. Das Strafmaß ist deshalb nicht zu beanstanden.

Der Hinweis des Berufungsführers auf einen anderen, vom VSG entschiedenen Fall geht fehl, weil die zugrundeliegenden Sachverhalte in den wesentlichen Teilen nicht vergleichbar sind.

Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

4. Nachdem das Rechtsmittel erfolglos blieb, trägt der Berufungsführer auch die Kosten und Gebühren des Berufungsverfahrens (§§ 32, 33 Abs. 1 RVO).

 

 

Protokoll Nr.: 27 vom 16.05.2011
Besetzung:    Beierlein, Frey, Schreckenbauer
Fall:  63


Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 5.4.2011 (Protokoll 51 Fall 280)


Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II.  Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel Verein A gegen den Verein B am 20.3.2011 wurde für den Verein A der Spieler X eingesetzt. Der Spieler war mit Urteil des BSG vom 23.11.2010 für drei Verbandsspiele der Bezirksligamannschaft des Vereins A gesperrt worden (Protokoll 34 Fall 220; auf das Urteil wird Bezug genommen). Auf Anzeige des Vereins B, in der vorgetragen wurde, dass zum Zeitpunkt des Einsatzes am 20.3.2011 die Sperre noch nicht abgelaufen gewesen sei, verurteilte das BSG den Verein A und den Vereinsverantwortlichen wegen unzulässigen Spielereinsatzes gemäß §77 Abs. 1, 2 RVO zu einer Geldstrafe und nahm eine Spielwertung zu Lasten des Vereins A vor (Urteil vom 5.4.2011 Protokoll 51 Fall 280). Die Berufung des Vereins A richtet sich gegen die in diesem Urteil vorgenommene Spielwertung.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, § 44 Abs. 3 RVO, das wörtlich als "Einspruch" bezeichnete Schreiben war als Berufung auszulegen. Als angefochtenes Urteil wird zwar nur "Fall 281" genannt, aus dem Inhalt ergibt sich jedoch eindeutig, dass die im Fall 280 vorgenommene Spielwertung angegriffen werden soll. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Nach § 77 Abs.1 Satz 2 RVO in Verbindung mit § 40 Abs.4 Satz 1 SpO ist eine Spielwertung zwingend vorgeschrieben, wenn ein Spieler unzulässig spielt und, wie hier gegeben, sein Verein das Spiel gewonnen hat. Ein Spielen vor Ablauf einer Sperrzeit stellt zweifelsfrei einen unzulässigen Einsatz dar. Es spielt insoweit keine Rolle, ob der Einsatz über das ganze Spiel oder nur kurzzeitig erfolgte. Unbestritten steht fest, dass der Spieler X im Spiel der Bezirksligamannschaft des Vereins A gegen den Verein B zum Einsatz kam. Die Sperre gegen den Spieler aus dem Urteil vom 23.11.2010 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen. Nach dem eindeutigen Ausspruch in Ziffer I des Urteils umfasste die Sperre drei Spiele der Bezirksligamannschaft seines Vereins in der Bezirksliga. Infolge der Winterpause waren beim Einsatz des Spielers gegen den Verein B drei Spiele in der Bezirksliga unstreitig noch nicht gespielt. Damit war der Einsatz des Spielers X unzulässig.

Auf die Frage, inwieweit der Verein A hierbei schuldhaft gehandelt hat, kommt es für die Spielwertung nicht an. Wie sich aus § 61 RVO ergibt, ist die Spielwertung keine Bestrafung und deshalb unabhängig von einem Verschulden vorzunehmen.

Auch die Ausnahmebestimmung des § 40 Abs.4 Satz 3 SpO greift nicht durch. Eine Falschauskunft könnte dem Bayerischen Fußball-Verband nur dann zugerechnet werden, wenn sie von einem in der konkreten Angelegenheit sachkundigen Mitarbeiter des Verbandes schriftlich erteilt oder zumindest zugestanden wird. Für das vom Berufungsführer vorgetragene Telefonat wird aber nicht dargetan, von welchem Mitarbeiter die Auskunft stammen soll. Darüber hinaus ist die vom Berufungsführer mit Fax vom 3.5.2011 wiedergegebene Auskunft als solche auch zutreffend: die Frage, ob Hallenmeisterschaftsspiele als Verbandsspiele zählen, wurde richtigerweise bejaht. Es hat diese Aussage aber keinen Bezug zur Sperre, die nach dem eindeutigen Wortlaut des Urteils erst abläuft, wenn drei Spiele in der Bezirksliga gespielt sind. Eine entlastende Falschauskunft liegt folglich nicht vor.

Die vom BSG vorgenommene Spielwertung ist nicht zu beanstanden. Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

4. Nachdem das Rechtsmittel erfolglos blieb, trägt der Berufungsführer auch die Kosten und Gebühren des Berufungsverfahrens (§§ 32, 33 Abs. 1 RVO).


 

Protokoll Nr.:  26 vom 12.05.2011
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Frey
Fall:   62


Landesliga-Verbandsspiel Verein A gegen Verein B am 10.04.2011


Urteil:


Auf die Berufung des Verein B vom 27.04.2011 wird das Urteil des SG vom 19.04.2011, Protokoll 36, Fall 453 dahingehend abgeändert, dass


I. Spieler X, Verein B gemäß § 67 I, II RVO für 5 Verbandsspiele der 1. Mannschaft des Vereins B nach Maßgabe von § 51 V RVO gesperrt ist.

II. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I.


III. Darüber hinaus wird der Spieler X für alle anderen Spiele bis einschließlich 13.05.2011 gesperrt.

IV. Spieler X erhält gemäß § 48 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 250,00 € unter Vereinshaftung des Vereins B.


V. Die Kosten des Verfahrens einschließlich der Berufung und der mündlichen Verhandlung trägt zu ¾ der Spieler X unter Mithaftung des Vereins B und ¼ der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel Verein A - Verein B am 10.04.2011 teilte der amtierende SR in seiner Meldung mit, dass es in der 35. Min. zu einem Zweikampf zwischen dem Spieler Y (Verein A) und Spieler X (Verein B) kam. Dabei soll der Spieler X den am Boden liegenden Spieler mit gestrecktem Bein ins Gesicht getreten haben. Der Spieler Y musste behandelt werden und konnte wieder am Spiel teilnehmen. Die Schutzmaske, die dieser Spieler bereits vorher trug soll aufgrund des Tritts schwer beschädigt worden sein.

In der Stellungnahme des Vereins B teilte der Verein mit, dass kein Treten vorgelegen habe und, dass der Spieler Y vielmehr mit der flachen Hand den Gegenspieler auf die Stirn gestupst habe.

In der erneuten Stellungnahme hat der amtierende SR den Sachverhalt, wie in seiner Meldung, nochmals bestätigt. Dem Vortrag, dass ein "Stupser" vorgelegen haben soll, widersprach der SR einschließlich seines Assistenten.


2. Mit Urteil vom 19.04.2011 hat das SG den Spieler X, Verein B für sechs Verbandsspiele gesperrt und in der Begründung darauf hingewiesen, dass keine Umstände ersichtlich sind, dass die SR-Meldung falsch sein sollte. Es wurde deshalb die Mindeststrafe nach § 67 I RVO verhängt.

Mit Schreiben vom 27.04.2011 legte der Verein B Berufung ein, in der Begründung wurde nochmals ausgeführt, dass nicht § 67 Abs. 1 RVO vorliege, sondern vielmehr § 67 Abs. 2 RVO. Im Übrigen wurde nochmals, wie in der I. Instanz beantragt, die Gegenspieler als Zeugen dahingehend zu hören, dass es keinen Tritt mit dem Fuß gab.

Gleichzeitig wurde beantragt, die Sperre auf drei oder max. vier Spiele herabzusetzen.


3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingelegt, das VSG ist zuständig gem. § 20 lit. d RVO. Die Berufung war teilweise begründet, sie führte dazu, dass die Spielsperre auf fünf Spiele herabgesetzt wurde und zusätzlich noch € 250,00 Geldstrafe verhängt wurden.

Das VSG stellte folgenden Sachverhalt fest:

Der vom SR in seiner Meldung geschilderte Sachverhalt, nämlich ein Tritt des Spielers Y gegen den Spieler X lag vor. Damit konnte grundsätzlich vom Tatbestand des § 67 Abs. 1 RVO ausgegangen werden. Es war jedoch bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, dass sowohl SR, als auch der Assistent aussagten, dass der Tritt nicht in voller Absicht geschehen war und das SR-Team darüber hinaus auch einen weiteren Schlag nicht gesehen habe.

Es war weiterhin zu berücksichtigen, dies aufgrund der Zeugenaussage des Gegenspielers Y, dass von dort sehr wohl eine verbale und auch körperlich Provokation vorlag, so dass eine Reduzierung der Strafe angemessen und auch vertretbar war.

Es war auch zu berücksichtigen, dass beim Gegenspieler nur eine geringe Verletzung vorlag und auch nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, dass die Schutzmaske aufgrund des Tritts schwer beschädigt wurde, sondern diese möglicherweise schon vorher beschädigt war.

Aufgrund der obigen Gesamtumstände, die sich erst in der mündlichen Verhandlung vor dem VSG herausstellten, war aufgrund der sportwidrigen Handlung im Vorfeld des Gegenspielers nicht mehr der Normalfall gegeben, sondern es konnte von einem leichteren Fall der Tätlichkeit ausgegangen werden.

Das VSG war deshalb der Auffassung, dass eine Spielsperre von insgesamt fünf Spielen tat- und schuldangemessen war, zusätzlich konnte noch eine Geldstrafe von € 250,00 verhängt werden.


4. Da der Verein B teilweise mit seiner Berufung erfolgreich war, waren von den Kosten des Verfahrens ¾ dem Verein B und ¼ dem BFV aufzuerlegen.

 

 

 

Protokoll Nr.:   25 vom 11.05.2011
Besetzung:   Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:   61

 

Berufung gegen das Urteil des Sportgerichts vom 19.04.2011, Protokoll 36, Fall 439


Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins A gegen das Urteil des Sportgerichts vom 19.04.2011 wird das Urteil mit der Maßgabe aufgehoben, dass der Verein A gemäß § 73 Abs. 2 RVO wegen Verletzung der Platzordnung in einem schweren Fall mit einem Punktabzug von 2 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 1000,00 belegt wird. Im Übrigen wird die Berufung zurückgewiesen. 

II. Die Kosten der 1.Instanz trägt der Verein A. Von den Kosten der 2. Instanz und der Berufungsgebühr tragen der Verein A 2/3 und der BFV 1/3. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1.Beim Spiel Verein A gegen Verein B am 09.04.2011 im Stadion wurde in der 85. Spielminute unmittelbar nach der Verwarnung eines Spielers des Vereins A aus dem Fanblock des Vereins A ein gefüllter Getränkebecher in Richtung auf den in der Nähe des Spielfeldrands stehenden Schiedsrichters geworfen. Allerdings prallte der Becher gegen das obere Drittel des Absperrgitters über der Seitenbande. Es erfolgte auf Anweisung des Schiedsrichters eine Stadiondurchsage, solche Aktionen zu unterlassen. Die Anhänger des Vereins A äußerten in den folgenden Spielminuten bis zum Ende des Spiels ständig ihren Unmut über die Schiedsrichterleistung. Unmittelbar nach Spielschluss, als sich der Schiedsrichter und seine beide Assistenten auf dem Spielfeld zum Abmarsch sammelten, wurden sie noch von einem Spieler des Vereins A sowie dem Trainer des Vereins A erkennbar bezüglich ihrer Leistung kritisiert. Um diese Diskussionen zu beenden, gingen die drei Schiedsrichter in Richtung des Eingangs zur Spielerkabine unter der Haupttribüne. Ihnen folgte, immer noch diskutierend, der Trainer des Vereins A. Ein gekennzeichneter Ordner befand sich nicht in ihrer Nähe, obwohl eine Vielzahl von Anhängern des Vereins A auf der Tribüne in Richtung des Spielereingangstrakts lief. In diesem Spielereingangstrakt stand der Leiter des Ordnungsdienstes. Obwohl er erkannte, dass sich der Tribünenbereich zum Eingangstrakt hin mit wütenden Anhängern füllte, blieb er im Trakt stehen, anstatt spätestens jetzt dem Schiedsrichter-Gespann entgegen zu laufen, sie vor dem Verlassen des Spielfelds anzuhalten und mit Hilfe des vorhandenen professionellen Sicherheitsdienstes und der Vereinsordner die Situation zu klären. Der Abgang des Schiedsrichter-Gespanns hätte so gesichert werden können. Mangels dieser Unterstützung gingen die drei Schiedsrichter praktisch ungeschützt in den Eingangstrakt zu den Kabinen. Ein deutlich als Anhänger des Vereins A gekleideter Zuschauer schüttete beim Vorbeigehen der Schiedsrichter zweimal hintereinander Bier aus seinem Becher in Richtung der Schiedsrichter, die jedoch nicht getroffen wurden. Schließlich warf der Zuschauer den Becher in Richtung der Schiedsrichter, traf jedoch nur den hinter den Schiedsrichtern gehenden Trainer des Vereins A. Die Schiedsrichter gelangten ohne weitere Zwischenfälle in ihre Kabine.

Der Verein A war in dieser Saison bereits einmal wegen einer Verletzung der Platzdisziplin beim Spiel Verein A gegen Verein C am 18.09.10 vom Sportgericht mit Urteil vom 05.10.2010 gemäß § 73 Abs. 1 und 3 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von € 400,00 belegt worden, weil im Fanblock des Vereins A eine Rauchbombe gezündet worden war.

 Am 30.03.2011 wurde in der 92. Spielminute des Spiels Verein A gegen Verein D, kurz nachdem der Schiedsrichter einen Spieler des Vereins A des Feldes verwiesen hatte, von der Tribüne aus, von einem Fan des Vereins A, ein voller Bierbecher aufs Spielfeld geworfen, der den Schiedsrichter um einige Meter verfehlte. Wegen dieses Vorfalls wurde der Verein A zeitlich nach dem verfahrensgegenständlichen Vorfall ebenfalls vom Sportgericht verurteilt.
 
 Das Sportgericht sprach gegen den Verein A aufgrund der Meldung des Schiedsrichters und nach eingeholter Stellungnahme des Vereins A mit Urteil vom 19.04.2011, veröffentlicht am selben Tag, eine Geldstrafe von € 1.000,00 aus und belegte den Verein mit einem Punktabzug von drei Punkten. Mit Telefax vom 02.05.2011 legte der Verein A Berufung ein. Es wurde u.a. geltend gemacht, dass die Meldung des Schiedsrichters zum ersten Becherwurf widersprüchlich gewesen sei und der Becher nicht auf das Spielfeld geworfen wurde, dass das Schiedsrichter-Gespann im Bereich des Kabineneingangs von drei Personen begleitet und beschützt wurde, der Verein somit seine Schutzpflichten gegenüber den Schiedsrichtern wahrgenommen habe und der Werfer des Bierbechers identifiziert sei und Stadionverbot erhalten habe. Rechtlich wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass § 73 Abs. 3 RVO nur eine Zurechnungsvorschrift sei, ein Wiederholungsfall im Sinne von § 73 Abs. 2 RVO nicht vorliege und die Strafe wegen der Auswirkungen auf den Abstiegskampf zu hart sei. Schließlich wurde auf umfangreiche Maßnahmen hingewiesen, die der Verein nach dem Spiel ergriffen habe, um eine Wiederholung auszuschließen.

 Das VSG führte eine mündliche Verhandlung durch, bei der der Schiedsrichter A, seine beiden Assistenten B und C sowie auf Antrag des Vereins A der Sicherheitsbeauftragte D, der Schiedsrichterbetreuer E und der Stadionsprecher F vernommen wurden. Außerdem wurden die Videoaufzeichnungen des TVO zum Vorfall nach dem Spielende sowie zum Becherwurf im Spiel gegen Verein D angesehen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung führt in dem im Tenor genannten Umfang zur Aufhebung und Reduzierung der Strafe. Die weitergehende Berufung ist jedoch unbegründet.

 Der Sachverhalt steht, wie oben unter Ziffer 1. geschildert für das VSG aufgrund der Meldung des Schiedsrichters, seiner Aussage in der mündlichen Verhandlung, der Videoaufzeichnung von TVO, sowie den Aussagen der Zeugen A, B, C und D fest. Der Zeuge E hatte beide Vorfälle persönlich nicht wahrgenommen.

 Das VSG geht dabei davon aus, dass nur der Becherwurf nach Spielschluss geeignet war, das Schiedsrichter-Gespann zu treffen, der Becherwurf in der 85. Spielminute zwar ebenfalls dem Schiedsrichter galt, jedoch aufgrund der Ausführung keine konkrete Gefährdung darstellte. Ausweislich der Videoaufzeichnung traf der Becher, der im Kabineneingangstrakt geworfen wurde, den Trainer des Vereins A, der hinter dem Schiedsrichter-Gespann ging. Der Becher hätte daher in gleicher Weise einen der Schiedsrichter treffen können. Der Becher, der in der 85 Minute geworfen wurde, prallte zwar nach übereinstimmenden Angaben aller Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten, gegen das obere Drittel des Spielfeldzauns und gelangte so nicht auf das Spielfeld. Der Schiedsrichter ließ aber unmittelbar danach eine Lautsprecherdurchsage vornehmen, so dass für das VSG feststeht, dass aus der Sicht des Schiedsrichters auch dieser erste Becherwurf nicht den Eindruck erweckte, als hätte der Becher innerhalb des Zuschauerblocks bleiben sollen.

 Die Videoaufzeichnungen widerlegten die Behauptung des Vereins A, das Schiedsrichter-Gespann wäre im Kabineneingangstrakt von drei Personen begleitet und beschützt worden. Die drei Schiedsrichter mussten vielmehr alleine durch den Trakt gehen. Zwar stand dort der Sicherheitsbeauftragte Schaller, dieser ging jedoch nicht zum Schiedsrichter-Gespann hin und begleitete dieses, sondern er wandte sich von den Schiedsrichtern ab, um den Werfer zu identifizieren. Letzteres war zwar isoliert betrachtet die richtige Reaktion im konkreten Vorfall. Allerdings hätte durch vorherige Organisation sichergestellt werden müssen, dass mindestens zwei Ordner das Gespann vom Spielfeld weg sichtbar begleitet und ggfs. durch einen Regenschirm geschützt hätten. Die weiteren beiden Personen waren der Trainer des Vereins A, der jedoch nicht zum Schutz der Schiedsrichter tätig war, sondern mit diesen über ihre Leistung diskutieren wollte und diesen lediglich folgte, sowie der Stadionsprecher, der Zeuge F, der zwar im Kabineneingangstrakt stand, jedoch keine Anstalten machte, die Schiedsrichter zu schützen. Er war hierzu auch nicht eingeteilt worden.

4. Es ist somit davon auszugehen, dass durch einen Verstoß gegen die Platzdisziplin ermöglicht wurde, dass durch das Schütten des Bieres in Richtung der Schiedsrichter, sowie den anschließende Wurf des Bechers die körperliche Integrität des Schiedsrichter-Gespanns gefährdet wurde. Es liegt ein Verstoß gegen § 28 Abs. 1 SpO, § 73 Abs. 1 RVO vor.

 § 28 SpO lautet auszugsweise:

(1)  Der Platzverein hat unbeschadet der Eigentumsverhältnisse zur Wahrung des Ansehens des Fußballsports und der ordnungsgemäßen Durchführung der Spiele für Ruhe und Ordnung vor, während und nach dem Spiel zu sorgen. Er ist insbesondere verpflichtet, den umfassenden Schutz des Schiedsrichters, seiner Assistenten und der Spieler beider Mannschaften sicherzustellen.

(4)  Der Platzverein trägt die Beweislast dafür, dass er alle ihm möglichen und zumutbaren Maßnahmen zum Schutz des aufgeführten Personenkreises getroffen hat.

(5)  Auf die Sicherheitsrichtlinien für Herren-Verbandspiele (Bayernliga, Landesliga
und Toto-Pokalspiele auf Landesebene) wird verwiesen.

Klausel Nr. 4 der BFV - Sicherheitsrichtlinien für Herren- Verbandsspiele (Bayernliga, Landesliga und Toto- Pokalspiele auf Landesebene) lautet:

(4)  Der Zugang zu den Kabinen ist sowohl für Mannschaften als auch für Schiedsrichter freizuhalten und durch Platzordner oder einen eingesetzten Sicherheitsdienst abzusichern.

§ 73 Abs. 1 bis 3 RVO lautet:

(1)  Kommt der gastgebende Verein seinen Pflichten zum Schutz des Schiedsrichters, der SR-Assistenten und des Gegners nicht oder nur unzureichend nach, wird er mit einer Geldstrafe nicht unter 50 Euro belegt, bei Junioren/-innenspielen nicht unter 25 Euro. Die gleichen Strafen gelten für den Gastverein, wenn dieser den ihn treffenden Pflichten nicht oder nur unzureichend nachkommt, insbesondere dem gastgebenden Verein nicht die mögliche und zumutbare Unterstützung gewährt.

(2)  In schweren Fällen ist auf Punktabzug und auf Geldstrafe nicht unter 50 Euro zu erkennen. Ein Wiederholungsfall ist in der Regel ein schwerer Fall im Sinne dieser Bestimmung.

(3)  Der gastgebende Verein und der Gastverein haften für Zwischenfälle jeglicher
Art ihrer Spieler, Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger und Zuschauer.

 Der Verein A kam seiner Verpflichtung, für den umfassenden Schutz der Schiedsrichter zu sorgen, nicht nach. Der Becherwurf war aufgrund des Verhaltens der Anhänger im vorangegangenen Heimspiel sowie aufgrund des Vorfalls in der 85.Spielminute auch objektiv vorhersehbar. Allerdings lässt das Verhalten während des Spiels, aber auch das Verteidigungsvorbringen im vorliegenden Verfahren erkennen, dass der Verein die Gefährdung nicht mit der notwendigen Konsequenz erkannte. So wurde sowohl hinsichtlich des Vorfalls gegen den Verein D, als auch beim Vorfall in der 85. Spielminute stets darauf abgestellt, dass beide Vorfälle aufgrund der mangelnden Zielgenauigkeit der Werfer nicht geeignet waren, den Schiedsrichter konkret zu gefährden. Beim Vorfall in der 85. Spielminute wurde statt der naheliegenden Möglichkeit eines nicht ausreichend gezielten Wurfes davon ausgegangen, der Werfer hätte mit dem Zaun genau das Ziel getroffen, das er ausgewählt hatte. Zwar wäre auch letztere Alternative denkbar, da § 28 Abs. 1 SpO jedoch den umfassenden Schutz des Schiedsrichter-Gespanns verlangt, durfte der Verein nicht davon ausgehen, dass seine Anhänger Becher nur gegen den Zaun werfen wollen, zumal im Spiel gegen den Verein D der Becher bei einem Wurf weit im Spielfeld gelandet war. Die Verantwortlichen hätten vielmehr den Vorfall in der 85. Spielminute zum Anlass nehmen müssen, nunmehr alle Vorkehrungen zu treffen, dass jede weitere Gefährdung der Schiedsrichter durch einen Becherwurf ausschied. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Becherwurf in der 85. Spielminute dem Schiedsrichter galt oder nur den Zaun treffen sollte. Entscheidend war die Warnung durch die verlangte Lautsprecherdurchsage. Dadurch hätte den Verantwortlichen des Vereins deutlich werden müssen, dass auch in diesem Spiel mit einem Vorfall wie im vorherigen Heimspiel zu rechnen war. Das Verhalten der Zuschauer und auch des eigenen Trainers ließ keinen Zweifel daran, dass auch nach Spielschluss höchster Unmut über die Schiedsrichterleistung bestand. Eine weitere Gefährdung der Schiedsrichter war geradezu greifbar. In dieser Situation hätte der Verein dem Schiedsrichter-Gespann bereits auf dem Spielfeld deutlich gekennzeichnete Ordner zur Seite stellen müssen, die das Gespann vom Spielfeld weg bis in die Kabine begleitet und im Kabineneingangstrakt durch Schirme gegen Wurfgegenstände geschützt hätten.

5. Bei der Strafzumessung ist zunächst davon auszugehen, dass es sich um einen Wiederholungsfall i.S.v. § 73 Abs. 2 RVO handelt. Ein Wiederholungsfall ist jedenfalls immer dann anzunehmen, wenn in derselben Saison bereits eine Verurteilung wegen Verletzung der Platzdisziplin erfolgte. Dabei reicht es aus, dass mit der Vorverurteilung der Schutz desselben Rechtsguts bezweckt wurde. Es muss kein gleichartiger Vorfall vorgelegen haben. Hier dienen sowohl das Verhindern von Rauchbomben, als auch das Verhindern von Becherwürfen dem Schutz der körperlichen Integrität der Schiedsrichter und der übrigen Beteiligten. Damit ist ein Wiederholungsfall gegeben, der regelmäßig zu einem Punktabzug führt. Da die Vorschrift den Punktabzug als regelmäßige Folge vorsieht, müsste ein Ausnahmefall vorliegen, um von einem Punktabzug Abstand nehmen zu können. Dies ist jedoch nach Ansicht des VSG nicht der Fall. Der Becherwurf kam für den Verein nicht überraschend. Es war vielmehr so, dass der Verein aufgrund des Verhaltens seiner Anhänger im vorherigen Heimspiel und aufgrund des Becherwurfs in der 85. Spielminute sowie aufgrund der Unmutsäußerungen damit rechnen musste, dass es zu Versuchen kommen würde, das Schiedsrichter-Gespann anzugreifen. In einer solchen Situation war das Verhalten des durch eine Verurteilung bereits vorgewarnten Vereins besonders sorglos, so dass ein Ausnahmefall nicht in Betracht kommt.

 Der Abzug von drei Punkten, die das Sportgericht in Ansatz brachte, war angesichts des Vorfalls und der Vorwarnung durch Becherwürfe im vorherigen Heimspiel und im verfahrensgegenständlichen Spiel angemessen. Was jedoch das Sportgericht nicht berücksichtigen konnte, sich aber nunmehr zu Gunsten des Vereins auswirkt, sind die Maßnahmen, die der Verein nach dem Spiel getroffen hat. So wurde der Getränkeausschank auf einen abgezäunten Bereich außerhalb der Tribüne beschränkt und das Verbringen von Bechern oder Flaschen auf den Tribünenbereich untersagt. Der Kabineneingangstrakt wird nunmehr zusätzlich durch einen etwa 10 Meter breiten Schutzkorridor abgeschirmt. Die Ordner werden durch Polizeikräfte verstärkt, die sich im Stadion befinden. Die Schiedsrichter werden zukünftig auf dem Platz von Ordnern in Empfang genommen, die sie in die Kabine begleiten und ggfs. durch Schirme gegen Wurfgegenstände schützen.

 Aufgrund dieser Maßnahmen ist eine Reduzierung des vom Sportgericht vorgenommenen Punktabzugs auf zwei Punkte vertretbar (vgl VSG 2009/2010 Fall 31). Eine Reduzierung auf den Mindestpunktabzug ist angesichts der oben beschriebenen besonderen Sorglosigkeit nicht angemessen.

 Bei der Bemessung des Punktabzugs spielt dessen Auswirkung auf den Abstiegskampf keine Rolle. Jeder Punktabzug führt dazu, dass dem Verein im Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg Punkte fehlen. Wie sich dies auf die konkrete Tabellensituation auswirkt, kann daher aus Gründen der Gleichbehandlung keine Rolle spielen. Der sich nach dem Abzug ergebende Punktestand ist das Ergebnis der Gesamtleistung der Mannschaft im Laufe der Saison, die bei der Strafzumessung keine Rolle spielt. Es gibt insbesondere keinen nachvollziehbaren Grund, eine Mannschaft, die ein schlechteres Gesamtergebnis erzielt hat und daher abstiegsgefährdet ist, für den gleichen Vorfall geringer zu bestrafen, als eine Mannschaft, die ein besseres Gesamtergebnis hat und daher auch nach dem Punktabzug nicht in Abstiegsgefahr gerät. Es wäre offensichtlich nicht sachgerecht, das bessere Gesamtergebnis strafschärfend und das schlechtere Ergebnis strafmindernd zu berücksichtigen.

 Neben dem Punktabzug war auch eine Geldstrafe auszusprechen. Auch hier ist die vom Sportgericht der Bayernliga ausgesprochene Strafe nicht zu beanstanden. Der Strafrahmen gemäß § 73 Abs. 2 i.V.m. § 48 Abs. 1 (b) RVO sieht eine Geldstrafe bis € 5.000 vor. Die Geldstrafe liegt daher noch im unteren Bereich des Strafrahmens. Es handelt sich um einen Wiederholungsfall. Das Nachtatverhalten des Vereins spielt bei der Bemessung der Geldstrafe keine wesentliche Rolle, weil der Verein durch die Identifizierung des Täters sicherstellen kann, dass er die auferlegte Geldstrafe im Regresswege erstattet erhält.

 Bei einem Verein ist auch davon auszugehen, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit vorhanden ist, eine solche Geldstrafe zu bezahlen. Jedenfalls wurde keine besonderen Gründe zur Leistungsunfähigkeit vorgetragen.


6.  Die Kosten der 1. Instanz trägt der Verein A, weil die Berufung lediglich im Strafmaß einen Teilerfolg hatte, das Strafmaß aber für die Kostenentscheidung in der 1. Instanz ohne Belang ist. Hinsichtlich der Kosten der 2. Instanz ist zu berücksichtigen, dass das Strafmaß reduziert wurde. Der Verein A konnte den Sachvortrag, der zum Teilerfolg führte, in der 1. Instanz noch nicht einbringen, so dass eine analoge Anwendung von § 97 Abs. 2 ZPO ausscheidet (§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO). Außergerichtliche Kosten werden gemäß § 30 Abs. 3 RVO nicht erstattet.

 

 

Protokoll Nr.:  25 vom 11.05.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Frey, Krause
Fall:   60


Verbandsspiel Verein A gegen Verein B am 29.05.2010

Beschluss:

Aufgrund der Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Verbandsspiel Verein A gegen Verein B am 29.05.2010 wird kein Sportgerichtsverfahren eröffnet.

 

Gründe:


Aufgrund einer anonymen Mitteilung ergaben sich Anhaltspunkte, dass das Ergebnis des Verbandsspiels Verein A gegen Verein B am 29.05.2010 nicht im Wettbewerb erzielt wurde. Der Vorsitzende des VSG leitet daher mit Beschluss vom 30.07.2010 Vorermittlungen gemäß § 37 Abs. 1 RVO ein und beauftragte den Vorsitzenden des BSG mit der Durchführung der Ermittlungen.

Nach äußerst umfangreichen Ermittlungen gelangt der Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass zwar sehr dichte Anhaltspunkte dafür bestehen, dass bei dem Spiel Unregelmäßigkeiten auftraten, die Einfluss auf das Spielergebnis hatten. Ein für eine Verurteilung ausreichender sicherer Tatverdacht gegen eine konkrete Person oder einen Verein hat sich jedoch nicht ergeben. Da die äußerst sorgfältig und umfangreich durchgeführten Ermittlungen keinen erkennbaren Spielraum für weitere Aufklärung im jetzigen Stadium erkennen lassen, ist ein konkretes Verfahren nicht zu eröffnen.
 

Ob das Verhalten des Spielers A ein krass sportwidriges Verhalten darstellt, kann dahingestellt bleiben. Eine nachträgliche Bestrafung durch das Sportgericht setzt voraus, dass der amtierende Schiedsrichter den Sachverhalt nicht gesehen hat und daher keine Tatsachenentscheidung treffen konnte. Vorliegend hat der Schiedsrichter den Vorfall beobachtet und hieraus den Schluss gezogen, dass aus seiner Sicht keine zu ahndende Unsportlichkeit vorliegt. An diese Wertung ist das Sportgericht infolge der Tatsachenentscheidung gebunden. Anders wäre der Sachverhalt nur dann zu beurteilen, wenn der Vorfall auf dem Spielfeld nur Teil einer Manipulationshandlung wäre, die bereits vor dem Spiel abgesprochen gewesen wäre. Dann könnte der Schiedsrichter mangels Kenntnis der Begleitumstände den Sachverhalt nicht im Sinne einer Tatsachenentscheidung umfassend würdigen, so dass dann eine Ahndung durch das Sportgericht trotz der anderslautenden Entscheidung des Schiedsrichters zu einem Teilaspekt zulässig wäre. Der Zweck der Tatsachenentscheidung ergibt sich nämlich nur daraus, dass auf dem Spielfeld die Entscheidungen des Schiedsrichters zu von ihm wahrgenommenen Sachverhalten endgültig sein sollen, soweit diese keinen Regelverstoß darstellen. Dies dient der Klarheit des Wettbewerbs. Die Tatsachenentscheidung soll aber keine Schutzfunktion entwickeln für Geschehnisse oder Absprachen, die im Verborgenen stattfinden und daher vom Schiedsrichter nicht erkannt und damit bei seiner Entscheidungsfindung auch nicht umfassend gewürdigt werden können.


 

Protokoll-Nr.     24   vom  03.05.2011
Besetzung:   Beierlein, Höhne, Frey
Fall:     59

Berufung gegen das Urteil des Sportgerichts vom 22.03.2011, Protokoll 32, Fall 393


Urteil:

 

I. Die Berufung des Vereins A vom 31.03.2011 gegen das Urteil des Sportgerichts vom 22.03.2011, Protokoll 32, Fall 393, veröffentlicht im Internet am 22.03.2011 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 260,00 trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet

 

 

 Gründe:

1. Der Spieler X. wechselte in der Winterpause des Spieljahres 2010/2011 vom Verein B zum Verein A. Er ist für diesen seit 01.01.2011 spielberechtigt. Mit rechtskräftigem Urteil des Bezirkssportgerichts vom 02.11.2010 wurde dieser ab 05.11.2010 für 4 Verbandsspiele der 1. Mannschaft des Vereins B nach Maßgabe von § 51 V RVO gesperrt. Gemäß Ziffer 2. dieses Urteils galt diese Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer 1. Ab 05.11.2010 hatte die 1. Mannschaft des Vereins B ihr 4. Verbandsspiel am 12.03.2011 in der Bezirksliga gegen den Verein C ausgetragen. Der Verein A setzte den Spieler . in den beiden Spielen am 05.03.2011 gegen den Verein C und am 12.03.2011 gegen den Verein D  jeweils als Auswechselspieler ein. Sowohl der Verein C, als auch der Verein D haben mit Schreiben vom 11.03.2011 (Verein C) sowie vom 16.03.2011 (Verein D) diesen Einsatz nach § 35 II RVO zur Anzeige gebracht mit der Begründung, dass der Einsatz des Spielers X. unzulässig erfolgt sei. Das Sportgericht hat daraufhin am 14.03.2011 bzw. am 16.03.2011 jeweils ein sportgerichtliches Verfahren gegen den Verein A sowie gegen den Spieler X eingeleitet. Seitens des Vereins A wurde hierzu ausführlich mit Schreiben vom 18.03.2011 Stellung genommen.
 
Zusammenfassend wird hier darauf abgestellt, dass man nie die Absicht gehabt habe, einen nicht spielberechtigten Spieler einzusetzen. Auf der ebenfalls beigefügten gutachterlichen Stellungnahme des Rechtsanwalts aus Eichstätt kommt dieser ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Spieler X in beiden Verbandsspielen uneingeschränkt spielberechtigt gewesen sei. Das Sportgericht hat festgestellt, dass der Spieler X von seiner vom Bezirkssportgericht verhängten Spielsperre beim abgebenden Verein, dem Verein B drei Verbandsspiele vor seinem Wechsel zum Verein A verbüßt hat. Für das 4. und letzte Verbandsspiel ist § 51 V 6 RVO maßgebend, wonach bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Verbandsspielrechts, also im vorliegenden Fall ab 01.01.2011 die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenklasse des aufnehmenden Vereins, somit im vorliegenden Fall die in der Kreisliga spielende 2. Mannschaft des Vereins A maßgeblich ist. Da die 2. Mannschaft des Vereins A laut amtlicher Terminliste ihr 1. Verbandsspiel nach dem 01.01.2011 erst am 27.03.2011 ausgetragen hat, war der Spieler X bis zu diesem Termin einschl. gesperrt. Hiergegen wendet sich die mit Anwaltsschriftsatz eingelegte Berufung vom 31.03.2011. Der Berufungsführer macht u. a. geltend, dass die Formulierung in Ziffer 2. des Tenors dahingehend lautet "seines Vereins" und sich nicht auf den "jeweiligen Verein" bezieht. Daraus sei nur zu schließen, dass sich die Sperre auf die Verbandsspiele des Vereins B beziehe. Hierzu kommt er aufgrund der entsprechenden Auslegung.

Auch nach § 51 V 6 RVO könnte sich die Dauer der Sperre nicht auf die 2. Mannschaft des Vereins A beziehen. Daneben wird u. a. gerügt, dass kein Verschulden des Vereins A vorliege. Auch deswegen wird die Aufhebung der Entscheidung begehrt.

2. Das VSG ist zur Entscheidung zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, in der Sache aber nicht begründet.

Der festgestellte Sachverhalt ist unstreitig.

Der Spieler X war in dem Spiel am 05.03.2011 gegen den Verein C und am 12.03.2011 gegen den Verein D nicht spielberechtigt.

Aufgrund der Entscheidung des Bezirkssportgerichts vom 02.11.2010 wurde dieser ab 05.11.2010 für 4 Verbandsspiele der 1. Mannschaft des Vereins B  nach Maßgabe von § 51 V RVO in Ziffer 1. gesperrt. Darüber hinaus galt diese Sperre in Ziffer 2. für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer 1.

Es ist zutreffend, dass das Bezirkssportgericht im Tenor nicht auf den jeweiligen Verein abgestellt hat.

Dies ist im vorliegenden Fall aber unbeachtlich. Gemäß § 51 V 6 RVO sind bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Verbandsspielrechts die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenklasse des aufnehmenden Vereins zu beurteilen. Dies bedeutet, dass nachdem die Sperre zum 01.01.2011 noch nicht vollständig abgelaufen war, ab 01.01.2011 die Spiele in der niedrigsten Klasse des aufnehmenden Vereins, also des Vereins A zu werten sind. Das Sportgericht hat deswegen zutreffend auf den 27.03.2011 abgestellt.

Ziffer 2. des Tenors stellt nicht nur auf den abgebenden Verein, des Vereins B ab, sondern auch nach dem Wortlaut auf den aufnehmenden Verein. Dies ergibt sich aus der Formulierung "seines Vereins". Ab 01.01.2011 war der betroffene Spieler nicht mehr Mitglied des Vereins B. Eine Regelungslücke liegt aus diesem Grunde auch nicht vor. Der Tenor ist in diesem Zusammenhang auch entgegen der Ansicht des Berufungsführers nicht auszulegen. Der Wortlaut des § 51 V 6 RVO ist eindeutig. Danach zählen im vorliegenden Fall ab Erteilung des Verbandsspielrechts, also ab 01.01.2011 für den nicht verbüßten Teil der Sperre die Spiele in der niedrigsten Herrenmannschaft des aufnehmenden Vereins. Es ist nämlich davon auszugehen, dass es sich um eine persönliche Strafe des Spielers handelt und nicht des Vereins. Es wird aufgrund der durch den Spieler begangenen Ausgangstat nicht der Verein bestraft, sondern der Spieler erhält eine entsprechende Sperrstrafe für sein jeweiliges Vergehen. Diese persönliche Strafe des Spielers nimmt dieser Spieler bei einem Vereinswechsel zu seinem aufnehmenden Verein mit. Dies ist letztlich auch der Rechtsgedanke des § 51 V 6 RVO. Diese Vorschrift regelt auch die Dauer der Sperre, im vorliegenden Fall also bis zum 27.03.2011. Ein Verschulden des Verbandes ist in keinster Weise zu erkennen. Das Spielrecht ist dem Spieler zu erteilen. Die persönliche Sperrstrafe haben der Spieler und letztlich dann auch der aufnehmende Verein zu beachten.

Das Sportgericht hat zutreffend im Weiteren dazu ausgeführt, dass ein entsprechender Härtefall aufgrund der relativ lang dauernden Sperre aufgrund der Winterpause zu erkennen ist. Das Erstgericht hat hier aber auch zutreffend auf die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag nach § 46 IV RVO zu stellen, hingewiesen.

Im Weiteren ist es im vorliegenden Fall aufgrund der Gesamtumstände ebenfalls nicht zu beanstanden, dass das Sportgericht insbesondere im Einsatz erst im späteren Verlauf des Spiels mit einem leichten Fall bewertet hat.

Auf die weiteren Mitteilungen des Sportgerichts kommt es nach Ansicht des VSG nicht an, da diese alle nach dem 2. Einsatz am 12.03.2011 erfolgten und danach der Spieler nicht mehr eingesetzt wurde.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

Protokoll-Nr.  24        vom  03.05.2011
Besetzung:   Beierlein, Frey, Krause
Fall:   58

Berufung gegen das Urteil des Sportgerichts vom 22.03.2011, Protokoll 32, Fall 392

Urteil:

I. Die Berufung des Vereins A vom 31.03.2011 gegen das Urteil des Sportgerichts vom 22.03.2011, Protokoll 32, Fall 393, veröffentlicht im Internet am 22.03.2011 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 260,00 trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der Spieler X. wechselte in der Winterpause des Spieljahres 2010/2011 vom Verein B zum Verein A. Er ist für diesen seit 01.01.2011 spielberechtigt. Mit rechtskräftigem Urteil des Bezirkssportgerichts vom 02.11.2010 wurde dieser ab 05.11.2010 für 4 Verbandsspiele der 1. Mannschaft des Vereins B nach Maßgabe von § 51 V RVO gesperrt. Gemäß Ziffer 2. dieses Urteils galt diese Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer 1. Ab 05.11.2010 hatte die 1. Mannschaft des Vereins B ihr 4. Verbandsspiel am 12.03.2011 in der Bezirksliga gegen den Verein C ausgetragen. Der Verein A setzte den Spieler . in den beiden Spielen am 05.03.2011 gegen den Verein C und am 12.03.2011 gegen den Verein D  jeweils als Auswechselspieler ein. Sowohl der Verein C, als auch der Verein D haben mit Schreiben vom 11.03.2011 (Verein C) sowie vom 16.03.2011 (Verein D) diesen Einsatz nach § 35 II RVO zur Anzeige gebracht mit der Begründung, dass der Einsatz des Spielers X. unzulässig erfolgt sei. Das Sportgericht hat daraufhin am 14.03.2011 bzw. am 16.03.2011 jeweils ein sportgerichtliches Verfahren gegen den Verein A sowie gegen den Spieler X eingeleitet. Seitens des Vereins A wurde hierzu ausführlich mit Schreiben vom 18.03.2011 Stellung genommen.
 
Zusammenfassend wird hier darauf abgestellt, dass man nie die Absicht gehabt habe, einen nicht spielberechtigten Spieler einzusetzen. Auf der ebenfalls beigefügten gutachterlichen Stellungnahme des Rechtsanwalts aus Eichstätt kommt dieser ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Spieler X in beiden Verbandsspielen uneingeschränkt spielberechtigt gewesen sei. Das Sportgericht hat festgestellt, dass der Spieler X von seiner vom Bezirkssportgericht verhängten Spielsperre beim abgebenden Verein, dem Verein B drei Verbandsspiele vor seinem Wechsel zum Verein A verbüßt hat. Für das 4. und letzte Verbandsspiel ist § 51 V 6 RVO maßgebend, wonach bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Verbandsspielrechts, also im vorliegenden Fall ab 01.01.2011 die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenklasse des aufnehmenden Vereins, somit im vorliegenden Fall die in der Kreisliga spielende 2. Mannschaft des Vereins A maßgeblich ist. Da die 2. Mannschaft des Vereins A laut amtlicher Terminliste ihr 1. Verbandsspiel nach dem 01.01.2011 erst am 27.03.2011 ausgetragen hat, war der Spieler X bis zu diesem Termin einschl. gesperrt. Hiergegen wendet sich die mit Anwaltsschriftsatz eingelegte Berufung vom 31.03.2011. Der Berufungsführer macht u. a. geltend, dass die Formulierung in Ziffer 2. des Tenors dahingehend lautet "seines Vereins" und sich nicht auf den "jeweiligen Verein" bezieht. Daraus sei nur zu schließen, dass sich die Sperre auf die Verbandsspiele des Vereins B beziehe. Hierzu kommt er aufgrund der entsprechenden Auslegung.

Auch nach § 51 V 6 RVO könnte sich die Dauer der Sperre nicht auf die 2. Mannschaft des Vereins A beziehen. Daneben wird u. a. gerügt, dass kein Verschulden des Vereins A vorliege. Auch deswegen wird die Aufhebung der Entscheidung begehrt.

2. Das VSG ist zur Entscheidung zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, in der Sache aber nicht begründet.

Der festgestellte Sachverhalt ist unstreitig.

Der Spieler X war in dem Spiel am 05.03.2011 gegen den Verein C und am 12.03.2011 gegen den Verein D nicht spielberechtigt.

Aufgrund der Entscheidung des Bezirkssportgerichts vom 02.11.2010 wurde dieser ab 05.11.2010 für 4 Verbandsspiele der 1. Mannschaft des Vereins B  nach Maßgabe von § 51 V RVO in Ziffer 1. gesperrt. Darüber hinaus galt diese Sperre in Ziffer 2. für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer 1.

Es ist zutreffend, dass das Bezirkssportgericht im Tenor nicht auf den jeweiligen Verein abgestellt hat.

Dies ist im vorliegenden Fall aber unbeachtlich. Gemäß § 51 V 6 RVO sind bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Verbandsspielrechts die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenklasse des aufnehmenden Vereins zu beurteilen. Dies bedeutet, dass nachdem die Sperre zum 01.01.2011 noch nicht vollständig abgelaufen war, ab 01.01.2011 die Spiele in der niedrigsten Klasse des aufnehmenden Vereins, also des Vereins A zu werten sind. Das Sportgericht hat deswegen zutreffend auf den 27.03.2011 abgestellt.

Ziffer 2. des Tenors stellt nicht nur auf den abgebenden Verein, des Vereins B ab, sondern auch nach dem Wortlaut auf den aufnehmenden Verein. Dies ergibt sich aus der Formulierung "seines Vereins". Ab 01.01.2011 war der betroffene Spieler nicht mehr Mitglied des Vereins B. Eine Regelungslücke liegt aus diesem Grunde auch nicht vor. Der Tenor ist in diesem Zusammenhang auch entgegen der Ansicht des Berufungsführers nicht auszulegen. Der Wortlaut des § 51 V 6 RVO ist eindeutig. Danach zählen im vorliegenden Fall ab Erteilung des Verbandsspielrechts, also ab 01.01.2011 für den nicht verbüßten Teil der Sperre die Spiele in der niedrigsten Herrenmannschaft des aufnehmenden Vereins. Es ist nämlich davon auszugehen, dass es sich um eine persönliche Strafe des Spielers handelt und nicht des Vereins. Es wird aufgrund der durch den Spieler begangenen Ausgangstat nicht der Verein bestraft, sondern der Spieler erhält eine entsprechende Sperrstrafe für sein jeweiliges Vergehen. Diese persönliche Strafe des Spielers nimmt dieser Spieler bei einem Vereinswechsel zu seinem aufnehmenden Verein mit. Dies ist letztlich auch der Rechtsgedanke des § 51 V 6 RVO. Diese Vorschrift regelt auch die Dauer der Sperre, im vorliegenden Fall also bis zum 27.03.2011. Ein Verschulden des Verbandes ist in keinster Weise zu erkennen. Das Spielrecht ist dem Spieler zu erteilen. Die persönliche Sperrstrafe haben der Spieler und letztlich dann auch der aufnehmende Verein zu beachten.

Das Sportgericht hat zutreffend im Weiteren dazu ausgeführt, dass ein entsprechender Härtefall aufgrund der relativ lang dauernden Sperre aufgrund der Winterpause zu erkennen ist. Das Erstgericht hat hier aber auch zutreffend auf die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag nach § 46 IV RVO zu stellen, hingewiesen.

Im Weiteren ist es im vorliegenden Fall aufgrund der Gesamtumstände ebenfalls nicht zu beanstanden, dass das Sportgericht insbesondere im Einsatz erst im späteren Verlauf des Spiels mit einem leichten Fall bewertet hat.

Auf die weiteren Mitteilungen des Sportgerichts kommt es nach Ansicht des VSG nicht an, da diese alle nach dem 2. Einsatz am 12.03.2011 erfolgten und danach der Spieler nicht mehr eingesetzt wurde.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

Protokoll Nr.:  24 vom 03.05.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Höhne, Schreckenbauer  
Fall:   57

Verfahren gegen Herrn A

Urteil:

  I.   Herr A, Verein A, wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt einem Mitgliedsverein als Mitglied anzugehören.

 II.   Der Spielerpass des Betroffenen Herr A  Nr. 0000 ist unverzüglich an den Bayerischen Fußball-Verband einzusenden.

 III.  Die Kosten des Verfahrens und der mündlichen Verhandlung trägt Herr A unter Mithaftung des Vereins A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1.  Beim BFV-Pokalspiel der A-Junioren Verein A gegen Verein B am 03.10.2010 wurde laut Anzeige vom 04.10.2010 der Spieler X auf Seiten des Verein A eingesetzt, obwohl er noch einen gültigen Spielerpass für den Verein C hatte. Dem SR war, so der Inhalt der Anzeige, ein auf einen Spieler des Verein A (Spieler Y) ausgestellter Spielerpass vorgelegt worden, in den ein Bild von Spieler X eingeklebt war. Im Spielbericht war unter Nr. 5 der Spieler Y eingetragen. 

2.  Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 Lit. a RVO. Das Verfahren gegen Herrn A wurde vom JSG mit Entscheidung vom 05.11.2010 und vom 23.11.2010 an das VSG abgegeben, weil der Vorwurf der Passfälschung den Ausschluss aus dem BFV zur Folge haben kann.

3.  Trainer A  war gemäß § 89 Abs. 2 Satz 1 RVO in Verbindung mit §§ 48 Abs. 1 Lit i, 57 RVO aus dem Verband auszuschließen. In der vor dem VSG am 26.04.2011 durchgeführten mündlichen Verhandlung hat er zugestanden, seinen Co-Trainer angewiesen zu haben, "irgendwie" zu organisieren, dass er den Spieler X trotz fehlender Spielberechtigung einsetzen könne. Diese Anweisung umfasste nach Wortlaut und Sinn die Möglichkeit, die Einsatzmöglichkeit durch Herstellung eines falschen Spielerpasses zu schaffen, was Trainer A auch bewusst sein musste.

Zur Überzeugung des VSG steht fest, dass ein falscher Spielerpass hergestellt wurde. Der Zeuge W hat glaubwürdig ausgesagt, dass das Bild von Spieler X in den auf Spieler Y ausgestellten Pass eingeklebt gewesen sei. Die Aussage wurde vom Zeugen Z, dem SR der Begegnung, bestätigt; bei der Passkontrolle sei der Pass als solcher "in Ordnung" gewesen. Beide hatten den Spielerpass, auf den Spieler X unstreitig eingesetzt war, gezielt noch einmal angesehen und festgestellt, dass das Bild von Spieler X fest mit dem auf den Spieler Y ausgestellten Pass verbunden war. Den Einlassungen des Beschuldigten und der Aussage des Zeugen V, das Bild sei als "zweites Bild" lediglich lose in der Schutzhülle eingeschoben gewesen, kann das VSG nicht folgen, sie stellt sich als reine Schutzbehauptung dar. Im Übrigen wäre das vom Beschuldigten unumwunden zugegebene und letztlich auch erreichte Ziel, den SR über die Spielberechtigung zu täuschen, auf diese Weise nicht zu verwirklichen gewesen. Damit war ein falscher Spielerpass hergestellt; auf die Frage, ob auch ein Vereinsstempel angebracht war, kommt es nicht mehr an.

Es konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, wer Ausführender bei der Herstellung des falschen Passes war. Zugunsten des Beschuldigten geht das VSG davon aus, dass es nicht der Beschuldigte persönlich war. Er hat jedoch zumindest billigend in Kauf genommen, dass ein gefälschter Spielerpass dem SR zur Passkontrolle vorgelegt wurde. Als verantwortlichen, im Spielbericht eingetragenen Betreuer obliegt ihm die Vorlage der Spielerpässe, selbst wenn er - wie vorgetragen - bei der Passkontrolle nicht persönlich anwesend war. Er muss es sich zurechnen lassen, wenn ein gefälschter Spielerpass, dessen Erstellung für ihn erkennbar sein musste, dem SR vorgelegt wird. Herr A hat damit zumindest bedingt vorsätzlich einen falschen Spielerpass zur Täuschung gebraucht, der Tatbestand des § 89 Abs.2 Satz 1 RVO ist erfüllt.

Von einem leichten Fall im Sinne des § 89 Abs.2 Satz 2 RVO kann nicht ausgegangen werden. Der Gebrauch des falschen Passes erfolgte in einem Verbandsspiel, in der eindeutigen und auch zugestandenen Absicht, den SR und auch den Gegner zu täuschen. Die Behauptung, man hätte ansonsten nicht "anständig antreten" können, kann das VSG nicht überzeugen: im Spielbericht sind für den Verein A zwei Auswechselspieler eingetragen, einer davon kam bereits in der ersten Spielhälfte zum Einsatz.

Nach der Rechtsfolge des § 89 Abs. 2 Satz 1 RVO war HerrA zwingend aus dem Verband auszuschließen. Die Bestrafung wegen des in Tateinheit stehenden unzulässigen Spielereinsatzes nach § 77 Abs.2 RVO ist im Ausschluss enthalten.

4.  Kosten : .§§ 32, 33 RVO

 

Protokoll:  23    vom 19.04.2011
Besetzung:   Beierlein, Schreckenbauer, Höhne
Fall:  56

Anzeige gegen Herrn A

Urteil:

I. Das Verfahren gegen  den Vorsitzenden des Sportgerichts, Herrn A wird eingestellt.

II. Die Kosten trägt der BFV.

III. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 29.03.2011 erstattete Herr Z, Mitglied des Vereins A, Anzeige gegen den Vorsitzenden des Sportgerichtes, Herrn A, wegen Verstöße gegen die sportliche Fairness und die Fürsorgepflicht eines Verbandsfunktionärs gegenüber Vereinen. Dies begründete er damit, dass der Verein B mit Schreiben vom 11.03.2011 eine Anzeige beim  Betroffenen eingereicht habe über den unzulässigen Einsatz eines Spielers am 05.03.2011. Der Verein A sei dann erst am 14.03.2011 schriftlich hiervon informiert worden, wobei der Verein A ein weiteres Verbandspiel in der Zwischenzeit ausgetragen habe. Der Betroffene hat in seiner Stellungnahme ausgeführt, dass das Schreiben tatsächlich am Freitag, den 11.03.2011, um 16:26 Uhr bei ihm eingegangen war. Da er an diesem Tag aber privat unterwegs war, konnte er erst im Laufe des Samstages von dieser Anzeige Kenntnis nehmen. Aufgrund der dann noch erforderlichen Vorarbeiten, u.a. Einsicht in das entsprechende Urteil, weitere Rückfragen etc. hat er dann am darauffolgenden Werktag, nämlich am 14.03.2011 das Verfahren eingeleitet und die Ergebnisse der durchgeführten Ermittlungen bereits bekannt gegeben.

2. Das Verfahren ist einzustellen.

Das VSG ist zur Entscheidung zuständig. Der Betroffene ist Funktionär.

Dem Betroffenen war hier kein Verstoß nachzuweisen.  Es steht fest, dass am späten Freitagnachmittag eine Anzeige eingegangen ist. Aufgrund privater Abwesenheit konnte diese Anzeige erst am darauffolgenden Samstag gesichtet werden. Es ist nicht zu beanstanden, dass nach unverzüglich durchgeführten Vorermittlungen am gleichen Wochenende sofort am darauffolgenden Montag dem betroffenen Verein die Einleitung des Verfahrens mitgeteilt wird. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass in den Satzungen und Ordnungen kein ausdrücklicher Anspruch darauf enthalten ist, dass insbesondere Gerichte so frühzeitig einschreiten, dass weitere Taten desjenigen verhindert werden, der Pflichten verletzt. Ein analoger Anspruch gemäß §§ 47, 48 RVO ist ebenfalls zu verneinen. In diesem Zusammenhang ist auf die Entscheidung des BGH im Beschluss vom 15.08.2007 
- 1 StR 335/07, veröffentlicht in NStZ 2008, 685 f. zu verweisen, worin auch der BGH im ordentlichen Recht festgestellt hat, dass es keinen Anspruch eines Täters darauf gibt, dass die Ermittlungsbehörden so frühzeitig einschreiten, dass seine Taten verhindert werden. Diese Grundsätze sind analog auch hier anzuwenden. Im Weiteren kann eine Zeitverzögerung von nur wenigen Tagen eine Verletzung der Fürsorgepflicht keinesfalls begründen. Der Einsatz eines Spielers obliegt der Verantwortung eines Vereines. Seitens des einsetzenden Vereines sind die entsprechenden Erkundigungen einzuziehen, ob der Spieler spielberechtigt ist oder nicht. Aufgrund seiner Informationen hat der Verein dann selbständig zu entscheiden. Es würde die Verpflichtung eines Sportgerichtes überstrapaziert werden, wenn hier verlangt werden würde, dass zu jeder Zeit  in einem kurzfristigen Zeitrahmen eine entsprechende Einleitung eines Verfahrens veranlasst werden müsste. Ein Zeitverzug von nur zwei Tagen ist im vorliegenden Fall seitens des VSG nicht zu beanstanden und stellt keine Pflichtverletzung dar. Ansonsten liegt keine Verfehlung des Betroffenen vor. Das Verfahren war daher einzustellen.
 
3. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV.

 

Protokoll Nr.:  23 vom  19.04.2011
Besetzung: Beierlein 
Fall:  55

Verfahren vor dem Verbands-Sportgericht gegen die Schiedsrichter A und B

Beschluss :

I. Im Wege der einstweiligen Verfügung werden die Schiedsrichter A und B, Verein A bis zur endgültigen Entscheidung durch das Verbands-Sportgericht als Schiedsrichter gesperrt.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

Nach derzeitiger Aktenlage muss das Verbands-Sportgericht davon ausgehen, dass beide Schiedsrichter im Vorfeld des Spiels Verein B gegen Verein C vom 15.03.2011 ihre erhaltenen Freikarten verbotswidrig an andere Personen verkauft  bzw. verschenkt haben. Eine vorläufige Sperre erscheint zur Aufrechterhaltung von Ordnung, Recht und Fairness im Fußballsport notwendig.
 

 

Protokoll Nr.: 22 vom 12.04.2011
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause
Fall: 54

 

Revision des Vereins A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 05.04.2011, Protokoll 51, Fall 282

Urteil:


I. Auf die Revision des Vereins A wird das Urteil des BSG vom 05.04.2011 mit der Maßgabe aufgehoben, dass der Spieler X, Verein A, vom 05.04.2011 mit 12.04.2011 gesperrt wird.

II. Die Kosten der 1. Instanz trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins A. Die Kosten der Berufung und der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Privatspiel Verein B - Verein A am 06.03.11 wurde der Betroffene in der 58. Spielminute mit gelb-roter Karte des Feldes verwiesen. Unmittelbar nach dem Zeigen der roten Karte sagte er zum Schiedsrichter: "Das ist doch ein Witz. Pfeif doch Du in der Bauernklasse." Dies meldete der Schiedsrichter mit dem Spielbericht. Der Betroffene wurde vom Revisionsführer bis zum Erlass des KSG-Urteils weiterhin in Verbandsspielen eingesetzt. Das KSG sperrte den Betroffenen mit Urteil vom 24.03.2011 gemäß § 68 Abs. 1 RVO wegen Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter bis einschließlich 20.03.11. Dagegen legte der Revisionsführer fristgerecht Berufung zum BSG ein. Das BSG änderte das Urteil dahingehend ab, dass der Betroffene vom 01.04.2011 mit 14.04.2011 gesperrt wurde. Gegen dieses Urteil vom 05.04.2011 legte der Revisionsführer mit Schreiben vom 08.04.2011 Revision ein. Diese wurde mit einem Verstoß gegen § 24 Abs. 5 RVO begründet.
 
2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist teilweise begründet.

Gemäß § 40 Abs. 3 RVO tritt nur beim Zeigen einer roten Karte eine automatische Sperre ein. Nach der Meldung des Schiedsrichters wurde die rote Karte jedoch nur in der Kombination gelb/rote Karte gezeigt. Der Spieler war daher nicht automatisch gesperrt. Das KSG hätte den Beginn der Sperre festlegen müssen. Aus Gründen der Rechtsklarheit kann dieser Beginn nicht rückwirkend auf einen Zeitpunkt vor der Veröffentlichung des Urteils des Sportgerichts festgelegt werden. Dies wäre nur dann zulässig gewesen, wenn eine automatische Sperre gemäß § 40 Abs. 3 RVO, eine einstweilige Sperre gemäß § 40 Abs. 1 RVO oder die vorläufige Vollstreckbarkeit des KSG-Urteils gemäß § 31 Abs. 1 RVO vorgelegen hätte. Dies war jedoch jeweils nicht der Fall. Die vom KSG ausgesprochene Sperre war zum Zeitpunkt des Erlasses des Urteils bereits (ohne Außenwirkung entfaltet zu haben) abgelaufen. Das BSG hätte daher frühestens ab dem 05.04.2011 sperren können. Allerdings trat gemäß § 31 Abs. 1 RVO nunmehr die vorläufige Vollstreckbarkeit ein, so dass der Spieler ab dem Erlass des BSG-Urteils gesperrt war. Das VSG konnte daher den Beginn der Sperre auf diesen Zeitpunkt festlegen und damit den zwischen dem BSG-Urteil und dem VSG-Urteil liegenden Zeitraum berücksichtigen.

Der Revisionsführer war durch das Urteil des KSG beschwert, so dass die Berufung zum BSG zulässig war. Die Beschwer ergibt sich daraus, dass der Verein bei Rechtskraft des Urteils hätte damit rechnen müssen, wegen des unzulässigen Einsatzes eines Spielers während der Sperrzeit belangt zu werden. Ob dies in der Tat so gewesen wäre, kann offen bleiben, weil die ernsthafte Befürchtung, Nachteile aus der Rechtskraft der Entscheidung zu erleiden das rechtliche Interesse an der Entscheidung und damit auch die Beschwer begründet.

Nachdem der Revisionsführer darlegte, dass innerhalb der Sperrfrist drei Verbandsspiele stattfinden, das BSG jedoch bei der zeitlichen Sperre von zwei Wochen davon ausging, dass diese Sperre zwei Spiele umfassen sollte, konnte das VSG die Sperrstrafe um eine Woche verkürzen, ohne dass eine Zurückverweisung in die Tatsacheninstanz notwendig war. Die verkürzte Sperrfrist entsprach im Ergebnis dem nicht zu beanstandenden Strafmaß des BSG aufgrund des ebenfalls unstreitigen Sachverhalts.


4.  Bei der Kostenentscheidung war zu berücksichtigen, dass die Rechtsmittel sowohl in der Berufung, als auch in der Revision erfolgreich waren. Die Kosten der 1. Instanz wurden jedoch alleine durch das strafwürdige Verhalten des Spielers ausgelöst, §§ 32, 33 RVO

 

Protokoll Nr.:  21  vom 05.04.2011
Besetzung:  Riedmeyer, Schreckenbauer, Frey
Fall:    53


Revision des Vereins A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 22.02.2011, Protokoll 29, Fall 125


Urteil:

I. Die Revision des Vereins A gegen das Urteil des BSG vom 22.02.2011 wird zurückgewiesen. 

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 12,50 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 75,00.

 

Gründe:

1. Der Revisionsführer setzte den Betroffenen in den nachfolgend aufgeführten Kreisliga-Spielen ein: Verein B gegen Verein A am 22.08.2010, Verein A gegen Verein C am 05.09.2010, Verein D gegen Verein A am 12.09.2010, Verein A gegen Verein E am 19.09.2010, Verein F gegen Verein A am 25.09.2010, Verein A gegen Verein G am 17.10.2010 und Verein H gegen Verein A am 07.11.2010.
 
 Der Betroffene war zuvor vom Verein I zum Verein A gewechselt. Er hatte im Totopokalspiel am 11.07.2010 zwischen Verein I gegen Verein J und im Privatspiel am 17.07.2010 zwischen Verein I gegen Verein K jeweils für den Verein I gespielt. Allerdings hatte der Verein I auf der Rückseite des Spielerpasses als Tag der Abmeldung den 30.06.2010 und als Tag des letzten Spiels für den Verein I den 30.05.2010 eingetragen. Die Passabteilung des BFV erteilte aufgrund dieser Angaben den Spielerpass zum 03.08.2010.
 Wegen Mitwirkens des Betroffenen in den Verbandsspielen erstatteten gemäß § 35 (2) RVO die Vereine G - Eingang am 06.11.2010-, F - Eingang am 12.11.2010 - , H - Eingang am 13.11.2010 - , C - Eingang am 13.11.2010 -, B - Eingang am 15.11.2010 - , D - Eingang am 18.11.2010 -, E - Eingang am 18.11.2010 - Anzeige beim KSG wegen unzulässigen Einsatzes eines Spielers in den oben genannten Spielen.

Das KSG stellte fest, dass auf Grund der falschen Angaben des abgebenden Vereins, sowie des Fehlverhaltens des Betroffenen, das von der Passabteilung des BFV erteilte Spielrecht für den Verein A gemäß § 43 Abs. 9 SpO von Anfang an ungültig war. Das KSG sprach daher gemäß § 70 Abs. 1 RVO gegen den Betroffenen eine Sperrfrist von 8 Wochen aus, die mit der Erteilung des neuen Spielrechts beginnt.

Gegen das Urteil des KSG vom 24.01.2011, legte der Revisionsführer mit Schreiben vom 31.01.2011, eingegangen am 02.02.2011, Berufung zum BSG ein. Mit Urteil vom 17.02.2011 wies das BSG die Berufung zurück. Mit Anwaltsschreiben ohne Datum, per Fax eingegangen am 02.03.2011 legte der Revisionsführer Revision ein. Gerügt wurde die Verletzung von § 77 Abs. 1 RVO, § 43 Abs. 9 SpO und § 48 Abs. 3 SpO.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Insbesondere kann ein Rechtsmittel per Telefax eingelegt werden. Die Vertretung durch schriftlich bevollmächtigte Rechtsanwälte ist vor dem VSG uneingeschränkt zulässig (§ 30 Abs. 3 RVO). Die Sperre des Betroffenen wirkt sich für den Revisionsführer nachteilig aus. Damit liegt die rechtliche Beschwer vor.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die formellen Voraussetzungen der Spielwertungen sind erfüllt. Die Vierwochenfrist des § 35 Abs. 2 RVO wurde eingehalten. Durch die fristgerechten Anzeigen des Verein H und des Verein G, konnten die zu beanstandenden Spiele, deren Anzeigen isoliert betrachtet verspätet gewesen wären, überprüft werden (VSG 1999/2000 Fall 33). Die notwendigen nachträglichen Anzeigen lagen in allen Fällen vor. Die beanstandeten Spiele lagen innerhalb der letzten zehn Spiele vor dem Spiel gegen den Vereins G. Auf die Frage, ob eine Bestrafung des Spielers eine fristgerechte Anzeige voraussetzt, kommt es daher nicht an.

Das BSG gelangte nach durchgeführter Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, dass sich der Betroffene nicht am 30.06.2010 abgemeldet hatte. Das Ergebnis der Beweisaufnahme kann im Revisionsverfahren nur daraufhin überprüft werden, ob alle angebotenen Beweismittel ausgeschöpft wurden, die Beweiswürdigung nicht gegen Denkgesetze verstößt und der dem Tatgericht eingeräumte Ermessenspielraum nicht überschritten wurde. Die Beweisaufnahme hält sowohl hinsichtlich der Durchführung, als auch bei der Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses der rechtlichen Überprüfung statt.

Die Revision rügt, dass das BSG den mündlichen Ausführungen der Zeugen zum Tag der Mitteilung des Wechsels des Betroffenen trotz der gegenteiligen schriftlichen Angabe auf dem Passformular den Vorzug gab. Dies ist nicht zu beanstanden. Das BSG hat sich eingehend mit dieser Diskrepanz auseinandergesetzt und mit nachvollziehbaren Argumenten den Aussagen der Zeugen Glauben geschenkt. Das BSG sah die Richtigkeit der Zeugenaussagen insbesondere durch folgende objektive Umstände als gesichert an: Der Betroffene unterschrieb erst vier Wochen nach seiner angeblichen Abmeldung bei dem abgebenden Verein den Antrag auf Neuausstellung des Spielerpasses für den Revisionsführer. Der Betroffene behauptete, das Abmeldeschreiben in den Briefkasten des Trainers eingeworfen zu haben, dessen Tätigkeit für den Verein schon beendet war. Dieser Trainer bestritt jedoch, eine Abmeldung erhalten zu haben. Der Betroffene spielte nach dem angeblichen Tag der Abmeldung noch zweimal für den abgebenden Verein als Spielführer. Das BSG stützte sich daher bei der Beweiswürdigung nicht nur auf die Aussagen der Zeugen, sondern auf Indizien, die objektiv betrachtet dagegen sprechen, dass sich der Betroffene tatsächlich am 30.06.2010 beim Verein abgemeldet hatte. Das BSG zeigte somit im Urteil die Ungereimtheiten auf, die massiv dagegen sprechen, dass die Abmeldung tatsächlich am 30.06.2010 erfolgt ist.

Dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht auch nicht § 48 Abs. 3 SpO entgegen. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (1999/2000 Fall 53; 2007/2008 Fall 98; 2007/2008 Fall 105) bedeutet Abmeldung die tatsächliche endgültige und abschließende Aufgabe des Spielrechts für den abgebenden Verein. Der Tag der Abmeldung kann von den Beteiligten dabei nicht einvernehmlich rückwirkend festgelegt werden. Die Eintragung auf dem Spielerpass hat daher keinen abschließenden Charakter. Vielmehr muss das Sportgericht bei Zweifeln aufklären, ob der eingetragene Tag der Abmeldung auch der tatsächlichen Abmeldung entspricht. Wenn der Spieler für den abgebenden Verein nach dem Tag der behaupteten Abmeldung nochmals spielt, ist ein wichtiges Indiz dafür gegeben, dass die angebliche Abmeldung nicht ernstlich und endgültig gemeint war. Gelangt das Sportgericht allerdings zu dem Ergebnis, dass die Abmeldung tatsächlich am angegebenen Tag erfolgt ist und vom Spieler ernstlich und abschließend gemeint war sowie vom Erklärungsempfänger des abgebenden Vereins auch so verstanden wurde, ist das Spielrecht erloschen. Weitere Spiele für den abgebenden Verein können dann die Abmeldung nicht mehr rückwirkend beseitigen. Vielmehr spielt der Spieler nunmehr unzulässig für den abgebenden Verein. Das auf Grundlage des vorherigen Abmeldedatums erteilte neue Spielrecht wird davon jedoch nicht berührt

Die Abmeldung muss als empfangsbedürftige Willenserklärung dem Verein, bei dem die Abmeldung erfolgen soll, zugehen; Beweislast für den Zugang der Erklärung trägt der abmeldende Spieler (VSG 2005/2006 Fall 13).

Das BSG konnte sich nicht davon überzeugen, dass sich der Betroffene bei seinem früheren Verein überhaupt förmlich abgemeldet hat. Zwar erklärte der Betroffene, er hätte einen Brief in den Briefkasten seines damaligen Trainers geworfen. Dieser Zeuge X erklärte aber in einem Telefonat, dass er keine Abmeldung erhalten habe und zudem seine Trainertätigkeit bereits zum 31.05.2010 beendet hatte. Er war also zum 30.06.2010 unter keinen Umständen empfangsbevollmächtigt. Zwar hat der Vereinsverantwortliche des Vereins I auf dem Spielerpass den 30.06.2010 als Tag der Abmeldung angegeben. Da es nach der oben zitierten ständigen Rechtsprechung des VSG aber auf den Tag der tatsächlichen Abmeldung ankommt und dieser Tag nicht einvernehmlich oder aus sonstigen Gründen zurückdatiert werden kann, musste das BSG aufklären, ob und ggfs. wann die Abmeldung tatsächlich erfolgt ist.

Da somit die Abmeldung des Spielers nicht bis zum 30.06.2010 erfolgt war, hätte gemäß § 49 Abs. 4 SpO frühestens zum 01.01.2011 erteilt werden dürfen. Gemäß § 43 Abs. 9 SpO war das aufgrund der falschen Angabe des Abmeldedatums erteilte Spielrecht ungültig.

Das Verhalten des Betroffenen war auch schuldhaft. Der Betroffene wusste, dass er nach dem angeblichen Tag der Abmeldung noch zwei Spiele für den abgebenden Verein als Spielführer bestritten hatte. Er wusste daher auch, dass die Angaben auf dem Spielerpass hinsichtlich seines letzten Spiels falsch waren. 

Er hätte den Revisionsführer auf diesen Umstand hinwiesen müssen.

Die Bestrafung des Betroffenen ist nicht zu beanstanden. § 70 Abs. 1 RVO sieht eine Sperre von vier Wochen bis zu sechs Monaten vor. Hier fällt zu Lasten des Spielers ins Gewicht, dass er im Juli 2010 noch an zwei Spielen als Spielführer teilgenommen hatte. Ihm war daher bewusst, dass - sollte er tatsächlich ein Abmeldeschreiben verfasst haben - dieses nicht in den Machtbereich des abgebenden Vereins gelangt war. Nach der Abmeldung hätte